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  1. Stranger Avatar von inglewood
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    Verhalten von Therapeutin

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    Geändert von inglewood (12.02.2017 um 12:36 Uhr)

  2. V.I.P. Avatar von Lupine
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    AW: Verhalten von Therapeutin

    Im Gegenteil. Als die Grundlagen meiner Therapie beaprochen wurden, legte die Therapeutin viel Wert darauf, dass für sie der Grundsatz der "Abstinenz" sehr wichtig ist. Sie nannte das so. Es bedeutet, dass sie ihr Leben und ihre Ansichten aus der Therapie heraus hält, weil es um mich geht und sie mir helfen möchte, mit mir selbst zurecht zu kommen.

    Ich finde das Verhalten deiner Therapeutin tatsächlich etwas seltsam. Klare Termind mit Anfang und Ende sind wichtig, von Kriseninterventionen mal abgesehen. Wenn eine Sitzung mal 2, mal 3 Stunden dauert, ist da doch wenig Struktur drin. Körperlichkeit, also umarmen oder so, kann ok sein, wenn es für dich ok ist. Aber eine professionelle Beziehung sollte dabei erhalten bleiben. Die Therapeutin ist keine Freundin. Sie ist ein Profi, der hilft, die eigenen Gedankengänge aus professioneller Entfernung heraus zu betrachten und zu sortieren. Wenn sie zu nah dran ist, fehlt ihr irgendwann diese Objektivität.

    Ich finde es wichtig, deine Hingezogenheit anzusprechen, denn das ist etwas, was tatsächlich öfter mal passiert. Dass sich ein Patient zum Therapeuten hingezogen fühlt. Und ein professioneller Therapeut würde das dann gemeinsam bearbeiten und betrachten.

    (und speicher dir den Thread, wenn du dein Posting löschst. Ich werde meine Antwort dann nämlich auch löschen, weil durch sie sehr auf deinen Text zu schließen ist )

  3. V.I.P. Avatar von ringelpietz.
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    AW: Verhalten von Therapeutin

    Abstinenz ist tatsächlich ein Teil des Berufethos; schwere Verstöße sind strafbar.
    trotzdem gibt es kein generelles Verbot, als Therapeut auch Persönliches zu erzählen. Es sollte nur im großen und ganzen so gewählt werden, dass es dem Patienten nützt. Zum Beispiel kann es hilfreich sein, bei Patienten, die sehr unsicher in ihren beziehungserfahrungen sind, ein bisschen was von sich als "Privatperson" zu zeigen. Zum Beispiel beantworte ich nicht jedem Patienten die Frage, wo ich in den Urlaub hinfahre, aber bei manchen dient, m.e. nach, eine kurze Antwort dem Aufbau des Vertrauensverhältnis. Weitreichende Details, oder sogar eigeninitiierte Themen aus dem Leben des Therapeuten gehören nicht in eine Psychotherapie und bewirken genau das, was du schilderst: Man ist als Patient gehemmt und befangen - man weiß zuviel über die Person, die aus gutem Grund nicht zum eigenen Freundeskreis oder zur eigenen Familie gehört.
    Das so massive Überschreiten des zeitlichen Rahmens ist auch eine Verletzung der Abstinenz, weil auch das u.a. den Eindruck einer privaten Beziehung verstärkt.
    Auch Umarmen und Anfassen durch den Therapeuten ist sehr kritisch.


    Versuch es zu thematisieren. Ich denke, deine eigenen Ideen, warum du dich zu ihr hingezogen fühlst, sind sehr plausibel und fruchtbar.
    wie oben schon genannt: Das Entwickeln starker Gefühle für den Therapeuten ist nicht ungewöhnlich.
    To be is to do — Sokrates
    To do is to be — Jean Paul Sartre
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  4. Stranger Avatar von inglewood
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    AW: Verhalten von Therapeutin

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    Geändert von inglewood (12.02.2017 um 12:37 Uhr)

  5. V.I.P. Avatar von ringelpietz.
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    AW: Verhalten von Therapeutin

    Nein, bewusste Manipulation ist nie professionell. Gerade Abhängigkeitsverhältnisse sind zu vermeiden. Es ist nicht immer zu verhindern, dass ein Patient sich auf Grund seiner eigenen Biographie in eine Abhängigkeit begibt; es ist aber Aufgabe des Therapeuten, dies zu thematisieren oder fürsorglich mit dem Patienten zu erarbeiten, warum eine Selbstständigkeit trotz Therapie wichtig ist. Es gibt zum Beispiel Patienten, die ganz viel konkrete tipps und Einschätzung einfordern, was ja völlig normal ist. Wichtig ist aber, dass der Therapeut durch ständige Beantwortung dieser fragen, den Patient übermäßig an sich bindet. Der Patient soll selbst abwägen und (in so einem speziellen fall) natürlich auch in Kontakt mit seiner Unsicherheit kommen. Wenn der Therapeut alle schwierigen Gefühle durch Antworten, Zuneigung, Richtungsweisung etc. quasi nimmt, ist das zwar einerseits erleichternd, eine Selbstständigkeit wird dadurch aber schwierig.

    Vielleicht wendest du dich an die Psychotherapeutenkammer deines Bundeslandes, um den Fall zu schildern. Da gibt es professionelle Hilfe für diese Fragen und Unsicherheiten in der Therapie.

  6. Stranger Avatar von inglewood
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    AW: Verhalten von Therapeutin

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    Geändert von inglewood (12.02.2017 um 12:37 Uhr)

  7. V.I.P. Avatar von Lupine
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    AW: Verhalten von Therapeutin

    Ein Kontakt zur ehemaligen Therapeutin wäre insofern nicht schlecht, als dass die Therapeutin der Psychotherapeutenkammer mitteilen kann "Im Rahmen meiner Tätigkeit ist mir folgender Sachverhalt bekannt geworden." Das wäre dann tatsächlich anonym.
    Und du könntest fachlich reflektieren, wie es wirklich einzuordnen ist und wärst dann sicherer in deinen Handlungen.
    Denn im Großen und im Ganzen haben wir allen Grund zum Tanzen!

  8. Stranger Avatar von inglewood
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    AW: Verhalten von Therapeutin

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    Geändert von inglewood (12.02.2017 um 12:37 Uhr)

  9. V.I.P. Avatar von Lupine
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    AW: Verhalten von Therapeutin

    Dann sag ihr das so. Ich kenne jetzt nur meine eigene Therapeutin und die würde nichts ohne Absprache machen.
    Denn im Großen und im Ganzen haben wir allen Grund zum Tanzen!

  10. V.I.P. Avatar von ringelpietz.
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    AW: Verhalten von Therapeutin

    Ich würde erstmal die Kammer anrufen und sagen, dass du Sorge hast, deinen Namen zu nennen, aber dennoch über eine Therapeutin sprechen willst, bei der du gerade viele fragen hast und unsicher bist. Die kennen ja die nachvollziehbaren Ängste von Patienten, die in so einer Situation sind.
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  11. V.I.P. Avatar von ringelpietz.
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    AW: Verhalten von Therapeutin

    Deine alte Therapeutin anrufen ginge natürlich auch, aber eine Einschätzung über die Situation bekommst du auch bei der Kammer. Die Stehen auch unter Schweigepflicht und behandeln deine Daten diskret. Da musst du keine Angst haben. Erstmal schwärzt du ja niemanden an, sondern willst dich informieren und rückversichern.
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  12. Stranger Avatar von inglewood
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    AW: Verhalten von Therapeutin

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  13. V.I.P. Avatar von liesel
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    AW: Verhalten von Therapeutin

    Ich stimme Pietzi zu! Würde ich genau so machen.
    .pauli

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