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  1. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Ich zum Beispiel will dieses OMG- Gefühl gar nicht, weil es mir zu wenig Raum für Anderes lässt. Für mich ist das in erster Linie ein sehr lautes Gefühl, nicht zwangsläufig "größer".
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  2. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Ich zum Beispiel will dieses OMG- Gefühl gar nicht, weil es mir zu wenig Raum für Anderes lässt. Für mich ist das in erster Linie ein sehr lautes Gefühl, nicht zwangsläufig "größer".
    Ja, das seh ich inzwischen auch so.

    Und ich sag gar nicht, dass jede/r dieses Gefühl nur bei Menschen hat, die einem nicht gut tun. Ich glaub nur, dass es eben viele Menschen gibt, die da etwas suchen/kompensieren, das ihnen fehlt und da kann es dann auf Dauer im besten Fall frustrierend und im schlimmsten Fall gefährlich sein, zu 100% aufs Gefühl zu vertrauen, weil es einen dahin führt, wo man besser wegbleiben sollte.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  3. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Es ist ja auch nicht so, als wären keine Gefühle da, wenn man nicht OMG hat.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  4. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Eben. Und das muss eben auch nicht weniger intensiv sein, nur weil es nicht OMG ist. Nur empfindet man das vielleicht erst nicht so, wenn man immer auf OMG wartet.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  5. Addict Avatar von ningun
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Was genau meint ihr mit OMG-Gefühl? Ich kenne nur unerfüllte Verliebtheit und Partnerschaft ohne Verliebtheit (also ja, auch fehlende Anziehung, keine Lust, den anderen zu küssen).
    Oder einfacher gesagt: Verliebt oder nicht verliebt.
    Verliebt kann ich gar nicht unbedingt noch mal differenzieren in wenig, stark, sehr stark verliebt oder so. Klein und groß. Bei mir ist es halt da oder nicht da. Was wäre in so einem Fall dann das "kleinere Gefühl"?
    Es gab nur Verliebtheiten, die schneller verblassten als andere, aber während der Zeit, in der ich mich verliebt fühlte...nun, ich glaube, das fühlte sich immer ziemlich gleich intensiv an.

    Der Unterschied war eigentlich nur, dass ich bei manchen schneller und länger fixiert war als bei anderen, bei manchen das Katz-Maus-Spiel aus wollen und nicht-wollen länger mitgemacht habe, also bei anderen. Und erst dadurch erschien mir das eine vlt. größer als das andere - ich weiß es nicht genau.
    Ich kann auch nicht unbedingt zwischen verliebt, verknallt und schwärmen unterscheiden. Außer dass schwärmen vlt. eher was heimliches aus der Ferne ist.

  6. Urgestein Avatar von durga
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Ich muss sagen, dass ich schon unterschiedlich starke Verliebtheit als "Ausgangswert" kenne. Und durch viel Erfahrung hab ich mich umkonditioniert, dass die Intensität nicht zunimmt, wenn vom Anderen nichts kommt.

  7. Junior Member
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Ich muss sagen, dass ich schon unterschiedlich starke Verliebtheit als "Ausgangswert" kenne. Und durch viel Erfahrung hab ich mich umkonditioniert, dass die Intensität nicht zunimmt, wenn vom Anderen nichts kommt.
    Bei mir ist es entweder richtig starke Verliebtheit oder gar keine Verliebtheit. Wahrscheinlich ist es für mich deshalb so schwer vorstellbar, auf das ganz große Gefühl verzichten zu können, weil das für mich momentan bedeuten würde, gar keines mehr zu haben. Vielleicht merke ich die Verliebtheit aber auch erst spät, erst dann wenn sie richtig knallt ... keine Ahnung...

    Die Umkonditionierung von der du sprichst ist super wichtig, finde ich!
    Wobei bei mir die krasse Verliebtheit bisher immer schon vorher da war - also bevor der andere überhaupt die Chance hat, dass etwas von ihm kommt oder auch nicht kommt die ist dann auch nicht stärker geworden, wenn vom anderen nix kam, sondern gleichbleibend hoch geblieben

  8. Urgestein Avatar von durga
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Von der Entscheidung, der Einsicht zu folgen, dass es gut wäre, eben nicht mehr reinzugehen, wenn von dem Anderen nichts kommt oder er vergeben ist, bis ich wirklich den Effekt merkte, dass es sofort automatisch so geht, sind schon auch ein paar Jahre vergangen, mittlerweile bin ich 34...

  9. Addict Avatar von ningun
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Ich muss sagen, dass ich schon unterschiedlich starke Verliebtheit als "Ausgangswert" kenne. Und durch viel Erfahrung hab ich mich umkonditioniert, dass die Intensität nicht zunimmt, wenn vom Anderen nichts kommt.
    Und wie sind da die Unterschiede? Wie nimmst du sie wahr?
    Wie lief dies Umkonditionierung ab?

  10. Addict Avatar von ningun
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von BrooklynGirl Beitrag anzeigen
    Bei mir ist es entweder richtig starke Verliebtheit oder gar keine Verliebtheit. Wahrscheinlich ist es für mich deshalb so schwer vorstellbar, auf das ganz große Gefühl verzichten zu können, weil das für mich momentan bedeuten würde, gar keines mehr zu haben. Vielleicht merke ich die Verliebtheit aber auch erst spät, erst dann wenn sie richtig knallt ... keine Ahnung...
    Ist bei mir ähnlich. Verliebt/verknallt oder nicht verliebt/verknallt. Oder schwärmen (also heimlich aus der Ferne).
    Wobei mir grad auffällt, dass ich vlt. doch auch Unterschiede im Grad der Verliebtheit wahrnehme. Und zwar, ob ich ein warmes Gefühl im Bauch habe oder nicht, bei den Schwärmereien hatte ich das schon mal nicht und auch nicht bei allen, in die ich verliebt oder verknallt war. Ich glaube mich daran zu erinnern, das warme Gefühl nur selten zu haben (gerade erinnere ich mich sogar nur an einen Mann mit de mich das häufiger hatte, aber auch an ein einziges Mal mit dem letzten Freund), sonst war es bei Verliebtheit immer flau im Magen und ohnehin alles mit Aufregung und irgendwie negativem Stress verbunden. So gute-Laune-Verliebtheiten gabs eher selten, was ich darauf zurückführe, dass es so ambivalent war bzw. ich vlt. sogar spürte, das wird nix.

    Ich kann mich halt nicht so genau erinnern und das was ich erinnere ist halt etwa so, wie eben geschildert.

  11. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Mir geht es so, dass es sich intensiver anfühlt, wenn es eine unglückliche oder unsichere Liebe ist. Was bei mir dann eher nicht dafür spricht, nur die sich am intensivsten anfühlende Verliebtheit als "echt" einzuschätzen

  12. Addict Avatar von ningun
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Na super, wenn man eh nur unglückliche (=unerwiderte)) Verliebtheiten kennt und keine glückliche (=erwiderte)

  13. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Oh, da haben wir ja ein Spektrum an individuellen Unterschieden aufgetan.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Warum braucht man dieses große Gefühl? Geht es vielleicht auch kleiner? Oder macht einen das dann unglücklich, weil man denkt wenn schon denn schon?
    Mein Problem ist ja nicht das große Gefühl. Sondern das unbeeinflussbare, besondere. Das "Du wirst nie wieder jemanden treffen, der so ist, und vielleicht einmal in zehn Jahren jemanden, der auf eine andere Art so einzigartig besonders ist"-Gefühl. Für mich ist Verliebtsein nicht 0 oder 1.

    Wenn es wirklich 0 ist, dann bringt mir das nichts, dann will ich auch keine Beziehung. Da bin ich bei Brooklyn:

    Zitat Zitat von BrooklynGirl Beitrag anzeigen
    Wenn ich diese OMG-Gefühl für einen Menschen nicht habe, kann ich mich nicht auf eine Beziehung mit diesem Menschen einlassen, weil ich (ob bewusst oder unbewusst) immer weiter nach einem Menschen suchen würde, bei dem dieses Gefühl da ist.
    Erstens das und zweitens geht mir jemand, in den ich nicht verliebt bin, der sich aber so verhält, als könne er das selbstverständlich voraussetzen, doch innerhalb kürzester Zeit auf die Nerven? Und warum sollte ich überhaupt mit einem Menschen zusammen sein, wenn es für diesen einen bestimmten Menschen keinen Grund gibt? Weil der gerade da ist? Weil "Irgendjemanden muss ein Mädchen heiraten"? Wie so 'ne Nebenfigur bei "Vom Winde verweht" oder "Stolz und Vorurteil". Dazu habe ich keine Motivation, Single zu sein macht mir für sich genommen keinen Leidensdruck. Liebeskummer macht Leidensdruck. Mit jemandem eine wie auch immer geartete Connection zu haben - oder die Illusion einer solchen zu haben - und dann Angst zu haben, die zu verlieren, unter Menschen einsam zu sein. Das ist gruselig.

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Oder einfacher gesagt: Verliebt oder nicht verliebt.
    Verliebt kann ich gar nicht unbedingt noch mal differenzieren in wenig, stark, sehr stark verliebt oder so. Klein und groß. Bei mir ist es halt da oder nicht da. Was wäre in so einem Fall dann das "kleinere Gefühl"?
    Für mich ist das total unterschiedlich. Jedes Verliebtsein, jeder Liebeskummer, jeder "Ich bin nicht verliebt, weil nur Teile der Definition erfüllt sind"-Zwischenzustand. Als ich 2015 total verknallt war in den unerreichbarsten Menschen ever, da war ich viel euphorischer, nervöser, schwärmerischer als letztes Jahr. Ich war auch mal in eine Frau verknallt (mit Schmetterlingen!), die ich überhaupt nur an zwei Abenden getroffen habe und dann nie wieder gesehen. Bei dem Menschen, mit dem ich von 2017 bis Anfang diesen Jahres gearbeitet habe, hat das viel länger gedauert. Da gab es diese typische Verknalltheit nicht so deutlich - wohl auch, weil ich die ganze Zeit wusste, dass das 'ne schlechte Idee ist. Das Gefühl war viel ruhiger. Die Interaktion nicht, die war hektisch. Und die Wirkung auf mich war nicht gut. Der bringt mich dazu, Verhalten hinzunehmen, was ich nicht gut finden will, der macht mich zu einem Menschen, der ich sonst nicht bin. Aber dass und wie sehr ich auf Drogen bin (war?), habe ich erst gemerkt, als ich auf Entzug war. Das lief nicht so bewusst ab vorher.

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Ich zum Beispiel will dieses OMG- Gefühl gar nicht, weil es mir zu wenig Raum für Anderes lässt. Für mich ist das in erster Linie ein sehr lautes Gefühl, nicht zwangsläufig "größer".
    Wie laut das Gefühl ist, ist bei mir offenbar nicht der Indikator. Das Verknalltsein an sich mag ich sogar ganz gern. Auch wenn es in der Folge Scherereien ohne Ende macht. Das ist eine Variante von "den Moment genießen", und das fällt mir allgemein schwer. Ich muss immer denken.

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Aber seid ihr da nicht wieder am Punkt „es muss schmerzen um was richtig großes zu sein“?
    Nö, das ist auch Blödsinn. Was mir wichtig ist, nicht nur in romantischen Beziehungen: Es muss Probleme geben dürfen. Menschen mit großem Harmoniebedürfnis passen nicht zu mir.

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Mir geht es so, dass es sich intensiver anfühlt, wenn es eine unglückliche oder unsichere Liebe ist. Was bei mir dann eher nicht dafür spricht, nur die sich am intensivsten anfühlende Verliebtheit als "echt" einzuschätzen
    Ja, "intensiv" ist ein gutes Wort dafür. Wenn die eigenen Gefühle nicht sicher sind, wenn die Signale des Gegenübers uneindeutig oder komplett widersprüchlich sind. Wenn Unsicherheit selbst ein Teil der Situation ist. War es nicht so, dass sich Menschen eher verlieben, wenn sie jemandem auf einer schwankenden Hängebrücke begegnen?

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Ich muss sagen, dass ich schon unterschiedlich starke Verliebtheit als "Ausgangswert" kenne. Und durch viel Erfahrung hab ich mich umkonditioniert, dass die Intensität nicht zunimmt, wenn vom Anderen nichts kommt.
    Ja, das kenne ich auch. Wie stark ich das Gefühl lebe, hat schon damit zu tun, wie viel ich zulasse. So richtig verliebt war ich, wenn ich das aus irgendeinem Grund gebraucht habe zu der Zeit.

    Aber für mich ist das nicht so sehr eine Frage von Stärke. Es keine Frage von 0 oder 1, aber es ist auch nicht nur eine Skala von 0 bis 9, anhand der sich jede Situation/Beziehung/Gefühl katalogisieren lässt. Vielleicht war das eine nur eine 3 und das andere eine 8. Aber vielleicht ist dies eine rote 1 und das eine grüne 1, welches Gefühl ist jetzt stärker? Macht es überhaupt einen Unterschied, ob etwas eine 1 oder eine 9 ist, wenn ein Gefühl auftaucht, das gar nicht in dieses Zahlenschema passt? Manche Gefühle sind nämlich so 'ne Zwei Ziehen - Aussetzen. Die sind nicht mal zwingend größer oder auffälliger als die rote 9, aber sie hauen mich aus dem Spiel und halsen mir unfair viel Ballast auf.

    (Und darum, liebes Forum, mag ich Menschen mit krudem Humor. Weil mein Kopf solche Vergleiche produziert. Ich mache Flachwitze, wenn ich nicht mal vorhabe, lustig zu sein.)
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  14. Urgestein Avatar von durga
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Und wie sind da die Unterschiede? Wie nimmst du sie wahr?
    Naja, es gibt ein bisschen Wow und es gibt mehr Wow und es gibt viel Wow. Das kann sich sozusagen verschieden zusammensetzen, grob gesagt entweder, indem viele Punkte ziemlich gut passen oder ein paar extrem gut oder gar viele extrem gut. Und ein Punkt ist natürlich auch die Biochemie und die ist ja auch nicht null oder eins.


    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Wie lief dies Umkonditionierung ab?
    Der Startpunkt war schon die Entscheidung, bei vergebenen Typen den Rückwärtsgang einzulegen, mich da nicht mehr einzulassen (also, schon in meinen Gedanken und Gefühlen, richtig was gelaufen ist nie was, aber ich hatte eine sehr lange Geschichte mit einem). Wie genau das dann gelaufen ist, weiß ich nicht, aber z.B. war ich mal ziemlich verknallt in einen vergebenen Kommilitonen und er augenscheinlich auch in mich und ich hatte zeitweise Hoffnung, dass er sich für mich entscheidet und als das dann nicht so war, hatte ich wirklich das Gefühl als würde mein Inneres die Hände mit gespreizten Fingern hochreißen wie jemand, der beim Fußball eines Fouls bezichtigt wird, und rückwärts wegspringt.
    Danach war das dann immer schon mehr oder weniger ausgeprägt so, wenn ich mitgekriegt hab, dass der nette Typ, den ich gerade kennengelernt hatte, vergeben ist.

  15. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Mir geht es so, dass es sich intensiver anfühlt, wenn es eine unglückliche oder unsichere Liebe ist. Was bei mir dann eher nicht dafür spricht, nur die sich am intensivsten anfühlende Verliebtheit als "echt" einzuschätzen
    Ja, genau das kenne ich eben auch. Das ist immer so ein bisschen dieses Ding, dass man genau das haben will, was man nicht so richtig haben kann.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  16. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Wenn es wirklich 0 ist, dann bringt mir das nichts, dann will ich auch keine Beziehung.
    Aber ich glaub da sind wir uns doch alle einig, oder? Eine Beziehung einzugehen, ohne Gefühle zu haben, kann ich mir auch absolut nicht vorstellen. Das würde nicht funktionieren.

    Für mich ist es aber zB so, dass die Gefühle für meine erste große Liebe und meinen Ex wie ein riesiger Wasserfall waren und die Gefühle für meinen Mann sind eher wie ein sehr tiefer und ruhiger See. Wasser ist bei beiden jede Menge vorhanden, aber ersteres ist halt auf den ersten Blick viel spannender und spektakulärer und kann sich deshalb erstmal besonderer anfühlen. Schwimmen möchte ich darin aber nicht mehr, nachdem ich mir dabei mehrmals sämtliche Knochen gebrochen hab. Und das war eben eine sehr bewusste Entscheidung, dass ich keine ungesunde Beziehung mehr will, auch wenn es sich nach was ganz großem und besonderem angefühlt hat. Im Endeffekt ist die Beziehung zu meinem Mann auch sehr viel besonderer, aber um das sehen zu können, musste ich wohl auch erstmal ein paar Mal den Wasserfall runterfallen.

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Mein Problem ist ja nicht das große Gefühl. Sondern das unbeeinflussbare, besondere. Das "Du wirst nie wieder jemanden treffen, der so ist, und vielleicht einmal in zehn Jahren jemanden, der auf eine andere Art so einzigartig besonders ist"-Gefühl.
    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Die sind nicht mal zwingend größer oder auffälliger als die rote 9, aber sie hauen mich aus dem Spiel und halsen mir unfair viel Ballast auf.
    Das klingt ehrlich gesagt alles sehr passiv und so, als hättest Du darauf null oder zumindest kaum Einfluss. Also klar, wen man trifft, ist wohl weniger zu beeinflussen, aber wie man damit umgeht eben schon und ich hab das Gefühl, dass Du glaubst, dass Du gar nichts dagegen machen kannst und Dich dem quasi ergeben musst (und vielleicht auch willst)?

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    So richtig verliebt war ich, wenn ich das aus irgendeinem Grund gebraucht habe zu der Zeit.
    Das ist halt der Punkt, an dem ich mal ansetzen würde. Ich kenne das auch, das ist immer ne gute Möglichkeit zur Realitätsflucht (Stichwort maladaptive daydreaming), aber ich finde das lähmt einen auch bzw. schränkt einen ein. Und irgendwie bewegt sich dadurch ja auch nichts. Das ist ja keine Grundlage, auf der man tatsächlich ne gesunde Beziehung aufbauen kann, weil einfach alles so mit Erwartungen überladen ist, dass das gar nicht funktionieren kann.

    Und da ist dann eben die Frage, warum man dieses Drama braucht. Woher kommt das, was tut das für einen?
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  17. V.I.P. Avatar von felissi
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    poppyred der vergleich wasserfall & see ist superschön!
    das einzig beständige im leben ist die veränderung

  18. Regular Client Avatar von Hippiekind
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von felissi Beitrag anzeigen
    poppyred der vergleich wasserfall & see ist superschön!
    Finde ich auch! Sehr passend.
    "Wäre es nicht schön, wenn der Frankfurter Zoo ein Wombat-Pärchen erwerben könnte?
    Ich kann mich an diese freundlichen und rundlichen Tiere mit viel Identifikation aus meiner Kindheit
    erinnern und wäre sehr froh, wenn ich sie wiedersehen dürfte. [...]
    Und schließlich, wie steht es mit den Zwergnilpferden, die es einmal in Berlin gab?"

    (T. W. Adorno, Brief an den Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek vom 23.04.1965)

  19. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  20. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Das klingt ehrlich gesagt alles sehr passiv und so, als hättest Du darauf null oder zumindest kaum Einfluss. Also klar, wen man trifft, ist wohl weniger zu beeinflussen, aber wie man damit umgeht eben schon und ich hab das Gefühl, dass Du glaubst, dass Du gar nichts dagegen machen kannst und Dich dem quasi ergeben musst (und vielleicht auch willst)?
    Ich glaube, was meine Beiträge so konfus macht: ich glaube da mehrere, einander widersprechende Wahrheiten. Die gefühlte Realität ist, dass mir "so was" nicht dauernd passiert, deutlich seltener als Verliebtsein im allgemeinen. Würde ich doch mitkriegen, wenn es anders wäre. - Die Vernunft kann dennoch analytisch rausarbeiten, dass diese Geschichte nicht einfach so "passiert" ist. Dass ich mich besser hätte schützen können. Dass es Gründe gibt, warum gerade dieser Charakter, dieses Verhalten bei mir so anschlägt.

    Aber ich glaube auch nicht, dass man gegen Liebeskummer oder Drama oder narzisstische Verstrickungen völlig immun sein kann. In einer Liebesbeziehung würde ich mir (inzwischen) nicht (mehr) halb so viel Blödsinn bieten lassen. Aber in einem Kontext, in dem ich mit solchen Red Flags nicht rechne - von jemandem, der de facto in der Position ist, mir Vorschriften zu machen - in einem Job, auf den ich aus Gründen recht angewiesen war (und eigentlich jetzt noch wäre) - ist das halt dumm gelaufen. Hinfallen, Aufstehen, Verhaltensanalyse schreiben, weiter gehen. Für diese Art von Situation weiß ich es jetzt besser.

    Worauf ich mit dem Uno-Karten-Vergleich hinauswollte: Es muss sich nicht groß oder laut anfühlen, um dysfunktional zu sein.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Und da ist dann eben die Frage, warum man dieses Drama braucht. Woher kommt das, was tut das für einen?
    Oh, das ist eine Frage. Die setzt ja erst mal das Eingeständnis voraus, dass man das Drama nicht bloß in Kauf nimmt, sondern es ein essentieller Bestandteil dessen ist, was man da will und lebt.

    Was mir spontan einfällt:
    1. Versuche, das Drama in den Griff zu kriegen, machen alles noch schlimmer (noch mehr analysieren, noch mehr nachdenken).
    2. Drama produziert Aufmerksamkeit
    a) von dem Menschen, den ich toll finde und
    b) von Dritten, Außenstehenden.
    -> Das ist wieder ein Selbstwert-/Selbstbild-/Kindheits-Ding, wenn ich schon nicht liebenswert bin, dann bin ich wenigstens schwierig.
    3. Drama gibt mir die Bestätigung, dass das "was sein" muss, weil Liebe "so ist" in der kollektiven Vorstellung. Und dafür finde ich überall Bestätigung, wenn ich will.
    4. Die Art und Weise des Dramas interagiert mit bei mir vorhandenen Triggern: Verletzungen, Coping-Mechanismen, verdrängten Wünschen. Macht Gefühle, die ich nicht einordnen kann (gehe zu Punkt 1), gibt mir das Gefühl, dass es an mir liegt - dass ich bekloppt bin -, weil ich so jemanden gut finde. Wenn ich aber die "Schuldige" bin, wie finde ich da noch heraus?

    Das sind bestimmt nicht alle (meine, geschweige denn alle möglichen) Gründe. Aber schon an den paar Gedanken wird offensichtlich: Stabile Beziehung geht anders.
    wtf momente

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