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Ergebnis 1 bis 14 von 14
  1. Member Avatar von archenstone
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    Böse Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    Mein Psychiater hat mir beim letzten Termin u.A. die Hausaufgabe gegeben, meine Wut auf gesunde Art rauszulassen. Gesund i.S.v. nicht in dysfunktionalem Verhalten.

    Mit anderen Worten: Mein blöder Scheißpsychiater hat mir die völlig unlösbare Aufgabe gestellt, mit meiner Wut auf eine Art umzugehen, wie ich es noch nie konnte. Das ist, wie wenn man einem Fünftklässler, der schlecht in Mathe ist, sagt: "Lös bis zum nächsten Termin mal die Differentialgleichung, wenn du das geschafft hast, bist du wohl nicht mehr schlecht in Mathe. Wir sehen uns in zwei Wochen. P.S., wenn du die Gleichung nicht löst, dann hast du deine Hausaufgabe nicht gemacht und dann ist es deine Schuld, dann willst du wohl einfach nicht gut in Mathe sein." Grrr Mein blöder Scheiß!Psychiater will mich gleichzeitig ruhig stellen, in eine Schublade stecken und loswerden, hat mir, seit ich bei ihm in Behandlung bin, offenbar nie zugehört und macht mich mit seiner blöden Scheiß!Hausaufgabe wütend, was ungüngstig ist, weil ich dann noch mehr Wut habe, mit der ich nicht umgehen kann. Noch mehr: Grrrrrr Und das ist der Teil von meinem inneren Monolog, in dem keine Suizidgedanken vorkommen.

    Davon abgesehen hat er einen Punkt. Ich habe ein Problem mit Wut. Bzw., ich habe sehr viel Wut, aber sie geht nirgendwo hin, sie läuft nicht ab. Ich komme wahrscheinlich - as far as I know - nicht mal sonderlich aggressiv rüber. Zumindest seit ich ein gewisses Alter erreicht habe, und wenn ich nicht gerade auf Leute treffe, für die "eine eigene Meinung haben" eine unzumutbare Aggression darstellt (dann auch wieder: Grrr ). Ich gerate nicht überdurchschnittlich oft in Internet-Fights, ich habe keinen besonderen Hang zu Beleidigungen, so richtig mit jemandem geschlagen habe ich mich das letzte Mal mit... zwölf? Mit Anfang 20 habe ich Ex-Love-Interests lange und vernichtende Mails geschrieben, in denen ich argumentativ auseinander genommen habe, was die andere Person gesagt hat und was der Subtext davon ist und wie ich mich damit fühle. Aber in den meisten Konfliktsituationen mache ich nicht mal das. Ich versuche ein paar Mal, zu erklären, was falsch ist, und wenn ich damit nicht durchkomme, dann läuft der Dialog in meinem Kopf weiter. Bzw., eigentlich ist es mein Monolog, in dem ich immer kreativere Argumente finde, und die andere Konfliktpartei wiederholt immer die gleichen Argumente, die sie im realen Leben hatte. Diese Diskussion kann ich natürlich nie gewinnen, weil der echte Mensch nicht da ist.

    Ich habe noch nie im Instant-Rage-Thread geschrieben, ich lese ihn auch nicht konsequent mit. Ich weiß, ich habe ihn vor x Jahren mal als Beispiel gegenüber meiner damaligen Therapeutin verwendet. Nach dem Motto, andere Leute regen sich schnell auf, z.B., weil jemand im Supermarkt den Einkaufswagen hat im Weg stehen lassen. Ich rege mich über so was nicht auf, ich bin die Person, die den Einkaufswagen stehen lässt und nicht hellseherischerweise vorhersehen kann, wo andere Leute den als "im Weg" empfinden, also bin ich wohl ein schlechter Mensch, war ich ja schon immer. Ich kenne das Phänomen Instant Rage praktisch nicht aus eigener Erfahrung. Bis ich mich aufrege - oder bis ich meine Wut wahrnehme -, muss Einiges passieren. Aber dafür habe ich ganz viel Bottled Up Rage. Einen ganzen Weinkeller voll. Mit Etiketten und Jahreszahlen.

    Meine aufgestaute Aggression ist dabei nicht unbedingt fair. Nicht fairer als der Instant Rage von Leuten, die sich mal auf- und dann wieder abregen. Ich versuche irgendwie zu managen, wer wann wie viel davon abkriegt. Auf einem weniger bewussten Level ist wohl auch Egoismus/Selbstschutz aktiv - die wirkich grafischen Gewaltdrohungen möchte ich Leuten an den Kopf werfen, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie zurückschlagen, oder die mir nicht zwangsläufig körperlich überlegen wären (d.h. auch, so richtig böse bin ich eher gegenüber Frauen - internalisierte Misogynie, yay!).

    Manche Geschichten sind lange her und ich kann mich bis in alle Ewigkeiten aufregen, aber die Leute nie wieder erreichen. Manche Geschichten sind im Vergleich gar nicht lange her und selbst wenn aktuell kein Kontakt besteht, wenn ich das Muster "in ewig langer Mail argumentativ weg-battlen" fortführen wollte, dann hätte ich Adressen. Der Spezialfall von beidem gleichzeitig sind meine Eltern. Da gibt es aktuell Kontakt, und ich könnte mich voll aufregen, aber aufregen würde ich mich über Dinge, die ewig her sind. Weil sie jetzt Auswirkungen auf mich haben, oder weil ich erst in den letzten Jahren die Begrifflichkeiten und Konzepte gelernt habe, um einordnen zu können, was an dieser Familie dysfunktional ist, wie sehr, und dass nicht. Alles. Meine. Schuld. Ist. Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr Aber selbst wenn ich das alles in einen Monolog der Abrechnung packen wollen würde, dreht sich die Argumentation mittendrin um und richtet sich gegen mich: Ach, ich werfe dem Elternteil vor, sich nicht richtig um seine Kinder gekümmert zu haben, von dem ich mit der gleichen Argumentationskette belegen kann, dass er selbst Opfer einer missbräuchlichen Beziehung ist? Das ist Victim Blaming! Dann bin ich wohl ein böser victim-blamender Mensch, wie diese Leute, die die Schwierigkeiten von emotionalem Missbrauch und Narzissmus und Trauma Bonding nicht anerkennen, also genau dem ganzen Mist, für den ich so anfällig bin, weil ich in einer Beziehung mit dieser Struktur aufgewachsen bin. Gerade ich müsste doch verständnisvoll sein. - Ja, nur, dass der betreffende Elternteil dieses Verständnis gar nicht wollen würde, weil er das nicht als Problem sieht, weil man dafür den anderen - perfekten! Der nie was falsch gemacht hat! - Elternteil kritisieren müsste. Da ist es doch besser, er ist selber schuld, oder ich bin schuld, oder die Ungerechtigkeit des Universums ist schuld, oder es ist in Wirklichkeit nicht so schlimm und sein entsprechender Elternteil hätte viel schlimmer reagiert, also bin ich wohl die, die übertreibt. Und schwupps, ich rege mich viel mehr über den Co-Narzissten auf, weil's so viel kognitive Dissonanz verursacht, an der die Gedanken hängen bleiben können, statt über die Person, die mich konkret misshandelt hat. Und selbst wenn die mir einen neuen Anlass hinwirft, mich aufzuregen, dann...

    ...baue ich mir einen riesigen Wut-Monolog, bis es mich selber belastet und trage das Ganze zu meinem Psychiater und mein Psychiater sagt, "Frau archenstone, ich sehe, Sie haben ein Problem. Ich habe eine Idee: Lösen Sie das Problem!" Also, nicht wörtlich, aber das war inetwa seine Aussage (man muss vielleicht fairerweise dazu sagen, dass er Arzt und nicht Psychotherapeut von Beruf ist).

    Ich weiß nicht, ob es unter "gesunde Art, mit Wut umzugehen" fällt, mich in einem Forum über meinen blöden Psychiater und seine unlösbare Hausaufgabe auszulassen. Davon abgesehen komme ich der Aufgabe bisher nicht nach. Ich weiß auch nicht wirklich, was ich konkret machen soll? Stressbälle kneten? Toll, wozu, ändert die Situation nicht. Auf ein Metal-Konzert gehen? Habe ich früher für so was genutzt, aber dazu fehlt mir z.Zt. die Energie. In was Produktives umwandeln, Bewerbungen schreiben für coole Jobs, die mir meine Eltern nicht zutrauen und deren Existenz meinen Ex-Chef total ankotzen würde (oder zumindest kann ich mir das einreden)? Das habe ich gemacht, aber es baut enorm viel Druck auf und gibt kein konkretes Ergebnis. Oder doch mal ein paar strategisch-wütende Mails an Leute schreiben und abschicken? Das hängt stark davon ab, welche Leute, welcher Inhalt, und wo man die Grenze zu "dysfunktionalem Verhalten" zieht.

    Vorschläge? Gedanken? Jemand ähnliche Erfarungen?
    wtf momente

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  2. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    .
    Geändert von Maritty (15.11.2019 um 14:45 Uhr)

  3. Member
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    .
    Geändert von neela (10.11.2019 um 22:27 Uhr)

  4. Member Avatar von archenstone
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    [Triggerwarnung: Suizidgedanken, Gewalt]

    "Du machst das schon sehr gut" ist halt keine sehr hilfreiche Antwort, wenn es mich massiv in meinem Leben einschränkt. Das heißt, so gut, wie ich es jetzt mache, ist das Optimum, was geht? Dann kann ich mich ja gleich umbringen. Oder noch ein paar andere Leute mit.

    Ich habe letzte Woche jemandem einen (harmlosen) Gegenstand an den Kopf geworfen. So viel zum Thema, ich mache das alles schon sehr gut und es gibt überhaupt keinen Optimierungsbedarf... Mal abgesehen davon, dass ich keinen Job und keinen Schlafrhythmus und keinen RL-Sozialkontakt habe, seit Ich-weiß-nicht-wann dieselbe Erkältung verschleppe, meine To-Do-Liste nicht geschafft kriege, insbesondere, nicht die Dinge auf die Reihe kriege, die dazu führen würden, die Situation langfristig zu verbessern. Aber, klar, läuft alles voll super. - Gut, das interessiert keine_n, bin ja nur ich. Aber in dem Moment, wo die Aggression andere Menschen trifft, könnte man ja auf die Idee kommen, dass es tatsächlich ein Problem gibt. Eins, was sich nicht im Moment des Benennens in Happily-Ever-After-Floof auflöst.

    Und ja, ich werde dann zynisch. Was auch wieder nicht gesund für die Psyche ist. Oder zumindest, in einer Therapie nicht zielführend ist. Aber ich mache ja eh alles falsch, von daher...
    wtf momente

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  5. Regular Client Avatar von MEERESBEWOHNER
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    all diese dinge, die du oben schreibst, gehen überhaupt nicht aus dem hervor, was maritty geschrieben hat (kein optimierungsbedarf, bist ja nur du, läuft alles voll super). ich habe sie vielmehr so verstanden, dass sie dein darüber schreiben bereits als umgang mit der wut betrachtet. das hattest du ja auch selbst schon nahegelegt in deinem post - ob das eine gesund art sei. daraufhin hast du um gedanken dazu gebeten. die hast du erhalten.

    tut mir leid, dass du so wütend bist, wenn es dir hilft, das hier auszuleben, why not. aber vielleicht dann eher gegen deine direkte umwelt als gegen die leute, die versuchen, hier irgendwie auf das geschriebene einzugehen.

    ich finde im übrigen, dass es nicht victim blaming ist, was du in bezug auf deine eltern betreibst. denn die wut richtet sich ja u.a. dagegen, dass es dir gegenüber nicht fair ist, ihr verhalten. und das bleibt ja auch so, egal, ob du auf einer anderen ebene verständnis hast dafür, dass auch sie nicht die besten voraussetzungen hatten.

    ich selbst bin häufig wütend, wenn ich eigentlich traurig bin, ist wohl eine angelernte verhaltensweise, weil ich trauer als so paralysierend erlebe, während man mit wut wenigstens noch energie richten kann.

    empfindest du denn eine art linderung/genugtuung, wenn du z.b. aggro-mails herausschickst?
    könnte es die wut lindern, wenn du früher sagen könntest, dass dir dinge nicht passen, d.h., hat die vehemenz etwas mit stauung zu tun?

    kannst du ausmachen, worum sich diese schatten-box-dialoge in deinem kopf mit den anderen personen drehen? willst du recht haben? anerkannt / gesehen werden? was soll die andere person idealerweise tun?
    ohmann.

  6. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    Ich finde auch, das Verbalisieren und benennen ist doch schon mal ne super Sache!
    Das heißt ja nicht, dass das jetzt der einzige Schritt ist, den du machen kannst, und wenn es dir nun noch nicht besser geht, kannste's auch gleich lassen.

    Aber du hast nen Schritt gemacht.
    Die Fünftklässlerin hat sich einen ruhigen Ort um Arbeiten gesucht, Stift und Papier gezückt und hat angefangen, sich damit auseinanderzusetzen, dass es diese Aufgabe gibt.
    Das ist ein guter Anfang!
    Dein Psychiater wird ja nicht erwarten, dass du in 2 Wochen komplett verändert und zen bei ihm auftauchst...


    Was ganz anderes: Was ist mit körperlichen Sachen?
    Boxsack oder so?
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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  7. Member Avatar von sommerlinde
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    mal eine ganz andere Ebene:

    Mein Eindruck ist, dass du einen Zielkonflikt mit dir herumträgst:
    Einerseits möchtest du von deinen Eltern anerkannt/bestätigt werden, andererseits möchtest du nach deinen eigenen Maßstäben ein erfülltes Leben leben. Die beiden Wertewelten kollidieren. Mein Gefühl ist, dass du erst dann eine Chance hast, wenn du dich für einen Wertekosmos entscheidst und dann konsequent alles daraus ausrichtest.

    PN, wenn du darüber reden magst.
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  8. Member Avatar von archenstone
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    Oh, der admin hat mir geschrieben.

    Ich bin gerade zu verschlafen für eine qualifizierte Antwort im Thread. Schlechte Nacht gehabt. Aber ich bin noch da! Nur, falls sich jemand Sorgen macht.
    wtf momente

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  9. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    Der Admin hat dir geschrieben?
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    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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  10. Member Avatar von archenstone
    Registriert seit
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    Der admin hat mir geschrieben, weil mein Posting Besorgnis erregend ist. Nicht, weil es so böse wütend ist.
    wtf momente

    Bei mir gibt es heute...
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  11. Moderator
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    Zitat Zitat von archenstone Beitrag anzeigen
    Der admin hat mir geschrieben, weil mein Posting Besorgnis erregend ist. Nicht, weil es so böse wütend ist.
    Ja, in manchen Situationen macht der Admin das. Better safe than sorry ...

  12. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    Ich habe meine Nachricht gelöscht und werde auch zum Thema nichts mehr sagen.
    neu.gierig.toll.kühn

  13. Member
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    1. Ich finds gut, dass der Admin nachgefragt hat. Du (archenstone) hattest explizit von Suizidgedanken geschrieben und wann, wenn nicht dann, soll man denn nachfragen?

    2. Ich denke die Wut kommt schon deutlich raus und insbesondere an der kurzfristig ausgelöste Wut (also über die Scheissaufgabenstellung, was denkt sich der Therapeut überhaupt, hat mir nie zugehört die dumme Sau...), lässt sich gut üben, wie man sie dem Auslösenden direkt zurückspiegelt und ob es erleichternd wirkt.

    Ich hab (vor Jahren) ähnliche Aufgaben bekommen und mir hilft es, mich in so einer Situation direkt zu äußern (ggf auch ungefiltert und unhöflich) und bewusst das Risiko einzugehen, dass ich halt mal nicht als wohlangepasster, braver Mensch in Erscheinung trete. So staut sich zumindest nichts Neues wegen (vermeintlicher) Kleinigkeiten auf.

    Der bottled up rage vergangener Jahre (aus Jugend und Kindheit), das ist tatsächlich ein anderes Kaliber, wegen der eingespielten Muster. Aber immerhin kann man mit Übung dann vielleicht heute Grenzen ziehen... und weniger sich selbst als die anderen in Frage stellen.
    Geändert von Pinkmelon (15.11.2019 um 19:48 Uhr)

  14. Member
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    AW: Bottled Up Rage - gesund mit Wut umgehen

    Dein Psychiater wird ja nicht erwarten, dass du in 2 Wochen komplett verändert und zen bei ihm auftauchst...
    Nee... vielleicht wärs ihm sogar gar nicht unrecht, wenn archenstone stinkesauer zurückkehrt und meldet, dass die Aufgabenstellung ein Scheissdreck war und nicht handhabbar und was sich der Therapeut gedacht hat. Also selbst totale, bewusste Arbeitsverweigerung wäre was, womit der Therapeut (bzw beide miteinander) weitermachen könnte.

    Meine Therapeutin hätte zumindest so gedacht...

    (Wobei ich glaube archenstone bearbeitet das Thema sogar sehr gut.)

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