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Ergebnis 1 bis 13 von 13
  1. V.I.P. Avatar von Lupine
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    Wie viel über Therapie reden?

    Wer bereits eine Therapie gemacht hat, wie viel redet ihr mit eurem Partner darüber?
    Bei mir ist das sehr schwierig. Mein Mann hat ganz wenig Verständnis (im Sinne von es verstehen) für Therapie. Er versteht nicht, was Gespräche bringen sollen und hat sich jetzt eineinhalb Jahre kaum dafür interessiert. Im Herbst habe ich die Frequenz von wöchentlich auf 14tägig gesetzt. Ds hat nicht geklappt und jetzt geh ich wieder wöchentlich.

    Das scheint ihm jetzt seltsam vorzukommen und er fragt detaillierter nach. Was denn das Ziel sei, wie die Perspektive ist, worauf wir hinarbeiten usw.
    Das sind Sachen über die ich vor eineinhalb Jahren gerne gesprochen hätte. Aber jetzt find ich keine Worte.
    Sprecht ihr über die Gründe für die Therapie? Über eure Gefühle während und nach der Sitzung? Wie weit geht ihr dabei?
    Denn im Großen und im Ganzen haben wir allen Grund zum Tanzen!

  2. Regular Client Avatar von Marita
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    4.965

    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Das ist wirklich sehr unterschiedlich. Früher habe ich meinem Mann fast gar nichts erzählt, aber ich muss eben auch lernen, ihm mehr zu erzählen und so wurde es nach und nach ein bisschen mehr. Aber sehr abhängig von den Themen.
    Jetzt war aber ein gutes Jahr immer wieder der Kinderwunsch und die Behandlung Thema und da habe ich meinem Mann schon oft von den Stunden erzählt. Auch nicht ins kleinste Detail alles, aber schon mehr als sonst. Weil es einfach ein Thema war, dass uns beide sehr anging und mitnahm.

    Mein Mann findet es aber auch gut, dass ich eine Therapie mache. Er ist froh, dass ich dahin gehen kann und rät mir auch schon mal in Krisen, doch da anzurufen und einen Termin zwischendurch auszumachen usw.


  3. Addict Avatar von Lilaschaf
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Wenn es sich ergibt, mich etwas aus der Therapiestunde besonders bewegt oder die Beziehung betrifft, dann erzähle ich meinem Partner davon. Er fragt gelegentlich nach, wie es lief und gibt mir Gedankenanstöße. Außerdem hat er selbst Therapieerfahrung, daher ist sein Verständnis schon ausgeprägt.
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    "Wir folgten einem Stern."
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  4. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Zitat Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
    Wer bereits eine Therapie gemacht hat, wie viel redet ihr mit eurem Partner darüber?
    Bei mir ist das sehr schwierig. Mein Mann hat ganz wenig Verständnis (im Sinne von es verstehen) für Therapie. Er versteht nicht, was Gespräche bringen sollen und hat sich jetzt eineinhalb Jahre kaum dafür interessiert. Im Herbst habe ich die Frequenz von wöchentlich auf 14tägig gesetzt. Ds hat nicht geklappt und jetzt geh ich wieder wöchentlich.

    Das scheint ihm jetzt seltsam vorzukommen und er fragt detaillierter nach. Was denn das Ziel sei, wie die Perspektive ist, worauf wir hinarbeiten usw.
    Das sind Sachen über die ich vor eineinhalb Jahren gerne gesprochen hätte. Aber jetzt find ich keine Worte.
    Sprecht ihr über die Gründe für die Therapie? Über eure Gefühle während und nach der Sitzung? Wie weit geht ihr dabei?
    Therapieerfahren bin ich, momentan ohne Partner, aber ich verstehe dich absolut! Wenn du früher gerne über das Thema gesprochen hast und enthusiastische Anläufe gemacht hast, er das aber abgeblockt hat und er jetzt plötzlich etwas wissen will, hätte ich vermutlich auch nicht so viel Lust, etwas darüber zu sagen.
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  5. Enthusiast
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Ich verstehe, wieso Du jetzt nicht mehr offen bist, das Thema im Detail zu besprechen. Es sind ja wohl auch keine ganz wertfreien Nachfragen.

    Allerdings: Vielleicht stellt Dein Mann nicht in Frage, dass Du überhaupt eine Therapie besuchst sondern möchte sich nur vergewissern, dass es die richtige Therapieform (die dauern ja auch ganz unterschiedlich lang) und der richtige Therapeut ist.

  6. Get a life! Avatar von Delisha
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Ich hab das meinem Partner damals kaum erzählt. Irgendwie waren das wahnsinnig persönliche Sachen und teilweise ging es auch um ihn. Da wollte ich zumindest immer erst mal ein bisschen Abstand zu der Stunde haben, um zu entscheiden, ob ich das "öffentlich" machen will.
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  7. Alter Hase Avatar von ~snow06~
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Sehr hypothetisch, weil ich ja keinen Partner habe... aber ich kann mir die Situation gut vorstellen.
    Also
    Zitat Zitat von Lupine
    Sprecht ihr über die Gründe für die Therapie?
    Das würde ich meinem Partner wahrscheinlich schon sagen. Also ich würde entweder die "Auslöser"-Situation beschreiben, in der es dir so dreckig ging, dass du beschlossen hast, eine Therapie zu machen. Oder die Symptome. Das würde ich nicht an Bekannte weitergeben, aber doch an ein oder zwei gute Freundinnen und mit Sicherheit an den Partner... zumindest stelle ich mir vor, dass das in einer guten Beziehung möglich sein sollte.

    Wie es einem nach einer Stunde geht, was für Gefühle man dann hat, ist noch mal eine Spur persönlicher. Ich denke, das kann auch von Sitzung zu Sitzung ganz unterschiedlich sein, ob man danach dem Partner mitteilen möchte, wie man sich fühlt.

    Und die Situation, die delisha erwähnt hat, wenn es um in der Stunde um ihn ging - tja, dazu kann ich so gar nichts sagen. Da müsste man genauer wissen, in welcher Weise es um ihn geht.
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  8. Senior Member Avatar von Rica***
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Meistens besprechen wir keine konkreten Inhalte, aber als wir zusammen kamen, war ich in Therapie und als es mir schlechter ging hat er mich auch sehr unterstützt mit Klinik und wieder eine Therapie überhaupt anzufangen.
    Allerdings fragt er nach, wie es war und wenn ich reden will, ist das absolut okay. Häufig muss ich den Kram aber erstmal für mich sortieren.
    Achja, den Vorschlag bei einer Krise anzurufen hat er auch schon mal gemacht.
    Rica: hat eventuell einen exhibitionistischen Adler

    Kekseeeeee!

  9. V.I.P. Avatar von Lupine
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    17.538

    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Bei meinem ist es einfach so, dass er in der Anfangszeit alles auf sich bezogen hat (Was fehlt dir denn? Was läuft denn falsch?) . Ich hatte bei jedem Wort Sorge, er denkt, es liegt an ihm. Ich hab versucht, ihm klar zu machen, dass es um viel frühere Sachen geht. Aber er meinte, dass "man" ja einfach abschließen muss irgendwann. Er kann das und hat das (er hat auch viel Mist durch). Ich kann es nicht und brauche Hilfe. Das hat er akzeptieren, aber nicht verstehen können.
    Und jetzt eben Nachfragen. Hat angeregt, dass ich mal eine Kur machen könnte oder so. Und nun muss ich mich sortieren, überlegen, was ok ist, ohne dass er wieder denkt, es liegt an ihm.
    Denn im Großen und im Ganzen haben wir allen Grund zum Tanzen!

  10. Enthusiast Avatar von velove
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Mein Freund ist glücklicherweise sehr interessiert und fragt eigentlich immer nach, wie es war, wenn er weiß, dass ich an dem Tag bei der Therapie war. Das finde ich gut und erzähle ich dann auch gerne.
    Manchmal ist es zwar so, dass er die Sachen, die für mich dann so Aha-Momente ausmachen nicht ganz so überraschend findet, aber da er sich trotzdem über alle Erkenntnisse mitfreut, freue ich mich über sein Interesse.

    Mit meinem letzten Partner habe ich fast gar nicht darüber gesprochen, da habe ich mich aber auch weniger wohl gefühlt und wie du den Eindruck gehabt, dass er nicht wirklich gern darüber reden will und er das Ganze auch etwas tabuisiert hat. Das fand ich sehr schade und hat mir auch immer das Gefühl vermittelt, ich müsste "möglichst schnell damit aufhören", obwohl ich die Sitzungen als rundum inspirierend und hilfreich empfand.

  11. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Zitat Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
    Bei meinem ist es einfach so, dass er in der Anfangszeit alles auf sich bezogen hat (Was fehlt dir denn? Was läuft denn falsch?) . Ich hatte bei jedem Wort Sorge, er denkt, es liegt an ihm. Ich hab versucht, ihm klar zu machen, dass es um viel frühere Sachen geht. Aber er meinte, dass "man" ja einfach abschließen muss irgendwann. Er kann das und hat das (er hat auch viel Mist durch). Ich kann es nicht und brauche Hilfe. Das hat er akzeptieren, aber nicht verstehen können.
    Und jetzt eben Nachfragen. Hat angeregt, dass ich mal eine Kur machen könnte oder so. Und nun muss ich mich sortieren, überlegen, was ok ist, ohne dass er wieder denkt, es liegt an ihm.
    Das setzt ja auch unter Druck, weil man sich unzulänglich vorkommt. Irgendwie. Selbst wenn man weiß, dass das irgendwie auch ne Typfrage ist. Die Sache mit der Kur geht ja auch in ne ähnliche Richtung. Als wäre mal weg und schlafen und Hausmittelchen wirksam um ein Trauma zu beenden. Hmpf.

    Aber ist ihm das klarzumachen? Hast du das mal innerhalb der Therapie thematisiert? Da wird es ja auch nicht nur um die Vergangenheit gehen, sondern auch um die Gegenwart. Wäre eine gemeinsame Stunde mit dem/der TherapeutIn vielleicht eine Option? Auch um ihm von jemand mit Befähigung klarzumachen, dass du zwar Baustellen hast, die vielleicht auch einfach bleiben, aber du deswegen nicht 'irre' bist und auch nicht 'nicht gesund'.

    (Ps: ich würde so oder so in frage stellen, ob 'Is vorbei, rühr ich nimmer dran' der gesündere Umgang ist.)
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  12. Enthusiast Avatar von Tannemarianne
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    Ich hab das eigentlich von Anfang an recht offen mit meinem Freund besprochen, bzw. gab es vor der Therapie schon Momente, in denen er mir geraten hat, mir Hilfe zu holen.
    Zwischendurch fragt er wie es läuft oder ob ich auch über ihn erzählen würde und freut sich, wenn es mir hilft oder man in bestimmten Situationen merkt, dass Dinge mir wieder etwas leichter fallen. Manchmal erzähle ich ihm, über welches Problem wir geredet haben und er ist glücklich, dass er nicht der einzige ist, der es wie dir Therapeutin sieht

    Mein Freund hat dazu aber auch ein recht entspanntes Verhältnis, also er hinterfragt das nicht, ob "nur" Reden mir hilft oder warum das Reden mit jemand anderem mir mehr hilft. Im Gegenteil, er fühlte sich in vielen Dingen, glaube ich, oft sehr hilflos und ist daher zwischendrin ganz froh, dass es jetzt eine externe Person gibt, die mir hilft mich anders wahr zu nehmen. Er sieht da mehr eine Unterstützung für mich und ihn.

    Vielleicht war/bin ich aber auch so neben der Spur manchmal, dass man nur froh sein kann, wenn das jemand wieder auf ne normale Basis bringt

    Zu deinem Problem: Ich persönlich würde das "plötzliche" Interesse übrigens wertfrei sehen. Kann mir vorstellen, dass für viele Menschen, die noch nie wirklich ein großes Problem mit sich selbst hatten, das Thema Therapie sehr abstrakt ist und vielleicht hat ihn diese Änderung dazu bewogen, mal zu Fragen, was da eigentlich vor sich geht. Ich finde das nicht soo ungewöhnlich, dass Änderungen ein vermehrtes Interesse aufkommen lassen.
    Ich stelle mir das z.B. so vor: Ich weiß, dass meine Oma Tabletten nimmt, so genau hab ich nie nachgefragt wofür das gut sein soll, ich weiß, dass sie Probleme mit dem Blutdruck hat, aber nicht mehr. Nun erzählt sie, dass sie mehr Tabletten nehmen muss, als geplant.
    Das würde bei mir auch das Interesse an Hintergründen steigern, weil es man ja wissen möchte, wieso etwas geändert wird, wenn von aussen alles "normale" scheint...
    Caring less is the easiest way to be happy

  13. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Wie viel über Therapie reden?

    wieder weg
    Geändert von phaenomenal (11.02.2017 um 11:15 Uhr)
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

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