Antworten
Ergebnis 1 bis 5 von 5
  1. Junior Member

    User Info Menu

    Psychisch krank und Zukunft/ Lebensform

    Hallo,

    ich bin schon seit Anfang der Pubertät psychisch krank. Hab ja schon öfter mal was dazu geschrieben.
    Mein letzter Klinikaufenthalt war 2004. Seitdem habe ich eine Ausbildung abgeschlossen und arbeite in dem Beruf. Eine Beziehung hatte ich von 2007- 2013. Seitdem bin ich "allein". Ich habe einige gute Freunde und eine nette, verständnisvolle Familie wo ich auch mehr Zeit verbringe als in meiner Wohnung. Rein objektiv sind viele "Ressourcen" da. Ich mache eine VT und bin seit Jahren einmal im Quartal beim Neurologen.
    Trotz allem bin ich unheimlich unglücklich, habe viele Ängste und Zwänge, destruktive Verhaltensweisen. Jeder Tag ist ein Kampf. Es ist immer anstrengend und der Schmerz, das Leben nicht annähernd so leben zu können wie ich das gerne würde frisst mich an manchen Tagen fast auf.
    In der Therapie komme ich diesbezüglich auch nicht so weiter. Es sind kleine Veränderungen, aber in der Summe bleibt die Überforderung.
    Das suizidale Denken ist ständig da, auch wenn es nie konkreter wird.
    Irgendwie hab ich aktuell wieder grosse Angst es nicht mehr zu packen.
    Im Oktober fange ich einen 50% Job an und kürze den bisherigen ebenfalls auf 50%. Auch das macht mir Angst.

    Klinik wäre eine Option, aber auch da ist man spätestens nach ein paar Monaten wieder raus.
    Irgendwie befürchte ich eh dass ich so lange nimmer weitermachen kann. Ich will es mir nicht einreden, aber irgendwie seh ich mich nimmer lang in der "funktionierenden" Welt.
    Ich schaue momentan schon was für Wohnformem es gäbe.
    Ich sehne mich grad irgendwie so nach Ruhe.

    Meine Frage richtet sich jetzt vor allem an die die ähnliche Gedanken haben. Macht ihr euch Gedanken über die Zukunft? Also vor allem auch was Wohnen und Lebensunterhalt angeht.

  2. Inaktiver User

    AW: Psychisch krank und Zukunft/ Lebensform

    Mir geht es ähnlich, auch wenn meine Krankengeschichte ein bisschen anders aussieht.

    Ich habe studiert und arbeite seit neun Jahren in meinem Beruf, immer wieder mal mit mehr oder minder langen Unterbrechungen von Tagen, Wochen oder Monaten und einigen Klinikaufenthalten.
    Ausserdem habe ich seit fast acht Jahren einen Partner und eine Familie, die mich unterstützt. Trotzdem ist jeder Tag ein Krampf, die Therapie bringt mich nicht weiter und wie bei dir ist das suizidale Denken ein ständiger Begleiter.

    Was mir zumindest ein bisschen hilft ist nicht weit in die Zukunft zu planen. Ich kann den Urlaub in zwei Monaten buchen, aber ich weiß nicht, was nächstes Jahr ist. Für meinen Mann ist das immer ein bisschen schwierig, er möchte gerne Pläne machen, aber ich komm besser durch, wenn ich irgendwie so in den Tag hineinlebe.

  3. Junior Member

    User Info Menu

    AW: Psychisch krank und Zukunft/ Lebensform

    Danke dir für deine Antwort!!

    Deine "Strategie" nutze ich auch oft. Oft ist nur der Tag das Ziel. Auf längere Sicht zu planen schaff ich auch nicht, weil ich nie weiß wie es mir geht. Ich bereue es z.B. so die neue Stelle angenommen zu haben. Das war schon eine bewusste Entscheidung gegen die Vermeidung aus Angst, aber jetzt wird sie halt doch übermächtig.

    Wie hast du das gemacht mit den Klinikaufenthalten während des Berufslebens? Mir macht das so Angst danach nicht mehr Fuß zu fassen. Eine psychische Erkrankung zu offenbaren wäre an meinem Arbeitsplatz sehr schwierig.
    Also nur wenn du erzählen magst.

  4. Inaktiver User

    AW: Psychisch krank und Zukunft/ Lebensform

    Zitat Zitat von mylin1980 Beitrag anzeigen
    Wie hast du das gemacht mit den Klinikaufenthalten während des Berufslebens? Mir macht das so Angst danach nicht mehr Fuß zu fassen. Eine psychische Erkrankung zu offenbaren wäre an meinem Arbeitsplatz sehr schwierig.
    Also nur wenn du erzählen magst.
    Ich bin im öffentlichen Dienst und mit meinen Erkrankungen eigentlich immer recht offen umgegangen. Da den Klinikaufenthalten meist längere Krankzeiten vorausgegangen sind, war es stets so, dass mein Arbeitgeber froh war, dass ich "was für die Heilung mache".

  5. Junior Member

    User Info Menu

    AW: Psychisch krank und Zukunft/ Lebensform

    Das hat sicher Vorteile.
    Ich habe jetzt keinerlei Schutz in meiner Praxis. Wenn ich es je schaffe im Oktober in der Uniklinik anzufangen wäre ich nach 6 Monaten unbefristet im öffentlichen Dienst.
    V

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •