+ Antworten
Seite 4 von 4 ErsteErste ... 234
Ergebnis 61 bis 74 von 74

Thema: Bezahlter Sex

  1. Member Avatar von Anin
    Registriert seit
    11.05.2001
    Beiträge
    1.592

    AW: Bezahlter Sex

    Zitat Zitat von sommerlinde Beitrag anzeigen
    Die Zahlen zur Prostitution weren anscheinend ausgewürfelt:

    In Leipzig halb so viele Prostituierte wie in Berlin und mehr wie in Stuttgart. Da passt gehörig was nicht.
    Dass es zu Prostitution keine 100% verlässlichen Daten gibt, ist ja irgendwie klar (Zwangsprostitution etc.) Warum soll es nicht passen, dass es in Leipzig mehr als in Stuttgart gibt? In dem Artikel ist ja z.B. erklärt, warum es in München nicht so viele gibt. Ähnliches könnte der Fall für Stuttgart sein oder auch dass z.B. Leipzig östlicher liegt?
    Wobei ich jetzt nicht sagen möchte, dass das alles stimmt. Es steht ja auch da, dass geschätzt wurde...gehe davon aus, dass Polizei, Ordnungsamt, Streetworker etc. das schon grob abschätzen können.

  2. Senior Member
    Registriert seit
    10.04.2009
    Beiträge
    6.415

    AW: Bezahlter Sex

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Das war bei mir allerdings nicht immer so - ich habe tatsächlich lange Zeit Sexarbeit befürwortet und mich sogar explizit dafür ausgesprochen :-/

    ...da in meinem Umfeld eher Personen überwiegen, die pro Sexarbeit eingestellt sind und gerade unter Feministinnen fühle ich mich mit meiner Sicht häufig allein und wurde sogar schon offen deswegen angefeindet.
    Darf ich mal ganz dumm fragen: Wie argumentiert man denn pro Sexarbeit?
    Das ist jetzt kein Angriff, ich führe nur nie darüber Diskussionen, und mein Umfeld ist sich da glaub ich auch recht einig.

  3. Junior Member Avatar von aloha_namaste
    Registriert seit
    25.05.2013
    Beiträge
    514

    AW: Bezahlter Sex

    Zitat Zitat von Sternchen8 Beitrag anzeigen
    [...]
    Die Beweggründe sind für meine Begriffe aber alle keine 'normalen' Wünsche nur nach Sex, sondern es steckt im Normalfall immer etwas anderes (meist psychisches) dahinter. Also die in Anspruchnahme von der Dienstleistung passiert in dem Sinne in der Regel ja dann auch nicht nur, weil jemand Bock drauf hat, sondern weil er versucht damit einen 'Leidensdruck' in anderen Bereichen oder auf anderer Ebene auszugleichen.



    Dem würde ich durchaus zustimmen.

    "Einige Männer agieren in der Prostitution ihre psychischen Probleme aus: Sie versuchen auf diesem Weg, mit Depressionen klarzukommen oder Minderwertigkeitsgefühle zu bearbeiten. Ebenso ist festzustellen, dass viele Motive eine Prostituierte aufzusuchen, sich aus leidbesetzten Lebensumständen speisen. Weil man noch nie Sex oder eine Freundin gehabt hat und denkt, deshalb kein vollwertiger Mann zu sein. Weil man einsam ist, weil eine Beziehung kaputt ging, weil man in der Partnerschaft sexuell unerfüllt bleibt und nicht weiß, wie das in der Beziehung angesprochen werden kann. Weil man sich im monogamen Korsett sexuelle Abwechslung wünscht oder auf der Jagd nach sexuellem Kapital – wie viel, wie oft, wie abgefahren – bei Konkurrenzkämpfen unter Männern nicht mehr den Kürzeren ziehen will." (Debatte Prostitution: Der Freier, das unbekannte Wesen - taz.de)

    Männer machen also sicher nicht die große Mehrheit von Sexkäufern aus, weil sie ein "naturgegeben" größeres Bedürfnis nach Sex haben als Frauen, sondern weil sie aufgrund ihrer Sozialisation bzw. ihrem männlichen Selbstbild eher dazu tendieren, Konflikte und Frust zu sexualisieren, anstatt sie zu reflektieren und zur Sprache zu bringen.
    Sonst gäbe es ja schließlich zur Minderung von psychischem Leidensdruck auch eine Vielzahl anderer (und zielführenderer) möglicher Bewältigungsstrategien als Prostitution zu Nutzen, beispielsweise offene Gespräche mit der Partnerin oder einer Vertrauensperson oder auch das Inanspruchnehmen von professioneller Hilfe (Therapie, Coaching, Fachpersonal in entsprechenden Beratungsstellen).
    Allerdings setzen diese Strategien etwas voraus, das eben eher als "weiblich" konnotiert gilt, nämlich sich den psychischen Leidensdruck ("Schwäche") und eventuell auch eine daraus entstehende Hilfsbedürftigkeit einzugestehen und über Gefühle zu sprechen. Mit dem klassischen Männlichkeitsbild von Stärke, Rationalität (als Gegenpol zur 'weiblichen Gefühlsbetontheit') und Autonomie ist das eher schwer übereinzubringen, das Nutzen von Prostitution hingegen schon.
    Geändert von aloha_namaste (08.11.2018 um 13:44 Uhr)

  4. Junior Member
    Registriert seit
    15.01.2012
    Beiträge
    444

    AW: Bezahlter Sex

    Zitat Zitat von Whassup Beitrag anzeigen
    Darf ich mal ganz dumm fragen: Wie argumentiert man denn pro Sexarbeit?
    Das ist jetzt kein Angriff, ich führe nur nie darüber Diskussionen, und mein Umfeld ist sich da glaub ich auch recht einig.
    - schnell und einfach verdientes Geld (HAHAHAHA)
    - Job ohne Ausbildung möglich - jede Frau kann "einfach so" anfangen ( )
    - ist ein Job wie jeder andere
    - Recht auf Selbstbestimmung der Frau
    - ältestes Gewerbe der Welt
    - Sexualbegleitung/Sexualassistenz (für Behinderte)
    - Sexarbeiterinnen wollen die Rechte für sich stärken und damit auch mehr Sicherheit und Schutz für Personen bieten, die in diesem Gewerbe arbeiten

    Ich finde das Nordische Modell super. Es müsste dann halt nur deutlich (!) mehr Ausstiegshilfen /-angebote etc. geben. Ich denke, dass durch das Nordische Modell ein Umdenken in der Gesellschaft passiert.

  5. Enthusiast Avatar von sommerlinde
    Registriert seit
    29.03.2016
    Beiträge
    976

    AW: Bezahlter Sex

    Zitat Zitat von Anin Beitrag anzeigen
    Dass es zu Prostitution keine 100% verlässlichen Daten gibt, ist ja irgendwie klar (Zwangsprostitution etc.) Warum soll es nicht passen, dass es in Leipzig mehr als in Stuttgart gibt? In dem Artikel ist ja z.B. erklärt, warum es in München nicht so viele gibt. Ähnliches könnte der Fall für Stuttgart sein oder auch dass z.B. Leipzig östlicher liegt?
    Wobei ich jetzt nicht sagen möchte, dass das alles stimmt. Es steht ja auch da, dass geschätzt wurde...gehe davon aus, dass Polizei, Ordnungsamt, Streetworker etc. das schon grob abschätzen können.
    Ich hab mal die Zahlen für die Einwohner (EW), Touristen (T)* und Prostituiertenzahlen (P) zusammengestellt:

    Leipzig 0,58 Mio EW; 1,6 Mio T; 3.600 P
    Stuttgart: 0,63 Mio EW; 2,0 Mio T; 2.000 P
    München 1,5 Mio EW; 3,5 Mio T, 2.400 P
    Berlin 3,6 Mio EW, 12,7 Mio T; 7.000 P

    Quellen: EW: wikipedia, T: Pressemitteilung der Städte für 2016/2017, P: Zeitungsartikel
    *wegen Artikel wie diesen Flatrate-Bordelle boomen: Sextourismus: Deutschland Reiseziel Nummer eins in Europa könnte das relevant sein.

    Nehmen wir mal an, dass durch konsequentes Arbeiten des Exekutive in MUN deutlich über 90 % aller Prostituierten registriert sind, dann wären dies bestätigte Zahlen. Dass in Berlin mit mehr als doppelt soviel Einwohnern und deutlich mehr (Party-)Tourismusmehr als doppelt soviele Prostituierte arbeiten ist plausibel. Stuttgart mit 40 % der MUN-EW und knapp 60 % T hat 80 % der P bezogen auf MUN. Da ist schon fraglich, ob der Zentrumseffekt (also die Provinz fährt in die Stadt zu den P) so viel ausmacht.
    Bezogen auf Leipzig wird es total unplausibel: Sowohl bzgl. EW als auch T einen Tick kleiner als S aber 150 % der P bezogen auf M. Grund dafür fällt mir keiner ein. Die nächsten Großstädte sind zwischen 40 und 70 km entfernt, soviel Provinz ist da nicht, dass da soviel potentielle Fahrkundschaft gibt.

    Kurz und gut: Es bleibt der Eindruck, dass beim Thema gern Zahlen in den Raum geworfen werden. Einerseits ist es interessant, dass es der Journalistin 0 aufgefallen ist und sie kein Wort zu dieser Diskrepanz verliert. Anderseits ist es befremdlich, dass auf Basis solcher gewürfelten Zahlen Politik gemacht werden soll.
    Zitat Zitat von Thomas de Maiziere
    Wenn wir wollen, dass Extremismusbekämpfung auch bei denen stattfindet, die schon gefährdet sind, oder halb abgerutscht sind, oder wenn es um Deradikalisierung geht, dann muss man auch mal den schwierigeren Weg probieren, und das heißt, dass man mit Menschen redet, mit denen man sonst vielleicht nicht so gerne reden würde, um eines höheren Ziels willen. Und wo da die Grenze zur Förderung ist, das ist nicht leicht zu bestimmen.

  6. Newbie
    Registriert seit
    21.02.2017
    Beiträge
    180

    AW: Bezahlter Sex

    WTF, Bym ist so White Feminism, es ist faszinierend

  7. Junior Member Avatar von jadore
    Registriert seit
    16.12.2006
    Beiträge
    434

    AW: Bezahlter Sex

    klär uns auf.

  8. Urgestein
    Registriert seit
    12.12.2002
    Beiträge
    9.112

    AW: Bezahlter Sex

    Zitat Zitat von aloha_namaste Beitrag anzeigen
    Männer machen also sicher nicht die große Mehrheit von Sexkäufern aus, weil sie ein "naturgegeben" größeres Bedürfnis nach Sex haben als Frauen, sondern weil sie aufgrund ihrer Sozialisation bzw. ihrem männlichen Selbstbild eher dazu tendieren, Konflikte und Frust zu sexualisieren, anstatt sie zu reflektieren und zur Sprache zu bringen.
    Sonst gäbe es ja schließlich zur Minderung von psychischem Leidensdruck auch eine Vielzahl anderer (und zielführenderer) möglicher Bewältigungsstrategien als Prostitution zu Nutzen, beispielsweise offene Gespräche mit der Partnerin oder einer Vertrauensperson oder auch das Inanspruchnehmen von professioneller Hilfe (Therapie, Coaching, Fachpersonal in entsprechenden Beratungsstellen).
    Allerdings setzen diese Strategien etwas voraus, das eben eher als "weiblich" konnotiert gilt, nämlich sich den psychischen Leidensdruck ("Schwäche") und eventuell auch eine daraus entstehende Hilfsbedürftigkeit einzugestehen und über Gefühle zu sprechen. Mit dem klassischen Männlichkeitsbild von Stärke, Rationalität (als Gegenpol zur 'weiblichen Gefühlsbetontheit') und Autonomie ist das eher schwer übereinzubringen, das Nutzen von Prostitution hingegen schon.

    Klingt wieder sehr schlüssig für mich was du schreibst.
    Wobei es in deinem verzinkten Text ja heißt: "Bei heterosexuellen Freiern lassen sich fünf generelle Motivmuster aufzeigen: Sex, Nähe/Kommunikation, Dominanz- und Gewaltausübung, die psychologische Konfliktbewältigung und der Rausch, den die Prostitution als Subkultur verspricht. Das verbreitetste Motiv ist der schlichte Wunsch nach Sexualität und Körperlichkeit."(Debatte Prostitution: Der Freier, das unbekannte Wesen - taz.de)

  9. V.I.P. Avatar von ichs
    Registriert seit
    11.05.2001
    Beiträge
    15.639

    AW: Bezahlter Sex

    klar findet prostitution nur als abbild kapitalistischer strukturen statt, wie halt alles andere um uns herum auch. die idee, dass die masse aller prostituierten ohne ökonomischen zwang diesem beruf nachgehen würde halte ich auch für naiv, aber das ist ja nochmal was anderes als zwangsprostitution, die unter i.r. körperlichem zwang stattfindet. nicht, dass es das für die betreffende person zwingend besser macht, aber es gibt ja schon auch andere jobs, in denen man seine körperliche unversehrtheit gegen geld eintauscht (soldat zb). in wie weit ist das strukturell anders?
    .the world has turned and left me here.

  10. V.I.P. Avatar von ichs
    Registriert seit
    11.05.2001
    Beiträge
    15.639

    AW: Bezahlter Sex

    ansonsten ich kenne drei leute (wobei nr. 2 eigentlich eine gruppe von männer subsumiert, die alle das gleiche motiv haben/hatten), die schon bei prostituierten waren:
    a-ein freund, der unbedingt mal sex mit einem bestimmten frauentyp haben wollte
    b-viele arabische männer, für die es gerade in den 20ern die einzige möglichkeit ist/war sex zu haben
    c-ein älterer mann, der sehr einsam war und menschliche nähe gesucht hat

    ich kann selber mit prostitution nichts anfangen, aber ich finde durchaus, dass das sehr unterschiedliche motive sind und ich finde nicht alle verurteilenswert, auch wenn ich die o.g. probleme mit prostitution durchaus auch so sehe.
    .the world has turned and left me here.

  11. Junior Member Avatar von aloha_namaste
    Registriert seit
    25.05.2013
    Beiträge
    514

    AW: Bezahlter Sex

    Zitat Zitat von Sternchen8 Beitrag anzeigen
    Klingt wieder sehr schlüssig für mich was du schreibst.
    Wobei es in deinem verzinkten Text ja heißt: "Bei heterosexuellen Freiern lassen sich fünf generelle Motivmuster aufzeigen: Sex, Nähe/Kommunikation, Dominanz- und Gewaltausübung, die psychologische Konfliktbewältigung und der Rausch, den die Prostitution als Subkultur verspricht. Das verbreitetste Motiv ist der schlichte Wunsch nach Sexualität und Körperlichkeit."(Debatte Prostitution: Der Freier, das unbekannte Wesen - taz.de)
    Die Angabe eines "schlichten Wunsches" nach Sexualität/Nähe/Kommunikation /Körperlichkeit widerspricht ja der Motivlage, dass dieser Wunsch durch das Nutzen von Prostitution dann sehr Ich-Zentriert ausgelebt wird oder kompensatorischen Charakter haben kann nicht unbedingt.

    Die Frage ist auch, inwiefern Sex, Nähe und Gespräche mit einer Prostituierten diesen Wunsch tatsächlich befriedigen. In der Studie von Melissa Farley et. al. beschrieben etwa 56% der befragten Sexkäufer ihr Empfinden als negativ (etwa mit den Worten "confusing" ," depressing" und "unfulfilling") nachdem sie Prostitution in Anspruch genommen haben und nur 6% beschrieben ihr Empfinden nach der gekauften sexuellen Dienstleistung als positiv (S. 28).
    Woran das liegt, geht aus der Studie nicht eindeutig hervor. Für mich liegt aber die Vermutung nahe, dass es eben einen signifikanten qualitativen Unterschied zwischen Nähe, Sexualität und Kommunikation gibt, für die man bezahlt und solcher, die auf gegenseitiger Sympathie/sexueller Anziehung basiert.
    Auch gaben 38% der Sexkäufer an, sie sähen das Arbeiten in der Prostitution nicht als "choice", sondern als sexuelle Ausbeutung an(S. 19). 41% gaben an, dass ihnen bewusst war, dass die Prostituierte, von der sie Sex kauften, von einem Zuhälter kontrolliert wird (S. 22) und 66% "observed that a majority of women are lured, tricked or trafficked into prostitution. Many of the men had an awareness of the economic coercion and the lack of alternatives in women's entry into prostitution." (S. 23)

    Freier weisen also auch durchaus eine ambivalente Haltung zum Sexkauf auf, was sie aber nicht unbedingt dazu bewegt, Prostitution nicht trotzdem weiterhin in Anspruch zu nehmen.

  12. V.I.P. Avatar von finessa
    Registriert seit
    30.07.2001
    Beiträge
    15.332

    AW: Bezahlter Sex

    Zitat Zitat von Whassup Beitrag anzeigen
    Darf ich mal ganz dumm fragen: Wie argumentiert man denn pro Sexarbeit?
    Das ist jetzt kein Angriff, ich führe nur nie darüber Diskussionen, und mein Umfeld ist sich da glaub ich auch recht einig.
    Manche Leute betrachten Sex als gegen Geld als reine Dienstleistung, die unter selbstgewählten Arbeitsbedingungen eine durchaus angenehme und lukrative (Neben)Erwerbstätigkeit wäre und die Ablehnung dieser Sicht nur darin begründet sein könne, eine puritanische Einstellung gegenüber Sexualität zu haben.

    Das war allerdings nie meine Position.

    Ich befürwortete Sexarbeit nicht deswegen, weil ich Prostitution grundsätzlich gut fand, sondern weil ich die Ansicht vertrat, sie ist Teil unserer Lebensrealität, mit der ich mich am besten auseinandersetze, wenn ich ernst nehme, wie Betroffene bezeichnet und behandelt werden wollen und Respekt dabei eher dadurch ausgedrückt werden würde, ihre Tätigkeit als normale Dienstleistung einzuordnen, denn alles andere dränge sie nur weiter in eine geächtete Außenseiterposition und mache es schwer, sich gewerkschaftlich zu organisieren und von allgemeinen Arbeitsrecht zu profitieren. Ich dachte, die Ablehnung würde nur tief in die Illegalität und in die Abhängigkeit von Zuhältern führen sowie zementieren, gesellschaftlich geächtet zu werden. Frauen abzusprechen den Beruf auszuüben würde zudem paternalisieren: weil dann nicht sie entscheiden dürften, wozu sie ihren Körper einsetzen. Generell ärgerte es mich, Sex gegen Geld anzubieten als etwas zu betrachten, das nur Opfern widerfährt, aber nicht als selbstbestimmten Akt wahrzunehmen.

    Meiner Meinung nach hatte man Frauen vor schlechten Arbeitsbedingungen zu schützen, aber nicht vor ihren eigenen Entscheidungen diese Dienstleistung anzubieten. Daher wollte ich mich davon distanzieren, Sexarbeiter_innen als Opfer zu sehen, da es eben durchaus welche gäbe, die sich im selben Maß dafür entscheiden, wie sich Menschen für andere Job entscheiden und das eigentliche Problem daher nicht die Tätigkeit an sich wäre, sondern die kapitalistische Verwertung von Arbeit und die schlechten Bedingungen, unter denen Sexarbeit häufig ausgeführt werden muss. Ich dachte damals ähnlich, wie Laurie Penny in diesem Text argumentiert und dass ein Verbot von Sexkauf Sexarbeiter_innen im Stich ließe. Letzteres scheint auch tatsächlich öfters ein Gefühl unmittelbar Betroffener zu sein, wenn sie feministische Abolotionsdiskussionen verfolgen, weil sie darin vor allem sehen, was sie zu verlieren hätten - eben ihre Erwerbsquelle.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  13. Senior Member
    Registriert seit
    10.04.2009
    Beiträge
    6.415

    AW: Bezahlter Sex

    Danke für die Erklärung

  14. Member Avatar von Leisha
    Registriert seit
    15.11.2001
    Beiträge
    1.790

    AW: Bezahlter Sex

    Zum Thema Beweggründe, um zu einer Prostituierten zu gehen. Ein guter Bekannter von mir war ein paar Mal bei einer und der Grund war, dass er mit 32 noch Jungfrau war. Es war einfach das Bedürfnis nach Sexualität und Nähe und wohl auch mangelndes Selbstwertgefühl durch den "Jungfrau-Status". Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich anderweitig einfach nichts ergeben. Irgendwann hat er dann auch im normalen Alltag Frauen kennengelernt, wo es geklappt hat. Seitdem ist er auch nicht mehr hin.
    "Lebe Lieber ungewöhnlich"

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •