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  1. Stranger
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    Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Ich weiß ich wende mich mit einem First-World-Problem an euch, aber vielleicht hat ja jemand ein paar Tipps dazu.

    Kurs zu meiner (Job-)Story: Ich habe nach dem Abi angefangen zu studieren und weder den Anschluss noch die Disziplin dazu gefunden. Nach einem Jahr habe dann eine kfm. Ausbildung begonnen und das Studium geschmissen. Diese Ausbildung habe ich nun kürzlich beendet und bin für ein Jahr befristet übernommen worden. Ich hatte in dieser Abteilung während meiner Ausbildung hospitiert und der Abteilungsleiter hatte mir das Angebot zur Übernahme gemacht. Es handelt sich um eine projektlastige Abteilung d.h. es gibt nichts zum abarbeiten und wir entwickeln z.B. neue Produktideen

    Leider ist es so das ich mich wirklich dumm fühle. Ich bin weit und breit die Einzige Berufseinsteigerin und in den Stellenausschreibungen wird ein überdurchschnittlich abgeschlossenes Studium, Berufserfahrung etc. gefordert. Meine Kollegen sind also alle viel besser qualifiziert.

    Ich hatte wirklich Glück mit dieser Stelle und die Kollegen sind auch nett, aber ich kann mit der Arbeit überhaupt nichts anfangen. Ich versuche so langsam in die ganzen Abkürzungen und Themen einzusteigen und auch sonst dazuzulernen, aber leider reicht das schlicht nicht.


    Meine PowerPoint's werden eigentlich immer nochmal umgestaltet (und sehen danach auch wesentlich ordentlicher aus), Excel kann ich zum Frust meiner Kollegen nicht...auch wenn ich mich dazu jetzt schulen lassen möchte. Meine Englischkenntnisse kann man auch nicht als fließend bezeichnen, ich habe vermutlich ne leichte Legasthenie und bin etwas schüchtern. Die Recherche-Aufgaben die ich bekomme öden mich an und selbst das bekomme ich auch nicht so gut hin.

    Und natürlich haben alle mal angefangen und ich frage Kollegen um Hilfe. Aber bisher reicht das nicht und ich enttäusche meinen Chef bzw. vermittle ein Bild der personifizierten Inkompetenz (glaubt es mir einfach). Das gibt mir ein sehr schlechtes Gefühl und raubt mir die Motivation, die ich noch habe.

    Ich bin die Einzige aus meiner Berufsschulklasse die in so einer Abteilung gelandet ist, die Anderen sind in der Sachbearbeitung- bzw. im Kundenservice. Und dabei waren meine Leistungen immer durchschnittlich. Sowohl im Abi als auch im Einstellungstest und in der Ausbildung- ich gehöre nicht zu den Überfliegern.

    Irgendwie bekomme ich immer öfter den Gedanken mir einen "einfacheren" Job zu suchen. In dem man sieht, wenn man etwas geschafft hat und ich auch mal ein Erfolgserlebnis bekomme und nicht bei jeder Besprechung und jeder Mail Angst haben muss wieder zu versagen.

    Auf der anderen Seite ist der Job gut bezahlt, ich habe Gleitzeit, die Kollegen sind alle nett (was man ja auch immer erst hinterher weiß)...und es ist im Endeffekt eine Chance in Positionen zu kommen, in die ich sonst nicht hätte kommen können.

  2. Fresher
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Was ich nicht verstehe: möchtest du denn gerne dich weiterentwickeln oder nicht? Für mich hört sich dein Post so an als ob du einerseits einen „bequemen“ Job in der Sachbearbeitung möchtest aber andererseits auch über dich hinaus wachsen willst.

    Wenn du dich wirklich Weiterentwickeln möchtest würde ich den Job behalten und mich richtig reinhängen (Schulungen besuchen, dich einlesen, englisch verbessern etc), ich hab grad meinen ersten Job nach dem Studium angefangen und fühle mich auch noch überfordert, also ich weiß was du meinst plötzlich soll ich kick offs organisieren, Workshops durchführen etc pp

  3. Alter Hase Avatar von Ideen aus Beton
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    nur soviel: dass deine powerpoint erstmal umgestaltet werden ist oft gar nichts schlimmes, bei uns passiert das ständig, und für die person, die umgestaltet ist es oft schon hilfe genug, dass jemand den ersten entwurf erstellt hat. oder wurdest du schon offen kritisiert?

    excel würde ich auf jeden fall lernen, das braucht man doch auch in den meisten sachbearbeiterjobs ständig, oder?

    sonst, dein vertrag ist befristet auf ein jahr, mach doch das jahr fertig. dabei kannst du wachsen, feststellen, was du willst, bist hinterher sicherlich besser aufgestellt als vorher und für den lebenslauf kannst du das immer als befristete stelle/elternzeitvertretung etc verkaufen, die einfach nicht weitergehen konnte..
    Crying was useless now.
    The only time crying ever did any good
    was when there was a man around from
    whom you wished favors.
    (Scarlett O'Hara)


  4. Fresher Avatar von Riddra
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Sind deine Darstellungen "nur" deine Gefühle und Eindrücke oder wurde dir dies auch offen bspw. vom Chef kommuniziert? Im Zweifel würde ich an deiner Stelle dann einfach mal mit dem Chef darüber reden und fragen, wie er das empfindet. Vielleicht lässt sich ja dann etwas machen.
    Fühlst du dich denn sonst wohl?

    Aller Anfang ist schwer. Und ja, das erste Jahr im neuen Job ist hart und fordert viel Kraft. Deine Überforderung lässt sich sehr gut herauslesen.
    Ich kann dir nur den Tipp geben, mach dir eine Liste, von den Dingen, die du lernen willst, und priorisiere sie. Aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich Excel auf Platz 1 setzen. Übe vor allem den SVerweis und das Arbeiten mit (Pivot-)Tabellen. Das wird dein Leben schon um einiges leichter machen.

    Vielleicht hilft es dir ja, wenn ich dir sage, dass ich, in meinem ersten Job nach dem Studium, erst nach einem Jahr richtig eingearbeitet war. Das Unternehmen und die Prozesse zu verstehen, braucht manchmal einfach Zeit.

  5. Member Avatar von sommerlinde
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Mach das Jahr fertig! Wann hast du angefangen?

    Ansonsten kann ich mir nur den Vorrednerinnen anschliessen.
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  6. Stranger
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Ich weiß nicht ob ich mich ein Jahr jeden Tag nur abkämpfen möchte. Mein Leben soll schon auch unter der Woche halbwegs Spaß machen (japp, den Anspruch habe ich). Ich fand die Ausbildung stellenweise schon echt nervig, hab mich aber durchgekämpft.

    Momentan macht mir der Job überhaupt keinen Spaß. Und ich merke das meine Kollegen das logischerweise auch merken. Mein Chef hat noch nichts dazu gesagt, ich werde ihn bald mal um Feedback bitten.

    Ich bin jetzt seit 2 Monaten dort und in meiner Ausbildung war ich auch schon mal für 3 Monate in der Abteilung.
    Geändert von clementine_ (29.01.2019 um 10:06 Uhr)

  7. V.I.P. Avatar von Melone
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Meinst du nicht, es wird besser, wenn du gut eingearbeitet bist und fit in dem was du machen sollst?

    Ich kann voll und ganz verstehen, dass es so total ätzend für dich ist, aber es liest sich für Außenstehende so, als würdest du (vorschnell) eine tolle Chance aufgeben wollen
    Steine sind ok!

  8. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Äh ja, sorry, aber zwei Monate sind nix. In einem neuen Job schon nicht und als Berufsanfängerin erst recht nicht.

    Alle Probleme, die Du beschreibst, betreffen Skills, die man gut lernen kann: Excel, PP und englisch. Und die Schüchternheit wird sich, wenn sie nicht krankhaft ist, mit der Zeit auch legen. Da erwartet auch niemand von ner Berufseinsteigerin irgendwie das Mörderselbstbewusstsein. Du läufst da doch jetzt erst einmal mit oder präsentierst Du schon vor dem Kunden?
    Und Recherche mag zwar mitunter öde sein, aber es ist tatsächlich eine der Hauptskills, die man heutzutage beherrschen muss. Eine gute Recherche ist auch nicht nur dumme Zuarbeit, sondern auf diesen Infos basieren die Entscheidungen und Ideen, die ihr entwickelt.

    Ich kann schon verstehen, dass Du nach der Ausbildung erstmal Deine Ruhe haben und Dein Leben genießen willst, und wahrscheinlich würdest Du das in irgendeinem verstaubten Sacharbeiterbüro so auch schnell bekommen. Allerdings stehen Dir mit der Arbeit, die Du jetzt machst, wahrscheinlich mehr Möglichkeiten offen. Es kann halt gut sein, dass dieses eine Jahr für Deinen weiteren Lebenslauf mehr bringt als zehn Jahre auf ner typischen Sachbearbeiterstelle. Ich würde es wahrscheinlich als ein weiteres Jahr Zusatzausbildung reframen und das durchziehen.

    Auf der anderen Seite muss man sich natürlich auch nicht massiv überfordern. Wenn starke Ängste auftreten oder Du gar nicht mehr schläfst, nur negatives Feedback kriegst (aber richtiges Feedback, nicht nur nach Deinem Gefühl!) und alles um Dich rum schlichtweg auf einer Ebene zu hoch abläuft, auf der Du nicht mithalten kannst, egal was Du noch lernst, dann würde ich auch die Reißleine ziehen. Das bringt nichts außer Ärger auf allen Seiten. Das ist dann aber auch definitiv ein anderes Kaliber als "zu wenig Spaß."
    Don't tell Mama.

  9. Get a life! Avatar von Delisha
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Den Chef fragen wo er Verbesserungspotential sieht und was er denkt wie du das erreichen kannst? Und dann nochmal richtig reinhängen und es zumindest nochmal versuchen. Wenns dann immer noch nicht klappt, kannst du immer noch aufgeben.
    Deine Beschreibung passt nämlich wirklich nicht zusammen. Also einerseits nen einfachen Job, der aber bitte auch noch Spaß machen und begeistern soll.
    I will dance
    when I walk away

  10. Urgestein
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Die ersten 2 Monate sind immer scheiße, egal in welchem Job. Ich würde sogar sagen, dass man meistens erst nach einem halben Jahr überhaupt erst merkt, dass es besser wird. Fürs erste Jahr muß man halt mal die Zähne zusammenbeißen. Ich habe jetzt gerade den Arbeitgeber gewechselt - exakt gleicher Job, nur anderer Arbeitgeber -, und selbst da waren die ersten zwei Monate absolut beschissen und ich hatte teilweise das Gefühl, ich komme nicht zurecht, obwohl ich für den Job sogar eher überqualifiziert bin.

    Du bist zwei verdammte Monate da und beklagst dich, dass deine Präsentationen umgestaltet werden etc. Das funktioniert so nicht. Was meinst du, wie hart mein erster Job war. "Ich brauch Zeit unter der Woche" bla bla bla. Du kannst es jetzt hin hängen und was anderes machen, aber es klingt stark danach, als ob das dumm wäre. Klotz jetzt halt mal 1 Jahr ran, der Job steht jetzt 1 Jahr im Mittelpunkt, und in 1 Jahr wirst du sehen, in welchem Ausmaß dich das weiter gebracht hat. Dann wirst du auch lernen, dir Freiräume zu schaffen.

    Freu dich, dass du so nette Kollegen hast, und versuch, das Beste daraus zu machen. Es wird schon auch irgendeinen Grund haben, dass man dich in die Abteilung rein gelassen hat. Nutz die Chance.

    Für Excel brauchst du dich nicht "schulen lassen", sondern setz dich mal zuhause hin und lern mit einem Buch und mit Youtube-Videos. Das gilt für andere Probleme, die du im Moment hast, auch. Gibts eventuell jemanden, mit dem du regelmäßg über deinen Job reden kannst und der dir ein bißchen Rat von außen geben könnte und Sachen sagen könnte, auf die du nicht kommst?

    Es ist total verständlich, dass es am Nervenkostüm zehrt, wenn man sich jeden einzelnen Arbeitstag überfordert fühlt. Aber das kann besser werden, wenn du dabei bleibst. Nochmal: Freu dich über deine Kollegen, engagier dich für einen kooperativen Arbeitsstil, lern so viel wie möglich und du wirst sehen, dass es dir auch was bringt.

  11. Stranger
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Danke . Eure Nachrichten haben mir echt geholfen und besonders @bwlstudent hat es irgendwie geschafft, mir etwas Kampfgeist einzuhauchen.

    Ich bin selbst so gespannt wie das ausgeht...

  12. Stranger
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    AW: Nach der Ausbildung überfordert- Kündigen? Bitte um Rat

    Ich bin's schon wieder...inzwischen habe ich mir ein erstes Feedback meines Chefs eingeholt, leider war das nicht so ganz aussagekräftig.. Jedes mal wenn ich denke es wird besser, kommt wieder ein Dämpfer obwohl meine Kollegen und Chefs alle nett sind.

    Der Plan war das Jahr durchzuziehen und zu sparen und dann ein halbes Jahr zusammen mit meinem Freund zu reisen und mich neu zu orientieren.

    Ich weiß aber nicht wie ich das noch ein Jahr durchhalten soll, wenn ich jeden Tag gedanklich kündige.
    Ich habe gerade mal nach anderen Jobs in der Umgebung geschaut und spiele mit dem Gedanken mich einfach mal zu bewerben. Leider wird es schwierig etwas mit ähnlichem Gehalt zu finden.

    Bisher habe ich mir überlegt mich als Empfangsmitarbeiterin zu bewerben, da ich dort feste Aufgaben habe und das vom Niveau etwas einfacherer klingt. Trotzdem kann ich eigenverantwortlich arbeiten und habe Kontakt zu Kunden/Klienten/Gästen. Oder ich fange in der Gastronomie an, damit ich mich mal ein wenig bewegen kann. Leider verdient man da ja nicht so gut und im Lebenslauf siehts natürlich auch nicht so toll aus...wenn es sich mit meinem jetzigen Job vereinbaren lässt, könnte ich es mal als Minijob testen. Bisher habe ich aber noch keine passende Minijob-Stelle gefunden.

    Noch was: Ein neuer Kollege hat sich neulich bei mir beschwert, dass ja alle so erzkonservativ wären und er in der zweiten Woche schon so große Aufgaben bekommt....er wirkt total lost und zieht nicht gerade positive Aufmerksamkeit auf sich.
    Auf der einen Seite freue ich mich fast nicht die einzige Idiotin zu sein, wiederum ist er mir selbst nicht ganz so sympathisch.

    Ich werde nochmal meine Zielgespräche abwarten...und mich mal ganz unverbindlich informieren. Der Job raubt mir so viel (psychische) Energie und Selbstbewusstsein. Aber vielleicht bin ich auch naiv und alles Andere ist viel schlimmer.

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