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  1. Inaktiver User

    Frage Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    [Neue Mitschreiber sind jederzeit willkommen ]

    und kennt dieses Wechselspiel "Essstörung besser - Depression schlimmer" bzw "Essstörung schlimmer - Depression besser"? Wie habt ihr es geschafft bzw wie versucht ihr, diesen Teufelskreis zu durchbrechen?


    Auch würde ich mich freuen, mich mit anderen Betroffenen austauschen zu können auf einer Ebene, wo man sich nicht gegenseitig runterzieht (à la ich habe so und so viel gegessen, habe so und so viel zu-/abgenommen etc), sondern Erfahrungen austauscht in Bezug auf Therapie, zwischenmenschliche Beziehungen, Umgang mit Gefühlen etc... Ist jemand interessiert?

    No Go's:
    - Pro Ana/Mia
    - Diäten oder sonstige ES-Tipps

    Bitte maskieren (=mit weißer Schrift unterlegen):
    - Zahlen und Mengenangaben im Zusammenhang mit ES
    - SVV (=Selbstverletzendes Verhalten)
    - akute Rückfälle (SVV-/Fress-Druck, Selbstzerstörungs-/Suiziddrang)
    Geändert von Inaktiver User (05.06.2008 um 15:23 Uhr)

  2. Regular Client

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    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Ja ich hab das auch leider, Depressionen habe ich öfter mal schon gehabt, seit der Essstörung sind sie aber richtig krass.
    Ich weiß leider nicht wie ich da raus komme, befürchte aber auch das ich zuwenig mache (Therapie und Medikamentenmäßig).
    Ich weiß das ich Ads nehmen müsste, aber andererseits habe ich auch einfach keine lust mehr mich ständig darum zu kümmern, denn ich möchte leben und versuchen das Beste daraus zu machen.
    Leider habe ich oft Einbrüche, entweder depressiv oder im Bezug auf das Essen.
    Mhh, ich weiß nicht ob es dir weiterhilft.
    Wie geht es dir denn so?

  3. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Eine zurück, liebe Seerose. Habe ebenfalls schwere Depressionen, die allerdings Folge langjähriger ES sind (also umgekehrt wie bei dir, wenn ich das richtig verstanden habe, aber das ist ja im Hinblick auf die Problematik egal). Und ich verzweifle immer mehr, jemals den Absprung zu schaffen, deshalb dieser kleine Hilferuf... Ich leide seit über 8 Jahren an ES (erst Magersucht, dann Bulimie) und habe mich erst im letzten Jahr "geoutet" und in ärztliche Behandlung begeben. Ich habe 2 Klinikaufenthalte hinter mir (einmal Psychosomatik, einmal Psychiatrie, beide vorzeitig beendet, weil ich jeweils in das andere Extrem verfallen bin) und ein weiterer steht an. Seit einem Dreivierteljahr bemühe ich mich um einen ambulanten Therapieplatz, frühestens im August habe ich einen sicher... Zzt bin ich wieder ohne therapeutische Betreuung und mir geht es ziemlich bescheiden, trotz Medikamenten. Seit Juli letzten Jahres bin ich studierunfähig. Hm, das so zu meinen Rahmenbedingungen.
    Bist du denn in therapeutischer Behandlung (das konnte ich nicht so herauslesen)? Du schreibst, dass du leben möchtest und das Beste daraus zu machen versuchst... Funktioniert dieses "Drumherum" bei dir? Ich weiß nicht, ich "funktioniere" eben nicht mehr und erst seitdem kann ich mir eingestehen, dass ich es nicht alleine schaffe und Hilfe brauche. Aber es ist so schwer, Hilfe anzunehmen...
    Geändert von Inaktiver User (07.04.2007 um 14:05 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Weißt du, ich meine (durch die Therapie) zu erahnen, wie der Teufelskreis zu durchbrechen ist... Ich muss (und möchte ja auch) lernen, Gefühle zuzulassen, die ich über die ES kompensiere/betäube, aber es ist so schwer, sie auszuhalten (und da denke ich, nehme ich sie stärker/intensiver wahr durch die Depression)... und so immer wieder die Flucht in die ES, um wenigstens ab und zu "meine Ruhe haben" zu können... und wieder schnappt die Falle zu.
    Geändert von Inaktiver User (07.04.2007 um 15:07 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Ich leide bzw. litt auch darunter, fing mit Depressionen an. Durch das richtige Medikament bin ich meine Depressionen beinahe losgeworden.

  6. Regular Client

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    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Ach Aevina, fühl dich mal ganz doll getröstet.
    Das hört sich wirklich gar nicht gut an.Studierunfähig zu sein stell ich mir nicht schön vor, so krass ist es bei mir gottseidank nicht, wohl auch weil ich mich sehr gern in die Arbeit stürze und vor lauter Streß dann nicht dazu komme über mich nachzudenken, was natürlich auch nur eine weitere Flucht ist.
    Ich habe auch große Probleme damit Gefühle zu zeigen, nur schlecht gelaunt kann ich ganz gut sein, aber soetwas wie Freude oder irgendwas mit Liebe fällt mir schwer, meist ist es mir sogar peinlich.
    Ich war drei Jahre in ambulanter Therapie, auch weil ich vorher Angststörungen hatte, die sich gebessert haben, jedoch in Form der Es wieder autraten.
    Die Gefühlsbeziehungen zu meinen Mitmenschen ist schon recht schwierig, da ich auch sehr cholerisch bin und oft ausraste.
    Mir ist das dann immer furchtbar peinlich und ich denke es kommt daher das ich zuwenig esse, bzw. meine Nerven blankliegen.
    Ich habe auch oft mit Suizidgedanken zu kämpfen, aber ich zwinge mich immer und immer wieder alles positive an meinem Leben wahrzunehmen, auch wenn ich oft in einem solchen Sumpf hänge das kaum noch was geht.
    Meine Therapie ist auch zuende, und ich weiß auch nicht wieviel ich mich anderen anvertrauen kann, schließlich ist soetwas ja keine Erkältung und ich denke es überfordert vorallendingen nahestehende Menschen die einen lieben.
    Ich bemühe mich sehr das es besser geht, mit dem Essen und alles, und an manchen Tagen geht es super, an anderen Tagen ist alles Mist, die sind aber leider noch zu häufig.
    Kennst du die Ursachen deiner Krankheit?

  7. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Ups, ich bin auch ganz schön in dieses "Figurdenken" vom anderen Thread reingerutscht.
    Ok, Aevina, mir ist noch eingefallen, was mine Thera mal gesagt hat, als ich zu ihr meinte, dass ich mich durch das Kotzen ungehemmter und angstfreier fühlte, nämlich: "Ihnen ist aber klar, dass es da überhaupt keinen physiologischen Zusammenhang gibt?" Das würde sie zu dir wahrscheinlich auch sagen, also dass es keinen physiologischen Grund dafür gibt, dass deine Depression schlimmer wird, wenn die ES besser wird. Mir hat das damals irgendwie geholfen.

  8. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Zitat Zitat von Seerose
    Studierunfähig zu sein stell ich mir nicht schön vor, so krass ist es bei mir gottseidank nicht,weil ich mich sehr gern in die Arbeit stürze und vor lauter Streß dann nicht dazu komme über mich nachzudenken, was natürlich auch nur eine weitere Flucht ist.
    So ist es bei mir auch in den letzten Jahren gewesen und hab mich damit leider selber in diesen Zustand getrieben Hinzu kam allerdings der Umstand, dass ich alle Probleme schnell angehen und aufarbeiten wollte und bei einer Therapeutin in einer Beratungsstelle so viel und tiefgründig über mich gesprochen habe wie noch nie in meinem Leben und mich damit selbst überfordert habe... naja.

    Ich stocher noch ziemlich im Nebel, was die Ursachen sind... Es hängt wohl viel damit zusammen, wie ich aufgewachsen bin (ungünstige Geschwisterkonstellation, emotionale Vernachlässigung, gefühlsunterdrückende und konfliktvermeidende Atmosphäre im Elternhaus, Leistungsorientierung und Wertevermittlung in der Familie etc) und welche Folgen sich in der Entwicklung daraus ergaben (geringes Selbstwertgefühl und -vertrauen, emotionale Abhängigkeit von nahestehenden Personen, zu hohe Ansprüche an sich selbst, Perfektionismus etc). Auch kam und komme ich immer noch nicht richtig mit dem Frausein (oder besser: der Weiblichkeit) zurecht. Das ist ja alles schon so ziemlich typisch für (spätere) Essgestörte... Wie ist es bei dir (falls du erzählen magst)?

    Das Problem mit den Gefühlen... Bei mir fängt es eigtl schon bei der Wahrnehmung an. Mir fällt es unglaublich schwer, sie zu erkennen und zu differenzieren vor allem... und darüber zu sprechen oder gar sie zu zeigen, das ist mir auch peinlich Immerhin kann ich seit dem ersten Klinikaufenthalt wieder weinen, was ich jahrelang nicht konnte...
    Hm, cholerische essgestörte Mädels habe ich in der Klinik kennen gelernt... sind manchmal nicht ganz einfach Aber ich bin, muss ich sagen, besser mit ihnen klargekommen als mit denen, die so sind wie ich - stets viel zu lieb Ein Stückweit bewundere ich sie nämlich dafür, dass sie einfach mal "auf den Putz hauen"... aber ich glaube, dass man als Betroffene auch stark darunter leiden kann

    Was hast du denn für eine Therapie gemacht (VT, TP oder PA)? Die Psychosomatische Klinik, in der ich vor Kurzem war, war verhaltenstherapeutisch ausgerichtet und ich denke, ich möchte in dieser Richtung vorerst bleiben... Andererseits habe ich schon öfter gehört/gelesen, dass bei einem längeren Leidensweg eher TP oder PA empfohlen wird
    Und hast du vor, weiter in Therapie zu gehen, oder willst du erstmal Pause machen? Ich steh ja szs erst am Anfang und merke gerade, dass es mir gar nicht gut tut, ohne therapeutische Betreuung zu sein... Gerade auch aus dem Grund, den du ansprachst. Die Menschen um mich herum sehen mit gebundenen Händen zu, weil sie nicht "richtig" helfen können, es aber gerne würden, und das belastet sie und letztendlich auch mich. Immerhin schaffe ich es schon sehr lange, mich körperlich gesund halten (Gewicht im (unteren) Normalbereich, gesunde Ernährungs"grundlage", topp Blutwerte, Sportlichkeit), was mir persönlich auch sehr wichtig ist... Aber der Körper ist halt nur das Eine

    Ach so, wenn dir manches unangenehm ist, was ich frage oder so: Die betreffenden Stellen einfach ignorieren, ok?
    Geändert von Inaktiver User (07.04.2007 um 19:40 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Willkommen, snow Hab gehofft, dass du dich hier einfindest!

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ups, ich bin auch ganz schön in dieses "Figurdenken" vom anderen Thread reingerutscht.
    Du bringst es mal wieder auf den Punkt, ich könnt dich dafür

    Hm... Inwiefern, meinst du, hat dir das geholfen? Und so ganz überzeugt bin ich nicht, ob da nicht doch ein physiologischer Zusammenhang besteht... durch Hungern, Erbrechen, exzessiven Sport etc bringt man ja den gesamten SW durcheinander, das ist doch nachgewiesen. Aber hauptsächlich liegt es wohl trotzdem an der "psychischen Schwäche", nicht ohne etwas sein zu können, was einem (vermeintlich) Halt gibt

  10. Regular Client

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    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Aevina, was du beschreibst im Bezug auf das leistungsorientierte Denken, diese Wertevermittlung in der Familie und der Perfektionismus, das kenne ich alles nur zu gut.
    Ich glaube das ist bei unheimlich vielen Betroffenen der Fall.
    Ich habe drei Jahre lang eine Verhaltenstherapie gemacht, und es hat mir schon sehr geholfen.
    Zwar sollte ich einmal in eine Tagesklinik und in eine stationäre Therapie, aber ich habe beides nicht gemacht, aus Angst.
    Ich wollte nicht in eine Klinik, denn ich dachte es wirkt sich schlecht auf meine Fortschritte aus, wenn ich den ganzen Tag mit ebenfalls Esssgestörten zusammen bin.
    Aber vielleicht hätte ich es tun sollen, wer weiß.
    Vielleicht hätte ich gelernt zu essen, Appetit zu spüren und mich zu freuen.
    Naja, man kann es nicht sagen.
    Ich wollte auch keine Antidepressiva, ich war der Meinung das ich es immer auch so packe, obwohl ich oft der kurz davor war freiwillig in eine Klinik zu gehen, weil ich einfach für nichts mehr garantieren konnte.
    Es ist schwer, wieder etwas im Leben zu finden was einem Hoffnung gibt.
    Wenn man an all das Negative aus der Vergangenheit denkt, dann wird es schlimmer.
    Andererseits kann man ja nicht alle Verbindungen und Gefühle zum Vergangenen abbrechen, denn all das scut sich seinen Weg.
    Ich weiß nicht warum ein Kopf einen soclen Irrsinn wie eine Essstörung entwickelt.
    Man versaut sich alles.Den Körper, den Genuss, das Leben.
    Und trotzdem braucht man sie, obwohl es einen zugrunde richtet.
    Ich kann es mir nicht erklären, denn eigentlich müsste man sich ja lieben und nur das Beste für sich selbst wollen.
    Wenn man annimmt das es Hungern und Erbrechen ist, ist es schon wirklich unnormal.
    Aber irgendwie hilfreich.
    ich bin bis heute nicht dahintergestiegen warum ich damit zu kämpfen habe, was ich mir eigentlich sagen will...Trotz drei Jahren Therapie.
    Wie weit bist du in Sachen Selbsterkenntnis?
    Ich finde es klingt schon so das du dich mit dir auseinander gesetzt hast, und das finde ich super.
    Isst du normal, bzw. versuchst du es?

  11. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    Ja, besonders in der Klinik nachher habe ich gemerkt, dass sich deutliche Parallelen durch das Leben Betroffener ziehen. Dabei denkt man immer (bzw. habe ich lange so gedacht), man ist ganz alleine mit dieser Krankheit, mit den Minderwertigkeits- und Unzulänglichkeitsgefühlen, dem Kontrollzwang, den Ängsten, die bis in die Kindheit zurückgehen... und immer nach außen hin bemüht sein so zu tun als sei alles in Ordnung

    Ich hatte auch große Angst vor der Klinik (aber mir blieb keine Wahl wegen Suizidalität) und eben die Befürchtung, von anderen runtergezogen zu werden (v.a. weil ich zu dem Zeitpunkt, als ich mich für die Klinik entschied, noch gar nicht so tief wieder drin war in der ES), aber ich hatte wirklich Glück mit den Mädels, die zu der Zeit auf der Station waren Und man kann dort wirklich wieder essen lernen... Selbst ich, die ja vom Fach ist (studiere Ökotrophologie), konnte noch was lernen in Bezug auf gesunde Ernährung Mir wurde klar, dass ich viel zu wenig sättigende KH gegessen habe und konnte dadurch die EA in und auch nach der Klinik stark eindämmen... Ansonsten esse ich schon sehr gesund (viel Gemüse und Obst, Vollkornreis und überhaupt Vollkornsachen, Fisch, kein Fleisch[schon vor der ES nicht]), regelmäßig auf jeden Fall und meistens auch ausreichend, aber ab und zu kommen dann halt die Schokoattacken, derer ich mich nicht erwehren kann Naja, und ich meide halt immer noch einige LM aufgrund des Dickmach-Gedankens (Pommes zB hab ich seit Jahren nicht gegessen) und kompensiere manchmal abendliche EA zusätzlich mit Sport am nächsten Tag. Das ist eben nicht normal, ne. Aber genug davon.

    Hm, das Problem mit der Hoffnung. Das macht mir - neben dem Einsamkeits/Verlassenheitsgefühl - mit am meisten zu schaffen. Manchmal bin ich so hoffnungsleer, dass ich kaum glaube, das noch lange ertragen zu können... naja, ich denke, das sollte ich mal wann anders näher ausführen und nicht zu so später Stunde, sonst setzt nachher im Bett das Grübeln ein

    Tja, wie weit bin ich in Sachen Selbsterkenntnis? Es stimmt, ich hab mich im Laufe des letzten Jahres schon mehr oder weniger intensiv mit mir auseinander gesetzt (vorher überhaupt nie), aber ich stehe noch ganz am Anfang... Gut, ich habe erkannt, was für verzerrte Realitäten ich in mir habe, aber die zu verändern, da bin ich noch lange nicht angekommen, geschweige denn bei meinen psychischen Fähigkeiten und Möglichkeiten... Eigtl befinde ich mich auch mehr auf dem Weg der Selbstfindung, glaube ich. Bei dir habe ich aber das Gefühl, dass du dich schon ziemlich mit dir und der Krankheit auseinander gesetzt hast... ich war sehr beeindruckt von deinen Gedanken in dem Thread neulich (Bulimie-Umfrage)
    Geändert von Inaktiver User (07.04.2007 um 23:58 Uhr)

  12. Addict

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    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    hallo!
    ich klinke mich einfach mal ein. hatte leider nicht die geduld alles zu lesen.
    für mich ist eine magersucht oder allg. essstörung eine modifizierte form der depression. die energie ist nur umgelagert. so gesehen fänd ich es äußerst ungewöhnlich aus einer essstörung herauszukommen OHNE depressionen zu haben? Im endeffekt geht es bei der Essstörung ja darum ein positives Gefühl zu erleben. fällt dieses "erfolgserlebnis" weg, so herrschen nur noch negative GEfühle - in meinen Augen Depressive Gefühle.
    ich habe magersucht, bulimie gehabt. jetzt wohl binge eating. Und bei mir wurde alles immer nur schlimmer, wenn es mir emotional schlecht ging. in den momenten, in denen mir mein krankhaftes essverhalten auffiel war es vorbei, doch an dessen stelle setzten die depressionen ein.
    ich studiere auch. Schaffe mein Pensum, aber ich glaube, dass ich wesentlich mehr könnte, wäre ich nicht so depressiv.

  13. Regular Client

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    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    @Aevina:
    Ich find es toll das du so offen und ehrlich hier darüber schreiben kannst, das hilft mir enorm weiter, auch mal die Sichtweise von anderen Betroffenen zu sehen (nicht nur wie sie essen oder nicht).
    Mir ist aufgefallen das ich viel besser essen kann wenn ich fröhlich bin, bzw. ohne Sorgen.
    je mehr Sorgen ich habe desto mehr wirkt sich das auf mein Essverhalten aus.
    Was natürlich nicht gerade förderlich ist, denn die Kinderjahre ohne Sorgen sind definitiv vorbei, und ich sollte lernen damit umzugehen.
    Ganz nüchtern betrachtet kann ich gar nicht sagen warum ich eine Es habe, denn es geht mir nicht schlechter oder besser als anderen Jugendlichen.
    Nur bei meiner Wahrnehmung scheitert es dann.
    Sicher waren in der Vergangenheit nicht so tolle Dinge passiert, aber zu sagen dass dies die Auslöser für meine Probleme sind halte ich auch für unangemessen.
    Ich kann mir nur nicht erklären warum das Leben so schwer für mich ist, warum ich so unflexibel und ängstlich bin, denn eigentlich müsste ich das verloren haben.
    Nunja, ich gebe mir auch für alles die Schuld.
    Selbst wenn ich Streit habe mit meinem Freund oder einer Freundin, die Selbstvorwürfe kommen garantiert ("Hättest du nicht so hohe Ansprüche...Wärst du nicht so stur...Reiss sich zusammen...Halt das doch mal aus")
    Um nur einige Beispiele zu nennen.
    Nicht s kann ich anderen abgeben, alles lade ich mir selbst auf.
    Außerdem bin ich so sensibel, ich merke sofort wenn irgendetwas nicht stimmt, es ist manchmal als könte ich die Gedanken erahnen.
    Mir bleibt kaum Zeit für mich selbst, denn ich traue mir auch nie meine Wünsche zu äußern, und wenn dann nur mit einem schlechten Gewissen, weil ich etwas fordere.
    Am liebsten ist es mir alles selbst zu erarbeiten, denn dann bleibt mir genau die Situation fern.
    Kannst du etwas für dich fordern, Dinge annehmen ohne gleich zerfressen zu werden von deinem Gewissen?
    Ich frage mich wie man es lernt.

    @°Tab:
    Du kannst dich gern mit einklinken
    Hmm, nur positive Gefühle erzeugt eine Es bei mir nicht, z.B. war ich nach einem Essanfall viel verzweifelter als sonst, ein Hochgefühl erlebt ich nur als ich Magersüchtig war, was allerdings auch nicht lange hielt (außer den 3 sek morgens auf der Waage)
    Alles in allem ist es wohl eine Depression die sich körperlich zeigt, wahrscheinlich weil man sie sonst nicht wahrnimmt.

  14. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    @ Tab: Ehrlich gesagt, stoße ich mich etwas an deiner Definition einer ES als modifizierte Form einer Depression... Ich behaupte nämlich, dass nicht jede/r Essgestörte depressiv ist! Aber gut, darüber lässt sich streiten, was ich an dieser Stelle nicht will Kannst das ja mal zur Diskussion werfen ins Forum
    Geändert von Inaktiver User (08.04.2007 um 15:17 Uhr)

  15. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    @Seerose:
    Zitat Zitat von Seerose
    Ich find es toll das du so offen und ehrlich hier darüber schreiben kannst, das hilft mir enorm weiter, auch mal die Sichtweise von anderen Betroffenen zu sehen (nicht nur wie sie essen oder nicht).
    Eigtl ist das hauptsächlich daher motiviert, dass ich mir am besten über meine Gedanken, Gefühle, Einstellungen, Überzeugungen etc klarwerden kann, wenn ich sie "offenlege" und mich mit anderen über ihre Sichtweisen austauschen kann. Bin nicht der Typ zum Tagebuchschreiben, merke aber gleichzeitig, dass da was raus will aus mir Also hier, solange auch andere dieses Bedürfnis haben

    Dass Stimmungslage und Essverhalten einander bedingen, kann ich definitiv an mir feststellen, und das ist ja gerade der Knackpunkt bei Essgestörten Wir reagieren sensibler auf äußere Begebenheiten und Stimmungen anderer... Besonders Letzteres macht mich manchmal so wütend, es kann doch irgendwie nicht sein, dass man sein Befinden von anderen abhängig macht Aber da kommt wahrscheinlich wieder das Problem zum Tragen, dass wir immer alles viel zu schnell und zu sehr auf uns beziehen

    Oh je, die Schuldgefühle... da hab ich auch massig von Eines konnte ich zumindest teilweise abbauen, nämlich das Schuldgefühl meiner Familie gegenüber, dass ich "heimlich so falsch geraten" bin - in einer Familie, wo (nach außen hin) alles passt, um die man beneidet wird... das hat jahrelang ganz schlimm in mir genagt, aber ich musste es angehen, um mich meiner Familie offenbaren zu können (letztes Jahr im Oktober dann). Das Gemeine an Schuldgefühlen ist, dass sie so schwer zu entkräften sind, dass es so schwer ist, sie realistisch zu betrachten, wenn dir dein Gefühl etwas anderes sagt (sonst geht das doch auch!), und dann eine neue, gesündere Sichtweise zu entwickeln... hm Und du hast Recht, die sind ja auch im Spiel, wenn es darum geht, Wünsche zu äußern, jemanden um einen Gefallen zu bitten, oh Gott, alles Dinge, womit ich mich sehr, sehr schwer tue bzw die ich vermeide, wo es nur geht... Da fällt mir ein, in der Psychosomatischen Klinik gab es eine Therapieeinheit, Selbstsicherheitstraining, da wurde so etwas geübt. Sehr hilfreich!!!

    So, ich will jetzt mit meiner Family Kaffeetrinken und mag mir heute mal ein Stück Käse-Sahne-Torte gönnen
    Geändert von Inaktiver User (08.04.2007 um 16:04 Uhr)

  16. Junior Member

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    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    ,,
    Geändert von kinky-binky (17.11.2008 um 22:15 Uhr)
    .

  17. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    .
    Geändert von Inaktiver User (09.11.2009 um 15:43 Uhr)

  18. Addict

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    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    hallo
    ja es ist auch meine eigene definition einer ES. ich hab für vieles meine eigenen kleinen definitionen. ist ja nicht schlimm, wenn du das nicht so siehst. ich begründe meine theorie nur darin, dass eine essstörung autoaggressiv ist. wenn etwas gegen sich selbst gerichtet ist, dann ist das in dem sinne ja sich selbst schaden. genauso wie ja auch ritzen sich selbst leid zufügen ist. in gewisser weise ist es ein versuch sich selbst zu zeigen: du hast seelisches leid, anhand von körperlichem schmerz. - hunger, erbrechen oder fett werden ist ja irgendwo körperlicher schmerz. eine depression im klassischen sinne ist es nicht und damit meine "theorie" gültigkeit erlangt, müsste die depression als solche sicher auch noch mal umformuliert werden. allerdings: ist euch das bei euch noch nicht aufgefallen, dass ihr euch durch die ES abschottet?? ich tue das in jedem Fall. Und meist bin ich dann auch viel allein und niedergeschlagen und so weiter..was eigentlich alles nur noch mehr verschlimmert.
    ich will gar nicht weiter über meine theorie sprechen, sondern zum nachdenken anregen über sich selbst.


    @kinky-binky: ich war wegen depressionen in behandlung, aber die therapeutin sagte mir gleich, dass essstörungen wohl auch ein thema wären (meine eltern wissen bis heut nichts). und so richtig eingestanden habe ich es mir erst in diesem januar..nach schätzungsweise 5 jahren.

  19. Addict

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    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    was ihr schreibt kommt mir alles sehr bekannt vor. vor allem das mit dem Gefühlen zulassen. Vor 9 monaten hat sich mein freund von mir getrennt und ich leide immer noch heftig darunter. die gefühle nur dosiert immer mal zuzulassen ist irgendwie schmerzvoller als alles auf einmal, aber ich kann es nicht steuern und genau da liegt wohl der punkt. die gefühle bewusst wahrzunehmen und steuern zu können.

    ich bin jetzt seit 4 jahren in tiefenpsychologischer Therapie und habe damit sehr gute erfahrungen gemacht. ich war immer ein sehr änglicher mensch, überangepasst und sehr vernünftig und kontrolliert. durch die therapie hatte ich die möglichkeit die wut und die verzweiflung der kindheit noch mal wachzurufen und sie zu verarbeiten. es war zwar eine anstrengende zeit, aber so langsam habe ich das gefühl innere ausgeglichenheit zurückzugewinnen. ich kann es also nur empfehlen und euch mut machen es zu probieren, wenn ihr die möglichkeit habt. ich fühlte mich manchmal wie ein puzzel, das man falsch zusammengesetzt hat und während der therapie wieder auseinandergepflückt hat um es neu zu legen.

    dennoch kann ich es nur empfehlen.
    die weiblichkeit nicht zulassen zu können ist ein typisches "merkmal" für essgestörte in einer späteren phase? hab ich das richtig verstanden? wie äußert sich das denn bei dir (weiß jetzt nicht mehr wer das geschrieben hat )..?

  20. Inaktiver User

    AW: Wer ist bzw war von Essstörungen UND Depressionen betroffen

    @Kinky: Also, gemerkt habe ich es schon relativ früh (nach etwa 1 Jahr, als ich eines Tages auf der Waage erschrak), aber wirklich eingestehen konnte ich's mir lange nicht (nach 7 Jahren erst und dann hat es nochmal Monate gedauert, bis ich mich in therapeutische Behandlung begab). IdR merkt man es selbst auch gar nicht, weil man es verdrängt, und wird höchstens von außen angesprochen, weil man "komisch isst" oder abgenommen hat... hm ja. Das ist ja das Tückische an Essstörungen, sie bleiben lange unerkannt, weil sich das meiste im Innern (sprich: in der Psyche) der Betroffenen abspielt.

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