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  1. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: Kind – Ja, Nein, Vielleicht – Keine Ahnung!

    Ich möchte auch noch zu bedenken geben, dass diese Entwicklung, ein Kind durch Verhütung explizit planen zu können und sich damit ein Stück weit auch rational entscheiden zu können und auch zu müssen, eine vergleichsweise neue Erfindung ist. Vor hundert Jahren wären wir halt irgendwann schwanger geworden, da stellte sich die Frage nach Kinderwunsch ja/nein gar nicht groß, sobald man sexuell aktiv war. Die Lage, in der wir jetzt sind, hat massive Vorteile, ist aber auch gleichzeitig sehr unnatürlich. Dementsprechend gibt es da keine beste, weil natürliche Lösung.

    Ich glaube, dass auch eher rational geplante Kinder sehr gute Eltern haben können, dafür braucht es weder Erfahrung mit kleinen Kindern noch einen starken emotionalen Kinderwunsch. Die ausgeschütteten Hormone und unser Bindungsverhalten sorgen normalerweise schon dafür, dass man den Draht zum eigenen Kind entwickelt. Der Rest ist learning by doing.
    Don't tell Mama.

  2. Junior Member
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    AW: Kind – Ja, Nein, Vielleicht – Keine Ahnung!

    Ja finde ich auch (edit: dass Pro und Kontra Listen nicht helfen). „Motherhood“ von Sheila Heti ist wohl ein sehr gutes Buch, das sich mit der Frage beschäftigt (aus Sicht der Autorin, ist kein Selbsthilfebuch“, vielleicht hilft das dabei, sich mit der Frage auseinanderzusetzen?

  3. Junior Member
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    AW: Kind – Ja, Nein, Vielleicht – Keine Ahnung!

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    Ich möchte auch noch zu bedenken geben, dass diese Entwicklung, ein Kind durch Verhütung explizit planen zu können und sich damit ein Stück weit auch rational entscheiden zu können und auch zu müssen, eine vergleichsweise neue Erfindung ist. Vor hundert Jahren wären wir halt irgendwann schwanger geworden, da stellte sich die Frage nach Kinderwunsch ja/nein gar nicht groß, sobald man sexuell aktiv war. Die Lage, in der wir jetzt sind, hat massive Vorteile, ist aber auch gleichzeitig sehr unnatürlich. Dementsprechend gibt es da keine beste, weil natürliche Lösung.
    Natürlich heißt ja auch nicht gleich gut. Natürlich ist auch, dass dir von deinen 15 Kindern 9 im Kindesalter wegsterben.

  4. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: Kind – Ja, Nein, Vielleicht – Keine Ahnung!

    Zitat Zitat von moth Beitrag anzeigen
    Natürlich heißt ja auch nicht gleich gut. Natürlich ist auch, dass dir von deinen 15 Kindern 9 im Kindesalter wegsterben.
    Deswegen schrieb ich ja auch von massiven Vorteilen, ne.

    Aber hier geht es um die Entscheidung. Und da wird gern so getan als wäre der Kinderwunsch ganz natürlich da und als wüsste man das irgendwann. Aber dem ist eben nicht immer so. Auf die Situation, die wir heute haben, nämlich rational planen zu können, gibt es keine echte biologische Antwort. Manche behaupten, dass sei halt der übermächtige Kinderwunsch, der sich irgendwann automatisch einstellen würde und wenn man den nicht fühlt, dann will und soll man auch nicht. Und ich sage halt, dieses mächtige Gefühl ist keine zwingende Voraussetzung. Das war es früher nicht und das ist es heute nicht. Der Unterschied ist nur, dass man heute die Wahl hat und die kann man auch ein Stück weit rational treffen, wenn man das möchte.
    Don't tell Mama.

  5. Junior Member
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    AW: Kind – Ja, Nein, Vielleicht – Keine Ahnung!

    Okay, das stimmt!

  6. Stranger Avatar von -amicula-
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    AW: Kind – Ja, Nein, Vielleicht – Keine Ahnung!

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    ...

    Aber hier geht es um die Entscheidung. Und da wird gern so getan als wäre der Kinderwunsch ganz natürlich da und als wüsste man das irgendwann.

    ....
    Ja, das ist für mich auch ein massiver springender Punkt .... ich beneide die welche ganz klar den Kinderwunsch haben und auch die welche sich ganz klar gegen ein Kind entschieden und „scheinbar“ mit den getroffenen Entscheidungen auch zufrieden sind....

    Dazu muss man auch sagen dass ich generell sehr starke Entscheidungsschwierigkeiten habe (wenn es nichts ist wo ich eine klare Meinung zu habe)...

    Von der Gesellschaft unter Druck gesetzt fühl ich mich auch nicht, was die Gesellschaft macht oder denkt ist von meiner Entscheidung unabhängig (Handhabe ich in vielen Bereichen so) ...

    Dass das Kind natürlich irgendwann größer wird, klar, bizarrerweise hab ich davor aber nicht so die Sorge da ich mit älteren leichter klar komme (neben dem KiGa war auch ein Hort wo ich ab und zu mit war, das war für mich nicht so ein fremdes Unbekanntes Gebiet.... da hatte ich mit der Altersgruppe eher mehr zu tun) ...

    Und wohl auch der (doofe?) Gedanke dass wenn die Hürde des Kleinkindalters geschafft ist, alles andere dann auch auf die Reihe zu bekommen ist bzw. sich dann ergibt...

    Ich hab ja eine wirklich tolle Familie, für mich das Beste im Leben überhaupt, da fände ich es z.B. schön ein eigenes Kind da auch mit groß zu ziehen (der Gedanke ist nun aber auch erst stärker in der Richtung weil wir wieder in die Nähe meiner Familie gezogen sind) ...

    Ich mache gerne eine Freude und/oder schenke auch gerne was, so dann eben auch der Gedanke „hätte ich ein Kind, würde ich dem das schenken oder mit dem da hin gehen oder versuchen das oder jenes gutes zu tun“ aber sind eben alles nur vage Vorstellungen ...


    Pro und Kontra Listen sind leider nicht so mein Fall, hatte ich mal vor Ewigkeiten versucht und mir fallen bei den meisten Themen mehr Kontra Möglichkeiten ein (dann hätte ich mir nicht mal wieder Katzen anschaffen dürfen, da wars wirklich Großteils Emotional zu dem damaligen Zeitpunkt und bin weiterhin froh dass wir die Beiden haben)


    Vor so einer Geburt hab ich Gedanklich übrigens auch Argen schiss da hört man dann so Sachen wie „nach dem Tollen Erlebnis sind alle Schmerzen vergessen“ oder meine Mutter „Ach, eine Geburt ist nicht so schlimm, soll man sich nicht so anstellen“ (war grad irgendein Thema in einer TV Sendung damals, wobei sie gut reden hat, ich wog ja auch nur 1900 Gramm :)

    Mein Freund meinte auch schon ob man das überhaupt rational entscheidet oder ob Mans nicht einfach macht...



    Danke übrigens nochmals für die Beiträge ist generell auch mal beruhigend zu lesen wenn nicht jeder so Euphorisch gegenüber anderen Kindern ist, aber manche dann dennoch eigene Kinder haben und es da etwas anders ist...

    Achja, Alter: Bin 26, auf 27 zugehend. Allerdings helfen mir die Kommentare mit „Du bist ja noch jung und hast da ja noch ewig Zeit“ nicht, weil ich mich nicht so fühle, für mich (also nur auf mich betrachtet) mir ab 30 für das 1. Kind dann schon zu alt wäre um ab da zu versuchen...und nunmal bei Frau ganz Realitätsnah die biologische Uhr schneller auf der Matte stehen kann als man gucken kann... ich hab da nicht die Illusion ewig noch Kinder bekommen zu können, wer weiß ob’s bei mir überhaupt so einfach klappt oder es dann Schwierigkeiten gibt....

    Ganz davon ab dass ewig Zeit mir auf den am Anfang angesprochen Altersunterschied mit meinem Freund auch nicht hilft ich will ja wenn wir Kinder kriegen auch dass das Kind noch was vom Vater hat und umgekehrt (wenn ich da nun bis Ende 30 warten würde, wäre das reichlich spät)....


    (Danke auch generell nochmal fürs zulesen, ist nicht einfach die Gedanken zu formulieren und hab ja die Hoffnung dass ich dadurch selber mal Ordnung reinbekomme....)
    ~Das Gegenteil von Gut ist Gut gemeint~

    Aski & Ami-Unsere Miezen

    Es war einmal... ....ein kleiner Traum...
    Wer ihn träumte, weiß man nicht... ...so klein war der Traum.
    Der kleine Traum dachte: "Ich möchte nicht einfach so verschwinden... ...wie schaff ich es nur dass die Leute mich ansehen?"
    Der kleine Traum... ...dachte und dachte... ...und hatte schließlich eine Idee...
    "Ich könnte Leute in mich locken, und sie... ...ihre eigene Welt erschaffen lassen...."

  7. Urgestein Avatar von Sternenratte.1
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    AW: Kind – Ja, Nein, Vielleicht – Keine Ahnung!

    Für mich ist das Kinder haben auch viel mehr, als nur (kleine) Kinder zu haben. Ich bin der totale Familienmensch und merke in den letzten Jahren, dass es mich ziemlich belastet, dass die Familie, mit der man selbst als Kind groß geworden ist, so langsam wegstirbt. Natürlich versuche ich nicht mit meinem Kind meine Oma zu ersetzen, aber es ist ein Weg, die Familie wieder zu vergrößern. Es tröstet mich komischerweise (weil ich es rational merkwürdig finde, aber emotional klappt es für mich) auch, dass die Verwandten, die ich vermisse, in uns und den Kindern und deren Erinnerung/Erzählungen "weiterleben".


    Ich fand fremde Kinder nie besonders toll, eher waren sie mir unheimlich, ich konnte mich mit denen überhaupt nicht unterhalten und hatte keine Ahnung, was in welchem Alter angemessen ist. Ich fand Kinder unberechenbar.

    Bei den eigenen habe ich gemerkt, dass ich Babys sehr gerne mag, mit kleinen Kleinkindern wird es dann etwas schwieriger, weil ich es ziemlich hart finde, ständig gebraucht zu werden, immer noch nicht nachts durchschlafen zu können, selbst schlafen sie tagsüber immer weniger, sodass man zu nichts mehr kommt, wenn sie nicht anderswo betreut werden, dazu haben sie ständig irgendwelche eigenen Vorstellungen, gegen die man ankämpfen muss, weil sie nicht sozialkompatibel sind, ganz besonders in der Öffentlichkeit, aber natürlich auch wenn es ums waschen, wickeln, zähne putzen ( ) geht. dieses permanente Vermitteln von Bedürfnissen aller Beteiligten mit den ständigen Veränderungen, die sich durch die Entwicklung des Kindes, sodass immer wieder neu angepasst und ausgehandelt werden muss, fand ich sehr kräftezehrend (und zum teil auch einfach nervtötend ^^).

    Meine Kinder sind jetzt 5 und bald 4 und langsam langsam wird das immer besser. es fängt jetzt an, dass man so richtig Spaß mit ihnen haben kann, man entwickelt als Familie Insider und Sprüche und vieles erinnert mich an meine eigene Kindheit.
    Ich fand es immer mega nervig, wenn Leute erzählen, ab Alter x kann man ja mit Kindern erst richtig was anfangen und ich sehe das immer noch nicht so, natürlich kann man auch mit einem Baby "was anfangen", was anderes eben je nach alter. aber ich sehe schon ein, was damit gemeint ist, unser großer Sohn interessiert sich schon für vieles, was mich auch genug interessiert, um mich gerne mit ihm darüber zu unterhalten und Sachen rauszufinden, die ich nicht (mehr) weiß.

    Vor der Pubertät graut es mir, aber gut, das werden sicher einige ätzende Jahre, aber wird auch vorbeigehen.

    Ich hatte eigentlich einen richtigen drängenden Kinderwunsch auch erst vor dem zweiten Kind und würde behaupten, ein Großteil davon war hormonell. Ich denke auch, es ist ein Trugschluss, dass der dringende emotionale Kinderwunsch Voraussetzung dafür ist, Kinder zu bekommen. Eher im Gegenteil eigentlich. Wichtiger finde ich die Frage, bin ich bereit für eine Weile mein Leben sehr auf den Kopf zu stellen, auf Freiheiten zu verzichten, mich mit mir selbst auseinander zu setzen und weiter zu entwickeln. (Nicht, dass man das nicht auch auf anderen Wegen tun kann, das will ich mit keinem Wort so gesagt haben!!)

    Für mich persönlich würde in meiner Biographie und meinem Erlebnis als Mensch ein ganz großes Stück fehlen, wenn ich keine Kinder bekommen hätte. Ob ich noch ein drittes möchte und diese ganze Kleinkindzeit (die ja neben allen Strapazen auch ganz wunderbar sein kann) noch mal von vorne durchleben möchte oder lieber in Zukunft meine vorhandenen Kinder "genieße", wird sich noch zeigen.





    edit: ich war gerade noch 26 beim ersten Kind, 28 beim zweiten. ich bin seitdem schon sehr gewachsen/erwachsen geworden. manchmal denke ich, ich hätte vll vorher ruhig noch etwas "reifen" können (beziehe das nur auf mich höchstpersönlich), aber andererseits ist sehr sehr viel davon erst der Situation als Mutter, und der Auseinandersetzung mit diversen Themen durch die Kinder zu verdanken. Ob man sich als Mutter/Eltern eignet, kann man wahrscheinlich vorher (ausgenommen krasse Gründe, die dagegen sprechen) nicht wissen, bzw sehe ich als einzige Voraussetzung, die Bereitschaft, an sich zu arbeiten und mit dem Kind zu entwickeln. Ich neige zum Perfektionismus und wäre in der Theorie gerne viel "besser" in allem als ich bin und war und wünsche meinen Kindern im Nachhinein gerne eine viel souveränere Mutter als sie sie zum Anfang gehabt haben. Gleichzeitig weiß ich, dass das ziemlicher Unsinn ist. Elternsein kann man nicht vorher lernen, das ist ein Prozess, der erst beginnen kann, wenn das erste Kind da ist und die Kinder halten das auch aus, unperfekte Eltern zu haben, die sich erst selbst einfinden müssen.
    Geändert von Sternenratte.1 (12.07.2019 um 14:15 Uhr)
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