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  1. Get a life!

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Ihr großer Teil der Welt, wie habt Ihr denn Euren Studienwunsch (oder nicht übernahmeversprechenden Ausbildungswunsch) mit Euren Eltern kommuniziert und war da nie Thema, wie Ihr mal überlebt?
    Hat Euch das selber nicht interessiert, wovon Ihr mal Eure Miete und Eure Brötchen bezahlt?
    Interessiert mich echt, beides.
    nein. und das ist ja genau das, was ich schrieb: wenn es nicht gerade medizin ist, dann gibt es für viele studienfächer nicht so klare berufsfelder und die kennt man als frische abiturientin noch schlechter als, die es eh schon studieren. meine eltern waren froh, als ich ein thema gefunden habe, was ich gern machen will, aber da hat keine*r gefragt, was ich denn damit machen will (und genau diese fragen nerven ehrlich gesagt auch sehr oft bei solchen studiengängen, weil sie ziemlich oft als abwertend rüberkommen und ich bin froh, dass meine eltern mich einfach haben machen lassen). die berufe, die aus meinem fach rauskommen, sind auch recht abstrakt, das hätte ich so nie gecheckt, ohne nicht den studiengang genauer zu kennen. es ist wirklich nicht schlimm, wenn man zu beginn des studiums (oder der ausbildung) keine idee hat (ich seh persönlich nicht den unterschied zu plan, bei dem, was du beschreibst. das, was du schreibst, ist für mich so ziemlich die definition von "einen plan haben". pläne muss man auch nicht zwangsläufig umsetzen). man wird nicht zwangsläufig den eltern auf der tasche hängen. natürlich hilft es, wenn man eltern im rücken hat, die einen im notfall nochmal kurz unter die arme greifen, aber das hab ich seit ich einen job hatte nach 5 jahren studium zum glück nicht gebraucht. ganz ohne idee, was ich je werden will.

    (edit: es kann einfach sowohl mit idee schieflaufen, als auch ohne idee. ich hab mein studium straight durchgezogen, andere mit idee mussten dafür feststellen, dass sie ihren ideen nicht gerecht werden können. wirklich genau zu wissen, warum man welche ausbildung/welches studium macht, rettet einen nicht davor, eventuell mal ne falsche entscheidung zu treffen.

    editedit: UND meine eltern kommen beide aus der ddr. mein vater konnte studieren, was er wollte, bei meiner mutter war die auswahl stark eingeschränkt und ich glaube, genau deshalb fanden sie es gut, dass wir da einfach studieren konnten/die ausbildung machen konnten, die wir wollten, ohne dass es da irgendwelche restriktionen gab. sie haben uns so weit vertraut, dass wir schon irgendwie auf den trichter kommen, was wir genau wollen.)
    Geändert von Schnelmi (28.04.2021 um 09:08 Uhr)

    gmitsch gmatsch gmotsch

  2. Get a life!

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    ... Meine Mutter hat mir liebevoll das Taschengeld gestrichen, als ich mit einer beschissenen Mittlere Reife von der Schule gegangen bin. ...
    Also auch wenn du da das "liebevoll" jetzt so explizit betonst... ein Kind/eine Jugendliche monetär zu bestrafen, wenn es nicht dem Idealbild der Leistungsgesellschaft entspricht, i.e. gute Noten aus der (Regel)Schule nach Hause bringt, kann meiner Meinung nach nie liebevoll sein (auch wenn die Aktion an sich vielleicht respektvoll und sachlich passiert und wenig emotional, das geht mit Sicherheit).

    Wenn ich einerseits für mein Kind möchte, dass es seinen Weg selbst finden soll, ohne ständig und zu viel von mir beeinflusst zu werden, dann passt das für mich nicht zusammen mit "mein Kind hat nicht das geleistet, was ich erwartet/mir gewünscht hätte, deshalb lasse ich es jetzt mal spüren, dass ich es nicht bedingungslos unterstütze, wenn es nicht leistet"

  3. V.I.P.

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von wendo Beitrag anzeigen
    Also auch wenn du da das "liebevoll" jetzt so explizit betonst... ein Kind/eine Jugendliche monetär zu bestrafen, wenn es nicht dem Idealbild der Leistungsgesellschaft entspricht, i.e. gute Noten aus der (Regel)Schule nach Hause bringt, kann meiner Meinung nach nie liebevoll sein (auch wenn die Aktion an sich vielleicht respektvoll und sachlich passiert und wenig emotional, das geht mit Sicherheit).

    Wenn ich einerseits für mein Kind möchte, dass es seinen Weg selbst finden soll, ohne ständig und zu viel von mir beeinflusst zu werden, dann passt das für mich nicht zusammen mit "mein Kind hat nicht das geleistet, was ich erwartet/mir gewünscht hätte, deshalb lasse ich es jetzt mal spüren, dass ich es nicht bedingungslos unterstütze, wenn es nicht leistet"
    Ich gehe davon aus, dass du weißt, dass der Prozess in der Realität mehr beinhaltet hat als dieser Satz von mir.

    Mehr Gespräche, mehr Erklärung, mehr Abstimmung, miteinander.

    Ich sprach ja nun von „Taschengeld“, ich wurde nicht auf die Straße ausquartiert.
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  4. Get a life!

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Ja natürlich, und deshalb spreche ich davon, dass dieser Prozess mit Sicherheit beiderseits respektvoll und sachlich möglich ist - daran zweifle ich ja gar nicht.
    Wenn das Ziel sein soll, dass ein Kind in dem Bestreben, den eigenen Weg zu finden und zu gehen, bedingungslose Unterstützung der Eltern bekommt, dann finde ich solche "Strafen" halt trotzdem nicht zielführend, und nicht liebevoll, sondern autoritär.
    Und wenn es letztendlich eigentlich sowieso die Gespräche und Erklärungen, die damit einhergehen, sind, die was bewirken sollen, erst recht nicht.

  5. V.I.P.

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Ich fand es genau den richtigen Weg meine Ziellosigkeit in Bahnen zu lenken.
    Ich finde dazu fehlt dir viel zu viel Hintergrundwissen um das irgendwie beurteilen zu können.

    Ich finde jetzt Taschengeld zahlen, damit man sich als Teenager die Freizeit finanzieren kann und bedingungslose Unterstützung, mitnichten die selben Dinge.

    Welche Wege würdest du denn konkret anwenden, wenn dein Kind in die Richtung läuft (wir hatten das vor einigen Seiten mal) und daheim hockt und einfach nichts tut?

    Ich komme aus einer Unternehmer-Familie, die Option war einfach nicht drin. Wenn ich keinen Plan für meine weitere Ausbildung hatte, musste ich arbeiten gehen. Hat mich das irgendwann in meinen Zwanzigern zum Workoholic gemacht? Keine Ahnung.

    Ich hab es aber damals schon nicht als Strafe empfunden. Wie gesagt, ich wurde nun nicht gerade im Wald ausgesetzt.
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  6. V.I.P.

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von blauer_Engel Beitrag anzeigen
    Ich weiß mit Mitte 30 noch nicht so genau, was ich will

    Wichtig ist mir auf jeden Fall, dass meine Kinder allein gut lebensfähig sind und nicht mit 30 noch Muttis Hilfe brauchen.
    Geht mir beides auch so.

    Ich hab was studiert mit dem man viel (auch viel gut bezahltes) machen kann, was ich genau machen will, war meinen Eltern egal und ich wusste es auch nicht. Überlege auch jetzt immer mal, in welche Richtung ich weiter gehe.
    Man soll schweigen oder Dinge sagen, die besser sind als das Schweigen.

  7. Addict

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Und habt Ihr Euch selbst nicht gefragt, wie Ihr mal Eure Existenz sichert?
    Also, auch nicht als rhetorische Frage. Und wenn ja, dachtet Ihr rein abstrakt, irgendwas wird sich finden? Oder hattet Ihr Ideen, die Ihr dann halt verworfen habt wie ich meine?
    Ich wusste es am Anfang nach dem Abi gar nicht, dann habe ich langsam verschiedene Ideen gehabt von denen ich manche verfolgt habe und manche nicht, mein jetziges Berufsbild habe ich erst entdeckt, als ich mit 30 überlegt habe, wie es jetzt weitergehen soll. Ich habe mich da aber zeitweise viel zu sehr gestresst bzw. bin immer noch so, dass ich durchaus daran hänge, viel Geld zu verdienen. Ich wünschte mir für mich eigentlich eher noch mehr Entspannung. Den Rat von meinem Vater, das zu machen, was mir Spaß macht und nicht davon auszugehen, dass mein Studium was mit dem Job danach zu tun hat oder mein erster Job etwas mit den Jobs danach finde ich total super und wünschte ich hätte es noch mehr annehmen können. Ich finde auch, dass man sich nicht kopfüber in Leistungsgesellschaft und Kapitalismusgläubigkeit stürzen muss, sondern in der Lage sein sollte, das auch kritisch zu hinterfragen und das würde ich auch gerne den Kindern vermitteln. Wir sind ziemlich IT-affin und ich fände es toll, wenn die Kinder etwas davon mitnehmen. Nicht nur, weil es spannend ist, sonder auch weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass das ein ziemlicher Garant dafür ist, dass man im Zweifel immer etwas hat, womit man relativ einfach und flexibel Geld verdienen kann. Wenn es sie nicht interessiert ist es aber auch total okay. Vielleicht geht das in die Richtung die du meinst? Ich verstehe dieses grundsätzliche Misstrauen gegenüber den Kindern das ich bei dir lese aber nicht, ich sehe da keinen Anlass für Sorge und wenn ich die hätte wäre es denke ich auch nicht mein Mittel der Wahl, möglichst früh Pläne zu verlangen.

  8. Get a life!

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Ich schreibe nur, wie ich es finde... du hast das liebevoll so betont, aber ich finde das eben überhaupt nicht liebevoll.
    Natürlich kenne ich nicht die genauen Rahmenbedingungen, die sind für mein generelles Empfinden zu dem Thema aber gar nicht mal so relevant: auf schlechte Leistung folgt Strafe empfinde ist nicht als liebevoll.

    Ich halte aber generell nichts von "Pauschal"strafen a la Taschengeld streichen, Medienzeit streichen, Hausarrest o.ä. - diese ganzen Dinge stehen doch in allzu vielen Fällen nicht im direkten Zusammenhang mit dem, was bestraft wird, insofern sind sie nicht logisch, und insofern auch nicht zielführend.

    Ich weiß nicht pauschal welchen Weg ich konkret anwenden würde, weil ich sehr situationsabhängig handhaben würde (hoffentlich). Hoffentlich nicht mit pauschalen Bestrafungen, sondern mit irgendetwas, was zielführend und logisch nachvollziehbar ist.

  9. V.I.P.

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Es ist ja auch überhaupt nicht pauschal sondern sehr wohl situationsbezogen.

    Taschengeld dient dem Vergnügen und da du jetzt Zeit hast und keiner anderen Tätigkeit nach gehst, hast du jetzt die Möglichkeit, dir dieses Vergnügen selber zu verdienen.

    Ich hatte dir ja nun schon erklärt, es ging nicht um die Bestrafung der schlechten Noten (deshalb der Hinweis, da stecke mehr dahinter als ein kurzer Satz), sondern um das, was nach diesem Abschluss folgte.
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  10. V.I.P.

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Ich wusste sehr früh, was ich will. Ich habe was Berufsbildendes studiert, von dem es aber zu Beginn meines Studiums immer hieß, die Zukunftsaussichten seien schlecht. Das war meinen Eltern aber egal (bzw. hatten sie auch keine Ahnung davon), die waren glaube ich einfach froh, dass ich was mache. Sie haben mir nie reingeredet, auch in spätere berufliche Entscheidungen nicht. Meine Mutter hat selber sehr unter den (unerfüllbaren) Erwartungen ihres eigenen Vaters gelitten, und es war ihr sehr wichtig, dass wir uns da nicht unter Druck fühlen. Bei mir hat das auch alles super geklappt so. Mein Bruder hingegen war die Inkarnation von "keinen Plan haben". Er wusste nach dem Abi weder, was er sich beruflich vorstellen kann noch, was ihn theoretisch-inhaltlich interessiert. Letztlich hat er dann zehn Jahre lang irgendwie vor sich hin studiert, ohne einen Abschluss zu machen, und arbeitet heute in einem Job, den man ungelernt machen kann. Da denke ich im Nachhinein schon, dass es gut gewesen wäre, wenn meine Eltern ihm da irgendwann mal die Unterstützung gestrichen hätten, denn das, was er jetzt macht, hätte er halt auch schon zehn Jahre früher machen können und es hätte allen einiges an finanziellem, aber auch emotionalem Aufwand erspart (nicht zuletzt ihm selbst). ABER er wirkt nicht unglücklich mit seiner Arbeit, hat eine eigene Wohnung und finanziert sein Leben selbst (auf einem anderen Niveau, als es mit einem anderen Job möglich wäre, aber es scheint ihm zu reichen). Und das zeigt mir irgendwie, dass eben jeder andere Ansprüche an sein Leben stellt und meine nicht die meiner Kinder sein müssen. Ich bin da irgendwie total entspannt geworden und zuversichtlich, dass immer irgendwas geht und die allermeisten Kinder letztlich zu selbstständigen Erwachsenen werden.

  11. Get a life!

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Es ist ja auch überhaupt nicht pauschal sondern sehr wohl situationsbezogen.

    Taschengeld dient dem Vergnügen und da du jetzt Zeit hast und keiner anderen Tätigkeit nach gehst, hast du jetzt die Möglichkeit, dir dieses Vergnügen selber zu verdienen.

    Ich hatte dir ja nun schon erklärt, es ging nicht um die Bestrafung der schlechten Noten (deshalb der Hinweis, da stecke mehr dahinter als ein kurzer Satz), sondern um das, was nach diesem Abschluss folgte.
    Du hast geschrieben, dass dir das Taschengeld gestrichen wurde, als du eine schlechte mittlere Reife nach Hause gebracht hast. Natürlich liest sich das wie "Schlechter Schulabschluss --> Folge: Geld wird gestrichen".
    Was du jetzt schreibst, ist ein vollkommen anderer Sachverhalt: "Schule abgeschlossen --> Zeit, das Geld selbst zu verdienen" - nämlich unabhängig davon ob der Abschluss subjektiv schlecht oder gut war.

  12. V.I.P.

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von wendo Beitrag anzeigen
    Du hast geschrieben, dass dir das Taschengeld gestrichen wurde, als du eine schlechte mittlere Reife nach Hause gebracht hast. Natürlich liest sich das wie "Schlechter Schulabschluss --> Folge: Geld wird gestrichen".
    Was du jetzt schreibst, ist ein vollkommen anderer Sachverhalt: "Schule abgeschlossen --> Zeit, das Geld selbst zu verdienen" - nämlich unabhängig davon ob der Abschluss subjektiv schlecht oder gut war.
    Es war nicht mein Ziel den kompletten Sachverhalt in dem Post unterzubringen, das wäre wohl etwas zu viel des guten.
    Ich hatte ja nun mehrfach geschrieben, dass es um die Finanzierung der Freizeit ging.
    Das mit der monetären Strafe hast du vielleicht auch einfach sehr schnell, in sehr wenig Info, reininterpretiert.
    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  13. Ureinwohnerin

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Und habt Ihr Euch selbst nicht gefragt, wie Ihr mal Eure Existenz sichert?
    Nein, nicht wirklich. Ich hab aber ehrlich gesagt mit 15 auch noch gar nicht so weit geplant, das war viel zu abstrakt und weit weg.

    Grundsätzlich war durch die Werte und Erwartungen meiner Familie eben klar, dass ich was "ordentliches" machen muss, das zu einem bodenständigen Job führt. Dadurch war vieles schon von vorneherein festgelegt und ein Abschluss, der einen Plan B zum Geld verdienen erfordert hätte, wäre gar nicht erst in Frage gekommen. Ich bin davon ausgegangen, dass sich schon irgendwas findet, mich hat eh alles ein bisschen und nichts so richtig interessiert (das, was mich wirklich interessiert hätte, fiel ja leider als brotlos raus). Ohne Internet wars halt auch noch deutlicher schwieriger, überhaupt an Informationen zu Studiengängen zu kommen, die weniger offensichtlich sind...dass es Skandinavistik überhaupt gibt, hab ich nur zufällig erfahren (und sofort wieder verworfen).

    Du gehst da grad vielleicht auch sehr von Deinem eigenen Weltbild bzw. dem Deiner Familie aus. Ich bin mit einem eher engen Weltbild aufgewachsen, in dem so viel vorgegeben ist, dass man praktisch gar nicht so viele Möglichkeiten hat, wie man theoretisch eigentlich hätte, was natürlich einerseits eine gewisse Sicherheit gibt, andererseits aber auch sehr einengt. Das ist aber eben auch der Grund, warum ich ein Problem mit sehr festen Erwartungen hab. Es war echt scheiße anstrengend, da halbwegs rauszukommen und ich hab das auch erst viel zu spät geschafft.

    (Ich mache meinen Eltern da keine Vorwürfe, die sind halt im selben engen Weltbild aufgewachsen...)

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Und ich hab nichts gegen krumme oder geschlängelte Lebenswege (und fände Skandinavistik so rein persönlich sympathischer als BWL, aber darum geht's ja nun wirklich nicht).
    Meine Eltern hätten vermutlich beides unpassend gefunden, BWL ist jetzt nicht grad das, was in meiner Familie als bodenständig angesehen wird.

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Ich scheine das gegenteilige Bild zu vermitteln, das stört mich wahrscheinlich, weil's halt nicht stimmt. Und ich nicht das Gefühl hab, dass mein Ansatz akzeptiert wird, während ich mich nicht dazu äußere, dass Andere keine solche Idee von ihren Kindern verlangen würden, denn dass Andere das anders machen akzeptiere ich, kein Problem.
    Du hakst ja grad aber schon auch sehr kritisch nach. Das kommt bei mir ehrlich gesagt auch so an wie unsere Beiträge anscheinend bei Dir.

    Ich finde es an sich nicht verkehrt, wenn man mal im Gespräch ergebnisoffen nachfragt, ob schon eine Idee oder ein Plan da ist. Ehrlich gesagt hätte ich mir von meinen Eltern da auch ein bisschen mehr Interesse gewünscht. Bei Dir klingt das aber schon sehr fordernd und streng, so als würdest Du von Deinem potenziellen Kind erwarten, dass es sich das alles selbst erarbeitet und 15 finde ich einfach noch viel zu früh für sowas, auch wenn es kein fester Plan für immer sein soll und krumme Wege ok wären. Ich vermute mal, dass Du mit 15 schon sehr reflektiert warst, aber ich glaube nicht, dass das auf den Großteil der 15-jährigen zutrifft. Also ja, das kann für manche funktionieren, aber für durchschnittlich halte ich das definitiv nicht und Du kannst halt auch nicht davon ausgehen, dass Dein potenzielles Kind genauso wäre wie Du in dem Alter warst. Vielleicht ist es aber auch wirklich nur falsch rübergekommen und ein Missverständnis.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  14. Addict

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Und habt Ihr Euch selbst nicht gefragt, wie Ihr mal Eure Existenz sichert?
    Also, auch nicht als rhetorische Frage. Und wenn ja, dachtet Ihr rein abstrakt, irgendwas wird sich finden? Oder hattet Ihr Ideen, die Ihr dann halt verworfen habt wie ich meine?
    Ich kenne es so aus meiner Jugend.
    Lebensunterhalt war in meinem Umfeld (Eltern, Bekannte, Grundschulkameraden) ein wichtiger Punkt. Auch ein Grund, warum ich nicht Geschichte o.ä. studiert habe. Handwerk war in dieser Blase Goldstandart, Ausbildung Silber. Und ob ich das Genie zum Studium hatte...?
    Bei meinem Geschwister hat das gleiche Umfeld nach dem Abi zu einem Leben ohne formaler Ausbildung geführt.

    --------------
    Die Studie bezieht sich zwar auf den Nachrichtenkonsum, aber ich gehe davon aus, dass es mit Themen wie Berufsbild ähnlich aussieht:
    Während sich die eine Hälfte der Schülerinnen und Schüler sowie der jungen Erwachsenen gezielt informiert, verlasse sich die andere Hälfte auf zufällig aufgeschnappte Infos.
    Medienkompetenz: Studie zeigt >>tiefe Informationskluft<< bei Jugendlichen - DER SPIEGEL
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  15. Get a life!

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    ich springe da auf 2 punkte an in der argumentation von durga (die glaub ich nicht unbedingt so gemeint sind, aber so ankommen bei mir):

    1. dieses ständige betonen, dass man seine eigenen brötchen verdienen können muss, assoziiere ich ganz stark mit diesem dämlichen "brotloses studium" (alternativ ausbildung), was halt sehr gern sehr abwertend gemeint ist. ich denke, durga meint, dass es darum geht, auf eigenen beinen stehen zu können, aber ich kann das (also "brötchen verdienen") nicht wertfrei sehen, weil ich eben "brötchen verdienen" komplett mit diesem begriff assoziiere. dieser begriff vom brotlosen studium/ausbildung ist halt so stark verinnerlichter kapitalismus, dass man auf jeden fall sachliche werte erschaffen muss (im gegensatz zu ideellen z.b. oder überhaupt keiner), dass es mich wirklich stört. das wird ja auch gern sehr abwertend für z.b. orchideen-fächer oder geisteswissenschaftliche fächer genutzt. gern wird das ja kombiniert mit "was macht man denn damit" oder "haha damit wirst du taxifahrerin" (letzteres klar abwertend) und da geht dieses "mein kind muss eine idee haben, was man damit macht" eben auch in die richtung. also wie gesagt, ich denke nicht, dass durga das so konkret so meint, aber als jemand, die solche sätze öfter gehört hat und oft keine antwort hatte, es ist einfach nervig und hat keine aussagekraft.

    2. diese idee, dass "eine idee für die zukunft haben" davor schützt, zu scheitern oder nicht auf eigenen beinen stehen zu können (darum gehts ja vermutlich? also dass eigene kind davor zu schützen, möglicherweise zu scheitern?). ich bin da vielleicht auch stark geprägt, aber ich hab ehrlich gesagt schon bei freund*innen erlebt, wie krass sich so ein innerlich aufgebauter druck eigener erwartungen und ideen auswirken kann. ich hab z.b. eine ehemalige freundin, mit der aus genau diesem grund die freundschaft zerbrochen ist. sie hat ganz klare vorstellungen/erwartungen/ideen gehabt, was sie studiert und was sie damit macht. sie ist an dem studium gescheitert (was nicht schlimm ist), aber genau wegen dieses eigenen erwartungsdruckes von sich und ihrer familie hat sie sich mit der situation extrem schwer getan und hat hat auch über 10 jahre vor sich hin studiert (weil sie tatsächlich auch nie eingesehen hat, dass das studium vielleicht doch nix für sie ist). weiß tatsächlich gar nicht, ob sie überhaupt noch abgeschlossen hat (der letzte versuch war, die diplomarbeit bei ihrem mann zu schreiben). letztendlich war sie so vor neid zerfressen jeder person gegenüber, die irgendwie halbwegs gut durchgekommen ist und zufrieden mit dem job nach dem studium war, dass es ganz schwer ertragbar wurde, deshalb haben wir auch gar keinen kontakt mehr (und es gibt viele, mit denen sie deshalb keinen kontakt mehr hat). das ist nicht die einzige, aber das krasseste beispiel. ich kenne noch einige andere, die mit klaren plänen rangegangen sind und irgendwann feststellen mussten, dass die pläne nix bringen, wenn einem das entsprechende fach/der berufszweig nicht liegt oder man keinen spaß hat (gerade weil man halt mit 15/18 kein klares berufsbild für viele dinge haben kann). scheitern gehört ja einfach manchmal dazu, so schmerzhaft es auch ist und das kann einem mit ideen im kopf oder ohne ideen im kopf passieren. würde daher ungern meinen kindern gegenüber später irgendeinen erwartungsdruck in die richtung aufbauen und hoffe, dass ich da so entspannt wie meine eltern rangehen kann.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  16. V.I.P.

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Also keine Ahnung, aber mir war mit 18 nach dem Abi schon klar, dass ich irgendwas finden muss, was mir Freude bereitet und womit ich mal irgendwann alleine meinen Lebensunterhalt inkl. Urlaub und so verdienen können muss. Wenn ich nach meinem obersten Interesse gegangen wäre, hätte ich Meeresbiologie studiert. Mir war aber damals schon klar, dass ich mal ne Familie haben will und auch Hunger habe und dass ich damit außer in der Forschung kaum nen Arbeitgeber finden würde. Das mein Wohnort damit sehr beschränkt wäre und ich generell nicht viel Auswahl haben werde. Soweit denkt man ja wohl schon. Ich habe dann was aus einem anderen Interessensgebiet als Basis für meine berufliche Zukunft studiert und das war auch super. Ich weiss nicht, ich kann mir nicht vorstellen dass Menschen in diesem Alter sich keinen Kopf machen wovon sie mal leben sollten. Das ist doch auch gar nicht wertend gemeint.

  17. Ureinwohnerin

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    schnelmi: Ja, ich bin ja letztendlich auch ua aufgrund der Erwartungen von außen am Studium gescheitert.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  18. Ureinwohnerin

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von Mohrrübe Beitrag anzeigen
    mit 18 nach dem Abi
    Das ist ja aber nochmal was anderes als mit 15 in der 9./10. Klasse, wenn man vorhat Abi zu machen.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  19. Alter Hase

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    öööhh ich hab was studiert was man wohl als brotlos bezeichnen würde, was es aber gar nicht ist und das narrativ einer brotlosen aufrecht zu erhalten finde ich auch nicht so förderlich für diese bereiche.

    ich bin damit aufgewachsen, dass wenn man sich umguckt, sich vernetzt und nicht ganz aufn kopp gefallen ist, sich irgendetwas schon ergibt. ich hatte mit meinem studium immer tolle jobs und viele richtungen und was es gibt, hab ich erst im studium kennen gelernt.

    meine eltern waren auch nicht bös, sondern eher stolz dass ich mache worauf ich bock habe und haben mir immer wieder gesagt dass sie mir vertrauen dass ich ne richtung finde, die mir spaß bereitet.

    hab vorm studium ne ausbildung gemacht, aber die wäre auch nicht garant gewesen n ultrageilen job zu bekommen. studium wollte ich ausprobieren - weil why not? und ich hatte die möglichkeit dazu. also warum nicht. n plan "b" hätte ich grob im kof gehabt, aber das kann sich ja immer mal wieder ändern. und finde ich auch nicht schlimm.
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  20. Get a life!

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    AW: Welche Ambitionen habt ihr denn so für euer Kind/eure Kinder?

    Zitat Zitat von Mohrrübe Beitrag anzeigen
    Also keine Ahnung, aber mir war mit 18 nach dem Abi schon klar, dass ich irgendwas finden muss, was mir Freude bereitet und womit ich mal irgendwann alleine meinen Lebensunterhalt inkl. Urlaub und so verdienen können muss. Wenn ich nach meinem obersten Interesse gegangen wäre, hätte ich Meeresbiologie studiert. Mir war aber damals schon klar, dass ich mal ne Familie haben will und auch Hunger habe und dass ich damit außer in der Forschung kaum nen Arbeitgeber finden würde. Das mein Wohnort damit sehr beschränkt wäre und ich generell nicht viel Auswahl haben werde. Soweit denkt man ja wohl schon. Ich habe dann was aus einem anderen Interessensgebiet als Basis für meine berufliche Zukunft studiert und das war auch super. Ich weiss nicht, ich kann mir nicht vorstellen dass Menschen in diesem Alter sich keinen Kopf machen wovon sie mal leben sollten. Das ist doch auch gar nicht wertend gemeint.
    ich hab genau das studiert (wobei das stimmt nicht, noch nischiger, aber das machts nicht einfacher) und das was du über das studium (bzw. die aussichten) schreibst, stimmt z.b. nicht. gutes beispiel, dass man eben NICHT alles wissen kann, was mit dem entsprechenden berufsfeld zu tun hat.

    gmitsch gmatsch gmotsch

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