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  1. Stranger

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    sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    Da ich das später wieder rausnehmen möchte, bitte nicht zitieren /


    Ich bin mit meinem Partner neun Jahre zusammen. Inzwischen haben wir Kinder. Für mich ist mein Partner nur noch "mein bester Freund". Ich merke immer wieder, dass ich ihn sehr schätze, aber eben wie ein Freund. Jeden Tag denke ich, dass ich mir von einer Partnerschaft eigentlich etwas anderes wünsche (z.B. mehr Zärtlichkeit im Alltag). Er kann das nicht. Ich habe es oft angesprochen, aber es hat sich nie etwas geändert, vielleicht auch, weil er es nicht gelernt hat. Ich möchte mich trennen.

    Allerdings bin ich total abhängig und war vor einigen Jahren auch sehr nativ. Ich wohne bei ihm im Haus. Das Haus läuft auf ihn, er bezahlt es ab. Ich bezahle die Nebenkosten mit, beziehe aber auch mein Einkommen von ihm, da er selbstständig ist und ich bei ihm arbeite. Ich habe zwar was ganz anderes gelernt, aber jung und naiv war die Chance toll, bei ihm zu arbeiten. Jetzt sowieso, weil es mich flexibler macht als in jedem anderen Job. Ich habe keine Ahnung, was ich jetzt machen soll. Er weiß, ich möchte wieder in meinem Beruf arbeiten. Daher habe ich mir gedacht, es wäre vielleicht klüger wenn ich mir erst einen Job suche? Vielleicht könnte ich auch zu meinen Eltern ziehen für das Erste, aber dann stünde ich ja immer noch ohne Arbeit zu bzw. ich möchte nach einer Trennung auch nicht mehr unbedingt bei ihm arbeiten müssen.

    Ich bin verzweifelt, ich weiß, ich war sehr naiv und habe mich in ein komplettes Abhängigkeitsverhältnis gegeben. Aber die Vorstellung, mein Leben geht so weiter, macht mir Angst. Also es ist nichts vorgefallen, aber es ist meinerseits einfach überhaupt keine Liebe mehr. Wir leben nebeneinanderher, haben unterschiedliche Erwartungen und Wünsche. Er ist zufrieden, wenn er jeden Tag auf dem Sofa abends liegen kann (Corona außen vor gelassen), mir ist ein Sozialleben wichtig. Ich möchte Urlaub machen, er ist am liebsten zu Hause. Er will heiraten, ich brauche kein Ring für eine Beziehung.....


  2. Member

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    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    naiv hin oder her, das lässt sich nicht ändern, wichtig ist, dass du einen plan machst.
    weiß er, dass du dich trennen willst? oder fällt er dann aus allen wolken? wird es eskalieren?
    einen neuen job suchen halte ich für eine sehr gute idee. auch, dass du bei deinen eltern unterkommen kannst, erstmal.
    hast du dir gedanken gemacht, was mit den kindern werden soll? residenzmodell bei dir? residenzmodell bei ihm? nestmodell? wechselmodell? grundsätzlich darfst du die kinder nicht einfach mitnehmen, wenn du ausziehst, das bedarf seiner zustimmung (oder ist das unverheiratet anders? glaube aber nicht, sofern er auch das sorge- & aufenthaltsbestimmungsrecht hat.)

  3. Member

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    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    was mir aber noch einfällt: überleg dir mal, wie klar du in deiner entscheidung bist. das sozialleben muss ja nicht zwingend an ihn gebunden sein. grundsätzlich denk ich inzwischen, dass der partner nicht alles abdecken kann & muss.
    aber grad wenn dir so sachen fehlen wie die zärtlichkeit im alltag... das ist schon schwierig, das versteh ich gut. & er kann vermutlich nicht aus seiner haut.
    (hab mich letztes jahr getrennt nach 15j, 10j ehe, 2 kinder, finanzielle abhängigkeit...)

  4. Stranger

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    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    Ich bin sehr klar. Ich überlege das auch nicht erst seit ein paar Wochen, es gibt auch keinen anderen und gab auch keinen anderen. Ich weiß nur, ich möchte mein Leben so nicht verbringen. Der Alltag wäre das eine, aber das lieblose in der Beziehung.... das geht so nicht.

    Nein, er weiß von nichts konkret. Aber es gab in den letzten 3 Jahren immer wieder Gespräche, das ich mir mehr Aufmerksamkeit wünsche und nicht "nur" sein Anhängsel, seine Putzfrau und Mitarbeiterin sein will. Dann hat er mal Blumen gebracht, aber einfach nicht verstanden, was mir wirklich fehlt. Wenn ich andere Paare sehe, werde ich immer ganz traurig, weil wir wirklich eher wie Freunde wirken.

    Ich weiß es nicht. Ich möchte natürlich die Kinder bei mir haben. Aber ich kann mir auch ein Wechselmodell vorstellen. Ich will das wir uns im Guten trennen und den Kindern auf jeden Fall nicht den Vater "wegnehmen". Könnte ich auch nicht, habe ich aber auch nicht vor. Wenn er sich daraufeinlässt, würde ich mir 50:50 wünschen. Dafür brauche ich aber einen anderen Job, etwas Geld und ich weiß gar nicht, wie ich das hinkriegen soll.
    Ich stehe ohne alles da. Mir gehört hier das Kücheninventar, ein paar Möbelstücke. Mehr nicht....

  5. Inaktiver User

    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    Sich nen ‚eigenen‘ Job suchen, klingt gut, finde ich. Damit bist du finanziell unabhängiger UND emotional. Das würde dich wachsen lassen.
    Ich würde auch denken, dass du dir auch einfach etwas Zeit lassen kannst. Wenn du das möchtest. Bereite dich vor. So dass nicht alles gleichzieht wegbricht.

  6. Inaktiver User

    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    Ja, ich würde auch sagen, mach das Schritt für Schritt. Es ist ja jetzt nicht so akut, dass du da so schnell wie möglich raus musst. Such dir erstmal einen Job, spar dir einen Grundstock zusammen und dann mach dir einen Plan wie du weiter vorgehen willst. Ich würde keine Hauruckaktionen starten wie direkt zu den Eltern zu ziehen. Das ist okay, wenn es wirklich brennt, aber einfach nur auszuziehen, ändert ja erstmal nix an deiner Problematik der Abhängigkeit.

  7. Member

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    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    dass du in der entscheidung klar bist, ist ein großer vorteil!
    ich schließe mich den anderen an, einen schritt nach dem anderen, ich würde auch mit einer eigenen lohnarbeit anfangen.

    was das wechselmodell angeht: wenn ihr das beide wollt - machen. ich find es total gut für uns, & dass ihr vater kaum mehr in ihrem leben ist, hätte ich für meine kinder überhaupt nicht gewollt. er hat inzwischen eine eigene wohnung & das ganze läuft so jetzt erst seit zwei monaten, aber diesbezüglich bin ich guter dinge.
    plus: ich komm mir nicht mehr vor wie der depp vom dienst, weil ich "alles" mache & auffange. stattdesse hab ich zeit & raum für mich gewonnen.

  8. Inaktiver User

    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    Es klingt jetzt ja erst mal nicht als wäre es unerträglich mit ihm zusammen zu leben. Insofern würde ich wahrscheinlich wirklich erst gucken, dass du dir einen Job suchst und vielleicht eben auch einfach guckst, ob du irgendein Hobby hast, was du schon immer mal machen wolltest. Mach dich finanziell und emotional unabhängig. Das ist gut für dich, selbst wenn du dich am Ende vielleicht doch nicht entscheiden kannst dich zu trennen. Auch für Beziehungen ist das eine schwierige Dynamik. Und wenn du dich trennst, bist du klarer was du willst und was dir wichtig ist.

    Was denkst du denn wie er im Trennungsfall reagiert? Bist du dir 100%ig sicher, dass er sich dann mit dir auch wegen der Kinder einigen wird? Du kannst mit den Kindern nicht einfach umziehen ohne seine Zustimmung. Und da es sein Haus ist, müsstest ja wahrscheinlich eher du ausziehen.

  9. Member

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    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    Ich würde mir auch einen finanziellen Plan machen: Also anderen Job suchen, Geld sparen, eigenes Konto eröffnen falls du bisher keines hast. Eine Bekannte von mir ist mit der Vorbereitung der Trennung soweit gegangen, dass sie sogar schon eine Wohnung in der Nähe des Ex-Partners gefunden und gemietet hatte, weil ihr klar war, dass es das Wechselmodell werden wird.

    Edit: Ach und ich würde mal Unterlagen durchgucken, vermutlich habt ihr Versicherungen usw. zusammen? Ich würde evtl. schon mal essentielles trennen, z.B. einen eigenen Handyvertrag machen, falls ihr da ein gemeinsames Konstrukt, z.B. über seine Firma, habt.

  10. Inaktiver User

    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    Hm, vielleicht hilft es wenn ihr darüber redet. Man kann an sowas arbeiten und auch mal eine Paartherapie machen, nebenbei kannst du dir einen Job suchen der dich erfüllt. Wenn das alles nichts hilft, kannst du den nächsten Schritt machen. Aber er sollte schon auch wissen wie es um deine Gefühlslage steht und du könntest auch jetzt schon anfangen dich finanziell unabhängiger zu machen. Also Job suchen, Finanzen regeln (Versicherungen, Rente...) und dann auch auf Wohnugssuche gehen. Aber ich würde mit dem 1. Schritt anfangen.

  11. Addict

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    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hm, vielleicht hilft es wenn ihr darüber redet. Man kann an sowas arbeiten und auch mal eine Paartherapie machen, nebenbei kannst du dir einen Job suchen der dich erfüllt. Wenn das alles nichts hilft, kannst du den nächsten Schritt machen. Aber er sollte schon auch wissen wie es um deine Gefühlslage steht und du könntest auch jetzt schon anfangen dich finanziell unabhängiger zu machen. Also Job suchen, Finanzen regeln (Versicherungen, Rente...) und dann auch auf Wohnugssuche gehen. Aber ich würde mit dem 1. Schritt anfangen.
    Grundsätzlich pflichte ich dir bei. Den Partner einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen, ohne vorher zumindest versucht zu haben, an der Beziehung zu arbeiten, finde ich auch doof. Aber mMn ist der erste Schritt hier tatsächlich der zu mehr Unabhängigkeit. Ich mein, die beiden hängen durch dieses Konstrukt der Zusammenarbeit im Grunde 24/7 aufeinander. Und auch die finanzielle Abhängigkeit trägt sicher erheblich zu diesem Gefühl, im Käfig zu hocken und der übergroßen Sehnsucht nach Freiheit bei.
    Es kann durchaus sein, dass sich allein durch einen anderen Job und wirklich eigenes Geld sich die Lage schon entspannt. Und oft genug kommt auch beim Partner was in Bewegung, wenn der andere sich weiter entwickelt. Allein schon dadurch, dass er nicht mehr am längeren Hebel sitzt, was die Kohle angeht, dürfte was in der Beziehung ändern. Ich glaube, das ist echt das Fundament, welches wirkliche Beziehungsarbeit erst ermöglicht. Und wenn es nix mehr wird, dann ist es auch das Sprungbrett in das Leben danach.

  12. Inaktiver User

    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    Ja, das kann gut sein. Er wird aber sicher gar nicht wissen, wie unglücklich sie ist. Je nach Situation muss man da trotzdem erstmal drüber reden, das Wort "Trennung" muss man ja nicht gleich in den Mund nehmen. Das kommt natürlich immer auf die Situation an, aber für mich klingt es so, als weiss er gar nicht wie unglücklich die TE ist. Ob er seine "Macht" ausnutzt, weiss ich auch nicht, also reden wäre für mich schon der erste Schritt.

  13. V.I.P.

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    AW: sich trennen wollen, aber komplett abhängig sein

    ich finde die vorschläge von kaikoura sinnvoll. ich hatte auch überlegt, ob du vor der trennung sicherheitshalber kopien von finanzunterlagen machen solltest. für den fall, dass der vater sich nach der trennung völlig querstellt und es steit über unterhalt geben sollte

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