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  1. Stranger

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    Verliebt in Arbeitskollegen - wie besser abgrenzen?

    Ich habe mich selbst in eine sehr dumme Situation gebracht, und zwar habe ich mich in meinem (vergebenen) Arbeitskollegen verliebt. Da ich fast jeden Tag deswegen heule, bin ich auf der Suche nach Tipps, wie ich mich in der Arbeit besser abgrenzen kann, sodass ich stabiler werde und besser darüber hinweg komme.

    Der Arbeitskollege sitzt seit Anfang Sommer neben mir im Büro. Von Anfang an wusste ich, dass er eine Freundin hat und habe mir so gut es ging eingeredet, dass es besser ist, sich gefühlmäßig von ihm fernzuhalten. Leider haben sich trotzdem Gefühle entwickelt (ich weiß, dass das nicht klug war). Aber auch, weil ich immer wieder das Gefühl hatte, dass er sich auch für mich interessiert. Vor kurzem hat sich aber gezeigt, dass er sich nicht näher für mich interessiert.

    Seitdem fühle ich mich mies. Ich bin traurig, weil ich mir mehr erhofft hätte. Weil ich ihn nun nicht näher kennenlernen darf. Weil ich so blöd bin, mich auf sowas einzulassen, wo ich doch von vorhinein wusste, dass er vergeben ist und die Chancen somit schlecht stehen. Ärgere mich, dass ich soviel reininterpretiert habe, wo doch wie sich jetzt zeigt, wenig war. Damit würde ich soweit aber noch klar kommen.

    Wichtig wäre für mich (und da erhoffe ich mir Tipps), wie ich mich in der Arbeit besser abgrenzen kann. Leider sitzt er neben mir, was das ganze kompliziert macht. Am liebsten würde ich mich ganz normal verhalten und mir ihm gegenüber nichts anmerken lassen. Abends und am Wochenende versuche ich daher immer, mich so gut es geht zu stabilisieren. Im Büro schaffe ich es aber selten, mich neutral zu verhalten. Entweder ich bekomme schlechte Laune oder bin traurig (was mich dann wiederum stresst, weil ich es mir nicht anmerken lassen will). Oder er spricht mich an und fragt mich etwas, was mich wiederum freut und doch wieder Hoffnung aufkommen lässt (und später wieder traurig werden lässt).

    Ich versuche derzeit, so gut es geht, auf Abstand zu gehen. Ich spreche ihn so gut es geht nicht an, außer er tut es. Esse häufiger am Platz anstatt gemeinsam essen zu gehen (Mittagspause habe ich auch immer mit ihm und zwei anderen verbracht). Habe mir hilfreiche Posts auf mein Handy gespeichert, sodass ich zwischendurch etwas lesen kann, dass mich aufheitert.

    Wer war schon einmal in einer ähnlichen Situation? Habt ihr weitere Tipps für mich, wie seid ihr mit der Situation umgegangen?

  2. Member

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    AW: Verliebt in Arbeitskollegen - wie besser abgrenzen?

    Welcher Gedanke macht Dich dabei so traurig, dass Du weinst?

    Also ist es z.B. dein Selbstwertgefühl, dass dadurch so richtig geknickt wird, weil Du Dich von jmd mit (aktuell) viel Bedeutung für Dich abgelehnt fühlst.
    Oder „nie wieder werd ich jmd finden, der so gut zu mir passt und vielleicht finde ich nie die wahre Liebe?“, also Hoffnungslosigkeit? Ich frage deshalb, weil man damit dann möglicherweise genauer über AbhilfeStrategien sprechen kann.

    Mir hat in einer schlimmen Liebeskummersituation mal geholfen, dass ich mir bei jedem Zwangsgedanken an ihn (also an das Verliebtsein in ihn) vorgesagt habe, wer mich ansonsten alles lieb hat. Inkl mir selbst. Auch wenn das sehr ungewohnt war anfangs. War übrigens auch wegen eines Kollegen.

    Mann, musste ich mir das oft sagen. Irgendwann musste ich dabei schmunzeln und da taten dann die auf den Mann gerichteten Gedanken schon weniger weh. Hat sich ausgeschlichen sozusagen.

    Nachtrag: Du schriebst, Du hast auch „negative“ Gefühle (hab mal gelernt negative Gefühle gibt’s nicht, also Du ärgerst Dich, bist traurig), „Weil ich so blöd bin, ...“.

    Deine Bedürfnisse zeigen sich in Form der Verliebtheit, Anlass (erstmal nur Anlass) ist der Kollege gerade. Die Bedürfnisse sind richtig und gut und Du solltest Dir da keine Vorwürfe machen. Steh dazu Dir selbst gegenüber. Du bist nicht blöd!

    (Und möglicherweise hat er sich ja sogar uneindeutig verhalten. Für viele ist Flirten kein Loyalitätsproblem in Bezug auf ihre Partnerschaft und die ist trotzdem gut und intakt. Also nicht, dass Dich das in eine neue Hoffnungsschleife schickt.)

    Nachtrag 2: Sonstige Tipps, nix besonderes, Distanz wahren, Professionell bleiben (also Ärger nicht ausleben). Wenn man sich lange kennt und vertraut, kann man ggf auch mit dem Kollegen drüber reden, wieso man sich jetzt etwas distanziert. Menschl Reife mal vorausgesetzt bei ihm. Hat mal ein Kollege mit mir gemacht, der „Konflikt“ ging danach sehr gut aus... arbeiten heute noch gut zusammen. Haben sogar mal ein Projekt gemeinsam geleitet.
    Geändert von Pinkmelon (16.09.2020 um 21:46 Uhr)

  3. Stranger

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    AW: Verliebt in Arbeitskollegen - wie besser abgrenzen?

    Danke für deine ausführliche Antwort

    Eine gewisse Hoffnungslosigkeit und (mangelndes) Selbstbewusstsein spielen auf jeden Fall eine große Rolle.
    Ich bin schon lange Single und war in den letzten Jahren öfters in einer ähnlichen Situation mit Männern wie jetzt. Bei allen war ich interessiert, die Männer vermeintlich auch, aber am Ende wurde dann (von Seiten der Männer) doch nichts draus. Positivere Erfahrungen mit Männern habe ich schon länger nicht mehr gemacht.

    Mich frustriert, dass ich gefühlt immer in die selbe Situation komme. Zweifle auch immer mehr an meiner Wahrnehmung (eigentlich interessiere ich mich/verliebe ich mich nicht so schnell in jemanden und wenn ein Mann eindeutig nicht interessiert ist, entwickelt sich von meiner Seite her auch nichts; bei allen Männern hatte ich das Gefühl, dass da schon auch was von seiner Seite her ist, aber am Ende eben doch nicht oder vll doch nie?). Und eben auch an mir selbst (nicht attraktiv/interessant genug/habe ich mich falsch verhalten).

    Gut finde ich, dass ich meistens zumindest vom Kopf her weiß, dass ich eigentlich in Ordnung bin und nur, weil sich ein Mann nicht auch für mich näher interessiert, die Welt nicht untergeht. Vom Gefühl her schmerzt es mich aber sehr, wenn kein Interesse zurückkommt, und ich fühle mich dann stark abgelehnt.

    Darauf versuche ich so gut es geht aufzubauen. Versuche, mich selbst zu stärken und mir immer wieder bewusst zu machen, was auch an mir und meinem Leben gut und ok ist. Den Tipp, daran zu denken, wer mich sonst auch mag, finde ich gut (das fällt mir nämlich im allgemeinen schwer, mir fallen nicht viele Menschen ein, bei den ich das Gefühl habe, dass sie mich wirklich mögen, obwohl es sicher einige mehr gibt, als ich denke).

    Ansprechen möchte ich die Situation derzeit nicht, dazu kennen wir uns zu wenig. Grundsätzlich fände ich es aber gut, offener sprechen zu können, damit beide wissen, das Sache ist und dann weiterhin gut zusammenarbeiten können, wie es bei dir der Fall war.

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