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  1. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Pinkmelon Beitrag anzeigen
    Gell Durga, Du hast mein Post schon ganz gelesen?

    Denn den Teil über die Flüchtlinge und demokratischen Umgang mit Ressourcen hast Du gerade nicht zitiert. Das sehe ich auch als die komplexeste Herausforderung hier.

    Ja, klar. Wenn irgendwann Hunderte Millionen landlos gewordene Leute dazukommen, wird das mE eine nicht mehr ansatzweise leistbare Herausforderung sein, also, schon vom Willen her, egal, ob es logistisch ginge. Ergo Diktatur oder Anarchie.

  2. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Sublus Beitrag anzeigen
    Kannte ich nicht. Hab kurz reingeschaut - gehts da nur um Frauen, die wegen dem Klima keine Kinder kriegen?
    Nein, gerade nicht. Es geht darum, die Klimakrise als gesellschaftliche Krise, auch als Krise von sozialer und Fortpflanzungsgerechtigkeit zu sehen, es geht darum, die Frage, ob man Kinder bekommt, mit diesen Fragen in Beziehung zu setzen und darüber zentral ins Gespräch zu kommen, eben WEIL das ein sehr unbeliebter, teilweise geradezu tabuisierter Aspekt der Thematik ist, wie ja auch hier im Thread anklang.
    Es gibt lokale Gruppen und ein wichtiger Teil sind eben diese Testimonys, v.a. als Videos, wo Individuen berichten, wie sie im Lichte der laufenden und schlimmer werdenden Klimakrise diese sehr persönliche Entscheidung Kind ja oder nein, wie viele? getroffen haben.

    Die beiden Videos, die aktuell auf der Startseite verlinkt sind, sind einmal eine Kindergarten-/Grundschullehrerin, die erläutert, warum sie keine Kinder bekommen wird und eine Schwangere, die erläutert, wie sie und ihr Mann trotz ihres Wissens um die Klimakrise sich letztlich für die Elternschaft entschieden haben und was das für sie in ihrem politischen Denken und Handeln für Konsequenzen hat.

  3. Member Avatar von Sublus
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Ah ok, danke.
    Mom! Theron's dried his bed again!

  4. Enthusiast
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich glaube es geht hier ohne Diktatur oder Anarchie, aber nicht ohne schmerzhafte Einschnitte bei den Privilegierten, die „drin“ sind (im Sinne von Bürger/Bleiberechten). Also uns allen. Und ich meine nicht nur freiwilligen Verzicht auf Fernreisen oder Autos.

    Einschnitte bzgl Ressourcennutzung (denn dann kann man noch mehr Leute aufnehmen und versorgen), aber auch bei den Themen Ideale, bewachte und verteidigte Grenzen, Freiheit vs Überwachung (denn alle kann man tatsächlich nicht aufnehmen).

    Vermutlich wird es aus Angst vor dem Privilegienverlust (zeitlich schon vor einer echten Notlage) zu einem Rechtsruck im Sinne „nationale Interessen zuerst“ kommen. Ich hoffe nur temporär und nicht in allen Exzessen.
    Geändert von Pinkmelon (24.06.2019 um 22:18 Uhr)

  5. Enthusiast Avatar von warwithwalls
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Breizh Beitrag anzeigen
    Ich meinte das gar nicht böse!
    Das habe ich auch nicht so verstanden, ich habe mich gefragt, warum du dich nicht getraut hättest/was du befürchtet hättest?
    and maybe it's time to live

  6. Enthusiast Avatar von warwithwalls
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    AW: Klimakrise und Kinder

    durga, natürlich werde ich 2050 vermutlich auch noch leben, das macht es ja nicht besser.

    Was du schreibst, trifft ziemlich genau auch meine Sorgen und Ängste.
    Vielen Dank für den Link, ich hatte in irgendeinem anderen Kontext schonmal davon gelesen, mich aber nicht weiter damit befasst, werde mir das mal angucken, klingt sehr interessant.
    Mich belastet auch sehr, mich selbst erst seit wenigen Monaten wirklich bewusst mit dem Thema auseinanderzusetzen und mich damit auch meinem Mann gegenüber alleine zu fühlen. Er teilt zwar im Grunde meine Meinung und meine Sorgen, aber ich habe das Gefühl, es tangiert ihn emotional einfach überhaupt nicht wirklich. Manchmal fühle ich mich schon regelrecht entfremdet von ihm, weil ich viel zum Thema lese und mich jetzt neuerdings eben auch engagiere und das alles in seiner Lebenswelt so wenig vorzukommen scheint. Und bei vielen Freunden geht es mir auch so.
    and maybe it's time to live

  7. Enthusiast Avatar von warwithwalls
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Pinkmelon Beitrag anzeigen
    Ich glaube es geht hier ohne Diktatur oder Anarchie, aber nicht ohne schmerzhafte Einschnitte bei den Privilegierten, die „drin“ sind.

    Einschnitte bzgl Ressourcennutzung (denn dann kann man noch mehr Leute aufnehmen und versorgen), bei den Themen Ideale, bewachte und verteidigte Grenzen, Freiheit vs Überwachung (denn alle kann man tatsächlich nicht aufnehmen).

    Vermutlich wird es aus Angst vor dem Privilegienverlust (zeitlich schon vor einer echten Notlage) zu einem Rechtsruck im Sinne „nationale Interessen zuerst“ kommen. Ich hoffe nur temporär und nicht in allen Exzessen.
    Einen Rechtsruck im Sinne von "nationale Interessen zuerst" haben wir doch längst??

    Und ich glaube nicht, dass wenn Millionen Klimaflüchtlinge irgendwo zu überleben versuchen, sich noch irgendwer "aufnehmen und versorgen" lässt oder wir dann noch Zeit hätten, uns Gedanken um Ideale, bewachte Grenzen oder Freiheit vs. Überwachung zu machen.
    Ich glaube, wie durga, dass das im Chaos oder in einer Diktatur und in jedem Fall in Krieg oder kriegsähnlichen Zuständen enden wird.
    Und vielleicht wird dein oder mein Kind nicht auf der Flucht sein, weil man hier nicht mehr leben könnte, aber vielleicht, weil der soziale Frieden hier nicht mehr hält, weil es Verteilungskämpfe gibt oder was auch immer. Wer weiß schon, wo und wie dann Macht verteilt sein wird und mit welchen Konsequenzen.

    Mich macht es manchmal so fassungslos, in welcher Seelenruhe wir alle (ich schließe mich natürlich mit ein) einen Großteil unserer zeitlichen und finanziellen Ressourcen darauf verwenden, zu recherchieren, welche Feuchttücher die besten für unsere Babys sind oder wo wir am besten mit ihnen Urlaub machen, statt mit ALLEM, was wir haben, dafür zu kämpfen, dass sie ein gutes Leben haben können und das nicht nur heute und nächsten Sommer noch, sondern auch als Erwachsene.
    Oder wie sogar jede Menge Energie darauf verwendet wird, in ein Eigenheim zu investieren, das einem in einer fernen Zukunft mal gehören wird, von der wir überhaupt nicht wissen, ob die Zustände und Lebensbedingungen, wie wir sie kennen, dann überhaupt noch ansatzweise vorherrschen werden. ..

    Und ich glaube, das Ausmaß der Krise ist einfach gar nicht zu erfassen. Ich glaube kaum, dass es mit Kompensationen von Flügen in irgendeiner Form getan ist, eher müssten wir alle JETZT komplett aufhören zu fliegen um noch irgendwas reißen zu können. Alle Szenarien, nach denen sich das 1,5- oder 2-Grad-Ziel noch einhalten lässt, brauchen dazu Technologien, mit denen sich bereits ausgestoßenes CO2 wieder aus der Atmosphäre entfernen lässt. Also es wird einfach damit gerechnet, dass sowas rechtzeitig erfunden und einsatzbereit sein wird, worauf aber im Moment noch nichts hindeutet.

    Puh, also wie gesagt, mich macht das Thema ziemlich fertig.
    and maybe it's time to live

  8. Enthusiast
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Mich belastet auch sehr, mich selbst erst seit wenigen Monaten wirklich bewusst mit dem Thema auseinanderzusetzen [...]
    Manche worst-case Szenarien sind ja auch erst wenige Monate alt. Was würde es denn ändern, wenn Du 2010 angefangen hättest, Dich detailliert einzuarbeiten? Was würdest Du dann praktisch seit 9 Jahren anders machen? Hättest Du dann ein anderes, weniger ohnmächtiges Gefühl, weil Du weniger „Schuld“ wärst?

  9. Enthusiast
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich denke wir kommen da nicht auf einen Nenner und Du verstehst mich auch nicht:

    [...] oder wir dann noch Zeit hätten, uns Gedanken um Ideale, bewachte Grenzen oder Freiheit vs. Überwachung zu machen.
    Gerade in humanitären Krisen und wenn Fronten aufgebaut werden und Krieg droht oder Du Dich in der befürchteten Diktatur wiederfindest, sind das genau die Gedanken, die man sich machen muss.

    Und da sind wir dann auch wieder bei den Kindern, was bringen wir denen bei, wann für welche Ideale / Werte ist es ok in einen bewaffneten Konflikt einzutreten, selbst zur Waffe zu greifen?
    Geändert von Pinkmelon (24.06.2019 um 22:59 Uhr)

  10. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Die Gedanken sind dann sicher theoretisch relevant, aber ich glaube eben nicht, dass man da in einer Realität von wer früher schießt hat länger selbst zu essen und zu trinken mit diesen Gedanken praktisch IRGENDWAS reißen wird.
    Es ist ja nicht so, dass in den ganzen Ländern, wo seit Jahrzehnten Krieg oder Diktatur herrschen, sich niemand schöne Gedanken macht. Und das, was kommt, ist einfach mal n paar Dimensionen größer, als alle Scheiße, die Menschen schon so gemacht haben, denn das, was kommt, ist nur von Menschen heraufbeschworen, die Kräfte, die da wirken, sind eben übermenschlich. Und die werden größere Massen von Menschen als die Geschichte je gesehen hat, vor sich hertreiben.

  11. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Pinkmelon Beitrag anzeigen
    Manche worst-case Szenarien sind ja auch erst wenige Monate alt. Was würde es denn ändern, wenn Du 2010 angefangen hättest, Dich detailliert einzuarbeiten? Was würdest Du dann praktisch seit 9 Jahren anders machen? Hättest Du dann ein anderes, weniger ohnmächtiges Gefühl, weil Du weniger „Schuld“ wärst?
    Vielleicht, weil wenigstens der Schock der neuen Erkenntnis, dass die Menschheit eigentlich am Arsch ist, sich ein bisschen abnutzt? So ist es jedenfalls bei mir. Als mir das vor, ich weiß nicht mehr, fünf Jahren oder so in der aktuellen Klarheit aufging, hatte ich einen sehr unschönen, depressiven Sommer, aber irgendwie gewöhnt man sich dran, der Mensch will halt doch irgendwie meistens leben.
    Meine beste Freundin hat das schon viel länger und sie empfindet es als Erleichterung, dass mittlerweile wenigstens mal drüber gesprochen wird und sie nicht mehr angeguckt wird, als wäre sie durchgeknallt, wenn sie sagt, dass ihr das Sorgen macht.

  12. Enthusiast
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Die Gedanken sind dann sicher theoretisch relevant, aber ich glaube eben nicht, dass man da in einer Realität von wer früher schießt hat länger selbst zu essen und zu trinken mit diesen Gedanken praktisch IRGENDWAS reißen wird.
    Es ist ja nicht so, dass in den ganzen Ländern, wo seit Jahrzehnten Krieg oder Diktatur herrschen, sich niemand schöne Gedanken macht.
    „Schöne Gedanken“ sind aber das, mit dem am Ende Diktaturen auch wieder gestürzt werden können. Und was uns von Tieren unterscheidet, weil wir ja die Wahl haben.

    Wie auch immer: Ich hab beigetragen, was ich konstruktiv beizutragen hatte, wenn Ihr es für Euch komplett für die Tonne findet, das ist es halt leider so.
    Geändert von Pinkmelon (24.06.2019 um 23:20 Uhr)

  13. V.I.P. Avatar von wieauchimmer
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Mir macht das große Sorgen. Bei uns war das schon in meiner Kindheit Thema, mein Vater hat im Bereich regenerative Energien gearbeitet und sein Lieblingswitz ist:
    Trifft ein anderer Planet die Erde und sagt: „Erde, du siehst aber schlecht aus! Was hast du?“ Erde: „Homo sapiens.“ Antwortet der andere Planet: „Oh, hatte ich auch mal. Das geht vorbei!“


    Aber früher war das für mich alles weit weg. Ich versuche zumindest meinen Teil zu tun. Ich habe fast 10 Jahre vegan gelebt (und esse jetzt auch kein Fleisch, vegan geht wegen einer chronischen Erkrankung nicht mehr), versuche einigermaßen regional und saisonal einzukaufen (und fast nur bio), habe kein Auto mehr (bin aber auch vorher nur sehr sporadisch damit gefahren), Fliege so gut wie gar nicht (wir haben uns jetzt auch bewusst gegen Flug- oder gar Fernreise mit Baby entschieden, bei Geschäftsreisen habe ich bisher immer auf (ggf. Vortagsanreise mit) Bahn bestanden) etc.

    Mit Kind macht mir das jetzt richtig Angst. Ein zweites würde ich wohl trotzdem noch bekommen, auch mit dem Gedanken dass sie dann ggf. füreinander da sein können... Ich glaube ich sehe es auch nicht so dass es besser gewesen wäre nicht gelebt zu haben, auch wenn in 30 Jahren alles den Bach runtergeht. Dass dadurch noch mehr Ressourcen verbraucht werden ist natürlich so, aber das kann ich ja zumindest versuchen einzudämmen.

    Einerseits habe ich auch das Gefühl dass sich gar nichts tut und das macht mich irre. Andererseits glaube ich, dass das bei der übernächsten(?) Geberation anders sein wird als bei uns. Meine 6jährige Nichte wollte zb kein Fleisch mehr essen wegen des Klimas. Wahrscheinlich ist es dann allerdings zu spät und genug Menschen die nur Profit sehen wird es wohl immer geben...

  14. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Wer hat was von komplett für die Tonne gesagt? Ich versuch ja auch, die schönen Gedanken ein bisschen in die Tat umzusetzen. Für meine Einschätzung halt, weil wir zwar vermutlich nicht mehr die Zeit haben, allen Menschen ein menschenrechtsgemäßes Leben zu ermöglichen, was ich theoretisch für nahezu möglich halte, aber das bräuchte noch Jahrhunderte und die haben wir nach meiner Einschätzung nicht mehr. Also versuche ich jetzt ein bisschen Unrecht von ein paar Menschen abzuwenden. Ich gehe halt nicht davon aus, dass wir gewinnen können. Ich denke nicht, dass nach den Diktaturen, die ich mit dem Klimakollaps erwarte, noch was kommt.

  15. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Ach ja, den Witz gab es auf T-Shirt vor 25 Jahren. So eins hatte ich zwar nicht, aber irgendwie hab ich das halt schon als Kind als Zukunft akzeptiert. Ich dachte nur nicht darüber nach, WANN das sein würde.

    Zitat Zitat von wieauchimmer Beitrag anzeigen
    Mit Kind macht mir das jetzt richtig Angst. Ein zweites würde ich wohl trotzdem noch bekommen, auch mit dem Gedanken dass sie dann ggf. füreinander da sein können... Ich glaube ich sehe es auch nicht so dass es besser gewesen wäre nicht gelebt zu haben, auch wenn in 30 Jahren alles den Bach runtergeht. Dass dadurch noch mehr Ressourcen verbraucht werden ist natürlich so, aber das kann ich ja zumindest versuchen einzudämmen.
    Das denk/fühl ich letztlich auch so. Wobei es meine Traum"lösung" wäre, ein Kind zu kriegen und mein Bruder und seine Frau auch nur eins und dann ziehen wir alle zusammen in unser aktuell völlig unterbelgtes Elternhaus. Keine Ahnung, was er davon halten würde...

  16. Urgestein Avatar von melody.
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    AW: Klimakrise und Kinder

    wir haben das damlas (~2005) scon in der schule behandelt. (the day after tomorrow, we feed the world) wird wohl den gleichen effekt haben wie heute auf die fridayfuture kids - nämlich keinen. bzw. dass in den urlaub fliegen halt doch wichtiger ist.
    in so "words in context" büchern müsste auch so ein nachhaltiges kapitel drin sein

  17. Member Avatar von Jazzy Belle
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich habe eine Freundin, die in Dubai lebt und wenn ich sehe in welchem krassen Ausmaß sich da einfach kein Mensch über Klima oder sonst was Gedanken macht, wird mir ganz anders. Da wird eine hunderte von Kilometern lange Straße mit Bäumen gesäumt die 24/7 bewässert werden müssen weil diese Straße durch die Wüste führt. Da fährt jeder der kann ein möglichst großes Auto, völlig egal ob das 25 Liter Sprit braucht. Da wird eine Skihalle in die Mall gebaut, einfach weil es das absurdeste ist, was ihnen eingefallen ist. Hauptsache, höher, schneller, weiter.
    Und da man ja mitten in der Wüste wohnt müssen auch in jedem Gebäude die Klimaanlagen rund um die Uhr auf 18 Grad kühlen.
    Wenn es dann im August endgültig zu heiß ist, kann man ja immer noch nach München in den Urlaub fliegen oder eben in die Heimat, wie es viele der Expats machen.
    Und das trifft ja auf viele Länder zu. Hier gibt es ja auch genug, die dringend ein SUV brauchen um die Kinder 800m zur Schule zu fahren, sich wöchentlich mehrere Pakete Fast Fashion zur Auswahl schicken lassen und im Sommer jedes Wochenende das Billigfleisch auf den Weber Grill hauen.
    In den USA war ich nie, aber da gibt ist ja wohl auch weit verbreitet, sich keine Gedanken darüber zu machen.
    Manchmal frage ich mich dann resigniert, was es bringt wenn hier vielleicht jetzt die Mareike ihre Einkäufe mit dem Lastenrad im unverpackt Laden erledigt, anderswo aber ganze Nationen überhaupt keinen Gedanken an das Klima verschwenden.
    Wir haben jetzt trotzdem ein Kind, weil ich das ganz ‚gut‘ verdränge und bemühe auf persönlicher Ebene so viel zu tun wie geht. Wir ziehen jetzt dann in ein Haus um, aber bewusst relativ wenig Wohnfläche für 3 Erwachsene und 1 Kind, setzten bei der Sanierung auf erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe, fliegen dieses Jahr nicht in den Urlaub weil wir letztes Jahr geflogen sind, essen zuhause maximal 1x pro Monat Fleisch usw., ich spende ca. 10% meines Einkommens (was in Elternzeit natürlich nicht sooo viel ist) und davon einen guten Teil an Projekte die mit dem Klimaschutz in Zusammenhang stehen, bemühen uns bei Kleidung auf Nachhaltigkeit zu achten.
    Unser größtes Laster ist das Auto, da wir zwar direkt an der U Bahn wohnen, hier allerdings die Messe ist, so dass die U Bahn meistens so voll ist, dass man mit einem Kinderwagen schlechte Karten hat. Oft ist es mir auch unwohl mich mit einem noch nicht vollständig geimpften Kind durch die Massen an Menschen zu quetschen, von denen ja viele auch aus anderen Ländern zur Messe kommen, wo schon wieder ganz andere Impfungen empfohlen sind. Das versuche ich gerade noch zu verbessern und alltägliche Erledigungen zu Fuß oder mit dem Bus zu machen, für den Wocheneinkauf brauchen wir dann leider das Auto, Car sharing gibt es hier draußen leider nicht.
    Wenn wir umziehen würde ich gern mehr mit dem Rad erledigen, das ist gerade auch schwierig.
    Aber ja, der Gedanke, was ich allein schon ausrichten kann, ist oft präsent.

  18. Alter Hase
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Jazzy Belle Beitrag anzeigen
    Manchmal frage ich mich dann resigniert, was es bringt wenn hier vielleicht jetzt die Mareike ihre Einkäufe mit dem Lastenrad im unverpackt Laden erledigt, anderswo aber ganze Nationen überhaupt keinen Gedanken an das Klima verschwenden.
    Das denke ich mir auch.
    Ich mache so viel ich kann, um mit möglichst kleinem ökologischen Fußabdruch zu leben (natürlich ist der immer noch riesig im Vergleich zu vielen anderen Menschen auf der Welt), aber naja. Andere machen das halt nicht, und andere würden wahnsinnig gern in solch einem Luxus leben wie wir hier: allein, dass man sich frei überlegen kann, ob man ein Auto will, oder ob man sich, nachdem man 20 Jahre lang eins hatte, dagegen entscheidet. Das kann ich ihnen nicht verdenken. Nun ja.

  19. Senior Member Avatar von p. langstrumpf
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von warwithwalls Beitrag anzeigen
    Wie geht es euch damit?
    Verdrängt ihr das Thema?
    Glaubt oder hofft ihr an/auf ein Wunder, durch das sich die Bedrohung mehr oder weniger in Luft auflösen wird?
    Glaubt oder hofft ihr an/auf einen radikalen Wandel, mit dem Politik und Menschheit doch noch in die Lage kommen, das Notwendige zu tun?
    Engagiert ihr euch? Tauscht ihr euch aus?
    Danke für diesen Thread!

    Ich antworte mal auf die Eingangsfragen und steige nicht gleich in die Diskussion ein.

    Das Thema ist bei uns sehr präsent. Ich arbeite seit Jahren im Klimaschutzbereich und engagiere mich seit etwa 20 Jahren in der Bewegung. Auf unser Kinderkriegen hatte es allerdings keine Auswirkung. Ganz konkret versuchen wir wenig Fleisch / tierische Produkte, saisonal, regional und bio zu konsumieren. Wir fliegen nicht, konsumieren nur das, was nötig ist und das meist 2nd Hand, setzen aufs Rad / die Bahn, haben seit 15 Jahren Ökostrom und versuchen, unserem Kind ein Vorbild zu sein. Leider wird das alles nicht reichen, weil unser CO2-Fußabdruck trotzdem noch viel zu groß ist.

    Meiner Meinung (und Erfahrung) nach wird sich in dem Bereich nichts tun, solange es keine Verbote hagelt (Ökodikatur..). Die ganzen freiwilligen Selbstverpflichtungen sind echt für die Tonne. Ich setze momentan darauf, dass es bald einen angemessenen und kontinuierlich wachsenden CO2-Preis geben wird, der endlich wahre(re) Preise erzeugen wird. Letztere sind aus meiner Sicht einer der Schlüssel, derer wir uns bedienen müssten politisch. Was aus meiner Sicht noch fehlt, sind ausreichende und individuellere ÖPNV-Konzepte. Hier auf dem Land GEHT es ohne Auto eigentlich nicht, wenn man Kind uns Jobs hat.

    Trotz allem habe ich noch ein Fünkchen Hoffnung, dass wir das Ruder noch rumreißen und zumindest die schlimmsten Folgen des Klimawandels abwenden. Wenn wir das Zeitfenster nicht nutzen, glaube ich auch nicht mehr dran und werde zum Prepper Und ich bin sehr froh, dass die #FFF das Thema endlich wieder auf die Agenda gebracht haben, nachdem wir (und viele andere) jahrelang die Ökospinner vom Dienst waren..

    P.S. Weil es hier gerade um die individuelle Ebene ging: Ich glaube, dass jede ihren Beitrag leisten sollte. Schon allein, um zu beweisen, dass man weniger verbrauchen kann und trotzdem kein schlechtes Leben hat. Dennoch braucht es große, politisch gesteuerte gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen.
    Geändert von p. langstrumpf (25.06.2019 um 12:07 Uhr)

  20. Senior Member Avatar von SarahYasemin
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich finde es wichtig und richtig als Einzelner was zu tun.

    Ich sehe aber auch, wie wenig die Industrie und Wirtschaft hier in den Verantwortung und Pflicht genommen wird.

    Die Verantwortung auf den Privathaushalt runterzubrechen und die Lösung der Klimaprobleme auf den Verzicht von Plastiktüten runterzubrechen, während Konzerne eher Geld in die Hand nehmen und weiter bescheißen zu können, anstatt tatsächlich was zu tun, nervt mich ehrlich gesagt tierisch.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

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