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  1. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von felissi Beitrag anzeigen
    poppyred der vergleich wasserfall & see ist superschön!
    Finde ich auch!
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  2. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Aber ich glaube auch nicht, dass man gegen Liebeskummer oder Drama oder narzisstische Verstrickungen völlig immun sein kann.
    Nein, das glaub ich auch nicht. Man kann nur versuchen, etwas bedachter zu handeln und sich - Gefühle hin oder her - nicht Hals über Kopf in Sachen zu stürzen, die einem nicht gut tun. Aber das ist ein langer Prozess.

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Worauf ich mit dem Uno-Karten-Vergleich hinauswollte: Es muss sich nicht groß oder laut anfühlen, um dysfunktional zu sein.
    Aber Du hast ja schon gesagt, dass es immer sehr intensiv ist. Das wär für mich im Prinzip das Gleiche wie groß oder laut.

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Oh, das ist eine Frage. Die setzt ja erst mal das Eingeständnis voraus, dass man das Drama nicht bloß in Kauf nimmt, sondern es ein essentieller Bestandteil dessen ist, was man da will und lebt.
    Ich glaube dass das tatsächlich so ist und man da nicht einfach so immer wieder reinrutscht, Du sagst ja selbst auch weiter unten, dass das bei Dir sehr viel triggert. Passend dazu: klick

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Versuche, das Drama in den Griff zu kriegen, machen alles noch schlimmer (noch mehr analysieren, noch mehr nachdenken).
    Ich glaube, dass in den Griff kriegen auch nicht die Lösung ist. Also nicht wenn das meint, dass man einseitig versucht, die Beziehung zu verbessern und/oder die andere Person von irgendwas zu überzeugen. Wie war das noch: diejenigen, die sich am meisten dagegen wehren, wenn Du Grenzen setzt, sind diejenigen, die am meisten davon profitieren, dass Du keine hast. Die werden also jeden Versuch, das Drama zu beenden, sabotieren, bewusst oder unbewusst. Je mehr man versucht, da irgendwas zu ändern, desto schlimmer wird das Drama. Zumindest meiner Erfahrung nach. Das schaukelt sich immer weiter hoch.

    Ich hab mich früher immer gefragt, warum ich mich bemühe und bemühe und alles nur schlimmer statt besser wird, aber inzwischen weiß ich, dass man da eigentlich nur aussteigen kann. Entweder komplett durch Kontaktabbruch oder wenn das nicht möglich ist dadurch, dass man nicht auf Trigger anspringt. Das ist wahnsinnig schwierig und ich schaff das auch nicht immer, aber es ist mMn der einzige Weg. Denn das ist ja genau der Mechanismus, mit dem toxische Beziehungen funktionieren: man triggert die andere Person zu heftigen emotionalen Reaktionen. Wenn man die Reaktionen nicht mehr liefert, nimmt man die Spannung raus.

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Drama gibt mir die Bestätigung, dass das "was sein" muss, weil Liebe "so ist" in der kollektiven Vorstellung. Und dafür finde ich überall Bestätigung, wenn ich will.
    Ja, das ist definitiv ein großes Problem. Deshalb find ich zB Twilight oä auch so schlimm. Nicht weil das Teenie-Romanzenquatsch ist (das mag ich selbst auch gerne), sondern weil toxische Beziehungen romantisiert werden. Das wird einem ja von klein auf so eingehämmert.

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Das ist wieder ein Selbstwert-/Selbstbild-/Kindheits-Ding, wenn ich schon nicht liebenswert bin, dann bin ich wenigstens schwierig.
    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Die Art und Weise des Dramas interagiert mit bei mir vorhandenen Triggern: Verletzungen, Coping-Mechanismen, verdrängten Wünschen.
    Das ist ein sehr wichtiger Punkt und einer, an dem man immer gut ansetzen kann und sollte, aber gleichzeitig auch einer, der sehr schwierig aufzuarbeiten ist. Das ist ja auch genau das, was der Screenshot, den ich weiter oben verlinkt hab, meint. Man sucht immer das bzw. fühlt sich hingezogen zu dem, was man kennt.

    Ich denke das schwierigste ist, den Weg zu gehen von "Die Verletzungen kamen von außen, also muss auch die Heilung von außen kommen" (was halt nicht funktioniert, wenn man dafür immer wieder Menschen aussucht, die einem statt zu helfen nochmal genau dieselben Verletzungen zufügen) nach "Ich kann mir selbst geben, was ich brauche". Also auch den eigenen Wert nicht mehr von anderen bestimmen zu lassen, sondern selbst zu wissen, was man wert ist.

    Das ist aber natürlich ein sehr schwieriger Schritt und es ist immer einfacher, in vertrauten Mustern zu bleiben, weil man die eben gut kennt und sich darin sicher fühlt. Diese (gefühlte) Sicherheit aufzugeben ist schon eine sehr große Herausforderung, weil sich das erstmal ganz falsch und vielleicht auch gefährlich anfühlt.

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Wenn ich aber die "Schuldige" bin, wie finde ich da noch heraus?
    Ich find den Begriff Schuld da schwierig...es ist ja eher die Schuld der toxischen Muster, die Du im Laufe der Zeit gelernt hast. Aber ansonsten ist es vielleicht auch ne wichtige Erkenntnis, dass der Ansatz auch neue Chancen bietet. Solange Du der Meinung bist, dass Dir das "einfach so" passiert und Du das nicht ändern kannst, kommst Du da ja erst recht nicht raus. Aber wenn es an Dir liegt, das zu ändern, dann kannst Du handeln. Du musst nicht passiv sein, sondern kannst aktiv werden. Man kann das also durchaus positiv sehen.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  3. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Erst:

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ich hab mich früher immer gefragt, warum ich mich bemühe und bemühe und alles nur schlimmer statt besser wird, aber inzwischen weiß ich, dass man da eigentlich nur aussteigen kann.
    Danke für diesen Satz!

    Das gilt in vielen Situationen. Kann ich auch auf meine Jobsituation von letztem Jahr anwenden, ohne die unglückliche Verliebtheit. Im Sommer in der Psychiatrie habe ich gesagt, "Mein Tropfen-Fass-Problem ist Liebeskummer", und natürlich habe ich meine Vorerkrankung nicht seit gestern. Aber neben dem war es ein klassischer Burn Out. - Es ist aus mehreren Gründen gut, dass ich da nicht mehr arbeite.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Aber Du hast ja schon gesagt, dass es immer sehr intensiv ist. Das wär für mich im Prinzip das Gleiche wie groß oder laut.
    Also eins der Dinge, die ich beim Aus-dem-Kopf-Schlagen dachte, war: Ich wäre gerne mal wieder so richtig verknallt. Normal, so wie ich es von mir kenne.

    Ob das alles so special besonders war, sei mal dahingestellt. Der ist mir in Wirklichkeit gar nicht so ähnlich. Ich würde bei der Geschichte trotzdem nicht von "immer" sprechen, so was hatte ich sonst nicht. Die Art der Verliebtheit, aber auch die Aufgabe, diesen Liebeskummer zu bewältigen. Mich aus so vielen unterschiedlichen Gründen schlecht zu fühlen, dass die eigentliche Ablehnung - dass der, den ich will, mich nicht will - in den Hintergrund gerät im Gemenge aus Hektik und Angst und schlechtem Gewissen und schlecht verdrängter erotischer Anziehung.

    Und trotzdem ist der Liebeskummer selbst immer noch traurig! Auch jetzt noch. Jetzt bin ich wieder in der Phase, die mir so bekannt ist: Ich war in jemanden verliebt, der Liebeskummer-Peak ist länger her, aber die Gefühle sind (immer! noch!) nicht komplett weg. Das geht bei mir nur sehr langsam.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ich glaube dass das tatsächlich so ist und man da nicht einfach so immer wieder reinrutscht, Du sagst ja selbst auch weiter unten, dass das bei Dir sehr viel triggert.
    Ja. Hm.

    Der Typ ist an manchen Stellen out of charcter für mich. Und an manchen Stellen denke ich nur, die Konstellation wäre untypisch. Ich habe nicht das Leben, das man bei einem Charakter vermuten würde, der in romantischen Dingen leicht zu verarschen ist. Ich fange nicht dauernd neue Beziehungen an, und ich habe keine jahrelange On-Off-Beziehung, und ich war auch nie die heimliche Affäre, die sich mehr davon verspricht. Ich bin halt im Normalfall immer allein ("im Normalfall immer", super Deutsch). Wenn ich der Typ dafür wäre, unschuldigen jungen Familienvätern nach Dienstschluss unmoralische Angebote zu machen, die Chance hätte ich ja gehabt. - Oder auch nur, mal zu fragen, ob er irgendwas sagen kann, was den Knoten in meinem Kopf auflöst. Dazu waren wir oft genug zufällig die letzten zwei Workaholics mit miesem Tagesrhythmus da.

    Hab' ich nicht gemacht, bin ich nicht der Typ. Ich glaube, fürs erfolgreiche Verfolgen unmoralischer Absichten fehlen mir da eh gewisse soziale Fähigkeiten. Aber es wäre bestimmt möglich, mich von der anderen Seite in so eine Situation hinein zu manipulieren ("Listen, I'm married and you're engaged, but if we don't bang, the world will literarry end - and did I mention I play the harp?"). Und dann wäre ich sehr wohl die Person, die den ganzen Schwachsinn glaubt, den jede Frau in der Situation glauben will. Dass es mit mir was ganz anderes ist und mit dem betrogenen Part schon lange nicht mehr gepasst hat, zum Beispiel. Dass es etwas ganz besonderes ist, und dass es das wert sein muss. Dass es auf irgendeinem kruden Level allein meine Schuld ist, was ich so nie wollte, aber das Bild von ihm unangekratzt bleibt. - Ich neige dazu, erst mal zu glauben, was die Leute mir erzählen. Jedenfalls, wenn es nicht komplett gegen meine eigene Wahrnehmung geht, und wenn ich verliebt bin, hey. Dann glaube ich ja schon, wenn er mir erzählt, dass ich in meinem Job richtig bin und dass er mich für schlauer hält als den gleichzeitig in der gleichen Position eingestellten Mitarbeiter, und esoterisches Zeug über das "Mindset", was er in meiner Bewerbung rausgelesen haben will. Dass er das ehrlich meint, was er sagt. Weil ich selber gerade nicht weniger esoterisches Zeug glaube.

    Gleichzeitig ist der Typ übelst stressig. Die Konstellation aus uns beiden auch. Ich denke, ich bin nicht so, ich stehe nicht auf jemanden, der so ist. Auf jemanden, der solche Macho-Allüren an den Tag legt, doch seit ich 15 war, nicht mehr (und ich stand auf viiieeele Leute in der Zwischenzeit), und auf jemanden, der für sich das Selbstverständnis hat, der Anführer einer Gruppe zu sein, tatsächlich noch nie. Ich sage immer, ich will keine Beziehung, in der mir jemand was verbietet, ich hab' 19 Jahre lang mit meiner Mutter zusammen gewohnt, die sich Sorgen machen "musste" (), wenn irgendwer ihren Kontrollbereich verlässt, das reicht. In meiner Exbeziehung oder auch in der komischen halben Beziehungserfahrung davor war ich auch so, die Person, der alles viel zu schnell zu viel wird. Aber wenn ich einmal verliebt bin und eine Beziehung sowieso nicht zur Debatte steht, dann hält es mich offenbar nicht ab, wenn er so Dinge sagt wie, "Dann spiele ich jetzt die Vorgesetzten-Karte, dann ist das ab jetzt auch deine Meinung." (Originalzitat.) Der relativ frei mit meiner Zeit und meinen Energieressourcen umgeht. Der es für eine voll normale Unterhaltung hält, wenn er mich bei jedem Satz, den er anfängt, unterbricht (ja, darauf hingewiesen hat er das auch eingesehen, aber...). - Und in alten Bym-Threads schreiben die Leute, wenn jemand einmal eine unfeministische Sache sagt, dann ist die Anziehung ganz von selbst weg. Ja. Funktioniert bei mir nicht. Aber dass ich so jemanden attraktiv finde, ist für sich genommen WTF.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Nein, das glaub ich auch nicht. Man kann nur versuchen, etwas bedachter zu handeln und sich - Gefühle hin oder her - nicht Hals über Kopf in Sachen zu stürzen, die einem nicht gut tun. Aber das ist ein langer Prozess.
    Ja. Mein Fail war, dass ich mich nicht in eine Beziehungsgeschichte gestürzt habe, sondern erst mal "nur" in einen Job. Dafür z.B. an einen Ort zu ziehen, wo man niemanden kennt, ist weniger ungewöhnlich. Ich hab' die Red Flags nicht kommen sehen.

    Und als ich sie gesehen habe, war ich schon so gefangen in einer Mischung aus formeller, gefühlter und emotionaler Abhängigkeit, da habe ich gedacht, ich kann nicht weg. - Und mal ehrlich, ich bin jetzt in einer relativ prekären Situation, gesundheitlich, sozial, im beruflichen Lebenslauf. Darum nerve ich ja Bym voll, weil mir die RL-Kontakte fehlen, und weil die Versuche, aus dem Nichts ein Real Life zu craften, wieder in sich zusammen fallen. Ja, das, was bis letzten Sommer war, wäre Grund genug gewesen, für mich selbst den Job Job sein zu lassen. (Bitte nicht zitieren: Ich war Azubi. Ich bin jetzt wieder arbeitslos ohne berufsqualifizierenden Abschluss. Und ja, im Nachhinein ist es höchst verwunderlich bis dezent creepy, wie sexualisiert der - unbewusst? - mit einer Mitarbeiterin umgeht, die ebenso gut 16 sein könnte. Seltsame Abhängigkeitsverhältnisse sind seltsam.)

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ich glaube, dass in den Griff kriegen auch nicht die Lösung ist. Also nicht wenn das meint, dass man einseitig versucht, die Beziehung zu verbessern und/oder die andere Person von irgendwas zu überzeugen. Wie war das noch: diejenigen, die sich am meisten dagegen wehren, wenn Du Grenzen setzt, sind diejenigen, die am meisten davon profitieren, dass Du keine hast. Die werden also jeden Versuch, das Drama zu beenden, sabotieren, bewusst oder unbewusst. Je mehr man versucht, da irgendwas zu ändern, desto schlimmer wird das Drama. Zumindest meiner Erfahrung nach. Das schaukelt sich immer weiter hoch.
    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Entweder komplett durch Kontaktabbruch oder wenn das nicht möglich ist dadurch, dass man nicht auf Trigger anspringt. Das ist wahnsinnig schwierig und ich schaff das auch nicht immer, aber es ist mMn der einzige Weg. Denn das ist ja genau der Mechanismus, mit dem toxische Beziehungen funktionieren: man triggert die andere Person zu heftigen emotionalen Reaktionen. Wenn man die Reaktionen nicht mehr liefert, nimmt man die Spannung raus.
    So viel emotionale Reife habe ich nicht. Es wäre gut, die zu lernen, sicher. Aber nicht ad hoc und nicht, wenn ich dabei noch leistungsfähig sein muss für etwas, woran mir tatsächlich liegt.

    Oder anders gesagt: Doch doch doch! Der muss das doch nur verstehen, nur die eine Sache, dann...! - Nee. Es wird nicht funktionieren. Zu viel Narzissmus, zu viel Verstrickung, um das mit Logik allein zu lösen.

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ja, das ist definitiv ein großes Problem. Deshalb find ich zB Twilight oä auch so schlimm. Nicht weil das Teenie-Romanzenquatsch ist (das mag ich selbst auch gerne), sondern weil toxische Beziehungen romantisiert werden. Das wird einem ja von klein auf so eingehämmert.
    Twilight ist mir egal, also für mich persönlich. Dass Romeo und Julia als Synonym für die wahre Liebe gelten, ist nicht Shakespeares Schuld. Die kollektive Vorstellung ist, was das jeweilige Fandom daraus macht. Pro-Tipp: Wenn man in einen Familienvater mit kleinen Kindern verliebt ist, dann sollte man sich zur Ablenkung nicht das "Game of Thrones"/"Das Lied von Eis und Feuer"-Fandom hernehmen. Auch wenn die Konstellation (Rhaegar und Lyanna) in der Folge nun nicht das ist, was man wollen will. Die YouTuber finden das alle sehr romantisch, tragisch, aber sehr romantisch.

    So, ich hoffe, das passt in ein Posting. Mehr zu Triggern folgt.
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  4. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Hey, ich musste das letzte Posting nur um 147 Zeichen kürzen! Kennt ihr diese Leute, die zu viel reden... Und jetzt stellt euch mal zwei von der Sorte vor. Wobei beide sehr schnell reden, in sehr langen Sätzen ohne erkennbare Atempausen. Erwähnte ich, dass die Konstellation stressig ist?

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Man sucht immer das bzw. fühlt sich hingezogen zu dem, was man kennt.
    Ja. Ein Gedanke:

    Ich erwähnte, dass es diesen Nice-Guy-Typen gab, der schrieb, alle Frauen stünden auf das und das und das und 1,90m groß, laber rhababer. Was in meinem Fall genau falsch ist, denn die eine optische Vorliebe, die ich habe, sind kleine Menschen. Bzw., Augenhöhe ähnlich meiner Augenhöhe. Ich behaupte immer, das hat was mit Blickkontakt zu tun.

    Über das Posting dachte ich mir, warum sind kleine Menschen oft so Giftzwerge? Dass Schönheit den Charakter verdirbt, ist so ein Klischee. Dass Menschen, die sich selbst für nicht so schön und nicht begehrt halten, häufig auf ganz ähnliche Weise verdorben agieren, kenne ich auch. Aber warum kleine Menschen? Dieser Nice-Guy-Typ. Und der, mit dem ich letztes Jahr zusammen gearbeitet habe. Da gab es die Situation, dass er sich über irgendwas aufgeregt hat (ursprünglich vielleicht zu Recht), sich voll reingesteigert hat, übertrieben wie üblich, damit gedroht, dass irgendwer irgendwen aus dem Fenster wirft, und den Satz (ernsthaft!) beendet hat mit: "...und ich bin größer als du!"

    Und ich, völlig unbeeindruckt und nur an dem rein naturwissenschaftlichen Faktum interessiert: "Sicher?"

    Ja, schon, ist er. Aber jemand, der mehr als 3cm größer wäre, würde das doch nicht sagen. Was soll das denn für ein Argument sein, welcher erwachsene Mensch... oh, zum Beispiel die Erwachsenen, die ich um mich hatte, als ich Kind war?

    Der Original-Giftzwerg in meinem Leben ist meine Mutter. Gemessen an der Welt der Erwachsenen ist sie klein, aber als ich klein war, war sie logischerweise größer als ich. Wir haben uns auf eine Art und Weise bekämpft, wo man sich fragen kann, ist das noch psychische Gewalt oder ist das schon Körperverletzung. Kind auf die Toilette verfolgen, Tür aufreißen, den Türrahmen ausfüllen und das nun im 2 Quadratmeter großen Raum eingesperrte Kind zusammenschreien, begonnen mit den Worten: "So, jetzt mache ich auch mal Regelverletzung...!" Oder auch: "Ich könnte dir - so! - eine hauen!", mit der Geste, angewinkelten Arm nach hinten-unten rucken und mit dem Ellbogen kurz vorm Gesicht des Kindes stoppen. Funktioniert natürlich nur, wenn die angegriffene Person kleiner ist. Ich hab' auch von anderen Menschen Gewalt erlebt im Leben, auch grenzwertig-übergriffiges sexuelles Verhalten von cis Männern, aber ich habe nie jemanden erlebt, der körperliche Überlegenheit nonverbal so ausgenutzt hat. Das kenne ich nur von dieser einen Person, die sonst kleiner war als alle anderen.

    Jetzt frage ich mich: Kommt meine Vorliebe für Menschen auf ähnlicher Augenhöhe wirklich daher, dass ich auf Blickkontakt stehe und der sich dann halt mehr ergibt? Und wenn in Wirklichkeit das der Grund ist: Fange ich mir auf die Art genau die gleiche Art Giftzwerge wieder ein? Meh.

    Disclaimer: Ich denke nicht, dass alle kleinen Menschen so sind. Ich denke auch nicht, dass alle gutaussehenden Menschen einen verdorbenen Charakter haben, oder alle nicht Gutaussehenden zum Herzensbrecher mutieren, wenn man ihnen die Gelegenheit gibt. Als Phänomen gibt es das.

    Disclaimer II: Auch meine Mutter hat Gründe, warum sie so ist, wie sie ist. Das Argument "Meine Mutter hat sich in meinem ganzen Leben nie entschuldigt" habe ich inzwischen nicht mehr - hat sie, später. Meine Prägung ist dadurch blöderweise nicht weg.

    Womit wir wieder an dem Punkt sind: Warum immer wieder die Muster, die man kennt?

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Das ist aber natürlich ein sehr schwieriger Schritt und es ist immer einfacher, in vertrauten Mustern zu bleiben, weil man die eben gut kennt und sich darin sicher fühlt. Diese (gefühlte) Sicherheit aufzugeben ist schon eine sehr große Herausforderung, weil sich das erstmal ganz falsch und vielleicht auch gefährlich anfühlt.
    Einmal das. Außerdem: Wenn so ein vertrautes Muster aufkreuzt, dann merke ich erst dadurch, dass da noch ein ungelöstes Thema ist. Also zum Beispiel, ich habe Streit mit einem Vorgesetzten und der andere Ansprechpartner, den ich habe, interessiert sich dafür und hört sich meine Darstellung an und gibt mir nicht einfach an allem die Schuld. WTF, krass, warum sind die hier so nett zu mir? - Was Konfliktverhalten angeht, haben meine Eltern den Standard sehr niedrig gesetzt.

    Anderes Beispiel. Sollte es möglich sein, dass ein allo-cis-hetero Mann außerhalb der Feminismus-Bodypositivity-Selbstakzeptanz-Blase mit mir flirtet? Jemand, den ich für gutaussehend halte, mit mir, die immer noch in erster Linie aussieht wie jemand, dem das eigene Aussehen wurscht ist? Und dann noch jemand, der ziemlich überdurchschnittlich sozial vernetzt und beliebt ist? Also, quasi, einer von den "coolen Jungs"? Nicht mal, dass er es tut, sondern nur, dass er es für möglich erachtet. Gleich mal eine Postkarte schreiben an die Mädels, die mich gemobbt haben, als ich zwölf war. Die haben nämlich sogar nach ihrem eigenen Bewertungsmaßstab unrecht. Ätsch.

    Das ist auch so eine elendige Psychofessel, dass mein Kopf die Leute immer noch mit Argumenten widerlegen will, die diese auch einsehen. Ich wette, für den Typen jetzt fällt mir in x Jahren DAS Gegenargument ein.

    Ich hab' mich letztes Jahr echt schlecht damit gefühlt, in den Mann einer anderen Frau verliebt zu sein. Das war das finale Argument zum Aus-dem-Kopf-Schlagen, nicht, dass er sich mir gegenüber doof verhält, damit kann ich leben. Und ich würde mich nicht schlecht fühlen, wenn ich nicht insgeheim eine niedere Motivation hätte. Denn auch das - dass ich von Anfang an wusste, der ist vergeben, und dass ich mich über die Zeit doch verliebt habe - ist ja nicht einfach so "passiert". Ich hab' mich gefühlt wie in einem von diesen kack Psychoexperimenten, in denen man die Versuchsperson in eine WTF-Situation versetzt und guckt, wann sie aussteigt. Eins der gruseligen ist Milgram: Ich tue etwas objektiv und offensichtlich Böses (Folter), aber der Versuchsleiter - die Verkörperung von Autorität und Kompetenz, der, der mehr Macht und mehr Überblick über die Situation hat, weil er sie geschaffen hat - versichert mir, es sei alles in Ordnung. Man könnte auch sagen, ich habe mich verarscht gefühlt. Ich hatte nicht das Recht, mich betrogen zu fühlen, aber wenn man die ganzen Übertragungen und Was-wäre-wenn-Gedanken rausnimmt, dann habe ich mich gefühlt, als wäre ich betrogen worden. Ausgenutzt. Und dann hatte ich ein schlechtes Gewissen wegen seiner Freundin (die ich ja nicht kenne, ich weiß nicht, ob sie das stört), und parallel und gegenläufig dazu, weil ich auf jemanden stehe, der aus feministischer Sicht eine Vollkatastrophe ist. Weil ich das alles von Anfang an wusste und es mir nicht zusteht, mich für mich selbst schlecht zu fühlen.

    ("Es steht dir nicht zu" ist btw. eine Formulierung von ihm. Genauso wie: "Weniger Drama.")

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ich find den Begriff Schuld da schwierig...es ist ja eher die Schuld der toxischen Muster, die Du im Laufe der Zeit gelernt hast. Aber ansonsten ist es vielleicht auch ne wichtige Erkenntnis, dass der Ansatz auch neue Chancen bietet. Solange Du der Meinung bist, dass Dir das "einfach so" passiert und Du das nicht ändern kannst, kommst Du da ja erst recht nicht raus. Aber wenn es an Dir liegt, das zu ändern, dann kannst Du handeln. Du musst nicht passiv sein, sondern kannst aktiv werden. Man kann das also durchaus positiv sehen.
    Das Problem bei der Sichtweise "Es liegt an mir, ich bin die Bekloppte" ist die nahe liegende Folgerung: "Wozu dann die Situation verlassen? Ich nehme das mit, ich werde wieder da landen. Er macht ja nichts falsch." - Kenne ich noch aus meiner Exbeziehung. (Spoiler: Er machte doch was falsch.)

    Tja, handeln. Ich bräuchte ein Leben. Nicht nur Kontaktabbruch und Zeit, sondern auch Zeit, in der was passiert. Ich habe über die letzten Jahre Menschen aus meinem Leben sortiert, ich bin wählerischer bei sozialen Kontakten als mit Anfang zwanzig. Bis vor ein paar Wochen war ich in einer Selbsthilfegruppe, dort hatte ich einen "richtigen Mädchenstreit" (so nannte ich es hier im Thread), der war der Auslöser, diesen Typen zu vermissen. Seitdem schreibe ich wieder hier. Hoffentlich ergibt sich jobtechnisch was. Aber auch wenn Arbeit besser ist als keine Arbeit, nur Arbeit ist auch kein Leben. Es gibt so wenig, was mich begeistert, was mich emotional mitreißt. Das hat mich so verletzlich gemacht für genau die Art von narzisstischer Verstrickung, die ich nicht habe kommen sehen. Selbst wenn der Kontakt wegbleibt, das Problem, das ich vorher hatte, ist noch da. - Und jetzt klinge ich wie eine Anti-Drogen-Broschüre aus den frühen 00ern.
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  5. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    First World Problem: Ich hab' meinem alten AG eine Mail geschrieben. Eine recht unemotionale @-Chef-cc-anderer-Chef-Mail, Aussage im wesentlichen, bis dannunddann brauche ich dasunddas von euch. Ja, ich war nämlich voll diszipliniert und erwachsen (*hust*) und habe nicht angerufen, um, was weiß ich, seine Stimme zu hören. Und jetzt schreiben die nicht zurück

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  6. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Ich hab' immer noch Redebedarf. Langsam gehe ich mir selber auf die Nerven... und das projiziere ich auf das Forum und denke, dass bestimmt niemand mehr lesen will, was ich hier schreibe. Keine_r mag mich. Bestimmt. Mimimi...

    Objektiv läuft es. Ich arbeite nicht mehr da, ich sehe ihn nicht mehr, seit Monaten. Wir haben bzw. hatten zuletzt noch mal schriftlichen Kontakt, der inhaltlich recht vorhersehbar war, da kam nichts Überraschendes. Mir geht bzw. ging es damit nicht gut, mein Kopf hängt in der Einstellung fest, dass ich irgendwas falsch machen werde und dann an allem schuld bin. Das ist aber irgendwann durch. Ich komme an den Punkt, an dem es keinen administrativ notwendigen Grund gibt, je wieder mit dem Typen zu reden. Ich könnte mich melden, wenn ich nett sein will, aber ich muss nicht.

    Also eigentlich könnte ich mich ja freuen.

    Vernünftigerweise würde ich das abhaken. Darüber lachen. Oder wenigstens wütend sein - ich bin nicht mehr beruflich abhängig, ich muss mich nicht mehr zusammen raufen mit den Leuten da, ich könnte so wütend sein wie ich lustig bin. Aber wenn ich darüber nachdenke, was falsch gelaufen ist (und ich denke viel zu viel darüber nach), dann tu' ich das nicht aus der Perspektive, dass ich wütend bin. Ich suche eine Erklärung. Eine Formulierung, ein In-Worte-Fassen, wieder eine Form von In-den-Griff-Kriegen. Ich will vorrechnen und beweisen können, dass er nicht immer Recht hat, dass auch er sich verdammt unlogisch verhält, dass nicht alles an mir liegt. Ich will Anerkennung dafür. Ich bin nicht an allem schuld. Und ich halte mir immer noch die Illusion aufrecht, es sei möglich, diese Anerkennung von ihm zu bekommen. Dass er mich versteht. - Was möglicherweise sogar so ist, rein kognitiv ist ihm das möglich. Der will nur nicht.

    (Und mal realistisch betrachtet: Warum sollte er das auch wollen?)

    Was mache ich jetzt mit der drei Seiten langen, sich ständig umformulierenden Erklärung in meinem Kopf? Die verdächtig in Richtung der Schlussfolgerung läuft, dass wir uns im Grunde doch total ähnlich sind, eben weil wir den Konflikt beigelegt haben?

    Was mache ich mit meiner gefühlten Realität, dass ich nie wieder - oder generell nie - glücklich sein kann? Dass es irgendwo, irgendwie ein Hintertürchen gibt, wie es doch funktioniert, den Kontakt nicht endgültig abzubrechen? Warum bin ich so, ich bin doch sonst nicht so. Gegenüber meinem Exfreund, gegenüber meinem Ex-Fast-Freund, gegenüber meinen Eltern, da vertrete ich doch regelmäßig die Meinung, entweder man identifiziert Probleme und macht was dagegen, oder wenn es nicht passt, kann man es auch lassen. Vermeidende Bindung. Wenn mir Leute ihre persönliche Meinung als die alleinige Wahrheit und das Beste für mich verkaufen, dann werde ich richtig, richtig böse, bis die nicht mehr lieb und sozial zu mir sein wollen, sondern mich in Ruhe lassen. Aber wenn da einer meinen Text übernimmt ("Das ist ja jetzt gemein!" - "Tja, so bin ich halt."), dann hab' ich darauf keine Reaktion. Dann finde ich die Rolle, die ich in dem Drama übernehme, selbst unsympathisch. Weil die andere so viel logischer erscheint, auf den ersten Blick. Und dann heule ich wieder rum, warum ich so ein doofes kleines Archjuwel (Arkenstein?) bin, das nur rumheult, das sich von Drachen und Hobbits klauen lässt, statt selbst aktiv zu handeln. Meta-Rumheulen!

    Und dann glaube ich, ich kann mich nie wieder verlieben. Oder, ich könnte, aber es wird nichts Besseres als das dabei herauskommen. Alle Männer, alle potentiellen Partner_innen, sind doof, wollen nichts von mir, passen nicht zu mir. Das war das Beste, was geht. Weil halt nichts an die Gefühle rankommt. Es ist etwas ganz Besonderes, darum ist Drama noch lange nicht ok, aber "ok" ist ja auch nicht das, was man - oder ich - vom Verlieben will.
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  7. Senior Member Avatar von Caly
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Ich fürchte, ich kann kaum etwas beitragen, aber ich tu mich sehr schwer damit, längere persönliche Beiträge zwar zu lesen, dann aber nicht zu reagieren. Daher möchte ich zumindest mal gegen das "Keiner mag mich" protestieren. Das ist nicht so!

    Und für die drei Seiten Erklärung... funktioniert aufschreiben für dich? Also die drei Seiten wirklich mal niederschreiben, damit sie nicht mehr im Gehirn kreiseln, und dann, je nach dem was dir liegt, entweder in eine Schublade verbannen oder in einem dramatischen Feuer vernichten oder so?

  8. Senior Member Avatar von Ise
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Ich stimme Caly in allem zu und finde aufschreiben auch sehr gut.
    See the line where the sky meets the sea? It calls me!

  9. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Danke, ihr beiden

    Zitat Zitat von Caly Beitrag anzeigen
    Und für die drei Seiten Erklärung... funktioniert aufschreiben für dich? Also die drei Seiten wirklich mal niederschreiben, damit sie nicht mehr im Gehirn kreiseln, und dann, je nach dem was dir liegt, entweder in eine Schublade verbannen oder in einem dramatischen Feuer vernichten oder so?
    Einerseits ja, andererseits... ich hab' ja letztes Jahr so viel aufgeschrieben. Als wir noch alltäglich Kontakt hatten. Es hilft beim Sortieren, aber ich finde kein Ende. Solange ich immer noch auf der Suche nach der Formulierung, dem Zauberspruch bin, mit dem ich mich ihm erklären könnte, solange suche ich ja nicht wirklich nach einem Ende, für mich.

    Zitat Zitat von Caly Beitrag anzeigen
    Daher möchte ich zumindest mal gegen das "Keiner mag mich" protestieren. Das ist nicht so!
    Theoretisch weiß ich das ja auch. Es gibt Leute, die es interessiert, wie es mir geht, auch im RL, auch hier. Nur für meinen unbrauchbaren Alles-oder-Nichts-Kopf zählt das alles nicht. Das nimmt schon wieder Ausmaße an, die sind nicht mit "Thread eröffnen in einem Internetforum" zu lösen. Auch nicht mit zehn Threads. Also wieder Therapie...
    wtf momente

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  10. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    ...wie sinnvoll wäre es, etwas aufzuschreiben und tatsächlich abzuschicken? Oder in real life das Gespräch zu suchen?

    So, auf einer Skala von "archenstone hat mal wieder komische Ideen" bis "ganz schlechte Idee, bei der Vorgeschichte/dem Charakter/der emotionalen Involviertheit". Bonusinfo: Ich neige dazu, noch mal ein abschließendes Gespräch haben zu wollen, dem unerreichbaren Typen davor habe ich mich ~2 Jahre später auch erklärt z.B. - ich weiß, dass das viele Leute nicht nachvollziehen können, aber ich halte das nicht grundsätzlich für schlecht. Aber ich sehe das Risiko, dass das nur wieder Drama gibt.
    wtf momente

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  11. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Welches Ziel verfolgst du damit?
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  12. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Ein Ende zu haben. Nicht mehr die ganze Zeit weiterzudiskutieren, in meinem Kopf die Sätze auszuformulieren, die wir uns gegenseitig nicht haben ausreden lassen. Was anderes gelten zu lassen als, er hat nie was "falsch" gemacht, nie uneindeutig kommuniziert, sein Verhalten ist 100% normal, und wenn ich das anders sehe, dann bin ich die, die komisch ist. Und vielleicht auch: Rückversicherung, dass er nichts Böses gewollt hat.
    wtf momente

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  13. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Habt ihr denn noch Kontakt?

    Ich bin grundsätzlich gegen solche Gespräche. Meistens erhofft man sich einen Funken Hoffnung und keinen Abschluss.

    Einen Abschluss kann einem ein anderer Mensch eh nicht geben.

    Am Schluss versucht man eigentlich nur seine Sucht zu befriedigen.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  14. Urgestein Avatar von durga
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Ich bin nicht grundsätzlich gegen solche Gespräche, aber in diesem Fall stimme ich in allen anderen Punkten SarahYasemin zu. Was bringt Dich zu der Annahme, dass nach all den schlechten Gesprächen ein gutes, abschließendes möglich wäre? Nach allem, was Du schreibst, sehe ich nahe null Chancen, dass es Dir irgendeinen positiven Effekt gibt - außer eben "positiv" eine Unterbrechung des Entzugs. Danach wird es dann alles wieder schlimmer sein, da Du wieder von einem tatsächlichen Kontakt an entziehen musst, wenn auch nicht so krass wie nach der langen Phase mit viel Kontakt. Aber der Typ und Eure Beziehung sind toxisch, daran kannst Du nichts ändern, davon solltest Du Dich, wenn Du weniger Schmerz haben möchtest, fern halten.

  15. Senior Member Avatar von Ise
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Hat dir das letzte Gespräch nach den 2 Jahren denn den erhofften Erfolg gebracht?
    See the line where the sky meets the sea? It calls me!

  16. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Welche Reaktion erhoffst du dir denn da? Was wäre dein Wunsch, wie er sich in so einem Gespräch verhält, wie wäre der ideale Verlauf eines solchen Gesprächs?

    Ich kann mir irgendwie keine Variante vorstellen, die dich weiterbringt, und würde mich auch fragen, in welchem Ausmaß die dahintersteckende Motivation der Wunsch ist, einfach mal wieder länger mit ihm reden zu können, und dabei nicht nur über belangloses, arbeitsbezogenes. Was die Geschichte nicht zu einem Abschluss brächte, sondern ihr lediglich ein weiteres Kapitel hinzufügen würde, Ende nicht in Sicht.

    Wenn ich das richtig verstehe, fand doch ein großer Anteil dieser Geschichte und dieser Gespräche auch nur in deinem Kopf statt, mit einem imaginärem Ihm, nicht dem tatsächlichen Ihm. Dazu kann der tatsächliche Er sich doch gar nicht adäquat äußern, er war ja gar nicht dabei, und ahnt vermutlich nicht mal ansatzweise, dass er (bzw der imaginäre Er) eine der zwei Hauptfiguren in einem Drama ist.
    Geändert von sora (26.05.2019 um 08:13 Uhr)

  17. Senior Member Avatar von Caly
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Ich bin ganz grundsätzlich tatsächlich für solche Gespräche, aber muss mich den anderen anschließen: In diesem Fall sehe ich da keinen Erkenntnisgewinn am Horizont. Aus den von Sora genannten Gründen, wenn ich deine Geschichte richtig erinnere, dann ist real doch gar nicht wahnsinnig viel passiert, oder? Ich glaube nicht, dass er dir helfen kann, da etwas aufzudröseln, wenn er in seiner Welt doch nicht mal wirklich Teil des ganzen ist.

  18. Fresher
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Ein Ende zu haben. Nicht mehr die ganze Zeit weiterzudiskutieren, in meinem Kopf die Sätze auszuformulieren, die wir uns gegenseitig nicht haben ausreden lassen. Was anderes gelten zu lassen als, er hat nie was "falsch" gemacht, nie uneindeutig kommuniziert, sein Verhalten ist 100% normal, und wenn ich das anders sehe, dann bin ich die, die komisch ist. Und vielleicht auch: Rückversicherung, dass er nichts Böses gewollt hat.
    Ich glaube, dass er dir auf genau diese Dinge sowieso nicht die Antwort geben kann, die du dir erhoffst. Deswegen glaube ich nicht, dass ein Gespräch hier etwas bringen würde. Gerade wenn es einen gedanklich nicht los lässt und man Sätze im Kopf formuliert, ist es besser für sich selbst eine Strategie zu finden, um davon weg zu kommen und für sich einen Weg zu finden damit umzugehen.
    Ein Gespräch wühlt nur auf und schafft wieder neue Sätze und Fragen im Kopf.

  19. Member Avatar von archenstone
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    Danke für die Resonanz. Ich finde es sehr gemein, dass Bym vernünftig ist

    Zitat Zitat von Ise Beitrag anzeigen
    Hat dir das letzte Gespräch nach den 2 Jahren denn den erhofften Erfolg gebracht?
    Da lag der Fall eh anders. Das Gespräch lief nicht mal schlecht, da hatte ich aber auch kein konkretes Problem.

    Mich Monate später mit dem Exfreund oder ähnlichen Menschen per Mail zu streiten hat... ich möchte nicht sagen, gar nichts... insgesamt ähnlich viel Erkenntnis wie weitere Scherereien gebracht.

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Wenn ich das richtig verstehe, fand doch ein großer Anteil dieser Geschichte und dieser Gespräche auch nur in deinem Kopf statt, mit einem imaginärem Ihm, nicht dem tatsächlichen Ihm. Dazu kann der tatsächliche Er sich doch gar nicht adäquat äußern, er war ja gar nicht dabei, und ahnt vermutlich nicht mal ansatzweise, dass er (bzw der imaginäre Er) eine der zwei Hauptfiguren in einem Drama ist.
    für die Erklärung.

    Zitat Zitat von Caly Beitrag anzeigen
    wenn ich deine Geschichte richtig erinnere, dann ist real doch gar nicht wahnsinnig viel passiert, oder? Ich glaube nicht, dass er dir helfen kann, da etwas aufzudröseln, wenn er in seiner Welt doch nicht mal wirklich Teil des ganzen ist.
    Er könnte ja einsehen, dass ich Recht habe Anerkennen, dass "in seiner Welt" nicht mehr Anspruch auf die objektive Wahrheit hat als "in meiner Welt".

    Die Frage, wie viel Kontakt da tatsächlich war, kam weiter vorne in diesem Thread, das steht ca. auf Seite 2. Der weiß, wer ich bin, und dass es mir in der Zeit nicht gut ging, und es gab reale, heftig geführte Diskussionen. Was er sich sonst denkt, weiß ich nicht.

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Was bringt Dich zu der Annahme, dass nach all den schlechten Gesprächen ein gutes, abschließendes möglich wäre? Nach allem, was Du schreibst, sehe ich nahe null Chancen, dass es Dir irgendeinen positiven Effekt gibt - außer eben "positiv" eine Unterbrechung des Entzugs. Danach wird es dann alles wieder schlimmer sein, da Du wieder von einem tatsächlichen Kontakt an entziehen musst, wenn auch nicht so krass wie nach der langen Phase mit viel Kontakt. Aber der Typ und Eure Beziehung sind toxisch, daran kannst Du nichts ändern, davon solltest Du Dich, wenn Du weniger Schmerz haben möchtest, fern halten.
    Beim Thema Entzug sollte ich auf dich hören, richtig?

    Zum fett Markierten geht in meinem Kopf wieder das Aberaberaber-Blinklicht an. Ihr im Forum kennt den doch gar nicht, ihr kennt nur meine Darstellung von ihm. Andere Menschen kommen mit dem gut klar, er ist besser aufgestellt in langfristigen sozialen Beziehungen als ich. Wenn wir grundsätzlich als valide Interpretation akzeptieren, dass ein Mensch schlecht ist, dann kann das genauso gut ich sein. - Die Kombination ist halt dysfunktional.

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Habt ihr denn noch Kontakt?
    Es gab jetzt ein paar Mails. Formalkram. Wie mein Antragskram weiter gegangen ist. Ich hab' ein Arbeitszeugnis bekommen, danach nicht zu fragen wäre für mich dumm gewesen. Das werde ich bei der Agentur vorlegen, wenn die daran was ändernswert finden, melde ich mich noch mal zurück. - Es würde niemanden wundern, wenn ich mich noch mal melde, ggf. auch live vor Ort, aber es gibt keinen zwingenden Grund mehr.

    Zitat Zitat von Clare_ Beitrag anzeigen
    Gerade wenn es einen gedanklich nicht los lässt und man Sätze im Kopf formuliert, ist es besser für sich selbst eine Strategie zu finden, um davon weg zu kommen und für sich einen Weg zu finden damit umzugehen.
    Ja, und die fehlt mir.

    Wenn ich die Parole ausgebe, "Ich MUSS den Kontakt abbrechen, mich NICHT melden, denn das ist voll der Narzisst und ich habe das so lange nicht erkannt und dafür gibt es die und die und die Belege und wenn ich daran denke, mich zu melden, dann muss ich mir die alle noch mal vorhalten, und wie schlecht es mir ging", dann bin ich die ganze Zeit im Modus Kämpfen, und nur maximal einen Schritt von Selbstabwertung entfernt. Was ich brauchen könnte, wäre: Loslassen.

    Dazu wäre es hilfreich, wenn ich mehr anderes erleben würde, wenn mein Leben a) ereignisreicher und b) weniger fremdbestimmt wäre. Darin bin ich zurzeit leider durch meine psychische(n) Krankheit(en) eingeschränkt. Da steht noch mal Therapie an. Klinik, vermutlich, zuerst.

    Und mein dummer Kopf will immer noch... was auch immer.
    wtf momente

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  20. Member Avatar von Katzenschmuser
    Registriert seit
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    AW: "ABER es ist etwas GANZ besonders!" (...und darum ist Drama ok)

    ... Dein Kopf (und auch dein Herz) ist ganz bestimmt nicht dumm. Das ist einfach nur die ganz normale Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Zugehörigkeit - die kann man nicht einfach mal so an- oder ausknipsen. Und manchmal hängt man sich eben an jemanden, der objektiv nicht passt. Das wird schon wieder, auch wenn es vielleicht noch etwas dauert.

    Alles Gute dir!

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