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  1. Stranger
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    Extreme leeres und sinnloses Leben

    Hallo Liebe ForumGemeinde,

    ich möchte diesen Beitrag verfassen, um eure Meinung zu erfahren.

    Mir geht es schon jahrelang schlecht im Leben und mit der Zeit wird es immer unerträglicher.

    In der Kindheit gab es oft schwerwiegende Probleme zwischen meinen Eltern, auf die ich hier erstmal nicht näher eingehen möchte. Meine Reaktion auf diese Probleme war ein kompletter Rückzug in meiner Kindheit und Jugend, unter dem ich bis heute leide.

    In dieser Phase meines Lebens konnte ich kaum Freundschaften oder persönliche Interessen, Hobbys etc. entwickeln. Nach der Schule ging ich nach Hause, aß was, guckte fern, lernte und ging schlafen.

    Dann fing ich mein Studium an und es war erstmal besser. Ich kam endlich aus dem kaputten Elternhaus raus und konnte mich zum ersten mal in meinem Leben auf mein eigenes Leben konzentrieren.

    In den ersten Studienjahren bin ich auch aufgeblüht, habe Leute kennengelernt, Erfahrungen gesammelt.

    Ich hatte mir einen kleinen Freundeskreis aufgebaut, der dann jedoch zusammenbrach, als ich für Praktikas weggezogen bin.

    Seitdem bin ich wieder im alten Rückzugsverhalten drin, den ich vorher mein Leben lang "praktiziert" habe. Dazu beigetragen hat auch der Prüfungsstress und Versagensängste um mein Studium.

    Nun habe ich mit "Ach und Krach" mein Studium bestanden, obwohl ich keine schlechten Noten habe. Aber ich war immer im Zeitverzug, konnte mich schwer aufraffen, hatte extreme Versagensängste die mich lähmten und andere Begleiterscheinungen meiner psychischen Probleme.

    Beziehungsmäßig hat sich bei mir kaum was ergeben, bis auf eine halbherzige Beziehung, dich ich nach einem Jahr wieder beendete. Seitdem bin ich auch wieder Single und hatte bis auf eine "Sexbeziehung" und gelegentliche Angelegenheiten nichts ernstes und erfüllendes in Sachen Beziehung erreicht.

    Mir macht es zu schaffen, dass mein Leben so unfassbar leer ist. Ich bin zur Zeit noch Studentin, da ich noch eine Arbeit für das Studium verfassen muss (also habe es fast bestanden).

    Praktisch ist es so, dass ich mich zu nix aufraffen kann. Ich habe jegliches Interesse am Leben verloren. In mir spüre ich eine Leere und Einsamkeit. Den ganzen Tag tue ich nix anderes, als in meinem Zimmer zu sein, gelegentlich im Internet zu surfen und sonstigen belanglosen Dingen.

    Mein Leidensdruck und Wille zur Veränderung ist riesig groß, jedoch weiß ich nicht wie ich es ändern und Anfangen soll. Seit kurzem bin ich auch in psychotherapeutischer Behandlung und erwäge es, Antidepressiva einzunehmen.

    Danke für hilfreiche Antworten

    Doro

  2. Junior Member
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Bist doch auf dem richtigen Weg, wenn du dir jetzt psychotherapeutische Hilfe geholt hast

  3. Member Avatar von pilzfee
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Wenn du wirklich motiviert bist, dann bau nicht allein auf die Psychotherapie. Ich weiß nicht, wieviel Kraft du aufbringen kannst oder du die finanziellen Möglichkeiten hast, ich zähle jetzt einfach ein paar Dinge auf, wo du vielleicht schauen kannst, was dich anspricht, was du ausprobieren magst.
    Zum Anhören: Poadcasts, die motivieren, eine positive Lebenseinstellung rüberbringen, hier habe ich den Tipp mit Laura Seiler bekommen: http://lauraseiler.com/podcast/ am Besten wirklich mit dem Anfang beginnen. ( https://www.youtube.com/results?search_query=gl%C3%BCcksdetektiv https://www.youtube.com/results?search_query=Seelenschokolade https://www.youtube.com/results?search_query=veit+lindau+selbstliebe https://www.youtube.com/results?search_query=robert+betz )
    Mir hat die Arbeit mit Achtsamkeit in vielen Lebensbereichen geholfen: https://www.amazon.de/gro%C3%9Fe-Achtsamkeits-Box-Stress-Schmerzen-Depressionen/dp/3942177153 . Das braucht aber Zeit und wirklich die Bereitschaft regelmäßig zu üben. Dazu gibt es auch Kurse (MBSR), kann ich auch sehr empfehlen, die sind aber sehr teuer.
    Auch in diese Richtung gehen die MBCL-Kurse, die Arbeit mit Selbstmitgefühl. Für mich das Heilsamste, solche Unterstützung fand ich in keiner Psychotherapie! zum selber daran arbeiten: https://www.amazon.de/Selbstmitgef%C3%BChl-Schritt-f%C3%BCr-Kristin-Neff/dp/3867811172/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1491724943&sr=8-1&keywords=Selbstmitgef%C3%BChl+Schritt+f%C3%BCr+S chritt . Für manche auch hilfreich die Arbeit mit dem inneren Kind (würde ich persönlich nur empfehlen, wenn du dich stabiler fühlst, wirklich gute Unterstützung hast.) https://www.amazon.de/Das-Kind-muss-Heimat-finden/dp/3424631078/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1491725085&sr=8-1&keywords=Das+Kind+in+dir+muss+Heimat+finden Das gibts auch als Hörbuch und Arbeitsbuch.
    Falls du dich auf so was einlassen wolltest: Healing Code (https://www.youtube.com/results?search_query=healing+code) , EFT (https://www.youtube.com/results?search_query=EFT) oder https://www.amazon.de/Jin-Shin-Jyutsu-%C3%9Cbungsprogramm-Selbstanwender/dp/3424151874/ref=pd_cp_74_1?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=BFXMSMS SY3FTCTZNJNWT
    Sonst ein wenig "normaler" : in Bewegung kommen, Yoga oder QiGong, kleiner Spaziergang, raus in die Natur, Rad fahren Joggen.
    Bewusst was kleines schönes gönnen, einen Café trinken, jemanden anlächeln, mit der Kassiererin im Supermarkt ein paar freundliche Worte wechseln.
    Versuchen den Fokus mal auf kleine schöne Dinge zu richten und dafür dankbar sein, dieses Gefühl kultivieren.
    (Du hast mit deinen Schwierigkeiten bald dein Studium geschafft! Du hast dir damals einen Freundeskreis aufgebaut! (und kannst es auch wieder!)
    Mag alles super banal, teilweise auch nicht umsetztbar klingen, aber alles was ich hier schreibe hat mir schon geholfen!
    Wer lebt stört.

  4. Junior Member
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Ich finde, Kontakt zu anderen Menschen hilft sehr, aus so einer Situation rauszukommen. Würde daher versuchen, Leute kennenzulernen. Im Sportverein, an der Uni.. usw.

  5. Member Avatar von pilzfee
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    dem würde ich zustimmen! Gibts da noch einen Rahmen (zB. über die Uni)?
    Wer lebt stört.

  6. Member
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Liebe Dotty,

    ich kann Dich sehr gut verstehen, ich hatte mit Mitte/Ende 20 eine ähnliche Lebenskrise wie Du. Bei mir haben Psychotherapie und AD (Cipralex) gut geholfen und heute geht's mir richtig gut.

    Depressionen sind zum Glück behandelbar und wenn Du so selbstfürsorglich warst Dir Hilfe zu suchen, dann bist Du jmd bei dem wirklich gute Aussichten bestehen.

    Versuchen den Fokus mal auf kleine schöne Dinge zu richten
    Vielleicht geht es gerad noch nicht, weil Du Deinen Therapeuten erstmal Dein ganzes Leid mitteilen musst, aber ich denke, der Tipp ist der Richtige.

    Das Glück liegt in den kleinen Dingen und der Achtsamkeit, diese im Hier und Jetzt wahrzunehmen.

    Ich würde Dir so wünschen, dass Du in einigen Wochen eventuell so über Deine Situation denken kannst: Studium geschafft, Therapie im Gange, für den Moment jetzt sitz ich einfach im Gras und beobachte eine Hummel wie sie brummend von Blüte zu Blüte mäandert und der Wind streicht über meine nackten Arme und mehr als das ist gerade auch gar nicht nötig. Rest wird sich entwickeln. Auch das mit den Kontakten.

    Man braucht die kleinen Augenblicke zum Luftschnappen.

  7. Stranger
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Vielen Dank für eure Antworten

    Ich habe in der Vergangenheit immer wieder mal Yoga und Sport (Joggen) gemacht, was ich aber
    immer schleifen lies nach ner Zeit.

    In letzter Zeit raffe ich mich jedoch dazu auf, Yoga zu machen und raus zu gehen, da ich sonst mit körperlichen Schmerzen zu kämpfen habe (Rückenweh, Verspannungen, Kopfweh etc.)

    Jedoch habe ich manchmal das Gefühl, dass selbst wenn ich jeden Tag Yoga mache und joggen gehe, Selbsthilfepodcasts- und Bücher lese, ich mich nur um mich selbst drehe und nicht mit der Welt und anderen Menschen in Kontakt komme. Also eigentlich ist es nicht verkehrt, sich um seinen Körper zu kümmern, aber ich fühle mich dennoch, als ob ich mich dadurch nicht wirklich weiterentwickel.

    Ich hoffe, die ein oder andere versteht meinen Gedanken. Ich denke mir: Wenn du 100 Bücher gelesen hast, jeden Tag Yoga und Ausdauersport machst, eine tolle Figur und Aussehen hast, und immer noch unglücklich bist, weil du nur um dich selbst kreist? Was verändert sich denn an meinem Leben, wenn ich sportlich und gut aussehend bin?

    Meiner Meinung und der meiner Mitmenschen nach sehe ich übrigens nicht schlecht aus, aber es gibt durchaus Potential nach oben

    Schon langem fühle ich mich wie in einer ewigen Warteschleife gefangen, in der ich auf den Beginn meines Lebens warte. Ich dachte mir: Wenn du alle Prüfungen des Studiums geschafft hast, dann fängt das Leben an. Pustekuchen. Es folgt immer die Ernüchterung und die Erkenntnis, im Jetzt zu Leben, da diese "rosige Zukunft" nicht an ein bestimmtes Ereignis gekoppelt ist.

    Während des Studiums war ich sehr mobil & flexibel, so wie es heutzutage üblich ist. Das heißt, dass ich öfter mal umgezogen bin, im Ausland war, Praktika absolviert habe etc.

    Nun wohne ich wieder in meiner Heimatstadt, doch ich frage mich : wie lange? Ziehe ich nicht schon wieder in 2-3 Monaten sowieso weg, wenn ich einen Job in einer anderen Stadt bekomme?

    Dieses ewige Gefühl des "Nichtangekommen-Seins", Umzüge, die Flexibilität, der Gedanke, sowieso bald wieder wegziehen zu müssen, das hält mich davon ab, mir hier Hobbies zu suchen.

    Ich denke, es "lohnt" sich nicht, da ich mind. 1 Jahr hier sein müsste, um einem Verein beizutreten.

    Nun gut, ich hoffe ihr versteht was ich meine.

    Vielen Dank

  8. Member Avatar von pilzfee
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Ich denke das was du schreibst in Bezug auf die Unsicherheit bezüglich der beruflichen Zukunft, dem Umziehen, sich in der Zwischenzeit kaum einen richtigen Freundeskreis aufbauen zu können ist mitlerweile zu einem Problem unserer Generation geworden. (Ich selbst lebe da in einer anderen Welt, das ist mein Blick nach außen). Denoch denke ich, dass man überall und fast zu jeder Zeit auf Menschen treffen kann mit denen man auf einer Wellenlänge liegt. Vielleicht dann auch eher als Begegnungen denn als langfristige Beziehungen. Aber auch das ist ja möglich, ich halte viel Kontakte über facebook (und sehe wenige Leute manches Mal, selten aber doch). Und ich weiß die Menschen sind da, auch wenn wir kein gemeinsames freundschaftliches Leben vor Ort führen.
    Was du schreibst in Bezug auf immer um sich selbst kreisen klingt für mich schon sehr weise. Und irgendwo höre ich da auch den Wunsch heraus, dich um andere zu kümmern. Ich finde das toll, ich für mich habe beschlossen mich nur um mich zu kümmern, weil ich es gar nicht leisten kann wirklich für andere da zu sein wenn es mir selbst nicht gut geht (habe deshalb auch meine Ausbildung/ Studium im sozialen Bereich abgebrochen). Ach ja, und im Kleinen gibt es auch immer die Möglichkeit etwas für andere zu tun. Ich arbeite jetzt nicht als Streetworkerin, aber wenn ich es mir leisten kann, kaufe ich Obdachlosen die das möchten eine Suppe- oder ich höre anderen einfach zu.
    Wer lebt stört.

  9. Member
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Liebe Dotty,

    mach Dir bewusst, dass Du gerade in einer Umbruch-Phase zum Berufsstart bist, die nicht ewig dauert. Und einige Dinge, von denen Du schreibst, verklären die Leute später im Leben, wenn sie an einem (scheinbar) festen Platz angekommen sind leicht wehmütig mit "Ach was war ich frei und alles war offen, so viele Möglichkeiten." Später sind die Menschen zwar oft irgendwo angekommen aber tw auch nicht glücklich und sie trauen sich dann nicht die Sicherheit aufzugeben.

    Wenn Du jetzt genau guckst, was Du willst und was Du brauchst, dann gehst Du zumindest mit offenen Augen in Deine Richtung.

    Konkretes Beispiel: Yoga: Wenn Dich das nicht ruhig und stark und glücklich macht, dann probier was anderes. Nur weil das andere positiv bereichert musst Du das nicht weiter und weiter probieren und Dich wundern wieso es Dich nicht weiterbringt. Schau mal, was die Therapie Dir bringt... evt liegt Deine aktuelle Aufgabe wirklich eher in Richtung Füße still halten, orientieren und gucken ob das nicht eigentlich völlig i.O. ist.

    Dich stört, dass Du um Dich kreist... meines Erachtens musst Du Dir selbst erstmal sogar noch etwas näher kommen.
    Geändert von Pinkmelon (09.04.2017 um 12:16 Uhr)

  10. Stranger
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    @ Pilzfee: In der Tat engagiere ich mich ehrenamtlich im Altenheim und in einer Kinderbetreuung. Aber das mache ich erst seit paar Wochen. Weil ich dann auch mal ausm Haus kann und es mir selbst auch gut tut. Und natürlich weil ich mit anderen Menschen in Kontakt komme Bisher haben sich dadurch keine privaten Kontakte ergeben, aber ich bin selbst für Smalltalk dankbar in meiner einsamen Phase. Zuvor habe ich mich monatelang isoliert, da ich solch eine Prüfungsangst hatte, dass ich nur die Prüfungen im Kopf hatte.


    Zitat Zitat von Pinkmelon Beitrag anzeigen
    Liebe Dotty,

    Dich stört, dass Du um Dich kreist... meines Erachtens musst Du Dir selbst erstmal sogar noch etwas näher kommen.
    Das stimmt, jedoch weiß ich nicht, wie ich mir selbst näher kommen kann. Geht das denn, wenn ich mit mir alleine bin? Woher soll ich dann wissen, was mich interessiert, wenn ich nichts ausprobiere? Oder muss ich dazu auf Partys und Veranstaltungen gehen, Sportarten und Freizeitaktivitäten ausprobieren?

    Zudem habe ich ein wahnsinniges "Identitätsproblem", wie ich es nenne. Wenn ich jemanden kennenlernen würde, könnte ich gar nicht sagen, ob wir zusammen passen, da ich nicht weiß, wer "ich" überhaupt bin.

    Die meisten jungen Menschen in meinem Alter sind Fans von irgendetwas, z.B einer bestimmten Szene, Musikrichtung, Sportmannschaft etc.

    Ich jedoch bin in allen Angelegenheiten "neutral". Dadurch wirke ich zumindest auf die Musikfans schon mal langweilig, deren Freizeitgestaltung aus Festivals und Konzerten besteht. Und das ist ein großer Anteil an der gleichaltrigen Menschen.

    Wenn mich jemand kennenlernt, hat er allen Grund mich langweilig zu finden. Im Grunde denke ich nicht, dass ich das Leben eines anderen Menschen (Freundschaft oder Beziehung) irgendwie bereichern könnte. Auch kann ich niemanden zu irgendwas inspirieren, da mich ja selber nichts interessiert.

    Klar würde es mir gefallen, die Welt zu bereisen etc., aber solche Vorhaben scheitern dann an finanziellen Gründen.

    Und so bleibe ich dann eine Traumtänzerin. Es erschreckt mich, dass ich meine Freizeit nicht gestalten kann. Aber dazu fehlen mir auch Freundinnen. Ich sehe immer Hindernisse und habe doch Hoffnung, dass sich mein Leben noch zum Guten wendet.

  11. Junior Member
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Verschiedene Sachen ausprobieren ist, finde ich, die beste Möglichkeit um sich selbst besser kennenzulernen und herauszufinden, was einen wirklich interessiert und an was man Spaß hat.
    Und über diesen Weg kann man ja auch Leute kennenlernen - also, es kann sich dann ergeben, meine ich.
    z.B. ne neue Sportart ausprobieren oder ehrenamtlich bei einem Festival mitarbeiten, dessen Thema man spannend findet.

    Bei allen Themen neutral zu sein ist wahrscheinlich tatsächlich nicht so so spannend für das Gegenüber. Aber denkst Du, Du hast dich z.B. schon genug mit Musik beschäftigt, so dass du sagen kannst, dass du jeglicher Musik gegenüber neutral eingestellt bist? ich würd ja einfach mal spotify durchsuchen nach Sachen, die mir gefallen ^^ also nur, wenn du neugierig bist und Lust darauf hast natürlich.

    Du meinstest auch, dass Du wenn du jemanden kennenlernst, nicht sagen kannst, ob ihr zusammen passen würdet oder nicht.. überleg doch mal, was du an deinen Freunden aus der Unizeit geschätzt hast - welche Eigenschaften fandest Du an denen gut?

    Und generell: Ich glaube, wenn du mal nen Job hast, und wieder richtig unter Menschen bist, dann wird es dir bestimmt schon besser gehen. Wie wäre es denn, wenn Du in der Zwischenzeit nen Nebenjob suchst oder ein Praktikum machst oder sowas? Das hat mir mal sehr geholfen, als ich in einer schlechten Phase gesteckt habe.

  12. Ureinwohnerin Avatar von S.Less
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Du hast ein kaputtes Elternhaus, du schaust offenbar gerne Serien / Filme, du hast neuerdings 2 Ehrenämter, du hast schlichtweg Probleme mit dir selbst, du hast studiert, hattest ne halbe Beziehung, bist viel herumgekommen usw usf. - da sind so viele Dinge über die man sich unterhalten könnte. Zumal man mit Menschen ja nichtmal zwingend reden muss sondern auch einfach nur am Grill sitzen und in die Glut schauen kann. Solange du aber das alles dir selbst kleinredest bzw. gar nicht siehst wieviel das ist wirst du auch eher nicht darüber reden.

    Übrigens. Bist du vielleicht, neben vielem anderen, introvertiert und dir darüber nicht bewußt bzw. siehst das als Stigma? https://www.youtube.com/watch?v=0oAJsPFH2wk

  13. Member
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Hallo Dotty,

    ich hab gestern Abend nochmal länger nachgedacht.

    Du denkst Du bist langweilig, nicht interessant, aber das ist doch bei den allermeisten Menschen so, sie sind ganz normal durchschnittlich (un)interessant. Bei der Pflege einer Freundschaft kommt es darauf doch auch gar nicht so an. Nur beim Kennenlernen bei One-Time-Anlässen (also z.B. Party oder so) ist Interessantsein von Vorteil.

    Ich schreib mal über meine Freunde, die ich mehrheitlich in den ersten Berufsjahren kennengelernt habe (davor waren auch einige Umzüge):

    Es steht genau einer total auf Musik und das ist auch immer wieder ein Thema, weil er daheim oder im Auto seine Spotifyplayliste laufen lässt und alle paar Lieder so begeistert ist, dass er das Lied nochmal und nochmal startet. Manchmal mag ich das Lied manchmal nervt das, aber der hat andere Leute, die auch auf seine Musik stehen und alles ist gut.

    Mit mehrheitlich allen Freunden (5) habe ich die Themen Lesestoff, Serien, Essen gehen oder stattdessen gemeinsam Essen kochen, Reisen (wobei ich die Abenteuerreisende bzw Backpackerin war, aber das mag keiner hören, eine segelt gern bzw. liebt generell das Meer, eine mag Städtereisen Madrid, Barcelona, etc) gemeinsam, aber da sind die Geschmäcker im Detail vielfältig. Mit dem Musikfan geh ich gern auf Sportreisen (Surfen, Tauchen. Schnorcheln), also da tun wir auch was aktiv zusammen. 2 von 5 mögen gern Wellness(reisen) und Shopping. Ich nicht so, aber zuhören und nachfragen tu ich da trotzdem, denn die beiden sind immer sehr gut angezogen und ich könnte da definitiv etwas lernen.

    Aber vor allen Dingen sprechen wir über unseren Alltag:
    Job (wir arbeiten mehrheitlich für den gleichen Konzern, 3 intern, 2 extern und davon hat 1 sich inzwischen ganz umorientiert), bei denen die haben: Partner (4 von 5), Kinder (2 von 5), Haustiere (1 von 5), Eltern, gemeinsame Bekannte, die Wohnung, die Pflanzen auf Balkon oder im Garten (2 oder 3 von 5).

    Also nix besonderes. Und es mögen schon gar nicht alle das gleiche. Ich glaube zuhören und Interesse und Mitgefühl zeigen ist wichtig. Eine gewisse Wertekompatibilität auch. Ob man zusammen passt, zeigt die Zeit.
    Geändert von Pinkmelon (10.04.2017 um 14:28 Uhr)

  14. Stranger
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Hallo Leute.

    Ich habe mir Pilzfees Links angesehen und mit den Podcasts angefangen. Vielen Dank dafür.

    Schon seit längerer Zeit habe ich einfach den kompletten Bezug zum Leben verloren.

    Mein Leben sieht so aus, dass ich in den Tag hineinlebe und mich in Tagträumereien flüchte. Ich schiebe alle meine Aufgaben vor mir her. Meinen Tag zu planen versuche ich oft, aber irgendwas blockiert mich dann. Ich denke es ist Angst.

    Ich denke oft, dass ich für immer alleine (Single) bleibe und das nimmt mir auch viel Motivation weg. Ich bin auf eine Person fixiert, die mir schon mehrmals deutlich gesagt hat, dass sie nichts von mir will. Trotzdem komme ich mental und emotional nicht von ihm los.

    Mal schwanke ich zwischen Panik, keinen Job zu finden und zwischen der Angst, einen anspruchsvollen Job zu haben und somit für immer eine Karrierefrau ohne Mann und Familie zu sein.

    Ich weiß nicht wann ich das letzte mal wirklich glücklich oder zumindest gelassen war. Ich hasse mein Leben so sehr, obwohl es mir objektiv nicht so schlecht geht.

    Niemand kann mich verstehen. Ich wünschte mir oft, ich wäre einfach nicht geboren worden.

  15. Junior Member
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Das hört sich wirklich nach einer Depression an. Hast Du das deiner Therapeutin schonmal alles so gesagt? Als es mir mal so ging, haben mir Antidepressiva gut geholfen. 2 Monate nachdem ich angefangen habe, sie zu nehmen, ging es mir viel besser und ich konnte mir nicht mehr vorstellen, dass es mir mal so furchtbar schlecht ging.

    Ich verstehe, dass es einem so gehen kann, wie gesagt, ich hatte das auch. Genau den Gedanken den du hast, "ich wünschte ich wäre nie geboren worden", den hatte ich auch. Aber das ist mMn ein eindeutiges Zeichen, dass man gerade krank ist und Hilfe braucht. Und die solltest Du dir holen.

  16. Stranger
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Ja, ich nehme in der Tat seit kurzem Antidepressiva. Ich hoffe es hilft mir. Mein Selbstwertgefühl ist im Keller

    Ich möchte so gerne fröhlich und unbeschwert sein, wie die meisten Menschen in meinem Alter. Ich möchte leben und etwas erleben. Stattdessen fühle ich mich so gefangen in meinen Gedanken.

    Der Schmerz darüber, dass ich das Gefühl habe, mein Leben zu vergeuden, ist fast immer präsent. ich kann mich auch schlecht unter Druck setzten, fröhlich zu sein.

    Auch habe ich nicht das Gefühl, dass die Zeit meine Probleme und meinen Schmerz heilt. Es verändert sich einfach nichts zum positiven und das schon über mehrere Jahre

  17. Stranger
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    es wurden ja schon gute sachen genannt und du hast ja auch selbst schon viel erkannt wos hapern kann, was ich ganz wichtig finde, dass man sich praktisch an der hand nehmen lässt und einem wieder neuen selbstwert und selbstliebe geben lässt (kann natürlich auch ein therapeut sein(vorallem um das mit dem elternhaus aufzuarbeiten ) und mit der zeit selbst gibt , denn daran hapert oft am meisten, denke ich an der selbst liebe ) und am wichtigsten ist in solchen "unstabilen" zeiten- hat mir super geholfen- und zwar brauche ich jeden tag quasi einen anstoss , mich innerlich auf mich selbst zu besinnen und was zu tun, was NUR FÜR MICH GUT ist. und das allerbeste ist für mich , jeden tag in so einem selbsthilfebuch zu lesen ( früher die von hay, heut "glückskekse ...für ihre gestresste seele " , da lesee ich praktisch JEDEN tag ...immer nur ein bissschen aber immer und immer wieder und jeden tag ...und fast genauso gut hilft "reden und laufen" einfach mit freundin reden und jeden tag raus an die frische luft. das hat nicht nur den einfachen effekt mit bewegeung sondern stärkt erwiesermassen das immunsystem und stabilisert die psyche UND es hat den nebeneffekt, dass durch das licht ( muss nicht un bedingt sonne sein) einfach die psyche gestärkt wird . ( find ich besser als soprt was du ja schonmal gemacht hast weil sport wieder den "leistungseffekt hat)das bedeutet nicht "wegrennen" vor den problemen, sondern eher "weniger grübeln" und zum thema psyche kann auch hilfreich sein, sich einmal ein youtube video von robert betz ( einfach googeln ) zum thema "negative gefühle verwandeln, der vater/die mutter meiner kindheit" anzuschauen, das find ich auch suuuper . ich wünsche dirund allen dies nich so gut geht, alles gute !!!

  18. Stranger
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    AW: Extreme leeres und sinnloses Leben

    Danke slaina. Ich sehne mich aber auch sehr stark nach Liebe und Anerkennung von außen. Also ich bezweifle, dass es mir ausreicht, für mich selbst "gut" zu sein und zu entspannen etc. Es wird immer was fehlen und das sind soziale Kontakte und Wärme / Liebe

    Naja ich hoffe das kommt mit der Zeit, dass ich doch noch einen Partner finde und einen Bekanntenkreis finden kann, bei dem ich mich wohl fühle.

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