Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 22
  1. Member

    User Info Menu

    Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Bei uns ist es so, dass wir in Deutschland wohnen und ich deutsch mit den Kindern spreche. Mein Mann spricht zwei Sprachen auf muttersprachlichem Niveau, wir haben uns jetzt aber für die Sprache entschieden, die gebräuchlicher ist (beide sind eher "schwere" Sprachen).
    Früher haben wir zu Hause meist englisch gesprochen, das Deutsch meines Mannes ist mittlerweile aber gut und es hilft ihm auch sehr, wenn wir jetzt mehr deutsch sprechen im Alltag. Ich spreche die Sprache meines Mannes zwar auch, bin aber ziemlich aus der Übung.

    Das ältere Kind (wird nächsten Monat 2) spricht ziemlich gut und verständlich auf Deutsch, in der anderen Sprache spricht sie nur einzelne Wörter oder manchmal auch Zweiwortsätze (bis jetzt aber noch ohne Verb). Momentan bin ich auch die Hauptbetreuungsperson, in der Kita wird natürlich auch nur deutsch gesprochen.

    Ich finde es schade, dass die Sprache meines Mannes ein bisschen untergeht. Wie löst ihr das mit der Nicht-Alltagssprache bzw. mit der Sprache des Elternteils, dass weniger Zeit mit den Kindern verbringt?

  2. Senior Member

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Ich kenne von Freunden, dass Kinderhörspiele, Bücher und auch Sendungen im TV auf der Nicht-Alltagssprache konsumiert werden.

    Großeltern am Telefon/per Video helfen wohl auch.

  3. Urgestein

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Ich kenne es von Freunden, dass am besten längere Urlaube bei den Großeltern bzw. der anderssprachigen Verwandtschaft helfen, wo die Kinder dann ganz in die Sprache eintauchen.
    Manche haben auch Babysitter gesucht, die Muttersprachler sind und dann die Sprache mit dem Kind sprechen (also wenn man eh nen Babysitter braucht). Das sind dann meist Studentinnen aus dem Land, geht halt ganz gut in ner Unistadt.

  4. Regular Client

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Bei uns sind die Voraussetzungen exakt wie bei euch inklusive des Alters unserer Tochter
    Mein Mann und ich sprechen aber untereinander Englisch obwohl er mittlerweile bei Deutsch auf C1 Niveau ist weil wir uns das irgendwie nicht abgewöhnen können.
    Mein Mann hat keine Familie hier, telefoniert aber mit seiner Verwandtschaft oft über FaceTime mit unserer Tochter.
    Aktuell sind beide Sprachen quasi gleichauf, manche Wörter kennt sie nur in der einen oder anderen.
    Sie hat auch ziemlich schnell verstanden, wer welche Sprache spricht. Da sie weiß, dass ich beides verstehe, probiert sie es bei mir manchmal in beiden Sprachen wenn ich nicht gleich reagiere
    Ich würde aber auch sagen, dass mein Mann wahrscheinlich überdurchschnittlich viel der Betreuung macht.
    Es war ziemlich schwierig Kinderbücher in der Sprache meines Mannes aufzutreiben, da das in der Kultur nicht so verbreitet ist, wir haben aber ein paar gefunden und mein Mann liest die gern mit mir.
    Generell ist es total normal, dass Kinder mal die eine oder andere Sprache bevorzugen, vor allem, wenn sie in der Umgebung hauptsächlich nur eine davon hören. Wichtig wäre es, dass jeder Elternteil bei seiner eigenen Sprache bleibt, aber authentisch - also z.B. nicht so tun, als würde man kein Deutsch verstehen und das Kind dazu zwingen in der eigenen Muttersprache zu antworten.

    Ich hab selber DaZ studiert, hol mir aber gern Tipps für den Alltag hier Login • Instagram

    Au Pair oder Babysitter mit der Muttersprache meines Mannes kämen für uns später auch in frage.

  5. Senior Member

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Meine Mutter hat früher immer darauf geachtet, dass wir im Sommer lange Urlaub im Land meines Vaters und teilweise mit seinen Eltern machen, damit ich die Sprache etwas mehr höre als nur im normalen Fremdsprachenunterricht in der Schule (mein Vater ist recht früh gestorben, daher war die Sprache zuhause nicht mehr präsent). Bilingual bin ich dadurch nicht geworden, aber ich denke schon, dass es geholfen hat für mein Hörverständnis und auch für meinen Akzent. Da war ich allerdings auch schon Teenager.

    Ansonsten sind je nach Wohnort auch Auslandsschulen oder internationale/europäische Schulen mit verschiedensprachigen Zweigen eine Option, da muss man dann aber halt meist auch den fremdländischen Schulabschluss in Kauf nehmen. Und auch das ist natürlich keine Garantie. Ich bring bei der Diskussion gerne das Beispiel der 3 Kinder meines einen Bruders: Sie wohnen in Deutschland, Mutter spricht Deutsch mit ihnen, Vater die andere Sprache. Sie waren alle drei in einem gemischtsprachigen Kindergarten, die beiden grossen aber in der deutschen Sektion, die jüngste in der anderssprachigen. Dennoch sind die beiden grossen zweisprachig und gehen in der Schule nun in den anderssprachigen Zweig, wohingegen die jüngste die andere Sprache zwar versteht, sie aber nicht spricht und jetzt in den deutschsprachigen Zweig in die Schule geht. Also genau umgekehrt als man denken würde. Weshalb, weiss keiner.

    Fremdsprachige Au-pairs haben meine Brüder mit ihren Kindern auch gehabt, das war wohl durchaus auch gut.

    Eine Kollegin von mir (alle meine Kollegen mit Kindern haben zwei-/mehrsprachige Familien gegründet ) meinte mal, in der von Dir beschriebenen Konstellation soll es auch hilfreich sein, das Konzept "jeder Elternteil bleibt bei seiner Sprache" ab und zu wegzulassen und zum Beispiel einen Tag pro Woche oder eine Mahlzeit pro Tag komplett in der weniger präsenten Sprache zu verbringen. Inwiefern das wissenschaftlich fundiert ist, weiss ich nicht, aber sie informiert sich durchaus sehr viel, daher könnte ich mir vorstellen, dass sie das aus einer halbwegs seriösen Quelle hat.

    Bei uns kann ich noch nicht recht absehen, was unser Kind wohl sprechen wird, da es bisher (1,5 Jahre) nur sehr wenige Wörter (bzw oft nur Silben von Wörtern) sagt.
    Ich spreche mit dem Kind Deutsch, mein Mann ist zweisprachig und hat lange gehadert, welche Sprache er mit dem Kind sprechen soll. Die ersten 2-3 Monate hat er die "vernünftigere" Sprache gesprochen (die Sprache ist weit verbreitet und er spricht sie mit einem Grossteil seiner Familie), fühlte sich damit aber nicht so richtig wohl und hat seitdem doch zur anderen Sprache gewechselt (wird nur von einer Minderheit gesprochen, aber er spricht sie mit einigen Freunden und die Kultur liegt im sehr am Herzen). Untereinander sprechen wir die hiesige Umgangssprache, die das Kind also auch in der Krippe lernt.

    Unser Hauptproblem ist, dass mein Mann bis auf ein paar Worte (essen, schlafen, Wasser, Milch, Schnuller ) kein Deutsch versteht und ich seine Sprache zwar ein bisschen besser verstehen kann als er Deutsch, aber auch nur bei einfachen Sachverhalten und ich kann sie null sprechen. Das heisst, dass wenn wir möchten, dass der andere versteht was wir dem Kind sagen, dann doch zu oft die Umgangssprache verwenden (müssen).
    Bisher scheint das Kind auch am ehesten Worte aus der Umgangssprache zu sagen, wenn auch nicht ausschliesslich.
    Es scheint aber eigentich alles auf allen drei Sprachen zu verstehen. Nur als es neulich ein paar Tierlaute in der Krippe gelernt hat, dann konnte es die nur reproduzieren, wenn wir auf der Umgangssprache nach dem jeweiligen Tier gefragt haben und nicht in unseren anderen Sprachen.
    Wir versuchen, Kinderbücher und Musik in allen drei Sprachen in etwa gleich viel zu haben, das klappt zwar nicht immer, aber so halbwegs. Allerdings lässt sich das Kind bisher nicht vorlesen, daher bringen die Bücher da bisher noch nichts udn ob es bei der Musik auf den Text hört, weiss ich nicht.
    1. Seien Sie vorbereitet!
    2. Werden Sie nicht panisch!
    3. Haben Sie einen Plan!



  6. Senior Member

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    *abonnier

  7. Ureinwohnerin

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Nur aus Interesse, weil ich mich dazu Freitag erst mit einer Kollegin unterhalten habe: wie macht ihr es mit der Schrift / dem Lesen, wenn die Kinder älter sind? Sie ist Chinesin und meinte, dass sie mittlerweile mit dem Schreiben schon Schwierigkeiten hat, deshalb wird ihr Kind das (von ihr) eher nicht lernen.
    Hochtechnologie in modernen Küchen treibt immer mehr unfähige Frauen ins Berufsleben.

  8. Regular Client

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Wir wollen auf jeden Fall abwarten, bis der deutsche Schriftspracherwerb abgeschlossen ist und danach sehen, wir die Motivation dafür beim Kind ist.
    Ich habe mal zufällig ‚Duplo‘ Steine mit den Schriftzeichen gefunden und die gekauft, weil ich das nett fand, aber forcieren werden wir da nichts.
    Ich kenne leider einige Schüleri*innen, die mehr oder weniger von den Eltern gezwungen wurden, am Wochenende noch extra Stunden an der russischen/arabischen/chinesischen/griechischen Schule zu nehmen und komplett die Motivation verloren haben überhaupt was zu lernen und auch der Sprache ggü. negative Emotionen entwickelt haben.
    Ein guter Freund von mir hat im Erwachsenenalter noch halbwegs schnell Farsi lesen und schreiben gelernt, als Kind hatte er da keine Lust dazu.

  9. Senior Member

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Das Thema kommt erst noch auf uns zu, insofern kann ich da nichts konkretes aus der eigenen Erfahrung beitragen, aber habe gestern erst diesen Beitrag gehört, vielleicht ist der ja für die eine oder andere interessant (geht aber eher darum, wie das in den unterschiedlichen Bundesländern im Bildungssystem gehandhabt wird).

  10. Fresher

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Bei uns ist die Situation ein bisschen anders da wir beiden Eltern Deutsch mit unserer Tochter sprechen aber im Englischsprachigen Ausland wohnen, die Sprache die sie also ueberall hoert, Englisch ist.
    Sie ist jetzt 4 und versteht beide Sprachen gut und spricht sie auch in etwa gleich gut, bevorzugt aber im Alltag oft Englisch, vor allem bei Rollenspielen und wenn sie so vor sich her spricht. Fernsehen tut sie fast ausschliesslich auf Englisch Buecher lesen wir dafuer zuhause fast ausschliesslich auf Deutsch aber sie ist (wenn nicht gerade Lockdown ist) Vollzeit in einer komplett englischsprachigen Kita wo auch viel Wert auf Zahlen und Buchstaben lernen etc gelegt wird, das funktioniert also alles auf Englisch deutlich besser bei ihr.
    Sie vermixt die Sprachen auch oft ("Please kannst du meinen Stock fuer mich holden" ) aber ich glaube das bewegt sich noch im Rahmen.
    Unser grosses Problem ist das wir nicht konsequent genug sind, mit ihr nur Deutsch zu sprechen und oft der Einfachheit halber selber ins Englische fallen wenn sie uns auf Englisch anspricht, manchmal ganz unbewusst.
    Wir haben fuer naechsten Sommer einen Platz in der deutschen Schule hier bekommen wo sie zwei Jahre in den "Kindergarten" gehen wird wo das Prinzip gilt das pro Gruppe ein/e Erzieher/in komplett Deutsch und der/die andere komplett Englisch spricht und danach dann eben auch Deutsch als Schulfach unterrichtet wird. Davon erhoffen wir uns das sie dann "besseres" Deutsch lernt als von uns und vor allem auch im schriftlichen und in der Grammatik sicher wird.

  11. Foreninventar

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Ich spreche mit meinen Kindern nur Deutsch, der Vater hat nach der Geburt des ersten Kindes zunächst nur seine Muttersprache gesprochen für etwa ein Jahr, die ersten Worte unseres Sohnes waren aber alle aus dem Deutschen. Das hat bei seinem Vater eine ziemliche Panik ausgelöst, weil er selber nicht so gut Deutsch sprach zu dem Zeitpunkt und Angst hatte, sich mit seinem Kind nicht verständigen zu können. Nun ist sein Umgang damit, dass er fleißig Deutsch lernt und versucht alles zwei Mal zu sagen - auf Deutsch und in seiner Sprache. Keine Ahnung, wie das weitergehen soll, nachdem J. ne Weile einige Worte in der Sprache seines Vaters gesagt hat, ist im Moment eigentlich alles Deutsch (die kleine Schwester ist erst neun Monate alt ). Inzwischen sind wir seit einem Jahr getrennt, der Input auf Deutsch ist ungleich größer, da die Kinder bei mir leben.
    don't let the salt get in your wound.
    don't let the ghost get in your heart.


  12. Addict

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Hier wie bei Halinchen, wir Eltern haben beide Deutsch als einzige Muttersprache und bei uns wird zu Hause eigentlich komplett deutsch gesprochen. "Eigentlich", weil wir schon auchmal ins Englische verfallen wenn die Kinder was auf Englisch sagen, jemand anruft, etc. Kinder sprechen in der Kita natürlich Englisch und wenn wir irgendwo sind ist auch alles Englisch.
    Kind 1 hat lange sowieso wenig gesprochen und wenn dann quasi nur auf Deutsch. Mittlerweile (gerade 5 geworden) ist er immer noch besser im Deutschen und nicht ganz altersgemäß was Vokabular und Grammatik angeht, er holt aber auf so scheint es mir.
    Er mischt aber die Sprachen fast nie und verwendet die Sprachen halt personenbezogenen/situationsbezogen richtig (hat er auch schon immer).

    Kind 2 hat fast gleichzeitig angefangen Worte in beiden Sprachen zu sprechen und hatte dann eine "mehr Deutsch"-Phase, die dann aber von einer sehr langen "fast-nur-englisch"-Phase abgelöst wurde. Erst seit ein paar Monaten ist dies rückläufig, was merkbar an den Pandemie-Bedingungen liegt (wenig Kontakte zu Kindern, Kind 2 ging auch seit November gar nicht mehr in die Kita). Er mischt aber fast durchgehend beide Sprachen und es kommt auch durchaus vor, dass er eine Nachbarin mit einem deutschen Wortschwall überrascht oder die Oma über Facetime auf Englisch begrüßt. Er ist fast 3 und redet eigentlich ununterbrochen den ganzen Tag.

    Ich hab immer wieder mal ein schlechtes Gewissen, dass wir durch das Deutsch als Familiensprache die Kinder benachteiligen, weil sie halt im Englischen Gleichaltrigen hinterher sind und zumindest der Große wird das bis zum Schulbeginn wohl nicht aufholen. Das große Kind hat seit einem Jahr Sprachtherapie (aber nicht nur wegen Vokabular/Grammatik, also die hätte er wohl auch in Deutschland) und beim Kleinen überlege ich auch.

  13. Alter Hase

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Innerhalb unserer Familie ist es so, dass Schwester + Schwager (beide deutsche Muttersprachler, wobei mein Schwager seit Kindheit in Frankreich lebt, sodass er auch die Sprache wie ein Muttersprachler spricht) mit den Kindern und untereinander eigentlich nur Deutsch sprechen, und so sollen wir es in der Familie auch handhaben ist ihr Wunsch. Im Kindergarten und im Alltag wird eben sowieso Französisch gesprochen. K2 ist noch zu klein, aber K1 mischt die Sprachen aktuell was ich immer sehr goldig finde man merkt auch immer mal Phasen wo die eine Sprache mehr verwendet wird, und dann wieder die andere. Ich bin bei uns in der Familie in Deutschland auch die einzige, die Französisch spricht und würde auch gern, wenn er größer ist, zumindest zum Teil mit ihm Französisch sprechen um meinen Alltagswortschatz zu erweitern.
    Beim letzten Besuch hab ich mal auf Französisch geantwortet, als er was auf Französisch gesagt hat, und das hat ihn sichtlich verwirrt

    Meine Schwester macht es auch so, dass sie, wenn er was auf Französisch sagt, ihn nicht korrigiert, sondern sagt "Im Kindergarten sagt ihr pomme, und wir sagen Apfel" (so als Beispiel).

    Dann haben wir auch noch die Konstellation Deutsch und Spanisch, aber da sind noch keine Kinder vorhanden. Das wird dann (wenns mal soweit kommt) noch komplizierter werden, weil einfach die Sprachkenntnisse nicht vorhanden sind.

  14. Senior Member

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Zitat Zitat von MissBlurry
    Das wird dann (wenns mal soweit kommt) noch komplizierter werden, weil einfach die Sprachkenntnisse nicht vorhanden sind.
    Für mich ist das Hauptargument für zwei- oder mehrsprachige Erziehung, dass das Kind mit seinen Grosseltern und seinen Cousins und Cousinen reden können soll. Ich selbst konnte die Sprache meines Vaters immer nur deutlich schlechter sprechen als meine Geschwister, beziehungsweise habe sie verstanden, aber lange das Sprechen verweigert. Dadurch hatte ich eigentlich immer Angst vor Treffen mit meinen Grosseltern und mit den tausend Cousins, die wir gerade auf dieser Seite der Familie haben.
    Wenn mein Kind nicht eine der beiden Sprachen meines Mannes lernt, dann kann es schlichtweg nicht mit dessen Familie kommunizieren. Auf meiner Seite könnten zwar meine Mutter, meine Geschwister und zumindest zwei meiner Nichten und Neffen mit meinem Kind reden, aber insbesondere alle anderen Nichten und Neffen (die altersmässig näher an meinem Kind dran sind) könnten nicht mit ihm reden. Aus eigener Erfahrung fände ich das sehr traurig.
    1. Seien Sie vorbereitet!
    2. Werden Sie nicht panisch!
    3. Haben Sie einen Plan!



  15. Regular Client

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Ich finde sowieso, dass die emotionale Seite des Spracherwerbs oft vernachlässigt wird.
    Mein Mann ist glaube ich auch total motiviert, mit unserer Tochter seine Muttersprache zu sprechen weil er hier sonst niemanden hat und eigentlich nur Deutsch und Englisch spricht außer bei (Video)Telefonaten.
    Man hat ja Eltern mit Migrationshintergrund in Schule und Kindergarten auch lange erzählt, dass sie am besten nur deutsch mit den Kindern daheim sprechen sollen, obwohl viele der Eltern selber erst im Erwachsenenalter nach Deutschland kamen. Eigentlich weiß man längst, dass eine stabile Muttersprache sowohl für die kulturelle Identität als auch für den Erwerb einer frühen Zweitsprache (bzw je nach Alter sogar zweiten Erstsprache) total wichtig ist.

  16. Regular Client

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Zitat Zitat von orako Beitrag anzeigen
    Ich hab immer wieder mal ein schlechtes Gewissen, dass wir durch das Deutsch als Familiensprache die Kinder benachteiligen, weil sie halt im Englischen Gleichaltrigen hinterher sind und zumindest der Große wird das bis zum Schulbeginn wohl nicht aufholen. Das große Kind hat seit einem Jahr Sprachtherapie (aber nicht nur wegen Vokabular/Grammatik, also die hätte er wohl auch in Deutschland) und beim Kleinen überlege ich auch.
    Aus fachlicher Sicht macht ihr alles total richtig, da brauchst du kein schlechtes Gewissen haben!
    Wann ist den eurer großes Kind in die englischsprachige Kita gekommen?

  17. V.I.P.

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Bei uns bin ich die einzige mit Deutsch als Muttersprache, ich lebe mit meinem Mann (englischsprachig) im englischsprachigen Ausland.

    Unser Kind ist fast zwei, und spricht sehr viel, allerdings ist ihr Englisch inzwischen deutlich besser.

    Im ersten Lockdown waren wir alle zusammen zu Hause, und haben viel Deutsch gesprochen, da konnte sie mehr deutsche Wörter als Englische.

    Inzwischen ist sie aber in der Kita, dort wird englisch gesprochen. Mein Mann und ich sprechen meist englisch, nur so Alltagszeug auch mal auf Deutsch.

    Ich denke J versteht beide Sprachen sehr gut, sagt manche Wörter lieber in einer als der anderen Sprache und mischt dann, aber insgesamt spricht sie viel mehr englisch und kann da auch mehr Grammatik (Vergangenheitsformen, pluralbildung, Nebensätze) die sie auf Deutsch noch nicht kann.

    Ich mach mir keinen Stress, ich will hauptsächlich, dass sie sich verständigen kann, und auf der Basis kann man immer weiter aufbauen.
    Es gibt hier auch eine deutsche Schule (allerdings eine Autostunde entfernt) die samstags Unterricht anbietet, um bilingualen SuS das Schreiben und lesen im deutschen nahezubringen.

    Mal schauen ob sich J dafür interessiert.
    _______________________There's a tribe in Papua-New Guinea, where, when a hunter flaunts its success to the rest of the village, they kill him and then drive away the evil spirits with a drum made from his skin.


    Superstitious nonsense, of course, but one can see their point.

  18. Addict

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Zitat Zitat von Jazzy Belle Beitrag anzeigen
    Aus fachlicher Sicht macht ihr alles total richtig, da brauchst du kein schlechtes Gewissen haben!
    Wann ist den eurer großes Kind in die englischsprachige Kita gekommen?
    Danke! Ja das weiß ich eigentlich auch und ehrlich gesagt wäre es für uns Eltern auch keine Alternative, zu Hause immer nur Englisch zu sprechen glaub ich. Das fühlt sich einfach nicht richtig an, das ist halt nicht meine Muttersprache. Insofern ist es halt so wie es ist.
    Er ist mit 15 oder 16 Monaten in die Kita gekommen, aber lange nur 3 Tage die Woche gegangen. Der Kleine geht jetzt auch nur 2 Tage aktuell. Das große Kind hat aber einfach so seine Baustellen rund ums Sprechen, wahrscheinlich würde es gar keinen großen Unterschied machen, wenn er nur mit der einen Sprache aufgewachsen wäre bislang.

  19. Regular Client

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Zitat Zitat von orako Beitrag anzeigen
    Danke! Ja das weiß ich eigentlich auch und ehrlich gesagt wäre es für uns Eltern auch keine Alternative, zu Hause immer nur Englisch zu sprechen glaub ich. Das fühlt sich einfach nicht richtig an, das ist halt nicht meine Muttersprache. Insofern ist es halt so wie es ist.
    Er ist mit 15 oder 16 Monaten in die Kita gekommen, aber lange nur 3 Tage die Woche gegangen. Der Kleine geht jetzt auch nur 2 Tage aktuell. Das große Kind hat aber einfach so seine Baustellen rund ums Sprechen, wahrscheinlich würde es gar keinen großen Unterschied machen, wenn er nur mit der einen Sprache aufgewachsen wäre bislang.
    Dann würde ich mir echt keine Gedanken machen!

    Ich dachte bis vor 10 Minuten, dass unsere Tochter das was mein Mann und ich auf englisch miteinander sprechen zwar mal nachplappert aber nicht wirklich versteht oder sich merkt. Gerade stieg sie die Treppe zu meinem Mann rauf und rief dabei ‚Baby upstairs!‘

  20. Senior Member

    User Info Menu

    AW: Zwei-/mehrsprachige Erziehung - wie läuft's bei euch?

    Achtung, so habe ich meine ersten Schimpfwörter in zwei Fremdsprachen gelernt.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •