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Ergebnis 1 bis 18 von 18
  1. Enthusiast Avatar von mrs_november
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    Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Mich würde mal interessieren, wie leicht es euch fällt, mit Anfang - Mitte - Ende 30 neue Freundschaften zu schließen.

    Ich glaube ich bin gerade in einem Alter, wo bei vielen alten Freundschaften die Interessen auseinander gehen. Der Klassiker: Freund*innen von früher haben Haus und Kind und man trifft sich halt eher zum Kaffee trinken und nur noch selten zum Weggehen. Deswegen ist mir die Freundschaft immer noch wichtig, aber gleichzeitig will ich eben auch weiterhin ausgehen, auf Konzerte etc. und das gerne nicht alleine. Also versuche ich, offen für neue Leute zu sein und Freundschaften zu schließen.

    Ich hatte das Glück, vor 2-3 Jahren zwei tolle Freundinnen zu finden, mit denen alles von Anfang an total easy und super lief. Wir sind komplett auf einer Wellenlänge, Interesse war und ist von beiden Seiten immer ungefähr gleich viel vorhanden.

    Leider läuft es nicht immer so und man hat ja dann auch schon seine - oft schmerzhaften - Erfahrungen gemacht, die einen dann vorsichtig werden lassen. Bei mir ist es oft so, dass ich mich für neue Bekanntschaften (zu) schnell begeistern kann. Dann versuche ich, Freundschaft zu schließen, investiere sehr viel, und irgendwann kommt dann eine Situation, wo es komisch wird. Also Missverständnisse oder das Gefühl, dass von der anderen Seite nix zurück kommt oder ich nerve. Und dann werfe ich sehr schnell das Handtuch. Zum einen, weil ich die oben geschilderten Freundinnen als Maßstab nehme und mir wünsche, es wäre immer so. Zum anderen, weil ich das Gefühl habe, keine Kraft und Energie mehr in solche Bekanntschaften investieren zu wollen, wenn es kompliziert wird und die Befürchtung, dass das dauerhaft so läuft und mir nicht gut tut. Und ich fühle mich auch schnell getriggert und an negative Erfahrungen (die ja nur einen kleinen Teil der Erfahrungen ausmachen) erinnert.

    Weniger enthusiastisch sein und sich etwas zurückhalten wäre natürlich schlau. Aber das entspricht so gar nicht meinem Naturell und ich habe auch das Gefühl, dass dann nichts "vorwärts geht". Und ich will keine Freundschaft anfangen, indem ich mich verstelle.

    Kann das jemand nachvollziehen? Ich habe irgendwie das Gefühl, dass das alles viel schwieriger ist als früher. Wie macht ihr das? Lernt ihr neue Leute kennen und wie geht ihr an die Sache heran?

  2. V.I.P. Avatar von hui
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Mir ging es früher sehr ähnlich wie dir mit dem schnell drin, schnell draußen. Irgendwann war mir das zu viel Energie und es tat auch einfach weh. Teilweise waren das wirklich keine guten Freundschaften, wo es mich mehr ärgert überhaupt eng mit denen befreundet gewesen zu sein, als dass das endete, wenn man von Ärger sprechen kann.
    Und jetzt bin ich einfach froh über die Menschen, die ich schon länger kenne, selbst wenn sie nicht „perfekt“ sind, weil das gewachsene bei diesen Freundschaften an sich schon wertvoll ist, außerdem haben sie natürlich auch alle Eigenschaften, für die ich sie mag.
    Ich bin vor einem Jahr umgezogen und musste hier neue Kontakte finden. Zwei bis drei würde ich als relativ eng und verlässlich bezeichnen, auch wenn wir uns nicht so oft sehen. Damit meine ich, dass ich mir vorstellen kann, dass diese Kontakte auch nach einem Wegzug bestehen bleiben könnten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in nem Jahr hier wieder weg ziehe.
    Was ich schwierig finde ist die Nähe, wenn ich nicht nur emotionale Unterstützung brauche, die kann ich ja auch per Telefon oder schreiben von anderen kriegen, sondern auch physischen Kontakt, dass man zusammen was unternimmt, zur Stärkung oder Ablenkung. Und natürlich auch der „simple“ physische Kontakt gemeinsamer treffen und Unternehmungen.
    Das eine ist ja schon eine intimere Stufe, auf die sich beide Seiten einlassen müssen, das andere hat viel mit zeitlichen Prioritäten und gemeinsamen Interessen zu tun. Und ich merke, dass ich, wahrscheinlich gerade wegen meiner vorherigen Erfahrungen, bei beiden Aspekten schüchterner geworden bin, aber auch selber nicht mehr bzw momentan nicht so viel Energie dafür habe.
    Ich bin momentan Anfang 30 und will wie gesagt hier bald wieder wegziehen. Nur weiß ich nich gar nicht, wohin, ich werde auch gucken müssen, wo ich überhaupt Arbeit finde. Und da überlege ich dann auch manchmal, wie das werden wird mit neuen Kontakten. Ich bin Single und will ungerne in eine Großstadt ziehen. Und ich vermute, dass neue Leute mit Mitte 30 nochmal schwieriger in kleineren Städten oder ländlicher Gegend zu finden sind, weil es ja weniger Menschen pro qm gibt und dann wohl wirklich viele Familie haben werden.
    Bislang habe ich bei meinem langjährigen Freundeskreis auch fast nur großstadtsingles, niemand hat ein Kind.
    Wir wohnen nicht in erster Linie, um zu repräsentieren, sondern um uns wohlzufühlen.


  3. Enthusiast Avatar von mrs_november
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Danke für deine Antwort! Auf jeden Fall sollte man die Freundschaften wertschätzen, die man schon hat. Aber wenn sich da eben - wie in meinem Fall - die Interessen auseinander entwickeln oder - wie in deinem Fall - räumliche Distanz dazu kommt, reicht das manchmal einfach nicht. Für mich bedeutet Freundschaft auf jeden Fall auch phsyischen Kontakt, also persönliche Treffen.

    Ich vermute auch, dass es später eher noch schwieriger wird. Und ich habe auch das Gefühl, dass viele Leute mit zunehmendem Alter (+ Familie) nicht mehr so viel Wert auf Freundschaften legen oder nicht mehr so die Zeit/Priorität dafür haben.

  4. Enthusiast Avatar von wunder
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Ich glaube eine gute Taktik ist, die alten Freundschaften, mit denen die Interessen/Prioritäten auseinander gehen, so zu halten, wie sie aktuell sind. Ab und zu telefonieren, auf einen Kaffee vorbeikommen, über ihre Kinder reden oder das Haus oder whatever, die Entwicklung zulassen. Irgendwann, vielleicht in fünf oder zehn Jahren, ist man vielleicht wieder auf dem gleichen Level, was die Interessen betrifft und dann ist man froh, wenn man einander noch hat.
    Wenn diese Freundschaften schon lange bestehen und eine gewisse "Tiefe", "Gefühle" da sind, überstehen sie dieses Auseinanderdriften vielleicht auch und wenn man sich auf die neuen Themen einlässt, kann es vielleicht doch auch ganz interessant sein.
    Und die neuen Freunde.. ich kann das auch nicht gut, aber in letzter Zeit beobachte ich, dass gerade in der Großstadt viele so "Bekannte" haben. Mit dem einen geht man in's Kino, mit dem anderen mal auf eine Party und mit zwei geht man irgendeinem Hobby nach.. und es ist gar nicht schlimm, dass einen sonst nicht so viel verbindet. Hauptsache, man ist sich sympathisch und nicht allein. Und wenn dann doch mal eine richtige Freundschaft draus wird, umso besser.
    Ich verfolge diese Taktik jetzt mal ein bisschen.
    Viele machen das mit Arbeitskollegen so, oder eben mit Leuten, die sie über das Hobby kennenlernen..

  5. Stranger
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    ich bin Anfang 30 und mich beschäftigt das Thema Freundschaften im Moment auch sehr. Ich finde es sehr schwierig im Moment neue Freundschaften zu finden, die über den Grad "wir sind bekannte" oder Arbeitskollegen hinaus gehen. Mir fehlt es gerade jm zu haben, mit dem man zB. sponatan ins Kino kann, sich Samstag abend entspannt in ner Bar treffen kann etc. Mein gesamter Freundeskreis hat in den letzten Jahren Kinder bekommen und Treffen finden jetzt am liebsten nur noch vormittags statt, am besten in einem Cafe mit guter Kinderspielecke, Ausflüge müssen kinderfreundlich sein, bzw entspannte Treffen Samstag Abend sind grade nicht möglich, weil zu müde, Kind schläft nicht ohne die Mutter etc.
    Ich versuche sehr viel verständnis für die Situation aufzubringen und es ist letztendlich auch eine normale Entwicklung im Leben, dass Freunde Familien gründen. Ich selbst habe keine Kinder und merke aber immer wieder, dass es mich enttäuscht, jetzt auf einmal kaum mehr jm zu finden, der am wochenende etwas unternehmen will (ich meine damit auch garnicht nächte durchz ufeiern o.ä es geht mir eher darum, sich wieder zu sehen, sich zu unterhalten, nen glas wein zusammen zu trinken etc ) und dass sich die sozialen Kontakte jetzt stark beschränken. Nicht nur zeitlich, auch inhaltlich. Ich habe mich jetzt für einen Kurs in meiner Stadt angemeldt, vllt habe ich ja Glück und ich kann dadurch meinen Freundeskreis erweitern
    Geändert von euronixe (05.10.2019 um 22:12 Uhr)

  6. Fresher
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Was für einen Kurs machst du denn?

    Ich finde es generell auch schwierig neue Leute kennen zu lernen, mit denen sich dann wirklich eine Freundschaft entwickelt und es nicht auf der (gute) Bekannte Ebene hängen bleibt.
    Wenn in den letzten Jahren bei mir Kontakte entstanden sind, dann meist bei der Arbeit oder über Freunde. Aber oft war es dann doch so, dass der Kontakt wieder einschlief mit der Zeit. Oder man merkte, dass es doch nicht so recht passt und auch langfristig oberflächlich blieb.

  7. Addict Avatar von sleepaholik
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    MrsNovember,
    ich weiß nicht, ob es ganz gleich ist, aber ich bin gerade in der Situation, dass ich noch meine Freundinnen aus der Schulzeit habe, die ich also teilweise seit über 20 Jahren kenne. Ich liebe es, mit ihnen was zu machen, weil man auch einfach mal zwei Stunden schweigend nebeneinander sitzen und einfach 'sein' kann. Wir haben den gleichen Humor, natürlich Insider etc. Und seit der Schulzeit habe ich auch niemanden mehr außer meinem Ex gefunden, mit dem ich solch eine Beziehung hatte, und mittlerweile habe ich Angst, dass es auch niemanden mehr geben wird, mit dem ich auf ein solches Level komme. Mit den Leuten vor Ort hat es sich etwas auseinandergelebt, aus den Gründen wie Euronixe schreibt. Einer hat mir letztens gesagt, seine Prioritäten wären Beruf - Familie - Fußballspielen - Freunde. Also wenn er wählen müsste, ob er Freunde trifft oder Fußballspielen geht, wählt er eher den Fußball. Das finde ich mega schade. Und ich weiß aber auch nicht, wie ich Menschen kennenlernen soll, meine bisherigen Versuche waren echt nicht so glücklich. Entweder ich bin in eine Gruppe gekommen, die schon 'fertig' war, oder es waren einfach Menschen, mit denen es nicht gepasst hat. Und, wie Euronixe schreibt, ich hab eigentlich keine hohen Ansprüche, aber mir fehlt es auch, jemanden zu haben, mit dem man mal Samstagvormittag im Cafe versackt oder spontan abends ins Kino geht...
    If there's nothing left to burn, you have to set yourself on fire

  8. Enthusiast Avatar von mrs_november
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Zitat Zitat von wunder Beitrag anzeigen
    IUnd die neuen Freunde.. ich kann das auch nicht gut, aber in letzter Zeit beobachte ich, dass gerade in der Großstadt viele so "Bekannte" haben. Mit dem einen geht man in's Kino, mit dem anderen mal auf eine Party und mit zwei geht man irgendeinem Hobby nach.. und es ist gar nicht schlimm, dass einen sonst nicht so viel verbindet. Hauptsache, man ist sich sympathisch und nicht allein. Und wenn dann doch mal eine richtige Freundschaft draus wird, umso besser.
    Ich verfolge diese Taktik jetzt mal ein bisschen.
    Viele machen das mit Arbeitskollegen so, oder eben mit Leuten, die sie über das Hobby kennenlernen..
    Uff, ja, das versuche ich auch, aber ich finde es so wahnsinnig anstrengend. Ich habe einige Leute über ein Hobby kennen gelernt und sehe die teilweise wöchentliche. Und ich finde es so schwer, da nicht gleich eine gewisse emotionale Bindung aufzubauen, wenn die Leute mir sympathisch sind, und kann gleichzeitig nicht einschätzen, ob die Leute an einer tiefergehenden Freundschaft interessiert sind.

    Zitat Zitat von euronixe Beitrag anzeigen
    ich bin Anfang 30 und mich beschäftigt das Thema Freundschaften im Moment auch sehr. Ich finde es sehr schwierig im Moment neue Freundschaften zu finden, die über den Grad "wir sind bekannte" oder Arbeitskollegen hinaus gehen. Mir fehlt es gerade jm zu haben, mit dem man zB. sponatan ins Kino kann, sich Samstag abend entspannt in ner Bar treffen kann etc. Mein gesamter Freundeskreis hat in den letzten Jahren Kinder bekommen und Treffen finden jetzt am liebsten nur noch vormittags statt, am besten in einem Cafe mit guter Kinderspielecke, Ausflüge müssen kinderfreundlich sein, bzw entspannte Treffen Samstag Abend sind grade nicht möglich, weil zu müde, Kind schläft nicht ohne die Mutter etc.
    Ich versuche sehr viel verständnis für die Situation aufzubringen und es ist letztendlich auch eine normale Entwicklung im Leben, dass Freunde Familien gründen. Ich selbst habe keine Kinder und merke aber immer wieder, dass es mich enttäuscht, jetzt auf einmal kaum mehr jm zu finden, der am wochenende etwas unternehmen will (ich meine damit auch garnicht nächte durchz ufeiern o.ä es geht mir eher darum, sich wieder zu sehen, sich zu unterhalten, nen glas wein zusammen zu trinken etc ) und dass sich die sozialen Kontakte jetzt stark beschränken. Nicht nur zeitlich, auch inhaltlich.
    Das kann ich genau so unterschreiben. Meine Freund mit Kindern geben sich teilweise schon Mühe, das Gespräch auch auf Themen zu bringen, die sich nicht um Kinder drehen und fragen auch nach. Aber die Tiefe fehlt irgendwie trotzdem, weil man viele Erfahrungen nicht mehr gemeinsam macht.

    Zitat Zitat von sleepaholik Beitrag anzeigen
    MrsNovember,
    ich weiß nicht, ob es ganz gleich ist, aber ich bin gerade in der Situation, dass ich noch meine Freundinnen aus der Schulzeit habe, die ich also teilweise seit über 20 Jahren kenne. Ich liebe es, mit ihnen was zu machen, weil man auch einfach mal zwei Stunden schweigend nebeneinander sitzen und einfach 'sein' kann. Wir haben den gleichen Humor, natürlich Insider etc. Und seit der Schulzeit habe ich auch niemanden mehr außer meinem Ex gefunden, mit dem ich solch eine Beziehung hatte, und mittlerweile habe ich Angst, dass es auch niemanden mehr geben wird, mit dem ich auf ein solches Level komme. Mit den Leuten vor Ort hat es sich etwas auseinandergelebt, aus den Gründen wie Euronixe schreibt. Einer hat mir letztens gesagt, seine Prioritäten wären Beruf - Familie - Fußballspielen - Freunde. Also wenn er wählen müsste, ob er Freunde trifft oder Fußballspielen geht, wählt er eher den Fußball. Das finde ich mega schade. Und ich weiß aber auch nicht, wie ich Menschen kennenlernen soll, meine bisherigen Versuche waren echt nicht so glücklich. Entweder ich bin in eine Gruppe gekommen, die schon 'fertig' war, oder es waren einfach Menschen, mit denen es nicht gepasst hat. Und, wie Euronixe schreibt, ich hab eigentlich keine hohen Ansprüche, aber mir fehlt es auch, jemanden zu haben, mit dem man mal Samstagvormittag im Cafe versackt oder spontan abends ins Kino geht...
    Das geht mir teilweise auch so, wobei ich eben vor einiger Zeit das Glück hatte, zwei Freundinnen zu finden, mit denen es fast inniger ist, als es mit alten Schulfreunden jemals war. Ich kann also berichten, dass es schon noch funktioniert. Aber das führt dann eben auch dazu, dass man hohe Ansprüche hat.

    Eine Freundin von mir ist Mitte 40 und geschieden, die Kinder sind schon etwas älter. Wenn ich ihren Freundeskreis so anschaue, macht mir das manchmal Mut, dass es bei mir auch wieder anders wird.

  9. Stranger
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    [QUOTE=Clare_;1073159349]Was für einen Kurs machst du denn?

    Ich mache einen Englischkurs, das war schon immer mein Hobby Der Kurs an sich ist sehr schön, die Leute auch wirklich nett und offen, nur leider eher eine ältere Zielgruppe, also tendenziell so 50+

    Ich habe in den letzen Wochen wieder festgestellt wie sehr sich die Lebenspläne in unserem Freundeskreis doch mittlerweile unterscheiden und dass es als "normal" gilt, Anfang 30 verheiratet zu sein, bzw zumindest einen Partner zu haben, Kinder zu wollen und ein Eigenheim zu kaufen. Alles Dinge, die auf mich nicht zutreffen und die ich auch nicht als "normal" ansehen würde... WAs ist schon "normal". Manchmal frage ich mich, wie kompaktibel diese unterschiedlichen Lebensentwürfe in einem Freundeskreis sein können, um sich längerfristig nicht auseinander zu entwickeln....oder ob das wirklich nur eine Phase ist...

  10. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Zitat Zitat von mrs_november Beitrag anzeigen
    Mich würde mal interessieren, wie leicht es euch fällt, mit Anfang - Mitte - Ende 30 neue Freundschaften zu schließen.

    Ich glaube ich bin gerade in einem Alter, wo bei vielen alten Freundschaften die Interessen auseinander gehen. Der Klassiker: Freund*innen von früher haben Haus und Kind und man trifft sich halt eher zum Kaffee trinken und nur noch selten zum Weggehen. Deswegen ist mir die Freundschaft immer noch wichtig, aber gleichzeitig will ich eben auch weiterhin ausgehen, auf Konzerte etc. und das gerne nicht alleine. Also versuche ich, offen für neue Leute zu sein und Freundschaften zu schließen.

    Ich hatte das Glück, vor 2-3 Jahren zwei tolle Freundinnen zu finden, mit denen alles von Anfang an total easy und super lief. Wir sind komplett auf einer Wellenlänge, Interesse war und ist von beiden Seiten immer ungefähr gleich viel vorhanden.

    Leider läuft es nicht immer so und man hat ja dann auch schon seine - oft schmerzhaften - Erfahrungen gemacht, die einen dann vorsichtig werden lassen. Bei mir ist es oft so, dass ich mich für neue Bekanntschaften (zu) schnell begeistern kann. Dann versuche ich, Freundschaft zu schließen, investiere sehr viel, und irgendwann kommt dann eine Situation, wo es komisch wird. Also Missverständnisse oder das Gefühl, dass von der anderen Seite nix zurück kommt oder ich nerve. Und dann werfe ich sehr schnell das Handtuch. Zum einen, weil ich die oben geschilderten Freundinnen als Maßstab nehme und mir wünsche, es wäre immer so. Zum anderen, weil ich das Gefühl habe, keine Kraft und Energie mehr in solche Bekanntschaften investieren zu wollen, wenn es kompliziert wird und die Befürchtung, dass das dauerhaft so läuft und mir nicht gut tut. Und ich fühle mich auch schnell getriggert und an negative Erfahrungen (die ja nur einen kleinen Teil der Erfahrungen ausmachen) erinnert.

    Weniger enthusiastisch sein und sich etwas zurückhalten wäre natürlich schlau. Aber das entspricht so gar nicht meinem Naturell und ich habe auch das Gefühl, dass dann nichts "vorwärts geht". Und ich will keine Freundschaft anfangen, indem ich mich verstelle.

    Kann das jemand nachvollziehen? Ich habe irgendwie das Gefühl, dass das alles viel schwieriger ist als früher. Wie macht ihr das? Lernt ihr neue Leute kennen und wie geht ihr an die Sache heran?
    Uff. Das ist ein interessantes Thema. Ich bin selbst Mitte dreißig und habe aber einige Freunde, die ein bisschen jünger sind ~ Ende zwanzig und ich finde tatsächlich, dass diese Leute sich recht schnell emotional öffnen. Tatsächlich ist die Altersspanne in meinem Freundes-/ Bekanntenkreis recht hoch, eine Freundin ist zehn Jahre jünger als ich und eine ist schon Ende vierzig.
    Bei denen, die über Mitte dreißig sind, gibt es schon einige, die ich jetzt sehr viel seltener sehe als vor ein paar Jahren - allerdings liegt das eher an ihren beruflichen Verpflichtungen (also zum Beispiel bei einer ziemlich zarten Person ein 40 h Job plus ein langer und anstrengender Arbeitsweg, wenn sie nach Hause kommt, hat sie häufig keine Kraft mehr, Leute zu treffen) als daran, dass sie Kinder und Familie haben. Hm. Ansonsten denke ich, dass Freundschaften tatsächlich ziemlich viel Zeit brauchen, um zu wachsen. Nach einer bestimmten Anzahl langer Gespräche, gemeinsamer Erlebnisse etc. fängt man an, jemanden als Freundin statt als Bekannte zu bezeichnen, aber wie viele das sind, ist vermutlich von Person zu Person sehr unterschiedlich... Lustigerweise habe ich letzten Freitag zwei Personen getroffen, mit denen ich vor vier Jahren einige Monate viel zu tun hatte und dann gar nichts mehr (weil ich Stress hatte, nicht weil ich die Personen nicht mehr treffen wollte) und als wir uns gesehen haben, hatten wir alle das Gefühl, uns schon "ewig zu kennen" und es hat das Treffen sehr schnell emotional unanstrengend und schön gemacht.
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  11. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Ich bin Mitte 30 und während Paarbeziehung bislang nicht ansatzweise stattfand, funktionieren Freundschaften bei mir irgendwie zumindest in den letzten 15 Jahren sehr gut und leicht, mit Männern und Frauen. Am Kinderkriegen auseinandergegangen ist eine Freundschaft, würd ich sagen, ca ein Viertel meiner Freund_innen hat während wir schon befreundet waren Kinder bekommen. Insofern meine Freundschaften auch gut mit gelegentlichen Telefonaten funktionieren, bin ich da auch optimistisch bezüglich der noch zu erwartenden Kinder bei meinen jüngeren Freund_innen.
    Meine neueren engeren Freund_innen kenne ich aus der Kirche und sie sind ca 15 Jahre älter als ich und haben Kinder zwischen 15 und 22 (die ich auch unterschiedlich gut kenne und die natürlich auch mal Thema sind, aber halt nur eins unter vielen), ansonsten grob gleichaltrige Kolleg_innen, sei es aus derselben Klinik (Kliniken sind groß und es gibt sowohl interne als auch nach extern Fluktuation, so dass man öfter mal neue Leute trifft) oder bundesweit aus irgendwelchen Arbeitsgruppen oder so.
    Wenn ich so drüber nachdenke, wird es für mich immer einfacher seitdem ich erwachsen bin, in der Jugend hatte ich keine Freund_innen (als Kind schon) und musste das erstmal wieder lernen, scheint zu funktionieren

  12. Get a life! Avatar von SunburntParanoid
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    mein aktueller freundeskreis besteht momentan primär aus menschen, die ca 10 jahre jünger als ich sind.
    eben einfach weil die freunde, die in meinem alter sind nur noch mit ihren kindern beschäftigt sind. und ich selbst bin eben eine kinderlose 35jährige, die nicht dem standard "heiraten, kinder, haus" nacheifert.ich treib mich daher einfach noch mit jüngeren leuten in der kneipe rum.


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  13. Addict Avatar von fliegen_lernen
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Zitat Zitat von SunburntParanoid Beitrag anzeigen
    mein aktueller freundeskreis besteht momentan primär aus menschen, die ca 10 jahre jünger als ich sind.
    eben einfach weil die freunde, die in meinem alter sind nur noch mit ihren kindern beschäftigt sind. und ich selbst bin eben eine kinderlose 35jährige, die nicht dem standard "heiraten, kinder, haus" nacheifert.ich treib mich daher einfach noch mit jüngeren leuten in der kneipe rum.
    Das finde ich immer so krass zu lesen, weil in meinem größten und ältesten Freundeskreis noch ganz wenige Leute Kinder haben, aber trotzdem irgendwie viel mehr zuhause rumhängen, aber eben mit Partner, oder viel mit dem Partner allein unterwegs sind, was ich sehr schade finde.
    Ich hab da immer das Gefühl, dass ich mit Kindern noch mehr Interesse an gemeinsamen Unternehmungen habe als die...
    Also dieses "Verschanzen" zu Hause findet in meinem Umfeld durchaus auch bei Kinderlosen statt.
    let the good times roll.

  14. Enthusiast Avatar von wunder
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Sunburnt, wo lernst du diese 25-jährigen denn eigentlich kennen?

  15. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Meine neueren engeren Freund_innen kenne ich aus der Kirche
    Oh ja, aus der Synagoge/ jüdischen Organisationen kenne ich auch einige coole Leute, mit denen ich befreundet bin. Was mir aber noch durch den Kopf gegangen ist (auch beim Lesen der Verschanzen-Situationen), ist, dass man (oder zumindest: ich) auch ein ganz anderes Bild von Freundschaften von über Dreißigjährigen hat als von Leuten in den Zwanzigern... damals bin ich mehrmals mit Freundinnen zusammen in den Urlaub gefahren, jetzt ist meine "Vorstellung" so, dass man entweder als Paar fährt oder allein... aber warum eigentlich... als Single sollte man auch in den Dreißigern mit seinen Freunden noch gut zusammen in den Urlaub fahren können.
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  16. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Meine Eltern sind fast 70 und fahren seit ein paar Jahren wieder als Paar mit einem befreundeten Paar in Urlaub, mit dem sie das schon vor fast 50 Jahren gemacht haben. Und ein Freund und eine Freundin von mir, die auch sehr gut befreundet sind, waren mal zu zweit im Urlaub während seine Freundin nicht mit war.

    Es gibt da ja keine Regeln.

    Wenn gerade aber alle viel arbeiten und die meisten Freund_innen Familienurlaub mit Kleinkind machen, ist das schwieriger als im Studium oder in Rente.
    Aber wenn es mitjemandempasst von Zeit und Ziel und Urlaubsstil, warum nicht?

  17. Member Avatar von Anin
    Registriert seit
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Längeren Urlaub mache ich tatsächlich hauptsächlich mit Freundinnen. Sei es, weil wir beide Single sind oder zB Freund andere Urlaubspläne/kein Geld/keine Zeit. Als ich mal niemanden gefunden habe, habe ich eine Gruppenreise gemacht.

  18. Get a life! Avatar von SunburntParanoid
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    AW: Neue Freundschaften schließen mit Mitte 30

    Zitat Zitat von wunder Beitrag anzeigen
    Sunburnt, wo lernst du diese 25-jährigen denn eigentlich kennen?
    primär sind sie aus dem kollegenstamm. viele sind studentische aushilfen ("gastro halt " ), die eben locker drauf sind und mit denen man nach der schicht noch was trinken geht und dann wird das mit manchen von ihnen eben auch eine richtige freundschaft.
    generell hab ich sehr viele freunde aus gastro-leuten. sind eben die einzigen, die man nach der schicht ab 1 uhr nachts noch unter der woche in kneipen trifft


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