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  1. Inaktiver User

    längst veraltet oder (bis vor kurzem) Standart

    Trigger: Essstörung



    Die Autorin hat eine Essstörung, dargestellt als Untergewicht. Sie wird als 11jährige in eine psychologische Klinik überwiesen und bekommt folgenden

    https://nopsyko.wordpress.com/2014/12/03/therapieplan/

    Meine Frage: Ist die Behandlungsmethodik, v.a. Konsequenz veraltet (=seit mehr als 10 Jahren nicht mehr wissenschaftlich befürwortet) oder halt Standartmassnahme lt. Behandlungsvorschrift der Fachverbände?

    Betroffene können mir auch per PN schreiben, wenn sie sich nicht öffentlich outen wollen.

  2. Ureinwohnerin

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    AW: längst veraltet oder (bis vor kurzem) Standart

    STANDARD!
    MIT DDDDDDDD!!!



    :aggro:

  3. Ureinwohnerin

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    Hängt von der klinik ab.
    In "unserer" jugendpaychosomatik (arbeite in ner klinik) ist das usus, jugendlichen klare regeln vorzusetzen, insb wenn sie im deutlichen untergewicht sind. Strenge ist da erfordert, weil gerade magersuchtige immer wieder Probleme in der compliance zeigen -symptomatisch. Bei uns werden Mädels mit bmi 12/13 generell mit beztruhe versehen und engmaschig beobachtet und wennn die blutwerte schlecht sind,gibts infusionen/sonde. Und bei massivem protest der patientin und gefahrdungspotential auch fixierung. Aber das wird von anfang an auch klar kommuniziert.

    Man muss bei dem eintrag auch bedenken, dass jemand, der z.b. von eltern/arzt eingewiesen wird statt auf eigenen Wunsch, sicher ablehnender reagiert und protestiert und dramatisiert.

  4. Member

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    AW: längst veraltet oder (bis vor kurzem) Standart

    Ja, gerade bei Kindern und Jugendlichen, bei denen oft eine erhebliche Zwangssymptomatik dazu kommt, können die Maßnahmen äußerlich so aussehen und dann von der/dem Betroffenen so erlebt werden, wie in dem Text geschildert. Die Erfolgsaussichten sind aber gering, es ist ein Krankheitsbild, demgegenüber heute noch viel Unverständnis und Hilflosigkeit herrscht.

  5. Regular Client

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    Warum aber die Sanktionen, wenn mehr zugenommen wird?

  6. Ureinwohnerin

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    Weil es bei magersuchtigen bspw häufig vorkommt, dass viel getrunken wird vor dem wiegen, um gewicht auf die waage zu bringen ohne gscheit zu essen.
    Normalerweise wird aber bei Verdacht auch eine urinprobe genommen und die blase geschallt.
    Ganz klar ist mir das beim reinen lesen des blogs aber auch nicht.

  7. Ureinwohnerin

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    Zitat Zitat von Vögelchen Beitrag anzeigen
    die Erfolgsaussichten sind aber gering, es ist ein Krankheitsbild, demgegenüber heute noch viel Unverständnis und Hilflosigkeit herrscht.
    Ohja. Eine patientin bei uns ist seit über 3 Jahren in der Psychiatrie/psychosomatik, weil sich ihr zustand bisher nicht grundlegend verändert hat. Sie ist, da sie nun volljährig ist, per richterlichem Beschluss in Behandlung. Die Prognose ist aber nach mehrfachem Organversagen eher gering.

  8. Inaktiver User

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    Zitat Zitat von Vögelchen Beitrag anzeigen
    Die Erfolgsaussichten sind aber gering, es ist ein Krankheitsbild, demgegenüber heute noch viel Unverständnis und Hilflosigkeit herrscht.
    Wie meinst du das?
    Eher so, dass die "Gesellschaft" die Gesundheitsgefährdung unterschätzt wird? Oder dass die Psychiatr. Interventionen als zu krass empfunden worden.

    @all: Vielen Dank für die Postings. Die Schreiberin scheint also unter Berücksichtigung der Textdramaturgie und ggf. verschobenen Erinnerungen ein eher realistisches Bild der Behandlung zu zeichnen.

  9. Ureinwohnerin

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    [QUOTE=Inaktiver User;1072142572]Wie meinst du das?
    Eher so, dass die "Gesellschaft" die Gesundheitsgefährdung unterschätzt wird? Oder dass die Psychiatr. Interventionen als zu krass empfunden worden.
    /QUOTE]
    bis jetzt sind viele Mechanismen der entstehung und Aufrechterhaltung der Krankheit unbekannt bzw. Es ist nicht klar, welches ungleichgewicht im gehirn dazz führt, dass jemand magersuchtig wird.
    Ich denke, dass vielen die Gefahr durchaus bewusst ist, aber sowohl Umfeld, als auch Medizin hilflos sind, die Krankheit zu behandeln. Bei einer Erkältung ist es klar, welche Medikamente helfen. Bei der Magersucht sind das so viele Faktoren, die wirken, dass eine Aussage zur allgemeinen Wirksamkeit von Medikamenten, , Gesprächen..... nicht so einfach ist.
    Bei der Magersucht geht es ja meistens nicht um Heilung im sinne von nie wieder rückfallig werden, sondern lernen, mit problemen und auch mit Rückfällen umzugehen. Bei einem Alkoholiker hilft es, keinen Alkohol zu konsumieren. Essgestorte werden permanent mit ihrem Trigger konfrontiert. Das machts schwieriger.

    Aufgrund der oftmals dramatischen Schwere der Erkrankung ist es auch nicht allzu überraschend, dass Magersucht die höchste Mortalitatsrate unter den psychischen Erkrankungen hat.

  10. Member

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    AW: längst veraltet oder (bis vor kurzem) Standart

    Ja, das stimmt, wobei da eben zu beachten ist, dass ein großer Teil davon Suizid in Zusammenhang mit Depressionen ist, entweder schon vorbestehend oder sekundär als Folge der Magersucht.

    Unbedingte Empfehlung, das zu lesen!

    "Dann iss halt was!": Meine Magersucht - wie ich gekämpft habe - wie ich überlebe: Amazon.de: Christian Frommert, Jens Clasen: Bücher

    Es ist ein Mann, der ausdrücken kann, was in einem vorgeht und auch das Klischee außer Kraft setzt, es gehe ums Aussehen.

  11. Member

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    AW: längst veraltet oder (bis vor kurzem) Standart

    Also ich kann mir gut vorstellen, dass die Schreiberin es so empfunden hat und dass wirklich vieles unsensibel war. Arbeite selber in einer Klinik und ich finde auch, dass sich immer wieder den Patienten gegenüber degradierend und machtausübend verhalten wird. Es gibt allerdings keine gute Gesprächskultur und es wird nicht darüber reflektiert.

    Die Autorin scheint in einem typisch verhaltenstherapeutischen Setting gelandet zu sein. Die klassische Verhaltenstherapie arbeitet ja sehr viel mit Belohnung und Bestrafung. Ich hätte damit auch große Mühe als Patientin, weil ich das Prinzip Belohnung/Bestrafung nicht "schön" finde. Also nichts gegen klare Absprachen, gerade bei Magersucht. Dass ab einem gewissen Gewicht eine Magensonde eingesetzt wird etc. finde ich alles völlig in Ordnung. Also ich hoffe mal, dass das was die Autorin schreibt heute in den Kliniken nicht mehr so gehandhabt wird, es leuchtet mir in keinster Weise ein wenn sie schreibt, dass sie am Anfang das Frühstück nicht wählen durfte oder ihr keine Freizeitaktivitäten gestattet waren. Weird.
    Geändert von julimai (15.02.2015 um 02:00 Uhr)
    Pure Vernunft darf niemals siegen, wir brauchen dringend neue Lügen

  12. Ureinwohnerin

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    AW: längst veraltet oder (bis vor kurzem) Standart

    Kurz zu Frühstück und Freizeitaktivitäten: das steht mittlerweile bei fast jeder psychosomatik auf der homepage/wird so ddurchgeführt. Auch in spezialkliniken für essstorungen.. es wird bei uns auch durchgeführt, um Diskussionen und lügen zu umgehen bzw abnahme zu verhindern.

    Ich habe mir gestern den blog ganz durchgelesen und es handelt sich um eine Psychiatrie, was ja schon einen unterschied zur psychosomatik ausmacht.
    Und ich habe den Eindruck, dass der zwang, mit dem sie in der klinik landete, einen großen Einfluss auf ihre Wahrnehmung hatte und sie rückblickend die klinik ziemlich undifferenziert verflucht.
    Da sie auch davon schreibt Tabletten bekommen zu haben (von denen sie nicht wusste was sie sind - insofern schlechte Kommunikation mit den Ärzten, aber auch den Eltern, die den Medikamenten sicher zustimmen missten, glaube ich, dass da noch eine zweite Diagnose im raum steht, von der die Autorin nichts berichtet

  13. Inaktiver User

    AW: längst veraltet oder (bis vor kurzem) Standard

    Da die Beschreibung absolut subjektiv sind, ist es schwierig über die tatsächlichen Umgangsformen des Klinikpersonals ein Urteil zu fällen. Wenn der beschriebene Klinikaufenthalt der erste für ein überbehütetes Kind ist, dann wird manches noch mal dramatischer erlebt. Abgesehen davon dass eine lang zurückliegende Geschichte erzählt wird, wo ja auch noch Projektionen hinsichtlich späterer Ereignisse hinzukommen können (Wenn damals in der Klinik nicht X und Y gewesen wäre, dann wäre das jetzt nie passiert.).

    Ich bin da sehr vorsichtig mit Urteilen.

  14. Senior Member

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    AW: längst veraltet oder (bis vor kurzem) Standart

    puh. ich bin nicht vom fach.
    und selbstverständlich wenn es ums überleben geht, sind wsl bestimmte maßnahmen nötig.

    aber was ich einfach nicht verstehe, es ist doch eine psychische erkrankung. weshalb wird dann gerade die psyche und der mensch (hier noch dazu des kindes!) so außer acht gelassen?
    hier ist doch, wo man ansetzen muss und der mensch muss langsam wieder seinen eigenen weg finden, seinen willen zum leben, sich wieder spüren lernen, etc.
    da ist doch mal die erste intention diesem menschen einen rahmen bieten in dem er sich fallen lassen kann, sich geschützt fühlt und langsam wieder (durch die eigene kraft) laufen lernt.
    wenn sich durch die aufnahme in so einer anstalt von der ersten sekunde an die psychische stabilität unter diesen umständen nur verschlechtern kann, wie soll dann je eine besserung möglich sein??

    wie gesagt, das sind ja nur meine gedanken als laie. wenn ich das so les wird mir schlecht.
    aber leider ist das in anderen einrichtungen (zb pädagogischen) ja auch oft nicht anders. jeder weiß, das "schwierigste" kind bräuchte etwas anderes. mehr zuwendung, zeit, beachtung, etc. stattdessen wird sanktioniert. weil es die schnellste und günstigste maßnahme ist...
    ~wir haben allzuviel erhofft und leider nichts getan~
    dann die große böse schwester der hoffnung, ihre waffe das schwert, ihr name enttäuschung

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