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  1. Newbie Avatar von ventilador
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    sich verlieren in einer beziehung

    in meinen letzten beziehungen hatte ich zunehmend das gefühl, ich gebe einen teil von mir auf.

    am anfang war ich noch die strahlende, independent woman.
    aber nach und nach hab ich unmerklich mein selbtbewusstsein eingebüßt.

    extra plaktives beispiel: am anfang lach ich noch, wenn er sagt "deine schuhe sind hässlich" und zieh sie extra an. nach einem halben jahr trag ich sie aber nicht mehr, und kauf die, die er mag.
    oder: er sagt "ich mag nicht, wenn du xy tust!". dann motz ich ihn an, dass das eben meine art ist und er ja gehen kann, wenn er will. ich versuche aber insgeheim, xy nicht mehr zu tun.

    ich bin schon immer (und werds wohl auch bleiben) ein lebensfroher und flexibler mensch. aber genaus so auch schon immer ein unsicherer typ, der viel grübelt und zweifelt.

    irgendwann war meine (eh schon schwache) intuition weg dann völlig und ich hab meinem partner mehr vertraut als mir selbst.

    wenn er was blöd fand, was ich gut fand, hab ich mich geschämt.
    wenn er was gut fand, hab ich mich auch dafür geöffnet.
    am schlimmsten: wenn er was an mir kritisiert hat. da war ich tief gekränkt. (anstatt zu sagen "du siehst das eben so. ich nicht."

    nun lag es sicher daran, dass ich partner hatte, die nicht so gut zu mir gepasst haben. aber nicht nur. die beiden männer waren sich überhaupt nicht ähnlich, aber es lief beides mal so:

    selbstbewusst, stark am anfang der beziehung, unsicher, "rückgratlos" am ende und dann mit dem letzten bisschen kraft schluss gemacht. es liegt also auch an mir, nur kann ich es nicht ändern.

    ich bin weder dumm, noch unselbstbewusst, aber mir ist das nun schon mehrmals mit grundverschiedenen partnern passiert. ich weiß, dass ich dazu neige. aber gefahr erkannt heißt eben noch lange nicht gefahr gebannt. weil das eben so schleichend passiert.

    am ende hab ich mich dann jeweils unter tränen getrennt, weil ich das gefühl hatte, nicht ich sein zu können und war einige monate nach der trennung glücklich, frei und unendlich erleichtert.

    da es jetzt zweimal hintereinander (beides langjährige beziehungen) so gelaufen ist, mag ich gar keine beziehung mehr eingehen.
    kennt jemand das problem und hat es, zumindest teilweise, in den griff bekommen?
    Geändert von ventilador (02.04.2016 um 23:35 Uhr)

  2. Get a life! Avatar von Lucaa
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    ich kenn das gut und es passt zu deinem anderen thread. ohne da jetzt laienpsychologe spielen zu wollen, aber was ich dir aus meiner erfahrung sagen kann: ich vermute, dass dein selbstbeuwsstsein nicht annähernd so groß ist, wie du glaubst.

    dieses harte schale- weicher kern rührt wahrscheinlich daher, dass du glaubst, dass dich jemand nicht mehr für liebenswert hält, sobald er deine weiche/schwache seite erstmal kennt. daher versuchst du, ein perfektes bild von dir aufrecht zu erhalten. und das geht natürlich nur, wenn man die menschen auf abstand hält. denn keiner ist perfekt. aber: mit unnahbaren, perfekt wirkenden menschen möchte niemand auf dauer eine beziehung führen. weil das anstrengend ist. bzw. wirst du es beenden, aus angst, der andere trennt sich, wenn er erstmal deine unzulänglichkeiten aufgedeckt hat. und das hat mit deinem gegenüber recht wenig zu tun. daher auch das gleiche muster bei zwei unterschiedlichen männern.

    ich hab auch immer sehr angst, mich zu verlieren, weil ich das schon so erlebt hab. ganz extrem sogar. es umzusetzen, ist nicht so einfach. bei mir ist es so, dass das auch in anderen bereichen (job usw.) der fall ist. mir hat geholfen, das erstmal zu erkennen und dann klein anzufangen. bei dingen nein zu sagen, die gefühlt nicht so ne große welle machen. und dann zu merken, dass es einem viel besser geht und nichts passiert, wenn man zu seinen eigenen empfindungen und ansichten steht. im gegenteil. wenn man immer ein fähnchen im wind ist, wird man nie wirklich ernst genommen. und dann passiert genau das, wovor menschen wie du und ich angst haben: dass man rumgeschubst wird, sich unwichtig fühlt und andere sich wundern, wenn man eigene forderungen stellt. es ist sozusagen eine selffulfilling prophecy.

    ich hab gemerkt, dass meine welt sehr in schwarz und weiß untergliedert ist. also dass es für mich oft nur ganz oder gar nicht gibt. entweder eine beziehung funktioniert von anfang an und man tickt fast gleich oder man kann es lassen. ich musste leider lange jahre therpaie machen, um das zu begreifen. und dass ich ganz viele dinge selbst in der hand habe bzw. sogar auf andere leute projiziere, die aber nur in meinem kopf stattfinden. weil ich ein festgefahrenes bild von mir selbst und meiner wirkung auf andere hatte. daran arbeite ich immer noch hart. aber die strukturen zu erkennen, ist schon mal ein anfang.
    Das Paradies gibt's nicht. Net mal in Unterfranken.

  3. Newbie Avatar von ventilador
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    Danke für deine ausführliche Antwort.
    Ich frag mich, warum nur eine Person geantwortet hat... Kennen andere das Problem nicht?

    Ich glaube, mein Selbstbewusstsein(!) ist soweit ok. Ich musste mich inmitten einer temperamentvollen Geschwisterschar durchboxen.
    Ich kann beim Job "nein" sagen und andere anmotzen, ich kann jederzeit fremde Menschen ansprechen.

    Was nicht ok ist, ist mein SelbstVERTRAUEN und meine Selbstsicherheit. Ich schieb schon gerne Komplexe und zieh mir sofort Schuhe an, die andere mir hinstellen. zB eine Freundin sagte "Du bist immer so toll gekleidet, ich bewundere dich dafür!" - sofort wachse ich einen Meter. Dann sagte mal ein Expartner "Du ziehst dich irgendwie burschikos und nachlässig an, willst du nicht mal ein Kleid tragen?" und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich hektisch Kleidchen bei Zalando bestelle.

    In der Uni wurde mir gesagt, dass ich in einem Gebiet sehr sehr kompetent sei. Ich war völlig überrascht und wahnsinnig stolz.
    Dann, im Berufseinstieg war ich überfordert, hab Kritik bekommen und die Welt nicht mehr verstanden. Da hab ich fast ein Jahr lang nur noch das Negative an mir gesehen.

    Wenn Leute mir sagen, ich sei so oder so, dann übernehm ich das einfach, weil ich eigentlich nicht so genau weiß, wie ich bin.

    Ich glaub aber auch, dass dieses Unsichere auch ein Teil von mir (vielleicht ja auch von dir Lucaa) ist, den ich nicht komplett loswerde und eher akzeptieren sollte.

    Gerade in Beziehungen ist es so nervig, wie dieses anfängliche "Ha, der interessiert sich für mich! Na dann soll er sich mal antrengen!" in ein "Was kann ich nur tun, um ihm noch mehr zu gefallen?" umschwenkt.

    Mich würde interessieren, was da therapeutisch gemacht wird. Ich selber könnte mir zwar eine Therapie vorstellen, aber eigentlich leb ich gerade ansonsten relativ glücklich vor mich hin , sprich: mein Leidensdruck ist noch nicht groß genug. Gerade bin ich ja mal wieder solo und deswegen frei und zufriedener. Aber, wenn du (oder andere) mit professioneller Hilfe gearbeitet haben, würde mich interessieren, wie man vorgeht, um das echte Selbstvertrauen zu stärken.

    Aber

  4. Inaktiver User

    AW: sich verlieren in einer beziehung

    .
    Geändert von Inaktiver User (27.09.2016 um 21:43 Uhr)

  5. Get a life! Avatar von Lucaa
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    in der psychologie hat sowas immer mit der eltern-kind-beziehung zu tun. das wird sehr früh geprägt und auch wenn du oberflächlich nicht introvertiert bist und eher "auf angriff" gehst, kann das trotzdem eine der vielen ausprägungen einer grundsätzlichen unsicherheit bzgl. des eigenen selbst sein. nicht nur introvertierte menschen sind unsicher, andere versuchen, mit einem besonders ruppigen auftreten z.b. ihre unsicherheit zu überspielen.

    und grade bei personen, die einem besonders nahe kommen - sprich der partner - kommen solche muster besonders stark zum vorschein.

    was mir in der therapie nicht vernittelt wurde und gefehlt hat, war eine anleitung zum umsetzen. ich bin da grade sehr drauf gepolt, weil es mir geholfen hat, aber lies dich mal zur thematik inneres kind ein. da geht es ganz oft um konkrete situationen, in denen man ganz stark dinge projiziert, die gar nicht da sind, weil man das in der kindheit so gelernt hat. sehr spannendes feld. und geht auch auf die unterschiedlichen typen von menschen ein. da findet man sich sehr gut drin wieder, wenn man damit probleme hat.
    Das Paradies gibt's nicht. Net mal in Unterfranken.

  6. Junior Member Avatar von tassi
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    Zitat Zitat von Lucaa Beitrag anzeigen
    nicht nur introvertierte menschen sind unsicher, andere versuchen, mit einem besonders ruppigen auftreten z.b. ihre unsicherheit zu überspielen.
    extrovertiert und introvertiert hat ja für das selbstwertgefühl eigentlich gar keine bedeutung. introvertiert heißt ja einfach nur nach innen gekehrt; vor allem auf sich selbst und weniger auf andere Menschen orientiert.

    zu dem ausgangspost...ja ich kenne das auch in teilen bzw. anders. mit der kleidung ist es bei mir allerdings immer andersrum gewesen- am anfang habe ich mich nicht getraut mich authentisch anzuziehen, je länger die beziehung geht umso einfacher fällt mir dies und ich kann auch sehr gut meine meinung haben/vertreten. ich glaube das ist schon eine frage der inneren stärke und des selbstwertgefühls. der erste und wichtigste schritt, um das zu durchbrechen,ist mE ich sich das immer, immer, immer wieder klarzumachen was grad abläuft. und dann natürlich zu handeln und zu sagen - ok, das ist deine meinung, aber ich hab ne andere und es ist auch ok, dass ich die habe/ich darf die haben etc.

    als ich deinen text gelesen habe, kam mir aber noch eine andere frage auf, mit der ich mich zur zeit auch selber sehr beschäftige. und zwar inwiefern denn nicht deine partner vielleicht auch abwertend dir ggü waren. das hat chauchat so schön geschrieben "ein partner, der dich wirklich schätzt, sollte so sensibel sein, deine unsicherheit zu bemerken und sein bestes tun, um da gegenzusteuern. "
    Ich habe bei mir gemerkt, dass mein selbstwertgefühl in meiner beziehung leidet, weil mein partner mich auf eine oft sehr subtile art abwertet. und es ist mE nur logisch, dass es an niemandem (!) spurlos vorübergeht, wenn man die ganze zeit subtil signalisiert bekommt, dass ständig irgendwas an einem nicht gut ist. zB das mit den schuhen...das klingt erstmal harmlos, aber letztlich ist es sehr negativ und wenn einem ständig so sprüche reingedrückt werden kann es einem auf dauer nicht gut gehen. ich weiß nicht, ob das auf deine partner zutrifft. Bei mir ist das schon ein ganz wichtiger punkt, warum ich einfach an selbstbewusstsein einbüße. das ist irgendwie total schade und macht mich echt unglücklich. habe das schon oft angesprochen aber leider hat sich nicht viel geändert bisher. und ich frage mich, gibt es wirklich so partner die sensibel sind, um deine unsicherheit zu bemerken und sein bestes tun, um da gegenzusteuern, die einen aufbauen und nicht (oft auf unbewusst) niederziehn wollen ? Nach 7 Jahren beziehung kann ich mir das iwie nicht mehr wirklich vorstellen

  7. Get a life! Avatar von Delisha
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    Zitat Zitat von tassi Beitrag anzeigen
    als ich deinen text gelesen habe, kam mir aber noch eine andere frage auf, mit der ich mich zur zeit auch selber sehr beschäftige. und zwar inwiefern denn nicht deine partner vielleicht auch abwertend dir ggü waren. das hat chauchat so schön geschrieben "ein partner, der dich wirklich schätzt, sollte so sensibel sein, deine unsicherheit zu bemerken und sein bestes tun, um da gegenzusteuern."
    Hab ich mir auch gedacht beim lesen. Also klar kann man vielleicht auch ein grundlegendes Problem haben mit Selbstvertrauen und Kritik. Aber gerade bei Beziehungen sollte man sich eher überlegen, ob diese Person überhaupt zu einem passt, wenn sie einen kritisiert. Also selbst bei den Schuhen. Der andere hat einen so kennengelernt und sich verliebt. Wenn man jetzt nicht gerade in Turnschuhen zum Bewerbungsgespräch geht, sehe ich es als völlig unangebracht da rumzumeckern. An der Stelle würd ich dann eher insofern an meinem Selbstbewusstsein arbeiten, dass ich mich frage, ob ich mir so nen Typen echt geben muss.
    I will dance
    when I walk away

  8. V.I.P. Avatar von ringelpietz.
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    ventilador:
    ich denke, es ist insgesamt schon einmal sehr gut, dass du für dich weißt, was du magst und was du willst.
    dass dir das in einer beziehung verloren geht, bedeutet ja nicht, dass du auf einmal nicht mehr weißt, was du willst, sondern dass dich da offenbar etwas anderes leitet (die meinung des gegenübers).
    was genau das ist, kann man aus so ein paar Zeilen natürlich nicht herauslesen. vielleicht gibt es da eine angst, abgelehnt oder gar verlassen zu werden, wenn du anders bist, als der andere dich haben will? vielleicht gibt es nicht so viel vorbilder in deinem leben, wie man miteinander gut auskommt, wenn man unterschiedliche wünsche oder geschmäcker hat?!

    daran kann man auf jeden fall therapeutisch arbeiten. und die tatsache, dass du "alleine" ja schon eine position beziehen kannst und ein gefühl zu dir selbst hast, ist schon mal eine gute voraussetzung, um daran zu arbeitenn, wohin und warum dieser aspekt dir in einer beziehung abhanden kommt.
    wie genau man therapeutisch daran arbeitet, hängt ja davon ab, worin deine schwierigkeiten begründet sind. das wird nach ein paar sitzungen vielleicht schon etwas klarer sein, so dass du da mehr idee und bewusstsein bekommst. offenbar gibt es ja eine schwierigkeit, in beziehung weiterhin guten kontakt zu sich selbst zu behalten. das kann man erstens mithilfe einer therapie lernen und zweitens lassen sich ursachen ergründen, wenn du das möchtest.
    To be is to do — Sokrates
    To do is to be — Jean Paul Sartre
    Do be do be do — Frank Sinatra

  9. Alter Hase Avatar von Bibliophilia
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    Ich erkenne mich in dem was du schreibst, auch ein wenig wieder.

    Äquivalent zu deinen Schuhen:
    Als ich meinen Mann kennen gelernt habe, hatte ich ein grünes Lieblingskleid, das er furchtbar hässlich fand. Ich habe es getragen, bis es auseinander gefallen ist. Jetzt suche ich meine Kleidung unter anderem nach dem Aspekt aus, ob sie ihm wohl an mir gefällt.
    Wenn ihm was nicht gefällt, bringe ich es meistens zurück. Ich sage mir dann, dass ich es auch gar nicht SO gut finde, aber ich hätte es ja nicht gekauft, wenn es mir nicht eigentlich gefallen hätte.


    Und ich bin wesentlich gehemmter als früher.
    Das kommt wahrscheinlich daher, dass einerseits mein Selbstbewusstsein kleiner ist als früher und zum Anderen, weil er gerne Witze über Leute macht. Mehr als die Hälfte über sich selbst. Aber wenn er dann einen Witz auf meine Kosten macht, schaffe ich es nicht mehr, nicht zumindest den Funken Wahrheit darin zu suchen und mich daran festzubeißen.

    Also versuche ich möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.
    Tanzen und mitsingen auf einem Konzert - unmöglich momentan.
    Ich musste mich heute morgen ernsthaft überwinden die "Morgenroutine" mit unserem Baby beizubehalten und ein paar Lieder mit ihm zu singen.
    Das ist sonst gar kein Problem, weil mein Mann arbeiten ist. Aber mit ihm im Raum, hat es mich wirklich Überwindung gekostet, alleine drauf los zu singen.
    Im Endeffekt total albern, weil seine einzige Reaktion Entzücken darüber war, wie unser Sohn die ganze Zeit gelacht und gequietscht hat.


    Bei mir ist die Ursache aber eine andere als bei dir, glaube ich.

    Ich war immer unsicher und hatte null Selbstbewusstsein.
    Die Unsicherheit habe ich mir dann irgendwann (so mit 17/18) hart abtrainiert.
    Das war echt Arbeit am Anfang und wurde mit den positiven Resonanzen immer einfacher.
    Ich glaube jetzt fühle ich mich seit Jahren zu sicher in meiner Beziehung, arbeite nicht mehr an meiner Unsicherheit und werde immer mehr wieder zu der unsicheren Person ohne Selbstbewusstsein, die ich mal war.
    das hat sich über die Jahre so eingeschlichen.

    Das ist in meiner Situation mit wenig Leidensdruck verbunden, weil mein Mann das nicht ausnutzt (wahrscheinlich weiß er das auch gar nicht). Aber er könnte, wenn er so wäre. Und das ärgert mich.

    Wir haben da auch schon drüber (in Ansätzen) gesprochen und er ist echt bestürzt, dass ich das Gefühl habe, bei ihm nicht unbefangen sein zu können, aber um da wieder richtig dranzu arbeiten, ist halt schwer.

  10. Regular Client Avatar von erdbärin
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    Bibliophilia, wie hast du dir denn mit 17/18 die damalige unsicherheit abtrainiert? schade, dass du jetzt wieder unsicherer bist. aber ich habe auch den eindruck, dass selbstsicherheit nicht bleibt, wenn man nicht daran arbeitet.

  11. Alter Hase Avatar von Bibliophilia
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    Ich habe mich bewusst in Situationen begeben, die außerhalb meines normalen Umgangs (als außerhalb meiner Schule und Kleinstadt) waren, um mich da auszuprobieren. Wenn es schief geht, kennt mich da immerhin keiner.

    Meine beste Freundin ist in eine benachbarte Großstadt gezogen und ultra extrovertiert. Wir sind dann viel zusammen feiern gegangen oder haben generell viel Zeit in der Stadt miteinander verbracht und ich habe mich einfach gezwungen ein bisschen so zu sein wie sie. Leute ansprechen, nicht schüchtern sein, wenn ich selbst angesprochen werde, schlagfertige Antworten nicht nur zu denken, sondern auch auszusprechen... eben das, was ich mich nie getraut hätte.
    Und irgendwann wurde aus selbstbewusst tun selbstbewusst sein. Dann konnte ich das auch in meinem normalen Umfeld zeigen. Anfangs noch mit viel Überwindung und dann immer automatischer.

  12. Stranger
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    AW: sich verlieren in einer beziehung

    Zitat Zitat von ventilador Beitrag anzeigen
    in meinen letzten beziehungen hatte ich zunehmend das gefühl, ich gebe einen teil von mir auf.

    am anfang war ich noch die strahlende, independent woman.
    aber nach und nach hab ich unmerklich mein selbtbewusstsein eingebüßt.

    extra plaktives beispiel: am anfang lach ich noch, wenn er sagt "deine schuhe sind hässlich" und zieh sie extra an. nach einem halben jahr trag ich sie aber nicht mehr, und kauf die, die er mag.
    oder: er sagt "ich mag nicht, wenn du xy tust!". dann motz ich ihn an, dass das eben meine art ist und er ja gehen kann, wenn er will. ich versuche aber insgeheim, xy nicht mehr zu tun.

    ich bin schon immer (und werds wohl auch bleiben) ein lebensfroher und flexibler mensch. aber genaus so auch schon immer ein unsicherer typ, der viel grübelt und zweifelt.

    irgendwann war meine (eh schon schwache) intuition weg dann völlig und ich hab meinem partner mehr vertraut als mir selbst.

    wenn er was blöd fand, was ich gut fand, hab ich mich geschämt.
    wenn er was gut fand, hab ich mich auch dafür geöffnet.
    am schlimmsten: wenn er was an mir kritisiert hat. da war ich tief gekränkt. (anstatt zu sagen "du siehst das eben so. ich nicht."

    nun lag es sicher daran, dass ich partner hatte, die nicht so gut zu mir gepasst haben. aber nicht nur. die beiden männer waren sich überhaupt nicht ähnlich, aber es lief beides mal so:

    selbstbewusst, stark am anfang der beziehung, unsicher, "rückgratlos" am ende und dann mit dem letzten bisschen kraft schluss gemacht. es liegt also auch an mir, nur kann ich es nicht ändern.

    ich bin weder dumm, noch unselbstbewusst, aber mir ist das nun schon mehrmals mit grundverschiedenen partnern passiert. ich weiß, dass ich dazu neige. aber gefahr erkannt heißt eben noch lange nicht gefahr gebannt. weil das eben so schleichend passiert.

    am ende hab ich mich dann jeweils unter tränen getrennt, weil ich das gefühl hatte, nicht ich sein zu können und war einige monate nach der trennung glücklich, frei und unendlich erleichtert.

    da es jetzt zweimal hintereinander (beides langjährige beziehungen) so gelaufen ist, mag ich gar keine beziehung mehr eingehen.
    kennt jemand das problem und hat es, zumindest teilweise, in den griff bekommen?


    Hey, meine Liebe
    Ja ich kenne das auch ich bin nun schon seit 4 einhalb jahren mit demselben mann zusammen und ich fühle mich eingeengt und schwach. Anfangs hatte ich auch ein sehr hohes Selbstbewusstsein.
    Er wirft mir vor undankbar zu sein und es ist schon so weit dass ich nichts von ihm zum Geburtstag haben möchte.
    Ich spiele mit dem gedanken auszuziehen und habe mich schon umgehört.
    Ich versuch noch ruhig zu bleiben, aber ich denke diese Beziehung ist zum scheitern zu verurteilt.

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