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  1. Addict
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Bei mir ist das irgendwie abgekoppelt, die täglichen "Entscheidungen" werden ja auch irgendwann zu Gewohnheiten, über die man nicht weiter nachdenkt. Auch wenn ich jetzt z.B. überlege oder recherchiere, welche Reise z.B. klimafreundlicher wäre von verschiedenen Alternativen, verknüpfe ich das gedanklich nicht mit einer Bedrohung, sondern mit dem guten Gefühl, etwas sinnvolles zu machen.

  2. Enthusiast Avatar von |Penny
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von hanna_in_hult Beitrag anzeigen
    Oft kann ich es ein paar Wochen ganz gut wegschieben, und dann bricht mein inneres "es wird schon alles irgendwie okay werden"-Gerüst wieder zusammen und mir scheint alles extrem sinnlos und ich bin den ganzen Tag traurig.
    Ich kenne das sehr gut, insbesondere das richtig krass schlechte Gefühl, wenn mein Kind mich anlacht und ich denke, dass ich es unheimlich betrüge mit der Welt, in die ich es gesetzt habe :-/ Mir hilft es, in entsprechenden Organisationen mitzuwirken, und wenn es auch nur online ist gerade (parentsforfuture, wechange etc.). Und eben durch das eigene Verhalten Dinge im eigenen Umfeld vorleben. Jonathan Safran Foer hat aus ähnlicher Perspektive heraus gerade ein Buch geschrieben, vielleicht hilft Dir das? (Ich kann gerade nicht verlinken, aber Du findest es bestimmt wenn Du nach ihm suchst.)
    We all change, when you think about it. We are all different people, all through our lives. And that's OK, that's good, you gotta keep moving so long as you remember all the people that you used to be.

  3. Newbie Avatar von FakeEmpire
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von hanna_in_hult Beitrag anzeigen
    Ich hole den Thread mal wieder hoch...
    Was tut ihr, wenn das Thema euch sehr belastet?
    Ich finde es wahnsinnig schwer, einerseits die täglichen Konsum-Entscheidungen (was kaufe ich ein, wo kaufe ich ein) danach auszurichten, dass es möglichst wenig klimaschädlich sein sollte, und andererseits nicht ständig in einem Zustand der Panik zu sein. Ich möchte das Thema am liebsten innerlich ganz weit weg schieben, aber andererseits möchte ich ja meine Gewohnheiten ändern und auch meinen Kindern nahebringen, dass manche Dinge schädlich sind und ich sie deshalb vermeide.
    Oft kann ich es ein paar Wochen ganz gut wegschieben, und dann bricht mein inneres "es wird schon alles irgendwie okay werden"-Gerüst wieder zusammen und mir scheint alles extrem sinnlos und ich bin den ganzen Tag traurig.
    Ich kenne diese Gefühle auch sehr gut. Teilweise fühle ich mich richtig gelähmt und depressiv. Und ja, genau so ist es bei mir auch... mal ist ein paar Tage oder Wochen alles gut und dann haut es mich wieder völlig aus der Bahn. Die Schuldgefühle meinen Kindern kann ich auch nie ganz abschütteln. Meine Tochter erzählte neulich etwas von "Und wenn ich mal eine Uroma bin...", bei sowas werde ich total traurig und verzweifelt...

    Was ich versuche: Möglichst wenig über verschiedene Zukunftsszenarien nachdenken und lesen*, sondern versuchen, mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren... was kann ich aktuell in unserem Alltag verändern, wo ist noch Luft nach oben... Das gibt mir das Gefühl, nicht ganz so machtlos zu sein und zumindest meinen Beitrag zu leisten. Dann spreche ich auch viel mit Leuten darüber, denen es ähnlich geht. Das finde ich ziemlich entlastend.

    *Das meine ich nicht im Sinne von "Augen verschließen", denn mir ist bewusst, wie katastrophal die Situation ist. Es hilft mir nur nicht, das durch ständig neue Berichte vor Augen geführt zu bekommen. Versteht man was ich meine?

  4. Alter Hase Avatar von jewa
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Zitat Zitat von |Penny Beitrag anzeigen
    Ich kenne das sehr gut, insbesondere das richtig krass schlechte Gefühl, wenn mein Kind mich anlacht und ich denke, dass ich es unheimlich betrüge mit der Welt, in die ich es gesetzt habe :-/
    Ja.

    Ich habe auch wahnsinnig Angst vor dem Moment, wo sie realisieren, in welcher Scheisse wir stecken.

    Ich versuche meinen Kindern dennoch einen Grundoptimismus mitzugeben, auch wenn es mir schwer fällt.

    Und an euch alle noch ein paar Gedanken, die mir helfen:

    Ja, die Welt steckt in großen Schwierigkeiten, aber sie ist auch wunderschön.Hätte ich die Wahl - ich würde mich immer dazu entscheiden, lieber zu leben und dafür auch Schlechtes zu erleben, als gar nicht zu leben. Und so - hoffe ich - sehen es meine Kinder auch.

    Unsere Kinder werden in einer anderen Welt leben als wir. Ja, es wird viel Scheisse dabei sein, aber vielleicht auch so manches Gutes wie zB. mehr Engagement und Achtsamkeit, mehr Naturverbundenheit, kein blindes Shoppen mehr. Wir haben die Chance von anderen Länden zu lernen, uns noch stärker zu vernetzen. Das klingt jetzt vielleicht zu romantisch, aber ich bin mir sicher, dass nicht nur Scheisse aus der Sache erwächst.

    Auch wenn Kinder Klimakiller sind: Wir brauchen auch in der Zukunft Menschen, die die Gesellschaft am Laufen halten und mitgestalten.

  5. Enthusiast Avatar von |Penny
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich habe da jetzt angefangen, deutlich mit meinen eigenen Eltern drüber zu sprechen - also dass ich Angst habe und Tage habe, wo ich es wegen der Krise fast bereue, mein Kind bekommen zu haben. Ich glaube, das hat sie schon schockiert, und das ist vielleicht gar nicht so schlecht. Sie fangen jetzt vielleicht das erste Mal an, sich konkret vorzustellen, was das für ihre Enkelgeneration bedeutet (es gibt übrigens auch grandparents4future), von der großen Klimademo nächsten Freitag hatten sie auch noch nicht gehört...

    Ich glaube, wir müssen die Babyboomer-Generation viel mehr mit ins Boot holen, wenn das was werden soll. Also gar nicht verurteilend, sondern wirklich erklären, dass wir Angst haben und dass es so nicht weitergehen kann. Über Empathie kann man hier noch am meisten bewirken, denke ich.
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  6. Newbie Avatar von FakeEmpire
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    AW: Klimakrise und Kinder

    Ich möchte kurz dieses Instagramprofil da lassen, das ich vor kurzem entdeckt habe:
    Klima-Angst (@klimaangst) • Instagram photos and videos

    Für mich sind da viele wertvolle, ermutigende Gedanken dabei...

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