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  1. Member

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Mich wundert etwas, dass hier alle erst mal zur Trennung von deinem aktuellen langjährigen Partner raten.
    So ganz sehe ich nicht, was da denn wirklich "schief läuft".
    Ihr seit schon sehr lange zusammen und es fühlt sich halt nicht mehr so verknallt an wie am Anfang, aber da ist eine tiefe Freundschaft, Vertrauen, Gefühle etc. Ich wäre vorsichtig, so etwas (für eine Verliebtheit oder auch einfach so) aufzugeben.
    Zumal er deine Unzufriedenheit ja auch ernst nimmt und sagt, dass ihr zusammen daran arbeiten solltet. Da ist also Bereitschaft da. Gut, er ist jetzt kein stürmisch-leidenschaftlicher Lover sondern eher Rationalist, aber du bist im wichtig und er dir auch, und vielleicht würdet ihr (mit ein bisschen Paarberatung oder ohne) wieder ein bisschen mehr Schwung reinbringen.

  2. Enthusiast

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    .
    Geändert von |Penny (16.06.2020 um 15:24 Uhr)

  3. gesperrt

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    also ist für Dich Trennung die beste Lösung?

  4. Member

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Wie geht es dir inzwischen?

    Zitat Zitat von Nargiz Beitrag anzeigen
    ich habe seitdem ständig Magenschmerzen, quasi jeden Tag geheult und ja, es geschieht mir Recht, aber bitte, das reicht.
    Ist das besser geworden? Anders?

    Was kann dein Freund (also Mann Nr 1) tun, damit es dir besser geht? Was muss passieren, damit sich für dich was ändert? Was sagt dein Gefühl? Sagt das überhaupt noch was?

  5. Stranger

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    mal besser, mal schlechter. Vorletzte Woche war es einmal ganz schlimm, als ich dachte, dass ich mich gegen Nummer 2 entschieden habe. Als ich dachte, diese Entscheidung getroffen zu haben und damit dachte, ihn verloren zu haben, ging es mir so schlecht, dass ich nicht arbeiten gegangen bin. Nummer 1 hat gewusst, dass ich mich wegen meiner inneren Zerrissenheit (Nummer 1 oder nicht Nummer 1, von Nummer 2 weiß er ja nicht) nicht arbeiten war, aber besonders nachgefragt nach meinem Empfinden hat er nicht.
    Habe mich viel mit früheren Tagebüchern beschäftigt. Beklage dort sehr oft den fehlenden Sex. Die Kommunikationsprobleme. Das aneinander vorbei leben.
    Schaue viele TED Talks, helfen nur bedingt. Fand diesen sehr spannend für mich, vor allem das mit dem, dass einem Seitensprung oft Verlust voraus geht und ich nun mal ständig den Gedanken habe, dass ich Nummer 2 so richtig verlieren könnte (Abschiebung). Ich habe eh das Gefühl, dass Nummer 2 und ich nicht wirklich füreinander sind. Ich glaube, dass wir uns schon richtig lieben und uns extrem wertschätzen, aber als Partner? Ich denke eher nicht. Also die englische Unterscheiden "to love someone" und "to be in love with someone". . aber ich glaube, dass er mir im Moment extrem gut tut. Und wenn ich mich von Nummer 1 trenne, dass er mir dann eine große Hilfe sein kann, mich besser zu verstehen, auch was ich sexuell so will. Ich entwickele immer mehr Vertrauen und kann meine Bedürfnisse ziemlich sorgenfrei kommunizieren und er reagiert darauf und auch wenn es ihm theoretisch nicht 100% passt, akzeptiert er es. Nicht dieses ständige kritisieren von Nummer 1, wodurch ich ständig denke, dass ich mich ändern muss. Das hab ich bei Nummer 2 nie.
    Nächsten Donnerstag fliege ich zu Nummer 1. Und auch hier denke ich, dass er nicht der richtige ist. Wegen meiner Tagebücher, wegen dem, dass ich ihn kaum vermisse, kaum das Bedürfnis habe, mit ihm zu sprechen, mir Sex momentan (und schon lange) gar nicht mehr vorstellen kann mit ihm, obwohl ich eigentlich gern welchen hätte.
    Ich hab Angst vor allem, was das Treffen mit Nummer 1 mit mir anstellt. Wenn ich mich für ihn entscheide, denke ich, dass es falsch ist. Wenn ich mich gegen ihn entscheide, denke ich, dass ich der Vergangenheit und den guten Momenten viel zu sehr nachtrauern werde. Einerseits habe ich Angst, dass er in der kurzen Zeit in den USA dann wirklich "gut mit mir umgehen kann", ich dann ein gutes Gefühl kriege, obwohl das mit dem nachfolgenden Alltag dann nichts zu tun haben muss. Andererseits habe ich Angst, dass mich der Urlaub in meinen Zweifeln bestärkt und ich mich wirklich trenne.

    Ich fühle mich insgesamt reiner mit mir, aber mag immer noch keine der drei Optionen.

  6. Member

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Zitat Zitat von Nargiz Beitrag anzeigen
    Ich fühle mich insgesamt reiner mit mir, aber mag immer noch keine der drei Optionen.
    Sind es denn zwingend diese drei Optionen? Trennen oder zusammen bleiben, Mann 1 oder Mann 2?

    Zitat Zitat von Nargiz Beitrag anzeigen
    Nicht dieses ständige kritisieren von Nummer 1, wodurch ich ständig denke, dass ich mich ändern muss.
    Worin genau besteht seine Bereitschaft, daran zu arbeiten? Was kannst du dir vorstellen, selbst zu verändern?

    Ich glaube ja, dass mich dieses ständige Kritisieren wahnsinnig machen würde. Viel mehr, als fehlender Sex es könnte. Aber das bin ich und andere Leute hier sehen das genau andersherum.

    Wenn die drei Optionen doof sind, sehe ich da mehr als drei Optionen. Z.B.:
    - weiter wie bisher, weil mit Mann 1 objektiv betrachtet doch nichts schief läuft, Mann 2 als Episode abtun
    - aktive Entscheidung für Mann 1, dann aber daran arbeiten, dass es besser läuft
    - aktive Entscheidung, dass es so nicht weiter gehen kann, mit Mann 1 daran arbeiten, dass es besser wird, Forderungen stellen, was anders laufen muss, sonst Trennung (ggf. zeitliches Ultimatum für dich selbst, wann du eine Entscheidung haben willst)
    - Trennung von Mann 1, bewusst Single sein, gucken, ob du ihn/wen von beiden du vermisst
    - Trennung von Mann 1 und weiter machen mit Mann 2, gucken, wie sich das entwickelt
    - Trennung von Mann 1 und Mann 2 vom Fleck weg heiraten
    - keine Trennung von Mann 1, weiter machen mit Mann 2 (wozu es wieder zig individuelle Konzepte gibt - warum weiß Mann 1 eigentlich nicht von Mann 2?)
    - Trennung von Mann 1 und einfach ein bisschen daten, vielleicht ist ja Mann 3 dabei

    Aber ich denke auch, alle, die diesen Thread lesen, haben beim Lesen ihren Favoriten (trennen oder bleiben - für Mann 2 war bisher niemand so richtig, oder?). Und am Ende gibt es da keine "richtige" oder "falsche" Entscheidung, außer die, mit der du glücklich wirst.

  7. Stranger

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Worin genau besteht seine Bereitschaft, daran zu arbeiten? Was kannst du dir vorstellen, selbst zu verändern?
    - Das haben wir nicht im Detail besprochen. Wir haben eh nur einmal wirklich telefoniert, das Problem ist, dass wir im Gespräch jedes mal auf eine Metaebene wechseln, die mit uns nix zu tun hat. Ob es nun ALLGEMEIN sinnvoll ist, zu kritisieren, ALLGEMEIN sinnvoll ist, rational Dinge zu überdenken, RATIONAL gut ist, seine Denkweise ständig zu hinterfragen. Aber darum geht es mir ja nicht. Ich will drüber reden, was das mit mir macht. Und das schaffen wir nicht.
    - Er müsste dran arbeiten, empathischer zu sein? Denke ich? Und ich müsste dran arbeiten, seine Kritik als rein konstruktiv zu sehen. Aber ich glaube einfach nicht, dass wir das können.

    "Ich glaube ja, dass mich dieses ständige Kritisieren wahnsinnig machen würde. Viel mehr, als fehlender Sex es könnte. Aber das bin ich und andere Leute hier sehen das genau andersherum."
    - Ja, so geht es mir ja auch. Und einfach generell der Kommunikationsstil, sehr "lässig" und wenig Gespür für Tonfall und nonverbales Verhalten im allgemeinen. Das ist das, wo sich auch meine Eltern früher mal "eingemischt" hatten und mein Papa versucht hatte ihm zu erklären, dass so was genauso wichtig ist wie der Inhalt des gesagten (wir verstehen uns allgemein mit unseren jeweiligen Eltern sehr gut, das ist jetzt nichts komisches, auch wenn ich glaube, dass das manche sehr komisch finden werden)

    Wenn die drei Optionen doof sind, sehe ich da mehr als drei Optionen. Z.B.:
    - weiter wie bisher, weil mit Mann 1 objektiv betrachtet doch nichts schief läuft, Mann 2 als Episode abtun
    --- mag objektiv sein, aber diese Option kommt für mich absolut nicht in Frage, weil es mir subjektiv einfach besser gehen MUSS und da hilft mir das objektive nicht. Das versuche ich seit 13 Jahren.

    - aktive Entscheidung für Mann 1, dann aber daran arbeiten, dass es besser läuft
    --- Ja. Aber. Ich glaube einfach, dass wir alle Gespräche schon früher mal geführt haben und es nie geholfen hat und ich will nicht nächstes Jahr wieder im gleichen Dilemma sitzen

    - aktive Entscheidung, dass es so nicht weiter gehen kann, mit Mann 1 daran arbeiten, dass es besser wird, Forderungen stellen, was anders laufen muss, sonst Trennung (ggf. zeitliches Ultimatum für dich selbst, wann du eine Entscheidung haben willst)
    --- auch das ist schwierig, weil er in den USA ist. Wir führen im Moment keine normale Beziehung und das wird so noch bis mindestens Mitte September bleiben und dann hat er einen Monat später seine Doktoratsprüfung, also auch, wenn er wieder hier ist, ist das alles ein Ausnahmezustand. Und dann geht es um die Entscheidung, was tut er danach. Bleibt er hier, geht er weg, gehen wir weg. Und das vor dem Hintergrund einer unsicheren Beziehung. Ganz toll.

    - Trennung von Mann 1, bewusst Single sein, gucken, ob du ihn/wen von beiden du vermisst
    --- blöd ist, dass ich definitiv nicht den Kontakt zu Nummer 2 abbrechen will. Definitiv sicher nicht. Und jetzt denke ich drüber nach, ob er da mitmachen würde und dass er eh schon so geduldig sein muss mit mir und ich ihm das nicht auch noch "antun" will, aber darum sollte es vermutlich wieder gar nichtgehen? Mh.

    - Trennung von Mann 1 und weiter machen mit Mann 2, gucken, wie sich das entwickelt
    --- Tja. IM MOMENT fühlt sich das nach einer guten Option an.

    - Trennung von Mann 1 und Mann 2 vom Fleck weg heiraten
    --- Vom Fleck weg eh nicht. Dafür ist das ganze behördlich doch etwas komplizierter. Aber die Vorkehrungen dafür müssten irgendwie getroffen werden. Das macht nichts kaputt und erleichtert später, falls es dazu kommen sollte.

    - keine Trennung von Mann 1, weiter machen mit Mann 2 (wozu es wieder zig individuelle Konzepte gibt - warum weiß Mann 1 eigentlich nicht von Mann 2?)
    --- Nummer 1 weiß, dass es Nummer 2 gibt, dass ich ihn SEHR mag, dass ich viel Zeit mit ihm (alleine) verbringe. Seine Meinung dazu: Eifersucht würde mich auch nicht dazu bringen, bei Nummer 1 zu bleiben, falls ich mich in Nummer 2 verlieben sollte. Und so sehr ich das rational nachvollziehen kann, mag ich diese Ansicht vom Gefühl her nicht.
    Und Nummer 2 würde da auch nicht mitmachen wollen. Nummer 2 ist sich momentan sicher, dass ich mich nach den USA gegen ihn entscheide und er will jetzt nur noch die Zeit mit mir genießen, bevor es in meinem Kopf vorbei ist. Er mag diese Situation auch nicht wirklich :\

    - Trennung von Mann 1 und einfach ein bisschen daten, vielleicht ist ja Mann 3 dabei
    --- ist eigentlich ähnlich wie die Option oben mit dem Single sein


    Aber ich denke auch, alle, die diesen Thread lesen, haben beim Lesen ihren Favoriten (trennen oder bleiben - für Mann 2 war bisher niemand so richtig, oder?). Und am Ende gibt es da keine "richtige" oder "falsche" Entscheidung, außer die, mit der du glücklich wirst.
    --- Ja, für Nummer 2 ist niemand Was ich - auch wieder objektiv gesehen - eh nachvollziehen kann. Und ich glaube ja selber auch, dass es langfristig nicht die richtige Entscheidung wäre. Im Moment finde ich es lieb, dass er manche Dinge, ich sag mal naturwissenschaftlicher Art, nicht so ganz nachvollziehen kann, dass er manchmal kulturell bedingt für mich komische Dinge glaubt.. Er ist wirklich klug, das sagen auch andere völlig unbeteiligte Personen immer wieder, aber er hat einfach nicht unsere Bildung und ich bin mir nicht sicher, ob mich das nicht irgendwann mal nerve würde, diese "wtf-Momente". So wie ich mir nie vorstellen könnte, mit einer esoterischen Person zusammen zu sein. Obwohl ich da schon den Unterschied sehe, dass er eben einfach vieles noch nicht gelernt hat und er deshalb einfach nicht anders denken KANN. Und für seinen kulturellen Hintergrund ist er eh unglaublich gebildet und "modern" und "frei" in seinem Denken. Deswegen denke ich, dass viele Dinge sich bei ihm noch anders entwickeln werden, wenn er erst mal auf die Idee kommt, in andere Richtungen weiter zu denken. hm.

    Danke für deine Optionen, das bringt mich dann auch weiter zum denken und den momentanen Status zu erfühlen!

  8. Inaktiver User

    AW: Widerstreitende Gefühle

    Also jetzt mal unabhängig von Mann 2: es klingt absolut nicht so, als würdest du mit Mann 1 noch zusammenbleiben wollen.

    Meine Frage an der Stelle immer: stell dir vor, du bist in 5, 10, 20 Jahren immer noch mit Mann 1 zusammen: überwiegend ein gutes Gefühl oder überwiegend Fluchtreflexe?

  9. Inaktiver User

    AW: Widerstreitende Gefühle

    meine Frage zu Mann2: Was macht es in deinem Kopf und Denken, Vorkehrungen für eine eventuelle Hochzeit zu treffen? "Es macht nichts kaputt" - naja.... es ändert etwas in dir, das kann ja nicht völlig getrennt voneinander sein, und du bringst dich ein Stück weit um deine subjektiv empfundene (objektiv natürlich weiterhin vorhandene) Freiheit, denke ich. Abgesehen davon: "Er ändert sich/das mit Sicherheit noch" war noch nie ein guter Ausgangspunkt für Glück. Dann seid ihr zusammen, und du hoffst, bemühst dich, hilfst ihm,... das ist doch keine Grundlage?!

  10. Stranger

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Na, keine Fluchtreflexe aber auch keine Freude. Im Moment eher Gleichgültigkeit. Aber ich hab ihn jetzt seit 6 Wochen nicht gesehen, unsere "Gespräche" (wir schreiben eigentlich nur) sind sehr sehr neutral gehalten, aber ich denke mir, das kann ja auch nur eine Phase sein. Viele blöde Faktoren, die zusammen kommen. Vielleicht war ich unbewusst so traurig, dass er weggegangen ist, dass ich mich deshalb distanziere oder weil ich merke, dass seine Zukunftsvorstellungen gerade wenig mit meinen zu tun haben und auch da wieder ich mich distanziere, meine Gefühle für und Sorge um Nummer 2... und theoretisch denke ich natürlich, dass man an sich arbeiten kann und Beziehungen funktionieren können, weil sehr rational betrachtet vieles wirklich gut ist. Woher weiß ich, ob das eine Phase ist oder nicht?

    Ach das mit der Hochzeit. Er müsste zB einen Reisepass beantragen, so was braucht Zeit und das schadet ja allgemein nicht, wenn er das hat. Das meine ich mit "Vorkehrungen". Und im Moment will ich ja gar nicht, dass er sich ändert. Ich denke nur, dass das etwas ist was mich langfristig stören könnte. Aber es wird immer Punkte geben, die einen stören, das ist dann eine Frage des gegeneinander aufwiegens. Aber das ist ja bei allen Optionen so, es gibt keine 100% positive Lösung.

  11. Inaktiver User

    AW: Widerstreitende Gefühle

    Du hast geschrieben, viel in deinen Tagebüchern gelesen und diese "Phase" und deine Unzufriedenheit mit der Situation auch schon vor Jahren dort wiedergefunden zu haben. Selbst wenn es also phasenweise WÄRE, wären es viele wiederkehrende Phasen. Oder die Normalität bei euch/ihm, und die guten Momente sind die Phasen...
    Und im Ausgangspost schreibst du von der Unemotionalität als Lebenseinstellung deines Freundes, und dass du selbst ganz anders bist, dir aber Mühe gibst, dich dem anzupassen/davon zu lernen. (Wenn ich das alles richtig in Erinnerung hab?) Das bedeutet - ebenfalls ganz rational gesehen - dass ER der Distanzierte ist, nicht du. Selbst wenn du jetzt distanzierter als früher ihm gegenüber sein solltest, was ja logisch wäre mit Nr.2 in deinem Gefühlsleben, ist das nicht der Grund für die Distanz von Nr.1. Sondern dass der Mann einfach so IST. Was genau ist denn wirklich gut an eurer Beziehung? Und wenn du denkst, du bist 90, und schaust zurück, würdest du dir wünschen, an einer rational betrachtet guten Beziehung festgehalten zu haben, die dich unglücklich macht?
    Ja, Reisepass könnte er ja auch einfach für sich mal beantragen. Und zur 100% positiven Lösung: Wenn du das denkst, stimmt das in deinem Leben auch. Ich sage nicht, dass du nur deine Gedanken ändern musst, damit die perfekte Situation daher kommt, magisch von allein. Aber ich sage aus Erfahrung, dass der Gedanke "ich muss für mein Glück Kompromisse machen" sicher zu Kompromissen, aber nicht so sicher zu Glück führt. Du hast ja viele Optionen, nicht nur 2!

  12. Stranger

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Was ist gut an meiner Beziehung. Ich hab das jetzt mal versucht:

    Gut an Nummer 1:
    - 100% reines Vertrauen.
    - Ich weiß ganz genau, wie er ist, das ist sehr beruhigend. Berechenbarkeit ist für mich eigentlich sehr wichtig. Ist natürlich ganz toll, dass ich mir jetzt mit Nummer 2 einen ausgesucht habe, an dem so vieles nicht berechenbar ist.
    - Er teilt viele grundlegende "Werte" mit mir (Kein Fleisch, Bio, Fair, "gottlos" (anders als ich, aber trotzdem, wobei ich da auch drauf komme, dass mir ein gläubiger Mensch mit Respekt vor anderem (Nicht-)Glauben lieber ist als ein gottloser mit wenig Verständnis für andersgläubige), politisch...)
    - Er teilt recht viele gleiche Interessen (Musik, Konzerte, Yoga, Essen und Essen gehen, spazieren, wandern, Urlaub... er liest sehr gerne und erzählt mir dann davon)
    - Er versteht sofort alles und kann es mir dann erklären (wenn ich in der Uni was nicht verstanden habe, habe ich ihn gefragt, er hats durch gelesen und verstanden, obwohl er mit meinem Fach nix zu tun hat)
    - Er hat ganz wunderbare Momente. Wenn er sich ein Bisschen von seinem Gefühl treiben lässt. Schreibt mir Zettel, wenn er weggeht und malt was liebes hin. Ich liebe die Situation, wo wir vor ein paar Monaten einfach im Supermarkt waren und er mich eine Zeit nicht gefunden hatte und dann sieht er mich und freut sich über's ganze Gesicht, dass er mich gefunden hat. Aber so was ist selten... aber das ist auch klar. Aber so was würde ich mir einfach viel öfter wünschen. Kleine gefühlsbeladene Momente. Einfach mal aus der Arbeit heraus schreiben, weil man an den anderen denkt. Einfach mal auf einer Feier, bei der wir die meiste Zeit mit anderen Leuten verbringen, weil wir uns eh jeden Tag sehen, zueinander kommen und nur kurz umarmen oder Küsschen geben, lieb sein halt... ich vermisse so sehr diese kleinen Liebesbekundungen. Die Rotphase an der Ampel zum küssen ausnutzen.. sowas.
    - Ich konnte lange mit ihm über alles reden. In letzter Zeit ist er häufig genervt gewesen. Mein Job ist recht vielfältig, ich komme mit sehr vielen unterschiedlichen Themen in Kontakt, darüber rede ich dann gerne. Ich denke dabei dann nicht an meinen Job, sondern an das was ich über den Job wieder erfahren habe, was so in der Welt passiert. Aber wenn ich einen Satz anfange mit "ich habe heute in der Arbeit xyz erfahren", dann ist er oft schon genervt. Er fand lange, dass ich mich zu sehr in meinen Job rein hänge, wollte eine größere Distanz zwischen meinem Privatleben und meinem Job, aber ich finde das übertrieben, weil manches nur sehr indirekt "mein Job" ist, was ich dann erzähle. Wir reden gerne über soziale / politische Themen, das spielt in meinem Job eine große Rolle, aber darüber können wir nicht mehr reden, weil es ja irgendwie aus meinem Job heraus kommt.

    hm.


    Gut an Nummer 2:
    - Alles ist „einfach“ mit ihm. Ich muss nicht alles erklären, begründen, über intelligente Dinge reden, verstecken, dass ich manchmal gerne meine Zeit mit Serien „verschwende“ statt Nietzsche zu lesen
    - Er spricht gaaanz selbstverständlich über sich und seine Gefühle, wodurch auch ich über mich spreche, was ich sonst NIE tu. Hilft mir dabei sehr, mich selbst mehr zu respektieren, einfach weil er mich trotz allem weiter respektiert (quasi obwohl er gerade meine Affaire ist und ich meinen Freund betrüge, obwohl er weiß, dass vieles nicht perfekt ist an mir, aber er versucht nicht mich zu ändern, sondern akzeptiert das und mag mich trotzdem. Er gibt mir seine Meinung, versucht mit mir Lösungen zu erarbeiten, aber versteht, dass manches in der Theorie leichter ist als in der Praxis oder akzeptiert einfach, dass manches bei mir einfach anders ist und aus)
    - Er kann einfachen und schwierigen Situationen gutes abgewinnen, ist geduldig, einfühlsam, hilfsbereit, lustig, genügsam
    - Erklärt mir viele kleine Dinge, über die ich nie nachgedacht habe (hat Landwirtschaft gelernt und jeder Spaziergang wird eine Biologiestunde in Bezug auf Pflanzen- und Tierwelt)
    - Ist sehr kreativ, nutzt die wenigen Ressourcen, die er hier so hat und macht sich daraus trotzdem tolle Sachen (macht sich Werkzeuge selbst, repariert alle möglichen Sachen (Gegenstände, Kleidung, Elektroartikel), weil er sie ja nicht neu kaufen kann)
    - Hilft mir, „die Welt“ besser zu verstehen. Wir theoretisieren nicht – so wie in meinem Studium und in den Gesprächen mit Nummer 1 – über die Welt, Religion, Kultur, Flucht, Krieg. Er lebt(e) das und bringt das auch für mich in seinen Geschichten zum Leben. Bringt mich dazu, viele Dinge aus einer gaaanz anderen Perspektive zu sehen, von meiner eurozentristischen Sicht weg zu kommen.
    - Legt Wert auf Kleinigkeiten. Bedankt sich jeeeeedes mal für meinen Besuch, aber nicht daher gesagt, es wirkt jedes mal grundehrlich. Kauft oft irgendwelche Sachen, von denen er weiß, dass ich sie mag. Sucht mir Blumen, freut sich halt öfter über mich. Aber eben, das ist neu, natürlich ist das da noch öfter der Fall.

    Nummer 3, alleine sein:
    - Tun und lassen, was ich will.
    - Ruhe haben, das zu finden was ich will
    - ?

    Stabilität, Sicherheit, Vertrauen
    vs. weiß ich nicht wie man das zusammen fassen kann? Bodenständigkeit und Respekt?
    vs. ?

  13. Inaktiver User

    AW: Widerstreitende Gefühle

    Du hast ja auf meine Frage geantwortet, deswegen will ich deine ausführliche Aufzählung nicht einfach unkommentiert lassen. Ich hab das auch echt gern gelesen.

  14. Stranger

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Haha, ja, meine Therapeutin ist auf Urlaub, da muss das Internet herhalten...

    Und was ist, wenn ich 90 bin und mir denke "du hast eine rational gute Beziehung aufgegeben, nur weil dir manchmal dein Gefühl nicht gepasst hat?"

  15. Inaktiver User

    AW: Widerstreitende Gefühle

    Ich würde nicht von einer rational guten Beziehung sprechen, wenn man seit 1,5 Jahren keine gemeinsame Sexualität gelebt hat und monogam lebt.

  16. Inaktiver User

    AW: Widerstreitende Gefühle

    Ich würde mein Gefühl nicht meiner Rationalität unterordnen über einen so langen Zeitraum (also angenommen, die Beziehung hält dauerhaft weiter). Alte Menschen sagen eigentlich durchweg, sie wünschten, mutiger gewesen zu sein und mehr Risiken eingegangen zu haben. Ich find auf die schnelle keinen guten Link, vielleicht aber später.


  17. Stranger

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Das stimmt wieder sehr nachdenklich, ja. Danke für die Links!!

  18. Stranger

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Vor zwei Wochen ist "mein Freund" aus den USA wieder gekommen und ich hab mich von ihm getrennt. Er hat ein bisschen geweint, versteht meine Entscheidung nicht, er denkt, ich gebe beim ersten gröberen Problem auf und denkt, dass unsere Beziehung bisher super war. Meine "Beschwerden" früher hat er nicht ernst genug genommen, das hätte er anders machen sollen, sagt er und nachdem er richtig verstanden hat, dass es "lebensbedrohlich" ist hat er keine Chance bekommen zu zeigen dass er sich ändern kann.
    Ich frage mich auch manchmal ob ich ihm mehr Zeit hätte geben müssen, aber auf der einen Seite konnte ich diesen Zustand der inneren hin und her Gerissenheit nicht mehr ertragen und natürlich meine Gefühle für Nummer 2.
    Heute habe ich einer Wohnung zum Umziehen zugestimmt, weiß aber noch nicht, ob ich die Wohnung kriege und habe natürlich gleich wieder geweint. Wie lange dauert es, bis man nicht mehr traurig ist auch wenn man selbst die Entscheidung zur Trennung getroffen hat? Ich hab soooooo viel geweint seitdem. Und heißt das, dass ich mich doch nicht hätte trennen sollen oder ist das normal?!

    Und mit Nummer 2 ist es weiterhin schwierig. Viele Dinge sind so viel leichter und schöner mit ihm, aber ich habe so viele Zweifel. Und er hat mich gefragt was mir an einer Beziehung an wichtigsten ist und er hat mir gesagt, was ihm am wichtigsten wäre, nämlich Treue und dass ich die Beziehung nicht anzweifle und letzteres kann ich glaub ich nicht erfüllen.

    Hach. Manchmal will ich mit Nummer 1 weglaufen. Aber wohl nicht weil ich mich für ihn entscheiden möchte sondern weil das alles wieder auf den gewohnten Status zurückbringen würde.

  19. Addict

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    AW: Widerstreitende Gefühle

    Zitat Zitat von Nargiz Beitrag anzeigen
    Wie lange dauert es, bis man nicht mehr traurig ist auch wenn man selbst die Entscheidung zur Trennung getroffen hat? Ich hab soooooo viel geweint seitdem. Und heißt das, dass ich mich doch nicht hätte trennen sollen oder ist das normal?!
    Total normal. Dass du diejenige warst, die den Schlussstrich gezogen hat, heißt ja nicht, dass dir nichts an deinem Ex-Freund liegt, oder dass alles nur schlecht war und es nichts gibt, das du auch vermissen wirst und dessen Verlust du betrauerst.
    Ihr habt eine so lange Zeit miteinander verbracht (noch dazu so eine sehr prägende Lebensphase) und du hast dich 13 Jahre lang eigentlich immer nur im Kontext zu ihm erlebt - dass die Beendigung einer solch langen Beziehung nicht ohne Trauer und Zweifel vonstatten geht, finde ich total verständlich. Das heißt aber nicht automatisch, dass die Entscheidung falsch war.

    Ich persönlich denke (und habe auch die Erfahrung gemacht), dass es wichtig ist, nach einer solchen Trennung (gerade nach so langen Beziehungen) wirklich mal eine Weile ganz für sich zu sein und so den Ablösungsprozess und die Neusortierung des eigenen Lebens in Ruhe durchlaufen zu können. Nahtlos in eine neue Geschichte zu wechseln, halte ich tatsächlich für extrem kontraproduktiv.

    Klar, Nummer 2 ist jetzt schon da und er bedeutet dir ja auch was, das lässt sich ja nicht mal eben so beiseite wischen. Trotzdem würde ich dazu raten, die Sache mit Nummer 2 nicht direkt in eine Beziehung übergehen zu lassem, sondern dir wirklich genug Raum und Zeit ganz für dich zu nehmen.

    Insgesamt denke ich, dass deine Entscheidung gegen Nummer 1 stimmig ist - das ist zumindest der Eindruck, der bei mir nach dem Lesen deiner Beiträge entstanden ist. Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit.

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