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  1. Addict Avatar von ningun
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen

    Mir ging’s in meinem Beitrag vor allem darum, von meinem Partner so gesehen zu werden wie ich bin, weil genau das in meinen Dramabeziehungen nämlich nicht stattgefunden hat.
    Vor allem mein letzter Ex hat irgendwelche albernen „manic pixie dream girl“-Fantasien auf mich projiziert und war dann schwer enttäuscht, dass ich die nicht erfüllt hab (die hätte niemand erfüllen können). Und wenn man schon immer nur Beziehungen hatte, in denen der jeweilige Partner ein festes Bild von einem hatte, das nur ansatzweise mit der Realität übereinstimmte und einen dann unter Druck gesetzt hat, die Punkte zu ändern, die nicht in sein Bild passten, ist das eben sehr wichtig. Und ich glaube, dass das sehr häufig ein großes Thema in Dramabeziehungen ist und einen großen Anteil an dieser „Ich will Dich, aber nicht so richtig!“-Sache hat. Das ist nämlich der Punkt, an dem unrealistische Erwartungen vermittelt werden. Man denkt man müsste nur dünner, cooler, schöner sein und dann würde er schon richtig wollen und deshalb setzt man sich selbst unter Druck, aber währenddessen werden einem direkt die nächsten Erwartungen vermittelt. Man hat eigentlich nie ne Chance, weil man an einem Idealbild gemessen wird.
    Gerade mein letzter Freund löste in mir immer wieder Gefühle und Gedanken aus, er wünscht sich eigentlich jemand, der ganz anders ist. Heute bin ich mir noch mal sicherer, dass es auch wirklich so war.
    Wobei es, glaube ich, weniger so war, wie du es beschreibst, also dass er diese Bedürfnisse und Wünsche auf mich projizierte, sondern durchaus erkannte, dass ich so nicht bin und dadurch ständig frustriert war. Geliebt fühlte ich mich von ihm nicht. Teils noch nicht mal akzeptiert, eben weil ich so stark spüren konnte, dass er sich was anderes wünscht oder er mich kritisierte, genervt reagierte usw.
    Umgekehrt wünschte ich mir auch vieles anders, weniger an seiner Person (und wenn da, dann eher elementares wie Zuverlässigkeit, Akzeptanz, Aufrichtigkeit, Interesse), als vielmehr wie ich mich fühle. Z.B. verliebt und angezogen.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Für mich war es deshalb sehr wichtig, irgendwann die bewusste Entscheidung zu treffen, dass ich solche Spiele nicht mehr mitspiele und mich von solchen Männern fernzuhalten und vor allem auch, diesem Telenovela-„wir sind füreinander bestimmt und müssen viel Drama durchmachen, bevor wir unser happy end bekommen“-Gefühl nicht mehr blind zu vertrauen. Das kann uU natürlich auch bedeuten, ein Stück weit gegen den eigenen Typ/Geschmack zu handeln (war für mich zum Glück einfach, weil ich generell nette/liebe/bodenständige Männer mag und nur lernen musste, die von dramatisch veranlagten „nice guys“ zu unterscheiden). Und ich hatte natürlich auch wahnsinniges Glück, so jemanden zu finden. Mein Mann kennt mich so gut wie niemand sonst und liebt mich auch mit psychischen Problemen und Übergewicht.
    Wie kann ich mir das konkret vorstellen? Also du lerntest jmd. kennen und dann bemerktest du, da wird was auf dich projiziert (wodurch merktest du das?), was nicht ist und entschiedst dich dann, den Kontakt sein zu lassen? Warst du da verliebt oder noch nicht? Ich stelle es mir nämlich schwer vor, wenn man bereits verliebt ist, die Gefühle wegzuschieben und quasi rational zu prüfen, was da eigentlich ist und danach zu entscheiden.
    Ich verliebe mich sehr selten und bislang war es auch nie gegenseitig (DAS ist das Drama bei mir, einseitige Verliebtheit. So wie du es beschreibst, kenne ich es nicht). Und WENN ich mal wieder verliebt bin, ist das so was seltenes, dass ich das erst mal nicht wieder aufgeben möchte.

    Oder wie hast du gelernt die "tatsächlichen" nice guys von den dramatisch veranlagten "nice guys" zu unterscheiden?

  2. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von sommerlinde Beitrag anzeigen
    @arche: Kann es sein, dass er was in dich projeziert hat, z.B. sein früheres "ich"?
    Klar kann das sein. Manchmal wirkt es so, als sei ich sein "manic pixie dream intellectual" oder so was (bzw. als sei ich das eben gerade nicht, weil das ja gerade das Kernelement von diesem "manic pixie dreamgirl"-Scheiß ist, dass das kein realer Mensch erfüllen kann). Aber es kann auch sein, dass ich für ihn gar nichts besonderes darstelle, sondern dieses Verhalten schlicht seinem Normalzustand entspricht. So oder so ist der Kerl nicht gut für meine Nerven.

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    ok, vielen dank für den einblick. dass es nach drei wochen arbeitsverhältnis schon mit unflätigen ausdrücken eskaliert ist, finde ich heftig
    Der Fairness halber muss ich wohl schreiben, dass das nach drei Wochen noch nicht so explizit war. Die Eskalationen wurden nur mit der Zeit nicht besser.

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    - also zum einen diskreditiert es natürlich ihn auf voller linie und zum anderen frage ich mich, bei welcher art von arbeit man sowas erlebt? (potentiell wohl bei jeder - das musst du natürlich hier auch nicht beantworten) ich wäre da mindestens leicht traumatisiert, glaub ich, und würde mich schnell nach anderen jobs umsehen.
    Männerbranche Ich weiß nicht, ob es daran liegt, oder ob ich solche Leute anziehe. Ich bin ja froh, wenn Leute überhaupt ein Konfliktverhalten haben, also eins, das nicht aus Probleme Ignorieren besteht. Ich brauche ein Umfeld, das mich aushält, wo ich nicht zu laut, zu schnell, zu eigenwillig, zu aggressiv bin. Ich "darf" z.B. keine Psychotherapie in einem Ausbildungszentrum (mehr) machen, damit ich die armen kleinen "Ich werde Psychotherapeutin, damit ich Menschen helfen kann, ich bin so ein netter Mensch, bitte beschütze mich, deine bösen Suizidgedanken belasten mich"-Mädels nicht kaputt mache. Und so was begegnet mir halt immer wieder. Bis jemand auf der anderen Seite aus meinem Wohlfühlbereich rausfällt, muss schon Einiges passieren.

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    so oder so klingt der typ weder besonders intelligent (humor eines 12-jährigen) noch sympathisch - aber das muss ich dir ja nicht erzählen.
    Ich halte den nicht für dumm, so als Nerd ist der eigentlich ziemlich schlau (+ beruflich erfolgreich). Ich halte mich auch selbst für intelligent und mache trotzdem dumme Sachen. Das, wovon ich so lange nicht weggekommen bin, war der Eindruck: Der ist wie ich, der denkt wie ich, der denkt meine Gedanken zuende. Tja. Siehe oben, es ist völlig banane, aber in der Situation fühlt es sich nicht so an.

    (Plus, ich find' den hübsch. Aber das ist natürlich ein viel zu trivialer Grund, also lieber mit Magie argumentieren )

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    ich kenne es aber auch, dass man an solchen typen kleben bleibt - bei mir war das mal der fall, als ich ganz dringend ablenkung von einer trennung brauchte und mich dann an etwas festgebissen habe, das auch total sinnlos war (typ ähnlich wie deiner). war bescheuert und total viel projektion, aber ich brauchte das wohl in dem moment, um an irgendwas denken zu können.
    Meh. Danke fürs Teilen, aber - meh. Warum ist das so verbreitet, das ist doch eine Fehlkonstruktion des Gehirns.

    Was mich außerdem ein bisschen fuchst: Es bestätigt das unoriginelle Vorurteil, dass "die Frauen" auf "solche Typen" stehen. Ich bin ja schon mal so einem Nice-Guy-Typen im realen Leben begegnet, habe recht schnell gemerkt, dass der nicht zu mir passt. Der hat auf diese Aussage hin ins Internet geschrieben, dass alle vergebenen Männer Arschlöcher sind, man als Mann ja nur 1,90m groß, gut aussehend, immer gut drauf (etc. etc.) sein muss, und dann hat man es einfach bei den Frauen, und Frauen haben es sowieso total einfach, und als netter Kerl hat man sowieso keine Chance. Weil, mit Eigenleistung oder Charakter oder schlicht damit, dass sich Leute finden sollten, die zusammen passen, hat das schließlich nichts zu tun Bei so jemandem ist es einfach, wenn du so denkst, dann passt du nicht zu mir. Und was tue ich? Stolpere über jemanden, der tatsächlich erfolgreich und dominant und von sich selbst überzeugt und sich selbst sehr witzig findend und eine Führungsperson in einem männerdominierten Umfeld und auf mainstream Art gut aussehend (aber weit weg von 1,90m groß - ich finde ja kleine Menschen gut) und langjährig vergeben ist, und auf den stehe ich. Dabei denke ich ja auch nicht ernsthaft, dass der in einer Beziehung zu mir passen würde, und habe unterm Strich genauso wenig Sex mit dem - nämlich gar keinen -, aber habe eben nicht die Distanz dazu und heule das Bym-Forum voll. Wenn die nächsten Nice Guys dieses Forum und meine inzwischen drei (!) Threads zu dem Thema finden, fühlen die sich noch voll bestätigt. Dass die blöden Frauen auf die Arschlochtypen stehen und darum nur an ihrem Unglück schuld sind und nicht das eigene selbstschädigende Verhalten, weil die Frauen sich nämlich auch nicht immer perfekt verhalten, so! Und jetzt ärgere ich mich darüber, dass mich das überhaupt ärgert.
    Geändert von archenstone (20.03.2019 um 09:01 Uhr) Grund: dass/das-Fehler
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  3. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Die Typen die du als nice guys bezeichnest, sind aber gar nicht nice. Die will keiner ficken, weil sie eben Arschlöcher sind.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  4. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Die Typen die du als nice guys bezeichnest, sind aber gar nicht nice.
    Ja.
    Schön passend dazu: YouTube
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  5. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Also ob irgendein nice guy sich durch Deine Threads nun bestätigt fühlt oder nicht, kann Dir doch echt am Arsch vorbeigehen. Denen ist eh nimmer zu helfen, Und wenn Du zehn Alphatieren hinterher sabberst, rechtfertigt das immer noch nicht deren passiv-aggressive Gejaule. Da würd ich echt keinen Gedanken dran verschwenden.

    Und so wie Du Eure Interaktionen scheint er ja schon ein Typ zu sein, der Dich charakterlich ergänzt. Insofern scheint das ja nicht nur Projektion zu sein, sondern schon ein Kontakt, der Dir unter die Haut gegangen ist. Das passiert halt, wenn man jemanden trifft, mit dem es klickt. Und wenn es "nur" das Nachspielen alter Muster ist, die sind halt fest verdrahtet und vertraut und damit sehr wirkmächtig. Das ist nicht unbedingt angenehm , aber es hilft ja auch nichts, sich dafür zu verurteilen, dass man auf seine Trigger anspringt. Die Frage ist dann doch eher, wie schnell man das merkt und dann wieder aussteigen kann.
    Don't tell Mama.

  6. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Mäh, ihr seid schon wieder schneller als ich. Während Bym noch meine Beiträge frisst...

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Die Typen die du als nice guys bezeichnest, sind aber gar nicht nice. Die will keiner ficken, weil sie eben Arschlöcher sind.
    Ich weiß, aber es ist der Begriff, der sich dafür eingebürgert hat. Ich habe vor Jahren mal (im "Anfang 30 und mannlos"-Thread, glaube ich), gefragt, warum man das so nennt. Weil es ein Red Flag ist, wenn sich jemand selbst als Nice Guy darstellt/sieht/bezeichnet.

    So, und jetzt zu der allgemeinen Diskussion.

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Oha! Wie/wo hast du bedingungslose Liebe gefunden? Das ist auch mein Herzenswunsch, aber mir wurde geraten, mich von diesem Wunsch zu verabschieden.

    Was hat sich geändert, dass du nicht mehr auf das ambivalentes angesprungen bist, sondern bedingungslose Liebe in dein Leben trat?
    ningun Das ist so ein "Den Anfang vom Wollknäuel finden"-Problem. Meiner Beobachtung nach kommen diese Probleme sehr oft auf "besseres Selbstwertgefühl, besseres Selbstbewusstsein" runter. Aber wie man das nun verbessert... Es gibt ja (therapeutische) Ansätze dazu.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ich glaub ja tatsächlich auch, dass das viel mit den Beziehungen zu tun hat, die einem als Kind vorgelebt wurden oder die man selbst zu den Eltern hatte. Ich bin jahrelang auch immer auf dieses ambivalente „irgendwie schon, aber nie so richtig“ angesprungen und die Gründe dafür liegen definitiv in meiner Kindheit.
    Das denke ich auch. Aber wo genau ist der Zusammenhang? Meine Eltern sind seltsam und mein Beziehungsverhalten als Erwachsene ist seltsam, aber da hört es schon auf. Meine Eltern sind seit Anfang der Achtziger zusammen, ich habe nie eine stabile Beziehung gehabt. In den jeweils einzelnen Situationen gibt es dann Parallelen.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Mir ging’s in meinem Beitrag vor allem darum, von meinem Partner so gesehen zu werden wie ich bin, weil genau das in meinen Dramabeziehungen nämlich nicht stattgefunden hat. Vor allem mein letzter Ex hat irgendwelche albernen „manic pixie dream girl“-Fantasien auf mich projiziert und war dann schwer enttäuscht, dass ich die nicht erfüllt hab (die hätte niemand erfüllen können).
    Stelle ich mir belastend vor. Trifft aber ziemlich gut das Thema des Threads.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Und wenn man schon immer nur Beziehungen hatte, in denen der jeweilige Partner ein festes Bild von einem hatte, das nur ansatzweise mit der Realität übereinstimmte und einen dann unter Druck gesetzt hat, die Punkte zu ändern, die nicht in sein Bild passten, ist das eben sehr wichtig. Und ich glaube, dass das sehr häufig ein großes Thema in Dramabeziehungen ist und einen großen Anteil an dieser „Ich will Dich, aber nicht so richtig!“-Sache hat. Das ist nämlich der Punkt, an dem unrealistische Erwartungen vermittelt werden. Man denkt man müsste nur dünner, cooler, schöner sein und dann würde er schon richtig wollen und deshalb setzt man sich selbst unter Druck, aber währenddessen werden einem direkt die nächsten Erwartungen vermittelt. Man hat eigentlich nie ne Chance, weil man an einem Idealbild gemessen wird.
    Ja, ja und ja. Äh, ich meine, nein! Es ist doch etwas besonderes! Das ist das bisschen Leid und Tränen und Selbstzweifel doch wohl wert! (Spoiler: Ist es nicht.)

    Ich weiß nicht, vielleicht haben mein Exfreund und ich diesen Fehler auch gemacht, also jeweils, mit dem jeweils anderen. Das war nicht so krass, besonders, große Gefühle, sondern auf eine vordergründig vernunftmotivierte Art genauso destruktiv. Der hat irgendwie seine linksintellektuellen Beziehungsfantasien an mir ausgelebt, ganz doll die Augen davor zugemacht, dass wir uns gegenseitig das Leben zur Hölle machen, was ich sabotiert habe, indem ich Probleme lösen wollte. Denn ich wollte nicht bei der ersten Schwierigkeit aufgeben, weil man das in einer Beziehung nicht macht, und habe diesen edlen Grundsatz angewandt auf eine Beziehung, die von Anfang an eine einzige Schwierigkeit war. Unterwegs habe ich ihn zu ein paar hässlichen Selbsterkenntnissen gebracht, die er nie haben wollte, und er hat mir (auch körperlich) weh getan und war dann beleidigt. So richtig mit "Aber ich habe doch xy für dich gemacht"-Argumentation (xy = etwas, was er eigentlich für sich selbst gemacht hat). Ja. Genau. So hab' ich argumentiert, da war ich ungefähr zehn. - Aber hey, der ist superlieb, politisch links, hat für jeden Pfandflaschensammler ein freundliches Wort. In der Theorie ein super Feminist.

    Sorry, bisschen off topic. Jedenfalls, das ist meine Erfahrung mit "Mich in jemanden verlieben, der sich auch in mich verliebt". Eine weitere Erfahrung mit dem Menschentyp, der mich und mein nicht-nett-Sein nicht aushält. Ich brauche wenn, dann jemanden mit einem funktionierenden Selbstschutz.

    Womit wir wieder bei der Frage wären, wie man den Anfang vom Wollknäuel findet.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Das kann uU natürlich auch bedeuten, ein Stück weit gegen den eigenen Typ/Geschmack zu handeln (war für mich zum Glück einfach, weil ich generell nette/liebe/bodenständige Männer mag und nur lernen musste, die von dramatisch veranlagten „nice guys“ zu unterscheiden)
    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Ich verliebe mich sehr selten und bislang war es auch nie gegenseitig (DAS ist das Drama bei mir, einseitige Verliebtheit. So wie du es beschreibst, kenne ich es nicht). Und WENN ich mal wieder verliebt bin, ist das so was seltenes, dass ich das erst mal nicht wieder aufgeben möchte.
    Hm. Schwierig. Ich habe von mir selbst die Vorstellung, dass ich mich eher oft verliebe. Oder zumindest lerne ich immer wieder Leute kennen, die ich prinzipiell attraktiv finde. Ich habe dabei nicht so einen eindeutigen (Charakter-)Typ. Das mag ein Vorteil sein, aber es macht die Standard-Tipps unbrauchbar. Aber vielleicht können wir (ningun ) trotzdem was damit anfangen.

    Klassiker, 1000-mal gelesen. Eine Frau hat immer wieder unbefriedigende Männergeschichten, steht dabei immer wieder auf denselben Typ Mann. Sagen wir mal, auf Machos, selbstsicheres Auftreten, bisschen provokant, cocksure im Wortsinn, aber eigentlich unsicher. Funktioniert nicht, geht nicht gut aus. Weiß sie auch, aber wenn sie wieder jemanden attraktiv findet, ist es eben wieder so einer. - Tipp dazu: "Wenn Sie das nächste Mal auf eine Party gehen, wo Sie viele unbekannte Männer treffen, dann machen Sie folgendes. Sie schauen sich um, welche Männer Sie attraktiv finden - und die ignorieren Sie den ganzen Abend! Unterhalten Sie sich mit den anderen, schauen Sie, was passiert." Das garantiert nicht, dass die Frau auf die Art die große Liebe trifft. Aber es durchbricht das bisherige Verhalten.

    Bei mir gibt es dieses klare Muster nicht. Ich muss aufhören, mich für Leute zu interessieren, die mir zu ähnlich sind, oder zu anders sind, oder zu sehr Macho sind, oder zu sehr Nice Guy sind, oder zu intellektuell-theoretisch verblendet sind, oder mir rhetorisch unterlegen sind, oder bereits vergeben sind, oder heterosexuelle Frauen sind, oder... ja nee, zu kompliziert. Und wenn jemand nur einmal in zehn Jahren jemanden gut findet, ändert der Party-Tipp nichts. Es geht um den Gedanken dahinter.

    Das ist ein Ansatz in der Verhaltenstherapie: Verhalten, Gedanken, Gefühle beeinflussen sich gegenseitig. Gefühle sind schwer zu ändern. Aber über eine Änderung des Verhaltens und/oder der Gedanken ändert sich das ganze System.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Für mich war es deshalb sehr wichtig, irgendwann die bewusste Entscheidung zu treffen, dass ich solche Spiele nicht mehr mitspiele und mich von solchen Männern fernzuhalten und vor allem auch, diesem Telenovela-„wir sind füreinander bestimmt und müssen viel Drama durchmachen, bevor wir unser happy end bekommen“-Gefühl nicht mehr blind zu vertrauen.
    Ja, das.

    Ich behaupte auch, ich habe aus meinem Liebeskummer wegen meines (jetzt Ex-)Kollegen was gelernt, bzw. lerne was daraus. Ich denke mir zwar auch, "Ey, hätte es dazu wirklich so eine schmerzhafte Erfahrung gebraucht ", weil die Erkenntnisse so wenig überraschend klingen. Aber besser so, als wenn ich eines Tages versucht hätte, mit so einem Typ Mann eine verbindliche romantische Beziehung zu führen. Dafür bin ich offensichtlich nicht gemacht.
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  7. Member Avatar von sommerlinde
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    @archi; Jetzt klingt es bisschen so, als wärst du für ihm in der "cool girl"-Rolle gewesen seist. So als Kumpel, der bei einem handfesten Flachs gegenhält statt heulend auf dem Klo zu rennen. Seine Besuche bei dir Auszeiten aus dem politisch korrekten Alltag. Verbale Entgleisungen wären dann ein Zeichen von Vettrautheit.
    Zitat Zitat von Thomas de Maiziere
    Wenn wir wollen, dass Extremismusbekämpfung auch bei denen stattfindet, die schon gefährdet sind, oder halb abgerutscht sind, oder wenn es um Deradikalisierung geht, dann muss man auch mal den schwierigeren Weg probieren, und das heißt, dass man mit Menschen redet, mit denen man sonst vielleicht nicht so gerne reden würde, um eines höheren Ziels willen. Und wo da die Grenze zur Förderung ist, das ist nicht leicht zu bestimmen.

  8. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Ach, und: Danke an alle, die hier schreiben. Die sich die Mühe machen, mir zu schreiben, dass ich nicht bekloppt bin.

    Zitat Zitat von wunder Beitrag anzeigen
    Ne, du dramatisierst nicht! Ich habe das jetzt schon öfter gehört/gelesen, dass bei Verliebtheit und Liebesenzug ähnliche Hormone ausgeschüttet werden, wie bei Drogenkonsum und -Enzug. Stimmt schon. Und das hilft auch, so zu denken oder? Mir hilft das. Beim Drüberstehen. Ich trichtere mir dann ein.. das sind alles nur Hormone.. er ist gar nicht wirklich so was besonderes.. du bist nur süchtig..
    Ja, es hilft. Aber es ist gleichzeitig auch gruselig.

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    Also ob irgendein nice guy sich durch Deine Threads nun bestätigt fühlt oder nicht, kann Dir doch echt am Arsch vorbeigehen. Denen ist eh nimmer zu helfen, Und wenn Du zehn Alphatieren hinterher sabberst, rechtfertigt das immer noch nicht deren passiv-aggressive Gejaule. Da würd ich echt keinen Gedanken dran verschwenden.
    Nice Guys sind wie Wolken am Himmel, sie sind zwar da, aber sie interessieren mich nicht *meditation*

    Ich sollte vielleicht mal aufhören, mir an allem Unglück der Welt die Schuld zu geben. Das macht es irgendwie so unnötig stressig.
    wtf momente

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  9. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Tipp dazu: "Wenn Sie das nächste Mal auf eine Party gehen, wo Sie viele unbekannte Männer treffen, dann machen Sie folgendes. Sie schauen sich um, welche Männer Sie attraktiv finden - und die ignorieren Sie den ganzen Abend! Unterhalten Sie sich mit den anderen, schauen Sie, was passiert." Das garantiert nicht, dass die Frau auf die Art die große Liebe trifft. Aber es durchbricht das bisherige Verhalten.
    Sich bewusst offen gegenüber Männern zu zeigen, die einen nicht total flashen empfinde ich grundsätzlich als gute Idee, mit der ich selbst ausgezeichnete Erfahrungen gemacht habe. Aber damit die Verhaltensänderung sich auch nachhaltig auf die eigene Beziehungsdynamik auswirken kann, bräuchte es meiner Meinung nach schon ein Gegenüber, mit dem eine wie auch immer geartete Anziehungsebene gegeben ist, denn andernfalls bliebe es vermutlich auf einer rein platonischen Ebene hängen.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  10. Addict Avatar von ningun
    Registriert seit
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Hm, aber da wird ja ursprünglich geraten, die Männer, die man "attraktiv" findet zu ignorieren. Ich finde selten mal jemanden "attraktiv" und dann soll ich genau den links liegen lassen und mich solchen offen zeigen, die ich unattraktiv finde, in der Hoffnung, ich finde den dann doch noch attraktiv irgendwann?
    Oder heißt es nur, auch offen für solche zu sein, die man weniger/nicht so sehr attraktiv findet?
    Witzig auch "Unterhalten Sie sich mit den anderen." haja, da muss ja erst mal ne Unterhaltung angezettelt werden. Für verschlossene, schüchterne, distanzierte ja die erste und vermutlich größte Hürde.

    "Geflasht" bin ich eigentlich nie von einem Mann, schon gar nicht "auf den ersten Blick".

    Bei mir gibt es dieses klare Muster nicht. Ich muss aufhören, mich für Leute zu interessieren, die mir zu ähnlich sind, oder zu anders sind, oder zu sehr Macho sind, oder zu sehr Nice Guy sind, oder zu intellektuell-theoretisch verblendet sind, oder mir rhetorisch unterlegen sind, oder bereits vergeben sind, oder heterosexuelle Frauen sind, oder... ja nee, zu kompliziert. Und wenn jemand nur einmal in zehn Jahren jemanden gut findet, ändert der Party-Tipp nichts.
    Eben!

    Mein Muster: Den Typen i.d. ich mich verliebte war v.a. eines gemeinsam: sie waren v.a. ambivalent. Es war so ein Katz- und Maus-Spiel, war ich zugewandt, verloren sie das Interesse, waren sie zugewandt, verlor ich es bzw. loderte es wieder auf, wenn sich abgewandt wurde. Alle hatten also irgendwie ein Problem mit Bindung und irgendwie ein problematisches Elternhaus oder zumindest eine problematische Beziehung zum Vater. Was mir alles sehr ähnlich ist.
    Das war die Gemeinsamkeit, sonst waren die sehr unterschiedlich, auch optisch.
    Und wie soll ich da auf einer Party nun rausfiltern, wen ich ignorieren sollte und wen nicht? Das sind ja Dinge, die man, wenn überhaupt, erst spät erfährt.

    Es geht um den Gedanken dahinter.

    Das ist ein Ansatz in der Verhaltenstherapie: Verhalten, Gedanken, Gefühle beeinflussen sich gegenseitig. Gefühle sind schwer zu ändern. Aber über eine Änderung des Verhaltens und/oder der Gedanken ändert sich das ganze System.
    Verhaltensänderung: Versuchen selbst weniger ambivalent zu sein vlt.? Und schneller zu gehen, wenn ich merke, da ist jmd. ambivalent? Wobei mir letzteres schon wieder zu spät erscheint.
    Gedankenänderung: Männer wollen nicht alle schnell Sex? Es wird sich auch mal jmd. in dich verlieben, in den du verliebt bist?
    Im anderen Thread schrieb ich ja schon von diesem einen Buch. Und eine Frage dort ist "Ich möchte
    (in puncto Partnerschaft) erreichen?"
    Also sollte ich weg von dem Gedanken "ach wird eh nix, mich wird nie jemand so lieben, wie ich bin!" hin zu "ich werde es auch mal erleben, dass ich in jmd. verliebt bin UND der dann auch in mich! Es wird NICHT so ambivalent sein, nicht so furchtbar kompliziert. Ich werde eine tolle, erfüllende Partnerschaft haben" usw. usf.

  11. Member Avatar von archenstone
    Registriert seit
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Hm, aber da wird ja ursprünglich geraten, die Männer, die man "attraktiv" findet zu ignorieren. Ich finde selten mal jemanden "attraktiv" und dann soll ich genau den links liegen lassen und mich solchen offen zeigen, die ich unattraktiv finde, in der Hoffnung, ich finde den dann doch noch attraktiv irgendwann?
    Oder heißt es nur, auch offen für solche zu sein, die man weniger/nicht so sehr attraktiv findet?
    "Offen sein" ist ein guter Punkt. Ich würde diesen Party-Tipp gar nicht unbedingt als Anleitung zum Kennenlernen verstehen. Selbst wenn jeder Mensch, den ich gut finde, ein ungeeigneter Partner ist, ist deswegen nicht jeder Mensch, den ich unattraktiv finde, automatisch ein super Partner. Das wäre tatsächlich bedingungslos.

    Ein großes Problem bei diesem "es ist etwas GANZ besonderes"-Gefühl ist, dass es so ohnmächtig macht. So abhängig. Entweder ich bleibe in den Gefühlen für diesen einen Menschen stecken, oder es gibt einfach niemanden, der mir das geben kann. Pech gehabt, Leben in Einsamkeit. Oder zumindest, bis wieder so ein Gefühl unvorhergesehen und ohne meinen Einfluss über mich hereinbricht.

    In die Richtung geht auch, was du beschreibst:

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Und WENN ich mal wieder verliebt bin, ist das so was seltenes, dass ich das erst mal nicht wieder aufgeben möchte.
    Ist ja erst mal ein gesunder Reflex. Aber wenn daraus immer wieder solche ambivalent-unbefriedigenden Geschichten werden, dann hat das möglicherweise was mit dem eigenen Verhalten zu tun. Dann kannst du irgendwas an dem Verhalten ändern und gucken, was passiert, ob sich in dem Erleben was ändert. Im Rahmen des Beispiels: Auf eine Party gehen und nicht mit den Männern reden, die sonst deinem Schema entsprechen.

    Klar, da kann so was rauskommen:

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Witzig auch "Unterhalten Sie sich mit den anderen." haja, da muss ja erst mal ne Unterhaltung angezettelt werden. Für verschlossene, schüchterne, distanzierte ja die erste und vermutlich größte Hürde.
    Das ist doch schon mal eine Erkenntnis. Vielleicht ist das Problem nicht die falschen Menschen kennen zu lernen, sondern dass es schwierig ist, überhaupt mit Menschen in Kontakt zu kommen. Vielleicht funktioniert es, in Kontakt zu treten, aber nicht in dem Setting einer Party mit vielen unbekannten Männern (und wie viele Beziehungen entstehen überhaupt auf Partys?). Vielleicht ist das Problem ganz woanders.

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Mein Muster: Den Typen i.d. ich mich verliebte war v.a. eines gemeinsam: sie waren v.a. ambivalent. Es war so ein Katz- und Maus-Spiel, war ich zugewandt, verloren sie das Interesse, waren sie zugewandt, verlor ich es bzw. loderte es wieder auf, wenn sich abgewandt wurde.
    Moment, wenn du verliebt bist, willst du das (aus Prinzip) nicht wieder aufgeben, aber sobald der andere zugewandt ist, geht es dann doch? Das ist ja unpraktisch.

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Alle hatten also irgendwie ein Problem mit Bindung und irgendwie ein problematisches Elternhaus oder zumindest eine problematische Beziehung zum Vater. Was mir alles sehr ähnlich ist.
    Das war die Gemeinsamkeit, sonst waren die sehr unterschiedlich, auch optisch.
    Und wie soll ich da auf einer Party nun rausfiltern, wen ich ignorieren sollte und wen nicht? Das sind ja Dinge, die man, wenn überhaupt, erst spät erfährt.
    Ja, das ist wieder das mit den Red Flags, die man erst hinterher sieht. Oder erst hinterher als solche erkennt. Oder vielleicht sogar original gut fand. Vertraut. Ähnlich.

    Was mich von dem Mann, in den ich zuletzt verliebt war, so abhängig gemacht hat, war der Gedanke: Ich verdiene es ja nicht besser. Nicht so ausformuliert, aber darauf lässt es sich runterbrechen. Ich habe lange gesehen, dass sein Verhalten nicht nett ist (und wie gut komme ich mit "netten Menschen" klar, ne...), dass er narzisstische Züge hat (kenne ich, habe ich auch), dass er sexistisch ist (dann bin ich wohl ganz alleine am Untergang des Feminismus schuld), dass sein Verhalten grenzwertig ist (aber so lange es unter der Nachweisgrenze liegt, was ist ihm vorzuwerfen), dass es mir nicht gut geht (hat unglücklich Verliebstsein so an sich, kein Wunder), und war trotzdem optimistisch gegenüber dem Leben und meiner eigenen sozialen Fähigkeiten, für mich passende Menschen zu finden. Bis ich den Aha-Moment hatte, der mich dazu gebracht hat, einen Schritt zurück zu gehen und das Gesamtbild zu sehen - und das überhaupt kein gutes Bild war. Selbst dann war das Gefühl, dass das der eine besondere Mensch ist, nicht instant weg. Das hat mich so umgekegelt, dass ich wieder in der Psychiatrie verschwunden bin, und das so akut, dass ich nicht wirklich therapierbar war. Ja, unglücklich verliebt zu sein ist immer scheiße, aber ich behaupte, so extrem muss man das nicht leben. Ich behaupte, Menschen mit einem besseren Selbstschutz, einem höheren Selbstwert, einer besseren Selbstregulation verletzen sich nicht so.

    Ich behaupte aber auch, dass es Leute mit deutlich schlechterem Selbstschutz und weniger Bereitschaft zur Selbsterkenntnis gibt als mich. Ich kann aus extrem wenig realen Ereignissen extrem viel Liebeskummer machen, jo, tolle Fähigkeit. Dafür habe ich nicht so viel reales Drama. Wenn ich an die ganzen Untreue-Dramen denke, die ich im realen Leben mitbekomme über die Jahre, und das als eine Person, die im Mitbekommen von Skandalen und Gerüchten eher schlecht ist, dann finde ich mich doch ziemlich harmlos.

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Verhaltensänderung: Versuchen selbst weniger ambivalent zu sein vlt.? Und schneller zu gehen, wenn ich merke, da ist jmd. ambivalent? Wobei mir letzteres schon wieder zu spät erscheint.
    Gedankenänderung: Männer wollen nicht alle schnell Sex? Es wird sich auch mal jmd. in dich verlieben, in den du verliebt bist?
    Nach meiner dysfunktionalen Beziehung 2014 war ein wichtiger Gedanke für mich: Ich bin mehr wert als das. Egal, wie hässlich ich bin. Kein Mensch hat das verdient. Ich bin ein Mensch. Kein Objekt. Ich bin mehr wert als das. - Das hat mein Verhältnis zu meinem Körper besser gemacht, und es hat mein Verhältnis zu Sex besser gemacht. Nur traue ich mich seitdem anscheinend nicht mehr, emotional zu investieren in jemanden, der nicht in die Kategorie "von Anfang an völlig unerreichbar" fällt.

    Das ist irgendwie crossposting mit dem Singleleben-Laber-Thread, aber: Es gibt auch Männer, denen es nicht um schnellen Sex geht. Es gibt heterosexuelle Beziehungen, die lange halten, und die nicht aus einer Sexgeschichte entstehen. Es gibt generell auch glückliche Beziehungen auf der Welt. Vergisst man manchmal über das ganze Problematisieren ^^ und es ist ok, Ansprüche zu haben. Wenn jemand schnellen Sex will, dann ist der halt nicht der, den du suchst? Ich glaube, da gibt es unmöglichere Kriterien.
    wtf momente

    Bei mir gibt es heute...
    Politische Bildung


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    Flughafen BER: Wird er mal...
    Schwanger 11/2015


  12. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Ein großes Problem bei diesem "es ist etwas GANZ besonderes"-Gefühl ist, dass es so ohnmächtig macht. So abhängig. Entweder ich bleibe in den Gefühlen für diesen einen Menschen stecken, oder es gibt einfach niemanden, der mir das geben kann. Pech gehabt, Leben in Einsamkeit. Oder zumindest, bis wieder so ein Gefühl unvorhergesehen und ohne meinen Einfluss über mich hereinbricht.
    Ich glaub das ist ein ganz wichtiger Punkt und aber auch etwas, wo man gut ansetzen kann.

    Warum braucht man dieses große Gefühl? Geht es vielleicht auch kleiner? Oder macht einen das dann unglücklich, weil man denkt wenn schon denn schon? Kann man akzeptieren, dass dieses große Gefühl nichts taugt, weil man weiß, dass man das eben nur bei Leuten hat, von denen man sich angezogen fühlt, weil sie toxische Strukturen bedienen, die man nur schwer durchbrechen kann oder gar nicht erst erkennt und denkt, das sei normal? Kann man das Glücksgefühl und die Bestätigung, die man aus solchen Gefühlen zieht, anders erreichen? Das ist ja immer so ein "this is all i need to feel alive"-Ding und das ist einfach das gefährliche daran.

    Und ganz wichtig ist eben auch dieser Schritt aus der Ohnmacht und Abhängigkeit, aus dem Gefühl, sich dagegen nicht wehren zu können. Liebe muss keine ominöse Macht sein, die von außen über einen hereinbricht und einen mitreißt. Liebe kann, so unromantisch das vielleicht klingt, auch eine Entscheidung sein. Für oder gegen jemanden. Man hat das sehr viel mehr in der Hand als man denkt. Gefühle hat man oder nicht, aber man kann entscheiden, wie man damit umgeht, auch wenn das ein sehr schwieriger Prozess ist und natürlich auch deutlich unromantischer als die Telenovela-Traumpaar-Blase, in der man mit den großen Gefühlen schwebt.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  13. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Liebe kann, so unromantisch das vielleicht klingt, auch eine Entscheidung sein. Für oder gegen jemanden. Man hat das sehr viel mehr in der Hand als man denkt.
    Absolute Zustimmung!

    Wobei ich sich zu entscheiden sogar ziemlich romantisch finde.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  14. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Gerade mein letzter Freund löste in mir immer wieder Gefühle und Gedanken aus, er wünscht sich eigentlich jemand, der ganz anders ist. Heute bin ich mir noch mal sicherer, dass es auch wirklich so war.
    Wobei es, glaube ich, weniger so war, wie du es beschreibst, also dass er diese Bedürfnisse und Wünsche auf mich projizierte, sondern durchaus erkannte, dass ich so nicht bin und dadurch ständig frustriert war.
    Ja, das war bei meinem Ex auch so, das hab ich vorher vielleicht missverständlich formuliert. Er war vor unserer Beziehung sehr lange unglücklich in mich verliebt (ich war vergeben) und hat sich in der Zeit halt so ein manic pixie dream girl-Bild von mir zusammengesponnen. In der Beziehung hat ihn dann eben "die Realität eingeholt" und er hat gesehen, dass ich dem nicht entspreche. Er hat daraus aber nicht den Schluss gezogen, dass er sich da wohl in was reingesteigert hat, sondern versucht, mich in die Richtung zu ändern und mir auch immer wieder andere Frauen als Beispiel vorgehalten (auf die er mit Sicherheit genausoviel projiziert hat).

    Sowas würde ich heute nicht mehr mitmachen, aber damals dachte ich halt, wenn es wirklich die große Liebe ist, dann muss ich mich dafür auch anstrengen und kämpfen.

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Umgekehrt wünschte ich mir auch vieles anders, weniger an seiner Person (und wenn da, dann eher elementares wie Zuverlässigkeit, Akzeptanz, Aufrichtigkeit, Interesse), als vielmehr wie ich mich fühle. Z.B. verliebt und angezogen.
    Da frag ich mich grad, was Du mit verliebt fühlen meinst. Generell Anziehung oder die ganz großen Gefühle wie im Kitschroman?

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Wie kann ich mir das konkret vorstellen? Also du lerntest jmd. kennen und dann bemerktest du, da wird was auf dich projiziert (wodurch merktest du das?), was nicht ist und entschiedst dich dann, den Kontakt sein zu lassen? Warst du da verliebt oder noch nicht? Ich stelle es mir nämlich schwer vor, wenn man bereits verliebt ist, die Gefühle wegzuschieben und quasi rational zu prüfen, was da eigentlich ist und danach zu entscheiden.
    Ich bin definitiv vorsichtiger geworden und hab schon wenn ich nur nen Crush auf jemanden hatte geschaut, ob das für mich im "echten Leben" überhaupt passen würde. Also ich hab erstmal eher bei mir angesetzt und meinen Typ hinterfragt und dabei eben auch versucht, die rosarote Brille abzusetzen, die mir sagt, dass es schon funktioniert, wenn die Gefühle nur stark genug sind.

    Ich hab dann allerdings auch schon recht schnell meinen Mann wiedergetroffen (wir kennen uns noch aus der Schule) und mich in ihn verliebt und kann daher gar nicht so viel dazu sagen. Wir kannten uns vorher schon gut und ich wusste, dass er nicht so ist.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  15. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Absolute Zustimmung!

    Wobei ich sich zu entscheiden sogar ziemlich romantisch finde.
    Ja, ich auch! Man entscheidet sich ja immer wieder neu füreinander, statt sich auf irgendwas zu verlassen, das von außen kommt.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  16. Junior Member
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ich glaub das ist ein ganz wichtiger Punkt und aber auch etwas, wo man gut ansetzen kann.

    Warum braucht man dieses große Gefühl? Geht es vielleicht auch kleiner?
    Ich fände das ganz schrecklich, sich bewusst dafür zu entscheiden, auf dieses große Gefühl zu verzichten.

    Wenn ich diese OMG-Gefühl für einen Menschen nicht habe, kann ich mich nicht auf eine Beziehung mit diesem Menschen einlassen, weil ich (ob bewusst oder unbewusst) immer weiter nach einem Menschen suchen würde, bei dem dieses Gefühl da ist.

    Ich finde dieses Gefühl ist das tollste Gefühl, was man haben kann. Man darf halt nur nicht davon ausgehen, dass das Gefühl allein hinreichend für eine gute Beziehung ist. Dazu braucht es noch mehr als das, und wenn "nur" dieses Gefühl da ist und sonst eher wenig passt, sollte man sich das bewusst machen und weitersuchen. Aber notwendig finde ich das Gefühl schon (für mich jedenfalls).

  17. Junior Member
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Absolute Zustimmung!

    Wobei ich sich zu entscheiden sogar ziemlich romantisch finde.
    Finde ich zum Beispiel gar nicht. Für mich hat Liebe 100% mit meinem Gefühl zu tun und auf diesem Gefühl basiere ich meine Entscheidungen.

  18. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Auch wenn Du wüsstest, dass Du dieses riesengroße Gefühl nur bei Menschen hast, die Dir nicht gut tun?
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  19. Junior Member
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Auch wenn Du wüsstest, dass Du dieses riesengroße Gefühl nur bei Menschen hast, die Dir nicht gut tun?
    Ich glaube, dass man das meistens nicht pauschal so sagen kann.

    Also ich glaube schon, dass es sein kann, dass man das Gefühl oft bei Menschen hat, die einem nicht gut tun, aber meine Reaktion auf diese Erkenntnis wäre, dass ich dann, so bald ich merke, dass es wieder so einer ist, versuche schnell damit abzuschließen und stattdessen weitersuche, bis ich jemanden finde, bei dem ich das riesengroße Gefühl habe und der Mensch auch wirklich zu mir passt.

    Und in der Zwischenzeit mir überlegen was ich wirklich möchte, weil ich denke, dass sich dann mit der Zeit auch auch die Personen ändern werden, bei denen ich dieses große Gefühl haben werde. Je besser ich verstehe, was ich möchte, desto eher werde ich das Gefühl bei einer solchen Person bekommen, die mir das auch geben kann. Hoffe ich zumindest

    Mit weniger als dem riesengroßen Gefühl könnte ich mich nie zufrieden geben.

  20. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Aber seid ihr da nicht wieder am Punkt „es muss schmerzen um was richtig großes zu sein“?
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

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