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  1. Get a life!

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von Serafina Beitrag anzeigen
    sarah, sie sollen auch nicht blind für das thema sein. nur würde ich mir nicht ihre freundin als beispiel dafür greifen, dass menschen aufgrund ihrer hautfarbe/ religion/... unterschiedlich sind, wenn diese merkmale für ihre freundschaft gar kein unterscheidungsmerkmal ist. dass sie sich einsetzen, wenn andere schlecht behandelt werden, ist hingegen wichtig.
    Ohne bei meinem Kind bisher diese Erfahrung selbst zu haben, aber ja, ich sehe das auch so. Weshalb sollte man ein Kind plötzlich darauf hinweisen, dass da etwas zwischen ihnen stehen könnte, wenn das bisher nie ein Thema war.

  2. Get a life!

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Also die Kinder die es betrifft, die erfahren das allerdings schon recht früh - also ist tatsächlich die Frage wie lang ihr warten könnt.

    Meine erste Alltagsrassismus Erfahrung war im Kindergarten (also an die ich mich erinnern kann): "ihr Türken kommt ja dann nicht in den Himmel".
    Da liegt das Problem aber doch eher nicht darin begründet, dass dieses Kind nicht "positiv" über Rassismus aufgeklärt wurde, sondern daran, dass es im Gegenteil scheinbar "negativ" von Eltern oder Umfeld geprägt wurde...
    Ein Kind, das sowas nie von Eltern oder sonstigen Bezugspersonen gehört hat, sprich dahingehend zwar nicht aufgeklärt, sondern einfach "neutral" begleitet wurde, kommt doch nicht plötzlich mit so einem Spruch daher.

  3. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Ja, das dachte ich mir auch. Warum
    sollte meine Tochter sowas sagen, wenn es für sie einfach normal ist, dass Menschen unterschiedliche Hautfarben, Religionen etc. haben und wir nicht solche Sachen sagen? (Und das wird für sie normal sein, sie sieht jetzt schon täglich POC auf der Straße, auf dem Spielplatz etc. und ihre künftige Kita ist auch sehr divers. Abgesehen von poc in unserer Familie und unserem Freundeskreis, die sind mir jetzt erstmal nicht eingefallen, weil wir wegen Corona niemanden sehen ).

    Also später werden wir natürlich Rassismus mit ihr thematisieren, aber quasi vor dem ersten Kindergartenbesuch hätte ich auch eher gedacht, dass das unnötig irritiert, wenn das Kind sonst gar nicht auf die Idee gekommen wäre, dass es da ein „Problem“ gibt.
    Sorry für die blöde Analogie, aber ich erinnere mich daran, dass es mir als Kind mit Ost-/Westdeutschen so ging. Das war einfach kein Thema, ich wusste dass es mal die Teilung gab, war für mich aber Vergangenheit und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Ostdeutsche irgendwie „anders“ sind. Ich bin dann als Jugendliche quasi aus allen Wolken gefallen, dass es Leute gibt, die irgendwelche Sprüche über „Ossis“ loslassen und es da ein „wir“ und „ihr“ gibt.
    Man soll schweigen oder Dinge sagen, die besser sind als das Schweigen.

  4. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von Serafina Beitrag anzeigen
    sarah, sie sollen auch nicht blind für das thema sein. nur würde ich mir nicht ihre freundin als beispiel dafür greifen, dass menschen aufgrund ihrer hautfarbe/ religion/... unterschiedlich sind, wenn diese merkmale für ihre freundschaft gar kein unterscheidungsmerkmal ist. dass sie sich einsetzen, wenn andere schlecht behandelt werden, ist hingegen wichtig.
    Ja, das verstehe ich durchaus.
    Ich bin mir ehrlich gesagt auch nicht sicher was RICHTIG ist.

    Zitat Zitat von wendo Beitrag anzeigen
    Ich finde auch vor allem die Frage schwierig (das lehnt an das an, was Serafina geschrieben hat), nicht ob ich diese abstrakte Ebene mit einem Kind besprechen kann, sondern ob ich das will. Und zwar nicht vor dem Hintergrund, weil ich es unangenehm oder ungemütlich finde und daher lieber ausblende, sondern vor dem Hintergrund, dass ich dadurch mein Kind vielleicht erst darauf hinweise, dass es da Unterschiede gibt.
    Natürlich besteht dann die Gefahr, dass das Kind aus anderer Quelle Dinge hört oder erfährt, und nichts damit anfangen kann. Aber angelehnt an das Indianer-Beispiel in der Schule, das hier im Thread genannt wurde... das macht auf mich den Eindruck, dass Kinder da sehr viel sachlicher und weniger emotional rangehen (sofern das Thema nicht vorher schon emotional war für sie) rangehen.
    Was dann ja bedeuten würde, dass reagieren wenn es so weit ist nicht zwangsweise schlechter sein muss als vorab agieren?
    Na da sind wir für mich wieder bei den Priviligien. Kinder die betroffen sind haben nicht die Wahl das zu entscheiden, oder ihre Eltern, es passiert ihnen und das relativ früh.

    Also finde ich schon irgendwie, dass man seine Kinder auf das vorbereiten muss.

    Zitat Zitat von wendo Beitrag anzeigen
    Da liegt das Problem aber doch eher nicht darin begründet, dass dieses Kind nicht "positiv" über Rassismus aufgeklärt wurde, sondern daran, dass es im Gegenteil scheinbar "negativ" von Eltern oder Umfeld geprägt wurde...
    Ein Kind, das sowas nie von Eltern oder sonstigen Bezugspersonen gehört hat, sprich dahingehend zwar nicht aufgeklärt, sondern einfach "neutral" begleitet wurde, kommt doch nicht plötzlich mit so einem Spruch daher.
    Natürlich nicht - aber vielleicht hat das Kind einfach eine Prägung mitbekommen "nur Christen kommen in den Himmel" und baut dann was zusammen.

    Das muss aus meiner Sicht nicht unbedingt negativ belegt sein.
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  5. Enthusiast

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Könnt ihr euch denn noch erinnern, wie ihr das Thema in euer eigenen Kindheit wahrgenommen habt?

  6. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von wieauchimmer Beitrag anzeigen
    Ja, das dachte ich mir auch. Warum
    sollte meine Tochter sowas sagen, wenn es für sie einfach normal ist, dass Menschen unterschiedliche Hautfarben, Religionen etc. haben und wir nicht solche Sachen sagen?
    Weil es andere Leute sagen - dein Kind hört ja nun auch andere Leute außer euch sprechen.

    Und ist es nicht gerade das, "Kinder stark machen gegen Rassimus" ? Ihnen klar zu machen, dass sie für andere kämpfen müssen?
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  7. Get a life!

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Ja, das verstehe ich durchaus.
    Ich bin mir ehrlich gesagt auch nicht sicher was RICHTIG ist.



    Na da sind wir für mich wieder bei den Priviligien. Kinder die betroffen sind haben nicht die Wahl das zu entscheiden, oder ihre Eltern, es passiert ihnen und das relativ früh.

    Also finde ich schon irgendwie, dass man seine Kinder auf das vorbereiten muss.
    Du warst als Kind selbst betroffen. Ich glaube dir, dass das enorm prägt. Gleichzeitig würdest du deine eigenen Kinder selbstverständlich vor den gleichen Erfahrungen schützen wollen.

    Ich finde es umgekehrt aber genauso nachvollziehbar (wenn für dich vielleicht auch schwer respektierbar oder akzeptierbar), dass alle Eltern ihre Kinder schützen wollen. Zumindest solange sie noch sehr klein und prinzipiell unvoreingenommen sind (sofern halt nicht schon "falsch" geprägt durch das Umfeld). Ich finde nicht, dass man pauschal erwarten kann, dass kleine Kinder ihr Privileg der "Neutralität" aufgeben müssen.
    Kinder sollten ein Recht darauf haben und behalten, natürlich nicht Bullshit vermittelt zu bekommen, gleichzeitig aber auch darauf, nicht die "Kämpfe" führen zu müssen, die eigentlich Sache der Eltern sind. Vor allem nicht, solange ein Kind das aufgrund seiner geistigen und emotionalen Reife noch gar nicht kann.

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Natürlich nicht - aber vielleicht hat das Kind einfach eine Prägung mitbekommen "nur Christen kommen in den Himmel" und baut dann was zusammen.

    Das muss aus meiner Sicht nicht unbedingt negativ belegt sein.
    Deshalb "negativ" ja in Anführungszeichen... irgendeine blödsinnige Aussage wird das Kind wohl mitbekommen haben. Egal was es genau war, wenn ein Kind in dem Alter es schafft, das so umzudeuten, dass es nachher diskriminierend ist, dann muss es ein großer Blödsinn gewesen sein.
    So oder so ist das in dem Fall dann aber ein Resultat des Nicht-Redens, sondern des "Blödsinn"-Redens.

  8. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von wunda Beitrag anzeigen
    Könnt ihr euch denn noch erinnern, wie ihr das Thema in euer eigenen Kindheit wahrgenommen habt?
    daran muss ich mit schrecken denken - norddeutsches dorf anfang der 80er. schon allein, wie die türkischen kinder, die damals tatsächlich kaum deutsch sprachen, in der grundschule von den lehrern, aber auch uns mitschülern ignoriert wurden. und schon gar nicht gefördert. und das ist nur ein trauriger aspekt. ganz alltäglicher rassismus, der damals normal war. keine ahnung, wann ich aufgewacht bin und erkannt habe, dass sowas nicht akzeptiert werden kann.

  9. Addict

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    ja, also ich spreche mit meinen kindern gar nciht ständig rassismus an, ich finde, wenn man erstmal das thema ausgrenzung allgemein anspricht, landet man da sehr schnell. man muss ja nur mal beobachten, wer vielleicht seltener zu kindergeburtstagen eingeladen wird, wessen turnbeutel immer rumgeschmissen wird etc. oft landet man dann halt doch auch beim thema rassismus. und gerade dann ist es gut, wenn die kinder mentales werkzeug haben, wie sie sich dem ganzen entgegenstellen können (und zwar nicht unbedingt als opfer sondern als zuschauer).

    explizit über rassismus hab ich mit den kindern erst später, so mitte der grundschule bewusst gesprochen, außer es hatte sich vorher ergeben. mein kind hat schon so was gesagt wie "ich find die frisuren von xy aus meiner klasse (mit den eltern aus nigeria eingewandert) echt komisch". sowas ist ja ein super aufhänger für ein "anders und ungewohnt ist nicht schlecht und muss nicht bewertet werden"-gespräch. wir haben dann - weil die kinder sich mochten - die familie auch öfter mal eingeladen und einmal haben sie halt frisurenzeug mitgebracht und ganz viel erzählt was man in nigeria so trägt etc.

    das ist ja wie mit dem frauenthema. ich spreche nicht ständig mit meinen kindern darüber, dass frauen in vielen bereichen noch benachteiligt sind. aber jetzt während corona hab ich öfter mal gefrragt, wer bei den anderen kindern zuhause bleibt, urlaub genommen hat etc., und das sind halt meistens die mütter gewesen (hier in meinem umfeld) und dann habe ich schon sehr deutlich gesagt, was ich davon halte, dass komischerweise bei allen familien der beruf des vater offensichtlihc viel wichtiger ist.

  10. Get a life!

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Weil es andere Leute sagen - dein Kind hört ja nun auch andere Leute außer euch sprechen.

    Und ist es nicht gerade das, "Kinder stark machen gegen Rassimus" ? Ihnen klar zu machen, dass sie für andere kämpfen müssen?
    Genau das meinte ich in meinem vorherigen Post? Du erwartest ernsthaft, dass ein Kindergartenkind einen "Kampf" gegen Rassismus führt?

    Stark machen gegen Rassismus beginnt für mich eher damit, dass sie zuallererst mal lernen, andere Menschen mit Respekt zu behandeln. Das fängt damit an, dass mein Kind mit nicht hauen darf, wenn sie gerade grantig auf mich ist, genauso wie kein anderen Kind oder auch sonst keinen anderen Menschen. Dass es sich nicht einfach nimmt, was es möchte, sondern vorher fragt... sei das in der Sandkiste oder wo auch immer. Dass es ein "Nein" und ein "Ich will das nicht" respektieren lernt und versteht, dass es persönliche Grenzen gibt, die nicht überschritten werden dürfen.

    Wenn ein Kind das mal intus hat und nicht nur aus Furcht vor Strafe, sondern aus Überzeugung, weil es selbst meint, dass das der richtige Umgang mit anderen Menschen ist, täglich lebt, dann ergibt sich das Unrecht erkennen und ggf. benennen und ggf. helfen zum Teil schon von selbst. Oder kann von den Bezugspersonen ganz leicht in die richtige Richtung geleitet werden.

  11. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Ich finde es auch nachvollziehbar, dass man Kinder schützen möchte und nicht verängstigen.
    Und natürlich muss das altersgemäß stattfinden.

    Ich reite auf den Privilegien nur so rum, weil es für mich eines der zentralen Punkte des Rassismus sind. Die Frage ob man sich damit auseinandersetzen MUSS oder nicht.
    Das Wegschauen, weil es einen nicht direkt selber betrifft, ist Unterstützung.

    Und wenn die Fragestellung ist, wie man Kinder stark dagegen macht, dann ist "nicht wegschauen" die höchste Priorität. Gerade wenn es sie nicht selber betrifft.


    Um bei deinem Beispiel zu bleiben, es gibt halt relativ viel Blödsinn. Und das war die harmloseste Erfahrung war, weil es mich jetzt nun nicht nachhaltig traumatisiert hat.
    Meine Mutter konnte mir dann glaubhaft versichern, dass alle in den Himmel kommen.
    Aber es stellt sich immer die Frage, wann wurde dieser Blödsinn zu den anderen Erfahrungen, die mich nachhaltig wirklich fertig machen. Und wo hätte man das stoppen können.


    Ich möchte noch was erzählen wenn ich darf, das soll jetzt auf gar nichts konkret bezogen sein, aber ist mir bei der Diskussion gerade eingefallen.

    Ich habe mal einige Jahre in einem türkischen Restaurant gekellnert. Eines Nachts brannten die Mülltonnen vor dem Haus. Brandstiftung.
    Später hat sich dann, ob durch Polizei-Ermittlung oder anders weiß ich nicht mehr, herausgestellt, das war der Sohn von einem Pärchen, die regelmäßig bei uns zum Essen kamen.
    Aufgeschlossene, tolerante und weltoffene Menschen. Die völlig verzweifelt waren wie so was passieren konnte.
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  12. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von wendo Beitrag anzeigen
    Genau das meinte ich in meinem vorherigen Post? Du erwartest ernsthaft, dass ein Kindergartenkind einen "Kampf" gegen Rassismus führt?

    Stark machen gegen Rassismus beginnt für mich eher damit, dass sie zuallererst mal lernen, andere Menschen mit Respekt zu behandeln. Das fängt damit an, dass mein Kind mit nicht hauen darf, wenn sie gerade grantig auf mich ist, genauso wie kein anderen Kind oder auch sonst keinen anderen Menschen. Dass es sich nicht einfach nimmt, was es möchte, sondern vorher fragt... sei das in der Sandkiste oder wo auch immer. Dass es ein "Nein" und ein "Ich will das nicht" respektieren lernt und versteht, dass es persönliche Grenzen gibt, die nicht überschritten werden dürfen.

    Wenn ein Kind das mal intus hat und nicht nur aus Furcht vor Strafe, sondern aus Überzeugung, weil es selbst meint, dass das der richtige Umgang mit anderen Menschen ist, täglich lebt, dann ergibt sich das Unrecht erkennen und ggf. benennen und ggf. helfen zum Teil schon von selbst. Oder kann von den Bezugspersonen ganz leicht in die richtige Richtung geleitet werden.
    Dass ich Kindergartenkinder nicht für den Kampf gegen des Rassismus verantwortlich mache, sollte eigentlich klar sein, oder?



    Um bei deinem Beispiel zu bleiben, was sagst du denn deinem Kind, wenn es sieht wie ein anderes Kind geschlagen wird?
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  13. Get a life!

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von nightswimming Beitrag anzeigen
    ja, also ich spreche mit meinen kindern gar nciht ständig rassismus an, ich finde, wenn man erstmal das thema ausgrenzung allgemein anspricht, landet man da sehr schnell. man muss ja nur mal beobachten, wer vielleicht seltener zu kindergeburtstagen eingeladen wird, wessen turnbeutel immer rumgeschmissen wird etc. oft landet man dann halt doch auch beim thema rassismus. und gerade dann ist es gut, wenn die kinder mentales werkzeug haben, wie sie sich dem ganzen entgegenstellen können (und zwar nicht unbedingt als opfer sondern als zuschauer).

    explizit über rassismus hab ich mit den kindern erst später, so mitte der grundschule bewusst gesprochen, außer es hatte sich vorher ergeben. mein kind hat schon so was gesagt wie "ich find die frisuren von xy aus meiner klasse (mit den eltern aus nigeria eingewandert) echt komisch". sowas ist ja ein super aufhänger für ein "anders und ungewohnt ist nicht schlecht und muss nicht bewertet werden"-gespräch. wir haben dann - weil die kinder sich mochten - die familie auch öfter mal eingeladen und einmal haben sie halt frisurenzeug mitgebracht und ganz viel erzählt was man in nigeria so trägt etc.

    das ist ja wie mit dem frauenthema. ich spreche nicht ständig mit meinen kindern darüber, dass frauen in vielen bereichen noch benachteiligt sind. aber jetzt während corona hab ich öfter mal gefrragt, wer bei den anderen kindern zuhause bleibt, urlaub genommen hat etc., und das sind halt meistens die mütter gewesen (hier in meinem umfeld) und dann habe ich schon sehr deutlich gesagt, was ich davon halte, dass komischerweise bei allen familien der beruf des vater offensichtlihc viel wichtiger ist.
    Du hast das gut auf den Punkt gebracht.
    Ich fand übrigens deinen ersten Post schon echt bewundernswert... ich bin da selbst weit davon entfernt noch, obwohl ich alles absolut richtig und nachahmenswert finde.

  14. Addict

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    eigenen kindheit:
    ich bin bestimmt besonders sensibiliert, weil ich selbst migrationshintergrund (durch ein elternteil) habe und viele auch nciht gute erfahrungen gemacht habe.
    meine eltern haben mich sehr offen erzogen und mir - ähnlich wie ich es handhabe - viel erzählt und erklärt udn mich offen gemacht für ausgrenzung und so. trotzdem wollte ich zum beispiel ab einem bestimmten alter nciht, dass mein vater erst nicht mehr seine muttersprache mit mir spricht in der öffentlichkeit. als ich kapiert hab, dass deutsch mit akzent auch nciht besser ankommt ,wollte ich, dass er gar nciht mehr mit mir spricht wenn wir unter fremden waren quasi. (hat er natürlich nicht gemacht, war ein guter anlass für das nächste gespräch...)
    in meiner damaligen stadt waren/sind amerikaner stationiert und mein vater hat/te beruflich viel mit ihnen zu tun, so dass poc für mich jetzt nichts außergewöhnliches waren als kind, ich hatte einige freunde unter den soldatenkindern, darunter eben auch einige poc. für mich völlig normal, bei nachbarn führte das auch zu krassen bemerkungen.
    die kinder türkischer eltern wruden bei uns in eine extra grundschulklasse gesteckt, das kam mir schon als kind komisch vor. die kinder alleinerziehender wurden auch etwas merkwürdig angeschaut, auch ganz ohne migrationshintergrund oder so.
    einzelne rassistische momente habe ich so viele erlebt, das kann ich gar nciht alles erzählen (also nicht auf mich bezogen, aber miterlebt).

  15. Addict

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    was man seinem kind sagt, wenn es sieht, dass ein anderes geschlagen wird ist doch klar. es soll das machen, was erwachsene in vergleichbaren situationen auch machen sollen.
    laut stopp rufen, andere dazubitten und um "hilfe" bitten, aufmerksamkeit erregen, das opfer schützen (im idealfall mit anderen udn ohne sich selbst in gefahr zu bringen). sowas bespreche ich immer wieder mit meinen kindern, auch schon im kindergartenalter.

  16. Get a life!

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Dass ich Kindergartenkinder nicht für den Kampf gegen des Rassismus verantwortlich mache, sollte eigentlich klar sein, oder?



    Um bei deinem Beispiel zu bleiben, was sagst du denn deinem Kind, wenn es sieht wie ein anderes Kind geschlagen wird?
    Dass das nicht in Ordnung ist... ? Und dass es helfen soll, nach Hilfe rufen, wie auch immer das möglich ist... zumindest einen Erwachsenen holen oder Bescheid sagen.

    Ehrlicherweise verstehe ich die Frage jetzt nicht so ganz... bzw. nicht ob du was anderes meintest als ich jetzt verstehe.
    Für Kinder braucht man kein Fass aufmachen oder eine lange Predigt halten, im Gegenteil. Die verstehen sehr gut und sehr schnell, kurze eindeutige und ernst gemeinte Ansagen. Schlagen ist nicht in Ordnung, egal aus welchem Grund, auch nicht wenn man gerade wütend ist, ...

  17. Fresher

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Weil es andere Leute sagen - dein Kind hört ja nun auch andere Leute außer euch sprechen.

    Und ist es nicht gerade das, "Kinder stark machen gegen Rassimus" ? Ihnen klar zu machen, dass sie für andere kämpfen müssen?
    Das sehe ich auch so. In anderen Bereichen werden Kinder auch mit Geschehnissen konfrontiert, die ihnen Angst machen, um sie für die Maßnahmen dagegen zu sensibilisieren. Zum Beispiel Umweltschutz. Ich hatte als Kind panische Angst vor dem Ozonloch und habe deswegen auf Mülltrennung, FCKW-Produkte, etc. ganz sorgsam geachtet.

    Die eigenen Kinder sind ja auch eine beträchtliche Zeit außerhalb unseres Wirkungskreises. Ich möchte nicht, dass meine unvoreingenommene Tochter 10mal mitbekommt, dass Kinder in ihrer Kita ausgegrenzt werden und dabei nicht merkt, warum andere Kinder dies machen und warum das falsch ist und sie eingreifen sollte oder sich für das ausgegrenzte Kind stark machen sollte und nicht mitmachen sollte! Man selbst bekommt es vielleicht irgendwann mit und kann Aufklärung betreiben, aber bis dahin wurde das ausgegrenzte Kind schon mehrfach verletzt und das möchte ich nicht.

    Und ja, ich frage mich auch, wie man seine Kinder am besten antirassistisch erzieht. Dafür Ideen zu sammeln, ist dieser Thread ja da.

  18. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Eigene Kindheit: viel erlebt, aber nicht in den Kontext gebracht. Ich hab das erst später verstanden.
    Die Leute Spazierfahrten vor unserem Haus unternommen, um zu schauen wo die Deutsche lebt, die sich mit einem Türken eingelassen hat. Schwäbisches Dorf halt.

    Aber wir waren selbst auch rassistisch, weil wir uns natürlich für "andere" Ausländer gehalten haben. Zeitweise war das auch in meiner Familie normal die Asyl-Suchenden im Jugoslawien-Krieg zu bewerten (die kriegen alles....).
    Wie entsetzt ich heute darüber bin, könnt ihr euch vorstellen.

    Richtig schlimme Sachen kamen erst in meiner späten Jugend, frühes Erwachsensein.
    Hakenkreuz an der Hauswand, Briefe vom BKA,....
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  19. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von nightswimming Beitrag anzeigen
    was man seinem kind sagt, wenn es sieht, dass ein anderes geschlagen wird ist doch klar. es soll das machen, was erwachsene in vergleichbaren situationen auch machen sollen.
    laut stopp rufen, andere dazubitten und um "hilfe" bitten, aufmerksamkeit erregen, das opfer schützen (im idealfall mit anderen udn ohne sich selbst in gefahr zu bringen). sowas bespreche ich immer wieder mit meinen kindern, auch schon im kindergartenalter.
    Zitat Zitat von wendo Beitrag anzeigen
    Dass das nicht in Ordnung ist... ? Und dass es helfen soll, nach Hilfe rufen, wie auch immer das möglich ist... zumindest einen Erwachsenen holen oder Bescheid sagen.

    Ehrlicherweise verstehe ich die Frage jetzt nicht so ganz... bzw. nicht ob du was anderes meintest als ich jetzt verstehe.
    Für Kinder braucht man kein Fass aufmachen oder eine lange Predigt halten, im Gegenteil. Die verstehen sehr gut und sehr schnell, kurze eindeutige und ernst gemeinte Ansagen. Schlagen ist nicht in Ordnung, egal aus welchem Grund, auch nicht wenn man gerade wütend ist, ...
    War ja auch provokant gefragt.
    Aber was spricht dagegen, dass genauso mit Rassismus zu machen?
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  20. Addict

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    War ja auch provokant gefragt.
    Aber was spricht dagegen, dass genauso mit Rassismus zu machen?
    nichts. mache ich so.

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