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  1. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Zitat Zitat von |Penny Beitrag anzeigen
    Ich bin in die andere Richtung voreingenommen, seit ich von einem Fall im weiteren Bekanntenkreis weiß, wo Frau und Kind bei der Geburt fast gestorben wären und die Entscheidung für das Geburtshaus hier tatsächlich der Risikofaktor war. Natürlich ist das ein worst case, aber ich finde, man muss sich vorher auch die Frage stellen, wie gut man es psychologisch verkraftet, wenn das Kind aufgrund der Entscheidung für das Geburtshaus (und damit gegen medizinische Vollversorgung) behindert ist oder sogar stirbt, im Krankenhaus aber vielleicht alles gut überstanden hätte.
    So geht es mir auch. Ich habe einen Fall im engen Umfeld, wo mindestens das Baby eine Verlegung aus dem Geburtshaus nicht überlebt hätte, weil es wirklich _sofort_ geholt werden musste (es hat so schon fast nicht überlebt) und entsprechend wäre das für mich nie in Frage gekommen. War ein zweites Kind, die erste Geburt war völlig unkompliziert, die Frau war Mitte/Ende 20, es war null absehbar.

    Aber mir ist auch klar, dass jemand, der eine schlimme Krankenhausgeburt im Freundes- oder Verwandtenkreis hatte, das genau andersherum sehen wird.
    Geändert von sora (17.09.2019 um 21:58 Uhr)

  2. Regular Client
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    In Deutschland ist die außerklinische Geburt ja nicht der Standard. 98% aller Kinder werden in der Klinik geboren.
    Wenn jetzt ein Kind aus einer außerklinischen Geburt einen Geburtsschaden davon trägt, denkt man immer (vermutlich auch als betroffene Familie, aber eben auch das ganze Umfeld), das wäre im Krankenhaus nicht passiert, weil man dort die maximale medizinische Versorgung gehabt hätte.
    Die Kinder, die aus einer Klinikgeburt einen Geburtsschaden davon tragen (und das sind in der absoluten Zahl natürlich viel mehr, weil eben viel mehr Kinder in Kliniken geboren werden), hätten diesen aber ja unter Umständen außerklinisch nicht erlitten, weil die Komplikation durch bessere Betreuung hätte verhindert werden können. Das wird aber eher nicht so gesehen, sondern entweder "gut, dass sie in der Klinik waren, zu Hause wäre es womöglich noch schlimmer gekommen" oder "sie haben ja in der Klinik alles versucht, aber es war einfach nichts zu machen".

    Dass Bewusstsein dafür, wie gefährlich nicht medizinisch indizierte Interventionen unter Umständen sein können, ist für mein Gefühl sehr wenig ausgeprägt. Meistens passiert dadurch nichts richtig Schlimmes, aber manchmal eben doch.
    Es ist ja auch nicht klar geregelt, wann genau eine medizinische Indikation für eine Intervention vorliegt, da gibt es viel Spielraum und sehr unterschiedliche Einschätzungen auch durch die Fachleute.

    Viele der Komplikationen, die eine sofortige Geburt per Kaiserschnitt notwendig machen, treten auch unabhängig von der Geburt auf. Eine vorzeitige Placentalösung zum Beispiel. Deshalb lässt man sich aber auch nicht ab der 24. SSW stationär aufnehmen, um immer in optimaler medizinischer Versorgung zu sein.

    Ich bin gar kein totaler Verfechter der außerklinischen Geburtshilfe, ich bemühe mich auch sehr, in der Klinik möglichst gute Geburtshilfe zu machen, aber oft ist das sehr, sehr schwierig.
    Ich denke aber, dass eine außerklinische Geburt bei einer Schwangerschaft mit geringem Risiko ein ebenso normaler Weg sein sollte wie die Entscheidung für die Klinik.
    In England empfehlen die offiziellen Leitlinien eine Geburt in einer hebammengeleiteten Einrichtung bei risikoarmer Schwangerschaft.
    In Deutschland wird einem dafür direkt und indirekt von sehr vielen Leuten Verantwortungslosigkeit vorgeworfen.

  3. V.I.P. Avatar von freitag
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Ich finde solche Fälle aber von außen sehr schwer einzuordnen, wenn man nicht wirklich vom Fach ist, und den Geburtsverlauf genau kennt.

    Wer weiß schon wirklich genau, wie der Verlauf vor der kritischen Situation war. Was im Krankenhaus noch unter “alles läuft normal” geht (und auf jeden Fall wie man es als Gebärende oder andere Laie wahrnimmt), wäre evt. bei Hausgeburt und Geburtshaus ein Grund zum Verlegen gewesen.

    So wie ich es von hier kenne (ist aber natürlich ein anderes System) wird extrem konservativ verlegt, da reicht zB ein Geburtsstillstand, bei dem im Krankenhaus noch nur beobachtet wird, etc.

    Die “birth place study”, die ich zum englischen System kenne zeigt dann auch dass bei normaler Schwangerschaft bei Erstgebärenden das Geburtshaus genauso sicher ist, wie ein Krankenhauskreissaal, und Geburten, die im Geburtshaus geplant werden (egal wo sie dann letztendlich stattfinden) deutlich inteventionsärmer sind.
    _______________________There's a tribe in Papua-New Guinea, where, when a hunter flaunts its success to the rest of the village, they kill him and then drive away the evil spirits with a drum made from his skin.


    Superstitious nonsense, of course, but one can see their point.

  4. V.I.P. Avatar von freitag
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Ah, ich habe eine Weile für meinen Beitrag gebraucht, und Sophie’s noch nicht gesehen.

    Danke, deine Formulierung ist deutlich besser als meine.

    Mit meinen “fällen” bezog ich mich auf Krankenhausgeburten, bei denen es plötzlich zu Komplikationen kam, die nur im Krankenhaus behandelt werden konnten.
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  5. Addict Avatar von Jazzy Belle
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Danke für deine Beiträge Sophie! Ich hätte gern im Geburtshaus entbunden, es war mir aber zu weit weg (va für Vorsorgetermine dort vor Ort). Nach dem Umzug ist eines in der Nähe und das würde ich für eine zweite Geburt in Betracht ziehen.

  6. Senior Member Avatar von p. langstrumpf
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Sophie, danke, dass du deine Erfahrungen und Meinungen so ehrlich mit uns teilst

    schokofondue, ich hatte einen sehr ähnlichen Verlauf und habe mich, bevor der Sauerstoffmangel akut wurde, auf eigenen Wunsch hin aus dem Geburtshaus in die Klinik verlegen lassen. Bis dahin war es eine ganz normale Geburt ohne Vorzeichen auf Komplikationen beim Baby. Nach ca. 30 min im KKH wurden dann unter den ersten Presswehen abfallende Herztöne aufgezeichnet.

    Im Nachhinein habe ich den Verlauf nochmal mit der die Geburt leitenden Hebamme aus dem GH besprochen und sie meinte, dass sie mich beim kleinsten Anzeichen auf schlechte Herztöne o.ä. verlegt hätte (waren 50 m). Und dass sie natürlich auch eine Erstversorgung beim Kind vornehmen können, also Sauerstoff usw. im Raum sei und sie natürlich die Kindernotärzte VOR der Geburt rufen, so die Gebärende nicht mehr verlegt werden könne. Das würde allerdings quasi nie passieren, weil sie so konservativ verlegen.

    Ich würde wieder ins Geburtshaus gehen (nur gibt es hier am neuen Wohnort keines, nicht mal Beleghebammen). Allein, dass sich zwei bis drei Menschen exklusiv und einfühlsam kümmern, während man selbst schlimmste Schmerzen durchsteht, hat mir sehr viel Kraft gegeben. Übrigens auch, dass sie meine Entscheidung, dass ich (scheinbar ohne Grund) verlegt werden wollte, nicht hinterfragt, sondern ruhig aber zügig umgesetzt haben.

    Bitte nicht zitieren.

  7. Alter Hase Avatar von stöckchen
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Ich glaube, die Vorstellung einer außerklinischen Geburt sind auch einfach oft nicht ganz der Realität entsprechend. Es ist ja nicht so, als hätten die Hebammen da nur ein Köfferchen mit Globuli dabei und könnten nichts anderes als das Kind aus dem Bauch singen. Wenn man in einer Klinik ohne Kinderstation entbindet (das tun bei uns viele, weil es das nächste Kkh ist und der Kreißsaal hat einen guten Ruf) hat man im Zweifel keinen Arzt oder Ärztin, die so gut in der Notversorgung eines Säuglings ausgebildet ist, wie eine Hebamme im Geburtshaus oder Hausgeburtshebamme. Trotzdem stellt fast niemand in Frage, dass man in dieses Kkh geht.
    Die Hebammen hatten bei uns eine ganze Ausrüstung für den Notfall dabei. Im Geburtshaus ist die auch vorhanden.

  8. Fresher
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Ja, die Hebammen machen ja auch regelmäßige Fortbildungen was zB Beatmung und sowas angeht.

    Ich habe noch ein Beispiel für "Zum Glück waren wir im Krankenhaus". Oft liest man, dass Frauen sagen, dass der Kaiserschnitt ihr Kind gerettet habe, da es ja die Nabelschnur um den Hals hatte.
    Unser Kind hatte im Geburtshaus die Nabelschnur 4x um den Hals. Das wurde einfach abgewickelt, mein Baby hat für mein Gefühl sofort geschrien und hatte einen 10/10 Apgar-Wert. Hätte man im Krankenhaus einen Kaiserschnitt gemacht wäre mir vielleicht erzählt worden mein Baby hätte sich ohne den Kaiserschnitt stranguliert und wäre gestorben.

    Vieles bleibt halt einfach im Dunkeln. Eine plötzlich auftretende Komplikation im Kh kann ja auch dadurch begünstigt, dass die Frau sich unwohl oder gestört fühlt, was im KH ja meiner Meinung nach wesentlich eher gegeben ist als im Geburtshaus.

    Oder "Geburtsstillstand". Bei einer Geburt hatte ich schonmal 3 Stunden Wehen, die hörten dann morgens um 6hwieder auf. Abends um 22h fingen sie wieder an und dann kam es zur Geburt. Die Hebamme habe ich erst abends angerufen. Wäre ich morgends schon in die Klinik gefahren, wäre das dann ein Geburtsstillstand gewesen?

    Ich finde die Tatsache, dass in England die Leitlinien empfehlen bei unkompliziertem Verlauf zuhause zu entbinden, schon recht eindeutig. Es handelt sich tatsächlich oft um Einzelfälle, daher braucht man wissenschaftliche Arbeiten um das einzuordnen. Und man sollte sich auch bewusst sein, dass die Geburt einfach eine kritische Phase im Leben ist.

  9. Enthusiast Avatar von |Penny
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Zitat Zitat von helgoland Beitrag anzeigen
    Es geht doch beim Faktor Sicherheit nicht um die Atmosphäre. Sondern u.a. um die 1:1 Betreuung durch eine Hebamme, die die Frau gut kennt, was ein erheblicher Faktor für die Sicherheit ist, wenn es darum geht, Notsituationen schnell zu erkennen. Im KH ist das heutzutage nicht mehr unbedingt der Fall.
    Ich will wie gesagt nicht bestreiten, dass eine 1:1-Betreuung besser wäre, und ein Geburtshaus direkt neben einem Krankenhaus mit Neonatalogie wäre sicher auch kein Problem. Wie ja hier schon angedeutet wurde: Geburten verlaufen sehr individuell, wir können als Laien das Risiko schlechter abschätzen bzw. kompetent bewerten, wie eine Geburt mit anderer Behandlung ausgegangen wäre.

    Für mich persönlich spielt da vielleicht auch rein, dass die Hebammen, die ich kennengelernt habe, sehr... gemischt waren was die Kompetenz angeht. (In Bezug auf meine Nachsorgehebamme bin ich z.B. heilfroh, dass wir sie letztlich nicht wirklich gebraucht haben, denn die war zwar sehr nett, aber null hilfreich.) Man muss sich eben genau die Gegebenheiten und das Personal anschauen.
    We all change, when you think about it. We are all different people, all through our lives. And that's OK, that's good, you gotta keep moving so long as you remember all the people that you used to be.

  10. Regular Client
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Zitat Zitat von |Penny Beitrag anzeigen
    Für mich persönlich spielt da vielleicht auch rein, dass die Hebammen, die ich kennengelernt habe, sehr... gemischt waren was die Kompetenz angeht. (In Bezug auf meine Nachsorgehebamme bin ich z.B. heilfroh, dass wir sie letztlich nicht wirklich gebraucht haben, denn die war zwar sehr nett, aber null hilfreich.) Man muss sich eben genau die Gegebenheiten und das Personal anschauen.
    Im Krankenhaus (ohne Beleghebamme) kennst du die Hebamme aber gar nicht und kannst überhaupt nicht einschätzen, wie sie arbeitet.
    Ich würde auch nicht mit jeder Kollegin mein Kind kriegen wollen, aber es gibt auch jede Menge Gynäkologinnen und Gynäkologen, die ich nicht mit wichtigen Entscheidungen bei meiner Geburt hätte betrauen wollen.
    Da hat man ja noch eher eine Chance, wenn man die Leute vorher auswählen kann.

  11. Addict
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Ja finde ich auch, das ist eher ein Argument für Geburtshaus als für Krankenhaus. (Außer, man hat eine Beleghebamme, aber dann sind da immer noch die Ärzte, die man sich nicht aussuchen kann...)

  12. Senior Member Avatar von Stina
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Zitat Zitat von helgoland Beitrag anzeigen
    Ja finde ich auch, das ist eher ein Argument für Geburtshaus als für Krankenhaus. (Außer, man hat eine Beleghebamme, aber dann sind da immer noch die Ärzte, die man sich nicht aussuchen kann...)
    Nennenswert aus mehreren aussuchen kann man in D idR aber ja auch weder Geburtshaus-, Hausgeburts- noch Beleghebamme, oder ist irgendwo die Versorgungslage so gut, dass man da aus mehreren wählen kann? (hier z.B. gibt es weder ein Geburtshaus noch Beleghebammen, und Hausgeburten betreut eine einzige Hebamme im gesamten Umkreis.) Im Geburtshaus kenne ich es auch so, dass man die Hebamme zugeteilt bekommt, die gerade Schicht hat, anders wäre das vermutlich auch nicht planbar.

  13. Member Avatar von Sonnenklar
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    In meinem Geburtshaus hat man eine feste Hebamme und sowie eine Ersatzhebamme, die sich dann die Rufbereitschaft teilen. Kennenlernen tue ich beide vorab.

  14. Senior Member Avatar von Stina
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Zitat Zitat von Sonnenklar Beitrag anzeigen
    In meinem Geburtshaus hat man eine feste Hebamme und sowie eine Ersatzhebamme, die sich dann die Rufbereitschaft teilen. Kennenlernen tue ich beide vorab.
    Ah, das klingt gut!

  15. Senior Member Avatar von p. langstrumpf
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    In 'meinem' Geburtshaus lernt man die meisten Hebammen vor der eigentlichen Geburt bei der Vorsorge kennen (zwei Teams á 6-8 Hebammen).
    Und selbst wenn nicht, weiß die Bereitschaftshebamme durch die ausgiebigen Vorsorgen, die Anamnese und die danach angefertigten Dokumentationen viel mehr über einen, als es im KKH der Fall wäre. Ich kannte die Hebamme, die meine Geburt geleitet hat, bspw. vorab nicht, aber die zweite, die kurze Zeit nach unserer Ankunft dazu kam, schon gut vom Geburtsvorbereitungskurs und den Vorsorgen.
    less stress and more ice cream.

  16. V.I.P. Avatar von freitag
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Bei uns ist man vorher angemeldet, und bekommt am Tag eben die Hebamme, die Dienst hat. Aber selbst, wenn man selbst nicht das ganze Team vorher schon kennenlernt (kann man aber machen, wenn man möchte), die haben intern jede Woche eine Besprechung bei der alle akut Schwangeren (37. Woche plus) durchgegangen werden. Dh alle in Frage kommenden Hebammen sind im Voraus mit dir und deiner Vorgeschichte bekannt.

    Das Team waren 8 Hebammen, und ich hatte alle vorher mal gesehen, und mit vier näher zu tun. Es wurden dann zwei von denen, die ich gut kannte und bei denen ich mich auch sehr gut gefühlt habe.
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  17. Addict
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Zitat Zitat von Stina Beitrag anzeigen
    Nennenswert aus mehreren aussuchen kann man in D idR aber ja auch weder Geburtshaus-, Hausgeburts- noch Beleghebamme, oder ist irgendwo die Versorgungslage so gut, dass man da aus mehreren wählen kann? (hier z.B. gibt es weder ein Geburtshaus noch Beleghebammen, und Hausgeburten betreut eine einzige Hebamme im gesamten Umkreis.) Im Geburtshaus kenne ich es auch so, dass man die Hebamme zugeteilt bekommt, die gerade Schicht hat, anders wäre das vermutlich auch nicht planbar.
    Nee, also wählen im Sinne von "die beste aus 20 verschiedenen finden" kann man bei uns auch nicht. Aber man lernt auf jeden Fall seine Hebamme vorher kennen durch die ganzen Vorsorgen etc., so dass man sie gut einschätzen kann und sie die Frau eben auch. Schichten gibts bei uns im GH nicht, da hat man seine eigene Hebamme und eine Vertretung. Ok, falls dann echt beide nicht können, kommt wohl eine andere, aber das dürfte eher selten passieren.

  18. Senior Member Avatar von Stina
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Ja, vorher kennen find ich ja auch gut. Es klang nur so, als ob man eine Wahl hätte und nicht einfach froh sein müsste, überhaupt eine "eigene" Hebamme für die Geburt zu haben.

  19. Member Avatar von Moucheron
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    Ich hab jetzt nicht so viel Zeit alles zu lesen, aber unsere zweite Tochter im Geburtshaus geboren und stehe dem Ganzen sehr positiv gegenüber. Habe mich auch vorher viel damit beschäftigt und mich im Geburtshaus auch gut informiert und aufgeklärt gefühlt. Die sind da auch wirklich vorsichtig und sehr viele können dort nicht entbinden, wenn nicht alles 100 pro in Ordnung ist und kein Risiko besteht. Das entscheidet sich auch oft erst im Verlauf der Schwangerschaft. Auch unter der Geburt wird nur ganz selten eilig verlegt. Wenn irgendwas nicht in Ordnung ist, wird verlegt: in Ruhe. Und es gibt auch dort Notfallmedikamente, die können auch Kinder widerbeleben etc. (das hatte ich irgendwo als Manko gelesen). Bei unserem Geburtshaus hätte es 8-10min gedauert bis man im Krankenhaus mit Neo gewesen wäre, das gibt natürlich Sicherheit und sie haben auch einen direkten Draht zu dem diensthabenden Kinderarzt bei Bedarf. Also viele Risiken sind damit abgedeckt.
    Natürlich kennt jeder wen, wo es nicht gut gegangen wäre. Aber ich bin mir sicher, dass die wenigsten dieser Geburten dort überhaupt stattgefunden hätten. Die nehmen das sehr Ernst und könnten auch dichtmachen, wenn sie das nicht täten.

    Ich würde nach deinem Gefühl gehen, dir das dort alles anhören und alle Fragen stellen und dann gucken. Dich zwingt niemand am Ende dort zu entbinden, wenn sich irgendwas nicht gut anfühlt. Es kann sowieso sein, dass irgendein Risiko noch auftaucht, weswegen es nichts wird.
    Ich bin auch überzeugt davon, dass die engmaschige Betreuung und Vorbereitung dort sehr viel hilft, um viele Risiken zu minimieren und Komplikationen zu vermeiden.
    Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und hatte eine schöne Geburt. Es wurde auch darauf eingegangen, dass ich unter der ersten Geburt überdurchschnittlich viel Blut verloren hatte und eine Prophylaxe durchgeführt, um dies zu verhindern. Aber da ich mich dort viel besser fallen lassen konnte und (so meine Deutung) dadurch viel weniger Geburtsverletzungen hatte, war das im Endeffekt nicht nötig. Aber auch solche Medikamente haben sie da und geben sie in solchen Fällen (bin kein Mediziner und weiß nicht mehr so genau was das alles war, nix wildes).

    Kannst mir bei Fragen gerne schreiben!

  20. Foreninventar Avatar von schnaengs
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    AW: Wie waren eure Erfahrungen im Geburtshaus?

    in "meinem" geburtshaus gibt es nur 2 hebammen (und meist eine oder zwei schülerinnen) und die kannte ich vorher. bei der einen hab ich fast alle vorsorgen gehabt und sie kam auch zur nachsorge zu mir. die andere kannte ich vom geburtsvorbereitungskurs und hab sie immer mal gesehen und mich mit ihr unterhalten bei den vorsorgeterminen.
    ich hab mich im vorfeld ganz viel mit einer außerklinischen geburt auseinandergesetzt und hab mir nach einer durch unnötige interventionen sehr unschönen ersten geburt, sehr gewünscht, außerklinisch zu entbinden.
    leider hat es nicht geklappt, aber ich bin auch froh, dass meine hebamme da klipp und klar gesagt hat, dass sie mir in meinem zustand (zustand nach sectio, tagelange, unwirksame wehen und ich war einfach nur noch kaputt) nicht helfen kann und mich ins krankenhaus geschickt hat.

    ich hab für meine entscheidung im vorfeld viele ungläubige blicke und auch übergriffige kommentare bekommen.
    leider gibt es da allgemein anscheinend wenig informierte und differenziert denkende menschen.
    aber die geschichte von dem kind und/oder der mutter, das und/oder die gestorben wäre, wenn sie nicht im krankenhaus gewesen wäre, kann fast jeder vortragen.

    If Plan A doesn't work the alphabet has 25 more letters.


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