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  1. Junior Member
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Welches ökonomische Abhängigkeitsverhältnis hat man als (junges) Paar, wenn man nicht zusammenlebt und keine Kinder hat? Ich erlebe es halt so, dass Menschen bei Partnern eher meinen "den einen" gefunden zu haben, auch wenn sich das meistens als Trugschluss herausstellt, und Freunde oftmals als ein kommen und gehen und als etwas ersetzbares betrachtet werden, und das finde ich ziemlich traurig und finde, dass viele Freundschaften davon profitieren würden, würde man sich "mehr reinwerfen".
    Und klar empfinde ich manche Situationen in Freundschaften auch mal als auslaugend (wenn eine Freundin eine Krise in ihrer Beziehung oder Job hat und das en detail durchsprechen möchte), aber wenn ich das reflektiere, merke ich eben auch, dass ich mehr Toleranz dafür habe, in Beziehungen oder bei Verwandten ausgelaugt zu sein, während man bei Freundschaften denkt "nee, das muss ich mir jetzt nicht antun" und ich weiß nicht, ob ich diese Andersbewertung so cool finde. Man gibt einer Freundschaft dadurch ja gar nicht das Potential, sich tief zu entwickeln, wenn man mit einem Bein im Notausgang ist, sobald sich eine Krise andeutet, die keinen unmittelbaren Spaß macht.

  2. Senior Member Avatar von sternejule
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Zitat Zitat von DebbieDowner Beitrag anzeigen
    Welches ökonomische Abhängigkeitsverhältnis hat man als (junges) Paar, wenn man nicht zusammenlebt und keine Kinder hat? Ich erlebe es halt so, dass Menschen bei Partnern eher meinen "den einen" gefunden zu haben, auch wenn sich das meistens als Trugschluss herausstellt, und Freunde oftmals als ein kommen und gehen und als etwas ersetzbares betrachtet werden, und das finde ich ziemlich traurig und finde, dass viele Freundschaften davon profitieren würden, würde man sich "mehr reinwerfen".
    Und klar empfinde ich manche Situationen in Freundschaften auch mal als auslaugend (wenn eine Freundin eine Krise in ihrer Beziehung oder Job hat und das en detail durchsprechen möchte), aber wenn ich das reflektiere, merke ich eben auch, dass ich mehr Toleranz dafür habe, in Beziehungen oder bei Verwandten ausgelaugt zu sein, während man bei Freundschaften denkt "nee, das muss ich mir jetzt nicht antun" und ich weiß nicht, ob ich diese Andersbewertung so cool finde. Man gibt einer Freundschaft dadurch ja gar nicht das Potential, sich tief zu entwickeln, wenn man mit einem Bein im Notausgang ist, sobald sich eine Krise andeutet, die keinen unmittelbaren Spaß macht.
    sehe ich sehr sehr sehr ähnlich. wurmt mich auch oft, aber ich kann es bei anderen nicht ändern.
    hatte die Diskussion erst gestern mit nem freund.
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  3. Alter Hase
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Zitat Zitat von DebbieDowner Beitrag anzeigen
    Welches ökonomische Abhängigkeitsverhältnis hat man als (junges) Paar, wenn man nicht zusammenlebt und keine Kinder hat? Ich erlebe es halt so, dass Menschen bei Partnern eher meinen "den einen" gefunden zu haben, auch wenn sich das meistens als Trugschluss herausstellt, und Freunde oftmals als ein kommen und gehen und als etwas ersetzbares betrachtet werden, und das finde ich ziemlich traurig und finde, dass viele Freundschaften davon profitieren würden, würde man sich "mehr reinwerfen".
    Und klar empfinde ich manche Situationen in Freundschaften auch mal als auslaugend (wenn eine Freundin eine Krise in ihrer Beziehung oder Job hat und das en detail durchsprechen möchte), aber wenn ich das reflektiere, merke ich eben auch, dass ich mehr Toleranz dafür habe, in Beziehungen oder bei Verwandten ausgelaugt zu sein, während man bei Freundschaften denkt "nee, das muss ich mir jetzt nicht antun" und ich weiß nicht, ob ich diese Andersbewertung so cool finde. Man gibt einer Freundschaft dadurch ja gar nicht das Potential, sich tief zu entwickeln, wenn man mit einem Bein im Notausgang ist, sobald sich eine Krise andeutet, die keinen unmittelbaren Spaß macht.
    Das sehe ich komplett auch so.
    Bzw. denke ich nichtmal, wenn es nervige oder auslaugende Situationen gibt, dass ich da keinen Bock drauf habe, weil genau das für mich eigentlich eine Freundschaft ausmacht: Dass man für den anderen da ist, wenn es nicht gut läuft. Das ist der Unterschied zu so ner oberflächlichen gute-Laune-Bekanntschaft. Wenn es diese Tiefe nicht gibt, ist es für mich keine Freundschaft.

    Die threadstellerin schrieb ja, dass sie mit dieser Freundin diese Tiefe hatte, sie gemeinsam ihre schwierigen Phasen durchgemacht haben und so. Dann finde ich es wirklich komplett unerklärlich, wieso die Freundin sich so plötzlich zurück zieht. Es gibt ja momentan nichtmal eine Krise, kein Ungleichgewicht.
    Jedenfalls finde ich, dass man echten Freunden dann schon eine Erklärung schuldet.

  4. Regular Client Avatar von rubysoho
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Ich seh's eigentlich genauso. Aber wie die TE jetzt mit der Situation umgehen soll weiss ich trotzdem nicht.
    So wie das aussieht ist diese Freundschaft doch nicht einfach im Sande verlaufen, wie das schon mal passiert wenn man sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt und sich irgendwann nichts mehr zu sagen hat. Wenn es so wäre würde ich auch raten einen Schlussstrich drunter zu ziehen und es einfach gut sein zu lassen. Ist schade, aber nicht zu ändern.
    Aber anscheinend ging das ja so ziemlich von jetzt auf gleich. Und da finde ich schon, dass die TE sich da fragen kann, was überhaupt los ist. Und ich glaube, ich würde da nochmal nachhaken, vielleicht auch wirklich mit dem Holzhammer kommen und direkt sagen, dass ich doch merke, dass irgendwas passiert ist und wissen will was. Wenn die Freundin nicht drüber reden will kann sie auch keiner zwingen, also stehen die Chancen, dass sie damit rausrückt wahrscheinlich nicht so gut. Aber anscheinend ist die Freundschaft für sie ja sowieso erledigt, da gibt's zumindest nicht mehr viel zu verlieren.
    i expect to find him laughing

  5. Senior Member Avatar von sternejule
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Ich seh's eigentlich genauso. Aber wie die TE jetzt mit der Situation umgehen soll weiss ich trotzdem nicht.
    So wie das aussieht ist diese Freundschaft doch nicht einfach im Sande verlaufen, wie das schon mal passiert wenn man sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt und sich irgendwann nichts mehr zu sagen hat. Wenn es so wäre würde ich auch raten einen Schlussstrich drunter zu ziehen und es einfach gut sein zu lassen. Ist schade, aber nicht zu ändern.
    Aber anscheinend ging das ja so ziemlich von jetzt auf gleich. Und da finde ich schon, dass die TE sich da fragen kann, was überhaupt los ist. Und ich glaube, ich würde da nochmal nachhaken, vielleicht auch wirklich mit dem Holzhammer kommen und direkt sagen, dass ich doch merke, dass irgendwas passiert ist und wissen will was. Wenn die Freundin nicht drüber reden will kann sie auch keiner zwingen, also stehen die Chancen, dass sie damit rausrückt wahrscheinlich nicht so gut. Aber anscheinend ist die Freundschaft für sie ja sowieso erledigt, da gibt's zumindest nicht mehr viel zu verlieren.
    ich würde denken, das ist die beste lösung.
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  6. Alter Hase
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Ja, sehe ich auch so.

  7. Stranger
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Zitat Zitat von das gnu Beitrag anzeigen

    (Es gab mal einen Vorfall, ihr Freund hat mich am Abend des Kennenlernens mal versucht zu küssen - er hatte ungefähr 100 Promille und es kam nie wieder zur Sprache. Es war nie ansatzweise was zwischen uns, außer Freundschaft, auch kein Flirten oder Kribbeln. Natürlich nicht, sonst wäre ich danach ja nicht mit beiden befreundet gewesen. Mein Freund weiß es, war aber ja ewig vor seiner (und ihrer) Zeit. )
    Meine Vermutung: ihr Freund hat ihr das mal erzählt. Und war vielleicht nicht ganz ehrlich (oder es hat sich in seiner Erinnerung tatsächlich anders abgespielt, oder wollte damit angeben oder so) und behauptet, du hättest ihn angebaggert, er sei ja komplett überrumpelt worden etc.
    Ich glaube jedenfalls nicht, dass sich die Freundschaft einfach auseinandergelebt hat - irgendetwas muss in den Augen deiner Freundin vorgefallen sein, weshalb sie und ihr Freund sich komplett zurückziehen und den Kontakt meiden.
    Ich würde auch versuchen, sie zu einem ehrlichen Gespräch zu bewegen. Indem du es genauso darlegst wie in deinem Eingangspost - eben, dass es nicht als Vorwurf gedacht ist, noch, dass du den weiteren Kontakt erzwingen möchtest, sondern dass du einfach nur Klarheit möchtest. Ob sie darauf eingeht, bzw.wie ehrlich sie auf dein Anliegen eingeht, bleibt letztendend natürlich ihr überlassen - darauf kann man leider keinen Einfluss nehmen.

  8. V.I.P. Avatar von wieauchimmer
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Das denke ich auch.

    Und ich bin auch ziemlich irritiert dass es als Grund für Beendigung einer Freundschaft betrachtet wird, wenn eine Freundin mal eine schlechte Phase hat und etwas detailliert besprechen möchte. (Auch) genau dafür hat man doch Freunde. Wenn man immer so tut als wäre alles super und bloß lustig drauf sein muss damit der andere einen nicht nervig findet, würde ich das als oberflächliche Bekanntschaft bezeichnen.

  9. Inaktiver User

    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    ich habe freundschaften noch nie aufgrund von krisen und problemen beendet. leider habe ich es allerdings viel zu häufig, um nicht leider zu sagen fast immer (in frauenfreundschaften) erlebt, dass freundinnen von mir insgesamt sehr hohe erwartungen an die - ich nenne es mal emotionale verfügbarkeit - von von mir als freundin hatten. ich habe das auch sehr lange nicht in frage gestellt und mir viele probleme, teils über stunden, angehört. manchmal hat man selber nur bedingt emotionale kapazitäten für derartige dramen. manche probleme sind ja wirklich probleme, wie der verlust eines angehörigen. wenn eine freundin von mir aber mit einem stressigen typ zusammen ist bzw. war, dann ist die bottom line, dass eben eine trennung das beste wäre und es ist genau häufig das, was freundinnen dann nicht hören möchten bzw. zu unentschlossen für die trennung sind. ich denke ich habe mir da wirklich schon genug angehört und ggf. auch manchmal deutlich gemacht, wenn ich denke, dass das eher in professionelle hände gehört. dass man, wenn man sich derartige krisen anhört, nicht immer erwarten kann, dass die freundschaft ausgeglichen ist, das muss man dann imho in kauf nehmen.

    ich habe jedoch in fast allen freundschaften die erfahrung gemacht, dass nach irgendeiner durchstandenen krise, d.h. wenn irgendeine person sich emotional wieder im aufwind befand dann nicht nur nichts zurück kam, sondern plötzlich bei steigendem selbstbewusstsein gegen mich und mein leben gestichelt wurde. also um nur mal eine auswahl zu nennen: freundinnen von mir haben gelacht, wenn ich mich verletzt habe oder mal fast an pizza erstickt wäre. freundinnen haben neuen leuten, die wir kennengelernt nach 5min sofort irgendeine peinliche geschichte die mir mal passiert ist erzählt (ich besitze selbstironie, aber das ist dennoch taktlos). ich werde wüst beschimpft, wenn ich aus finanziellen gründen nicht zu der hochzeit einer ehemaligen freundin erscheinen kann. oder es kamen eben auch ansonsten dann immer wieder zu irgendwelchen kleinen sticheleien über meinen lebensstil, meinen lebensstandard, oder mein aussehen.

    ich bin mittlerweile in allen fällen froh, diese freundinnen, die einen nur dann brauchen, wenn es ihnen irgendwie schlecht geht nicht mehr in meinem leben zu haben. es geht in diesen freundschaften dann auch für mein empfinden viel zu häufig nur darum, emotionalen stress loszuwerden, der in einem tagebuch besser aufgehoben wäre, weil man die emotionen schriftlich besser strukturieren kann. und wenn einige personen dauerhaft ein dysfunktionales leben führen und ständig auf support angewiesen sind, dann gehört das imho in professionelle hände und es ist völlig legitim, derartige kontakte zu beenden. ich führe mittlerweile bis auf zwei ausnahmen, die ich noch aus unizeiten kenne nur noch bekanntschaften, weil ich dieses verhalten leider in 90% aller frauenfreundschaften erlebt habe. mir geht feminismus mittlerweile aus besagten gründen auch ziemlich am arsch vorbei geht, weil es gegenwärtig zu häufig eine blaupause darstellt, um wieder nur über sich selbst und die eigenen erfahrungen zu sprechen.

    man erfüllt in diesen freundschaften eine funktion und wenn diese nicht erfüllt wird, dann wird häufig beleidigt oder passiv-aggressiv reagiert. und sorry, nein, ich finde es nicht fucking selbstverständlich, jemandem geschlagene 3 stunden zuzuhören und drei monate später einen reingewürgt zu bekommen, weil es der person besser geht. ich habe andere interessen und das gibt mir persönlich auch einfach nichts, aber es gibt eben auch einfach unterschiedliche bedürfnisse in freundschaften, ich kann meinen emotionalen shit ganz gut mit mir selber ausmachen oder rede mit zwei jugendfreunden darüber, die mich wirklich lange kennen. und dann redet man 30min, aber versaut sich nicht den ganzen abend mit eligien an problemen. ich finde die erwartungen, die mittlerweile daran gestellt werden, wie lange und intensiv man sich so etwas anhören kann absurd. das ist eben aber auch einfach eine typfrage, einigen von euch mag es ja etwas geben, sich en detail beziehungsprobleme anzuhören, das finde ich auch okay, aber laufe bei sowas leider immer wieder auf.

  10. Inaktiver User

    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    und ok, sorry für den spam, noch so als nachtrag: in meinen frühen 20ern haben die freundschaften alle noch exakt so wie von euch beschrieben funktioniert. ich hätte damals sogar zugestimmt, dass es schade ist, wenn man das schnell wegwirft. aber es gab dann irgendwann einen tipping point, in dem (zumindest in meiner gefühlten wahrnehmung) unterschwellig zumindest bei einigen personen ein konkurrenzdenken ausbrach. ich treffe mich mittlerweile daher nur noch mit personen, bei denen das eigene privatleben nicht den fokus eines ganzen abends darstellt und bin das eigentlich aus meinem uniumfeld auch so gewohnt.

  11. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich habe freundschaften noch nie aufgrund von krisen und problemen beendet. leider habe ich es allerdings viel zu häufig, um nicht leider zu sagen fast immer (in frauenfreundschaften) erlebt, dass freundinnen von mir insgesamt sehr hohe erwartungen an die - ich nenne es mal emotionale verfügbarkeit - von von mir als freundin hatten. ich habe das auch sehr lange nicht in frage gestellt und mir viele probleme, teils über stunden, angehört. manchmal hat man selber nur bedingt emotionale kapazitäten für derartige dramen. manche probleme sind ja wirklich probleme, wie der verlust eines angehörigen. wenn eine freundin von mir aber mit einem stressigen typ zusammen ist bzw. war, dann ist die bottom line, dass eben eine trennung das beste wäre und es ist genau häufig das, was freundinnen dann nicht hören möchten bzw. zu unentschlossen für die trennung sind. ich denke ich habe mir da wirklich schon genug angehört und ggf. auch manchmal deutlich gemacht, wenn ich denke, dass das eher in professionelle hände gehört. dass man, wenn man sich derartige krisen anhört, nicht immer erwarten kann, dass die freundschaft ausgeglichen ist, das muss man dann imho in kauf nehmen.

    ich habe jedoch in fast allen freundschaften die erfahrung gemacht, dass nach irgendeiner durchstandenen krise, d.h. wenn irgendeine person sich emotional wieder im aufwind befand dann nicht nur nichts zurück kam, sondern plötzlich bei steigendem selbstbewusstsein gegen mich und mein leben gestichelt wurde. also um nur mal eine auswahl zu nennen: freundinnen von mir haben gelacht, wenn ich mich verletzt habe oder mal fast an pizza erstickt wäre. freundinnen haben neuen leuten, die wir kennengelernt nach 5min sofort irgendeine peinliche geschichte die mir mal passiert ist erzählt (ich besitze selbstironie, aber das ist dennoch taktlos). ich werde wüst beschimpft, wenn ich aus finanziellen gründen nicht zu der hochzeit einer ehemaligen freundin erscheinen kann. oder es kamen eben auch ansonsten dann immer wieder zu irgendwelchen kleinen sticheleien über meinen lebensstil, meinen lebensstandard, oder mein aussehen.

    ich bin mittlerweile in allen fällen froh, diese freundinnen, die einen nur dann brauchen, wenn es ihnen irgendwie schlecht geht nicht mehr in meinem leben zu haben. es geht in diesen freundschaften dann auch für mein empfinden viel zu häufig nur darum, emotionalen stress loszuwerden, der in einem tagebuch besser aufgehoben wäre, weil man die emotionen schriftlich besser strukturieren kann. und wenn einige personen dauerhaft ein dysfunktionales leben führen und ständig auf support angewiesen sind, dann gehört das imho in professionelle hände und es ist völlig legitim, derartige kontakte zu beenden. ich führe mittlerweile bis auf zwei ausnahmen, die ich noch aus unizeiten kenne nur noch bekanntschaften, weil ich dieses verhalten leider in 90% aller frauenfreundschaften erlebt habe. mir geht feminismus mittlerweile aus besagten gründen auch ziemlich am arsch vorbei geht, weil es gegenwärtig zu häufig eine blaupause darstellt, um wieder nur über sich selbst und die eigenen erfahrungen zu sprechen.

    man erfüllt in diesen freundschaften eine funktion und wenn diese nicht erfüllt wird, dann wird häufig beleidigt oder passiv-aggressiv reagiert. und sorry, nein, ich finde es nicht fucking selbstverständlich, jemandem geschlagene 3 stunden zuzuhören und drei monate später einen reingewürgt zu bekommen, weil es der person besser geht. ich habe andere interessen und das gibt mir persönlich auch einfach nichts, aber es gibt eben auch einfach unterschiedliche bedürfnisse in freundschaften, ich kann meinen emotionalen shit ganz gut mit mir selber ausmachen oder rede mit zwei jugendfreunden darüber, die mich wirklich lange kennen. und dann redet man 30min, aber versaut sich nicht den ganzen abend mit eligien an problemen. ich finde die erwartungen, die mittlerweile daran gestellt werden, wie lange und intensiv man sich so etwas anhören kann absurd. das ist eben aber auch einfach eine typfrage, einigen von euch mag es ja etwas geben, sich en detail beziehungsprobleme anzuhören, das finde ich auch okay, aber laufe bei sowas leider immer wieder auf.
    Also dann hast du aber die falschen Menschen als Freundinnen bzw. So jmd würde ich gar nicht als Freundin bezeichnen.

    Ich habe das von dir beschriebene Verhalten mal in der Schule (7.klasse) erlebt, danach nicht mehr. Es gibt bestimmt solche Menschen, aber ich weiß, dass nicht alle oder nicht mal der Großteil der Frauen-Freundschaft so funktionieren. Eher im Gegenteil.
    neu.gierig.toll.kühn

  12. Inaktiver User

    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    das waren z.t. jahrzehntelange freundschaften, innerhalb derer dieses verhalten aufgetreten ist. und nein, ich denke nicht, dass ich ständig an die falschen personen gerate. das sind einfach auch psychodynamiken, die in einer bestimmten ausprägung nicht ungewöhnlich sind, aber wenn man sich dann schadenfroh verhält, mit tendenzen, die ja schon sadistische züge aufweisen wenn jemand gerade fast erstickt wäre und man sich noch mehrfach darüber lustig macht, oder eine freundin sich schwer verletzt, dann beende ich diese kontakte natürlich für immer. ich habe allerdings auch bei bekanntschaften immer und immer wieder erlebnisse gehabt, bei denen ich den eindruck hatte, dass da jemand v.a. dingen irgendwie einen vergleich sucht. ich denke das ist dann vielleicht auch dem zeitgeist geschuldet und nicht nur den individuen. ich kann für meinen teil jedoch sehr gut auf derartige kontakte verzichten. ich bin kein shitmagnet für leute, das waren ja z.t. auch kommilitonen oder arbeitskollegen. ich sortiere da mittlerweile noch sehr viel schneller aus als früher, weil mir so eine offenheit nie etwas gebracht hat, aber das kann jede natürlich selbst entscheiden, wein trinken und über beziehungsprobleme reden gibt mir persönlich auch einfach gar nichts. ich kenne auch genug frauen, mit denen man das nicht machen muss oder nicht in so einer epischen breit von drei stunden.

  13. Alter Hase
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Neonsociety, ist dein Problem jetzt eigentlich, dass du mit emotionalen Problemen zugeschwallert wirst, obwohl du das nicht hören willst, oder dass dieselben Leute dich später so schlecht behandeln? Oder beides?

    Ersteres finde ich schon zentral für eine Freundschaft, also dass man in schwierigen Phasen füreinander da ist, und sei es nur durch zuhören. Letzteres geht natürlich gar nicht, und hab ich auch so noch nie erlebt.

  14. V.I.P. Avatar von wieauchimmer
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Ich ebenfalls nicht und ich sehe da auch den Zusammenhang nicht. Ist natürlich total daneben, solche Leute würde ich auch nicht mehr treffen.

  15. Enthusiast Avatar von jadore
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    ich kenne das schon auch so, dass oftmals Freundschaften zwischen Frauen eher emotionalere Themen abdecken, während Freundschaften zwischen Frauen und Männern da oft "ausgewogener" sind, jedenfalls ist das meine persönliche Erfahrung.
    das liegt natürlich auch daran, dass Frauen eher so sozialisiert sind, über ihre Gefühle zu sprechen und es daher tatsächlich auch oftmals besser können. ich werte das also auch als durchaus positiv, dennoch kann es überhand nehmen und ich hatte das auch in Freundschaften schon so, dass es sehr einseitig nur um Männer/gefühlschaos ging und dabei andere interessante Themen auf der strecke blieben. ich war da auch schonmal in der rolle derjenigen, die sehr viel über ihre Gefühle geredet hat, aber so insgesamt kann man das halt schon auch mal kritisch hinterfragen.

    allerdings: dieses asoziale verhalten von den Freundinnen von neonsociety ist dann natürlich nochmal ein anderes Blatt. das habe mich so noch nicht erlebt.
    für mich klingt es ein bisschen so, als ob diese Freundinnen dich um etwas (deine emotionale Stabilität, dein leben?) beneidet hätten und es deshalb gut gefunden hätten, wenn dir auch mal ein "malheur" passiert (an pizza verschlucken, peinliche sache aus der Vergangenheit etc.). in schlechten Zeiten wiederum brauchten sie deine emotionale Stabilität. hätte mit denen auch auf jeden fall "Schluss gemacht". sehe es aber auch so, dass das nicht immer so laufen muss bzw. in normalen Freundschaften auch nicht so läuft.

  16. Inaktiver User

    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    jadore: das kann natürlich sein. ich habe allerdings kein interesse daran, mit über 30 noch zu analysieren, weshalb erwachsene personen so reagieren. für so einen zirkus fühle ich mich tatsächlich einfach zu alt. ich habe beispiele im bekanntenkreis, bei denen es einfach nicht mehr gepasst hat und man das aussprechen konnte, in anderen fällen ist einem vielleicht auch einfach unterbewusst klar, dass man nicht mehr zusammen passt. schadenfreude etc. drückt ja im grunde genommen nichts anderes als antipathie aus und dann sollte man die freundschaft eben am besten beenden, aber ich bin mir nicht sicher, ob einem das dann auch tatsächlich bewusst ist (und einige personen benötigen in ihrem leben auch einfach einen fußabtreter um von der eigenen dysfunktionalität abzulenken...). eifersucht wegen irgendeiner ex-beziehung fände ich wenigstens nachvollziehbar, da ist es dann auch tatsächlich am einfachsten, wenn man sich einfach aus dem weg geht, aber diesen fall hatte ich noch nie.

    ansonsten stimme ich dir im ersten absatz zu; es wäre auch irgendwie absurd anzunehmen, dass weibliche sozialisation frauenfreundschaften oder bekanntschaften nicht prägt. ob man dann soziale relationen gemäß dieser sozialisation führen kann und möchte oder nicht ist eben auch eine aktive entscheidung. freunde und bekannte von mir, bei denen das nicht der fall ist stammen auch meistens aus einem milieu oder politischen spektrum, in dem man zumindest versucht, die eigene sozialisation zu hinterfragen bzw. zumindest ein stück weit zu transformieren.

    ich beende sicherlich keine freundschaft, wenn jemand akut eine krise hat oder irgendein onlinedate versemmelt ist, aber habe sowohl aktiv als auch passiv schon häufig genug mitbekommen, dass diese themen, bei denen man sich ja letztlich immer in relation zu männern begreift dann doch den dreh- und angelpunkt von freundschaften darstellen, zumindest, wenn diese länger geführt werden. so ein bisschen wie diese kiffercliquen in meiner schulzeit, die sich eben hauptsächlich zum kiffen treffen und wenn man nicht mehr mitkiffen möchte hat man sich nichts mehr zu sagen, nuff said.
    Geändert von Inaktiver User (04.10.2019 um 07:49 Uhr)

  17. Alter Hase
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Hm, ich glaube, solche Freundschaften, die sich nur um Männerkram drehen, habe ich tatsächlich nicht (und nie gehabt). Ich habe Freundinnen, die handfeste Eheprobleme haben, wo auch Kinder dranhängen, aber das fällt für mich nicht in ramdom Männerkram, sondern eher in Lebenskrise. Da geht es nicht nur um den Mann, sondern um die Gesamtsituation. Und es gibt immer auch andere Themen.

  18. Enthusiast Avatar von jadore
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    ich glaube auch tatsächlich, dass diese Freundschaften am häufigsten bei Frauen in ihren Zwanzigern ohne Kinder auftreten. mit Kindern oder fest im Arbeitsleben hat man dann evtl ganz andere Probleme, als die ganze zeit über Männer und emotionale Dramen zu sprechen, außerdem haben die meisten Frauen mit dem alter dann auch mehr Selbstbewusstsein.

  19. Foreninventar Avatar von Ally Mc Beal
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    ich glaube auch tatsächlich, dass diese Freundschaften am häufigsten bei Frauen in ihren Zwanzigern ohne Kinder auftreten. mit Kindern oder fest im Arbeitsleben hat man dann evtl ganz andere Probleme, als die ganze zeit über Männer und emotionale Dramen zu sprechen, außerdem haben die meisten Frauen mit dem alter dann auch mehr Selbstbewusstsein.
    ist das bei euch wirklich so? als single kann es doch auch später zu emotionalen dramen kommen? in meinem freundeskreis ist das so udn wenn ich single wäre, wäre es bei mir auch nicht anders, glaube ich.
    «Le monde est irréel, sauf quand il est chiant.»

  20. Enthusiast Avatar von jadore
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    AW: Wie mit der ehemals tollen Freundschaft umgehen?

    ich erlebe es zumindest in meinem Freundeskreis (ende 20, Anfang 30) so, dass zum einen viele mittlerweile "ihren" Partner gefunden haben oder als Single sich okay bis sehr zufrieden fühlen und zumindest die Frequenz von one night Stands und extrem seltsamen Geschichten schon abgenommen hat. und dass dahingegen Sachen wie Job und andere dinge (Politik, "Hobbys"...) wichtiger geworden sind.

    also ich meine damit nicht, dass es nicht trotzdem zu Dramen kommen kann und Leute einander verletzen, sich trennen etc. und dann auch emotionalen Support brauchen, aber es geht halt niemand mehr jedes Wochenende feiern und schleppt verschiedene typen ab und ist völlig blauäugig und weiß nicht, was sie will. ich persönlich würde zB auch einige Typen, bei denen ich red flags sehe, von vornherein auch gar nicht mehr daten, das war früher anders.
    und ich fand dieses "über typen reden" und alles mögliche analysieren (gar nicht mal unbedingt mit nem Leidensdruck dahinter) früher auch einfach interessanter.

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