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  1. Urgestein
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    Neuer Job - wie damit umgehen?

    Ich habe einen neuen Job angefangen und ich bin das erste Mal seit 8 Jahren in einem anderen Bereich eines Unternehmens. Ich hatte mich tatsächlich darauf gefreut, Arbeitszeit, Gehalt, Benefits des Unternehmens, Arbeitsweg etc. sind alle sehr gut, aber:

    Ich werde von verschiedenen Leuten eingearbeitet und der große Teil ist a)tierisch überfordert, überarbeitet, fahrig b) wird gemeckert, wie blöd die Arbeit doch sei, auch mir gegenüber seit Tag 1 c)neben der Überforderung gibt es auch gesundheitliche Probleme, die vermehrt unter den Kollegen auftreten

    Die Einarbeitung lief anfangs super strukturiert, häppchenweise, was ich positiv fand. Das häppchenweise ist nach ein paar Wochen immer noch so und ich war es die letzten Jahre immer gewohnt, nach einer gewissen Schonzeit, voll loszulegen. Hier machen die Leute, die ich unterstützen soll, aber lieber das meiste selbst bzw. geben es an Studenten ab. Da es komplett mein Aufgabenbereich werden soll, ist das alles etwas seltsam ... es wäre ja verständlich, wenn ich nur einen Teil, einen kleinen Teil machen würde, aber ich eigentlich nix, was 8 Stunden Arbeitszeit am Tag ausmachen würde. Den Chef kriegt man nur alle paar Wochen mal zu fassen, ist nie da, riesige Abteilung. Ich habe mehrfach angesprochen, dass ich absolut gar nix zu tun habe, aber ich werde abgespeist mit "Das kommt schon noch", einfach komplett ignoriert, man legt mir Zeitschriften hin (!) oder sagt, ich solle mich mit dem Internet beschäftigen.

    Man gibt mir Arbeitsaufträge und entschuldigt sich für die tröge Arbeit, die ich machen muss und prophezeit mir, dass ich da mindestens 1,5 Tage dran sitzen werde und ich bin nach 2 Stunden fertig. Das ist zum größten Teil nur Fleißarbeit und nix, was ich noch nie in meinem Leben gemacht hätte

    Der eigentliche Kern, der mir beim Vorstellungsgespräch vermittelt wurde, deckt ca.20% meiner täglichen Arbeit ab. Der Rest ist irgendwelcher Organisationskrams

    Kommunikation ist so schlimm, wie ich es noch nie erlebt habe. Aufgaben, die ich machen soll, wenn mal was kommt, werden ebenso an Studenten geschickt und wenn ich nicht "Hier" schreie, habe ich eben nix zu tun, meinte eine Kollegin. Ich hingegen gehe davon aus, dass der Arbeitsauftrag an mich geht, wenn nur ich der E-Mailempfänger bin und nach 8 Jahren Berufserfahrung bin ich es nicht mehr gewöhnt, wie ein Student behandelt zu werden und quasi auf Zuruf kleine Hilfsarbeiten zu erledigen (und das soll nicht überheblich klingen, aber ich lege Dateien in Ordner oder formuliere eine 4-zeilige E-Mail; man lädt mich zu Schulungen, um mir zu zeigen, wie ich meine E-Mailsignatur einrichte ). Oft sitze ich alleine in Meetings mit mir wildfremden Kollegen aus anderen Bereichen und kann zu nix etwas sagen, weil ich ja eben noch nix zu tun habe, nur weil die mich einarbeitende Kollegin plötzlich krank wurde, man in dieser Firma aus Datenschutzgründen aber nie mitteilt, wenn ein Kollege krank ist

    Von allen Seiten werde ich gefragt, ob ich denn noch motiviert sei und mir die Arbeit noch gefällt und jedes Mal klingt es so, als gehe niemand davon aus

    Ich könnte mich hier weiter drüber auslassen, aber ich fühle mich völlig unterfordert (und um ehrlich zu sein auch irgendwie zu intelligent für diese Arbeit) und meine erste Bewerbung habe ich bereits Anfang der zweiten Woche geschrieben

    Aber: Wie würdet ihr euch in der Situation verhalten? Wie damit umgehen? Wie die Zeit überstehen, ohne sich viel zu ärgern, bis es mit einem anderen Job klappt?

    Bitte nicht zitieren!

  2. Member Avatar von laut
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    AW: Neuer Job - wie damit umgehen?

    Wenn dir klar ist, dass es dort nicht für dich weitergeht, würde ich (sofern du einen anderen Job konkret in Aussicht hast) um einen Auflösungsvertrag bitten, sodass du Anspruch auf Leistungen hast, oder direkt in den neuen Job wechseln kannst.
    Bis dahin intensiv bewerben und versuchen, es dir dort so angenehm wie möglich zu machen, bloß nicht zu verpflichtet fühlen oder mit diesem Job identifizieren, denn dir wurde ja auch etwas ganz anderes in Aussicht gestellt. Es bringt ja auch nichts, möglichst viel verändern zu wollen, wenn du eigentlich eh weg willst. D.h. ich würde wirklich möglichst viel Zeit und Energie in den Jobwechsel investieren.
    Klingt übrigens wirklich ziemlich schlimm und unglaublich frustral.

  3. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: Neuer Job - wie damit umgehen?

    Ich würde noch einmal die direkte Führungskraft und/oder Personalverantwortliche um ein Gespräch bitten und wenn das nicht geht oder sich nichts ändern, weg bewerben.

    Das ist keine Schande und man kann man einen Fehlgriff landen, das passiert.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  4. Regular Client Avatar von nirtak
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    AW: Neuer Job - wie damit umgehen?

    wie lange machst du jetzt den neuen job schon?

  5. Urgestein
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    AW: Neuer Job - wie damit umgehen?

    Zitat Zitat von nirtak Beitrag anzeigen
    wie lange machst du jetzt den neuen job schon?
    2 Monate

    Ich habe eine Bekannte getroffen, die jemand dort kennt/kannte und meinte, derjenige hätte ähnliches erzählt.
    Das Gespräch mit dem Vorgesetzten werde ich eh haben, aber das kann ja nur marginal was ändern, denn die Arbeit an sich sowie die Arbeitsatmosphäre in der Abteilung (Unternehmen), werden sie ja eher nicht ändern können. Die Sache mit den beiden Kolleginnen, die mich einarbeiten könnte vielleicht besser werden ...

  6. Regular Client Avatar von nirtak
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    AW: Neuer Job - wie damit umgehen?

    hm schwierig, weil du geschrieben hast es passt auch vieles was die rahmenbedingungen betrifft sehr gut, würde ich persönlich wohl noch ein paar monate abwarten wie sich die dinge entwickeln. glaubst du, du kannst langfristig irgendwie deine eigenes ding machen, also dir einen eigenen bereich aufbauen, wo du halbwegs unabhängig von den teilweise demotivierten kollegen bist?

  7. Urgestein
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    AW: Neuer Job - wie damit umgehen?

    Naja, ich werde eh nicht so schnell was Neues finden, ich werde schon noch ein paar Monate bleiben, aber ich bezweifle sehr stark, dass sich bis dahin etwas ändert. Einen eigenen Aufgabenbereich werde ich haben, unabhängig von den Kollegen, aber das wäre dann ja nur ein Teil der ganzen Dinge, die dann besser wäre.
    Mir gefällt einfach die komplette Situation/Atmosphäre (steif, hierarchisch, alle am Meckern) dort nicht und dann auch eben nicht die Aufgabe. Ich müsste mich wenn, dann intern bewerben, wenn ich da weg will, aber laut der Bekannten ist es in anderen Abteilungen auch nicht besser ...
    Und zur Arbeit: man macht ja zu 80% Dinge, die mir vorher gar nicht bewusst waren und das führt zu den körperlichen Beschwerden, die ich erwähnt hatte. Soweit will ich es gar nicht erst kommen lassen, um ehrlich zu sein ...

  8. Regular Client Avatar von nirtak
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    AW: Neuer Job - wie damit umgehen?

    stimmt am arbeitsklima dort wirst nix ändern können und wenn dir das an die nieren geht, dann solltest eher früher als später dich auf die suche nach was neuem begeben

  9. Urgestein
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    AW: Neuer Job - wie damit umgehen?

    Ich bin dran. Suche deshalb ja nach Tipps, wie ich das bis dahin überstehe ... wie man sich abkapselt und so. Das kann ich nämlich nicht.

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