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  1. Stranger
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    Frage Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    MUSS man unbedingt eine verhaltenstherapie machen, wenn man diese empfohlen bekommt oder kann man rein theoretisch eine 'stinknormale' therapie machen, gerade dann, wenn man sein ursprungsproblem noch nicht wirklich kennt?
    also ich habe nervöse tic's, ich wackel immer so mit dem unterkiefer, nehme deswegen schon med's, die auch gut helfen. mein hausarzt hatte mal gesagt ich solle generell eine therapie machen. beim letzten besuch meinte er dann, ich soll eine verhaltenstherapie machen wegen meinen zuckungen.
    aber ich finde keinen verhaltenstherapeuten, dafür hat sich eine andere therapeutin gemeldet, die tiefenpsychologische therapie und psychonanlyse anbietet.
    ich will jetzt unbedingt eine therapie machen weil mich das soooo ankotzt!

  2. Stranger Avatar von Alhambra
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Müssen tust du nicht, nein. Ich würde mich auch nicht auf die Empfehlung des Hausarztes verlassen. Wenn Therapeutin der Meinung ist, dass du bei ihr falsch bist, wird sie dir das schon sagen. Oder vllt mekrst du auch, dass du etwas anderes brauchst. Ob das dann am Therapieverfahren oder an der Therapeutin liegt, ist dann noch mal eine andere Frage.

    Geh einfach mal zu ihr hin, die ersten 5 Sitzungen werden eh übernommen und man kann froh sein, überhaupt irgendwo kurzfristig einen Platz zu bekommen.

    Ach ja, ich blicke auf eine 5-jährige Therapiekarriere zurück, spreche also aus Erfahrung. Übrigens finde ich den Unterschied zwischen VT und TPP nicht wirklich groß, vermischt sich doch ziemlich, da man eben in beiden über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spricht.

  3. Stranger
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    soweit ich weiss, konzentriert sich eine verhaltenstherapie hauptsächlich auf das problem an sich, in meinem fall das zucken und nicht auf die ursachen oder? man erlernt doch quasi neue verhaltensweisen, die das alte verhalten ersetzen sollen oder? ich war schon immer anfällig für solche komsichen zuckungen, hatte das schon als kind
    aber ich kann mir einfach nicht erklären, woher das kommt. mich würde auch sehr interessieren, was in mir drin so los ist
    ich denke ich werde erstmal zu ihr gehen, solange ich keinen anderen finde. habe hier gelesen, dass eine andere userin auch so probleme hatte, einen verhaltenstherapeuten zu finden. woran liegt das ey?

  4. Stranger Avatar von Alhambra
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Das ist bei allen Therapien so. Ich suche nach einer Psychoanalyse, hab etwa 25 Absagen beisammen -.-

  5. Junior Member Avatar von Jette
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    so strikt getrennt sind die beiden therapieformen meist nicht. zumal auch in der vt viel vergangenheitsgerede usw praktiziert wird.wenn man nicht gerade eine zwangserkrankung oder sowas hat hält sich das mit dem aufgabentraining auch schwer in grenzen.
    ursachenforschung ist da durchaus zentrales thema, es wird nur lösungsorientierter angegangen als z.B in einer psychoanalyse und man arbeitet nicht mit therapeutenabhängigkeit, übertragungsliebe oder iwelchen übergangsobjekten.

  6. Stranger
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Jette Beitrag anzeigen
    ursachenforschung ist da durchaus zentrales thema, es wird nur lösungsorientierter angegangen als z.B in einer psychoanalyse und man arbeitet nicht mit therapeutenabhängigkeit, übertragungsliebe oder iwelchen übergangsobjekten.
    Oh jee, kannst du das mal erläutern?
    Wo wird mit den oben genannten mitteln gearbeitet? bei der VT oder psychoanalyse/tiefenpsy.?

    was empfehlt ihr? bevor ich gar keine therapie mache, lieber diese?
    Zwangserkrankung habe ich keine, eben 'nur' diesen ollen tic

  7. Stranger Avatar von Alhambra
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Ich denke, bei VT/TPP kommt es mehr darauf an, ob du gut mit dem Therapeuten klarkommst bzw. der Ahnung von seinem Fach hat (gibt leider viele schwarze Schafe; als Beispiel: Ich hatte mal einen Therapeuten, der mir geraten hat, meinen Zwang einfach von nachmittags auf morgens verschieben, dann hätte ich ja den Rest des Tages meine Ruhe. Ahja....). Eine Psychoanalyse ist als Ersttherapie mMn eher ungeeignet.

  8. Junior Member Avatar von Jette
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    hallo VitaminB,

    obwohl ich in meinem text ausdrücklich erwähnt habe das es sich bei den einzelnen punkten um streitigkeiten
    zwischen den einzelnen schulen handelt wurde mein beitrag scheinbar von etlichen useren nicht verstanden.
    deshalb habe ich das entsprechende posting gelöscht.
    ich wünsche dir das du die für dich richtige form von therapie oder nicht-therapie finden wirst.
    Geändert von Jette (03.08.2012 um 19:31 Uhr)

  9. Stranger
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Oh iihh nee! Ich will keine Abhängigkeit!
    Die Therapeutin meinte dass sie EHER Tiefenpsychologisch und psychoanalytisch arbeitet.
    Ich lass es mal drauf ankommen und "teste" sie aus, kennenlernen kann ja nicht schaden...

  10. Get a life! Avatar von Lucaa
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    ich vermute mal, dass dir vt empfohlen wurde, weil erstmal an den symptomen gearbeitet werden soll. die tiefenpsychologie ist ja doch ein sehr langwieriger prozess zumeist. wenn im vordergrund steht, dass du erstmal erlernen sollst, wie du den tick in den griff bekommst, ist vt vielleicht gar nicht so verkehrt.

    ist aber wie gesagt nur eine vermutung.
    Das Paradies gibt's nicht. Net mal in Unterfranken.

  11. gesperrt
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von VitaminB Beitrag anzeigen
    MUSS man unbedingt eine verhaltenstherapie machen, wenn man diese empfohlen bekommt
    ja. und zähneknirschen= penisneid

  12. Stranger
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von bubbles Beitrag anzeigen
    ja. und zähneknirschen= penisneid
    Haha ja stimmt, nachher kommt da so ne total absurde Diagnose
    Naja. Ich geh erstmal hin und dann seh ich ja, was sie sagt.

  13. Addict Avatar von dBambi
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Also ich hatte mit einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie angefangen. Die Therapeutin wollte dann aber bald zur Analyse übergehen, ich hab mich beschwatzen lassen.

    Ich hab jetzt überhaupt nicht die Erfahrung gemacht, dass da noch so viel Freud drin steckt und als Grundlage genutzt wird. Da hätte ich mich auch auf der Stelle verabschiedet ^^
    Aber es waren eben einfach ewig lange Selbstgespräche meinerseits, die Therapeutin hat sich überhaupt nicht äußern wollen. Das fand ich ziemlich anstrengend und schade.

    Weil ich umgezogen bin, hab ich dann auch direkt neben der Therapeutin auch die Therapieform gewechselt und bin jetzt kurz vorm Ende meiner VT.
    Ich persönlich fand's sehr viel hilfreicher. Es war mehr ein gemeinsames Arbeiten und joa... mehr auf die Gegenwart gerichtet (natürlich nicht nur).

    Im Endeffekt muss man glaub ich einfach auch mit dem Therapeuten gut klar kommen.
    Probier's aus!
    Dafür gibt's ja die 5 probatorischen Sitzungen!

  14. Inaktiver User

    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Ich finde es etwas haarsträubend, was hier einfach so über Psychoanalyse behauptet wird. Wenn das auf euren Erfahrungen beruht, dann will ich die natürlich nicht infrage stellen - nur habe ich völlig andere gemacht. Meine Therapie ist psychoanalytisch orientiert (und wird sehr wohl ausserhalb Deutschlands von der KK bezahlt). Ausser "Über-Ich Ängste" hat meine Therapeutin noch nie etwas abstrus-freudianisches in den Mund genommen, es geht auch nie um Triebe und eine abgefahrene Diagnose hat sie mir auch nicht gestellt. Ich denke der wesentliche Unterschied zwischen VT und psychoanalytischer Psychotherapie ist, dass die KK ersteres viel lieber hat, weil sie kürzer ist. Und ich stimme dBambi vollkommen zu: Hauptsache man verträgt sich gut mit dem/der Therapeuten/in. Es gibt Studien, die behaupten, das heilende Element der Psychotherapie sei die Beziehung zum/zur Thera.
    Eben: ausprobieren und schauen, was dir am besten passt.
    Ich persönlich wollte wegen SVV lieber eine Therapie machen, die die Frage stellt, WARUM ich das tue und nicht hauptsächlich darauf fokussiert, dass ich damit aufhöre. KA, wie das mit einer VT gewesen wäre aber in der psychoanalytischen Therapie habe ich das gefunden.

  15. Stranger
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    sehr interessante beiträge, danke dafür
    nächste Woche habe ich meinen ersten termin. da es bei mir ja schon ziemlich akut ist, hoffe ich, dass sie mir dann sagen kann, ob sie mir 'helfen' kann oder ob eine vt doch besser wäre. ausserdem meinte sie ja, dass sie EHER tiefenpsychologisch arbeitet, was wohl heisst, in die richtung tendierent...?!

  16. Get a life! Avatar von Lucaa
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    ich hab auch noch nie was von freud o.ä. gehört. mehr noch ist mir meine therapeutin oft viel zu wenig "helfend". jemanden, der nur zuhört, brauch ich eigentlich nicht. dazu hab ich freunde und familie. ich glaub nicht, dass man sich davor groß fürchten sollte.
    Das Paradies gibt's nicht. Net mal in Unterfranken.

  17. V.I.P. Avatar von ringelpietz.
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Jette Beitrag anzeigen
    ursachenforschung ist da durchaus zentrales thema, es wird nur lösungsorientierter angegangen als z.B in einer psychoanalyse und man arbeitet nicht mit therapeutenabhängigkeit, übertragungsliebe oder iwelchen übergangsobjekten.
    Das ist nun aber sehr klischeehaft und abwertend...
    To be is to do — Sokrates
    To do is to be — Jean Paul Sartre
    Do be do be do — Frank Sinatra

  18. V.I.P. Avatar von ringelpietz.
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Zitat Zitat von Jette Beitrag anzeigen
    bei der psychoanalyse. der therapeut arbeitet mit der absoluten abhängigkeit des kunden durch die übertragungsliebe. im idealfall wird die iwann nach 300std wieder abgebaut.
    ich weiss nur das die analyse sehr umstritten ist und ausser in D in vielen ländern überhaupt nicht mehr bezahlt wird da vt und tp schnellere bzw. nachhaltigere erfolge liefern sollen ( das ist aber auch ein streit zwischen den einzelnen schulen)
    Wo hast du das denn alles bitte her?
    Das ist einfach nicht wahr und ich finde es total fahrlässig, hier so einen Kram reinzuschreiben. Die PA ist nicht umsonst ein in Deutschland zugelassenes Verfahren und es gibt so unterschiedliche Störungsbilder und vor allem auch strukturell gestörte Patienten, für die ein Setting und die Dauer einer Analyse extrem hilfreich sein können.
    Von "Abhängigkeit" und "Übertragungsliebe" zu sprechen ist erstens ein Vorurteil und klingt auch irgendwie nach einer recht oberflächlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.
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  19. Inaktiver User

    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie


  20. Member Avatar von mity
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    AW: Tiefenpsychologische Therapie statt Verhaltenstherapie

    Vorneweg: ich habe selber keine Therapieerfahrung, sondern habe mich als Psychologie-Student nur mit den theoretischen Aspekten der Psychotherapie (bzw. auch einiges praktisches durch Praktika im Verhaltenstherapuetischem-Bereich) auseinandergesetzt...

    Zitat Zitat von VitaminB Beitrag anzeigen
    MUSS man unbedingt eine verhaltenstherapie machen, wenn man diese empfohlen bekommt oder kann man rein theoretisch eine 'stinknormale' therapie machen, gerade dann, wenn man sein ursprungsproblem noch nicht wirklich kennt?
    Eine stinknormale Therapie gibt es meiner Meinung nach nicht.

    Fakt ist, dass die Krankenkassen in Deutschland nur eine Behandlung im Rahmen der (a) analytischen Psychotherapie (PT), (b) der tiefenpsychologisch orientierten PT und der (c) Verhaltenstherapie (VT) bezahlen.

    Nur über die Zulassung über die Wirksamkeit zu spekulieren finde ich aber gefährlich. Z.B. sind auch die Gesprächspsychotherapie und die systemische Therapie (Familientherapie) in ihrer Wirksamkeit bestätigt, aber noch nicht zugelassen. Auch die VT wurde erst 1987 aufgenommen. Als 1967 die ersten Psychotherapie-Richtlinien erlassen wurden, war die Psychoanalyse schlichtweg das einzig bekannte Verfahren. Die VT war ja gerade erst in den Kinderschuhen (entwickelte sich ca. in den 50er-Jahen auf Grundlage des Behaviorismus).


    (a) und (b) gehen auf die klassische Psychoanalyse zurück. Sie orientieren sich deswegen auch an der Neurosenlehre Freuds (Ursachen der neurotischen Störung sind verdrängte Konflikte, bzw. Defizite in der psychosexuellen Entwicklung. Durch Bewusstmachung in der Therapie und durch die Deutungen des Therapeuten soll es zur Symptomreduzierung kommen) und auch dem Instanzenmodell (Ich, Es, Überich).


    (b) ist ist im Vergleich zu (a) kürzer und seltener (nur 1-2mal die Woche, max 100h, statt 2-3mal/Woche und max. 300 h) und - was ich besonders wichtig finde - auf konkretere Ziele fokussiert. Der Therapeut ist außerdem weniger passiv (beteiligt sich mehr am Gespräch, keine Couch zum liegen) und es wird sich mehr auf die Gegenwart konzentriert. Übertragungsprozesse und Regression werden bei (b) nicht gefördert.


    (c) ist im Gegensatz zu oben genannten sehr problem- und zielorientiert. Es wird neben den Symptomen auch an auslösenden und v.a. aufrechterhaltenden Faktoren gearbeitet (z.B. wirkt das Vermeidungsverhalten bei Phobien "belohnend", weil das befürchtete Ereignis ja tatsächlich nicht eintritt und damit erfolgreich umgangen wurde). Außerdem wird die Hilfe zur Selbsthilfe sehr betont. D.h., dass dem Klienten auch Hilfsmittel und Strategien an die Hand gegeben werden sollen, mit deren Hilfe er allein an dem Problem arbeiten kann (z.B. bei erneutem aufflammen einer Phobie/eines Tics). Im Idealfall lerne ich also meine Probleme selbst zu lösen und muss nicht unbedingt wieder zum Therapeuten. Bei psychoanalytischen Therapien hab ich den Eindruck, dass dem Therapueten eine sehr viel wichtigere Rolle zugeschrieben wird (z.B. durch die Deutungsaufgabe) und dass dieser zur Auflösung des Konflikts benötigt wird. Ich kann mir vorstellen, dass das von vielen Klienten als eine Art Abhängigkeit erlebt werden kann. Explizit hab ich von Abhängigkeit in Bezug auf die Psychoanalyse - soweit ich mich erinnern kann - noch nie was gelesen.


    Die Verhaltenstherapie ist die zur Zeit am besten belegte Therapieform (es gibt hier auch die meisten Studien und die größte Bereitschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Effektivität) und ist v.a. nachgewiesen wirksam bei einem sehr breiten Spektrum an Störungen. Außerdem ist sie im direkten Vergleich wirksamer als alle anderen Therapieformen.

    Wichtig ist, dass neben der Art der Therapie auch unspezifische Faktoren, wie z.B. Sympathie und Beziehung zum Therapeuten ebenfalls einen großen Beitrag zur Wirksamkeit leisten. Auch wenn eine Verhaltenstherapie noch so passend wäre für mein Problem (z.B. bei spezifischen Phobien), hilft mir das nichts, wenn ich den Therapeuten furchtbar finde und nicht mit ihm klar komme.


    Zitat Zitat von VitaminB Beitrag anzeigen
    aber ich kann mir einfach nicht erklären, woher das kommt. mich würde auch sehr interessieren, was in mir drin so los ist
    Ja, die VT ist sehr gegenwartsorientiert. Allerdings werden normalerweise auch geschaut, woher das Verhalten kommen könnte (gab es z.B. einen spezifischen Auslöser) und was das Verhalten aufrecht erhält. Oft wird auch im Rahmen der sogenannten Psychoedukation erklärt, wie es allgemein zur Entstehung einer solchen Problematik kommen kann.

    Grawe sagt hierzu z.B., dass zwar viele Auslöser für Störungen in der Kindheit liegen, der Blick in die Vergangenheit aber aus neurologischer Perspektive nichts für die Veränderung bringt. Nur durch den Aufbau neuer Erfahrungen und damit neuer Strukturen im Gehirn kann neues Verhalten entstehen.



    Ich glaube, dass es tatsächlich ganz starke geschmackssache ist, in welcher Therapieform man sich dann wohler fühlt. Ich persönlich bin definitiv eher der VT zugeneigt, weil ich mit dem Störungsmodell (bestehend aus auslösenden, aufrechterhaltenden Faktoren, bzw. Lernverhalten) mehr anfangen kann als mit den Konzepten Freuds. Auch find ich den Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe einfach ansprechender.

    Das ist jetzt aber sehr theoretisch und idealistisch auf die einzelnen Therapieschulen bezogen. Im Idealfall versteifen sich nämlich weder VT, noch PA auf ihre Therapieschule, sondern beide übernehmen effektive Methoden schulenübergreifend auch ins eigene Programm auf und passen sich dann den Bedürfnissen des Klienten an.

    Ich finde aber, dass genau das (und natürlich der bestehende Versorgungmangel) die Therapeutensuche erheblich komplizieren. Ich wünsch dir daher ganz viel Erfolg bei der Suche und auf deinem Weg

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