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Ergebnis 1 bis 19 von 19
  1. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Hat eine von euch Erfahrung mit phasenprophylaktischen Antidepressiva (Lamotrigin, Seroquel, Lithium etc.) bei rezidivierenden Depressionen/rezidivierenden depressiven Episoden?

    Ich nehme momentan ein "normales" Antidepressivum (Venlafaxin), wurde allerdings diese Woche vom Psychiater darauf aufmerksam gemacht, dass das V. immer nur akut gegen eine Depression wirkt und keine neuen depressiven Schübe verhindert, sondern sie nur abschwächt. Ich überlege, ob ich auf lange Sicht tatsächlich eines dieser Medikamente nehme (allerdings kommt für mich, nachdem ich die Liste der Nebenwirkungen gelesen habe, überhaupt nur Lamotrigin in Frage), möchte aber vorher gerne noch erfahren, wie diese Medikamente bei anderen gewirkt haben, sowohl in positiver Hinsicht als auch in Bezug auf die Nebenwirkungen.

    Es würde mich freuen, wenn ihr was dazu schreibt.
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  2. Inaktiver User

    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    *fest vornimmt, am Di anzusprechen*

    Aber da sind glaub ich paar Begrifflichkeiten und Zuordnungen durcheinander geraten... du meinst Stimmungsstabilisierer = Phasenprophylaktika, oder? Das sind keine Antidepressiva. Und Seroquel gehört auch nicht dazu.
    Geändert von Inaktiver User (14.05.2011 um 20:41 Uhr)

  3. V.I.P. Avatar von Aurora
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    doch, seroquel wird auch als solches eingesetzt. und ist auch dafür zugelassen. aber eher, wenn auch manische episoden aufgetreten sind.

    zu den nebenwirkungen von L. ich kann mich an keine erinnern. ich habe es aber auch langsam eingeschlichen.
    "Wenn man jung ist, glaubt man noch, dass es normale Leute gibt und man nur das Pech hat, sie nicht zu kennen. Später erkennt man, dass das Unsinn ist, dass es keine normalen Menschen gibt. Es gibt nur Patienten. Manche Patienten können sich auf Kosten anderer über Wasser halten, und dann nennen wir sie nicht Patienten. Dann nennen wir sie erfolgreich." (A. Grünberg)







  4. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Mittlerweile bin ich (dank eines tollen Abends mit Freunden gestern) auch wieder von der Panik weg, die mir der Psychiater (unabsichtlich) am Dienstag gemacht hat, und kann mir wieder vorstellen, die nächsten 30 Jahre einfach weiter Venlafaxin zu nehmen. Momentan wirkt es ja noch gut, also warum soll ich eine Vorsichtsmaßnahme für etwas treffen, von dem ich gar nicht weiß, ob es eintritt?!?

    @ Aura: Das klingt sehr gut. Sollte ich mal mit einem phasenprophylaktischen AD anfangen, würde ich definitiv das Lamotrigin nehmen. Der Psychiater meinte am Dienstag allerdings, das es gar nicht so wirksam sein soll, wie man eine Zeit lang angenommen hat. Aber wenn es dir hilft, solltest du dich auch nicht von solchen Aussagen beirren lassen.
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  5. V.I.P. Avatar von Aurora
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    lamotrigin? ist doch eins der bestuntersuchtesten mit klasse-eins-nachweisen. aber es kann natürlich sein, dass es bei rein unipolarer depression nicht genauso gut wirkt.

    ich würde halt schauen, welche nebenwirkungen langfristig "schwieriger" sind. hab das jetzt nicht so im kopf, denke da aber z.b. an bluthochdruck und dgl.

    gut auf jeden fall, dass du dich wieder sicherer fühlst!
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  6. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Zitat Zitat von Aurora Beitrag anzeigen
    lamotrigin? ist doch eins der bestuntersuchtesten mit klasse-eins-nachweisen. aber es kann natürlich sein, dass es bei rein unipolarer depression nicht genauso gut wirkt.
    Gibt es da vllt einen Unterschied zwischen (eher kurzfristigen) Studien und der Langzeiteinnahme? Der Psychiater meinte jedenfalls am Dienstag, eine Zeitlang wäre Lamotrigin in psychiatrischen Kliniken als das Wundermittel betrachtet worden und fast allen verschrieben worden und irgendwann hat sich dann rausgestellt, dass es doch keine so super Wirkung hat.

    Aber natürlich muss mein Psychiater auch nicht besser informiert sein als du und sicher gibt es da auch sich widersprechende Studien und Erfahrungen.

    Was er mir noch empfohlen hat - vor allem findet er Lithium gut, weil es schon seit 50 Jahren oder so eingesetzt wird und da ganz sicher keine unerwarteten Nebenwirkungen mehr auftreten können und es sehr zuverlässig helfen soll. Aber ich meine, du hattest mal über Lithium was von wegen starker Gewichtszunahme (der Patient, der gerade vor mir im Zimmer des Psychiaters saß, wird mit Lithium behandelt und der war auch eindeutig sehr viel mehr als nur ein bisschen übergewichtig ~150 kg so, schätze ich) und Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten geschrieben und damit ist das Mittel für mich sowieso weg vom Fenster.
    Zitat Zitat von Aurora
    ich würde halt schauen, welche nebenwirkungen langfristig "schwieriger" sind. hab das jetzt nicht so im kopf, denke da aber z.b. an bluthochdruck und dgl.
    Ok, ich lese noch mal ein bisschen bei wiki nach. Wobei ich das eher aus reinem Interesse tun würde als weil ich das Gefühl habe, innerhalb der nächsten Zeit dringend mit einem Phasenprophylaktikum anfangen zu müssen.
    Zitat Zitat von Aurora
    gut auf jeden fall, dass du dich wieder sicherer fühlst!
    Ich bin auch sehr erleichtert, weil ich mir schon Horrorszenarien ausgemalt habe. Psychiaterbesuche - egal wie nett und wie verständnisvoll der Psychiater auch sein mag - haben so was (zumindest in meinem Fall) rgendwie an sich.
    Es war echt perfektes Timing, dass der schöne Abend gestern mich abgelenkt hat und auch dazu geführt hat, dass ich diese ganze Medikament-Geschichte wieder aus einer gewissen Distanz betrachten kann.
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  7. Inaktiver User

    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Zitat Zitat von Aurora Beitrag anzeigen
    doch, seroquel wird auch als solches eingesetzt. und ist auch dafür zugelassen. aber eher, wenn auch manische episoden aufgetreten sind.
    Ah, sry!

  8. Urgestein Avatar von pantoffelheldin
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Hab jetzt nicht alles gelesen, aber du kannst schon Venlafaxin dauerhaft einnehmen, und es hat auch eine stabilisierende Wirkung in dem Sinne, dass es das Risiko weiterer Episoden verringert.
    Von den Stimmungsstabilisierern, die du genannt hast, kenne ich eigentlich nur Seroquel bei unipolaren Störungen, da es auch ne antidepressive Kompoonente hat. Lithium ist, soweit ich weiss, nur für bipolare Störungen zugelassen, und bei uns wird es jungen Leuten nur bei sehr schweren bipolaren Störungen verschrieben, da 1/3 der Leute eine Niereninsuffzienz entwickelt.

  9. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Zitat Zitat von pantoffelheldin Beitrag anzeigen
    Hab jetzt nicht alles gelesen, aber du kannst schon Venlafaxin dauerhaft einnehmen, und es hat auch eine stabilisierende Wirkung in dem Sinne, dass es das Risiko weiterer Episoden verringert.
    Oh, gut zu wissen. Und eigentlich ist es ja schon eine zweite Fachmeinung, denn du bist doch Medizinstudentin/Medizinerin, soweit ich weiß.
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  10. Inaktiver User

    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Ich hab's doch tatsächlich mal geschafft anzusprechen Meine Psychia hat mir - in meinem persönlichen Fall - davon abgeraten *Idee ad acta legen kann
    Geändert von Inaktiver User (17.05.2011 um 16:03 Uhr)

  11. Junior Member
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Da ich in den letzten Monaten zunehmend (mal wieder) unter krassen Stimmungsschwankungen leide, beschäftige ich mich mal wieder mit dem Thema, initiiert diesmal aber von Behandlerseite.

    Gibt's neue Erfahrungen, Meinungen, Denkanstöße?

    Ich hab diesmal sogar schon welche hier (Lamotrigin), kann mich aber nicht so recht dazu entschließen... noch mehr Psychopharmaka (ich nehm schon Cipralex, Trazodon + Melperon)

    Wie viel Zeit muss man Stimmungsstabilisierern geben, bis man eine Aussage über deren Wirkung treffen kann?
    Geändert von ambi (06.11.2013 um 21:54 Uhr)

  12. Fresher Avatar von Brux
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Hey ambi

    Ich kann jetzt nicht viel beitragen, ich weiß nur, dass eine Freundin von mir mit Lamotrigin sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Bei ihr waren die Stimmungsschwankungen auch so krass und das hat sie jetzt viel besser "unter Kontrolle".

    Was sagt denn deine Psychiaterin dazu?
    Aufgeben gilt nicht. Nie.

  13. Junior Member
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Die ist (leider ) nicht mehr für mich zuständig, bin weit weggezogen; aber ich kenne ja ihre Meinung (dagegen).

    Jetzt bin ich bei einem neuen Psychiater und der sieht mich 1x im Monat seit nem halben Jahr und hat das nun vorgeschlagen und er war verwundert darüber, dass das bei mir noch nie ausprobiert worden ist (dafür aber 16 Antidepressiva ).

    Ist deine Freundin uni- oder bipolar?
    Geändert von ambi (07.11.2013 um 16:34 Uhr)

  14. Fresher Avatar von Brux
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Ach, das mit deiner Psychiaterin ist ja blöd.
    Weißt du denn, warum sie dagegen war?

    Hm, hat halt jeder einen anderen Ansatz.

    Meine Freundin ist unipolar, hat aber trotzdem ziemlich krasse Stimmungsschwankungen. Wie gesagt, bei ihr hat's gut geholfen.

    Das ist halt immer so eine Sache mit dem rumprobieren…bei mir war's so, dass das (mühsam gefundene) Medikament nach einer gewissen Zeit auch seine Wirkung verloren hat und ich wieder ein Neues gebraucht hab. Mühsam, aber geht wohl nicht anders.

    Meint dein Psychiater denn, dass du's versuchen solltest? Schon, oder?
    Aufgeben gilt nicht. Nie.

  15. Regular Client Avatar von BaDa
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Also ich Lamotrigin immer sehr gut vetragen und keine Nebenwirkungen gespürt. hilft mir auch sehr gut.
    Eine Zeit lang hab ich noch Seroquel genommen. wurde dann gegen Melperon ausgetauscht und ist mittlerweile auch abgesetzt.
    Gegen meine Schlafstörungen hilft jetzt auch der Placeboeffekt von Baldrian.
    Ich nehme 100 mg Lamotrigin,bei Bedarf 150-200. Aber mit meiner damals relativ stark ausgeprägten bipolaren Störung komme ich mittlerweile gut zu Recht.
    und schwanger werden darf ich damit auch!
    NORMAL IST NUR EIN ANDERES WORT FÜR LANGWEILIG

  16. Junior Member
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Ich hab's übrigens nicht ausprobiert, sondern stattdessen den Auslöser meiner Stimmungsschwankungen beseitigt - hallo Beziehung, hallo Borderline :// - und lebe seitdem schon wieder ein deutlich ruhigeres Leben; das ist jetzt nicht die beste Lösung, aber auch vor dem Hintergrund der zusätzlichen Belastung für meinen Organismus (ich nehm schon täglich 6 Medikamente, u.a. noch wegen einer chronischen Erkrankung) und möglicher Wechselwirkungen war mir die Wirksamkeitserwartung des Lamotrigins einfach zu gering. (Das waren übrigens auch die Argumente meiner ehemaligen Psychiaterin, Brux )

    Danke trotzdem noch für deinen Beitrag, BaDa!
    Geändert von ambi (28.05.2014 um 11:00 Uhr)

  17. Ureinwohnerin Avatar von rhabarber*
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Ich mag auch mal etwas fragen zu lamotrigin und nehme an. Vielleicht kann ja jemand von euch etwas dazu sagen.
    Lamotrigin wird teilweise auch bei depersonalisation und derealisierung eingesetzt. Habt ihr damit erfahrung, also ob es hilft. Oft tritt derealisierung ja zusammdn mit depression oder anderen osychischen erkrankungen auf und lamotrigin wird dann vielleicht nicht in erster linie deswegen sondern als "mood stabilizer" verschrieben, hilft dann aber evtl auch gegen depersonalisationsgefühle.
    vi kysstes ivrigt. våra läppar blödde

  18. Regular Client Avatar von BaDa
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Also mit diesen beiden Dingen hatte ich bisher noch nie zu tun. Hört sich schlimm an.
    Aber Stabilisator wirkts sehr gut. Znter Valproin hab ich echt viel zugenommen.
    NORMAL IST NUR EIN ANDERES WORT FÜR LANGWEILIG

  19. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Phasenprophylaktische Antidepressiva

    Ich habe auch immer noch keine Erfahrungen damit, aber immer noch Interesse daran...

    Am 17. habe ich einen Termin beim Psychiater... mal gucken, ich überlege gerade, ob ich da mal auspacke und sage, dass ich mich schon noch von der Depression beeinträchtigt fühle, trotz des Venlafaxins... aber ich weiß es nicht. Es geht mir definitiv besser als vor drei Jahren zum Beispiel und ich weiß nicht, ob das ewige Rumoptimieren an den Medikamenten so förderlich ist...

    Rhabarber: Man, ich wünsche dir einfach, dass deine Krankheits-Odyssee mal aufhört... Depersonalisation und Derealisierung hört sich jetzt ziemlich nach Dissoziation an und damit hatte ich ja ewig richtig viel zu tun und habe es ab und an immer noch... am besten hat es mir dagegen geholfen, mich (neuen) Erfahrungen auszusetzen...
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