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  1. Alter Hase Avatar von stöckchen
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    AW: Systemsprenger

    Zitat Zitat von sommerlinde Beitrag anzeigen
    weil jeder glücklich werdn kann, wenn das System richtig läuft?
    Hast Du den Film gesehen?
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  2. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Systemsprenger

    Zitat Zitat von sommerlinde Beitrag anzeigen
    weil jeder glücklich werdn kann, wenn das System richtig läuft?
    Hast Du irgendwelche (nicht in theoretischen Allgemeinplätzen bestehende) Ahnung vom Jugendhilfesystem?

    Kleiner Tip: Es geht für viele Menschen nicht um Glück, sondern um nicht verrecken oder jahrzehntelang in der Sackgasse vegetieren, plus weiteres Unglück für andere Menschen durch Delinquenz, eigene unzureichend versorgte Kinder etc..

  3. Member Avatar von RoteZora
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    AW: Systemsprenger

    Zitat Zitat von sommerlinde Beitrag anzeigen
    weil jeder glücklich werdn kann, wenn das System richtig läuft?
    Es geht um psychische Gesundheit, Aufwachsen in sicheren und entwicklungsfördernden Verhältnissen, strukturelle Verantwortung und die Bereitschaft sich daran messen zu lassen, sowie um eine Rhetorik, die für all das nicht eine (fiktive) 9-Jährige heranzieht.
    "Ich heb mein Glas und salutier dir, Universum [...]." Fremde, Max Herre feat. Sophie Hunger

  4. Addict Avatar von *lalune*
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    AW: Systemsprenger

    Für mich hat das Ende noch mal gut verdeutlicht, wie sehr der Begriff Systemsprenger passt. Übergreifend, aber eben auch ganz konkret für die Situation am Flughafen. Was ja eigentlich ein System mit sehr vielen Regeln und Vorgaben ist, an das sich alle zu halten haben.

    Ich fand den Film total krass. Er hat mich emotional sehr mitgenommen. Eine Freundin, die beim Jugendamt arbeitet, hat ihn mit mir hinterher „nachbesprochen“. Das war echt gut für mich zum Verständnis, da ich nicht in diesem Bereich arbeite.

  5. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Systemsprenger

    Ich verstehe Zora so und stimme dem zu, dass Systemsprenger einerseits passen mag, eigentlich aber die Tatsachen verkehrt. Wie Menschen, gerade Kinder, sind, in ihrer Umgebung werden, ist mehr Natur als das, was in vielen kleinen Buchstaben ausgedacht, geplant und beschlossen in einem Sozialgesetzbuch steht, auch wenn das dann auch von Menschen umgesetzt wird. Das Wort Systemsprenger lässt es so erscheinen, als ob das System nun mal so sei und dann kommt so ein "böses" Kind und sprengt es.

    Ja, nee, es ist halt ein Symptom des Systemversagens, dass Familien über Generationen solange durchs Netz fallen,bis irgendwer dann mal hart auf dem Betonboden aufschlägt, bevor sie/er auch nur das Jugendalter erreicht.
    Natürlich gibt es sadistische Menschen, aber die meisten Eltern, die ihre Kinder schädigen, sind keine bösartigen Sadist_innen, sondern krass überfordert, oft auch schon mit ihrem Leben ohne Kinder und, Überraschung, mit Kind wird's nicht leichter. Und sie sind damit zu lange zu alleine. Wenn sie selbst oder offizielle Stellen so weit sind zu sagen, das Kind muss aus dem Elternhaus, ist schon viel Scheiße passiert, die das Kind sein Leben lang mit sich rumschleppen wird.
    Und natürlich haben wir in diesem Land auch viel Erfahrung mit Kindesentzug aus politischen Gründen und das sind einfach sehr schwere Entscheidungen. Und schwere Arbeit rund um die Uhr, die auf manche Entscheidungen folgt.

    Ich denke nicht, dass es realistisch ist, ein System zu haben, dass JEDE_N auffängt. Genauso wenig, wie es in der Notaufnahme möglich ist, 100%ig richtig zu diagnostizieren, einige Leute würden aufgrund einer Fehldiagnose sterben, SELBST wenn, was aktuell in Deutschland nicht die Realität ist, die Notaufnahme mit ausreichendem ausreichend qualifiziertem und gemäß deutschem Arbeitszeitgesetz arbeitendem Personal besetzt WÄRE.

    Aber es gibt einen Unterschied zwischen schicksalhaftem Verlauf und Systemversagen.

    Spoiler:









    Das mit dem Flughafen fand ich sowieso auch sehr bezeichnend dafür, wie sehr mit dem Rücken zur Wand dann alle waren, die war doch nicht flugfähig, schon gar nicht für sechs Stunden oder was auch immer. Wär sie da richtig ausgerastet (nicht unwahrscheinlich in der Enge und Regulierungsintensität), hätten die Verantwortlichen hinterher richtig Stress mit der Fluggesellschaft gekriegt, schätz ich. Ich hab mal in ner Einrichtung (in Nordamerika) gearbeitet, wo ab und an psychiatrische Intensivpatient_innen von 1000 km Entfernung eingeflogen wurden, dafür dann tw. vermutlich sediert, aber für die Rückverlegung war die Flugfähigkeit schon immer ne relevante Frage.
    Geändert von durga (06.10.2019 um 01:31 Uhr)

  6. Addict Avatar von *lalune*
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    AW: Systemsprenger

    Ja, genau das. „Rücken zur Wand“ trifft es echt gut.

  7. Member Avatar von sommerlinde
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    AW: Systemsprenger

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Hast Du irgendwelche (nicht in theoretischen Allgemeinplätzen bestehende) Ahnung vom Jugendhilfesystem?

    Kleiner Tip: Es geht für viele Menschen nicht um Glück, sondern um nicht verrecken oder jahrzehntelang in der Sackgasse vegetieren, plus weiteres Unglück für andere Menschen durch Delinquenz, eigene unzureichend versorgte Kinder etc..
    Ich meine:
    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Ich denke nicht, dass es realistisch ist, ein System zu haben, dass JEDE_N auffängt.
    Auch wenn es das Ziel sein muss, möglichst vielen Menschen ein (psychisch)gutes Leben zu ermöglichen, passt ein soziales/gesellschaftliches Problem nicht auf alle Menschen. Da ich in zwei unterschiedliche Systemen Erfahrungen sammeln durfte und auch Menschen persönlich kenne, die jeweils in einem der Systeme groß geworden sind, bin ich der Meinung, dass in jedem System Menschen unglücklich enden. In einem System, wo die individuelle Verwirklichung, Vorrang de Elternschaft und Ablehnung der Zwangssterilisation die Grundlagen bilden, wird es rein statistisch immer SystemsprengerInnen geben.
    Zitat Zitat von Thomas de Maiziere
    Wenn wir wollen, dass Extremismusbekämpfung auch bei denen stattfindet, die schon gefährdet sind, oder halb abgerutscht sind, oder wenn es um Deradikalisierung geht, dann muss man auch mal den schwierigeren Weg probieren, und das heißt, dass man mit Menschen redet, mit denen man sonst vielleicht nicht so gerne reden würde, um eines höheren Ziels willen. Und wo da die Grenze zur Förderung ist, das ist nicht leicht zu bestimmen.

  8. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Systemsprenger

    Aber darauf, dass es nicht 100% geben kann (auch nicht mit Zwangssterilisation, das ist ja klar, oder, da zerstört man andere Leben anders, es ist übrigens auch nicht so, dass nicht auch heute auch in westlichen Ländern de facto zwangssterilisiert wird), darf das System sich mit seinem Systemversagen nicht ausruhen. Oder?
    Und das System ist dabei nicht nur das Jugendhilfe- oder/und Gesundheits- oder/und Sozialsystem, sondern natürlich auch eine Gesellschaftsordnung, in der es offenbar die meisten Leute richtig genug finden, um nichts dagegen zu unternehmen, dass es lukrativer ist, zukunftszerstörende und auch noch öfters mal illegale Autos zu bauen, als mit Kindern zu arbeiten, die schon qua Geburt die Arschkarte gezogen haben.

    Da sprengt nicht in erster Linie so ein Kind, da versagen die Erwachsenen.

    Zitat Zitat von sommerlinde Beitrag anzeigen
    Da ich in zwei unterschiedliche Systemen Erfahrungen sammeln durfte und auch Menschen persönlich kenne, die jeweils in einem der Systeme groß geworden sind, bin ich der Meinung, dass in jedem System Menschen unglücklich enden. In einem System, wo die individuelle Verwirklichung, Vorrang de Elternschaft und Ablehnung der Zwangssterilisation die Grundlagen bilden, wird es rein statistisch immer SystemsprengerInnen geben.
    Du sprichst von Sozialismus (ein paar Jahre in der DDR gelebt?) und Kapitalismus, Diktatur und Demokratie?

    Wir sprachen hier ja eigentlich von den Hilfesystemen, wenn auch wie gesagt in ihrer Einbettung, die aber auch zwischen den kapitalistischen, demokratisch verfassten, kulturell einander nicht völlig unähnlichen Staaten Westeuropas bei weitem nicht gleich sind. Und wo es abgesehen davon auch noch Unterschiede zwischen Theorie und (unterbesetzter, unterbezahlter, unzureichend supervidierter) Praxis gibt. Mit Jugendhilfe kenn ich mich nicht sooo gut aus, aber wir haben z.B. allein in Deutschland ja 16 Gesetze zur Unterbringung psychisch Kranker. Die dann auch noch von den verschiedenen Richter_innen durchaus etwas unterschiedlich ausgelegt werden und es drängt sich dabei manchmal der Verdacht auf, dass es eher um die Vermeidung von Arbeit für eine_n gut bezahlte_n Staatsdiener_in geht als um die Wahrung von Grundrechten von Menschen in maximal schwacher Position, nämlich schwer akut psychisch krank und eingesperrt oder sogar gefesselt.
    Geändert von durga (06.10.2019 um 15:34 Uhr)

  9. Member Avatar von sommerlinde
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    AW: Systemsprenger

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Aber darauf, dass es nicht 100% geben kann (auch nicht mit Zwangssterilisation, das ist ja klar, oder, da zerstört man andere Leben anders, es ist übrigens auch nicht so, dass nicht auch heute auch in westlichen Ländern de facto zwangssterilisiert wird), darf das System sich mit seinem Systemversagen nicht ausruhen. Oder?
    nein, das nicht. Aber man sollte sich bewusst sein, dass manches Versagen systemimmanent ist. Und jedes (staatliche) Handeln ist eine Abwägung mit positiven und negativen Folgen. Mir fehlt die Phantasie mir auch auf dem diskutierten Bereich Regelungen vorzustellen wo staatlicherseits ausschliesslich menschliches Versagen zu "SystemsprengerInnen" führt.
    Ich habe den Eindruck, dass wir die gleiche Ausgangslage ähnlich sehen, allerdings ziehen wir schlicht unterschiedliche Schlüsse daraus.
    Zitat Zitat von Thomas de Maiziere
    Wenn wir wollen, dass Extremismusbekämpfung auch bei denen stattfindet, die schon gefährdet sind, oder halb abgerutscht sind, oder wenn es um Deradikalisierung geht, dann muss man auch mal den schwierigeren Weg probieren, und das heißt, dass man mit Menschen redet, mit denen man sonst vielleicht nicht so gerne reden würde, um eines höheren Ziels willen. Und wo da die Grenze zur Förderung ist, das ist nicht leicht zu bestimmen.

  10. Member Avatar von EstellaLacht
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    AW: Systemsprenger

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Klingt halt besser auf nem Filmplakat.
    das ist doch schmarrn. es klingt gewohnter, ja. und daran wird sich auch nichts ändern, wenn man weiterhin das "generische" maskulinum verwendet.

  11. Newbie Avatar von Kokosring
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    AW: Systemsprenger

    Ich hatte nicht den Eindruck, dass der Film eine*n Schuldigen sucht oder ausmacht. Das System ist erstmal so wie es ist. Die Sozialarbeiter*innen stecken in der Zwickmühle aus Distanziertheit und ihrer Aufgabe Nähe und Zuneigung und Stabilität zu geben. Und das Mädchen ist ja auch nicht aus Böswilligkeit aggressiv, sondern sehr alleine, traumatisert und fühlt sich (zurecht) unerwünscht.
    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Da sprengt nicht in erster Linie so ein Kind, da versagen die Erwachsenen.
    Ich finde daher, dass zum einen "Systemsprenger" kein perfekter Titel ist, "Systemsprengerin" aber vielleicht noch weniger, weil man ihn auch so interpretieren könnte, dass die "Schuld" bei Benni liegt.


    Meine Lehre aus dem Film ist, dass man nicht denken darf, dass das System perfekt ist (welches auch immer).
    Aber er lässt mich auch sehr hilflos zurück, weil ich auch nicht DIE Stellschraube erkenne, mithilfe der sich vieles zum besseren wenden würde. Ich bin aber auch nicht vom Fach. Gibt es da Ansätze/Ideen?

  12. Addict
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    AW: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Kokosring Beitrag anzeigen
    Ich hatte nicht den Eindruck, dass der Film eine*n Schuldigen sucht oder ausmacht. Das System ist erstmal so wie es ist. Die Sozialarbeiter*innen stecken in der Zwickmühle aus Distanziertheit und ihrer Aufgabe Nähe und Zuneigung und Stabilität zu geben. Und das Mädchen ist ja auch nicht aus Böswilligkeit aggressiv, sondern sehr alleine, traumatisert und fühlt sich (zurecht) unerwünscht.

    Ich finde daher, dass zum einen "Systemsprenger" kein perfekter Titel ist, "Systemsprengerin" aber vielleicht noch weniger, weil man ihn auch so interpretieren könnte, dass die "Schuld" bei Benni liegt.


    Meine Lehre aus dem Film ist, dass man nicht denken darf, dass das System perfekt ist (welches auch immer).
    Aber er lässt mich auch sehr hilflos zurück, weil ich auch nicht DIE Stellschraube erkenne, mithilfe der sich vieles zum besseren wenden würde. Ich bin aber auch nicht vom Fach. Gibt es da Ansätze/Ideen?
    ich finde vor dem hintergrund, dass das offensichtlich eine bezeichnung ist, die so genutzt wird (wenn auch natürlich nur inoffiziell), kann man den film auch so nennen.
    filmtitel sind nunmal nicht der ort, um sprachgebrauch zu reformieren. systemsprenger*innen wäre nicht so griffig gewesen, systemversagen trifft es auch nciht so richtig (das system versagt zwar, aber eignetlich kann es keiner so richtig besser machen und damit auch das versagen nicht unterbinden).

  13. Enthusiast Avatar von wunder
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    AW: Systemsprenger

    Systemversager klingt in meinen Ohren eher so, als würden die Betroffenen im System versagen und nicht, als würde das System versagen. Als müsste man den Bennies einen Vorwurf machen.

  14. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Systemsprenger

    Zitat Zitat von Kokosring Beitrag anzeigen
    Meine Lehre aus dem Film ist, dass man nicht denken darf, dass das System perfekt ist (welches auch immer).
    Aber er lässt mich auch sehr hilflos zurück, weil ich auch nicht DIE Stellschraube erkenne, mithilfe der sich vieles zum besseren wenden würde. Ich bin aber auch nicht vom Fach. Gibt es da Ansätze/Ideen?
    Das System ist halt nicht nur "nicht perfekt", wenn das das Schelchteste ist, was man sagen kann, klingt das für mich so, als wäre es halt so gut wie realistisch möglich und das weigere ich mich so zu sehen in einem reichen Land, dass angeblich Wert auf Menschenrechte legt, auch wenn Geld real sehr oft wichtiger ist.

    Wenn es DIE eine Stellschraube gäbe, wäre es wahrscheinlich leichter was zu verbessern, als es vielleicht ist. Ein wichtiger Punkt wäre, in unserer Gesellschaft das Ansehen und auch die finanzielle Entlohnung von Menschen zu verbessern, die "bloß" mit kleinen Kindern (kann ja jeder, oder? Und je kleiner das Kind, desto kleiner das Geld, siehe Gehalt für Erzieher_innen vs. Lehrer_innen Grundschule vs. Sek1 vs. Sek2, und Schule ist ja sogar noch ein Bereich, der im großen und ganzen ein gewisses Funktionsniveau voraussetzt) und nicht mit so richtig verteidigenswert zukunftswichtigen Sachen wie Autos ihr Geld verdienen. Selbst wenn man wollte, bräuchte das Zeit. Und halt Geld.
    Mit Hilflosigkeit zu leben ist eine der Belastungen bei der Arbeit in Hilfesystemen. Wie schon mehrfach angesprochen, wäre Unterstützung dabei auch ne feine Sache.

  15. Enthusiast Avatar von ninini
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    AW: Systemsprenger

    Ein wichtiger Punkt wäre, in unserer Gesellschaft das Ansehen und auch die finanzielle Entlohnung von Menschen zu verbessern
    Nee, ich finde, es müsste eine bessere Betreuungsquote geben. Aus eigener Erfahrung würde ich sagen, getreten, geschlagen, angespuckt, beleidigt und mit dem Tod bedroht zu werden, wird nicht besser, wenn man 1000 Euro mehr oder weniger im Monat verdient. Aber es hilft, wenn man nicht 6 - 10 Kinder pro Gruppe hat, sondern maximal vier, um die man sich dann auch adäquat kümmern kann, ohne dass ständig mehrere Kinder zu kurz kommen. Es ist doch schon in "normalen" Familien extrem schwierig, vier Kinder oder mehr unter einen Hut zu bekommen, wie soll das funktionieren, wenn die betreffenden Kinder auch noch mehr oder weniger traumatisiert sind?

    Ist aber letztlich natürlich auch eine Geldsache.

    Am besten wäre natürlich, die Traumatisierung würde gar nicht erst passieren.
    Ladies and gentlemen, take my advice: Pull down your pants and slide on the ice.

  16. Foreninventar Avatar von ana.
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    AW: Systemsprenger

    Zitat Zitat von ninini Beitrag anzeigen
    Nee, ich finde, es müsste eine bessere Betreuungsquote geben. Aus eigener Erfahrung würde ich sagen, getreten, geschlagen, angespuckt, beleidigt und mit dem Tod bedroht zu werden, wird nicht besser, wenn man 1000 Euro mehr oder weniger im Monat verdient. Aber es hilft, wenn man nicht 6 - 10 Kinder pro Gruppe hat, sondern maximal vier, um die man sich dann auch adäquat kümmern kann, ohne dass ständig mehrere Kinder zu kurz kommen. Es ist doch schon in "normalen" Familien extrem schwierig, vier Kinder oder mehr unter einen Hut zu bekommen, wie soll das funktionieren, wenn die betreffenden Kinder auch noch mehr oder weniger traumatisiert sind?

    Ist aber letztlich natürlich auch eine Geldsache.

    Am besten wäre natürlich, die Traumatisierung würde gar nicht erst passieren.
    Ich sehe das ähnlich.

    Ich gehe demnächst zusammen mit unserem kooperierenden jugendamt und unserer sozialarbeiterin und guck mir den film an. Einerseits bin ich neugierig, andererseits weiss ich aber auch nicht so richtig warum ich mir das alles noch zusätzlich im kino angucke

  17. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Systemsprenger

    Was Neues wirst Du da nicht sehen, hab ich nicht mal und ich hab mit KJP nur im Dienst zu tun und mit Jugendhilfe noch, wenn es um Kinder von Patient_innen geht.
    Aber vielleicht bietet es einen Aufhänger für Gespräche, die man haben müsste, aber nicht hat, wenn es um ein konkretes Kind und reale Entscheidungen geht?

  18. Foreninventar Avatar von ana.
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    AW: Systemsprenger

    Achso, ich meinte nicht dass ich da was neues sehe. Ich binneugierigauf die umsetzung und den Vergleich zur Realität.

  19. Enthusiast Avatar von wunder
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    AW: Systemsprenger

    Mag mir jemand per Pn das Ende spoilern?

  20. Junior Member
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    AW: Systemsprenger

    Bei mir und meiner Freundin/Kollegin sind im Kino echt ein paar Tränen geflossen. Wir haben mal mit einer Jugendlichen gearbeitet, die sich quasi genau so verhalten hat, wie Benni. Sie sah ihr sogar ähnlich und auch die Geschichte dahinter war ähnlich. (Aber die Geschichten sind ja meist ähnlich.)

    Der Film hat mir wirklich gut gefallen und zeigt m. E. deutlich das Versagen des Systems.

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