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  1. Inaktiver User

    diagnose brustkrebs.

    mein freund hat gestern eine sms von einem freund bekommen, dass seine frau schweren brustkrebs hat. wir sind natürlich total geschockt, mein freund hat erstmal irgendwelche genesungswünsche zurückgeschrieben, ich fand die sms irgendwie nicht so passend und hatte auch vor, ihr heute nochmal eine zu schicken. nun war ich mit zwei kolleginnen in der stadt nen kaffee trinken heute und hab die beiden getroffen, sie erstmal in den arm genommen, woraufhin wir beiden heulen mussten. da die situation mit meinen kolleginnen natürlich blöd war, hab ich sie gar nicht großartig sprechen können, sondern einfach nur sagen können, dass es mir leid tut und wir für sie da sind, wenn sie reden will, unterstützung braucht.
    mir ging es gestern mit der info schon so, dass ich kaum einschlafen konnte, weil meine gedanken ständig bei ihr waren und ihrer familie (sie hat zwei kleine kinder) und ich einfach nicht begreifen kann, dass wir letzte woche noch zusammensaßen und pläne geschmiedet haben... meinem freund ging es genauso und wir haben dann ein bisschen geredet und waren uns uneinig darüber, ob wir sie zu unserer "weihnachtsfeier" (mit gemeinsamen freunden) einladen sollen. er war der meinung, dass sie da sicher eh nicht kommen würden, weil sie ganz anderes jetzt im kopf haben, aber ich finde, dass wir sie gerade jetzt nicht von vornherein ausschließen sollten. ich hab also nach dem zufälligen treffen heute nochmal ne längere sms geschrieben, nochmal viel kraft gewünscht und sie eben auch eingeladen, mit dem hinweis, dass wir natürlich auch verständnis haben, wenn sie in der situation keine lust auf großen trubel haben und wir uns dann eben einfach so mal treffen, wenn sie mögen.

    bisher kam noch keine antwort und ich hab jetzt angst, dass es doch blöd war, sie einzuladen.:/ ich mach mir solche gedanken und könnte eigentlich echt nur heulen über diese ganze scheiße.
    ich kenn das halt auch aus meinem umfeld (zum glück) bisher nicht, dass so junge menschen so schlimm erkrankt sind und weiß nicht so recht, wie ich jetzt mit ihr umgehen soll, aus angst zu wenig/zu viel zu machen

    hinzu kommt, dass ich noch keine näheren infos habe in welchem stadium sie ist. nd die tatsachse, dass sie selbst ärztin auf einer onkologischen station ist und die rede war von "schwerem" krebs und sie auch wirklich richtig, richtig schlimm traurig ist, obwohl sie sonst eine sehr toughe person ist, macht es nicht gerade besser.

    habt ihr irgendwelche schlauen tipps, ratschläge? ich weiß schon, dass es dafür kein patentrezept gibt und jeder mensch andere bedürfnmisse hat in so einer situation, aber vielleicht hilft auch schon ein erfahrungsaustausch.

  2. Fresher Avatar von lieblingsmädel
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    231

    AW: diagnose brustkrebs.

    Ach mann, so eine Nachricht ist wirklich immer schockierend...in solchen Momenten wird man wieder daran erinnert, wie "endlich" das Leben doch ist.

    Ich wurde im näheren Umfeld leider schon viel mit dem Thema Krebs konfrontiert.
    Grundsätzlich habe ich immer durch den Umgang mit den Betroffenen herausgefunden, was sie möchten, ob sie darüber mit mir sprechen möchten oder einfach abgelenkt werden wollen. Hatte dann im Vorfeld auch immer Angst und mir totale Gedanken gemacht, die sich aber im Endeffekt schnell verflüchtigten wenn ich die Leute dann gesehen habe.

    Ich finde es toll, dass Du sie zu der Feier eingeladen hast! Kann doch sein, dass sie genau so etwas jetzt braucht, einfach ´rauskommen, unter Leute.

  3. Inaktiver User

    AW: diagnose brustkrebs.

    ja, genau diese endlichkeit ist es, die mir solche angst macht. ich denk dann an ihre kleinen kinder und da krampft sich alles in mir zusammen.:/ ich hoffe einfach so sehr, dass alles gut wird und es noch nicht zu spät ist, etwas zu unternehmen. aber echt, wie man sein leben immer so lebt und denkt, dass das einem (oder familie/freunden) schon nicht passiert und dann wird man eines besseren belehrt.

  4. Member
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    AW: diagnose brustkrebs.

    Das ist echt gemein, besonders wenn noch zwei kleine Kids da sind und einem bewusst wird, was man verpasst (selbst wenn es doch noch trotz allen Anzeichen gut ausgeht).

    Ich hatte leider auch schon den ein oder anderen Fall im Bekannten- und Freundeskreis. Die Leute sind nicht aus Glas, die meisten sagen oder zeigen, wie sie gerne behandelt weden möchten. Ich denke, die Einladung zur Weihnachtsfeier war nett und richtig, aber steht bei ihr jetzt wahrscheinlich ganz hinten unten im Prioritätenschrank.

    Viel Glück euch allen!

  5. Inaktiver User

    AW: diagnose brustkrebs.

    .
    Geändert von Inaktiver User (12.09.2017 um 23:57 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: diagnose brustkrebs.

    sie hat mir heute geantwortet und sich über die einladung gefreut. wenn alles gut geht, kommen sie auch. und was mich total gefreut hat: sie hat sich von meinem freund und mir eine gute laune cd gewünscht. jetzt sitz ich hier und suche schonmal lieder aus.

  7. Regular Client Avatar von erdbärin
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    3.986

    AW: diagnose brustkrebs.

    oh wie schön das klingt, und optimistisch, trotz allem

  8. Member Avatar von mybmyb
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    1.569

    AW: diagnose brustkrebs.

    ein guter freund von mir hatte krebs (auch sehr jung, nach dem abi und das gesamte studium über).
    jeder geht mit einer solchen diagnose anders um, aber ich kann von ihm berichten: er wollte, dass alles normal weiter geht, solange es sein zustand zuließ. ich würde die freundin also auf jeden fall (!!!) einladen - _wenn_ sie nicht will, kommt sie eben nicht. aber wäre ich sie und ich würde nicht eingeladen werden, würde ich das sofort so interpretieren, dass ich jetzt gemieden werde und das gefühl will man nicht haben.

    mein freund wurde ganz normal behandelt wie immer auch und er war trotz krankheit mit in clubs, auf konzerten, im stadion... nicht jeder zieht sich völlig zurück und möchte alleine sein. gerade wenn sie noch nicht gebeutelt durch op / chemo / bestrahlung ist, tut ihr ablenkung sicher gut.

    mein freund wollte auch gar nicht immer darauf angesprochen werden, weil das thema schon so einen riesigen platz in seinem leben hatte (gezwungenermaßen), dass er oft einfach nur zeit mit freunden verbringen wollte. ganz normal eben. ohne darüber nachzudenken oder zu reden und das hat von uns auch jeder akzeptiert

  9. Inaktiver User

    AW: diagnose brustkrebs.

    mybmyb: hat dein freund diekrankheit besiegt? (falls ich fragen darf)
    ich schätze sie ja eher auch so ein, dass sie nachwievor ausgehen möchte und am gesellschaftlichen leben teilnehmen möchte (wenn der erste schock verdaut ist). und mir ist es auch lieber, sie einzuladen zu solchen dingen und ihr somit die wahl zu lassen, als sie einfach nicht einzuladen und ihr die antwort vorwegzunehmen.

  10. Ureinwohnerin Avatar von Asterisque
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    28.883

    AW: diagnose brustkrebs.

    In meiner Familie ist die Diagnose Krebs leider seit einigen Jahren sehr präsent. Unter anderem auch ein Familienmitglied mit Brustkrebs.

    Ich kann auch nur aus meiner Erfahrung sagen, dass ich (und die Erkrankten) so gut es ging an allem teilgenommen haben, was ging. Es wird unter der Behandlung genug Zeiten geben, in denen das nicht mehr geht. Aber das sollte man dann selbst entscheiden dürfen.

    Ich würde einmal zu einer Feier nicht eingeladen. Und ich war sehr getroffen und angeknackst deswegen. Eine Nachfrage über Dritte hat dann ergeben, dass man mich nicht eingeladen hätte, weil ich in der Situation damals (eben die Erkrankungen in der engsten Familie) sicher keine Lust auf sowas gehabt hätte. Ja okay, vielleicht hätte ich abgesagt... aber wahrscheinlich wäre ich hin und dann früher gegangen oder so. Aber ich hab mich so ausgegrenzt gefühlt. Das war nicht schön.
    Hinfallen. Aufstehen. ~ Krönchen richten ~ Weitergehen.

  11. Inaktiver User

    AW: diagnose brustkrebs.

    Zitat Zitat von Asterisque Beitrag anzeigen
    In meiner Familie ist die Diagnose Krebs leider seit einigen Jahren sehr präsent. Unter anderem auch ein Familienmitglied mit Brustkrebs.

    Ich kann auch nur aus meiner Erfahrung sagen, dass ich (und die Erkrankten) so gut es ging an allem teilgenommen haben, was ging. Es wird unter der Behandlung genug Zeiten geben, in denen das nicht mehr geht. Aber das sollte man dann selbst entscheiden dürfen.

    Ich würde einmal zu einer Feier nicht eingeladen. Und ich war sehr getroffen und angeknackst deswegen. Eine Nachfrage über Dritte hat dann ergeben, dass man mich nicht eingeladen hätte, weil ich in der Situation damals (eben die Erkrankungen in der engsten Familie) sicher keine Lust auf sowas gehabt hätte. Ja okay, vielleicht hätte ich abgesagt... aber wahrscheinlich wäre ich hin und dann früher gegangen oder so. Aber ich hab mich so ausgegrenzt gefühlt. Das war nicht schön.
    wäh, das ist blöd! :/ nee, also ein gefühl der ausgrenzung will ich absolut nicht vermitteln. man hört das ja oft, dass betroffene davon erzählen, wie sich viele freunde dann nicht mehr gemeldet haben und sie enttäuscht waren. wahrscheinölich meinen es die meisten nichtmal böse, sondern haben eher angst was falsch zu machen. aber da lad ich lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig ein.

  12. Member Avatar von mybmyb
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    1.569

    AW: diagnose brustkrebs.

    Du darfst fragen, aber er ist leider vor einem Monat gestorben.

    Ich kenne auch mehrere Fälle (hatte jetzt nur konkret ihn erwähnt, weil er eben auch sehr jung war) und einer hat mir auch berichtet, dass Menschen teilweise die Straßenseite gewechselt haben, als er ihnen entgegen kam. Also vermutlich einfach aus Angst, etwas "Falsches" zu sagen bzw. weil sie mit der Krankheit nicht konfrontiert werden wollten. Das empfand die Person als sehr, sehr verletzend. Und wenn man nicht völlig unsensibel ist (à la: "Ja, ich habe auch gerade einen eingewachsenen Fingernagel, ich weiß, wie du dich gerade fühlen musst."), ist es viel "falscher", sich zurückzuziehen, als evtl. unangenehme Situationen in Kauf zu nehmen. Das meine ich jetzt nicht konkret auf dich bezogen, taktkonform, sondern mehr so generell.

  13. Inaktiver User

    AW: diagnose brustkrebs.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    sie hat mir heute geantwortet und sich über die einladung gefreut. wenn alles gut geht, kommen sie auch. und was mich total gefreut hat: sie hat sich von meinem freund und mir eine gute laune cd gewünscht. jetzt sitz ich hier und suche schonmal lieder aus.
    Siehst du. Ich hab schon das Gefühl, dass du das alles "richtig" (ach es ist so schwer hier angemessene Worte zu finden, aber du weißt hoffentlich, was ich meine...) machst. Das ist wirklich schön und optimistisch!

  14. Alter Hase Avatar von Emily
    Registriert seit
    17.12.2003
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    7.803

    AW: diagnose brustkrebs.

    Schön, dass deine Anfrage gut angekommen ist und vor allem, DASS du gefragt hast.

    Mein Freund hat seit Mai seine Diagnose, seine Freunde waren ihm gegenüber auch sehr hilfreich und haben ihn super untertsützt. Bei mir hat leider fast keiner von sich aus gefragt, wie es mir geht oder ob er irgendwie für mich/uns da sein kann. Das fande ich sehr traurig und ich habe mich extrem alleingelassen gefühlt. Natürlich ist da jeder anders, aber ich hatte ja auch Hemmungen. Und als Freund so eine Situation einfach gänzlich zu ignorieren, finde ich schon traurig. Vor allem mit dem Signalisieren "du, ich weiß grad nicht, was dir guttut, aber egal was es ist, ausheulen oder ablenken" macht man sicher nichts falsch. Wenn ich bei jemandem im Freundeskreis in Zukunft von einer schwierigen Lebenssituation erfahren werde, werde ich zumindest nicht mehr zögern und Hilfe anbieten, damit er sich nicht so blöd fühlt wie ich
    It’s better to be hated for who you are
    than be loved for who you’re not



  15. Inaktiver User

    AW: diagnose brustkrebs.

    emiliy: erstmal alles gute für deinen freund (und dich)!

    meine freundin war vorgestern zu unserer feier mit ihrer familie und sie haben sehr positiv gewirkt. leider ist die krankheit aber schon fortgeschritten. sie war wohl vor nem jagr schon beim arzt wegen nem knoten in der brust. der wurde aber als harmlose verhärtung vom stillen abgetan. ein halbes jahr war sie wieder und es wurde wieder nicht richtig untersucht. als sie jetzt vor zwei wochen war, hat sie sich aber nicht wieder abwimmeln lassen, nur leider hat der krebs schon gestreut. ich wollte nicht allzu viel nachhaken, weil ja auch viele leute drumherum waren, aber ich trau mich gar nicht, zu googeln, was das nun genau für sie bedeutet.

  16. Addict Avatar von Akkordeon
    Registriert seit
    06.02.2007
    Beiträge
    2.514

    AW: diagnose brustkrebs.

    Eigentlich müsste man den Arzt verklagen.
    Aber da hat man in der Situation ja dann keinen Kopf für...

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