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  1. V.I.P. Avatar von Nachtkerze
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    aus fester stelle wegbewerben

    hat das jemand von euch vor oder schon erfolgreich gemacht?

    ich bin schon länger latent unzufrieden mit meiner stelle und zunehmend davon überzeugt, mir was neues zu suchen. aber ich find das ziemlich schwierig, organisatorisch und entscheidungsmäßig.
    - woher weiß ich, ob eine stelle tatsächlich besser ist als das, was ich jetzt habe. da weiß ich immerhin, was ich habe und mein arbeitsplatz hat durchaus vorteile
    - frage ich meinen chef nach einem arbeitszeugnis? ich war lange überzeugt, dass das falsch wäre, weil er mir vermutlich übel nähme, dass ich wegwill. andererseits wäre eine "vorwarnung" vielleicht gar nicht so schlecht. ich habe eine lange kündigungsfrist und bin da ggf. auf entgegenkommen angewiesen.
    - sag ich im vorstellungsgespräch nur, wie lang meine kündigungsfrist ist (und riskiere damit, dass sie jemand anderen nehmen, der schneller verfügbar ist), oder versuche ich das schönzureden indem ich einen auflösungsvertrag in aussicht stelle?

    erfahrungen oder gute ratschläge?

  2. Ureinwohnerin Avatar von Tinelli
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Ob's besser ist, kannst du nie wissen. Deshalb würde ich etwaige Bewerbungsgespräche nutzen, um die Stelle und Tätigkeit genau abzuklopfen. Auch drauf bestehen, mit Kollegen zu sprechen. Ich hatte z.B. auch ein Gespräch mit derjenigen, die von meiner Stelle weg ist (die hat intern gewechselt), was recht hilfreich war.

    Kein Arbeitszeugnis anfragen. Die neue Firma würde sowas eh nicht erwarten, wenn du dich aus ungekündigter Stelle heraus bewirbst.

    Wie lange ist deine Kündigungsfrist? Mit 3-6 Monaten muss man doch eh rechnen. Klar wäre es besser, wenn man fixer rauskommt, aber das geht halt nicht immer. Auflösungsvertrag müsstest du eh erst mit deinem jetzigen Chef besprechen und das solltest du erst bei einem Angebot tun. Hast du keine Erfahrungswerte von Kollegen, wie das bei denen in eurer Firma lief als die sich wegbeworben haben?
    Hochtechnologie in modernen Küchen treibt immer mehr unfähige Frauen ins Berufsleben.

  3. Urgestein
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Arbeitszeugnis würde ich auch auf keinen Fall verlangen. Die Beschreibung deiner bisherigen Tätigkeit mußt du in der Bewerbung / im Vorstellungsgespräch selbst erledigen.

    Ob es besser ist, weiß man wirklich fast nie, sogar wenn man woanders mal kurz mitgearbeitet hat, weiß man es nicht sicher. Ich glaube, das hält viele Leute auch vom Wechseln ab. Es tut aber oft trotzdem gut, zu wechseln, weil es ganz gut ist, sich einfach mal über andere Dinge zu ärgern als vorher. Ich habe vor knapp einem Jahr gewechselt, meine jetzige Stelle ist mit Sicherheit nicht besser als meine vorherige, aber es war trotzdem gut, was anderes zu sehen, mal einen anderen Chef, neue Kollegen, andere Tätigkeiten.

    Mit Leuten, die da schon arbeiten, zu reden, hilft auf jeden Fall auch, und wenn irgendwie möglich, würde ich auch einen Tag woanders hospitieren oder so. Das hilft nicht in erster Linie, um sicherzustellen, daß man da wirklich hinpassen würde, aber es hilft dabei, Dinge auszuschließen, weil man manchmal bei der Hospitation Sachen mitbekommt, die man sonst nicht erfahren hätte, und die einfach überhaupt nicht gehen.

    Am günstigsten ist es natürlich, Leute zu kennen, die woanders arbeiten und einem Dinge darüber erzählen können, und dann einen möglichen Wechsel längerfristig zu planen. Selbst das gibt aber keine hundertprozentige Sicherheit, weil die Dinge, die Leute brauchen, um sich an ihrem Arbeitsplatz wohlzufühlen, einfach sehr unterschiedlich sind.

    Ich glaube, weil man nicht sicher darüber sein kann, wie die neue Stelle ist, ist es wichtig, für den Wechsel auch noch weitere Gründe zu haben, mit denen man es vor sich selbst rechtfertigt - um Beispiel berufliches Weiterkommen oder einfach die Lust, jetzt mal einen Wechsel zu machen und es auch zu akzeptieren, daß es dort dann andere Probleme geben wird als am bisherigen Arbeitsplatz.

  4. Enthusiast Avatar von *insecure*
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Hallo Nachtkerze,

    ich bin in einer ähnlichen Situation. Was genau macht dich denn unzufrieden in deinem jetzigen Job und wie groß ist aktuell dein Leidensdruck?
    Woher man weiß ob die neue Stelle besser ist, ist eine Frage über die ich gerade auch viel nachdenke. Ich denke das hängt auch stark damit zusammen mit was du unzufrieden bist und so kannst du versuchen Punkt für Punkt durchzugehen und zu checken, ob der neue Job die Kriterien besser erfüllen würde und natürlich alles im Vorstellungsgespräch durchgehen, falls irgendwie möglich.
    Das mit dem Arbeitszeugnis hängt finde ich mit deiner Situation in der Firma zusammen. Wenn du zB in letzter Zeit befördert wurdest, kannst du gut nach einem Zwischenzeugnis fragen, finde ich, ansonsten erwartet aber auch wirklich kein neues Unternehmen ein Zeugnis.
    Ich würde nur die Kündigungsfrist nennen, wenn sie dich wirklich wollen, warten sie auch die paar Monate länger auf dich. Und falls du dann doch früher rauskommst, sind sie bestimmt positiv überrascht und freuen sich.

    Hast du schon konkrete Gespräche und bewirbst du dich wieder auf ähnliche Stellen oder ganz was anderes?

    Drück dir die Daumen!

  5. V.I.P. Avatar von Nachtkerze
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    danke für die antworten!

    ich habe jetzt etwa zwei jahre geschwankt zwischen "nix wie weg" und "ist doch okay hier, arbeit muss nicht immer spaß machen". aber da sich auch die objektiven äußeren bedingungen in letzter zeit verschlechtert haben, wäre es vielleicht tatsächlich mal an der zeit, sich was anderes zu suchen.
    ich mag meinen arbeitsbereich, ich habe nette kollegen, aber die kommunikation mit meinem vorgesetzten ist katastrophal, es gibt keine aufstiegsmöglichkeiten und dass ich irgendwann mal mehr verdiene als heute, ist höchst unwahrscheinlich, weil mein arbeitgeber praktisch pleite ist.

    etwas problematisch:
    es gibt praktisch keine stellen in meinem bereich, die besser bezahlt sind, aber verdammt viele, wo ich für das gleiche geld viel mehr verantwortung, ärger und arbeit hätte als jetzt.
    und es ist nicht unmöglich, dass ich erstmal weniger verdiene als jetzt (stufenzuordnung im öffentlichen dienst)


    sich vor ort mit kollegen zu unterhalten ist an sich eine gute idee, ich glaube aber, dass man selten die gelegenheit dazu bekommt. wenn ich mal an meine vorstellungsgespräche zurückdenke, gab es das nur zwei, drei mal, dass ich rumgeführt wurde, aber jemanden ohne zuhörer auszufragen, wäre nicht gegangen.
    bei meinem letzten gespräch reagierte man schon irritiert auf meine frage, ob ich mal das büro sehen dürfe. ich durfte dann durch die verglaste bürotür mal ganz kurz reinschauen, um die kollegin (deren stelle ich bekommen hätte) nicht zu stören

    meine kündigungsfrist ist 3 monate zum quartalsende, kann also im ungünstigsten fall auf knapp sechs monate rauslaufen. das mag normal sein, aber im öffentlichen dienst werden stellen gerne ausgeschrieben, wenn sie schon unbesetzt sind und ich befürchte, dass ich gegen bewerber, die sofort anfangen können, keine chance habe.

    arbeitszeugnis werde ich erst mal lassen, da habt ihr recht, ich will ja nicht die pferde scheu machen

  6. Inaktiver User

    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Zitat Zitat von Nachtkerze Beitrag anzeigen
    etwas problematisch:
    es gibt praktisch keine stellen in meinem bereich, die besser bezahlt sind, aber verdammt viele, wo ich für das gleiche geld viel mehr verantwortung, ärger und arbeit hätte als jetzt.
    hm, bist du dir da so sicher?
    ziehst du eigentlich auch stellen an den uni-bibliotheken in betracht?
    ob und wie viel verantwortung und stress man da hat, das kann ja sehr unterschiedlich sein. ich erinnere mich an ehemalige kolleginnen, die z. b. im lesesaalbereich oder auch im bereich erwerbung gearbeitet haben und die eher über monotonie geklagt haben als über zu viel stress. das dürfte sehr auf den konkreten zuschnitt der stelle ankommen und auch darauf, ob man evtl. noch eine leitungsfunktion hat. in den uni-bibliotheken gibt es auch sehr stille ecken.

    und es ist nicht unmöglich, dass ich erstmal weniger verdiene als jetzt (stufenzuordnung im öffentlichen dienst)
    die klagen hatten wir bei kollegen, die sich hausintern neu beworben haben, auch öfters. wäre der einkommensverlust denn so gravierend?

    meine kündigungsfrist ist 3 monate zum quartalsende, kann also im ungünstigsten fall auf knapp sechs monate rauslaufen. das mag normal sein, aber im öffentlichen dienst werden stellen gerne ausgeschrieben, wenn sie schon unbesetzt sind und ich befürchte, dass ich gegen bewerber, die sofort anfangen können, keine chance habe.
    naja, aber auf gut glück zu kündigen ist ja auch keine option. :/
    ich fand, dass der internetauftritt der bibliothek, bei der du dich kürzlich beworben hattest, eigentlich sehr gut aussah.
    wahrscheinlich braucht man einfach auch eine sehr große portion glück, wenn man eine gute stelle erwischen möchte?

    was ich mir noch vorstellen könnte wäre, dass man sich bewirbt und dass man dann im falle einer zusage darum bittet, nochmal ein gespräch mit der bisherigen stelleninhaberin oder dem entsprechenden unmittelbaren arbeitsumfeld (team/abteilung) führen zu können, bevor man selbst auch zusagt. das wäre zwar ungewöhnlich, aber ich kann mir auch nicht so wirklich vorstellen, dass man das verbieten würde, wenn es entsprechend geschickt verpackt wird.
    die 100prozentige sicherheit, dass die neue stelle wirklich besser ist, wirst du wahrscheinlich ohnehin im vorfeld nie bekommen.

  7. Alter Hase Avatar von jewa
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Das Gute an deiner Situation ist ja,das es nicht eilt. Du kannst dir ja ganz in Ruhe die Rosinen rauspicken und MUSST dich ja nicht auf Stellen bewerben, die zum Beispiel deutlich schlechter dotiert sind.

    Stecke gerade in einer ganz ähnlichen Situation und habe mich dafür entscheiden in Vorstellungsgesprächen etwas zu schummeln,was den Jobbeginn angeht, um nicht sofort aus dem Rennen zu sein. Hab auch eine total blöde Kündigungsfrist und hoffe einfach, dass ich bei einer Zusage einen Auflösungsvertrag bekomme und zumindest nach zwei Monaten rausgelassen werde.

    Bei mir spielen vor allem persönliche Gründe eine Rolle, aber auch wenn ich die nicht hätte, würde ich versuchen nach etwa drei Jahren zu wechseln. Zu lange sollte man auch nicht auf seinem ersten Job hocken, sonst entwickelt man sich einfach nicht so richtig weiter.

    Was man vielleicht auch noch machen könnte, falls du dich noch nicht drauf los bewerben willst - einfach mal Jobprofile durchlesen und gucken, was die verlangen. Und sich dann überlegen, wo man noch Nachholbedarf hat und was man machen könnte, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Vielleicht versuchen mal ein kleines Projekt anstoßen und zu leiten. Oder eine Weiterbildung, ein Sprachkurs,die Ausbildereignung machen etc.

  8. V.I.P. Avatar von Nachtkerze
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    hm, bist du dir da so sicher?
    ziehst du eigentlich auch stellen an den uni-bibliotheken in betracht?
    ob und wie viel verantwortung und stress man da hat, das kann ja sehr unterschiedlich sein. ich erinnere mich an ehemalige kolleginnen, die z. b. im lesesaalbereich oder auch im bereich erwerbung gearbeitet haben und die eher über monotonie geklagt haben als über zu viel stress. das dürfte sehr auf den konkreten zuschnitt der stelle ankommen und auch darauf, ob man evtl. noch eine leitungsfunktion hat. in den uni-bibliotheken gibt es auch sehr stille ecken.
    bei den bibliotheksformen bin ich flexibel und es geht mir da jetzt nicht um ruhe oder stress.
    man sieht nur immer wieder stellen in kleinen stadtbüchereien, wo man für E 9 noch mitarbeiter führen muss, den haushalt verwaltet und sich mit dem bürgermeister über den etat streitet. das ist sicherlich auch eine typfrage, ob einem das liegt, aber ich sehe das auch nicht so richtig ein für das geld.
    da denke ich dann halt gern, dass ich dann doch lieber bei dem bleibe, was ich habe.

    die klagen hatten wir bei kollegen, die sich hausintern neu beworben haben, auch öfters. wäre der einkommensverlust denn so gravierend?
    ich bin jetzt ein jahr in stufe 4 und bei meinem letzten gespräch beispielsweise sagte man, dass man die vorbeschäftigungszeit anrechnet, aber eigentlich nur bis stufe 3. da würde ich dann halt 4 jahre "verlieren", der unterschied zwischen 3 und 4 wären netto immerhin so 160 € jeden monat.

    ich fand, dass der internetauftritt der bibliothek, bei der du dich kürzlich beworben hattest, eigentlich sehr gut aussah?
    ja, als arbeitsort wäre das super. da mache ich mir etwas sorgen, weil in der ausschreibung wenig an erfahrungen verlangt wurde und das dann vielleicht ein fall ist wo die lieber einen berufsanfänger einstellen, der sofort kann und nur stufe 1 bekommt.


    Zitat Zitat von jewa Beitrag anzeigen
    Das Gute an deiner Situation ist ja,das es nicht eilt. Du kannst dir ja ganz in Ruhe die Rosinen rauspicken und MUSST dich ja nicht auf Stellen bewerben, die zum Beispiel deutlich schlechter dotiert sind.
    da hast du recht, aber die auswahl ist generell nicht groß leider

    Stecke gerade in einer ganz ähnlichen Situation und habe mich dafür entscheiden in Vorstellungsgesprächen etwas zu schummeln,was den Jobbeginn angeht, um nicht sofort aus dem Rennen zu sein. Hab auch eine total blöde Kündigungsfrist und hoffe einfach, dass ich bei einer Zusage einen Auflösungsvertrag bekomme und zumindest nach zwei Monaten rausgelassen werde.
    also schummeln wäre bei mir keine option, die kündigungsfrist steht im tarifvertrag und kann ja da auch von denen nachgelesen werden.
    und ich kann einfach überhaupt nicht einschätzen, ob man mir entgegenkäme mit einem auflösungsvertrag. die hat es schon gegeben hier, aber immer bei befristeten mitarbeitern.

  9. V.I.P.
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    ich bin jetzt ein jahr in stufe 4 und bei meinem letzten gespräch beispielsweise sagte man, dass man die vorbeschäftigungszeit anrechnet, aber eigentlich nur bis stufe 3. da würde ich dann halt 4 jahre "verlieren", der unterschied zwischen 3 und 4 wären netto immerhin so 160 € jeden monat.
    Echt, können die das einfach so selbst entscheiden? Das schockt mich jetzt etwas. Gibt es dafür nicht auch Regelungen?
    Lyckan kommer, lyckan går,
    Gud förbliver fader vår
    .

  10. Inaktiver User

    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Zitat Zitat von Nachtkerze Beitrag anzeigen
    bei den bibliotheksformen bin ich flexibel und es geht mir da jetzt nicht um ruhe oder stress.
    man sieht nur immer wieder stellen in kleinen stadtbüchereien, wo man für E 9 noch mitarbeiter führen muss, den haushalt verwaltet und sich mit dem bürgermeister über den etat streitet. das ist sicherlich auch eine typfrage, ob einem das liegt, aber ich sehe das auch nicht so richtig ein für das geld.
    da denke ich dann halt gern, dass ich dann doch lieber bei dem bleibe, was ich habe.
    ich habe mir (nach unseren vergangenen diskussionen) schon gedacht, dass du ganz genau das meinst.
    und ich kann es ja sogar sehr gut nachvollziehen. ob man sich das für dieses gehalt gibt, das muss man sich vermutlich wirklich gut überlegen.
    aber ganz genau das meine ich eben auch:
    es gibt arbeitsplätze an größeren bibliotheken, die weniger "stressbehaftet" sind. unsere oben schon erwähnten lesesaal-mitarbeiterinnen haben sich darüber beschwert, dass sie regelmäßig immer wieder dieselben monotonen tätigkeiten verrichten (etwa loseblatt-ordner nachfüttern) oder immer wieder dieselben benutzerfragen beantworten mussten. ohne zusätzliche aufgaben (wie etwa eine leitungstätigkeit) wurde das für die meisten von denen nach einigen jahren etwas unspannend.
    will sagen: es kommt sehr auf den jeweiligen stellenzuschnitt an und darauf, was konkret für das jeweilige profil gefordert wird. es gibt zwar nicht viele ausschreibungen im bib-wesen, aber du bist mit deinem unbefristeten vertrag ja im grunde genommen in der lage, genau und in aller ruhe hinzusehen, ob dir das betreffende profil auch wirklich zusagt.
    im falle einer bewerbung und einer zusage hättest du die möglichkeit, mit den mitarbeitern vor ort noch einmal zu sprechen und so vielleicht noch einmal genauer auszusortieren. vielleicht solltest du es so rum sehen. (... ich weiß, dass das einfacher gesagt als getan ist.)

    ich bin jetzt ein jahr in stufe 4 und bei meinem letzten gespräch beispielsweise sagte man, dass man die vorbeschäftigungszeit anrechnet, aber eigentlich nur bis stufe 3. da würde ich dann halt 4 jahre "verlieren", der unterschied zwischen 3 und 4 wären netto immerhin so 160 € jeden monat.
    ist das rechtlich überhaupt zulässig, die entsprechende berufserfahrung so einfach nicht anzurechnen und unter den tisch fallen zu lassen? habe ich bei uns damals nie erlebt. okay, aber so viele fälle habe ich auch nicht mitbekommen natürlich.

    ja, als arbeitsort wäre das super. da mache ich mir etwas sorgen, weil in der ausschreibung wenig an erfahrungen verlangt wurde und das dann vielleicht ein fall ist wo die lieber einen berufsanfänger einstellen, der sofort kann und nur stufe 1 bekommt.
    hm, das ist aber nunmal etwas, woran du nichts ändern kannst.

  11. V.I.P. Avatar von Nachtkerze
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Zitat Zitat von Blodeuwedd Beitrag anzeigen
    Echt, können die das einfach so selbst entscheiden? Das schockt mich jetzt etwas. Gibt es dafür nicht auch Regelungen?
    die formulierung in den tarifverträgen ist leider eher schwammig:

    § 16 TVöD VKA
    1Bei Einstellung werden die Beschäftigten der Stufe 1 zugeordnet, sofern keine einschlägige
    Berufserfahrung vorliegt. 2Verfügt die/der Beschäftigte über eine einschlägige Berufserfahrung
    von mindestens einem Jahr, erfolgt die Einstellung in die Stufe 2; verfügt sie/er
    über eine einschlägige Berufserfahrung von mindestens drei Jahren, erfolgt bei Einstellung
    nach dem 31. Dezember 2008 in der Regel eine Zuordnung zur Stufe 3. 3Unabhängig
    davon kann der Arbeitgeber bei Neueinstellungen zur Deckung des Personalbedarfs
    Zeiten einer vorherigen beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise für die Stufenzuordnung
    berücksichtigen, wenn diese Tätigkeit für die vorgesehene Tätigkeit förderlich ist.

    Bei Einstellung von Beschäftigten in unmittelbarem Anschluss an ein Arbeitsverhältnis
    im öffentlichen Dienst (§ 34 Abs. 3 Satz 3 und 4) oder zu einem Arbeitgeber, der einen
    dem TVöD vergleichbaren Tarifvertrag anwendet, kann die in dem vorhergehenden
    Arbeitsverhältnis erworbene Stufe bei der Stufenzuordnung ganz oder teilweise berück -
    sichtigt werden
    ; Absatz 2 Satz 3 bleibt unberührt.
    beim tv-l ist das ähnlich formuliert

  12. V.I.P. Avatar von Ananasringi
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Zur Frage bzgl. der Kündigungsfrist ist mein Eindruck, dass es doch im öff. Dienst sowieso oft sehr lange dauert, bis Stellen und dann auch die, die diese Stellen besetzen sollen, bewilligt werden. Oder? Ich bin auch im ÖD beschäftigt und wenn da jemand neues kommen soll, dauert das auch gern mal drei Monate bis alles abgesegnet ist. Da wäre ja die Kündigungsfrist schon mal halbwegs überbrückt.
    Herr Pisanelli! Herr Pisanelli!

  13. Ureinwohnerin Avatar von feem
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    nachtkerze, hast du dir mal überlegt, dich irgendwie weiterzuqualifizieren? dann dürften doch andere und neue arbeitsfelder mit besserer bezahlung (stichwort eingruppierung) in betracht kommen. und so lange könntest du doch beim alten arbeitgeber bleiben.

    außerdem würde ich einfach mit dem chef über die situation reden und sagen, dass du dich weiterentwickeln würdest. es muss ihm ja auch klar sein, dass du als junge frau keine lust hast, für immer und ewig den gleichen job - ohne aussicht auf veränderung - zu machen.
    and to the beat of my automatic heart
    you sing a song of life

  14. Ureinwohnerin Avatar von feem
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Zitat Zitat von Blodeuwedd Beitrag anzeigen
    Echt, können die das einfach so selbst entscheiden? Das schockt mich jetzt etwas. Gibt es dafür nicht auch Regelungen?
    da gibts eindeutige vorgaben. die, die ich kenne (tvöd bund), besagt, dass man vorkenntnisse eben nur bis stufe 3 anrechnen darf.


    edit: ich hab mich vertan. man darf bis maximal stufe 4 anrechnen.

    http://www.bmi.bund.de/Rundschreiben...ublicationFile
    Geändert von feem (10.01.2013 um 11:12 Uhr)
    and to the beat of my automatic heart
    you sing a song of life

  15. V.I.P. Avatar von Nachtkerze
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Zitat Zitat von feem Beitrag anzeigen
    da gibts eindeutige vorgaben. die, die ich kenne (tvöd bund), besagt, dass man vorkenntnisse eben nur bis stufe 3 anrechnen darf.

    edit: ich hab mich vertan. man darf bis maximal stufe 4 anrechnen.

    http://www.bmi.bund.de/Rundschreiben...ublicationFile
    danke, das dokument ist interessant. leider sind die beispiele alle mit bewerbern aus der freien wirtschaft, so "schwierig" wäre es ja bei mir nichtmal.
    und die aussage, die ich oben erwähnt hatte, kam vom personaler einer kommune, die haben vermutlich alle eigene regelungen.

  16. Inaktiver User

    AW: aus fester stelle wegbewerben

    ein wichtiger Passus auf S. 4:
    "Die Anwendung dieser übertariflichen Maßnahme ist eine einzelfallbezogene Entscheidung
    des Arbeitgebers und unterliegt nicht der Mitbestimmung des Personalrats. Die Behörden
    nehmen in eigener Zuständigkeit die Beurteilung vor, ob z.B. eine förderliche einschlägige
    Berufserfahrung vorliegt und die Anrechnung der Vortätigkeit zur Deckung des Personalbedarfs
    erforderlich ist. Gleiches gilt für die Entscheidung, ob die einschlägige Berufserfahrung
    in vollem Umfang oder nur teilweise auf die Stufenlaufzeit angerechnet wird und ob eine Verlängerung
    der Stufenlaufzeit in Betracht kommt."

    im TVÖD §16 (http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/c...3130/TVoeD.pdf)
    (2) 1Bei Einstellung werden die Beschäftigten der Stufe 1 zugeordnet, sofern keine einschlägige Berufserfahrung vorliegt. 2Verfügt die/der Beschäftigte über eine einschlägige Berufserfahrung von mindestens einem Jahr, erfolgt die Einstel-lung in die Stufe 2; verfügt sie/er über eine einschlägige Berufserfahrung von mindestens drei Jahren, erfolgt bei Einstellung nach dem 31. Dezember 2008 in der Regel eine Zuordnung zur Stufe 3. 3Unabhängig davon kann der Arbeitge-ber bei Neueinstellungen zur Deckung des Personalbedarfs Zeiten einer vorhe-rigen beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise für die Stufenzuordnung berück-sichtigen, wenn diese Tätigkeit für die vorgesehene Tätigkeit förderlich ist.
    (2a) Bei Einstellung von Beschäftigten in unmittelbarem Anschluss an ein Arbeits-verhältnis im öffentlichen Dienst (§ 34 Abs. 3 Satz 3 und 4) oder zu einem Ar-beitgeber, der einen dem TVöD vergleichbaren Tarifvertrag anwendet, kann die in dem vorhergehenden Arbeitsverhältnis erworbene Stufe bei der Stufenzuord-nung ganz oder teilweise berücksichtigt werden; Absatz 2 Satz 3 bleibt unbe-rührt.


    Fazit: an den wichtigen Stellen steht immer "kann".

  17. V.I.P. Avatar von Nachtkerze
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Fazit: an den wichtigen Stellen steht immer "kann".
    was ich weiter oben auch schon festgestellt hatte, s. #11

  18. V.I.P. Avatar von Nachtkerze
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    3 Jahre später und ich bin irgendwie noch immer in der gleichen Situation. Zufriedenheit bei der Arbeit schwankte im Laufe der letzten Jahre.

    Neulich habe ich mal wieder ein Vorstellungsgespräch gehabt. Auf meine Frage, ob ich den Arbeitsplatz mal sehen dürfte, reagierte man überrascht, überlegte laut, ob denn das ginge wegen der Gleichbehandlung. Und im Endeffekt ging es nicht, weil ja noch Bewerber nach mir kamen, also keiner wegkonnte. Man war also schlichtweg nicht draufeingestellt. Ist die Bitte denn so abwegig?

  19. Urgestein
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Ich finde das überhaupt gar nicht abwegig. Ich hätte eigentlich erwartet, daß es in deinem Bereich sogar üblich wäre, einen Tag zu hospitieren oder so.

  20. V.I.P. Avatar von Nachtkerze
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    AW: aus fester stelle wegbewerben

    Zitat Zitat von bwlstudent Beitrag anzeigen
    Ich finde das überhaupt gar nicht abwegig. Ich hätte eigentlich erwartet, daß es in deinem Bereich sogar üblich wäre, einen Tag zu hospitieren oder so.
    das hatte ich noch nie und hab auch noch nicht davon gehört.
    ich habe in den letzten jahren häufig unaufgefordert eine hausführung bekommen, die Büros dann auch nach rückfrage gezeigt bekommen.

    die haben übrigens abgesagt, ich wäre aber zweite wahl. würde mich nicht wundern, wenn da auch meine kündigungsfrist eine rolle spielt (mittlerweile 6 monate zum quartalsende).

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