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  1. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Ja gut, das ganze Spiel beinhaltet schon ein bisschen Leute vor den Kopf zu stoßen.
    Was ändern wollen und gleichzeitig die Nette bleiben zu wollen, ist ein bisschen utopisch.
    Klar werden Leute davon angepisst sein. Es gibt nichts mehr was die Deutschen gerne behalten möchten und das ist ihr Rassismus. Und Autos.
    Aber mir geht es darum, halt nicht in jeder Situation allen immer vor den Kopf stoßen zu müssen, sondern Erklärungen, Diskussion und Verständnis eben auch in eine Entwicklung gehören.
    Und was es mir echt schwer macht gerade (was mir wahrscheinlich gleich auch um die Ohren fliegt) ist, dass es mir nicht darum geht, alles friede-freude-eierkuchen zu machen, aber auch zu überlegen, wie man eine breitere Masse ansprechen und sensibilisieren kann für solche Strukturen.
    Und natürlich ist die Diskussion dann schnell emotional, wenn ich zb versuche zu verstehen, was jetzt falsch war und darauf eingehe und mir dann vorgeworfen wird, dass das höchste Gut der deutschen rassismus ist. Das find ich n schwerwiegender Vorwurf, weil er einerseits sehr verallgemeinernd ist und ich mich damit auseinandersetze und das dabei raus Kommt. Und ja, man muss nicht immer alles erklären, aber gerade hier in dieser Diskussion finde ich es sehr schwierig, dass mir dann so was an den Kopf geworfen wird.
    neu.gierig.toll.kühn

  2. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Du wirst aber kein Verständnis bekommen. Das ist ein Kampf und kein nettes Ausdiskutieren.

    Was hier auch schon Userinnen versucht haben zu erklären, das ist für die Betroffenen nicht die Entscheidung auf welche Kita ihr Kind geht, sondern wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, ob man erschossen wird.

    Fühlst du dich davon persönlich angegriffen wenn ich sage, die Deutschen lieben ihren Rassismus?
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  3. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Maritty,
    es klang für mich irgendwie immer eher so, dass man gar nicht vor den Kopf stoßen sollte. Nicht nur nicht die ganze Zeit. Während halt BIPoC durchaus die ganze Zeit metaphorisch und oft genug auch real vor den Kopf gestoßen werden. Und klar machen, es geht letztlich um einen globalen Völkermord seit Jahrhunderten, und dabei nichts sagen was denen, die mindestens Profiteurinnen sind, keinesfalls Opfer sein können und oft gewollt oder ungewollt Täterinnen sind irgendwie missfällt, ist... schwierig. Und auch nicht logisch.
    Also, es gibt solche Räume, die das nicht-vor-den-Kopf-stoßend anbieten, aber MAL was zu hören, was einen vor den Kopf stößt, hm, tough life. V.a. kann man eben nicht an die direkt Leidtragenden diesen Anspruch stellen, sowas nicht zu hören.
    Darum ist es ja sinnvoll, als Weiße anderen Kartoffeln das vorzukauen.

    Aber damit das Problem verstanden wird, muss eben benannt werden, dass es um schwerste Verletzungen geht und die weiße Gesprächspartnerin in diesem Phänomen in ner unrühmlichen Rolle drin hängt, auch wenn sie die Wahl hat, es zu ignorieren, was beweist, dass die Rollenzuschreibung als Profiteurin/Täterin richtig ist.

  4. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Du wirst aber kein Verständnis bekommen. Das ist ein Kampf und kein nettes Ausdiskutieren.

    Was hier auch schon Userinnen versucht haben zu erklären, das ist für die Betroffenen nicht die Entscheidung auf welche Kita ihr Kind geht, sondern wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, ob man erschossen wird.

    Fühlst du dich davon persönlich angegriffen wenn ich sage, die Deutschen lieben ihren Rassismus?
    Ich meinte kein Verständnis für mich, sondern Verständnis für Menschen, die von Rassismus betroffen sind.

    Ich fühle mich nicht angegriffen, weil ich eine pauschale Aussage über "die Deutschen" genauso wenig zielführend finde wie über alle anderen Menschen eines anderen Landes/Hautfarbe/Religion/etc. Ich glaube, in Deutschland gibt es viel Rassismus, aufgedeckt, unaufgedeckt, nett formuliert, negativ und positiv (gemeint, Rassismus ist nie positiv) und ich glaube, es gibt viele Menschen, die das nicht denken/ bewusst fördern / es ihnen egal ist usw.
    Es gibt aber auch welche (wie das hier ja auch zeigt) die versuchen zu verstehen und zu ändern, die sich reflektieren wollen und die Intension haben, etwas besser machen zu wollen/zu ändern. Das das nicht immer super klappt und da viel Lernbedarf besteht, klaro. Und auch "die Deutschen" können ja selbstverständlihc auch von Rassismus betroffen sein. Es sind ja nicht nur "biodeutsche Kartoffeln" "Deutsche" sondern viele Deutsche sind betroffen von Rassismus.

    Was es mir - und ich weiss, mit keinen Rassismuserfahrungen wie andere- aber echt schwer macht, ist, dass auch in solch einer Diskussion, wenn man vielleicht nicht sofort alles versteht oder nachvollziehen kann oder vielleicht auch Dinge anders sieht, man sich schnell in eine "du bist rassisistisch-Ecke" gedrängt wird. Also ich weiss, dass das das gute Recht ist, man muss nicht immer verständnisvoll und erklärend sein, darf wütend und alles sein. Aber nochmal- mein Standpunkt ist - dass es damit nicht automatisch weniger Rassismus gibt.

    Ic
    neu.gierig.toll.kühn

  5. Senior Member

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Was soll eigentlich immer dieses Kartoffel-Gelaber?

  6. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Maritty,
    ich hatte das mit dem Verständnis tatsächlich falsch verstanden, aber ich fürchte, bei genug Defensive auf Seiten der weißen Person ist Verständnis wecken und nicht vor den Kopf stoßen zusammen ein bisschen die Quadratur des Kreises.

    Denn schon ganz kleine, nette, niederschwellige, konkrete Beispiele wie "ich fände es wichtig, dass wir auch in den Büchern in der Kita diverse Personen haben"
    "Ich möchte nicht, dass das N-Wort in irgendwelchen Büchern oder Liedern genutzt wird"
    "Leute, die anders aussehen als man selbst, nach der Herkunft zu fragen, ist wirklich was, was man vielleicht eher vermeiden könnte" - natürlich nur eins davon, man will ja niemanden überfordern! - erfordern ja dann doch schnell die Erklärung, dass es eben keine harmlose kleine Befindlichkeit ist, auf die man doch netterweise Rücksicht nehmen könnte, sondern dass es Teil eines tödlichen Systems ist. Sonst kann man die Wichtigkeit nicht betonen, denn auf alle Befindlichkeiten der weißen Gesprächspartnerin wird vielleicht auch nicht eingegangen, aber wenn man zur Illustration was sagt, was irgendwie schwerwiegend ist wie, machst du dir jeden Abend Sorgen, ob deine großen Kinder in der Shisha-Bar erschossen werden oder auch "nur" machst du dir jeden Tag Sorgen, ob dein Grundschulkind auf dem S-Bahnhof von fremden Erwachsenen angespuckt wird, ist dann aber zu krass.

    Tja, wie erklärt man das jetzt ohne hässliche Bilder?

    Wie erklärt man den Holocaust ohne hässliche Bilder?
    Geändert von durga (19.06.2020 um 15:16 Uhr)

  7. Urgestein

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Maritty,
    es klang für mich irgendwie immer eher so, dass man gar nicht vor den Kopf stoßen sollte. Nicht nur nicht die ganze Zeit. Während halt BIPoC durchaus die ganze Zeit metaphorisch und oft genug auch real vor den Kopf gestoßen werden. Und klar machen, es geht letztlich um einen globalen Völkermord seit Jahrhunderten, und dabei nichts sagen was denen, die mindestens Profiteurinnen sind, keinesfalls Opfer sein können und oft gewollt oder ungewollt Täterinnen sind irgendwie missfällt, ist... schwierig. Und auch nicht logisch.
    Also, es gibt solche Räume, die das nicht-vor-den-Kopf-stoßend anbieten, aber MAL was zu hören, was einen vor den Kopf stößt, hm, tough life. V.a. kann man eben nicht an die direkt Leidtragenden diesen Anspruch stellen, sowas nicht zu hören.
    Darum ist es ja sinnvoll, als Weiße anderen Kartoffeln das vorzukauen.

    Aber damit das Problem verstanden wird, muss eben benannt werden, dass es um schwerste Verletzungen geht und die weiße Gesprächspartnerin in diesem Phänomen in ner unrühmlichen Rolle drin hängt, auch wenn sie die Wahl hat, es zu ignorieren, was beweist, dass die Rollenzuschreibung als Profiteurin/Täterin richtig ist.
    Also nochmal, weil ich irgendwie das Gefühl habe, ich rede an euch vorbei oder verstehe euch nicht.
    Es geht mir nicht darum, immer freundlich lächelnd alle Rassistischen Sachen abzunicken und Verständnis zu zeigen, sicherlich nicht.
    Mein Einwand auf "das ist doch selbstverständlich" zum meiner Formulierung, dass eine Frau auf Insta geschrieben hat, ein Ansatz für Eltern wäre, nicht zu fragen woher Jameel kommt, wenn das Kind davon erzählt war, dass es eben nicht für alle selbstverständlich ist und man da zb. auch erklären könnte, warum es für einen Selbstverständlich ist, das nicht zu fragen, warum das eine dumme frage ist, warum man damit Menschen verletzt und rassistische agiert. Und dabei, das das keinstenfalls immer die betroffene Person sein muss, sondern alle. Man muss das nicht, sicherlich nicht. Und das damit immer wieder den sowieso von Rassismus betroffenen Menschen eine Aufgabe zugeschoben wird, auch kacke, ganz klar. Aber für mich ist die Frage, wie man es bei interessierten Menschen auflösen will, ohne manchmal erklären zu müssen. Nicht nur von Rassismus Betroffene, sondern auch sonst einfach umliegende Menschen. Es gibt doch nicht nur - oder ich lebe in einer völligen Bubble - nur menschen, die gerne Rassisten sind. Sondern auch welche, die sich manchmal rassistisch verhalten, aber grundlegend dazu lernen wollen oder sich vielleicht (ja, ist nicht cool, aber gibt es halt) nicht so sehr dafür interessieren.
    Und natürlich darf man vor den Kopf stossen, muss man ja manchmal auch und das ist auch wichtig, dass dann jmd, der Rassistisch agiert hat, sich auch mal schämt und sich überlegt, was er*sie da grad gesagt hat. Aber das ist ja nicht nur die Lösung des Rassismus-Problems in Deutschland.
    neu.gierig.toll.kühn

  8. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen

    Was es mir - und ich weiss, mit keinen Rassismuserfahrungen wie andere- aber echt schwer macht, ist, dass auch in solch einer Diskussion, wenn man vielleicht nicht sofort alles versteht oder nachvollziehen kann oder vielleicht auch Dinge anders sieht, man sich schnell in eine "du bist rassisistisch-Ecke" gedrängt wird. Also ich weiss, dass das das gute Recht ist, man muss nicht immer verständnisvoll und erklärend sein, darf wütend und alles sein. Aber nochmal- mein Standpunkt ist - dass es damit nicht automatisch weniger Rassismus gibt.
    Du willst also was dazu lernen, aber was dich am meisten aktuell triggert, zumindest macht es bei mir den Eindruck, ist eventuell in der Rassisten Ecke zu stehen?

    Ich das nicht so ein bisschen widersprüchlich?


    Ich hatte schon oben was dazu geschrieben, ich weiß nicht ob du das gelesen hast. Aber für ich schlägst du gerade in die Kerbe, wie die Diskussion in den meisten Fällen abläuft. Du würdest gerne über Rassismus diskutieren, aber bitte zu deinen Bedinungen.

    Das ist das was ich mit dem Özil - Müller Vergleich versucht haben zu erklären. Man möchte schon gerne darüber reden, aber wenn ein Betroffener was sagt, dann ist das schwierig. Also lieber wieder nur Bio-Deutsche zur Diskussion einladen.

    Nimm es mir nicht übel, aber wenn Bio-Deutschen dann noch erklären, dass wir ja alle Deutsche sind, dann muss ich ein bisschen lachen....
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  9. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    .
    Geändert von SarahYasemin (19.06.2020 um 15:54 Uhr)
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  10. Enthusiast

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen
    eine pauschale Aussage über "die Deutschen" genauso wenig zielführend finde wie über alle anderen Menschen eines anderen Landes/Hautfarbe/Religion/etc.
    .

  11. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Schönes Beispiel: wenn man den Deutschen pauschal Rassismus vorwirft, hebt das mehr Userinnen an, als die Diskussion bisher.

    Alles bisher geschilderte hat bisher schlicht keine Reaktion hervorgerufen.
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  12. Enthusiast

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    die türken/den türken - wenn in einem posting sowas vorkommen würde, dürfte man sich von dir doch gleich anhören, dass man auf verallgemeinerungen verzichten soll.

    randnotiz - ich habe keinen deutschen pass.

  13. Addict

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Ich könnte mir vorstellen, dass der Diskussionsstil hier auch recht viele vom Schreiben abhält.
    So gefühlt kann man schreiben was man will - es ist auf jeden Fall falsch oder nicht genügend.
    I stand to watch you fade away
    I dream of you tonight
    tomorrow you'll be gone
    I wish by God you'd stayed ♥

  14. Enthusiast

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Ja

  15. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Ah ja cool - dann viel Spaß weiterhin.
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  16. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von Mondkuss Beitrag anzeigen
    Ich könnte mir vorstellen, dass der Diskussionsstil hier auch recht viele vom Schreiben abhält.
    So gefühlt kann man schreiben was man will - es ist auf jeden Fall falsch oder nicht genügend.
    Hm.
    Was möchte man denn hören?
    Wir hängen alle in einem Scheißsystem, aller Wahrscheinlichkeit nach die meisten, die hier schreiben, auf der Profiteurinnen-/Täterinnenseite und wir haben in unseren 30-40 Jahren auf dieser Welt wenig gute Vorbilder gehabt.

    Wie sollen wir es jetzt auf einen Schlag alles richtig machen?

    Wie red ich mit den Pflegekräften, von deren Berufserfahrung im Umfang meiner Lebenserfahrung und Kooperation ich abhängig bin, zwischen Tür und Angel? Reicht ein "find ich nicht"? Wohl nicht. Was gibt es für Möglichkeiten in den Institutionen, in denen wir drin sind, v.a., wenn wir da eher niedrige Positionen bekleiden?

    Wo bin ich rassistisch ohne es zu merken?

    Wie soll die Antwort darauf angenehm sein?

    Welches Lernen wäre denn (an)genehm?

    WARUM geht es jetzt wieder um die Form und wieder nicht um Rassismus, wenn alle so gern darüber schreiben würden?

  17. Regular Client

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Ist es auch, aber halt echt keine Ausnahme und offenbar wie andere hier schrieben, auch nicht auf die seit 30 Jahren "neuen" Länder beschränkt.
    Ich glaub, das ist einfach insgesamt sehr stark abhängig von der Region, wie viele Leute da wann wie vielleicht aufgrund einer bestimmten Industrie oder so eingewandert sind / als "Gastarbeiter" kamen oder als Asylbewerber.
    Bei mir im Dorf gab's eine Hand voll Asylbewerber-Kinder aus Zeiten des Kosovo-Kriegs, 1 Familie wo 1 Elternteil aus dem Iran war und 1 Schwarze Familie. Alle anderen Leute, die vielleicht Migrationshintergrund hatten, hatten keinen auf Anhieb sichtbaren.
    Außerdem wurden Zugezogene oder auch Protestanten schon quasi anders behandelt als ich Kind war.
    Mittlerweile ist das anders, das liegt aber auch daran, dass viele in den letzten Jahren neu zugezogene einen "Migrationshintergrund" haben - aus einem direkt angrenzenden (weißen, europäischen) Nachbarland.

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Das ist so ähnlich wie mit einigen beruflich erfolgreichen Frauen, die dann sagen, man braucht keine Quote und auch keine Diskussion darüber, sie haben es ja schließlich auch geschafft... :-/
    Ich hab auch echt schon einige Leute getroffen, die quasi alle anderen aus dem Herkunftsland ihrer Familie hassen. Wahrscheinlich ist das auch eine gewisse Art der Überkompensation. Wenn ständig in Frage gestellt wird, dass ich irgendwo dazugehöre(n kann / darf) und ich meine, mich immer beweisen zu müssen, dann besteht wahrscheinlich einfach eine gewisse Gefahr, dass ich Leute mit ähnlichem Background, die sich aber vielleicht aus meiner Sicht heraus nicht so anstrengen wie ich, in einer Art vorauseilenden Gehorsam abwerte.


    Noch zu der "Wo kommst du her"-Frage, auch wenn die hier ja schon lang und breit durchgekaut wurde:

    Ich muss ganz ehrlich zugeben - bis ich selbst als sichtbare Ausländerin im Ausland war und das eben auch ständig gefragt wurde bei Interaktionen, wo es vollkommen ohne Belang ist (bei Paketzustellung, beim Einkaufen,...) gehörte das echt überhaupt nicht zu meiner Lebensrealität.

    Also es ergab und ergibt für mich persönlich keinen Sinn, Leute random nach ihrer Herkunft zu fragen. Ich war mit der Frage bis dahin nur in Kontexten konfrontiert, in denen klar war, dass alle Anwesenden neu zugezogen waren oder sich alle kollektiv in einem für sie Ausland aufhalten. Und nur dann habe ich das auch andere gefragt und es war aus dem Kontext immer klar, dass es nicht um eine Ahnenbiografie geht. Sprich, es war für mich einfach überhaupt nicht in dem Sinne sichtbar, womit manche Menschen ständig konfrontiert sind. Klar hatte ich schon mal gehört, dass es das gibt, aber ich konnte mir darunter einfach nichts vorstellen.

    Erst als ich selbst ständig als fremd und nicht dazugehörend behandelt wurde, hatte ich das Gefühl, es zumindest ein ganz klein bisschen ansatzweise nachfühlen zu können. Und kann mir ein bisschen was vorstellen, wenn ich eben meine Angenervtheit und Frustriertheit in den entsprechenden Situationen so mit Faktor 1.000.000 multipliziere. Denn für mich war das natürlich ein vorübergehender Zustand und bei mir traf es auch zu, dass ich wirklich "fremd" war. Für z.B. eine Schwarze Person, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist und gar kein anderes Land wirklich kennt, ist es ja aber dauerhaft.

    Und ich kann mir (leider) auch gut vorstellen, dass vielen Leuten diese Art des Reflexionsvermögens auch irgendwo fehlt, dass sie sich denken "ja, naja, war schon doof, als ich in China/Indien/woauchimmer ständig angeglotzt und gefragt wurde, wo ich herkomme, aber naja, war ja nur'n Urlaub und soooo schlimm war's nun auch wieder nicht, sollen die sich doch mal alle nicht so anstellen"
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  18. Get a life!

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Fühlst du dich davon persönlich angegriffen wenn ich sage, die Deutschen lieben ihren Rassismus?
    So eine Aussage ist ebenso rassistisch (oder wie man es halt bezeichnen möchte) wie „die Türken stinken nach Knoblauch“ oder „die Schwarzen sind Drogendealer“.

    Falls du da jetzt tatsächlich anderer Meinung bist, dass deine Aussage nämlich nicht in die gleiche Schublade zu stecken ist wie all die anderen rassistischen Pauschalisierungen, dann lasse ich mich gerne belehren und erklären, warum sie das nicht ist.

  19. V.I.P.

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von Mondkuss Beitrag anzeigen
    Ich könnte mir vorstellen, dass der Diskussionsstil hier auch recht viele vom Schreiben abhält.
    So gefühlt kann man schreiben was man will - es ist auf jeden Fall falsch oder nicht genügend.
    Das finde ich gar nicht, es wurde doch wirklich seitenlang viel auseinander klamüsert, auch teilweise sehr persönliche Beispiele und Rassismuserfahrungen gebracht (ich schätze diese Perspektiven sehr!) und es gab auch Zuspruch.

    Ich bin eine weiße Frau, und klar, manches macht mir beim Lesen ein mulmiges Gefühl, weil ich erkenne, dass ich unbewusst viel falsch gemacht habe, und noch mache. (Ich bin in einem sehr unreflektierten Umfeld aufgewachsen, umgeben von Menschen, die sich klar von Rassismus distanzieren, aber dennoch zum Beispiel unangebrachte Faschingskostüme völlig ok fanden).

    Aber ich glaube zum Antirassismus und Ally-Sein (und darüber sollte es in diesem Thread ja gehen) gehört dieses Gefühl dazu, und auch, dass ich das nicht auf diejenigen zurück projeziere, deren Geschichten/Fakten dieses mulmige Gefühl auslösen.

    Diese Gefühl ist mein Problem, und für die Lösung muss ich lernen, mit dem Gefühl zu leben, und daraus Antrieb zu schöpfen, Sachen zu ändern.
    _______________________There's a tribe in Papua-New Guinea, where, when a hunter flaunts its success to the rest of the village, they kill him and then drive away the evil spirits with a drum made from his skin.


    Superstitious nonsense, of course, but one can see their point.

  20. Get a life!

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    AW: Kinder stark machen gegen Rassismus

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Schönes Beispiel: wenn man den Deutschen pauschal Rassismus vorwirft, hebt das mehr Userinnen an, als die Diskussion bisher.

    Alles bisher geschilderte hat bisher schlicht keine Reaktion hervorgerufen.
    Ja natürlich. Weils eine bescheuerte Killer-Aussage ist und genau das Gegenteil von dem was du vorher vertreten und angeprangert hast.

    Und weil - vermutlich - die meisten hier genau die priviligierten deutschen Weißen sind, um die es hier geht.
    Du redest von einem Kampf, den du kämpfen musst, wenn dir rassistisch oder diskriminierend begegnet wird... aber bei der „anderen Seite“ verwundert es dich, dass sie natürlicherweise das Gleiche tun? Weil es ihnen nicht zusteht, sie lieber einstecken sollen, weil doch ihre Landsleute die sind, die dir das Leben schwer machen?

    Oder warum sonst?

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