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  1. Alter Hase

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    Schreikind - Tipps?

    Vielleicht hat von euch jemand Tipps oder Erfahrungen.

    Das besagte Kind ist vier Monate und ein Schreikind. Gibt es irgendwelche "Geheimtipps", die ich an die Eltern weitergeben kann? Die gehen ziemlich am Zahnfleisch, und weil sie im Ausland leben kann man auch nicht einfach so hin aktuell....

    Das Kind wird noch gestillt, Flasche mag er nicht (weder mit Muttermilch noch mit anderer Milch), Schnuller mag er nicht. Die Mutter ernährt sich laktosefrei seit einiger Zeit, weil der Kinderarzt meinte das könnte helfen. Zur Physiotherapie/Osteopathie gehen sie regelmäßig, das schien auch geholfen zu haben, aber die Praxis ist wegen eines Coronafalls aktuell leider zu. Beruhigen lässt er sich quasi auch nicht, am ehesten noch wenn man ihm auf dem Arm herumträgt, aber ansonsten nichts: keine Wärme auf dem Bauch (der Gedanke ging auch Richtung 3-Monats-Koliken), kein Singen, keine Wiege, kein nichts. Tragetuch mag er ab und zu, aber auch nicht immer. Am Anfang war es vorwiegend gegen Abend, aber jetzt ist es immer öfter auch einfach so unterm Tag, und auch ohne erkennbaren Grund (Kind scheint zufrieden, schreckt auf einmal hoch und fängt fürchterlich zu brüllen an).
    Die Schwangerschaft war ziemlich schlimm (quasi Dauer-Übelkeit, Schwangerschaftsdiabetes, Vorstufe zur Schwangerschaftsvergiftung, das Kind war auch sehr groß und schwer bei der Geburt, danach hatte die Mutter einer Blutvergiftung und musste mit dem Krankenwagen dann wieder in die Klinik, Baby natürlich immer dabei) - ob das vielleicht auch mit eine Ursache sein kann? Dass das Kind diesen frühen Stress noch nicht verarbeitet hat? Kann man da überhaupt unterstützend was tun?

    Ob es Schreiambulanzen in dem Land gibt weiß ich nicht, aber das versuchen sie in Erfahrung zu bringen und werden auch mit dem Kinderarzt nochmal in Ruhe reden. Die Hebamme hat nur gesagt, dass sie versuchen soll ihm die Flasche zu geben (mit der Vermutung, dass ihre Milch vielleicht nicht reicht), aber die Flasche lehnt er total ab....

    Ich weiß nicht ob es wirklich was gibt, was helfen kann oder ob nur aushalten hilft, aber ich würde halt gern was tun, und wenn es nur Tipps im Internet sammeln ist...

    Vielen Dank schonmal!

  2. Addict

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Also ich hatte selber kein Schreikind nach Definition, "nur" solche, die in den ersten drei Monaten halt abends laenger schreien. Das war schlimm genug fuer mich, daher hab ich hoechsten Respekt vor der Familie, von der du schreibst. Das muss wirklich hart sein.

    Nach allem was ich von Faellen im Freundeskreis dazu weiss, koennen sie wohl viel mehr als das, was sie schon machen (Kinderarzt zur Abklaerung, Osteopathie, ...), eh nicht tun. Die Zeit spielt ja fuer sie, die meisten Kinder wachsen nach den ersten Monaten ja aus der schlimmen Schreikindzeit raus. Was naturlich nicht heisst, dass es jetzt uebermorgen vorbei sein muss bei Ihnen.

    Ich wuerde an deiner Stelle wohl als erstes raten, dass die Eltern sich Unterstuetzung suchen. Schreiambulanz hast du ja schon erwaehnt...Ich denke halt an alle moeglichen Stellen, die den Eltern Tipps geben koennen fuers Durchhalten oder einfach den Ruecken staerken. Wenn es solche Stellen gar nicht gibt (kann ja sein je nach Wohnort), wuerde ich auchmal in RIchtung psychologische Beratung denken...gerade wenn die Geburt/Anfangszeit auch nicht so easy peasy war. Keine Ahnung, ob das eine Hilfe sein koennte?
    Ich glaube, das Wichtigste ist, dass die Eltern sich kein schlechtes Gewissen oder Schuldgefuehle einreden. Und es irgendwie einfach annehmen und sich Strategien ueberlegen, wie sie dadurch kommen. Ohropax, regelmaessige Auszeiten ausserhalb der Wohnung, vielleicht auch so etwas wie ein Babysitter?

  3. Member

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Ich habe keine persönliche Erfahrung damit, das vorweg.

    Dieses Aufschrecken aus dem nichts... Könnte das Baby vielleicht doch Schmerzen haben? Was sagt denn das Gefühl der Eltern in dieser Hinsicht? Ich weiß ja nun nicht, wie zufrieden sie mit dem Kinderarzt sind, aber vielleicht lohnt es sich, doch noch mal alles abzuchecken und etwas mehr Aufwand zu betreiben.

  4. Senior Member

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Zitat Zitat von kaikoura Beitrag anzeigen
    Ich habe keine persönliche Erfahrung damit, das vorweg.

    Dieses Aufschrecken aus dem nichts... Könnte das Baby vielleicht doch Schmerzen haben? Was sagt denn das Gefühl der Eltern in dieser Hinsicht? Ich weiß ja nun nicht, wie zufrieden sie mit dem Kinderarzt sind, aber vielleicht lohnt es sich, doch noch mal alles abzuchecken und etwas mehr Aufwand zu betreiben.
    War auch mein Gedanke. Auch ich hatte kein klassisches Schreikind, eher ein äußerst schnell überreiztes und überfordertes Baby. Aber dieses plötzlich Hochschrecken kenne ich zumindest aus Erzählungen von Schreikindern nicht. Ich dachte auch als erstes, dass ihm vielleicht doch was wehtut.

  5. Get a life!

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Mein Sohn hatte ne Blockade und da hat Physio alleine nicht geholfen. Erst Manualtherapeut hat es lösen können. Da musste ich dann auch in gewissen Abständen mit ihm hin. Vielleicht gibts das dort ja auch.

    Bezüglich Stress: Ich hatte in Schwangerschaft und nach Geburt auch wahnsinnig viel Stress. Und mir hatte da jemand den Tipp gegeben, dass ich meinem Kind sage, dass es sich nicht verantwortlich fühlen muss dafür und dass es damit nichts zu tun hat, sondern dass ich mich drum kümmern werde. Klingt ein bisschen esoterisch, aber irgendwie hat es mir geholfen und damit auch dem Kind.
    I will dance
    when I walk away

  6. Junior Member

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Vorweg: Ich bin keine Mutter.

    Zitat Zitat von Wiggie Beitrag anzeigen
    ... eher ein äußerst schnell überreiztes und überfordertes Baby.
    Daran habe ich beim Lesen auch denken müssen. Kann es sein, dass Kind hochsensibel ist?
    Eine Freundin erzählte mir mal, dass eine ihrer Freundinnen auch ein Schreibaby hatte, welches ruhiger wurde, als sie umgezogen sind. Es war dem Kind einfach zu laut.

    Oder:
    Durch die schwierige Schwangerschaft und den Stress danach ist das Kind selbst noch arg gestresst bzw. die Mutter. Und das kann sich ja auch auf das Kind übertragen, oder?
    Ich habe den Eindruck, dass Kinder, vor allem Babys, da doch viel sensibler sind, als wir manchmal denken.

  7. Newbie

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Ich würde auch schauen, dass ich in einer Schreibabyberatung einen Termin bekomme.

    Als ersten Schritt würde ich allerdings versuchen ein Schlaf und Schreiprotokoll für einige Tage zu führen, das kann dann auch bei der Beratung gleich weiterhelfen.
    Vielleicht erkennt man dann schon erste Muster. Mit vier Monaten sollte ein Baby eigentlich keine längeren Wachphasen Wachphasen als 1,5 bis zwei Stunden haben. Es ist daher wichtig gleich bei den ersten Anzeichen oder falls es keine Müdigkeitssignale sendet, strikt nach der Uhr, dem Baby beim Einschlafen zu helfen, um nicht in die Übermüdung oder Überreizung reinzurutschen. Dieses plötzliche aufschreien könnte meiner Meinung nach auch die Müdigkeit sein, die bei Schreibabys oft sehr plötzlich kommt, da sie keine Müdigkeitssignale senden.
    Falls der Kinderwagen oder die Trage halbwegs funktionieren, würde ich empfehlen am späten Nachmittag, bevor üblicherweise die abendliche Schreiphase beginnt, eine große Spatzierrunde zu drehen, um Übermüdung zu vermeiden.

    Das hat bei uns auf jeden Fall sehr weitergeholfen.

  8. Newbie

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Ach und gerettet hat uns bis heute (das Baby ist jetzt 7 Monate alt) weißes Rauschen, einfach aus einer App. Das musste man kurz sehr laut stellen, wenn das Baby in Rage war, dann hat er oft innegehalten und war für andere Beruhigungsmethoden zugänglich und man konnte es wieder runter regeln. Hilft auch gut bei schreckhaften Babys als Hintergrundgeräusch.

  9. Urgestein

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Bei uns hat noch die Federwiege geholfen, Tragetuch kam auch sehr gut und pucken in den ersten Monaten. Außerdem Sab Simplex gegen gegen vermutete Bauchschmerzen. Da könnte man vielleicht auch nochmal forschen, ob neben Lactose etwas anderes aus der mütterlichen Ernährung mit rein spielen kann. Da scheiden sich ja die Geister.

  10. Regular Client

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Manchmal hilft einfach nur Durchhalten und mit dem Partner abwechseln, damit man nicht komplett durchdreht. Es geht vorbei. Babys schreien und oft weiß man einfach nicht warum.
    Jetzt der Mutter zu erklären, was in der Schwangerschaft falsch gelaufen ist, ist total daneben.

  11. Urgestein

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Ich war damals in einer Schreiambulanz und alleine, dass mich da jemand ernstgenommen hat, hat mir schon sehr geholfen.
    Ansonsten: keine zusätzlichen Reize. Kein Singen, kein Schuckeln, kein nichts. Einfach neben dem Kind mit Körperkontakt liegen und aushalten. Aber ja, das ist sehr leicht gesagt, aber schwer auszuhalten.
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  12. Alter Hase

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Vielen Dank für eure Tipps!
    Der Kinderarzt meinte heute, sie sollen mal Milch ohne Kuhmilch-Proteine probieren - er vermutet, dass es nicht an der Laktose liegt, sondern eben am Kuhmilch-Protein. Als sie Milchprodukte nämlich komplett weggelassen hat (auch laktosefreies) hatte sie auch den Eindruck es wäre besser, vor allem direkt nach dem Stillen, wo er wohl oft weint.

    Sie haben eine elektrisch betriebene Wiege, aber ich glaub das ist wieder was anderes als ne Federwiege....das mit dem weißen Rauschen sag ich ihr mal.

    Zitat Zitat von souffleuse Beitrag anzeigen
    Jetzt der Mutter zu erklären, was in der Schwangerschaft falsch gelaufen ist, ist total daneben.
    Wo liest du das denn raus?
    Sie hat mir gegenüber diese Gedanken geäußert und ich hab mich eben gefragt ob das was damit zu tun haben kann oder nicht, mehr nicht.
    Geändert von MissBlurry (17.02.2021 um 19:21 Uhr)

  13. Urgestein

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Ich denke, dass das auf Riddra bezogen ist? Wobei ich da eher den Hinweis auf Hochsensibilität schwierig finde. Wie viele Schreibabys gibt es in dem Alter und wie will man feststellen, ob das Kind jetzt hochsensibel sind? Ich würde da jetzt nicht mit so einer “Diagnose” um die Ecke kommen, zumal das ja jetzt auch gar nichts ändert.
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  14. Get a life!

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Mein erstes Kind hat auch sehr viel geweint und auch immer schlecht in den Schlaf gefunden. Uns hat oft Ruhe geholfen. Also nicht die ganze Zeit herumlaufen, singen usw, sondern einfach ruhig im Arm halten und vielleicht leise reden oder mal "shhhhhht" machen. Rauschen hat auch manchmal geholfen.
    Was im Sitzen auch manchmal hilfreich war: Auf einem Pezziball sitzen und leicht wippen.
    Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass viel Nähe nötig war.

    Dann auch: sich abwechseln, damit man mal Pause hat und mal Luft holen kann. Wenn das nicht geht: Kopfhörer rein (hat aber nicht immer funktioniert, manchmal hat mich das zusätzliche Geräusch auch gestört).

    Was mir persönlich auch noch geholfen hat war irgendwann nicht mehr den Grund zu suchen. Ich hatte alles gemacht. Wir waren beim Osteopathen, ich habe mich in der Ernährung eingeschränkt usw. Irgendwann habe ich es akzeptiert und angenommen und konnte damit auch entspannter umgehen.
    S (21:22) :
    könnte mir vorstellen, dass er einfach gar nix denkt. wie alle männer

  15. Senior Member

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Wenn ich das alles so lese, werden echt die Erinnerungen wach. Ich hatte vieles verdrängt, aber mein Großer ist die ersten 1,5 Jahr nur mit weißem Rauschen eingeschlafen wir wurden echt schon belächelt von unserem Umfeld, weil wir immer und überall die App angemacht haben, wenn es mal wieder soweit war und bei ihm war das so verrückt, wir haben die App abgemacht und er war wie auf Knopfdruck leise und ist ganz entspannt eingeschlafen. Ich kann mich auch noch an Stunden auf dem Petziball wippend erinnern. Irgendwann haben wir sogar sein „Bett“ (in dem Fall die KiWa-Tasche) auf den Petziball gestellt und gewippt bis er rausgewachsen ist und das hat ne Weile gedauert. Grundsätzlich ist er nie einfach so liegend eingeschlafen. Grundsätzlich ist er ganz oft ausschließlich unterwegs eingeschlafen. Mit ihm war ich täglich stundenlang in der Trage oder mit dem Wagen spazieren, damit er überhaupt mal schläft. Dabei hätte ich mir so sehnlichst mal eine sitzende Pause gewünscht.

    Und beim Kleinen war dann alles anders. Er ist immer liegend problemlos eingeschlafen, hatte abends kaum nennenswerte Schreistunden. Weißes Rauschen und schuckeln hat ihn nicht die Bohne interessiert so unterschiedlich sind sie.

    Sorry, das war jetzt sehr OT. Aber es sind grad echt die Erinnerungen wieder hochgekommen.

  16. V.I.P.

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Ich zähl mal auf:

    Sab Simplex - gegen Bauchweh
    Fön - War manchmal das einzige was bei uns geholfen hat, dann aber oft schlagartig
    Viel Körperkontakt und rumtragen (auch in Kombination mit Fön)
    Föngeräusch App aufm Handy
    Mal drauf achten ob das Baby genug schläft und wie es in den Schlaf findet. War bei uns vermutlich nach dem Bauchweh das größere Thema. Wochenlang ging das abendliche Einschlafen fast nur wenn ich draußen mit ihm im Tragesäckchen die Straße auf und ab gelaufen bin (Januar..... ), drinnen war nix zu machen
    Pucken und Federwiege hat bei uns beispielsweise gar nichts gebracht, da wurde nur noch mehr geschrieen.

    Ansonsten: Durchhalten, es wird besser, auch wenn man das an solchen Tagen gar nicht vorstellen kann.

  17. Urgestein

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    AW: Schreikind - Tipps?

    Hier auch sehr regelmäßige tagschläfe mit maximal 1,5-2h wach dazwischen (und dann in der trage draußen herumlaufen - trotzdem oft noch länger Geschrei beim Einschlafen darin), und drin war auch Fön sehr hilfreich (warm, Wind, Geräusch - das Geräusch alleine hat lange nicht gereicht).

    Ich persönlich würde mich nicht darauf versteifen, dass das Schreien durch Bauchweh ausgelöst ist, das was mit der Ernährung der Mutter zu tun hat - das macht das Leben für die Mutter nur ätzender und ich halte es für eher unwahrscheinlich. Ggf würde ich da mal zusätzlich bigaia-tropfen ausprobieren zur Unterstützung des Darms, aber die Mutter jetzt nix mehr normales essen zu lassen finde ich nicht zielführend (außer bei den Versuchen zeigt sich sehr schnell und sehr eindeutig eine große Verbesserung - nicht "vielleicht in der Tendenz schon bisschen weniger geschrien").

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