+ Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 41 bis 59 von 59
  1. Senior Member Avatar von narzisse
    Registriert seit
    13.03.2006
    Beiträge
    6.641

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Der Unterschied ist vermutlich, dass die wenigsten Selbstständigen, Richter etc regelmäßig von allen möglichen Bekanntschaften darauf angesprochen werden, dass sie ja nur einen halbtagsjob haben und ungefähr 50 Wochen Ferien pro Jahr, haha, nur e späßle, jaja, Vorbereitung, schon klar!
    Ich kann schon nachvollziehen, dass man da irgendwann sehr (evtl über)sensibel auf auch nur Teile solcher Sprüche reagiert, wenn man alle 2 Wochen Leute trifft, die das durchaus ganz oder halbernst meinen (die bäckereiverkäuferin, bei der man nachmittags einkauft, Eltern beim kinderturnen,...).

  2. Regular Client Avatar von Stina
    Registriert seit
    03.03.2012
    Beiträge
    4.398

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Zitat Zitat von Sternenratte.1 Beitrag anzeigen
    Ich finde es aber ziemlich übersensibel, von vielleicht etwas naiven Generalisierungen in Bezug auf die Familienfreundlichkeit des Lehrerberufs auf ein "Bashing" zu kommen. Wo hast du denn sowas hier bitte gelesen

    Besonders speziell ist es jetzt auch nicht, dass man bei Ausnutzen der flexiblen Arbeitszeiten in dem Sinne, das man dann eben nachmittags zuhause Kinder betreut, abends noch einige Stunden zu tun hat. Das geht Selbstständigen, Richtern und sicherlich vielen anderen auch so.
    Ja.

    Es gibt echt dämliches Lehrerbashing, aber man darf wohl erwähnen, dass sowas wie idR flexible Arbeitszeiten in den Schulferien durchaus Vorteile hat.

    Ich (aus Lehrer*innenfamilie kommend) finde/fand immer beides extrem nervig und realitätsfern: "Lehrerbashing" und "Lehrerjammern". Ersteres ist meistens einfach dum, letzteres fand ich immer dann zum Fremdschämen, wenn es in Gegenwart anderer weitaus Berufsgruppen geschieht, die weitaus prekärere/unsicherere/familienunfreundlichere Arbeitsbedingungen haben.

  3. Urgestein Avatar von Ion
    Registriert seit
    23.10.2012
    Beiträge
    8.071

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es ne blöde Idee ist, wegen einer (vermeintlich) guten Vereinbarkeit LehrerIn zu werden, die Morivation sollte für diesen Beruf eine andere sein, sonst wird er einen nicht glücklich machen. Ich würde auch jammern, wäre ich Lehrerin, weil es einfach nicht mein Beruf ist. Die vielen Ferien würden mich da auch nicht für die negativen Seiten entschädigen.

  4. Senior Member Avatar von *Flower*Power*
    Registriert seit
    21.02.2009
    Beiträge
    6.717

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Zitat Zitat von narzisse Beitrag anzeigen
    Der Unterschied ist vermutlich, dass die wenigsten Selbstständigen, Richter etc regelmäßig von allen möglichen Bekanntschaften darauf angesprochen werden, dass sie ja nur einen halbtagsjob haben und ungefähr 50 Wochen Ferien pro Jahr, haha, nur e späßle, jaja, Vorbereitung, schon klar!
    Eine Freundin von mir ist Richterin und da sagen schon immer viele „scherzhaft“, sie müsse ja nur den Hammer schlagen (gibts in Dtl. noch nicht mals) und ein paar Sätze sagen. Und jeder will natürlich nur einen ganz schnellen juristischen Rat. Sie kennt ja wohl bitte alle Paragraphen und Urteile auswendig 🤦🏻*♀️ Sie arbeitet inzwischen kaum noch sonntags („nur“ montags-Samstag mind. 60-70h) aber sonst ist ihr Leben noch ziemlich vom Job dominiert und Kinder würden da gerade null gehen. Aber ja, arme Lehrer.

  5. Urgestein Avatar von durga
    Registriert seit
    01.01.2004
    Beiträge
    9.078

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Zitat Zitat von Ion Beitrag anzeigen
    Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es ne blöde Idee ist, wegen einer (vermeintlich) guten Vereinbarkeit LehrerIn zu werden, die Morivation sollte für diesen Beruf eine andere sein, sonst wird er einen nicht glücklich machen.
    Ich denke, für keine Arbeit sollte das nicht-Arbeiten eine Motivation sein. Und auch das Geld sollte nicht der Hauptpunkt sein. Mein Bruder ist bei seiner Vollzeitstelle 1,5x/Woche 24 Stunden in der Klinik, manchmal kann er fünf Stunden schlafen, manchmal wie gestern ne halbe und dann kommt morgens um sieben noch ein Schwerstverletzter und der Feierabend verschiebt sich um ein paar Stunden, abgesehen davon, dass man besser keine Fehler machen sollte in dem Moment, ich bin nur einmal in der Woche 20 Stunden in der Klinik, manchmal mit vier Stunden Schlaf, manchmal bringt die Polizei um vier noch jemanden, der brüllt und zappelt und den man dann zu fünft festschnallen und gucken muss, ob man dem jetzt irgendwie zu etwas Ruhe verhelfen kann.

    Aber wir gehen halt gerne in die Klinik, in die Schule würden wir nicht gerne gehen, insofern ist das voll OK. Zumindest solange man danach schlafen kann und es nicht über sechs Dienste im Monat sind - und ohne Kinder ist das natürlich auch entspannter als mit. Mit sieht man dann tendenziell den/die Partner_in wenig, v.a. wenn er/sie auch Schichtdienst hat und das Nachschlafen ist dann natürlich auch schwieriger.

  6. Enthusiast Avatar von miezee
    Registriert seit
    17.05.2003
    Beiträge
    986

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Zitat Zitat von *Flower*Power* Beitrag anzeigen
    Eine Freundin von mir ist Richterin und da sagen schon immer viele „scherzhaft“, sie müsse ja nur den Hammer schlagen (gibts in Dtl. noch nicht mals) und ein paar Sätze sagen. Und jeder will natürlich nur einen ganz schnellen juristischen Rat. Sie kennt ja wohl bitte alle Paragraphen und Urteile auswendig 🤦🏻*♀️ Sie arbeitet inzwischen kaum noch sonntags („nur“ montags-Samstag mind. 60-70h) aber sonst ist ihr Leben noch ziemlich vom Job dominiert und Kinder würden da gerade null gehen. Aber ja, arme Lehrer.
    Richtig. Und auch: ja, man korrigiert in den Ferien, man hat trotzdem Mal eben mehr als das doppelte was andere an Urlaub machen und mir kann niemand erzählen, dass er im Sommer sechs Wochen Durchkorrigiert. Ich finde lehrerbashing auch Scheisse, aber mir kommt es immer so vor, dass lehrer dann an gutbezahlte Jobs in der Wirtschaft denken mit Gleitzeit und 30 Tagen urlaub. Und so einen Job hat eben nicht jeder, sondern es gibt auch den 50std agenturjob mit 24 Urlaubstagen für 2.500 brutto.

  7. Urgestein Avatar von durga
    Registriert seit
    01.01.2004
    Beiträge
    9.078

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Und wie viele Jobs, die RICHTIG viel Geld abwerfen, beschränken sich auf 42 Stunden/Woche? Die wenigen Leute, die ich kenne, die in dieser ominösen "Wirtschaft" arbeiten und schon recht kurz nach dem Einstieg ziemlich viel Geld verdienen, arbeiten halt auch 50-60 Stunden pro Woche.

  8. Senior Member Avatar von narzisse
    Registriert seit
    13.03.2006
    Beiträge
    6.641

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Die Lehrer, die immer wieder von den "gutbezahlten Jobs in der Wirtschaft" schwafeln, kann ich auch nicht ernst nehmen gerade im geisteswissenschaftlichen/sprachlichen Bereich dürfte es für die allermeisten sehr schwer werden, so gutbezahlte Jobs wie den Lehrerberuf zu finden (und auch als Naturwissenschaftler durchaus nicht unbedingt easy).
    Und, falls das nicht bei allen angekommen ist, ich bestreite in keinster Weise, dass in manchen anderen Jobs mehr gearbeitet wird/ schlechter gezahlt wird/weniger Flexibilität vorhanden ist. Ich hab trotzdem den Eindruck, dass ungefähr jeder meint, zu wissen, wie lehrersein ist (und viele eben der Ansicht sind, dass die Unterrichtszeit den Großteil der tatsächlichen Arbeitszeit darstellt) - und diese öffentliche Wahrnehmung seh ich bei anderen Berufen weniger. Gerade Ärzt/innen in Kliniken sind ja immer wegen krassen schichtmodellen/arbeitszeiten/Überstunden und Ausnutzung junger ärzt/innen im Gespräch (Richter kenne ich keine persönlich, aber wäre nie auf die Idee gekommen, dass das ein Job zum Füßehochlegen sein könnte).
    Dementsprechend: "ja, arme Lehrer" ist völliger Quatsch und hat auch niemand behauptet hier. Aber den tatsächlichen Arbeitsaufwand kann man von außen erstens schlecht abschätzen und zweitens variiert er enorm abhängig von Fächern, Erfahrung, Engagement und auch über die Wochen hinweg.

  9. Urgestein Avatar von durga
    Registriert seit
    01.01.2004
    Beiträge
    9.078

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Ich hab mal über ne Studie gelesen, ist schon ein paar Jahre her, die erbrachte, dass es bei Lehrer_innen eine krasse Varianz in der realen Arbeitszeit gibt, wo (jeweils in Vollzeit natürlich) das eine Extrem fünfmal soviel arbeitet wie das andere. Sicher hängt das an den von Dir erwähnten Faktoren, ich denk mir aber auch, dass die berufsführenden Studiengänge einen schon mehr alleinlassen als sie es müssten. Die Lehramtsstudierenden, die ich kenne, fühlen sich vielfach nicht mal aufs fachliche Unterrichten gut vorbereitet, geschweige denn auf Disziplinhalten und eingehen auf das Leistungsspektrum von 25 Schüler_innen, von den sonstigen komplexen Aspekten des Berufs mal zu schweigen.

    Bei Ärzt_innen ist es eher nicht so, dass man meint, wir hätten einen entspannten Job, aber wir werden halt megareich und darum ist das schon OK...

  10. Member Avatar von apieceofcake
    Registriert seit
    31.12.2015
    Beiträge
    1.880

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Bei uns ist es gar nicht der Zeitpunkt, der so unpassend wirkt, wenn das Baby im Oktober kommt, sondern unsere generelle Arbeitssituation mit zwei Workaholics, die viel, gerne und lange arbeiten. Das wäre aber in 1-5 Jahren auch nicht anders gewesen und ich bin eigentlich sogar ganz froh, dass es eine Chance für uns beide ist, mal aus dem Hamsterrad auszusteigen.
    Bei mir gibt noch ein paar firmeninterne Faktoren, wodurch der Zeitpunkt als solcher tatsächlich etwas ungünstig ist, da sehe ich jetzt aber meinen AG in der Pflicht, aktiv zu werden. Für meinen AG bin ich erst die Zweite, die überhaupt in Elternzeit gehen wird, und die Erste in meiner oder einer vergleichbaren Position, insofern völlig offen, wie sich die Dinge danach entwickeln werden.

  11. Ureinwohnerin Avatar von sora
    Registriert seit
    16.06.2010
    Beiträge
    27.858

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Zitat Zitat von *Flower*Power* Beitrag anzeigen
    Eine Freundin von mir ist Richterin und da sagen schon immer viele „scherzhaft“, sie müsse ja nur den Hammer schlagen (gibts in Dtl. noch nicht mals) und ein paar Sätze sagen. Und jeder will natürlich nur einen ganz schnellen juristischen Rat. Sie kennt ja wohl bitte alle Paragraphen und Urteile auswendig 🤦🏻*♀️ Sie arbeitet inzwischen kaum noch sonntags („nur“ montags-Samstag mind. 60-70h) aber sonst ist ihr Leben noch ziemlich vom Job dominiert und Kinder würden da gerade null gehen. Aber ja, arme Lehrer.
    Ich arbeite im ÖD und muss mir gelegentlich ein ehrlich gemeintes "Hä? Wieso machst du denn Überstunden?/Was kann an DEINEM Job denn stressig sein?" anhören. Überstunden gibts einfach im ÖD nicht, da lassen alle um 17 Uhr den Stift fallen, nachdem sie vorher 8h eine ruhige Kugel geschoben haben. Stress existiert eben nur in der freien Wirtschaft!

    Also, was ich sagen will: die Vorurteile gegenüber den Berufen anderer Menschen und der dazugehörigen Arbeitsbelastung sind mannigfaltig.

  12. Regular Client Avatar von Hippiekind
    Registriert seit
    31.01.2011
    Beiträge
    4.416

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    ich denk mir aber auch, dass die berufsführenden Studiengänge einen schon mehr alleinlassen als sie es müssten. Die Lehramtsstudierenden, die ich kenne, fühlen sich vielfach nicht mal aufs fachliche Unterrichten gut vorbereitet, geschweige denn auf Disziplinhalten und eingehen auf das Leistungsspektrum von 25 Schüler_innen, von den sonstigen komplexen Aspekten des Berufs mal zu schweigen.
    Leicht OT, aber ein Studium ist ein Studium und keine Berufsausbildung. Für die von dir genannten Punkte gibt es das Referendariat, das ist ja ähnlich einer Berufsausbildung mit viel Praxis und praxisbezogenen Theorieanteilen. Ein Ref sollte einfach so strukturiert sein, dass das, was man sich theoretisch über Jahre angeeignet hat, Anwendung in der Praxis erfährt. Dass es Berufserfahrung braucht, bis es gut läuft, ist doch auch in anderen Berufsfeldern kein neues Phänomen. Dass das Ref unter UB-/Prüfungsdruck und durch die unterschiedliche Ausgestaltung der einzelnen Länder, somit unter unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und Ausbildungsqualität nicht immer optimal läuft, ja ok, da gehe ich mit. Auch finde ich das Lehramtsstudium teilweise (! nicht per se!) überfrachtet mit zu viel Fachwissenschaft (hallo Mittelhochdeutschseminar im letzten Mastersemester des LA Sonderpädagogik). Aber ich finde es ehrlich gesagt sehr weltfremd von Studierenden, zu erwarten, in 3-5 Jahren würde einem alles Wesentliche in Bezug auf die Praxis an der Schule beigebracht werden. Das geht erstens gar nicht (jede Lerngruppe und jedes Individuum agieren unterschiedlich, Dynamiken sind verschieden, soziale Herkunft und andere Faktoren wirken so individuell, wie soll man das in 2-SWS-Seminare packen - da hilft mE nur der stete Umgang in der konkteten Praxis), zweitens soll ein Studium in erster Linie dazu befähigen, selbstständig an einem Fachgegenstand wissenschaftlich zu arbeiten, Methoden zu erlernen und akademisch zu argumentieren. Auch ein LA-Studium sollte das. Der Rest ergibt sich durch Referendariat (sofern es entsprechend aufgebaut ist) und ja, mehrere Jahre Berufserfahrung.

  13. Urgestein Avatar von durga
    Registriert seit
    01.01.2004
    Beiträge
    9.078

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Also, ich hab das nicht studiert und generell stimme ich Dir zu, dass die Uni ein wissenschaftliches Studium anbietet/anzubieten vorgibt und dass man außerdem natürlich auch in ner betrieblichen Lehre nach drei Jahren als Gesell_in noch nicht ALLES kann. Das Medizinstudium (als mit gut bekanntes anderes berufsführendes Studium) ist aber nullstens wissenschaftliches Studium, sondern Arztschule oder schulische Arztausbildung und mittlerweile kommen ein paar Punkte über das ankreuzfragenmäßige Abfragen von Faktenwissen hinaus vor, aber es gibt Felder, die nicht angerissen werden und das finde ich den zukünftigen Ärzt_innen und übrigens auch Euch allen Patient_innen gegenüber unverantwortlich, denn später werden genau diese Punkte halt auch nur mit großem Glück angesprochen meistens aber gar nicht und raus kommen z.B. überdurchschnittlich viele psychisch kranke Ärzt_innen, braucht niemanden zu wundern.

    Ich verlange nicht, dass angehende Lehrer_innen in der Uni (meinetwegen plus Ref) ALLES WESENTLICHE lernen, das ist ja Quatsch. Aber schon, dass sie eine möglichst komplette Struktur der Pflichtbestandteile ihres Berufs bekommen, die sie dann recht selbstständig füllen können. Von den (zugegeben nicht übermäßig zahlreichen) LA-Studierenden/Referendar_innen/jungen Lehrer_innen in meinem Umfeld hab ich nicht den Eindruck. Die Seminartermine oder wie das heißt im Ref scheinen oft auch eher Stresssituationen zu sein, in denen man möglichst wenig gucken lässt und nicht mit Fragen kommt, die nahelegen, dass man nach dem Studium eben noch NICHT alles kann, weil man sonst abgewatscht wird, gern auch vor versammelter Mannschaft.


    Mal näher an den Threadtitel: Kann man eigentlich im Ref real ein Kind kriegen?
    Geändert von durga (14.04.2019 um 03:36 Uhr)

  14. Addict Avatar von red_sparkle
    Registriert seit
    09.05.2009
    Beiträge
    2.298

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Ich kenne einige, die im Ref (Lehramt) ein Kind bekommen haben. Die meisten Frauen pausieren ein Jahr und machen dann das letzte Jahr Ref fertig. Wie flexibel das ist, weiß ich nicht. In Bw kann man das Ref jetzt auch in Teilzeit machen, dauert dann aber länger und die Bezüge sind auch geringer. Das ist aber noch nicht so lange möglich und ich kenne keine/n, der das aktuell macht.

    Ich finde, im Grunde ist der Lehrerberuf auch recht gut vereinbar mit Familie, allerdings hängt es stark von der Organisation der Schule ab.
    An meiner alten Schule war montags Konferenztag- an meinem freien Tag. So bin ich jeden Montag wegen Konferenzen und Besprechungen (ca 12.30-14.30 Uhr) in die Schule gefahren.

    An meiner jetzigen Schule gibt es ein rollierendes System. Es wird abgewechselt, so dass jeder Mal in den sauren Apfel beißen muss und am freien Tag kommen muss. Die Konferenz ist dann immer nach der letzten Schulstunde. Da ich aktuell nur an zwei Tagen unterrichte muss ich meist auch extra kommen.
    Bei mir ist aktuell die Teamkollegin das größte Problem, weil sie sehr weit pendelt und dann alles an ihren Unterrichtstagen abarbeiten will (volles Deputat an drei Tagen!). Extra kommt sie nicht und so verlagert sich für mich alles in die Abendstunden. Ganz schlecht für unsere Familie, weil mein Mann im Schichtdienst arbeitet. Ich habe für mich jetzt die Entscheidung getroffen, dass ich nach 18 Uhr keine Besprechungen mehr wahrnehmen werde (außer Elternabende, Schullandheime), weil es einfach zu viel Unruhe bringt.

  15. Ureinwohnerin Avatar von Rückspiegel
    Registriert seit
    16.03.2005
    Beiträge
    31.089

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Ja, es hängt stark von Schule und Seminar (und natürlich von einem selbst) ab.
    Einige Schulen/Seminare haben Unterricht und Seminare nur bis 14 Uhr. Bei uns ging Unterricht bis 16 Uhr, Seminartage (min. 2x/Woche) bis 18:30. Und der Tag ist dann ja nicht zuende.
    Ich hätte mir das unter den Gegebenheiten nicht zugetraut. Ich kenne auch niemanden, der das Ref bei uns mit Baby oder Kleinkind erfolgreich abgeschlossen hat (entweder abgebrochen oder nicht bestanden oder im besten Fall halt schlecht bestanden.... ).

    Auch vom psychischen Druck, der ständigen Beobachtung/Bewertung durch zig andere Leute her wär das für mich (besonders als Neumutter) nix gewesen.


    Es geht aber sicher, wenn die Gegebenheiten gut sind und man selbst sehr effizient arbeiten kann und hart im Nehmen ist.

  16. Enthusiast Avatar von ajanta
    Registriert seit
    08.09.2002
    Beiträge
    944

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Um zum ursprünglichen Thema zurück zu kommen: Bie mir war die "Kinderplanung" karierretechnisch eher suboptimal. Aber erst da hat halt alles andere gepasst, angefangen vom Vater...
    Hätte ich mein Kind gute 10 Jahre eher bekommen, wäre es deutlich einfacher gewesen. Beschäftigungsverbot und Elternzeit ganz normal. So musste ich bis 3 Wochen vor VET, effektiv dann bis 10 Tage vor der Geburt arbeiten- und war nach 10 Wochen wieder da. Ich hatte Glück und war die Schwangerschaft über Fit und habe kurzfristig vor der Geburt noch jemanden gefunden, der mich 6 Wochen lang vertritt. Hätte ich mir schon anders gewünscht....
    Alle sehen immer nur, dass ich doch ach so viel verdiene, kaum sage ich, was ich mache. Ist so ähnlich wie bei Lehrern was Ferien angeht. Dass da aber auch solche Sachen dran hängen, wird nicht wahrgenommen. "Wie, du arbeitest schon wieder?"- "Ja, weil es niemand anders gibt, der das für mich tut und weil ich Personal beschäftige..."......

    Es gibt aber auch etwas gutes: ich leiste mir eine 4 Tage Woche und mein Mann macht die Teilzeit....

  17. Member Avatar von Ocean
    Registriert seit
    18.10.2011
    Beiträge
    1.281

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Ich kenne eine, die im Ref ein Kind bekommen hat und wirklich nur im Mutterschutz nicht da war.
    Außerdem kenne ich viele, die mit Kleinkind das Ref erfolgreich beendet haben.

    Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich das Ref im Vergleich zu den ersten Jahren im Job echt entspannt fand. Klar man hat etwas Stress wegen den Lehrproben etc., aber die paar Stunden im Vergleich zu wöchentlich 27 plus allem möglichem rundum, sind nicht so schlimm (hatte aber gute Ausbilder).

    Zum eigentlichen Thema: der Job ist zweifelsfrei gut vereinbar mit Familie. Mit Karriere sieht es aber mau aus. Es gibt zwar Funktionsstellen, aber der Arbeitsaufwand ist dann gleich enorm. Burn-out u.ä. sind da nicht selten. Mir ist es das nicht wert, wenn ich ehrlich bin.

  18. Stranger
    Registriert seit
    16.04.2018
    Beiträge
    93

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Ich bin auch Lehrerin und hatte ein paar Jahre vor dem Kind eine Stelle in der Schulleitung angeboten gekriegt. Habe nach reiflicher Überlegung samt Supervision, Coaching und systemischer Aufstellung dann abgelehnt. War die richtige Entscheidung, absolut. Dann habe ich mich mal selbst aus dem Unterricht raus beworben und wollte Richtung Eltern/Schüler Innen-Beratung. Da war ich denen zu jung und es hat auch nicht geklappt. Im Nachhinein ein Glücksfall. Bei beiden Stellen hätte ich zwar netto 200-400 Euro mehr jetzt, aber das ist mir die psychische Belastung und die Arbeitszeit nicht wert.
    Zu der Lehrer-Diskussion: ich habe in meinen ersten 5 Berufsjahren gelernt, was ich NICHT will, auch im Hinblick auf eine Familiengründung. Das kam aber erst nach und nach:
    -55-60h Woche
    -Oberstufe-Korrekturen nachts und am Wochenende (weil Kursstärken von 30 statt 25 etc)
    - in den Sommerferien die Projektarbeiten der 12er begutachten
    -mich mit Anwälten von Eltern herumschlagen (speziell Oberstufe, mich stresst sowas ganz extrem)
    -besondere Profile unterrichten und weiterentwickeln wie Naturwissenschaften- Schwerpunkt/ Bilingual
    - Ganztagsschule

    Ich habe mich dann noch zweimal weiter qualifiziert und jetzt sitze ich an einer Inklusionsschule Sek I im sozialen Brennpunkt, es ist eine Halbtagsschule und es wird viel in Doppelbesetzung unterrichtet. Ich mag die kernige und gemischte Kundschaft sehr. Ich habe festgestellt, dass ich gut mit den emotional-sozial schwierigen Kindern umgehen kann. Dazu kommt: Die Korrekturen sind in meinem Bereich minimal, die Vorbereitung auch trotz Binnendifferenzierung weniger aufwändig als an der Oberstufe. Die Momentbelastung im Unterricht ist oft immens, ja wirklich und davor fürchten sich viele Lehrkräfte bei uns, aber ich stecke das ganz gut weg.
    Meine Studienfreundinnen, die an der GymO geblieben sind, arbeiten mit Kind übrigens alle maximal 60%. Eine von ihnen und ich haben also die Stufe / Schulart gewechselt und sind nun (bei gleicher Bezahlung wie vorher an der GymO) mit Kindern in Vollzeit tätig.
    Hätte ich nicht gewechselt, ich weiß gar nicht ob ich eine Tochter hätte. Ich habe den Beruf aus Leidenschaft und voller Überzeugung gewählt. Aber im Laufe der Jahre habe ich gemerkt, dass mir mein Privatleben auch sehr wichtig ist und sein darf.
    Wenn die Nachbarin wieder fragt “Na schon wieder Feierabend?” Dann habe ich meist eine freche Antwort parat

  19. Ureinwohnerin Avatar von Rückspiegel
    Registriert seit
    16.03.2005
    Beiträge
    31.089

    AW: Kinderplanung und Karriere

    Zitat Zitat von Ocean Beitrag anzeigen
    Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich das Ref im Vergleich zu den ersten Jahren im Job echt entspannt fand. Klar man hat etwas Stress wegen den Lehrproben etc., aber die paar Stunden im Vergleich zu wöchentlich 27 plus allem möglichem rundum, sind nicht so schlimm (hatte aber gute Ausbilder).
    Das geht mir genau andersrum (obwohl ich zwei Korrekturfächer in der SekII habe).
    Das Seminar war zB echt zeitintensiv, auch in Vor- und Nachbereitung: Hausaufgaben, Reader durchackern, Referate, eigene Seminarsitzungen vorbereiten, Hospitationen an anderen Schulen, (verpflichtende) Fortbildungen...alles neben dem eigentlichen Unterricht.
    Die Ausbildung war wirklich auf alles Ebenen sehr gut. Aber ein Kind hätte da schlecht reingepasst, dafür waren einfach zu viele Zeitfenster des Tages von Schule und Seminar verplant.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •