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  1. Foreninventar Avatar von Kräuterpolizei
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    Irgendwann reicht's mal....

    Vorab: ich bin mir bewußt, daß viele Dinge wahrscheinlich auf meiner subjektiven, von ohnehin schon etwas labiler Verfassung beeinflußter Wahrnehmung beruhen. Vielleicht kann das nicht jeder nachvollziehen alles.

    Jedenfalls... mein persönliches Abfuck-Highlight der Woche war heute, als mein Vater (!) mir auf Facebook (!) "nachträglich" zum Geburtstag gratulierte. Mit der Entschuldigung, er sei "von der Arbeit" (Frührentner!) so abgelenkt gewesen.
    Mein Geburtstag ist Mitte Oktober. Ähm.

    Voraus gehen dem ungefähr drei Jahre mit einer Scheiße nach der anderen.

    Meine eine Schwester mit Depressionen und Eßstörungen. Mit Selbstzweifeln und falschen Typen und starkem Aufmerksamkeitsbedarf.
    Meine andere Schwester mit Streß mit den Typen und postpartalen Depressionen und einer zwischenzeitlichen Beziehung, die wegen Stalkings und übler Nachrede seinerseits vor Gericht endete.

    Mein Stiefvater, der mich - ungefragt - in die Eheprobleme mit meiner Mutter mit einbezog. Und kurz darauf mit fremdenfeindlichen Parolen um sich warf (und damit bei mir mit meiner antifaschistischen Grundhaltung ja auf genau die Falsche traf und aber leider nicht diskussionsfähig ist. Mein Stiefvater hatte mir vor einiger Zeit noch eine Vorsorgevollmacht übertragen, die ich unter den Voraussetzungen nicht adäquat auszuführen imstande wäre.).

    Dann noch meine beste Freundin, die an Colitis leidet und diverse Krankenhausaufenthalte hatte und auch eine nicht so ganz einfache Patchworkgeschichte hat, zwei pubertierende Kinder mit allen ihren Auswüchsen, einen dämlichen Exmann, der zu blöd zum Vatersein ist... und alles.

    Ja, ich neige dazu, mir das alles anzunehmen und mir einen Kopf zu machen.

    Selbst hab ich auch mein Päckchen - ich bin so ein Mensch, der zu Süchten tendiert, kein vernünftiges Alkoholverhalten, Selbstverletzung, Bordi, Schlafstörungen, bla.
    Ich habe letztes Jahr eine Beziehung von 9,5 Jahren beendet (bindungsunfähiger Typ, aber sehr interessanter Mensch und einer derjenigen, die mich noch am besten kennen, wir haben immer noch mal ab und an ein Intermezzo ), war danach zwei-, dreimal verknallt mit Destaster-Ende. Und ich such mir immer solche aus, die ne Meise haben und verknall mich in die und renne dann sehenden Auges in die Enttäuschung

    Na gut, solche Sachen kann man ja recht einfach mit Freunden oder den Geschwistern besprechen, und dann heißt es, ja Kräuter, ach Mensch, wasn Arsch, auch du findest mal jemanden bla bla
    Und danach ist immer sofort was anderes tagesaktuell wichtig (s.o. ).

    Und in Wirklichkeit bin ich emotional total destroyed und halte mich nur für die Arbeit (auch nur echt mit den letzten Resten) aufrecht und könnte den ganzen Tag mich verkriechen und flennen und denke diverse Szenarien durch, mit denen man sein Leben beenden könnte und


    ach, ich weiß doch auch nicht.

    Ich würd gern lernen, die ganze, nicht mich persönlich betreffende Scheiße nicht so anzunehmen, damit wäre mir bestimmt schon geholfen! An dem Rest muß ich auch noch arbeiten, aber das wäre als erster Step bestimmt gut.

    Habt Ihr da Ratschläge, wie man das hinkriegt?

  2. Regular Client Avatar von MEERESBEWOHNER
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    erstmal: klingt nach viel und tut mir leid für dich!

    ich muss los, will aber nur eine sache kurz anmerken. ich habe bei mir herausgefunden, dass ich in schlechten phasen die probleme anderer BESONDERS gut zu meinen eigenen mache. vielleicht auch, weil ich mich eigentlich nicht mit mir und meinem kram beschäftigen möchte? aber unterm strich bedeutet das natürlich noch mehr stress/belastung. könnte das bei dir ähnlich sein? dann wäre ein ansatz sich rigoros auf dich zu konzentrieren.
    ohmann.

  3. Regular Client Avatar von MEERESBEWOHNER
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    achso, dazu gehört dann auch, raum dafür einzufordern, zB zu anderen zu sagen: 'hast du zeit zu sprechen, mir geht es wirklich schlecht.'
    im notfall mit leuten, die mit dir eine andere rollenverteilung haben (oder noch gar keine) als die, in der du die kümmererin bist.
    ohmann.

  4. Junior Member Avatar von tassi
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    ich mache mir die probleme anderer auch oft zu eigen. aber besonders schlecht kann ich mich abgrenzen, wenn es mir nicht gut geht. von daher denke ich auch, dass es gut wäre, wenn du dich zunächst mal auf dich fokussierst. was hast du neben der arbeit was dich stützt oder stützen könnte ? Hobbys, Sport etc.? Wäre ein Urlaub, wo du wegfährst, eine option ?

  5. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    Äh, was ist mit Therapie!?
    Ich hoffe, dir ist bewusst, dass Borderline eine tiefsitzende Persönlichkeitsstörung ist, also ein Krankheitsbild, welches schwere Auswirkungen auf den Charakter hat. Das ganze "Bordi" zu nennen, finde ich verharmlosend und nicht in Ordnung. Ist das eine offizielle Diagnose bei dir? Für mich klingt das eher nach einer affektiven Störung?
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  6. V.I.P. Avatar von mondscheintarif
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    ich glaube, dass kräuterpolizei sich des ernsts des themas bewusst ist. und wenn ich mich an beiträge von früher erinnere, auch nicht einfach so über psychothemen daherredet.
    ne ambivalente, inkosequente, crazy person

  7. V.I.P. Avatar von mondscheintarif
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    kräuter es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht. aber was qualli schreibt: versuch unbedingt dich abzugrenzen, fordere redezeit für deine themen (probleme) ein, versuche deine eigenen dinge zu lösen und wenn es allein nicht geht, dann vielleicht wieder mithilfe eines therapeuten oder einer beratung?
    ne ambivalente, inkosequente, crazy person

  8. Member Avatar von julimai
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    Erstmal, kann ich grundsätzlich gut nachvollziehen (also persönlich) und klingt sehr verständlich, dass so viel echt reinhaut und einen abfucked. Wünsch dir ganz viel Kraft und dass es bald besser wird.

    Ich will nichts falsches äussern, also was ich schreibe, unbedingt unter Vorbehalt sehen, kenne dich nicht und mische vielleicht meine eigenen Sachen rein. Also auf mich wirkt es ehrlich gesagt nicht so, als wäre es mit ein paar Ratschlägen getan. Bist du in Therapie, bzw. hast du eine Therapie gemacht? Ich könnte mir vorstellen, dass auch eine stationäre Behandlung in einer psychosomatischen Klinik in Frage käme, weil du ja schreibst, dass du auch echt keine Kraft hast und du dann eine Pause hättest. Und du schreibst, dass du überlegst, wie man sein Leben beenden könnte, was schon, finde ich, heftigere Zeichen sind. Du könntest auch ne psychosomatische Reha beantragen. Oder in ne Tagesklinik. Weiß jetzt natürlich nicht, wie es bei dir mit der Arbeitsstelle ist bzw. ob das machbar wäre für dich. Ansonsten halt Therapie bzw. Beratungsstelle.
    Pure Vernunft darf niemals siegen, wir brauchen dringend neue Lügen

  9. V.I.P. Avatar von ringelpietz.
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    Hm...ich finde nicht, dass all das von Dir Genannte Themen sind, dieDich nicht direkt betreffen.

    Vielleicht sind die Beziehungsprobleme Deines Stiefvaters und Deiner Mutter, die Erkrankung deiner besten Freundin oder Deiner Schwestern nichts, was Du verursachst oder das Dir selbst ganz konkret passiert. Es sind ja aber immerhin Dir nahestehende Personen.
    Trotzdem scheinen die Menschen Deine Grenzen ja gar nicht wahrzunehmen (Stiefvater) und Dich nicht richtig zu sehen.
    Das kann ja aber auch bedeuten, dass Du diese Grenze selbst nicht so genau kennst oder aber sie nicht weißt/traust zu zeigen.
    Erst einmal finde ich es ganz normal, dass das oben genannte Dir nahe geht und mit einer Trennung nach so langer Zeit und einer eigenen Krankheitsgeschichte, ist man ja auch vulnerabel, wenn es dem Umfeld so schlecht geht. Es betrifft Dich ja schon, dass es den engen Menschen in Deinem Leben so geht.


    Also: Mein Eindruck ist, dass es hier um das Thema Grenzen geht (und sicher auch noch um mehr).
    Und wenn Du die eigenen Grenzen gut vertreten und schützen kannst, geht Dir das Leid der Anderen sicherlich noch nah, "destroyed" Dich aber nicht mehr.

    Und weil Du hier auch lebensmüde Gedanken geäußert hast, denke ich, dass es wichtig ist, sich in Behandlung zu begeben...da geht es dann erstmal um Abstand und Erholung von dem chronischen Stress und irgendwann sicherlich auch darum, wie Du Dich besser abgrenzen kannst, ohne dabei kaputt zu gehen.
    Lebenskrisen erfordern nun mal oft Hilfe!


    Wenn man Deinen Text liest, wünscht man sich, dass die Anderen sich genauso um Dich Gedanken machen, wie Du Dir um sie
    To be is to do — Sokrates
    To do is to be — Jean Paul Sartre
    Do be do be do — Frank Sinatra

  10. Foreninventar Avatar von Kräuterpolizei
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    Wie nett, daß der Thread noch existiert.

    Ich habe mich mittlerweile von manchen Menschen abgegrenzt. Meinen komisch draufenen Stiefvater habe ich blockiert und meiner Mutter begegne ich mit Ausreden,warum ich leider leider keine Zeit für ihren Stuff (zwischenzeitlich wollte sie sich trennen und einen Tag später postet sie auf FB Sachen wie "ach was für ein ramontischer Spaziergang zu zweit" und so ) habe.

    Mittlerweile - und da ist ganz viel einem Kollegen mit offenen Augen geschuldet - bin ich auf Valdoxan und hatte mittlerweile meine dritte ambulante Thera-Stunde.

    Letztes WE hatte ich so ne skurille Geschichte, ich hatte nen Abkacker allererster Güte und der Kollege hat sich Sorgen gemacht und mir RTW & Cops auf den Hals gehetzt, nachdem er mich nach ein paar zugegebenermaßen recht kritischen Äußerungen und Lautlos-Handy nicht erreicht hat, und ich wurde kurzerhand in der nächsten Psychiatrie abgeliefert (ja, ich hatte dummerweise 4 Pck Schlaftabletten am Nachtkäschtle stehen), aber ich bin wieder heimgegangen, weil ich die Mitpatienten strange fand und FÜRCHTERLICH ÜBERFORDERT war mit allem dort. Weiß nur nicht, ob das Weggehen so richtig war.

    Und mein Therapeut sagt "Laß mal das mit Klinik, das Leben findet draußen statt und daran mußt du dich messen", was ja auch stimmt, und ... IDK




    btw, Ihr seid echt lieb und gut, es gibt schon nen Grund, warum ich alle paar Monate zu bym komme

  11. Member Avatar von pilzfee
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    AW: Irgendwann reicht's mal....

    Also die Äußerung deines Therapeuten sehe ich nach vielen eigenenErfahrungen in der Hinsicht SEHR kritisch. Natürlich hat er einerseits recht. Andererseits sollte ja ein Klinikaufenthalt dazu dienen gefestigter zu werden, der Kurzaufenthalt in der Psychiatrie war sinnvoll, damit du dir nichts angetan hast. Ich glaube so deutlich wie du es beschreibst wie es dir und in deinem Umfeld ergeht würde ich mir ernsthaft nochmal Gedanken über eine längere psychotherapeutische Behandlung mit Schwerpunkt DBT machen (Freiburg hat nen guten Ruf, ich weiß noch von der Curt-Schlemmer-Klinik)- und danach dann ambulant rumdoktern!
    Wer lebt stört.

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