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  1. Junior Member Avatar von Mariyola
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    Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Wie macht ihr das?
    Nach einem Wochenende bei meinen Eltern habe ich (mal wieder, aber diesmal ganz besonders) das Gefühl, dass ich mit meinen Vorstellungen auf komplett taube Ohren stoße.

    Es geht um das Oma-Enkel Verhältnis. Meine Tochter ist jetzt 3 und gerade wieder in einer Phase, in der sie stark austestet, was geht und was nicht. Sie ist immer schon sehr sensibel, gefühlsstark und impulsiv. Sie rastet regelmäßig aus und brüllt vor sich hin, schlägt auch um sich und wirkt sehr verzweifelt in solchen Situationen. Weint dann auch danach und braucht viel Zuwendung. Es wird besser und kommt nicht mehr ganz so häufig vor und wir bemühen uns, konsequent zu sein und ihr ein stabiles Umfeld zu bieten. Aber ganz ohne Wutanfälle geht es nicht. Finde ich in dem Alter jetzt auch nicht so ungewöhnlich, wir müssen da halt durch.

    So. Meine Mutter kann das nicht aushalten. Sie kann es auch nicht aushalten, wenn L. in der Drogerie etwas haben möchte und kauft ihr einfach alles, was sie will. Sie geht mit diversen Süßigkeiten, Badezusätzen, Getränken, Zeitschriften, etc. aus dem Laden. Der letzte Höhepunkt war ein batteriebetriebener Stoffhund, den man füttern kann. Sie kann sie nicht weinen sehen. Und L. weint natürlich sofort los, weil sie weiß, dass sie die Oma so rumbekommt.

    Der zweite Punkt sind die Süßigkeiten. L hat noch nie besonders gut und vielseitig gegessen. Es ist mir wichtig, dass sie zumindest ein bisschen was von den regulären Mahlzeiten isst, bevor es was Süßes gibt. Das Gewicht ist unproblematisch, aber für die Zähne finde ich es schon bedenklich. Am Sonntag hat meine Mutter ihr alleine zwischen 9 und 12 Uhr eine Flasche (!) Kakao, ein Überraschungsei, ein paar Kekse, Eierkuchen mit Nutella und ein Eis geben wollen. Die Eierkuchen hat sie ihr auch noch eine Stunde vor dem Mittagessen geben wollen. An dem Punkt musste ich dann leider laut werden. Ich hatte drei Mal drum gebeten, dass es jetzt bitte nichts Süßes mehr gibt. Sie hätte noch eine Banane oder so haben können, hätte sie denn tatsächlich Hunger gehabt. Ich wurde drei Mal nicht gehört. Als ich dann lauter wurde, war sie eingeschnappt.

    Ich verstehe dieses Verhalten nicht und finde es absolut unmöglich. Sie soll sie ja von mir aus verwöhnen, aber so wie es jetzt läuft, schadet sie ihr auf lange Sicht doch nur. Und ich fühle mich auch einfach null ernstgenommen. Keine Ahnung, ob sie irgendwas meint kompensieren zu müssen, aus meiner Kindheit kenne ich dieses Verhalten von ihr gar nicht. Da gab es nie einfach so was zwischendurch beim Einkaufen.

    Der Punkt ist, dass ich ihr meinen Standpunkt schon ganz oft erklärt habe und sie ist dann auch einsichtig. Sie vergisst auch in der jeweiligen Situation nicht, was wir besprochen hatten. Sie sagt dann schon immer „aber sag das der Mama nicht“, „das ist unser Geheimnis“, „die Mama bekommt wieder die Krise, wenn sie sieht, was wir eingekauft haben“. Ich glaube ihr ist meine Meinung dann tatsächlich egal bzw. ist es ihr wichtiger L. von vorne bis hinten zu verwöhnen.

    Ich weiß gar nicht, wie ich dem Ganzen noch Einhalt gebieten soll. Sie ist ansonsten eine ganz tolle Oma, kümmert sich sehr liebevoll und nimmt auf L.‘s Bedürfnisse ganz viel Rücksicht. Nur auf meine halt so gar nicht.
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  2. Member
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Meine Tochter ist auch 3, ich kann alles was Du schreibst gut verstehen. Eine Sache hab ich aber nicht gelesen oder möglicherweise übersehen? Wie oft ist Deine Kleine bei Oma?

    Wenn die Oma nicht regelmäßige/ Alltagsbetreuerin (wie Du z.B. oder die Kindergärtnerin) ist, dann würde ich es möglicherweise laufen lassen. Kinder können das schon unterscheiden, dass es unterschiedliche Regeln bei unterschiedlichen Verantwortlichen gibt und der Schaden (z.B. bzgl Zähnen) hält sich in Grenzen.
    Geändert von Pinkmelon (18.11.2019 um 14:13 Uhr)

  3. Regular Client Avatar von Joline
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Wie oft seht ihr euch denn?

  4. Junior Member Avatar von Mariyola
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Unterschiedlich. Sie holt sie ca. 2 oder 3 mal im Monat von der Kita ab und meist sehen wir uns noch 1/Monat am Wochenende, oft mit Übernachtung.
    Man könnte wohl auch darüber weg sehen, aber mir geht es auch ein bisschen ums Prinzip wahrscheinlich.

  5. Member
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Wenn deine Mutter dich nicht ernst nimmt, würde ich mir sehr gut überlegen wie oft du dein Kind allein zu deinen Eltern geben willst. Ich kenne auch die Seite,dass ich von Omas gehört habe,dass die eigene Tochter ja so streng sei auch von wegen Schokolade/Fernsehen,diese Frau hatte einiges zu kompensieren,sie war nämlich mit ihrer Tochter damals alleinerziehend,hatte wenig Zeit,oft auch wenig Geld...

  6. Regular Client Avatar von Joline
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Zitat Zitat von Pinkmelon Beitrag anzeigen
    Meine Tochter ist auch 3, ich kann alles was Du schreibst gut verstehen. Eine Sache hab ich aber nicht gelesen oder möglicherweise übersehen? Wie oft ist Deine Kleine bei Oma?

    Wenn die Oma nicht regelmäßige/ Alltagsbetreuerin (wie Du z.B. oder die Kindergärtnerin) ist, dann würde ich es möglicherweise laufen lassen. Kinder können das schon unterscheiden, dass es unterschiedliche Regeln bei unterschiedlichen Verantwortlichen gibt und der Schaden (z.B. bzgl Zähnen) hält sich in Grenzen.
    Sehe ich ganz genau so.

  7. Member
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Ich glaube ihr ist meine Meinung dann tatsächlich egal bzw. ist es ihr wichtiger L. von vorne bis hinten zu verwöhnen.
    Egal vermutlich nicht, aber das ist in dem Augenblick (und alle wissen wie anstrengend es mit 3-Jährigen sein kann) der Weg des geringsten Widerstands. Erwartest Du von ihr aktiv „Erziehung“ (also mehr als sichere, liebevolle Aufbewahrung)? Möglicherweise kann sie nervlich wirklich nicht mehr so wie bei Dir früher und sie sieht Ihr Erziehungssoll als an Dir erfüllt an...

  8. Get a life! Avatar von Delisha
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Ich lass meine Eltern da ziemlich machen. Also bei Geschenken eskalieren sie auch ziemlich.... Aber das haben sie damals bei mir auch schon gemacht und aus mir ist auch was geworden
    Beim Essen hören sie dann schon halbwegs auf mich. Da gibts dann schon eher mal das Lieblingsessen vom Kind oder öfter Gummibärchen und so Kram. Aber wenn ich ihnen sag, dass das Kind dann völlig überdreht ist (was sie ja auch selbst dann miterleben), dann versuchen sie sich schon zurückzuhalten.

    Ich würd mir überlegen welche Dinge wirklich wichtig sind und wo ich mich durchsetze. Ich würde aber nicht erwarten, dass sie alles genauso machen wie ich. Kinder finden das glaub ich ganz schön, wenn bei Oma und Opa mal was Besonders und anders ist.
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  9. Senior Member Avatar von babyface
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Zitat Zitat von Mariyola
    Der Punkt ist, dass ich ihr meinen Standpunkt schon ganz oft erklärt habe und sie ist dann auch einsichtig. Sie vergisst auch in der jeweiligen Situation nicht, was wir besprochen hatten. Sie sagt dann schon immer „aber sag das der Mama nicht“, „das ist unser Geheimnis“, „die Mama bekommt wieder die Krise, wenn sie sieht, was wir eingekauft haben“. Ich glaube ihr ist meine Meinung dann tatsächlich egal bzw. ist es ihr wichtiger L. von vorne bis hinten zu verwöhnen.

    Ich weiß gar nicht, wie ich dem Ganzen noch Einhalt gebieten soll. Sie ist ansonsten eine ganz tolle Oma, kümmert sich sehr liebevoll und nimmt auf L.‘s Bedürfnisse ganz viel Rücksicht. Nur auf meine halt so gar nicht.
    Wie sich das aufs Kind auswirken kann, kann ich nicht beurteilen, damit hab ich noch keine Erfahrung. Aber dass sie sich so bewusst über Deine Meinung hinwegsetzt und Deine Ansagen da lächerlich macht, das kenne ich gut von meiner Mutter und frage mich auch bei jedem Besuch wieder, wie ich damit umgehen soll. ZB mag mein Mann es so gar nicht, wenn sich jemand in "seinen" (also auch meinen ) Haushalt einmischt. Hab ich meiner Mutter mehrmals ausdrücklich gesagt, aber sie will unbedingt helfen. Beim letzten Mal meinte sie dann "Dann ist der X halt ein bisschen sauer, ich will das aber jetzt machen" und saugte unsere Wohnung, beschnitt die Blumen etc. Oder deckt das Baby mit einem Tuch zu, obwohl wir sehr deutlich gesagt haben, dass wir das nicht möchten.

    Ich finde das total schwierig, ihr zu erklären, wo genau das Problem liegt. So wie Deine Mutter Dein Kind halt verwöhnen will, will meine Mutter uns mit kleinem Baby helfen - ist ja an sich eine tolle Sache und es wirkt so lächerlich, dann deswegen Streit anzufangen. Aber mich macht es jedes Mal wütend, so übergegangen zu werden und nicht wie auf Augenhöhe behandelt zu werden. Im Gegenteil sollten mein Mann und ich bei unserem Baby und unserem Haushalt ja das letzte Wort haben dürfen.
    Nächste Woche steht wieder Besuch von meiner Mutter an und obwohl wir eigentlich ein gutes Verhältnis haben, graut es mir schon davor.

  10. Junior Member Avatar von Mariyola
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Zitat Zitat von babyface Beitrag anzeigen
    ZB mag mein Mann es so gar nicht, wenn sich jemand in "seinen" (also auch meinen ) Haushalt einmischt. Hab ich meiner Mutter mehrmals ausdrücklich gesagt, aber sie will unbedingt helfen. Beim letzten Mal meinte sie dann "Dann ist der X halt ein bisschen sauer, ich will das aber jetzt machen" und saugte unsere Wohnung, beschnitt die Blumen etc. Oder deckt das Baby mit einem Tuch zu, obwohl wir sehr deutlich gesagt haben, dass wir das nicht möchten.

    Ich finde das total schwierig, ihr zu erklären, wo genau das Problem liegt. So wie Deine Mutter Dein Kind halt verwöhnen will, will meine Mutter uns mit kleinem Baby helfen - ist ja an sich eine tolle Sache und es wirkt so lächerlich, dann deswegen Streit anzufangen. Aber mich macht es jedes Mal wütend, so übergegangen zu werden und nicht wie auf Augenhöhe behandelt zu werden. Im Gegenteil sollten mein Mann und ich bei unserem Baby und unserem Haushalt ja das letzte Wort haben dürfen.
    Nächste Woche steht wieder Besuch von meiner Mutter an und obwohl wir eigentlich ein gutes Verhältnis haben, graut es mir schon davor.
    Das trifft es eigentlich total. Danke!
    Und das ist auch mein großes Problem dabei: Sie ist ein herzensguter Mensch, hilft mir wo sie kann und liebt ihr Enkelkind abgöttisch (und wird auch ebenso abgöttisch von ihr geliebt). Ich fühle mich total undankbar, wenn ich wegen dieser "Lapalien" anfange zu diskutieren, aber irgendwo ist ihr Verhalten mir gegenüber schon auch sehr respektlos. Sie fühlt sich bei der kleinsten Kritik auch sofort angegriffen, nimmt alles persönlich. Das macht es für mich noch schwerer meinen Standpunkt klar zu machen. Ich will sie ja auch nicht verletzen oder einschränken. Sie soll L. schon auch verwöhnen, aber in dem Maß gerade tut es dem Kind auch einfach nicht mehr gut. Die braucht immer erst mal 2 Tage um wieder auf Spur und von dem ganzen Zucker runter zu kommen (und ich bin da sowieso schon auch eher freigiebig).
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  11. Junior Member Avatar von Mariyola
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Ein Beispiel noch eben dazu, weil ich das wirklich traurig fand.
    L. hatte im September Geburtstag. Sie hat von uns ein Fahrrad bekommen und dazu noch 2 verpackte Geschenke (Buch und Tonie Figur). Ich hatte einen tollen Geburtstagstisch gemacht, mit Kuchen, Luftschlangen und Luftballons. Die Geschenke der Familie kamen dann am Wochenende noch dazu.

    Sie hat ihre Geschenke ausgepackt und dann gefragt, wann sie noch mehr bekommt. Das seien ja nur 2 Geschenke gewesen. Das finde ich für ne Dreijährige echt nicht schön.
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  12. Junior Member Avatar von Mariyola
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    @Pinkmelon: Ja das stimmt sicherlich. Ich erwarte keine Erziehung von, gar nicht. Sie soll einfach ne schöne Zeit mit ihr haben, wenn sie sich sehen.
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  13. Member
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Was ist denn die Begründung, wenn Du sie darauf ansprichst? Sagt sie selbst, dass sie sie nicht weinen sehen kann oder behauptet sie, dass sie es vergessen hat?

    Ich befürchte mittlerweile ein bisschen, dass mir/uns ähnliches bevorsteht ... :/

  14. Junior Member Avatar von Mariyola
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Zitat Zitat von lyn Beitrag anzeigen
    Was ist denn die Begründung, wenn Du sie darauf ansprichst? Sagt sie selbst, dass sie sie nicht weinen sehen kann oder behauptet sie, dass sie es vergessen hat?

    Ich befürchte mittlerweile ein bisschen, dass mir/uns ähnliches bevorsteht ... :/
    Sie sagt ganz klar, dass sie es nicht aushält ihr etwas abzuschlagen.
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  15. Senior Member Avatar von Stina
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Zitat Zitat von Mariyola Beitrag anzeigen
    Sie hat ihre Geschenke ausgepackt und dann gefragt, wann sie noch mehr bekommt. Das seien ja nur 2 Geschenke gewesen. Das finde ich für ne Dreijährige echt nicht schön.
    Ich würde das mit der Frage nach Geschenken nicht so dramatisch sehen, ich glaube, in dem Alter verstehen da Kinder noch nicht, was viel/wenig ist und sind halt auch noch nicht so "höflich", nicht nachzufragen. Also mein Kind fragt ggf auch, ob er noch was bekommt - manchmal gibt's ja mehrere Geschenke von einer Person. Für Erwachsene ist das etwas peinlich und wirkt undankbar, aber ich glaube, es entspricht einfach dem Alter.


    Die anderen Sachen wurden mich sehr stressen und ich würde da versuchen, nochmal ein Gespräch zu führen. Gerade, weil du sie sonst als Oma ja sehr schätzt.

  16. V.I.P. Avatar von Ananasringi
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Kannst du evtl. deinen Freund/Mann vorschicken, damit der mal mit ihr/ihnen redet? Das hat überraschenderweise bei uns ganz gut gefruchtet, vermutlich weil Stimme von außen und so.

    Kurzform:
    Bei meinen Eltern, vor allem meiner Mutter, war/ist es ziemlich ähnlich, die sind vor allem mit Geschenken für's Kind immer völlig aus dem Rahmen gefallen. Diese ärgerliche Geburtstagssituation mit den "wenigen" Geschenken hätte auch bei uns stattfinden können. Erschwerend kommt hinzu, dass L. 2-3x in der Woche bei ihnen ist. Bei uns hatten sich die Rollen so ausgebildet, dass ich die strenge Mutter bin, die immer alles verbietet, das arme Kind muss "auch mal was haben dürfen", mein Freund stand irgendwo dazwischen. Ich bin, eigentlich seit ich ein Kind habe, total ungern zu meinen Eltern gegangen, weil es fast jedesmal Streit um irgendwelche Zeitschriften/Schnullikram/Badezeug/Kleinscheiß gab und immer eine furchtbare, passiv-aggressive Grundstimmung herrschte.

    Ostern dieses Jahr ist es dann ziemlich eskaliert, weil meine Eltern unabgesprochen eine riesige Anschaffung getätigt und uns HINTERHER gefragt haben, ob wir einverstanden sind. Wir waren aber nicht einverstanden :'). Dann haben sie von uns verlangt, sich um die Rücksendung zu kümmern, das Teil wäre so sperrig und schwer, wir haben uns geweigert, es herrschte ein paar Wochen beleidigte Funkstille. Letztlich hat mein Freund dann mit ihnen gesprochen (ich habe mich geweigert), dass nicht dauernd Zeug gekauft werden muss, dass sie sich mit uns abstimmen sollen usw. usw. und, kaum zu glauben, das hat tatsächlich einigermaßen funktioniert. Meine Eltern sind immer noch weit entfernt von maßvollem Konsum, aber sie fragen jetzt meistens vorher, oder kaufen nicht blind alles, nur weil es niedlich ist, sondern machen sich auch mal Gedanken um den Sinn von irgendeinem Spielzeug UND sagen auch mal Nein. Demgegenüber meckere ich nicht die ganze Zeit, lobe sie, wenn sie eine gute Spielzeugidee hatten und auch, wenn sie mal was nicht gekauft haben. Der Zustand ist immer noch fragil und ich fürchte mich auch etwas vor Weihnachten, aber es ist schon mal wesentlich entspannter so.
    Herr Pisanelli! Herr Pisanelli!

  17. Stranger
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Ich glaube es ist wirklich schwierig, wenn Großeltern a) nicht mehr so die Nerven haben wie früher und somit eher verwöhnen und b) sich freuen ihren Enkeln etwas Gutes tun möchten (ist das nicht schön, das musste ich kaufen).
    Vielleicht kannst du (nicht in der Situation, sondern in Ruhe) darüber was dir wichtig ist und worüber du einfach hinwegsiehst, ein bisschen verwöhnen dürfen Großeltern.

  18. Alter Hase Avatar von Bibliophilia
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Bei solchen Besuchsintervallen würde ich das auch einfach laufen lassen und mich in milder Gelassenheit üben.
    Ich kenne das mit dem verwöhnt werden durch Großeltern selbst gut und habe da sehr warme Erinnerungen dran. Dementsprechend interveniere ich nicht, wenn meine Eltern Geschenke ankarren und es Waffeln und Eis und Pommbären am gleichen Tag gibt und natürlich abends im Schlafanzug noch ferngesehen werden darf.

    Was ich bei deiner Schilderung aber schlimm finde, ist dieses „Verschwören“ gegen dich, was deine Mutter da versucht. Erstens bringt sie dein Kind da in eine total blöde Lage und zweitens muss meiner Meinung nach vor dem Kind klar sein, dass ihr an einem Strang zieht und nicht gegeneinander arbeitet.
    Das würde ich auf jeden Fall ansprechen und dann ggf. Kompromisse eingehen, wenn du ihr nicht komplett freie Hand lassen möchtest.

  19. Foreninventar Avatar von cyan
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Ganz genau das wollte ich auch schreiben. Das Kind dazu auffordern, Geheimnisse vor mir zu haben – DAS wäre für mich ein absolut rotes Tuch!

    Ich wurde als Kind auch häufiger in solche Loyalitätskonflikte verwickelt und habe es gehasst. Das wäre das einzige, was ich wirklich ausdrücklich unterbinden würde.


  20. Urgestein Avatar von Jimi
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    AW: Den eigenen Eltern Grenzen aufzeigen

    Zitat Zitat von cyan Beitrag anzeigen
    Ganz genau das wollte ich auch schreiben. Das Kind dazu auffordern, Geheimnisse vor mir zu haben – DAS wäre für mich ein absolut rotes Tuch!
    Ja, absolut! Das geht für mich auch gar nicht.
    Wobei ich dieses „nichts abschlagen können“ durchaus auch problematisch sehe und das mich auch stören würde. Ich finde nämlich 4x im Monat jetzt nicht unbedingt so selten, als dass ich da so locker darüber hinwegsehen würde.
    Ich finde auch, dass Großeltern gerne verwöhnen dürfen, aber irgendwo gibt es für mich da eine Grenze.
    Wohin führt mein Weg?
    Ich kann es nicht sehn.
    Was macht es schon aus,
    Wohin Leute gehn?
    ♥♥

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