+ Antworten
Seite 6 von 7 ErsteErste ... 4567 LetzteLetzte
Ergebnis 101 bis 120 von 126
  1. V.I.P. Avatar von finessa
    Registriert seit
    30.07.2001
    Beiträge
    15.679

    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Imogen Beitrag anzeigen
    Gibt das echt bei irgend jemandem den Ausschlag für die Entscheidung?
    Offensichtlich. Wieso sollte etwa der Gedanke an die unsichere globale Lage - die ja immerhin die Lebensqualität des potentiellen Kinds stark beeinflussen wird- weniger ausschlaggebend sein als deine Beispiele?
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  2. V.I.P. Avatar von gewitter
    Registriert seit
    28.06.2012
    Beiträge
    18.040

    AW: Klimakrise und Kinder

    es gibt doch auch viele menschen, die sich gesagt haben, dass sie kein kind bekommen wollen, weil dort wo sie sind krieg ist. man kann den klimawandel ähnlich empfinden/betrachten.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  3. Urgestein Avatar von durga
    Registriert seit
    01.01.2004
    Beiträge
    9.483

    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich kenne solche Menschen - falls deren emotionaler Kinderwunsch Deiner Definition von "stark" entspricht, das ist ja so schwer abzumessen...

    Zitat Zitat von Imogen
    ABER ich kann irgendwie nicht glauben, dass jemand, der einen starken emotionalen Kinderwunsch hat, sich dadurch davon abhalten lassen würde, Kinder zu bekommen.
    Für mich ist es auf jeden Fall so, dass der Klimawandel denke ich ausschlaggebend dafür ist, dass ich die Aussicht, ungewollt kinderlos zu bleiben nicht schrecklich, sondern nur ein bisschen traurig, aber absolut verkraftbar finde. Fänd ich die Welt schöner, wäre es immer noch ziemlich schlimm für mich, keine Kinder zu kriegen (das meiste hab ich aber schon abgearbeitet, mit 25 hab ich neben meiner auch nach weiteren zehn Jahren fortbestehender permanenten Partnerlosigkeit ne Diagnose gekriegt, die das Kinderkriegen nicht verunmöglicht, aber erschwert, da hätte ich die Wände hochgehen können vor Schmerz, insofern hatte ich Anlass, den emotionalen Kinderwunsch und seine potentielle Unerfüllbarkeit früh zu bearbeiten). So denk ich, OK, das Leben ist kein Wunschkonzert und ist vielleicht einfach das Beste.

  4. Member Avatar von Sublus
    Registriert seit
    05.12.2018
    Beiträge
    1.562

    AW: Klimakrise und Kinder

    Bei mir war der Kinderwunsch eine zeitlang so stark, dass kein einziges rationales Argument dagegen angekommen wäre. Aber wie schon jemand geschrieben hat, es gibt ja Abstufungen, auch über verschiedene Lebensalter hinweg bei der gleichen Person. Mit 30 gab ich auch gesagt, ich will keine.
    Mom! Theron's dried his bed again!

  5. Regular Client Avatar von Hippiekind
    Registriert seit
    31.01.2011
    Beiträge
    4.521

    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Imogen Beitrag anzeigen
    Ich bin bestimmt niemand, den der Klimawandel kalt lässt (haha) - im Gegenteil, ich bin sehr beunruhigt und möchte mich gerne diesbezüglich weiterbilden und versuchen, meinen kleinen Beitrag gegen die globale Erwärmung zu leisten.
    ABER ich kann irgendwie nicht glauben, dass jemand, der einen starken emotionalen Kinderwunsch hat, sich dadurch davon abhalten lassen würde, Kinder zu bekommen. Mir drängt sich immer der Gedanke auf, dass ganz viele Menschen, die ohnehin keine Kinder wollen (was ja absolut legitim ist!), nun das Klima bzw. die Umwelt als Grund vorschieben. Ja, das ist anmaßend, aber ich kann mir diese Denkweise einfach gar nicht vorstellen.
    Stimmt, dieser Gedankengang ist SO unvorstellbar, dass ganz zu Beginn des Threads darüber und dessen Alternativen, z.B. Adoption, gesprochen wurde. Leider wurde das ja als nicht-relevant und dem Grundthema hier als nicht zuträglich erachtet, aber naja. Offenbar SIND diese Überlegungen da und das nicht nur bei einzelnen Personen (dass sich in einem doch recht kleinen und unpopulären Forum schon 2,3 Leute finden, die sich darüber Gedanken machen, ist zwar nicht repräsentiv, aber dennoch nicht abwegig für den Gedankengang an sich).

    Und ja, ich finde das leider anmaßend von dir. Ich hab keinen krassen/starken Kinderwunsch - wobei ja schon angeregt wurde, über dieses doch sehr subjektive Empfinden in seiner Wertung nachzudenken - hatte es aber immer irgendwie auf dem Schirm, und ja, es spielen sicherlich auch andere Faktoren rein, wie bereits genannt postnatale Depression etc. Aber was macht den Faktor Klimawandel in der Überlegung, ob Kind ja/nein, so unvorstellbar und abwegig? Es ist ein Faktor wie jeder andere auch. Über andere Aspekte wird sich doch auch nicht "gewundert"?

    Und ganz im Ernst, die größte Co2-Ersparnis IST nunmal, keinen weiteren Mensch auf diesen Planeten zu setzen. Jeder weitere Mensch trägt zur Verschärfung des Problems bei, ohne es absichtlich zu wollen. Alles, was an einem Kind hängt - nicht nur Co2-Bilanz betreffend, als Bsp., schon allein, was für ein immenser Wasserverbrauch mit einem Baby einhergeht, dadurch, dass man ständig Sachen, Windeln etc. wechseln und waschen muss, ganz zu schweigen von all den anderen Ressourcen, die ein Mensch in unserer westlichen Gesellschaft in Anspruch nimmt - ist einfach klimaunfreundlicher als kein Kind zu haben. Punkt. Und dass Leute das ernsthaft in ihren Kinderwunsch einbeziehen, finde ich persönlich (!) nachvollziehbar und auch wichtig.

  6. Member Avatar von Sublus
    Registriert seit
    05.12.2018
    Beiträge
    1.562

    AW: Klimakrise und Kinder

    Naja, sie hat ja extra von einem ganz starken emotionalen Kinderwunsch geschrieben. Ich glaub wir müssen uns dadurch jetzt nicht vom Thema ablenken lassen, oder?
    Mom! Theron's dried his bed again!

  7. Regular Client Avatar von Hippiekind
    Registriert seit
    31.01.2011
    Beiträge
    4.521

    AW: Klimakrise und Kinder

    Nein, natürlich nicht.
    "Wäre es nicht schön, wenn der Frankfurter Zoo ein Wombat-Pärchen erwerben könnte?
    Ich kann mich an diese freundlichen und rundlichen Tiere mit viel Identifikation aus meiner Kindheit
    erinnern und wäre sehr froh, wenn ich sie wiedersehen dürfte. [...]
    Und schließlich, wie steht es mit den Zwergnilpferden, die es einmal in Berlin gab?"

    (T. W. Adorno, Brief an den Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek vom 23.04.1965)

  8. Urgestein Avatar von durga
    Registriert seit
    01.01.2004
    Beiträge
    9.483

    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Sublus Beitrag anzeigen
    Naja, sie hat ja extra von einem ganz starken emotionalen Kinderwunsch geschrieben. Ich glaub wir müssen uns dadurch jetzt nicht vom Thema ablenken lassen, oder?
    Naja, aber ehrlich, wo fängt denn "ganz stark" an? Bei 3,176 Meter? Oder wo? Die eigene (offenbar zu beschränkte) Vorstellung höher anzusetzen als die Selbstaussagen von mehreren bzw. vielen Menschen find ich auch egozentrisch und ärgerlich.

    Es ist, finde ich, insofern schon Teil des Themas, weil es verneint, dass Menschen die Bedrohung der Menschheit SO stark empfinden, dass sie deswegen auf einen HERZENSWUNSCH verzichten.
    Sei es um dem potentiellen geliebten Kind diese Welt oder halt der Welt zusätzlichen Emittenten nicht zuzumuten oder oft halt beides.
    Geändert von durga (13.07.2019 um 23:42 Uhr)

  9. Member Avatar von Sublus
    Registriert seit
    05.12.2018
    Beiträge
    1.562

    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich glaub ich hab den Thread auch mit dem anderen Klima-Thread verwechselt. Dieser hier hat ja explizit Kinder zum Thema. Entschuldigt.
    Mom! Theron's dried his bed again!

  10. Regular Client Avatar von Hippiekind
    Registriert seit
    31.01.2011
    Beiträge
    4.521

    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich hab eh das Gefühl, dass hier nicht diskutiert werden möchte, inwieweit die Klimakrise ein relevanter Faktor für das Nachgeben/Verwerfen des eigenen Kinderwunschs sein kann. Stattdessen muss dieser Aspekt noch gerechtfertigt werden bzw. wird hier als "Ausrede" abgetan. Finde ich sehr schade, mE gehört es zu diesem Threadthema und Austausch fände ich persönlich toll (weil es mich _wirklich_ beschäftigt und ich mich tatsächlich in einem Zwiespalt befinde, ob man es nun glauben möchte oder nicht).
    "Wäre es nicht schön, wenn der Frankfurter Zoo ein Wombat-Pärchen erwerben könnte?
    Ich kann mich an diese freundlichen und rundlichen Tiere mit viel Identifikation aus meiner Kindheit
    erinnern und wäre sehr froh, wenn ich sie wiedersehen dürfte. [...]
    Und schließlich, wie steht es mit den Zwergnilpferden, die es einmal in Berlin gab?"

    (T. W. Adorno, Brief an den Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek vom 23.04.1965)

  11. Urgestein Avatar von durga
    Registriert seit
    01.01.2004
    Beiträge
    9.483

    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich kenn es auch im Bekanntenkreis, das v.a. Menschen, die Kinder haben, das stark ablehnen. Weiß nicht, ob sie das als Angriff auf ihre Entscheidung nehmen. Letztlich wissen wir halt alle nicht, was genau wann wo passieren wird und Kinder in die Welt zu setzen, hat zu allen Zeiten das Risiko mit sich gebracht, ihnen ein schreckliches Leben zuzumuten. Im reichen Nordwesten konnten wir das jetzt ein paar Jahrzehnte gepflegt ignorieren, früher war keine Kinder kriegen halt aus diversen Gründen keine Option, weil frau ohne Mann fast nur im Kloster überleben konnte und frau mit Mann halt Kinder bekam wie Gott sie schenkte, und teilweise en schreckliches Leben einfach auch die Norm und das menschliche Los vor der Erlösung im Himmel war, insofern ist die Situation jetzt tatsächlich neu.

    Wenn ich mein Leben wieder ein bisschen geordnet hab mit neuem Job und neuem Wohnort, werde ich wirklich mal ein Conceivable future Treffen organisieren, auch wenn die sich eigentlich als US-Organisation verstehen, aber ich sehe das als einen Kristallisationspunkt existentieller Fragen, die mich beschäftigen, Klimakatastrophe, Kapitalismus, Kolonialismus, Rassismus und Frauenentrechtung hängen unglaublich dicht zusammen und das herauszustellen und darüber ins Gespräch zu kommen, kann meiner Meinung nach nur helfen.

    Ich poste einfach nochmal den Link und wenn man ihn lieber nicht anklicken will, nein, es geht dort nicht darum, Menschen zur Kinderlosigkeit zu missionieren (ich würde wie gesagt, falls ich die Möglichkeit noch bekommen sollte, wahrscheinlich auch zumindest versuchen, ein Kind zu bekommen), sondern

    What is a testimony? Do I need to have decided whether I want kids or not to testify?

    A Conceivable Future testimony is your video, audio, or written statement from the heart about how the climate crisis is shaping your intimate decisions, particularly your decisions about childbearing and/or parenting. You don’t need to know what you are going to do with your reproductive potential, and you don’t need to have considered climate change before you had your children–there’s no “right” answer. What’s important is that you step forward and tell the world that climate change is shaping your life.

    A testimony is not a sermon: it’s a way to talk about your own experience, not a place to speak in generalities, or to tell others what you think they should do.

    If it’s possible, we invite you to identify yourself by making a video, using your full name, talking about your specific experiences. We understand that not everyone’s professional or family circumstances allows them to take a visible public stand, but the strength of your testimony’s impact relates to the risk you take by making it. Of course you can also testify anonymously in audio or written form.
    Conceivable Future — FAQ

  12. Member Avatar von Breizh
    Registriert seit
    13.04.2015
    Beiträge
    1.598

    AW: Klimakrise und Kinder

    Hab heute einen wissenschaftlichen Vortrag an der Uni zum Klimawandel besucht und die Prognose war echt düster.
    Der point-of-no-return.
    Danach die Diskussion war echt schräg, zumindest waren sich viele einig, dass es zumindest die Generation treffen wird, die es hätte besser wissen müssen bzw. die jetzigen Kleinkinder, deren Eltern es hätten wissen müssen

  13. Member Avatar von sommerlinde
    Registriert seit
    29.03.2016
    Beiträge
    1.714
    Zitat Zitat von Thomas de Maiziere
    Wenn wir wollen, dass Extremismusbekämpfung auch bei denen stattfindet, die schon gefährdet sind, oder halb abgerutscht sind, oder wenn es um Deradikalisierung geht, dann muss man auch mal den schwierigeren Weg probieren, und das heißt, dass man mit Menschen redet, mit denen man sonst vielleicht nicht so gerne reden würde, um eines höheren Ziels willen. Und wo da die Grenze zur Förderung ist, das ist nicht leicht zu bestimmen.

  14. Enthusiast Avatar von |Penny
    Registriert seit
    11.04.2010
    Beiträge
    723

    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von Breizh Beitrag anzeigen
    Hab heute einen wissenschaftlichen Vortrag an der Uni zum Klimawandel besucht und die Prognose war echt düster.
    Der point-of-no-return.
    Danach die Diskussion war echt schräg, zumindest waren sich viele einig, dass es zumindest die Generation treffen wird, die es hätte besser wissen müssen bzw. die jetzigen Kleinkinder, deren Eltern es hätten wissen müssen
    Das ist auch der Grund, warum ich mich lange von Klimadokumentationen und ähnlichem ferngehalten habe - es ist einfach nur frustrierend und macht Angst :-/ Das Problem ist allerdings, dass die Angst ja auch lähmt, und das können wir genau nicht gebrauchen. Es wird Veränderungen geben, aber wir haben es noch in der Hand, den Schaden einzudämmen.

    Ich habe da inzwischen länger drüber nachgedacht und glaube, dass das zentrale Problem letztlich der Konsum ist. Oder anders gesagt: Für einen funktionierenden Klimaschutz muss die Stellung des Konsums in der Gesellschaft verändert werden. Bis vor der Industrialisierung war Konsum viel eindimensionaler, man (oder zumindest die breite Masse) hat etwas gekauft, weil man es brauchte. Inzwischen kauft man etwas, weil man dazugehören will, weil man es kann (!), weil es eine Leere füllen soll, weil das alte nicht mehr so toll ist (das ist tatsächlich wohl eine ziemlich neue Entwicklung - weg von der Reparatur, hin zu Neukauf), weil es schneller geht oder weil es bequemer ist.

    Ich halte es in dem Zusammenhang auch für einen Irrglauben, dass Europa ja nur so wenig zum CO2-Produkt beiträgt; wenn hier vernünftiger konsumiert würde, würden einige Kohlekraftwerke in China ohne weiteres überflüssig.

    Einen Teil dieser Bedürfnisse kann man meines Erachtens dadurch lösen, dass man den Menschen einfach mehr Zeit gibt: Wer nicht das schnellste, sondern das umweltschonendste Verkehrsmittel für seinen Urlaub wählt, bekommt zum Beispiel einen Urlaubstag mehr. (Das geht vor allem in den Branchen mit den "Bullshit-Jobs" sehr gut, in denen - wenn man ehrlich ist - es keinen Unterschied für die Gesellschaft macht, ob man arbeitet oder nicht; ich glaube, der Gedanke stammt von David Graeber. Ich hatte so einen Job selber mal...) Natürlich hilft es, wenn man daraus einen fancy slow travel-Trend macht...

    Ein großer Teil des vermeintlichen Bedürfnisses nach Konsum ist aber wohl nicht so einfach zu lösen. Hier müsste wirklich ein Wandel im Sinne von gesellschaftlicher Ächtung her, so wie es jetzt mit der Flugscham langsam beginnt. Und eben Alternativen - man kann ja auch weiter Dinge kaufen, aber eben z.B. höherwertig, gebraucht, bewusster. Und eben das Budget umverteilen: Mehr Geld für bessere Nahrungsmittel und Kleidung, weniger Geld in Fernreisen. Extrem viel bei Menschen ist Gewohnheit. Wir sind in Deutschland daran gewöhnt, dass sonntags die Läden zu haben; genauso kann man sich daran gewöhnen, dass am Wochenende in der Stadt kein Auto gefahren wird. So mal als Beispiel.
    We all change, when you think about it. We are all different people, all through our lives. And that's OK, that's good, you gotta keep moving so long as you remember all the people that you used to be.

  15. V.I.P. Avatar von finessa
    Registriert seit
    30.07.2001
    Beiträge
    15.679

    AW: Klimakrise und Kinder

    Konsum spielt sicher eine Rolle, aber die Hauptverantwortung sehe ich nicht bei Konsument_innen sondern den Unternehmen selbst und der Politik, denn die könnten sich selbst Regeln geben bzw. prinzipiell Gesetze erlassen, welche das Klima schützen. Konsum allein ist viel zu wenig und ich betrachte es eher als problematisch, wie viele daran glauben, darüber allein ließe sich eine Veränderung herbeiführen. Zum Glück beginnt sich das das seit den Fridays for Future zu verschieben und es geht wieder mehr in Richtung gemeinschaftlich-politischen Protests, der die Hauptverantwortlichen in die Verantwortung zieht, anstatt zu hoffen weniger zu fliegen, mit dem Fahhrad fahren und minimalistisch zu leben würde den Unterschied ausmachen können (also, nicht dass das nicht auch ein wichtiger Teil wäre, aber für mich ist das zu wenig und führte vor allem zu langsam zu den dringenden globalen Veränderungen, die es braucht).

    Abgesehen davon, dass beim Konsum die Wahl zu haben bereits ein Privileg ist.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  16. Enthusiast Avatar von |Penny
    Registriert seit
    11.04.2010
    Beiträge
    723

    AW: Klimakrise und Kinder

    Da widerspreche ich Dir gar nicht mir ging es vor allem um Konsum als Faktor und die Externalisierung von CO2-Ausstoß in die Bilanz von beispielsweise China, und zwar für Billigprodukte, die letztlich hier in Europa gekauft werden.

    Und ich glaube, der überflüssige Konsum betrifft primär diejenigen, für die die Wahl beim Konsum möglich ist.
    We all change, when you think about it. We are all different people, all through our lives. And that's OK, that's good, you gotta keep moving so long as you remember all the people that you used to be.

  17. V.I.P. Avatar von finessa
    Registriert seit
    30.07.2001
    Beiträge
    15.679

    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich finde es auch sehr wichtig , sich bewusst zu machen, was ich tagtäglich als Einzelne tun kann - nur kommt mir manchmal vor, das kann auch dazu führen, sich auf eine problematische Weise über die eigene Selbstwirksamkeit zu beruhigen, so Richtung: "Wenn wir das Bewusstsein in der Bevölkerung anheben und bedachter konsumieren wird alles gut", wodurch sich das Bewusstsein über das Ausmaß und die Schwere der gegenwärtigen globalen Situation fast ins Gegenteil verkehrt, weil mein Einkaufsverhalten wird auch mit Millionen anderen nicht den benötigten Umbruch herbeiführen. Es braucht viel, viel Druck auf Entscheidungs_trägerinnen und vor allem Bewusstsein in deren Köpfen und das Erkennen der Wichtigkeit dementsprechend zu handeln. Und zwar nicht nur bei großen Fragen wie der Energieerzeugung und - nutzung, sondern auch vermeintlich weniger im Schlaglicht stehenden wie dem Bereich der Stadtplanung und - architektur, womit ich nicht nur öffentlichen Verkehr meine, sondern ebenso verhältnismäßig leicht zu beeinflussbare Maßnahmen wie bsw. Fassadenbegrünung zur Beeinflussung des Kleinklimas.

    Konsum zu regulieren ist vor allem auch nur eine Reaktion auf ein vorhandenes Angebot und passiert komplett vereinzelt.

    Wenn sich Menschen hingegen gemeinschaftlich engagieren, schaffen sie etwas Neues, etwas, das so vorher nicht da war. Das ist mehr als nur ein Reagieren und schaltet Synergien frei. Bei Fridays for Future sehen wir das und das könnte sicher auch noch mehr in die Köpfe anderer Bevölkerungsgruppen rein. Und klar: sich gemeinschaftlich zu engagieren wird mit zunehmenden Alter nicht leichter und oft fehlt ja allein schon die Idee, was man überhaupt mit wem machen könnte, aber das ist ja eigentlich das Ding: sich dann eben was zu überlegen. Und ebenso stimmt es sicher, dass selbst das Engagement sehr vieler Menschen auf großen Ebenen zu häufig folgenlos bleibt, aber den Konsum so deutlich ins Zentrum des eigentlichen Möglichkeitsrahmens zu stellen wäre für mich nicht die Lösung sondern eher eine Mitursache des Problems (aber das geht dann vielleicht auch zu weit in systemimmanente Kritik rein. Ich will mich da übrigens auch gar nicht rausnehmen, weil genau das Problem sehe ich bei mir selbst und ebenso ist mir klar, dass viele, die bewusst konsumieren, darüber hinaus noch sehr aktiv sind).
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  18. Regular Client Avatar von Hippiekind
    Registriert seit
    31.01.2011
    Beiträge
    4.521

    AW: Klimakrise und Kinder

    Diese Petition fordert eine flächendeckende Einführung des 365-Euro-Tickets. Ich denke, das geht schon sehr in Richtung "Alternativen finden, sich Lösungen überlegen".

    Petition * Bahn und Bus fur 1 Euro – jetzt in ganz Deutschland! * Change.org

    Und ich bin sehr bei dem, was finessa sagt.
    "Wäre es nicht schön, wenn der Frankfurter Zoo ein Wombat-Pärchen erwerben könnte?
    Ich kann mich an diese freundlichen und rundlichen Tiere mit viel Identifikation aus meiner Kindheit
    erinnern und wäre sehr froh, wenn ich sie wiedersehen dürfte. [...]
    Und schließlich, wie steht es mit den Zwergnilpferden, die es einmal in Berlin gab?"

    (T. W. Adorno, Brief an den Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek vom 23.04.1965)

  19. Alter Hase Avatar von jewa
    Registriert seit
    07.07.2008
    Beiträge
    7.308

    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich glaube auch nicht, dass es reicht, Plastikmüll zu vermeiden, Bio zu kaufen und nicht mehr zu fliegen. Und ja, die Gefahr ist da, dass man es sich damit gemütlich macht.

    Aber es reicht halt auch nicht aus, auf die Veränderungen in Politik und Wirtschaft zu hoffen und Druck zu machen. Das Problem ist einfach, dass die Prozesse in Politik und Wirtschaft unglaublich träge sind und einfach Jahre an wertvoller Zeit vergeuden, bis Entscheidungen getroffen werden und nochnal mehr bis sie umgesetzt werden.

    Jetzt MUSS einfach beides passieren. Es geht nicht anders. Wir sind moralisch dazu verpflichtet, nicht nur den Kindern sondern all den Menschen gegenüber, die bald gar leine Lebensgrundlage mehr haben.

    Wir brauchen jetzt eigentlich ne Ökodiktatur und echte Verbote. Wenn jetzt ein Flug 30 Euro teurer wurd, kratzt das doch viele gar nicht. Wieviele Leute kaufen jetzt teure Plastiktaschen und Papiertaschen. Immer noch so viele.

    Der Preis reguliert nicht alles. Und ist außerdem undemokratisch.

  20. Urgestein Avatar von hanna_in_hult
    Registriert seit
    10.04.2009
    Beiträge
    9.414

    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich hole den Thread mal wieder hoch...
    Was tut ihr, wenn das Thema euch sehr belastet?
    Ich finde es wahnsinnig schwer, einerseits die täglichen Konsum-Entscheidungen (was kaufe ich ein, wo kaufe ich ein) danach auszurichten, dass es möglichst wenig klimaschädlich sein sollte, und andererseits nicht ständig in einem Zustand der Panik zu sein. Ich möchte das Thema am liebsten innerlich ganz weit weg schieben, aber andererseits möchte ich ja meine Gewohnheiten ändern und auch meinen Kindern nahebringen, dass manche Dinge schädlich sind und ich sie deshalb vermeide.
    Oft kann ich es ein paar Wochen ganz gut wegschieben, und dann bricht mein inneres "es wird schon alles irgendwie okay werden"-Gerüst wieder zusammen und mir scheint alles extrem sinnlos und ich bin den ganzen Tag traurig.
    Ich meine, ich glaube wirklich, die Liebe ist die beste Sache von der Welt, ausgenommen Hustenbonbons. Aber ich muss auch sagen, zum soundsovielten Mal, das Leben ist nicht gerecht. Es ist bloß gerechter als der Tod, das ist alles.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •