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  1. Addict Avatar von *lalune*
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    Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    der titel sagt es eigentlich schon: ich quäle mich in situationen, die unangenehm sind, dauernd damit, sie unbedingt sofort lösen zu wollen. ein beispiel: in meiner wohnung ist schimmel. ich muss das mit dem vermieter klären, damit da was passiert. das kann ich aber am sonntag nicht machen, sondern erst an einem werktag. ich habe mir überlegt, was ich dem sagen werde, was ich vorschlage, etc. TROTZDEM komm ich von diesem thema heute den ganzen tag nicht runter, obwohl ich ja heute de facto nichts machen kann.

    das gleiche passiert beispielsweise, wenn ich weiß, dass mir irgendein anderes unangenehmes gespräch bevorsteht. oder wenn ich weiß, dass ich eine für mich richtige entscheidung getroffen habe, die aber jemand anderes nicht gut finden wird. oder auch, wenn ich mich in einer unguten situation befinde, die sich aber nicht sofort lösen lässt. das kann alles mögliche sein. ich kann das dann einfach ganz schlecht aushalten.

    das schlimme ist, dass ich ja WEIß, dass das total bescheuert ist. und dass es überhaupt keinen sinn macht, sich so zu quälen. manche dinge kann man einfach nicht sofort ändern. leider komme ich mit diesen rationalen dingen bei mir selbst im inneren nicht an. dauernd kommen die gedanken wieder, ich laufe den ganzen tag mit einem unruhigen gefühl rum, fühle mich davon total belastet. ich weiß, dass es in dem moment besser sein wird, wenn ich handele. wenn ich das schwierige gespräch führe, wenn ich etwas ändere, etc.

    aber was mache ich bis dahin? wie kann ich mit diesem inneren gezerre fertig werden? wie kann ich die geduld haben, die dinge dann zu erledigen, wenn ihre zeit gekommen ist? vielleicht gehts ja jemandem ähnlich. ich würde mich über ein paar ideen oder gedanken freuen.

  2. Get a life! Avatar von Lucaa
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    AW: Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    ich kenn das von problemen aus dem job, die gerne freitags auftauchen.

    mir hat geholfen, mir klar zu machen, dass das problem nicht kleiner oder größer wird, wenn ich mir damit mein wochenende versaue. und das waren teilweise wirklich so beschissene zwei tage, dass ich irgendwann die nase voll hatte davon. natürlich legt sich da kein schalter um, aber es war für mein wohlbefinden einfach immer besser, mich erst wieder am montag früh mit dem problem zu befassen.

    geholfen hat mir ablenkung. unternehmungen, am besten irgendwas, das man nicht jeden tag macht. mit anderen menschen, die einen mit gespräche auf andere gedanken bringen. und eben das gefühl, zwei kostbare tage meines lebens und meiner ohnehin knapp bemessenen freizeit dafür verschwendet zu haben, mir nur durch sinnlose rumdenkerei den tag zu versauen.
    Das Paradies gibt's nicht. Net mal in Unterfranken.

  3. Newbie Avatar von Feiertagslaune
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    AW: Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    das kenn ich auch so. ich bin auch sehr impulsiv und will alles sofort bereden/lösen/ändern und mach das dann auch in oft eher unpassenden momenten.

    mir hilft MANCHMAL, das was ich lösen/ändern etc. will, auf einen zettel zu schreiben und dann mal wo hinzulegen. sonst ablenkung wie lucaa geschrieben hat.


  4. Junior Member
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    AW: Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    mir geht es genauso - und solche "plötzlichen" probleme brauchen auch immer wahnsinnig viel (emotionale) energie.
    leider habe ich noch keine lösung, aber ich versuche es dadurch, mir zu sagen, dass ich das lösen kann wenn die zeit ran ist und ich vorallem meine energie besser investieren kann und es besser ist die situation zu akzeptieren. ich hoffe ich kriege das irgendwann entspannter hin, weil es mich manchmal auch von wesentlichen dingen ablenkt.

  5. Foreninventar Avatar von cyan
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    AW: Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    du könntest dem vermieter zb schon jetzt ein mail schreiben? und wenn du darin auch nur kurz das problem schilderst und deinen anruf für montag ankündigst.

    mir helfen in solchen momentan auch to-do-listen. damit ich mir sicher sein kann, dass ich dann am montag nix vergesse. wenn es erst mal niedergeschrieben ist, habe ich meistens das gefühl, dass mein gehirn entlastet wird.


  6. Addict Avatar von *lalune*
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    AW: Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    Zitat Zitat von cyan Beitrag anzeigen
    du könntest dem vermieter zb schon jetzt ein mail schreiben? und wenn du darin auch nur kurz das problem schilderst und deinen anruf für montag ankündigst.

    mir helfen in solchen momentan auch to-do-listen. damit ich mir sicher sein kann, dass ich dann am montag nix vergesse. wenn es erst mal niedergeschrieben ist, habe ich meistens das gefühl, dass mein gehirn entlastet wird.
    leider ist er sehr alt und überhaupt nicht neue-medien-fähig ;-) ansonsten wäre das in der tat eine gute idee. genauso wie die mit dem dinge-aufschreiben - das hat mir in der vergangenheit schon manchmal etwas geholfen. irgendwie hat man die gedanken dann festgehalten, das stimmt schon.

    lucaa, hast du das problem denn irgendwie rational lösen können? in dem sinne, dass du dich irgendwann "überredet" hattest, dass da dauernde grübeln einfach dein wochenende kaputt macht? ich hab da irgendwie das gefühl, dass ich da bei mir selbst grad nicht durchdringe.

  7. Get a life! Avatar von Lucaa
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    AW: Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    ich tu mich generell schwer, dinge rational zu lösen, die mich beschäftigen und belasten. von daher würde ich sagen: eher nein .
    ich habs wie gesagt eher andersrum gelöst, indem ich an so nem wochenende einfach mal abgelenkt war - durch zufall oder geplant, das weiß ich leider nicht mehr - und dann eben bemerkt habe, dass ich dadurch tatsächlich mehrere stunden gar nicht an die sache gedacht habe oder zumindest nicht so oft und mit mehr abstand und obejktivität. und die "leichtigkeit", die mir das gegeben hat, hat sich für mich so gut angefühlt, dass ich das immer wieder so haben wollte.
    was mir speziell bei jobproblemen hilft: ich hab über die zeit gemerkt, dass es nicht ein einziges mal etwas gab, für das sich keine lösung gefunden hätte. es ist alles immer irgendwie "gut" ausgegangen. und man lernt daraus ja auch, d.h. den gleichen fehler macht man meistens kein zweites mal. so ist man automatisch immer besser vorbereitet und die unlösbaren dinge werden dadurch auch immer unwahrscheinlicher als sie eh schon waren.

    ich kriege das natürlich nicht immer und umfassend und zu jeder zeit hin - zu manchen tageszeiten denke ich dann doch drüber nach -, aber irgendwann habe ich dann wieder das gefühl, dass ich es nun hinreichend analysiert habe und an der stelle nicht weiterkomme. oft hilft es mir, mir gleich einen lösungsweg zu überlegen, den ich gleich am montag angehen möchte. und der vermittelt mir dann, dass ich schon genau weiß, wie ich es anpacken werde. das macht mich auch ruhiger und suggeriert mir, dass ich quasi schon was "getan" habe. und zwar alles, was in dem moment möglich ist.
    Das Paradies gibt's nicht. Net mal in Unterfranken.

  8. gesperrt
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    AW: Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    Ich kenne das Problem genau (deswegen bin ich auch auf den Titel "angesprungen" und hab meinen längst beantragten, nie verwendeten Nick rausgekramt ). Ich habe bei mir festgestellt, dass mir das Ablenken gar nichts hilft - eben, weil es bei mir gar nicht geht.
    Bei mir hilft tatsächlich fast immer ein relativ langes Gespräch über das Thema selbst (bevorzugt mit einer bestimmten Freundin, die sich auch gerne einen ähnlichen Kopf um Dinge macht). Danach fühle ich mich tatsächlich meist befreiter. Wichtig ist mir aber, dass es keine Freundin ist, die sagt "Mach Dir doch nicht so einen Kopf." oder "Du denkst immer viel zuviel nach.".

  9. Addict Avatar von *lalune*
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    AW: Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    Zitat Zitat von Schneckerl Beitrag anzeigen
    Bei mir hilft tatsächlich fast immer ein relativ langes Gespräch über das Thema selbst (bevorzugt mit einer bestimmten Freundin, die sich auch gerne einen ähnlichen Kopf um Dinge macht). Danach fühle ich mich tatsächlich meist befreiter. Wichtig ist mir aber, dass es keine Freundin ist, die sagt "Mach Dir doch nicht so einen Kopf." oder "Du denkst immer viel zuviel nach.".
    *herauskram*

    Schneckerl, das hilft mir auch. Ein Gespräch mit meinem Freund, mit der Familie, mit einer Freundin. Allerdings muss man da auch aufpassen, finde ich, dass man die anderen nicht gleich mit verücktmacht. Ist mir auch schon passiert, dass ich nach so einem Gespräch noch verwirrter und ungeduldiger und innerlich unruhiger war als vorher.

    Und: Ich habe tatsächlich ein bisschen angefangen, mich mit Meditation zu beschäftigen. Dazu kam ich aus anderen Gründen, aber irgendwie...vielleicht ist das hierfür auch hilfreich...

  10. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Geduld - oder: Unangenehmes nicht aushalten können, sondern sofort lösen wollen

    ich kenne das auch gut. bei kleineren problemen kann ich mir ganz gut sagen "okay, JETZT kannst du eh nichts machen", und das problem wegschieben, aber oft sitze ich da auch wie auf heißen kohlen und will das ganze unbedingt sofort angehen.

    das problem ist auch leider, dass ich, wenn ich so ein problem erst einmal weggeschoben habe, plötzlich gar keine lust mehr habe, es anzugehen. denn oft steckt da ja dann auch unangenehmes drin. mein problemlösewillen funktioniert quasi entweder sofort oder nie (bzw. ich muss mich halt dazu zwingen).

    neulich erst hatte ich ein wenig ärger mit einer nachbarin. er fing damit an, dass ich beim heimkommen um 23:00 einen zettel von ihr an der tür stecken hatte. in dem moment wäre ich am liebsten sofort zu ihrer wohnung gestürmt, um mich der diskussion zu stellen, aber das ging um die uhrzeit halt nicht. und schon am nächsten tag aber hatte ich überhaupt kein bedürfnis mehr, mit ihr darüber zu reden, sondern habe eher gehofft, ihr nicht zu begegnen.

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