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  1. Regular Client Avatar von rubysoho
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    Selbstsabotage

    Kennt jemand von euch dieses Gefühl sich selbst im Weg zu stehen?
    Und was tut ihr dagegen?

    In meinem Leben gibt es einige Dinge, die nicht so laufen wie ich das gerne hätte. Zum Teil sind das Sachen, die sich über Jahre eingeschliffen haben, oft auch eigentlich nur Kleinigkeiten, aber es summiert sich eben. Also, ich bin unzufrieden und möchte was ändern, stehe mir dabei aber massiv selbst im Weg.
    Ich habe schon öfter in diversen Kontexten, sowohl beruflich als aich privat, gesagt bekommen, dass ich mich immer zurücknehme, nie 100% gebe (neuestes Zitat: "sie fahren immer mit angezogener Handbremse") und einfach nicht so richtig ich selbst bin. Und ich fürchte, das kommt so wirklich hin. Irgendwie hat sich das was ich gerne machen würde und das was ich tatsächlich mache über die Jahre so weit voneinander entfernt, dass es sich anfühlt als wäre das überhaupt nicht mein Leben. Und so will -nein- so kann ich auf Dauer nicht mehr weitermachen.

    Ich habe ein paar Grundprobleme erkannt, an denen ich immer wieder scheitere:
    • Ich traue mir wenig zu und lasse mich schnell entmutigen. Wenn irgendwas nicht sofort klappt schmeisse ich es hin. Oder wenn jemand ein bisschen Kritik äussert denke ich direkt, dass derjenige bestimmt recht hat und ich es nicht hinkriege.
    • Ich will alles perfekt machen. Einfach nur Durchschnitt reicht mir nicht. Wenn abzusehen ist, dass ich irgendwo keine ünerdurchschnittliche Leistung bringen werde habe ich schon keine Lust mehr drauf. Wenn es geht schmeisse ich hin, ansonsten quäle ich mich mit Minimalaufwand durch, wodurch die Leistung natürlich noch schlechter wird als sowieso.
    • Ich kann mich nicht entscheiden. Bzw. ich weiss nicht, was ich eigentlich will. Über alles denke ich so lange nach, bis nichts mehr davon übrig ist. Ich spiele alle möglichen Szenarien im Kopf durch, stelle fest, dass immer irgendwas total schief laufen könnte, und mache dann einfach gar nichts.
    • Ich bin total abhängig von der Meinung anderer. Und das hasse ich am allermeisten. Aber ich kann es einfach nicht abstellen. Wenn ich gelobt werde geht's mir richtig gut, wenn ich kritisiert werde bin ich am Boden zerstört. Und dabei ist es fast egal, von wem Lob oder Kritik kommen. Auch bei Leuten, deren Meinung mir herzlich sein sollte nehme ich mir das extrem zu Herzen.

    So weit, so schlecht.
    Ich habe jetzt ungefähr eine Ahnung woran es hapert, aber keinen Plan was ich dagegen tun soll.
    Kennt das irgendwer? Gibt's einen Ansatz, um aus der Spirale aus sich nichts zutrauen und tatsächlich nichts erreichen rauszukommen?
    Ich weiss auch nicht so genau, welche Antworten ich hier erwarte. Vermutlich gibt es keine Wundermethode (oder doch? ) und die Antwort heisst wie so oft: Zähne zusammenbeissen und einfach machen. Aber, hm, das versuche ich ja nun schon, und es klappt nicht so besonders.
    i expect to find him laughing

  2. Member Avatar von sommerlinde
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    AW: Selbstsabotage

    Das ist bei mir (anders ausgeprägt) auch ein Thema.

    In einer Tiefenpsychologischen Therapie habe ich mittlerweile die Ursachen herausgefunden. Kurz gesagt, habe ich Angst mit dem Ergebnis der Arbeit nicht die Erwartungen mir wichtiger Menschen zu erfüllen. Z.B. Ich werde nie meine Wohnung so ordentlich haben, dass es meiner Mutter gefallen wird. Deshalb fange ich gar nicht erst an aufzuräumen. Ist ja eh egal. Meine Mutter sieht allerdings das Ergebnis des Aufräumens eh nicht, sondern Freunde/Bekannte.
    Die Ursachenforschung hilft mir mir meiner (De-)Motivation bewusst zu werden. Ich kann dann versuchen mich gezielt zu motivieren ("Ich möchte mich bei dem Zusammensein mit meinen Freunden keine Gedanken über die unaufgeräumte Wohnung machen").
    Es ist aber imme ein Kampf, den ich nicht immer gewinne.
    Zitat Zitat von Thomas de Maiziere
    Wenn wir wollen, dass Extremismusbekämpfung auch bei denen stattfindet, die schon gefährdet sind, oder halb abgerutscht sind, oder wenn es um Deradikalisierung geht, dann muss man auch mal den schwierigeren Weg probieren, und das heißt, dass man mit Menschen redet, mit denen man sonst vielleicht nicht so gerne reden würde, um eines höheren Ziels willen. Und wo da die Grenze zur Förderung ist, das ist nicht leicht zu bestimmen.

  3. Member Avatar von Sublus
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    AW: Selbstsabotage

    Zähne zusammenbeissen und Durchhalten ist die einzige Strategie, die ich von zu Hause gelernt habe. Finde ich nicht sehr effektiv, weil ich ohne Übung dann einfach schnell keine Kraft mehr habe, das ist nicht motivierend. Ich hab dann auch viel einfach hingeschmissen, wenn es nicht gleich geklappt hat. Total schade. Das ging zum Teil sogar bis hin zu Beziehungen.

    Für mich geht es besser, wenn ich den gewünschten Erfolg wie ein Sporttraining angehe. Also über eine gewisse Zeit verteilt "Trainingseinheiten" mache, die immer schwieriger werden. Da ist mir echt mal ein Licht aufgegangen, als ich gemerkt habe, dass manche Sachen einfach regelmässige Übung nach Plan erfordern.

    Zum Beispiel habe ich vor grossen Prüfungen das Material in Blöcke unterteilt und überlegt, was pro Tag realistisch zu schaffen ist. Dann vom Prüfungsdatum her rückwärts gerechnet + ein bisschen Spiel, um zu wissen, wann ich anfangen muss. Das hat echt gut geklappt - vorher dachte ich, Lernprüfungen sind halt nix für mich.
    Mom! Theron's dried his bed again!

  4. Fresher
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    AW: Selbstsabotage

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Kennt jemand von euch dieses Gefühl sich selbst im Weg zu stehen?
    Jap, leider nur zu gut.
    Im Rahmen meiner tiefenpsychologischen Therapie ist es besser geworden. Allerdings glaube ich, dass ich das nie wegkriegen werde.

    • Ich traue mir wenig zu und lasse mich schnell entmutigen. Wenn irgendwas nicht sofort klappt schmeisse ich es hin. Oder wenn jemand ein bisschen Kritik äussert denke ich direkt, dass derjenige bestimmt recht hat und ich es nicht hinkriege.
    • Ich will alles perfekt machen. Einfach nur Durchschnitt reicht mir nicht. Wenn abzusehen ist, dass ich irgendwo keine ünerdurchschnittliche Leistung bringen werde habe ich schon keine Lust mehr drauf. Wenn es geht schmeisse ich hin, ansonsten quäle ich mich mit Minimalaufwand durch, wodurch die Leistung natürlich noch schlechter wird als sowieso.
    • Ich kann mich nicht entscheiden. Bzw. ich weiss nicht, was ich eigentlich will. Über alles denke ich so lange nach, bis nichts mehr davon übrig ist. Ich spiele alle möglichen Szenarien im Kopf durch, stelle fest, dass immer irgendwas total schief laufen könnte, und mache dann einfach gar nichts.
    • Ich bin total abhängig von der Meinung anderer. Und das hasse ich am allermeisten. Aber ich kann es einfach nicht abstellen. Wenn ich gelobt werde geht's mir richtig gut, wenn ich kritisiert werde bin ich am Boden zerstört. Und dabei ist es fast egal, von wem Lob oder Kritik kommen. Auch bei Leuten, deren Meinung mir herzlich sein sollte nehme ich mir das extrem zu Herzen.
    Ich lese aus den Punkten folgendes heraus:
    Du bist sehr nach außen gerichtet. Die Meinung anderer Menschen scheint dir wichtig zu sein. Du scheinst einen sehr hohen Leistungsdrang zu haben. Macht es dir Angst, Fehler zu machen?

    Nun etwas tiefer analysiert:
    Für mich liest es sich, als wenn du einen Glaubenssatz a la "Ich bin nicht genug." in dir trägst. Dadurch kann ggf. der Drang nach Perfektionismus kommen. Wenn es nicht perfekt ist, bist du es auch nicht und kriegst keine Anerkennung und Bestätigung. Dir scheint die Fähigkeit, Anerkennung und Bestätigung aus dir selbst heraus zu fehlen, oder?

    Was dagegen hilft, kann bzgl. der Bewertungen von anderen ein Realitätscheck sein. Stimmt es denn, was die Leute sagen? Sehe ich mich selbst denn so? Wo liegen eigentlich meine Stärken und Schwächen? Kann ich mit den Schwächen leben? Wie kann ich sie ausbauen?

    Mir hat es geholfen, Dinge zu suchen, aus denen ich meine Anerkennung und Selbstwert selbst generieren kann. Hobbies bieten sich da an. Hast du denn Hobbies?

    Das sind so die ersten Sachen, die mir zu dem Thema einfallen. Vielleicht ist ja schon etwas für dich dabei.

  5. Regular Client Avatar von rubysoho
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    AW: Selbstsabotage

    Vielen Dank für die Antworten!
    Ich picke erstmal ein paar Punkte raus, die mich beim durchlesen direkt angesprungen haben:
    Zitat Zitat von sommerlinde Beitrag anzeigen
    Z.B. Ich werde nie meine Wohnung so ordentlich haben, dass es meiner Mutter gefallen wird.
    ...
    Es ist aber imme ein Kampf, den ich nicht immer gewinne.
    Oh ja, ein Maß an Sauberkeit und Ordnung erreichen, mit dem meine Mutter zufrieden wäre, werde ich auch nie. Aber damit komme ich klar. Allerdings wüsste ich auch nicht, wie ich jemals irgendwas so machen könnte, dass meine Eltern damit zufrieden wären. Oder am Ende sogar stolz. Das ist einfach unvorstellbar. Und ich glaube, dass daher auch eine Menge meiner Denkmuster stammen. Dass mir früher immer eingetrichtert wurde, dass ich nie gut genug bin und ich mich immer mehr anstrengen muss.
    Man könnte jetzt meinen, dass ich inzwischen erwachsen bin und mir die Meinung meiner Eltern auch egal sein kann, aber irgendwo habe ich das glaube ich einfach abgspeichert.

    Und, ja, es ist ein Kampf. Ich verliere sehr oft, und selbst wenn ich mal gewinne ist das zwar in dem Moment toll, wiegt das ganze Drumrum aber leider bei weitem nicht auf.

    Zitat Zitat von Sublus Beitrag anzeigen
    Zähne zusammenbeissen und Durchhalten ist die einzige Strategie, die ich von zu Hause gelernt habe. Finde ich nicht sehr effektiv, weil ich ohne Übung dann einfach schnell keine Kraft mehr habe, das ist nicht motivierend. Ich hab dann auch viel einfach hingeschmissen, wenn es nicht gleich geklappt hat. Total schade.
    Ja, genau, Zähne zusammenbeissen und weitermachen ist auch meine einzige Strategie. Und die funktioniert nicht besonders gut.
    Es frustriert mich so, dass ich immer wieder alles mögliche hinschmeisse, aber es passiert trotzdem einfach immer und immer wieder. Egal wie sehr ich mir vornehme es dieses Mal durchzuziehen, wenn so ein Punkt erreicht ist an dem mich alles nur noch nervt schmeisse ich die Brocken hin. Nachher ärgere ich mich, aber in dem Moment fällt mir einfach keine andere Möglichkeit ein mit der Situation umzugehen.

    Zitat Zitat von Riddra Beitrag anzeigen
    Jap, leider nur zu gut.
    Im Rahmen meiner tiefenpsychologischen Therapie ist es besser geworden. Allerdings glaube ich, dass ich das nie wegkriegen werde.
    Therapie ist auch so eine Sache, die ich schon ewig vor mir herschiebe. Nachdem ich den Gedanken, dass ich sowas brauchen könnte jahrelang erfolgreich von mir weggeschoben habe glaube ich inzwischen schon, dass mir das helfen könnte. Aber jedes Mal wenn ich das Telefon in die Hand nehme fallen mir doch wieder -zig Gründe dagegen ein.
    Für mich war es auch schon eine echte Erleuchtung, als mir aufgegangen ist, dass bei einer Therapie oder so gar nicht darum gehen muss irgendwas "ganz weg" zu kriegen, oder als völlig neuer, optimierter Mensch wieder rauszugehen, sondern dass es schon reicht wenn es ein kleines bisschen besser wird.

    Für mich liest es sich, als wenn du einen Glaubenssatz a la "Ich bin nicht genug." in dir trägst. Dadurch kann ggf. der Drang nach Perfektionismus kommen. Wenn es nicht perfekt ist, bist du es auch nicht und kriegst keine Anerkennung und Bestätigung. Dir scheint die Fähigkeit, Anerkennung und Bestätigung aus dir selbst heraus zu fehlen, oder?
    Ja, absolut.
    Ich kann nicht mal genau sagen warum, aber ich habe so ziemlich immer das Gefühl nicht gut genug zu sein und mich mehr anstrengen zu müssen. Blöderweise hört das aber nie auf, egal wie sehr ich mich anstrenge. Bei gut sein gibt es keine Grenze nach oben, es geht immer noch besser.
    Ich habe auch das Gefühl ständig irgendwas leisten zu müssen um gemocht zu werden. Also, ja, mein Selbstwertgefühl scheint wirklich sehr stark von anderen abhängig zu sein. Da merke ich während ich das schreibe schon wie doof das ist.
    Mir hat es geholfen, Dinge zu suchen, aus denen ich meine Anerkennung und Selbstwert selbst generieren kann. Hobbies bieten sich da an. Hast du denn Hobbies?
    Hm. Aber das ist bei Hobbies doch genau das gleiche?
    Ich nehme als Beispiel jetzt mal das unkompetitivste Hobby das mir grade einfällt: stricken.
    Ich könnte einfach irgendwas stricken und Spaß dabei haben. Zumindest habe ich mal gehört, dass es Leute gibt, die das so machen. Ich kann mir aber auch vornehmen, etwas wunderschönes, technisch perfektes und irre kompliziertes zu stricken. Und dann, wenn es nicht ganz so läuft wie erwartet, alles wieder aufribbeln und in die Ecke schmeissen. Was ich tatsächlich schon öfter so gemacht habe und auch als erstaunlich gute Metapher für viele meiner Entscheidungen funktioniert.
    Und beim Sport z.B. ist der Vergleich mit anderen und das Gefühl was leisten zu müssen ja noch viel extremer.

    Ich glaube, ich brauche Strategien um erstmal überhaupt realistisch abschätzen zu können was ich mit welchem Aufwand erreichen kann. Und dann noch welche, um damit klarzukommen wenn ich doch nicht so vorankomme wie gedacht. Normalerweise stürze ich mich entweder völlig planlos in irgendwas rein, oder ich bin eben von vornherein so unsicher, ob ich es schaffen kann, dass ich es direkt bleiben lasse.
    Geändert von rubysoho (02.07.2019 um 13:00 Uhr)
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  6. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: Selbstsabotage

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    und die Antwort heisst wie so oft: Zähne zusammenbeissen und einfach machen. Aber, hm, das versuche ich ja nun schon, und es klappt nicht so besonders.
    Meiner Erfahrung nach hilft da eher das Gegenteil. Ich hab auch jahrelang versucht, mich immer mehr anzustrengen, weil das das ist, was ich zuhause gelernt hab, aber dadurch wurde alles nur immer schlimmer. Man kann das Problem nicht mit dem Verhalten lösen, das einem das Problem überhaupt erst eingebrockt hat.

    Perfektionismus kann stark lähmen, weil es einerseits unrealistisch ist, alles sofort zu 150% zu schaffen, man aber andererseits alles unter 150% als Versagen ansieht und stattdessen lieber in einer Warteschleife festhängt. Wenn man nichts macht, kann man auch nichts falsch machen. Aber dadurch verpasst man dann eben auch viele Chancen.

    Ich kann da echt nur Mut zum half-assen empfehlen. Geduldig mit sich selbst sein, sich auch mal Fehler und Umwege erlauben und sich zu sagen „Ich versuch das jetzt und wenn es nicht funktioniert, weiß ich es beim nächsten Mal besser, aber wenigstens hab ich es versucht!“ Und sich vor allem ein Stück weit emotional von anderen zu distanzieren und mehr in sich selbst hineinhorchen, damit man selbst- und nicht fremdbestimmt lebt. Das ist sehr schwierig, aber auch sehr wichtig.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  7. Regular Client Avatar von rubysoho
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    AW: Selbstsabotage

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Perfektionismus kann stark lähmen, weil es einerseits unrealistisch ist, alles sofort zu 150% zu schaffen, man aber andererseits alles unter 150% als Versagen ansieht und stattdessen lieber in einer Warteschleife festhängt. Wenn man nichts macht, kann man auch nichts falsch machen. Aber dadurch verpasst man dann eben auch viele Chancen.
    Oh Gott, ja! Ich könnte mich so in den Arsch beissen, wenn ich an all die Möglichkeiten denke die ich nicht genutzt habe, aus Angst nicht gut genug zu sein und es irgendwie zu versemmeln.
    Ich sag nur High-School-Jahr, Auslandssemester, diverse Jobs, Reisen... und von möglichen Freundschaften oder doch zumindest Bekanntschaften, die nie zustande kamen, weil ich fand nicht gut genug für die Leute zu sein will ich gar nicht erst anfangen.
    Ich will nicht so weitermachen und mein potentielles Leben an mir vorbeiziehen sehen, aber es ist einfach so unfassbar schwer aus diesen Verhaltensmustern rauszukommen. Mein erster Gedanke bei jeder Herausforderung ist eben nicht "versuchen kann ich's ja mal", sondern "was ist wenn das schief geht?".
    Und dabei weiss ich selber, dass üblicherweise nicht gleich die Welt untergeht, selbst wenn man irgendwas richtig verbockt. Ich kann das alles total gut analysieren, aber dann den Schritt zu machen und tatsächlich mein Verhalten zu ändern, das ist eine ganz andere Sache. Ich weiss was jetzt richtig und vernünftig wäre, aber im entscheidenden Moment ist das alles wie weggewischt, in meinem Kopf ist nur noch Panik und Fluchtreflex, und ich mache den gleichen Scheiss wie immer.
    Ich kann da echt nur Mut zum half-assen empfehlen. Geduldig mit sich selbst sein, sich auch mal Fehler und Umwege erlauben und sich zu sagen „Ich versuch das jetzt und wenn es nicht funktioniert, weiß ich es beim nächsten Mal besser, aber wenigstens hab ich es versucht!“ Und sich vor allem ein Stück weit emotional von anderen zu distanzieren und mehr in sich selbst hineinhorchen, damit man selbst- und nicht fremdbestimmt lebt. Das ist sehr schwierig, aber auch sehr wichtig.
    Die Idee ist gut.
    Aber um das umzusetzen brauche ich glaube ich noch irgendwelche Hilfsmittel, an denen ich mich langhangeln kann. Vor allem mit sowas wie sein Selbstwertgefühl mehr aus sich selbst und nicht aus den Reaktionen der Umwelt zu beziehen. Ist bestimmt sehr wichtig und klingt erstrebenswert, aber -ey!- wie soll das denn gehen? Ich habe einfach null Ideen, was ich tun könnte um dem näher zu kommen.
    Geändert von rubysoho (02.07.2019 um 13:22 Uhr)
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  8. Fresher
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    AW: Selbstsabotage

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Für mich war es auch schon eine echte Erleuchtung, als mir aufgegangen ist, dass bei einer Therapie oder so gar nicht darum gehen muss irgendwas "ganz weg" zu kriegen, oder als völlig neuer, optimierter Mensch wieder rauszugehen, sondern dass es schon reicht wenn es ein kleines bisschen besser wird.
    Es kann gut sein, dass du einfach (noch) nicht der Typ für eine Therapie bist. Nicht jeder braucht unbedingt eine. Ich lese bei dir heraus, dass du bereit bist, dich mit dir selbst zu beschäftigen und etwas zu ändern. Ggf. brauchst du auch tiefe Analyse deiner selbst, um die wahren Ursachen deiner Probleme herauszufinden.
    Immerhin geht eine Therapie sehr an die Substanz und die Veränderung kann schon auf sich warten lassen. Ich fühle mich nach knapp 4 Jahren endlich bereit, ohne zu leben. Sie hat mein Denken verändert und damit mein Verhalten.

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Ich kann nicht mal genau sagen warum, aber ich habe so ziemlich immer das Gefühl nicht gut genug zu sein und mich mehr anstrengen zu müssen. Blöderweise hört das aber nie auf, egal wie sehr ich mich anstrenge. Bei gut sein gibt es keine Grenze nach oben, es geht immer noch besser.
    Ich habe auch das Gefühl ständig irgendwas leisten zu müssen um gemocht zu werden. Also, ja, mein Selbstwertgefühl scheint wirklich sehr stark von anderen abhängig zu sein. Da merke ich während ich das schreibe schon wie doof das ist.
    Wenn ich das mal schreiben darf: Es ist okay, einen Teil seines Selbstwertes von anderen Menschen abhängig zu machen. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Es sollten nur die richtigen Menschen sein, von denen du dich abhängig machst.

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Hm. Aber das ist bei Hobbies doch genau das gleiche?
    Ich nehme als Beispiel jetzt mal das unkompetitivste Hobby das mir grade einfällt: stricken.
    Ich könnte einfach irgendwas stricken und Spaß dabei haben. Zumindest habe ich mal gehört, dass es Leute gibt, die das so machen. Ich kann mir aber auch vornehmen, etwas wunderschönes, technisch perfektes und irre kompliziertes zu stricken. Und dann, wenn es nicht ganz so läuft wie erwartet, alles wieder aufribbeln und in die Ecke schmeissen. Was ich tatsächlich schon öfter so gemacht habe und auch als erstaunlich gute Metapher für viele meiner Entscheidungen funktioniert.
    Okay, das ist jetzt witzig. Ich habe nämlich vor kurzem mit dem Stricken angefangen und bin gerade dabei, für meinen Mann einen Schal zu stricken. Und ja, ich merke dabei sehr, sehr stark wie das meinen Perfektionismus triggert. An manchen Stellen ist die Masche zu eng, dann wieder zu fest und eigentlich das doch total kacke und ich will die Arbeit einfach nur verbrennen und nie wiedersehen. Ich beiße mich da durch. Denn: Ich möchte meinem Mann eine Freude machen. Er sagt selbst, dass ihm nicht wichtig ist, wie der Schal aussieht. Ihm ist wichtig, dass er einen selbstgestrickten Schal von mir hat.
    Bzgl. Sport kann ich dich auch verstehen. Ich habe Sport gehasst! Es war für mich immer Mord, weil ich eh total schlecht darin war. Ich habe mir Kraftsport angefangen, weil ich Muskeln und dadurch mehr essen wollte. Und mit der Zeit merkte ich die ersten Erfolge und habe gemerkt, dass ich das ja alleine für mich mache und nicht für irgendeinen anderen Menschen. Meine Gesundheit wurde mir wichtiger als die Meinung der anderen Menschen.

    Strategien kann ich dir leider keine konkreten anbieten. Doch vielleicht hilft es dir ja in einem Moment des Perfektionismus mal kurz inne zu halten und zu gucken, worum es dir gerade geht. Welches Bedürfnis hast du gerade?

  9. Regular Client Avatar von rubysoho
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    AW: Selbstsabotage

    Zitat Zitat von Riddra Beitrag anzeigen
    Es kann gut sein, dass du einfach (noch) nicht der Typ für eine Therapie bist. Nicht jeder braucht unbedingt eine. Ich lese bei dir heraus, dass du bereit bist, dich mit dir selbst zu beschäftigen und etwas zu ändern. Ggf. brauchst du auch tiefe Analyse deiner selbst, um die wahren Ursachen deiner Probleme herauszufinden.
    Immerhin geht eine Therapie sehr an die Substanz und die Veränderung kann schon auf sich warten lassen.
    Ich habe mich sehr, sehr lange gegen Therapie gesträubt, obwohl mir das von mehreren Seiten, und u.a. über die Jahre auch zwei Hausärzten, angeraten wurde. Für mich war das immer ein Zeichen von Schwäche, und ich wollte unbedingt alleine mit allem klar kommen. Ich hasse es wirklich um Hilfe bitten zu müssen, in jeder Hinsicht, und empfinde es als totale Niederlage etwas nicht alleine zu schaffen. Und mir einzugestehen, dass ich mit meinem Leben nicht alleine klarkomme war ein ziemliches Drama. Aber es ist nun mal leider so, und ich glaube schon, dass ich jetzt an dem Punkt bin wo ich auch bereit bin Hilfe anzunehmen, wenn auch vielleicht ein bisschen zähneknirschend. Wie genau die aussehen soll weiss ich aber auch nicht so recht.
    Es fällt mir auch sehr schwer über sowas zu reden. Hier im relativ anonymen Forum zu schreiben ist okay (und ihr könnt euch trotzdem drauf verlassen, dass ich längst nicht alles schreibe was wirklich los ist), aber mit einem "richtigen", anwesenden Menschen ist das was ganz anderes. Ich überspiele im Alltag viel, und das hat inzwischen so eine Eigendynamik entwickelt, dass ich echt das Gefühl habe das Leben einer anderen Person zu leben.
    Ich stelle es mir so unheimlich befreiend vor, mal jemandem zu sagen wie ich mich wirklich fühle, aber gleichzeitig auch so beängstigend, dass ich es einfach nicht machen kann. Nicht mal in ganz kleinen Häppchen.
    Gut, ich habe hier jetzt ein bisschen damit angefangen und kann schon nicht mehr aufhören. Und ich habe irgendwie das Bedürfnis mich für die Romane zu entschuldigen...
    Okay, das ist jetzt witzig. Ich habe nämlich vor kurzem mit dem Stricken angefangen und bin gerade dabei, für meinen Mann einen Schal zu stricken. Und ja, ich merke dabei sehr, sehr stark wie das meinen Perfektionismus triggert. An manchen Stellen ist die Masche zu eng, dann wieder zu fest und eigentlich das doch total kacke und ich will die Arbeit einfach nur verbrennen und nie wiedersehen.
    Dann ist das Beispiel ja wirklich gut gewählt.
    Ich ribbel halt wirklich lieber den halben Pullover und -zig Stunden Arbeit (kann man das Arbeit nennen? Zumindest fällt mir grade kein anderes Wort ein.) auf, bevor ich mit einer falschen Masche lebe, selbst wenn man das nachher überhaupt nicht sieht.
    Anders formuliert: ich mach mir das Leben schwerer, als es sein müsste. Vor allem, weil das meistens nicht dazu führt, dass ich es eben nochmal und nochmal probiere, bis es wirklich perfekt ist. Sondern nur dazu, dass ich total frustriert bin, mir "ich schaff das nicht, ich kann das nicht, ich bin einfach zu doof" denke und wieder mal hinschmeisse. Und mir dann -zu recht ja leider auch noch- noch weniger zutraue.

    Strategien kann ich dir leider keine konkreten anbieten. Doch vielleicht hilft es dir ja in einem Moment des Perfektionismus mal kurz inne zu halten und zu gucken, worum es dir gerade geht. Welches Bedürfnis hast du gerade?
    Hm. Keine Ahnung.
    Mir fällt es sehr schwer zu sagen, was ich gerne möchte, oder was mir grade gut tun würde. Bzw. das von Dingen zu unterscheiden, die ich mache weil ich das Gefühl habe dass es von mir erwartet wird, weil es in der Situation angemessen zu sein scheint, aus Gewohnheit, oder warum auch immer.
    Das ist sicher auch etwas, dass ich irgendwie in den Griff kriegen muss.
    Geändert von rubysoho (02.07.2019 um 14:22 Uhr)
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  10. Member Avatar von Sublus
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    AW: Selbstsabotage

    Ich war früher auch extrem weit entfernt von meinen Bedürfnissen und Gefühlen und habe nur gemacht, was ich vom Kopf her für notwendig hielt. Ich hatte ne sehr fixe Vorstellung davon, wie ich zu sein habe, was mir zu gefallen hat etc.
    Mir hat es geholfen, Achtsamkeit zu trainieren. Bei einigen Dingen war ich damit regelrecht überrascht, dass die mir nicht gut tun. Weil - das macht "man" doch so?
    Vielleicht wär das was für dich.

    Jetzt bei dem Beispiel mit dem stricken würde ich an deiner Stelle gaaaaanz klein anfangen. Ich kenn das, dass ich mir zu viel vornehme und dann wird es nix und es nervt.
    Pullover stricken ist ja nicht grad das einfachste, das dauert auch ewig. Ich bin deswegen auf Socken umgestiegen, die gehen viel schneller und es ist einfacher, sie passend hinzukriegen. Nur als Beispiel, aber das lässt sich vielleicht auf andere Bereiche übertragen.
    Geändert von Sublus (02.07.2019 um 15:26 Uhr)

  11. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: Selbstsabotage

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Ich will nicht so weitermachen und mein potentielles Leben an mir vorbeiziehen sehen, aber es ist einfach so unfassbar schwer aus diesen Verhaltensmustern rauszukommen.
    [...]
    Ich kann das alles total gut analysieren, aber dann den Schritt zu machen und tatsächlich mein Verhalten zu ändern, das ist eine ganz andere Sache.
    Irgendwo hab ich mal den Satz gelesen „Knowing is NOT half the battle“ und das ist auch so. Diese Verhaltensmuster haben sich über Jahrzehnte aufgebaut und waren mal irgendwann wichtige Bewältigungsstrategien (und oft hat man die schon von den Eltern übernommen und bekommt von denen negative Rückmeldungen, wenn man versucht, da rauszukommen), die legt man nicht mal eben so ab. Ich steck da auch noch mittendrin, aber es wird mit der Zeit wirklich einfacher! Ich fand es zb für mich sehr wichtig, gute Erfahrungen damit zu machen und das so nicht nur auf rationaler Ebene klar zu haben, sondern auch zu fühlen. Oft hat man ja durch das ganze Zusammenreißen kaum noch ne Verbindung zum eigenen Bauchgefühl, weil das von so viel anderem Kram überlagert wird und da muss man erstmal wieder (oder überhaupt zum ersten Mal bewusst) hin finden.

    Also auch da geht es wieder darum, nicht sofort alles perfekt zu können, sondern sich langsam hin zu tasten.

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Die Idee ist gut.
    Aber um das umzusetzen brauche ich glaube ich noch irgendwelche Hilfsmittel, an denen ich mich langhangeln kann. Vor allem mit sowas wie sein Selbstwertgefühl mehr aus sich selbst und nicht aus den Reaktionen der Umwelt zu beziehen. Ist bestimmt sehr wichtig und klingt erstrebenswert, aber -ey!- wie soll das denn gehen? Ich habe einfach null Ideen, was ich tun könnte um dem näher zu kommen.
    Da könnte ne Therapie dann tatsächlich sinnvoll sein, um mal mit einer außenstehenden Person, die sich damit auskennt, alles zu sortieren.

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Mir fällt es sehr schwer zu sagen, was ich gerne möchte, oder was mir grade gut tun würde. Bzw. das von Dingen zu unterscheiden, die ich mache weil ich das Gefühl habe dass es von mir erwartet wird, weil es in der Situation angemessen zu sein scheint, aus Gewohnheit, oder warum auch immer.
    Das ist sicher auch etwas, dass ich irgendwie in den Griff kriegen muss.
    So ging es mir auch lange. Ich hatte das Gefühl, dass ich gar nicht weiß, wer ich eigentlich bin. So langsam komme ich dem aber näher. Grenzen setzen fand ich in dem Zusammenhang auch sehr wichtig, das musste ich auch erst lernen. Das hilft aber übrigens auch dabei, sich emotional von anderen zu distanzieren und den eigenen Selbstwert nicht mehr so stark von deren Meinung abhängig zu machen.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  12. Enthusiast Avatar von kava
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    AW: Selbstsabotage

    Wenn ich merke, dass ich zu lange über Dinge nachdenke und nicht ins Machen komme, frage ich mich "Was kann schlimmstenfalls passieren?". Zum Beispiel beim Reisen". Und dann "Was könnte dir aber alles entgehen, wenn du nicht reist? Was könntest du gewinnen?". Meistens überwiegen dann die Vorteile. Die Gedanken, die mich hindern, bezeichnen ich gerne als Couchgedanken. Also raus aus der Komfortzone, weil ich sonst zu viel verpasse. Und unter dem Motto" besser unperfekt starten, als perfekt warten" buche ich dann einfach das Flugticket. Dann gibt's kein Zurück mehr. Und nach der 4. Alleinreise, wird es zu einer Art Routine. Man gewinnt an Selbstvertrauen, weiß dann aus Erfahrung, wie toll die Reiseerfahrungen waren und die Couchgedanken werden weniger.

    Vielleicht klappt das auch für dich in Bezug auf andere Themen. Ich habe so sehr viel Selbstvertrauen gewonnen und viele neuen Dinge/Hobbies/berufliche Themen für mich entdeckt und gewonnen. Ich habe mir früher leider eingeredet, dass ich alles perfekt vorbereiten muss, bevor ich mit etwas Neuem beginne. Das stimmt (für mich) aber nicht. Denn ich habe viel mehr gedacht als gemacht.
    Geändert von kava (02.07.2019 um 20:27 Uhr)

  13. Enthusiast Avatar von kava
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    AW: Selbstsabotage

    Und was mir auch geholfen hat: die Dinge zu analysieren, die wirklich gut gelaufen sind. Wie bin ich da konkret vorgegangen? Den Weg konnte ich teilweise für neue Projekte übernehmen.

  14. Regular Client Avatar von rubysoho
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    AW: Selbstsabotage

    Zitat Zitat von Sublus Beitrag anzeigen
    Mir hat es geholfen, Achtsamkeit zu trainieren. Bei einigen Dingen war ich damit regelrecht überrascht, dass die mir nicht gut tun. Weil - das macht "man" doch so?
    Vielleicht wär das was für dich.
    Sobald das Wort "Achtsamkeit" fällt steige ich gedanklich sofort aus, weil sich das so fürchterlich nach Esoterik-Blabla anhört. Da sehe ich quasi so ein Rainer-Langhans-Double mit Klangschale vor mir.
    Aber vielleicht muss ich auch da mal über meinen Schatten springen und mich damit beschäftigen worum es bei dem Konzept wirklich geht. Ich behalte das auf jeden Fall mal im Hinterkopf.

    Ich habe grade leider nicht die Ruhe auf alle Beiträge einzugehen und vernünftig zu antworten, aber ich freue mich über eure Ideen und hole das noch nach!
    i expect to find him laughing

  15. Fresher
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    AW: Selbstsabotage

    Bzgl. Achtsamkeit:
    Dafür gibt es ja die verschiedensten Methoden. Meditation und Yoga sind ja die Klassiker. Achtsamkeit lässt sich jedoch auch bspw. beim Sport üben. Wie nehme ich meinen Atem beim Joggen wahr? Spanne ich die richtigen Muskeln beim Krafttraining an? Und, oh, guck mal! Ein Vogel! Ist der nicht süß?

    Eine gute Methode, den Bezug zu sich selbst zu kriegen, ist, meiner Meinung nach, das Konzept der gewaltfreien Kommunikation. Hierbei geht es in erster Linie darum, zu erforschen, was mensch selbst gerade braucht. Welche Bedürfnisse werden aktuell nicht erfüllt werden. Ich kann dazu das Grundlagenbuch empfehlen.

  16. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: Selbstsabotage

    Mir geht’s mit Achtsamkeit genauso und ich kann mit Yoga und Meditation absolut nix anfangen, aber man kann ja auch damit anfangen, bewusster wahrzunehmen, wie man in bestimmten Situationen reagiert und woher das kommt.

    Ich hab mir neulich mal den in einem anderen Thread hier empfohlenen Gefühls- und Bedürfnisnavigator von Gerlinde Fritsch gekauft, sie hat auch noch ein anderes Buch in der Richtung und die beruhen auch beide auf dem Prinzip der gewaltfreien Kommunikation, aber ich hab bisher noch nicht reingeschaut. Das klang aber auch eher pragmatisch als spirituell, an der Stelle bin ich nämlich auch sonst meistens direkt raus.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  17. Member Avatar von Sublus
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    AW: Selbstsabotage

    Ich hab jetzt auch ne Klangschale und liebe sie

    Nenn es "die aktuellen Gefühle bewusst wahrnehmen", wenn es dir damit besser geht. Ist ja egal. Hauptsache du merkst, was bestimmte Handlungen und auch Gedanken für Gefühle auslösen.

    GFK ist auch super, aber dafür muss man seine Bedürfnisse auch erst mal kennen.
    Mom! Theron's dried his bed again!

  18. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: Selbstsabotage

    Ich glaub das wichtigste ist da eh, erstmal langsam anzufangen, aufmerksam hinzuschauen und sich in Geduld zu üben. Das ist eh schon schwierig genug.
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  19. Senior Member Avatar von sternejule
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    AW: Selbstsabotage

    ich wende achtsamkeit besonders beim laufen an: ich schaue genau auf meine atmung, wenn ich einatme versuche ich wirklich bewusst zu riechen und zu spüren wie sich die lungen füllen. versuche zu hören wie sich meine schritte anfühlen usw.

    braucht übung, aber hilft mir sehr abzuschalten.

    sich selbst im weg stehen ist bei mir im moment auch großes thema - da sind leider zu viele negative denkmuster die ich endlich wirklich durchbrechen muss.
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  20. Fresher
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    AW: Selbstsabotage

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ich glaub das wichtigste ist da eh, erstmal langsam anzufangen, aufmerksam hinzuschauen und sich in Geduld zu üben. Das ist eh schon schwierig genug.
    Geduld? Was ist das? Kann ich das essen?
    (Ja, das musste jetzt sein! Ich hatte Bedürfnis danach, das zu schreiben.)

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