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  1. Newbie
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Was mir zunehmend auffällt: ich bin immer weniger bereit in das Aufbauen neuer Freundschaften Energie und Zeit zu investieren. Es fühlt sich weniger wie eine Investition und mehr wie ein Verlust (Zeit für bestehende Beziehungen, Zeit für mich) an. Kennt ihr das?
    Geht es denn da um Leute, mit denen du dich wirklich eng befreunden wollen würdest und es aus Zeitgründen lässt?
    Bei mir ist es eher so, dass ich in den letzten Jahren gar niemanden mehr kennen gelernt habe, mit der/dem ich mich eng hätte anfreunden wollen oder können. Dazu blieb einfach alles zu sehr an der Oberfläche, nett und lustig zwar, aber eben keine wirklich enge Freundschaft.
    An sich hätte ich schon noch Platz für weitere Bindungen, sofern man ähnlich tickt und sich gleich häufig/selten sehen wollen würde. Für mich wäre das eher mehrmals im Monat und nicht mehrmals die Woche. Insofern ist mir Zeit für mich und bestehende Beziehungen heute definitiv wichtiger als früher.

  2. Addict Avatar von sleepaholik
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Wahrscheinlich sind meine Voraussetzungen etwas anders als deine Finesse - ich bin introvertiert und eher schüchtern, was es mir generell schwer macht, neue Menschen kennen zu lernen.
    Mir geht es so, dass ich sehr selten Leute treffe, die mich tatsächlich interessieren und die ich gerne wiedersehen möchte. Ich habe es jetzt ein, zwei Mal versucht, auch anderen eine Chance zu geben - mit dem Ergebnis, dass ich mich manchmal gezwungen habe, zu einem Treffen zu gehen, nur, um am Ende zu denken, dass ich die Zeit auch besser anders hätte verbringen können. Bei einer, die ich letztes Jahr getroffen habe, ist das anders; sie ist mega interessant, ich habe viel von ihr gelernt. Aber wir haben auch ein ähnliches Distanzempfinden bzw. verbringen gerne Zeit alleine, deswegen treffen wir uns vielleicht 1-2x/Monat und das ist auch ok.

    In letzter Zeit verbringe ich wieder viel Zeit mit alten SchulfreundInnen, die ich seit teilweise 25 Jahren kenne. Es ist so schön mit denen, so ungezwungen, und es sind Freundschaften, die ich danach nie wieder erreicht habe. Und das lässt mich total an mir selbst zweifeln und macht mich traurig, weil ich gerne so etwas vor Ort hätte, aber als unsoziales Wesen es mir schwer fällt. Ich beobachte mich auch immer öfter in Gesellschaft von einigen Freunden hier, und ich merke, wie ungut die mir tuen. Dass ich in deren Gesellschaft total still bin und kaum was erzähle. Das passiert irgendwie automatisch, wenn ich in einer anderen Konstellation in dem Freundeskreis unterwegs bin und die nicht dabei sind, habe ich kein Problem. Hm. Wollte ich nur mal loswerden
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  3. Addict Avatar von ningun
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Mich würde interessieren, welche Ansprüche/Wünsche etc. ihr an Freundschaften habt. Haben diese sich im Laufe der Zeit geändert?

    Mir gehts wie einigen anderen hier. Wobei Kinder gar kein Grund sind oder waren - die gibt es in meinem Bekanntenkreis nicht.
    Mir fehlt eine enge, wohlwollende Freundschaft sehr. Eine , wo man sich aufgehoben fühlt, aufeinander zählen kann, auf einer Wellenlänge ist, Interessen teilt und sich aufrichtig füreinander interessiert. Wenn ich es mir recht überlege gab es so eine Freundschaft nur ein mal. Die ging dann leider aber auseinander. Wobei das früher dann halt auch schon ein gewisse Fixierung hatte, was ich eigentlich auch nicht mehr so haben möchte.
    Heute kommt mir v.a. vor, dass ein aufrichtiges Interesse mir ggü fehlt, also es wird eher selten mal nachgefragt. Und wenn ich dann von mir aus mal erzähle, wird oft nur einsilbig reagiert. Also das ist nicht ganz neu, sondern schon seit ein paar Jahren so. Die letzten Freundschaften v.a. zu Frauen waren ziemlich einseitig.
    Manchmal kommt mir auch vor, die Kontakte bestehen nur solange, wie sie für den anderen irgendwie von Nutzen sind. Sehr oft kam es zum Bruch, wenn ich anfing zu sagen, dass mich was stört – etwa Unzuverlässigkeit oder die Unausgewogenheit.

    Was mich auch interessieren würde: Seid ihr mehr mit Männern oder Frauen befreundet? Nachdem ich zeitweise mehr männliche Kontakte hatte, wollte ich das irgendwann bewusst ändern und fokussierte mich wieder auf Frauen. Leider mache ich da aber teilweise die Erfahrungen von Konkurrenzdenken. Also das ist weniger was ausgesprochenes, als mehr von mir vermutet. Also ich vermute es beim Ggü.

    Meine Konsequenz über die Jahre ist irgendwie, mehr und mehr zu versuchen mich an das Alleinsein zu gewöhnen bzw. mich damit zu arrangieren.
    Aber eigentlich fehlt es mir sehr, weil ich mich eher als Nestmenschen bezeichnen würde.

    Ich frage mich generell schon sehr lange, was man von sozialen Kontakten, Freundschaften eigentlich erwarten kann.
    Geändert von ningun (30.12.2018 um 17:21 Uhr)

  4. Get a life! Avatar von ozelot
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Hier auch: Alle (haha, weil’s ja immer soooooo viele waren; hatte halt immer meine Handvoll gute Leute) sind weggezogen, haben gebaut und/oder Kinder bekommen. Und dann ist ein "Gehen wir morgen ins Kino und danach was trinken?" eben nicht mehr so oft drin. Am unangenehmsten fand ich die Momente, in denen klar war, dass man sich nichts mehr zu sagen hat. Vor einer Freundin hätte ich mich einmal rechtfertigen müssen, ob/warum ich nun überhaupt (keine) Kinder mag. Wir haben uns danach noch einmal getroffen, das ganze Gespräch war aber sehr mühsam, weil einfach keine gemeinsame Schnittmenge mehr da war. Danach haben wir es beide "ausklingen lassen".

    Zumal ich im zweiten Halbjahr 2018 ein sehr sehr niedriges Energieniveau hatte, habe ich mich immer mehr und mehr eingeigelt und will da 2019 unbedingt wieder raus. Überlege schon ständig, welches neue Hobby da helfen kann. Vielleicht ein neuer Theaterkurs oder doch mal irgendwas von der VHS (igitt), aber da habe ich immer Sorge, dass da nur lauter ganz alte Leute sind ��

    Finessa: Das, was Du erzählst, erinnert mich an das Verhalten einer Nachbarin, die ich gerne als Freundin hätte Sie ist deutlich verhaltener als ich (wenn mir jemand sympathisch ist, öffnet ich ich doch überraschend schnell im Gespräch) und manchmal weiß ich gar nicht, ob ich für sie "nur" Nachbarin bin, obwohl wir schon einen guten Draht haben. In der Grundschule ging dieses "Willst du meine beste Freundin sein" echt einfacher.

  5. Alter Hase
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    ningun, du beschreibst ziemlich genau die Fragen, die ich mir auch stelle.

    Bei mir ist es ziemlich anders. Ich habe ne Menge Bekannte (durch Kinder, und ein halbwegs verbindliches Umfeld), da fragen wir uns schon oft, wie es geht und erzählen Probleme. Manchmal sogar ziemlich persönliches. Trotzdem hab ich bei den meisten, fast allen Leuten das Gefühl, daß es "nur" gute Bekannte sind. Ich weiß gar nicht, woran das liegt. Vielleicht an fehlender Exklusivität? Ich meine damit, daß wir oft ne Gruppe sind, man sich eher zufällig trifft, und wenn wir uns verabreden, dann auch immer, damit die Kinder miteinander spielen. Es sind nicht so eins-zu-eins-Beziehungen. Schwierig zu erklären.
    Was fehlt, ist vielleicht dieses "enge, wohlwollende", was du schreibst. Daß man sich gegenseitig bewußt wahrnimmt und begleitet, nicht nur mehr oder weniger zusammenhängt, weil es sich gerade ergibt. Wobei das natürlich auch schön ist.

    Und die Frage nach Männer- oder Frauenfreundschaften wollte ich hier auch schonmal stellen. Ich habe keine männlichen Freunde, seit der Schulzeit nicht mehr gehabt. Ich finde das sehr schade.
    Männliche Bekannte, wie oben beschrieben schon, so locker und in Gruppen. Eins-zu-eins-Verabredungen und generell ne enge persönliche, freundschaftliche Beziehung wird in meinem Umfeld, wo die meisten verheiratet sind, wohl ziemlich kritisch und "bedrohlich" wahrgenommen. Ich kann das einerseits nachvollziehen, finde es aber trotzdem schade.

    In der Grundschule ging dieses "Willst du meine beste Freundin sein" echt einfacher.
    Haha, ja. Manchmal überlege ich ernsthaft, ob ich Leute ganz explizit frage, ob wir befreundet sein wollen. Ich hab so eine Bekannte, die ich seit Jahren öfters quasi zufällig treffe. Wir haben uns auch schon gegenseitig besucht, aber nur einzelne Male. Wenn wir uns unterhalten, ist sofort eine ziemliche Tiefe da (viel davon geht von ihr aus), wir haben dieselben Themen und sind uns wohl generell ziemlich ähnlich, wie wir schon festgestellt haben. Für mich ist das jedes Mal ziemlich besonders, aber dann kommt von ihr immer nichts mehr, bis wir uns wieder zufällig treffen. Manchmal folgt wochen später nur ein kleiner small talk.
    Ich habe die Vermutung, daß sie mit vielen Leuten so "umgeht", also schnell persönlich wird. Und daß sie überhaupt ziemlich viele Kontakte hat. Keine Ahnung, wie sie Freundschaft definiert. Ich hab überlegt, sie das zu fragen, also daß ich sie gern mag und gern mit ihr befreundet wäre, aber mit diesem hin- und her nicht gut klarkomme.
    Und es gibt noch eine Person, wo ich das gern mal fragen würde, mich aber sicher nicht traue.
    (Ich glaub, ichg bin ein bißchen sozial behindert )
    Geändert von Whassup (30.12.2018 um 18:25 Uhr)

  6. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Ich schätze mal, ihr meint das eh nicht ganz ernst, aber ich glaube, mich würde es eher unter Druck setzen, wenn mich jemand tatsächlich “wollen wir Freunde sein?” fragen würde. Ich hätte das Gefühl, sobald ich da “ja” sage, die Beziehung nicht mehr aktiv mitgestalten zu können, weil ich damit quasi einem von der anderen Person vordefinierten Konzept zugestimmt hätte. Also, das ist dann wahrscheinlich eher wieder mein persönliches Problem, ich könnte ja trotzdem mitgestalten, aber ich hätte da direkt Angst, dass das dann Ansprüche und Vorwürfe à la “Als meine Freundin musst du aber doch...” nach sich ziehen würde.

  7. Alter Hase
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Nee, ich würde nicht hingehen und fragen "wollen wir Freunde sein"

    Wahrscheinlich werde ich eh nie was in die Richtung tun. Was ich meinte, war eher, über die Art der "Beziehung" zu sprechen, also was es für sie und mich ist. In diesem speziellen Fall irritiert mich dieses (für mich gefühlte) hin und her doch sehr. Ich würde sie gern mal fragen, wie sie das meint, ob das für sie quasi unter "normaler Umgang mit lockeren Bekannten" fällt. Aber wie gesagt, werd ich vermutlich eh nie machen.

  8. Addict Avatar von ningun
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Zitat Zitat von ozelot Beitrag anzeigen
    Hier auch: Alle (haha, weil’s ja immer soooooo viele waren; hatte halt immer meine Handvoll gute Leute) sind weggezogen, haben gebaut und/oder Kinder bekommen. Und dann ist ein "Gehen wir morgen ins Kino und danach was trinken?" eben nicht mehr so oft drin. Am unangenehmsten fand ich die Momente, in denen klar war, dass man sich nichts mehr zu sagen hat. Vor einer Freundin hätte ich mich einmal rechtfertigen müssen, ob/warum ich nun überhaupt (keine) Kinder mag. Wir haben uns danach noch einmal getroffen, das ganze Gespräch war aber sehr mühsam, weil einfach keine gemeinsame Schnittmenge mehr da war. Danach haben wir es beide "ausklingen lassen".
    Dieses nichts mehr zu sagen....Ich glaube, das kann auch temporären Charakter haben. Zumindest erlebte ich es schon so, dass Gespräche bei manchen Treffen schleppender waren und dann beim nächsten wieder flüssig.
    Wobei ich bei mir auch merke, mit zunehmendem Alter immer mundfauler zu werden. Ich weiß dann manchmal nicht mehr weiß, was ich mit jmd. reden oder selbst erzählen soll bzw. habe keine Lust (mehr) mich zu unterhalten. So gehts mir auch mit neuen/fremden Kontakten. Früher war das irgendwie anders, da mochte ich auch gerne diskutieren. Ich weiß auch gar nicht so recht woran das liegt, ich war damals nicht belesener oder informierter oder erlebte mehr Sachen...
    Vlt. ist es eher eine Unlust in Austausch mit anderen zu gehen, ich weiß es nicht. Denn eigentlich fehlt mir Austausch ja.

    Zumal ich im zweiten Halbjahr 2018 ein sehr sehr niedriges Energieniveau hatte, habe ich mich immer mehr und mehr eingeigelt und will da 2019 unbedingt wieder raus. Überlege schon ständig, welches neue Hobby da helfen kann. Vielleicht ein neuer Theaterkurs oder doch mal irgendwas von der VHS (igitt), aber da habe ich immer Sorge, dass da nur lauter ganz alte Leute sind ��
    Ich überlege auch immer mal wieder, wie man neue Leute kennenlernt. Meine Erfahrung aus diversen Kursen ist allerdings, dass man während der gemeinsam verbrachten Zeit sich zwar vlt. mal nett unterhält, gut versteht, es aber nie über die Kurse hinausging...

    In der Grundschule ging dieses "Willst du meine beste Freundin sein" echt einfacher.
    War das als Kind bei euch wirklich so? Ich habe so einen Satz noch nie gesagt. Gerade habe ich die Szene in Erinnerung, wie ich mich mit einem Jungen aus der Nachbarschaft befreundete. Wir beobachteten uns erstmal ein paar Minuten gegenseitig, also wir glotzen einander an, dann bin ich irgendwann zu ihm hin und dann balancierten wir einen Weile schweigend auf einer Mauer Ab da war das Eis irgendwie gebrochen und wir trafen uns dann fast jeden Tag.
    Offenbar war ich damals noch mutiger, weil ich auch auf andere Jungs aus der Nachbarschaft einfach zugegangen bin. Und: ich hatte damals schon mehr Jungs- als Mädchenfreunde. Wobei ich es mir ein bisschen auch damit erklärte, dass in der direkten Nachbarschaft auch nur Jungs wohnten. Die Mädchen wohnten alle erst am Ende der Straße.

  9. Addict Avatar von ningun
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Zitat Zitat von Whassup Beitrag anzeigen
    Was fehlt, ist vielleicht dieses "enge, wohlwollende", was du schreibst. Daß man sich gegenseitig bewußt wahrnimmt und begleitet, nicht nur mehr oder weniger zusammenhängt, weil es sich gerade ergibt.
    Ja, das beschreibt es auch sehr schön.
    Mit eng und wohlwollend meine ich zum einen was inniges, vertrautes (=eng), zum anderen ein Interesse, eine Zugewandtheit, nachfragen, sich erkundigen, Wertschätzung, sich mitfreuen können, wenn der andere sich freut, mitfühlen können, wenn der andere traurig ist u.ä. (=wohlwollend).
    Zusammenhängen weil es sich gerade ergibt...Ich glaube, das käme mir so wahllos, beliebig vor, ist aber im Grunde die Befürchtung, die ich bei meinen Kontakten habe.

    Eins-zu-eins-Verabredungen und generell ne enge persönliche, freundschaftliche Beziehung wird in meinem Umfeld, wo die meisten verheiratet sind, wohl ziemlich kritisch und "bedrohlich" wahrgenommen. Ich kann das einerseits nachvollziehen, finde es aber trotzdem schade.
    Ja? Sind alle Männer in deinem Umfeld vergeben oder wie? Da könnte ich es vlt. noch nachvollziehen, wobei...also wenn es diese Mann-Frau-Freundschaft schon länger gibt, sollen die das bitte auch fortsetzen wenn einer oder beide in Partnerschaften sind - erfahrungsgemäß ändert sich die Freundschaft dann aber. Also ich machte die Erfahrung, dass der Freund dann plötzlich in einer Partnerschaft war und dann richtig garstig wurde. Allerdings war er auch sehr lange in mich verliebt, wie er mir später mal gestand.
    Wenn beide Singles sind, könnte ich es gar nicht nachvollziehen, sowas als kritisch und bedrohlich wahrzunehmen.
    Wieso hast du keinen männlichen Freunde mehr, gerade wenn du es schade findest?

  10. Alter Hase
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Deine Beschreibung von Freundschaft ist wirklich gut und treffend, so sehe ich das auch.

    Zu den Männern: Es ist nicht so, daß ich männliche Freunde gehabt hätte und die dann verloren habe, als sie ne Partnerschaft angefangen haben. Ich hatte früher mal männliche Kumpels, aber das hat sich dann verlaufen.
    Jetzt sind fast alle Männer, die ich kenne oder kennen lerne, lange verheiratet oder in langen Beziehungen. So wie ich ja auch. Ich hab halt ein sehr familienlastiges Umfeld. Es wäre schon komisch, wenn ich mich explizit mit einem verheirateten Mann eng anfreunden würde (im Sinne der o.g. Definition), und nicht mit beiden, oder wir alle als Paare. Oft genug haben die Paare auch Probleme, nicht viel gemeinsame Zeit u.s.w., da finde ich es nachvollziehbar, es bedrohlich zu finden, wenn einer der Partner dann aber Zeit, Gefühle u.s.w. in eine Freundschaft mit dem anderen Geschlecht investiert. Da kann sich vermutlich schnell eine Innigkeit entwickeln, die für die Beziehung / Ehe zu einer ernsthaften Konkurrenz wird.

  11. Newbie
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    .
    Geändert von Winnie (12.02.2019 um 22:17 Uhr)

  12. Addict Avatar von blauer_Engel
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Zitat Zitat von sleepaholik Beitrag anzeigen
    In letzter Zeit verbringe ich wieder viel Zeit mit alten SchulfreundInnen, die ich seit teilweise 25 Jahren kenne. Es ist so schön mit denen, so ungezwungen, und es sind Freundschaften, die ich danach nie wieder erreicht habe.
    Irgendwie glaube ich, dass das ganz normal ist. Man hat in der Schulzeit einfach wahnsinnig viel Zeit miteinander verbracht und dazu noch eine sehr prägende. Man kennt ja auch quasi deren ganzes Leben, das Umfeld...
    Das Studium war für mich nochmal ansatzweise ähnlich.
    Meine alten Schulfreundinnen wohnen leider sehr weit weg und wir sehen uns nur 2-3x pro Jahr, aber es ist einfach, als hätte man sich gestern das letzte Mal gesehen

    Ich hab in der neuen Heimat auch einige Bekannte und eine echt tolle Freundin, trotzdem fehlt diese 100%ige Wissen, wie der andere tickt.

  13. Addict Avatar von sleepaholik
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Schade finde ich es aber trotzdem und ich würde mir wünschen, dass solche Freundschaften auch außerhalb der Schule entstehen könnten. Mir fällt es nur so extrem auf, dass ich mich mit Leuten vor Ort eine zeitlang sehr oft getroffen habe und wir auch eine gemeinsame Geschichte und Erlebnisse haben, aber es doch immer oberflächlich blieb. Und die alten Freunde treffe ich alle paar Monate mal und kann sofort wieder anschließen. Hm. Also ich frage mich, woran es liegt - weil ich auch eine Freundin aus der Schule habe, die ich erst sehr spät (Oberstufe) kennengelernt habe, dadurch nur noch etwa 2 Jahre Kontakte vor dem Abi hatte, und wir uns trotzdem blind verstehen. Und dass Leute hier vor Ort mich seit 10 Jahren begleiten und ich mit denen auch fast allen zusammengewohnt habe, aber nie diese Bindung entstanden ist...
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  14. Get a life! Avatar von Jane-Lane
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    So, jetzt finde ich endlich ein bisschen Energie auch wieder zu schreiben.
    Bei mir hat es sich eher nicht gebessert und da ich frisch getrennt bin, gehts mir damit nun doppelt mies.

    Ich habe überlegt, ob ich an alle, mit denen ich mal eine gute Freundesphase hatte, eine Rundnachricht schreibe, natürlich völlig zwanglos, daß ich mich freuen würde den ein oder anderen dieses Jahr mal wiederzusehen. Oder wirkt das zu needy (was es für mich ja aber auch irgendwie gerade ist)?
    Hello Mr National, how are the pommes?

    yes, yes, oh yay

  15. V.I.P. Avatar von Bällabee
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Ich finde, bei Freunden darf man ruhig auch mal needy rüber kommen. Ist doch gar nichts schlimmes.
    Ein Arzt für die Zähne? Was kommt als nächstes, ein Anwalt für Haare?

  16. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Also needy finde ich es nicht, allerdings würde ich mir bei ner Massenmail denken, dass es dabei nicht wirklich um mich geht und würde darauf deshalb wohl nicht reagieren. :specialsnowflakesyndrom:

    Kommt aber sicherlich auch auf die Zahl der Empfänger an...
    Don't tell Mama.

  17. Member Avatar von Anin
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Ja, definitiv!
    Aber eine Rundnachricht (falls damit gemeint ist, eine Sammelnachricht an alle gleichzeitig) finde ich nicht gut. Das verringert die Verbindlichkeit. Wenn ich als eine von zehn so etwas erhalte, würde ich ggf. eher nicht antworten, weil es eher beliebig erscheint. Würde mir schon die Mühe machen, individuell Leute zu kontaktieren und zu fragen, ob sie mal wieder Lust auf z.B. ein Feierabendbier, Kino, Konzert etc. hätten.
    Ich habe einige "lockere" Bekannte zusätzlich zu meinen engeren Freundinnen und finde, man merkt sehr gut, ob da Lust auf der anderen Seite ist. Z.B. gehe ich alle paar Monate mal mit meiner Nachbarin oder meinem Nachbarn was nach der Arbeit in der Nachbarschaft trinken, aber ich hab oft nicht soo viel Zeit und denke das ist auf beiden Seiten so. Dadurch auch kein sehr regelmässiger super enger Kontakt. Anderseits mögen wir uns, gießen gegenseitig Blumen, haben was zu erzählen und freuen uns dann auch, wenn es klappt abseits von kurz im Treppenhaus quatschen. Habe z.B. gerade eine Einladung zum Geb. für März von der einen bekommen (runder, daher vermutlich größerer Kreis) und ihr geschrieben, dass ich gerne komme und ob sie Lust hat, im Januar mal wieder was trinken zu gehen. Dann kam direkt die Antwort ja etc.

  18. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Zitat Zitat von Clare_ Beitrag anzeigen
    Geht es denn da um Leute, mit denen du dich wirklich eng befreunden wollen würdest und es aus Zeitgründen lässt?
    Für mich ist ein "wirklich wollen" eigentlich immer daran gebunden, meine Prioritäten so zu verschieben, dass ich die Umsetzung des Gewollten ermögliche und so gesehen nein, die gibt es nicht. Solange ich mir mir bloß wünsche mehr Zeit zu haben, ist es für ich kein richtiges Wollen und da es bereits viel Bestehendes gibt, das mir wichtig ist, wird es dann einfach schwieriger etwas Neues - auch, wenn ich es mir wünschte- zu integrieren. Ein Tag hat eben nur 24h. Wobei es, wie du auch sagst, sicher darauf ankommt, welche Vorstellung das Gegenüber hat. Da spielt dann auch nicht nur die Zeit eine Rolle (ein Treffen pro Monat würde sich da bsw. schon ausgehen), sondern auch der emotionale Raum, den ein Mensch einnimmt. Manchmal kommt mir vor, meiner ist da quasi schon "voll" und ich könnte dann nicht mehr mir und anderen ausreichend gerecht werden, wenn da noch eine sehr enge Bezugsperson dazu kommt.

    Zitat Zitat von Clare
    Bei mir ist es eher so, dass ich in den letzten Jahren gar niemanden mehr kennen gelernt habe, mit der/dem ich mich eng hätte anfreunden wollen oder können. Dazu blieb einfach alles zu sehr an der Oberfläche, nett und lustig zwar, aber eben keine wirklich enge Freundschaft.
    Was macht für dich eine wirklich enge Freundschaft aus?
    Ich glaube, eine "enge" Freundschaft, so im Sinne sehr viel vom Leben der anderen Person mitzukriegen, hat bei mir wirklich keinen Platz mehr, ohne dass ich in einem anderen Bereich Rückstriche machen müsste. Aber ich kenne es auch vom Alltag anderer wenig mitzukriegen und dennoch eine Verbundenheit da ist sowie das Vertrauen, mich im Ernstfall auf sie verlassen zu können - solche Menschen sehe ich für mich auch als Freund_innen und von dieser Art Beziehung könnte ich mir sicher noch weitere vorstellen.

    Wobei die Freundschaften dieser Art fast alle gewachsen sind.

    Zitat Zitat von sleepaholik
    Wahrscheinlich sind meine Voraussetzungen etwas anders als deine Finesse - ich bin introvertiert und eher schüchtern, was es mir generell schwer macht, neue Menschen kennen zu lernen.
    Damit erfüllst du so ziemlich exakt meine Voraussetzungen ;-)

    Mir begegnen fast nie Leute, die ich sofort unbedingt kennenlernen will, also quasi so ein platonisches Verknallen, und meine Bindung zu meinen Freund_innen ist größtenteils mit der Zeit gewachsen. Ich werde mit vielen Leuten nicht so schnell warm und war lange Zeit wirklich sehr scheu und zurückgezogen, so dass die Freundschaften aus diesen Lebensphasen auch eher von anderen im Erstkontakt ausgingen. Für mich ist ein wichtiger Qualitätsfaktor von Beziehung schon auch die Dauer. Also klar braucht es den nicht unbedingt, aber ich finde es schön, gemeinsame Erinnerungen zu haben und einen Menschen über eine lange Zeit zu begleiten. Bei neuen Menschen müsste ich mich womöglich mehr für andere als die mir vertrauten Freundschaftsformen öffnen.

    Zitat Zitat von ningun
    Mich würde interessieren, welche Ansprüche/Wünsche etc. ihr an Freundschaften habt. Haben diese sich im Laufe der Zeit geändert?
    Ja, definitiv. Wie ich schon schrieb würde ich etwa nicht mehr so sehr am Alltag neuer Freund_innen Anteil haben wollen oder jemandes "beste Freundin" sein wollen. Während es mir früher wichtig war, durch Freund_innen zu spüren am "Leiden an der Welt" nicht allein zu sein, ist das heute keine Motivation zu Kontakt mehr, weil ich das bereits nicht mehr bin (und auch weniger an der Welt leide). Auch gemeinsam tief gehend über gemachte Erfahrung und die eigenen Gefühle zu reflektieren hat für mich stark an Bedeutung verloren. Ähnlichkeit im Sinne von Interessen, aber auch dem, welche Lebenswege man gegangen ist und wie man sich fühlt, wurde mir immer weniger wichtig zugunsten der Offenheit und Neugier an anderen Blickwinkeln und Perspektiven; die Ähnlichkeit, die ich mir wünsche, liegt daher heute mehr in dieser Neugier. Dann wünsche ich mir (generell, aber in jeden Fall in Bezug auf mich) autonome Leute, um meine vertraute Beziehungsdynamik mal umzudrehen, da ich häufig die Person gewesen bin, deren Nähe das Gegenüber stärker suchte. Keinesfalls will ich Menschen, die eine "beste Freundin" suchen. Toll fände ich es, wenn mein Gegenüber so eine Art Mentor_innenrolle in meine Richtung einnähe. Und während ich mich früher nur mit jeweils einer Person treffen wollte, wäre ich heute eher daran interessiert, (loser) Teil einer Gruppe zu sein.

    Zitat Zitat von ningun
    Was mich auch interessieren würde: Seid ihr mehr mit Männern oder Frauen befreundet?
    Frauen.
    Es gab Phasen, in denen ich deutlich mehr Kontakt mit Männern hatte (lag auch an meinem Studium, in der es deutlich mehr Männer als Frauen gab), aber als ich da mal wirklich ehrlich zu mir selbst gewesen bin (das war nicht so leicht), fiel mir auf, dass es mit denen zum Teil auch nur dadurch "leichter" war, weil ich von deren versteckten Sexismus profitierte ("Du bist so [Kompliment] für eine Frau!" -also nicht unbedingt so ausgesprochen, aber es war sicher gegeben bzw. hatte es für sie eine besondere Wertigkeit, mit einer Frau befreundet zu sein) und ihnen gegenüber weniger unsicher gewesen bin, als gegenüber Frauen. Ich habe dann irgendwann bewusst die Entscheidung getroffen, mich mit keinen "Egoschmeichlern" mehr anfreunden zu wollen und stattdessen lieber mehr Zeit mit Frauen zu verbringen.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  19. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Zitat Zitat von Anin Beitrag anzeigen
    Aber eine Rundnachricht (falls damit gemeint ist, eine Sammelnachricht an alle gleichzeitig) finde ich nicht gut. Das verringert die Verbindlichkeit. Wenn ich als eine von zehn so etwas erhalte, würde ich ggf. eher nicht antworten, weil es eher beliebig erscheint. Würde mir schon die Mühe machen, individuell Leute zu kontaktieren und zu fragen, ob sie mal wieder Lust auf z.B. ein Feierabendbier, Kino, Konzert etc. hätten.
    Ja, dem schließe ich mich an.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  20. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Keine Freunde mehr haben

    Zitat Zitat von ozelot Beitrag anzeigen
    In der Grundschule ging dieses "Willst du meine beste Freundin sein" echt einfacher.
    Das hat in der Grundschule tatsächlich mit 8 eine zu mir gesagt und ich fühlte mich total eingeengt und unter Druck gesetzt, obwohl ich sie an sich mochte :') Ich fand es in der Grundschule (bzw. generell als Kind) schwieriger als Erwachsener, weil andere so schlecht verstanden haben, wenn ich mich abgrenzte und das sehr persönlich nahmen.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

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