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  1. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Also jetzt mal ganz unabhängig davon, ob es Spaß macht oder nicht. Findet ihr eine offene Beziehung irgendwie unmoralisch?
    (Hintergrund der Frage ist super persönlich und nicht so schön. Meine Freundin, mit der ich seit anderthalb Jahren eine Beziehung habe - monogam - hat jetzt einen crush für eine andere Frau.) Sie möchte den auch ausleben, sagt jedoch, dass ich weiterhin diejenige bin, mit der sie ihr Leben plant. Mich verunsichert es zutiefst und argh. Viele Leute erwarten von mir, dass ich mich dem anpasse. Gerade wünschte ich ein bisschen, im Jahr 1920 zu leben. Obwohl da eine Beziehung zwischen zwei Frauen natürlich überhaupt nicht akzeptiert worden wäre.
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  2. Junior Member Avatar von wunder
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Unmoralisch finde ich das nicht. Ich schimpfe oft auf offene Beziehungen, es macht mich schon kirre, irgendwelche Zeitungsartikel drüber zu lesen, aber das liegt nur daran, dass ich mir eine monogame Langzeitbeziehung wünsche, und Angst habe, keinen passenden Singlemann mehr zu finden, der sich das auch wünscht. Weil es nicht mehr so selbstverständlich ist wie.... 1920 . Oder auch 2005.
    Wenn sich zwei Menschen auf eine offene Beziehung einigen, ohne dass einer darunter leidet, weil beide das wollen, seh ich nichts verwerfliches daran.
    Aber in eurem Fall scheint das ja nicht der Fall zu sein! Wenn ihr die Beziehung monogam gestartet habt und du dir das wünschst, dann darfst du doch wohl darauf bestehen und musst nicht deine Bedürfnisse unter ihre stellen! Ich verstehe nicht, warum irgendwelche Leute von dir erwarten, dich da anzupassen.

  3. Member Avatar von juno_
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Ob du das möchtest bzw akzeptieren kannst, ist für mich keine Frage der Moral. Ich finde es überhaupt nicht unmoralisch, wenn alle Beteiligten es ok finden, könnte es aber als potentiell Beteiligte nicht akzeptieren. Aber halt aufgrund meiner Vorstellung von (körperlicher) Treue und nicht, weil ich das irgendwie unanständig fände.

  4. Regular Client Avatar von Stina
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Ich find es nicht unmoralisch. Aber es müsse sich halt alle Beteiligten damit wohlfühlen, und das wäre bei mir nicht der Fall, ähnliches lese ich spontan bei dir auch raus #Küchenpsychologie. Hoffe, ihr findet eine gute Lösung.

  5. Enthusiast
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Ich finde offene Beziehungen nicht grundsätzlich unmoralisch.

    Ich fände höchstens unmoralisch, wenn Du da rein gedrängt werden sollst, obwohl es Dir damit vielleicht nicht gut geht, bzw wenn Du andernfalls den Schwarzen Peter bekommen sollst, die Beziehung aus Selbstschutz zu beenden.

    Das wäre unter Unständen (muss nicht so sein, ich kenne die Umstände ja nicht) nicht ehrlich von Deiner Partnerin.

  6. Regular Client Avatar von dzairia
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Ich finde zunächst mal alles in Ordnung, was volljährige Personen freiwillig tun. Also in dem Sinne: nein, offene Beziehungen sind nicht per se unmoralisch, auch wenn ich mir das persönlich für mich nicht vorstellen könnte. Aber wie gesagt, es sollten halt alle Beteiligten sich für dieses Modell bewusst entscheiden und damit einverstanden sein, und das ist bei euch ja offenbar nicht der Fall. Ich finde es schwierig, wenn deine Freundin dich da reindrängen will.

  7. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Zitat Zitat von dzairia Beitrag anzeigen
    Ich finde zunächst mal alles in Ordnung, was volljährige Personen freiwillig tun. Also in dem Sinne: nein, offene Beziehungen sind nicht per se unmoralisch, auch wenn ich mir das persönlich für mich nicht vorstellen könnte. Aber wie gesagt, es sollten halt alle Beteiligten sich für dieses Modell bewusst entscheiden und damit einverstanden sein, und das ist bei euch ja offenbar nicht der Fall. Ich finde es schwierig, wenn deine Freundin dich da reindrängen will.
    Ja. Dass deine Freundin dich davon überzeugen will, kann ich noch ein Stückweit verstehen, es ist ja ihr Wunsch. Aber von deinem Umfeld finde ich das echt ätzend, das hat sowas von "sei doch nicht so prüde"/"stell dich doch nicht so an", da stellen sich mir direkt die Nackenhaare auf. Gerade WEIL es nicht 1920 ist, musst du nichts mitmachen, was du nicht willst.

  8. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Zitat Zitat von ~snow06~ Beitrag anzeigen
    Also jetzt mal ganz unabhängig davon, ob es Spaß macht oder nicht. Findet ihr eine offene Beziehung irgendwie unmoralisch?
    Nein.

    Für mich ist es auch insgesamt weitgehend keine Frage der Moral, wie zwei Menschen übereinstimmend ihre Beziehung miteinander gestalten. Das wird es für mich erst, wenn zwei Menschen unterschiedliche Dinge wollen und da muss ich sagen es überhaupt nicht nachvollziehen zu können, wie andere von dir erwarten können, dich da nun den Vorstellungen deiner Freundin anpassen zu sollen ...? Sind das ihre Freund_innen oder wer meint das? Deine Vorstellungen und Wünsche sind genauso legitim wie ihre.

    Findest du offene Beziehungen unmoralisch?
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  9. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Ich schließe mich den Anderen an und frage, warum Du die Frage so stellst. Was ist Moral? Ist es Dir wichtig, eine moralische bzw. eine nicht unmoralische Beziehung zu führen?
    V.a.: Ist es Dir wichtiger, dass Deine Beziehung irgendwelche zumindest teilweise externen Regeln (wie irgendeiner Moral) entspricht als dass DU Dich in DEINER Beziehung wohlfühlst?

    Es klingt ein bisschen für mich durch, als fürchtetest Du, dass Dein ureigenes Bedürfnis, wie Du Deine Partnerschaft führen willst, weniger zählen würde als sowas wie Moral. Wem gegenüber? Deiner Partnerin? Deinem Umfeld? Dir selbst?

    Ein echtes Problem an der Öffnung einer Beziehung sehe ich nur, wenn eine_r will und eine_r nicht. Der Umgang damit ist zu klären, da hilft im Jahr 2019 in Deutschland bei vielen der Katechismus nicht mehr und auch nicht das Gesetzbuch. Worüber ich unglaublich froh bin, denn ich glaube NICHT,dass das Leben früher einfacher war, aber das ist ja auch egal, weil auch eine Zeitreise als Lösung auch nicht zur Verfügung steht, sondern Ihr beide das miteinander klären müsst. Unabhängig von Abstimmungsergebnissen im Freundeskreis oder bei bym.

    Ich denke schon, dass man sich mal fragen kann, warum man Monogamie wünscht, aber die reale Situation dass die Partnerin einen konkreten Menschen am Start hat, mit dem sie die Öffnung ausleben wollte, hilft dabei vermutlich nicht. Und auch wenn man sich fragt und die einzige Antwort ist "es fühlt sich für mich sonst schlecht an" ist das eine valide Antwort, für die man nicht noch x Quellen zitieren muss, damit sie Respekt verdient. Wenn die/der Andere es sehr anders sieht, ist das natürlich ein Problem, aber keines von Moral. Ebenso wenig wie umzuziehen oder nicht oder ein Kind zu bekommen oder nicht Fragen von Moral sind.

  10. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Naja, wenn die Moral es verböte (oder der Common Sense oder der liebe Gott), dann könnte man darauf verweisen und sich auch ein Stück weit dahinter verstecken. Man hätte dann erstens einen Hebel und damit viel mehr Macht über den anderen und zweitens müsste man sich nicht gefühlsmäßig nackig machen und sich und dem anderen eingestehen, dass man das nicht möchte und auch aus welchen Gründen.

    Aber das ist es ja auch, was eine Beziehung ausmacht, nicht nur irgendwelche Zukunftspläne, sondern gerade die Intimität. Wobei mit persönlich es wichtiger wäre, mich meinem Partner so zeigen zu können wie ich bin und damit auch akzeptiert zu werden, obwohl und gerade weil ich mich verletzlich mache als dass der Partner mir körperlich treu wäre. Also ersteres empfinde ich als intimer und wichtiger als zweiteres.

    Wobei ich bisher auch nur monogame Beziehungen gelebt habe, dort aber auch schon mit Fremdgehen konfrontiert war und damit gar nicht gut klar kam. Also für mich wäre eine offene Geschichte wohl auch nichts und ich würde das auch so sagen und mir ansonsten weitere Einmischungen von außen verbitten. Das geht schließlich nur das Paar was an.
    Don't tell Mama.

  11. Senior Member Avatar von Caly
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Unmoralisch? Nein. (Und für mich ganz persönlich auch wesentlich erstrebenswerter als lebenslange Monogamie). Aber das kann und wird nur gut gehen, wenn alle Beteiligten das so leben wollen, oder sich zumindest grundsätzlich vorstellen können, es mal zu versuchen.

  12. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Ich seh das auch wie die anderen hier. Kategorien wie moralisch oder unmoralisch würde ich darauf nicht anwenden, aber ich finde es auch sehr bedenklich, dass Du von Deinem Umfeld da reingedrängt wirst. Das sollte doch außerhalb Deiner Beziehung auch eigentlich niemanden was angehen, oder hast Du um Rat gebeten?
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  13. Foreninventar Avatar von Ally Mc Beal
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Ja. Dass deine Freundin dich davon überzeugen will, kann ich noch ein Stückweit verstehen, es ist ja ihr Wunsch. Aber von deinem Umfeld finde ich das echt ätzend, das hat sowas von "sei doch nicht so prüde"/"stell dich doch nicht so an", da stellen sich mir direkt die Nackenhaare auf. Gerade WEIL es nicht 1920 ist, musst du nichts mitmachen, was du nicht willst.
    Das finde ich auch.

    Unmoralisch, wenn man das so nennen kann, finde ich es ein bisschen wenn es Menschen als gerechtfertigte Alternative zum fremdgehen dem Partner oder der Partnerin "vorschlagen" , weil sie mit wem anders Sex haben wollen und genau wissen, der oder die andere würde das selbst nicht machen.
    «Le monde est irréel, sauf quand il est chiant.»

  14. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Vielen Dank für eure total differenzierten Antworten! Die Frage nach moralisch/ unmoralisch, da habt ihr total Recht, hat mit den Vorbedingungen zu tun... hätte meine Freundin mir im Juni 2017 gesagt, dass sie immer wieder crushs haben wird, egal, wie schön sie unsere Beziehung findet, ich weiß nicht, ob ich die Beziehung mit ihr eingegangen wäre. (Aber vermutlich schon, weil ich einfach sehr verliebt war.)
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  15. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Ja. Dass deine Freundin dich davon überzeugen will, kann ich noch ein Stückweit verstehen, es ist ja ihr Wunsch. Aber von deinem Umfeld finde ich das echt ätzend, das hat sowas von "sei doch nicht so prüde"/"stell dich doch nicht so an", da stellen sich mir direkt die Nackenhaare auf. Gerade WEIL es nicht 1920 ist, musst du nichts mitmachen, was du nicht willst.
    Joa. Das ist eher ihr Umfeld als meins. Meins ist schon zum Großteil monogam, bzw. definiert sich als monogam. Wobei es mit Sicherheit auch Seitensprünge etc. gibt. Aber die Leute versuchen, ihren moralischen Kompass auf "monogam" zu stellen. Ha, da ist wieder dieser Begriff moralisch... ich weiß auch nicht genau, warum.
    Und ihr Umfeld sind eben amerikanische Expats in Berlin, die um großen Teil wegen der politischen Situation in den USA hierher gekommen sind, meine Freundin hat am Tag, nachdem Trump gewählt wurde, entschieden, die USA zu verlassen. Einige von den Leuten, mit denen sie befreundet ist, stehen offenen Beziehungen/ Polyamorie positiv gegenüber, sie hat schon eine Tendenz, sich mit solchen Leuten zu befreunden.
    (Entschuldigt bitte, wenn ich hier so einige kurze und abgehackte Texte schreibe statt längeren, mein Computer spinnt zu allem Überfluss gerade auch noch.)
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  16. Member Avatar von Dampfwutz
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Ich kenne keine polygame Beziehung, die langfristig für alle Beteiligten gut funktioniert hat. Könnte aber auch an meinem Umfeld liegen, dass ich da einfach niemanden kenne. Die Leute, die ich kenne, die sich aus einer vorher monogamen Beziehung für eine offene Beziehung entschieden haben, waren vorher einfach nicht so zufrieden/glücklich mit ihrer Beziehung, und es war dann der Anfang vom Ende, und entweder hat man sich dann irgendwann doch für den neuen Partner und gegen den alten entschieden, oder alles war irgendwie unglücklich.
    (Zur eigentlichen Frage: unmoralisch finde ich es nur, wenn der Partner, der die offene Beziehung will, weiß, dass der andere damit nicht glücklich wäre und es trotzdem durchsetzen will.)
    Geändert von Dampfwutz (30.03.2019 um 09:20 Uhr)

  17. Regular Client Avatar von Calany
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Ob moralisch oder nicht finde ich auch völlig unerheblich, da es meiner Meinung nach sehr unglücklich machen kann, wenn man Entscheidungen allein damit begründet. Viel wichtiger ist deine eigene Empfindung dabei und die scheint ja recht deutlich in eine Richtung zu gehen.

    Ich war mal in einer ähnlichen Situation, wusste aber von Anfang an, dass er keine monogame Beziehung will und habe mich darauf eingelassen, weil es anfangs gut lief, ich das gut ausblenden konnte und so heftig verliebt war, dass ich das in Kauf nehmen wollte. Ich selbst hatte aber keinerlei Interesse das auszuleben und irgendwann (nach gar nicht allzu langer Zeit) kam der Punkt, an dem seine Wünsche Ausmaße annahmen, mit denen ich mich nicht mehr arrangieren konnte, weil es so weh tat. Zu der Zeit habe ich mir echt gewünscht, da anders zu denken/fühlen, aber es ging einfach nicht.

    In meinem Umfeld gibt es fast ausschließlich monogame Paare. Ich kenne nur eins, bei dem es umgekehrt gelaufen ist. Am Anfang sehr offen und dann immer geschlossener.
    Ich glaube nach wie vor, dass es funktionieren kann, aber wirklich nur auf gleichberechtigter Ebene, nicht wenn ein Part nur dem anderen zuliebe zustimmt.
    Hold it in, let's go dancing!

  18. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Ich finde moralisch oder nicht die falsche Frage. Aber ich glaube auch, dass das für eure Beziehung nicht funktioniert, weil du das nicht möchtest. Was völlig legitim ist.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  19. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    Die Frage nach der Moral verstehe ich nicht. Ich finde nichts daran "unmoralisch".

    Aber ich, als jemand, der relativ überzeugt ist, dass monogame Beziehungen langfristig (also Jahrzehnte!) nicht funktionieren, ohne dass sich mal jemand fremdverliebt oder einen Seitensprung hat o.ä., finde es nicht richtig, dass deine Freundin dich so vor die Wahl stellt. Sie hat diesen Crush jetzt und damit musst du dealen. So wirkt das auf mich in deinen Beschreibungen (es kann natürlich auch anders sein). Und das finde ich schwierig. Ich würde, wenn mein Partner* das nicht kann, aus welchen Gründen auch immer, mich niemals auf so einen Crush einlassen. Das finde ich nämlich als Voraussetzung für eine mehr oder weniger offene Beziehung nämlich auch wichtig, also dass der Partner jederzeit sein Veto einlegen kann und man dann halt Abstand nimmt zu dem Crush (o.ä.).

    Ich glaube durchaus, dass offene Beziehungen (oder auch poly-Beziehungen in einem bestimmten Rahmen) funktionieren. Aber ich habe das Gefühl, dass das gerade sehr, sehr viele Menschen als Gelegenheit nehmen, wild durch die Betten zu springen und trotzdem eine Beziehung zu führen. Und das funktioniert nicht und macht meines Ermessens nach auch "offene Beziehung" als Beziehungsmodell in der Gesellschaft kaputt. Eine offene Beziehung ist kein Hybrid aus Single-Dasein und Beziehung, sondern es ist eine Beziehung mit einem etwas offeneren Blick auf Körper, Körperbeziehung, Sex und zwischenmenschliche Beziehungen.
    Ich finde im übrigen auch nicht, dass man die Entscheidung, so eine Beziehung zu führen, aus der Not heraus treffen sollte, dass der Partner gerade eben einen Crush hat. Das ist eine Entscheidung darüber, wie man Beziehungen in seinem Leben führen möchte und damit etwas total persönliches und tiefgehendes.

    */-in jeweils...
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  20. Enthusiast Avatar von jadore
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    AW: Offene Beziehung - moralisch/ unmoralisch

    stimme phaenomenal in allem zu, besonders dem hier:

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Ich finde im übrigen auch nicht, dass man die Entscheidung, so eine Beziehung zu führen, aus der Not heraus treffen sollte, dass der Partner gerade eben einen Crush hat. Das ist eine Entscheidung darüber, wie man Beziehungen in seinem Leben führen möchte und damit etwas total persönliches und tiefgehendes.
    moral kommt finde ich dann ins spiel, wenn personen zu irgendwas gedrängt werden, was sie nicht wollen und was der ursprüngliche "beziehungsvertrag" (in deinem fall monogamie) eigentlich nicht vorsah. natürlich ist es möglich, sich zusammen weiterzuentwickeln und auch andere beziehungsformen auszuprobieren, aber wenn deine freundin denkt, du müsstest jetzt ihren wunsch nach der offenen beziehung akzeptieren, dann fände ich das unfair bzw. unmoralisch.

    wer sich auf eine beziehung eingelassen hat, trägt meiner ansicht nach auch eine gewisse verantwortung für den partner, das heißt auch, dass man die beziehungsform, die man gewählt hat, ernst nimmt und nicht nach kurzer zeit schon wieder alles über den haufen wirft und sonstwas von dem anderen verlangt (klar, fragen kann man natürlich). schließlich sind wir erwachsene menschen, denen man auch ein bisschen weitsicht zutrauen kann.

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