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  1. Stranger

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    Daumen runter Ich muss mal mit jemandem reden...

    Hallo liebe Bymsen,

    ich bin ein Zweitnick, weil ich jetzt sehr offen mit meiner persönlichen Situation umgehe.
    Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht, wie ich anfangen soll aber ich versuche es einfach mal.

    Ich glaube, ich befinde mich aktuell im Tief meines Lebens.
    Vor einiger Zeit ist meine Mutter und damit meine größte Aufgabe und meine stärkste Verbündete gestorben. Zu meinem Vater hatte ich seit seinem Auszug vor etwa 12 Jahren keinen bis kaum Kontakt (er hat sich nicht bemüht und ich sah mich damals nicht im Stande). Er ist nun auch vor einem Monat gestorben, ich habe ihn nochmal gesehen und verabschiedet bei seiner "neuen" Familie.

    Seit meiner Ausbildung stehe ich auf eigenen Füßen und bin finanziell komplett auf mich alleine gestellt. Leider konnte ich eine Zeit lang nicht so gut mit Geld umgehen, war teilweise auch ein wenig zu verpeilt, habe Rechnungen nicht pünktlich gezahlt, hatte kaum Rücklagen, die Beträge verdoppelten sich beinahe durch Inkasso Kosten und so sprang ich von einem Kredit zum anderen, bis nichts mehr ging und ich nun Insolvenz anmelden muss.

    Ich arbeite seit 10 Jahren in Vollzeit, habe sogar nebenberuflich und eigenfinanziert studiert, mir Geld für ein Auto zusammengespart... diese finanzielle Eskalation durch eine viel zu hohe Miete (musste nach einer Trennung schnell raus) und einer zu lahmarschigen Reaktion meinerseits hat mich dann innerhalb eines Jahres dann die Insolvenz gebracht.

    Seitdem arbeite ich neben meinem Vollzeitjob zusätzlich in einem 450€ Job und versuche irgendwie mein Leben auf die Reihe zu kriegen. Die Insolvenz wird gerade erst eingeleitet und ich bin wirklich daran interessiert alles wieder auf die Reihe zu kriegen.

    Mit Sicherheit war ich nie der organisierteste Mensch aber mir ist klar, dass ich mich jetzt organisieren muss und das versuche ich auch wirklich sehr.

    Wenn man mich von Außen sieht, merkt man mir nichts an. Ich bin jemand, der sehr fröhlich wirkt, der das Leben relativ leicht nimmt. Als meine Mutter gestorben ist, bin ich einen Tag krank gemeldet worden und bin am nächsten wieder arbeiten gegangen.

    Ich beiße mich immer irgendwie durch und habe mittlerweile wirklich Durchhaltevermögen bewiesen.
    Wenn die Insolvenz angelaufen ist, werde ich auch weiterhin nebenher arbeiten, um eventuell eine Verkürzung zu erwirken. Meine Anwaltskosten sind auch bereits gezahlt und ich lebe von bereits gepfändetem Gehalt aber ich muss jetzt nochmal einen dicken Batzen bezahlen, ich versuche weiterhin kleine Rechnungen abzubezahlen, damit mir da nichts mehr auf die Füße fällt und ich sehe einfach aktuell kein Ende.

    Manchmal bin ich so unfassbar erschöpft von diesem doppelten Arbeiten und stehe morgens ewig unter der Dusche und weiß gar nicht, wie ich den Tag schaffen soll.

    Aber jetzt gerade vor Weihnachten ohne Eltern und ohne großen Halt fühle ich mich einfach unfassbar verloren und kraftlos und ich werde gerade von einer Angst überrollt, die ich so noch nicht kannte. So, als würde mir jetzt all mein Elend bewusst werden und ich weiß nicht wohin mit mir.

    Ich habe tolle Freunde und einen liebevollen Freund aber mir fehlt einfach eine gewisse Zugehörigkeit. Im Moment habe ich wirkliche Existenzängste. Ich bin so erfüllt von Traurigkeit, werde dann zickig, ungeduldig. Manchmal kann ich mich auch nicht für Freunde freuen, rede nicht schön und das erschreckt mich und erfüllt mich auch mit Scham, weil ich nicht so sein will. Es gibt nicht selten Momente, in denen ich nicht mehr bei bestimmten Männerproblemen zuhören kann oder Tage, an denen ich mich einfach nicht melden kann.

    Mich hat auch der Tod meines Vaters kürzlich in gewisser menschlicher Hinsicht (bzgl. seiner Taten) so enttäuscht (Enterbung, eine fürchterliche Grabrede, die sein Leben mit meiner Mutter und mir als absolut nicht lebenswert dargestellt hat).

    Ich bin in der Einliegerwohnung eines Verwandten untergekommen und fühle mich wegen seiner Frau auch dort nicht wirklich wohl, weil sie mich immer spüren lässt, dass jemand anderes ihr mehr Miete einbringen würde als ich ihr zahle und ich zahle ohnehin schon einen wirklich angemessenen Betrag und habe vorher kommuniziert, dass ich mir auch ein WG-Zimmer suchen kann.

    Ihr merkt, ich schreibe sehr wirr aber so sieht es auch in mir aus. Ich bin überfordert, müde, innerlich einsam, traurig, wütend. Und natürlich auch beschämt und enttäuscht von mir, dass ich mich in diese Lage gebracht habe. Dafür könnte ich mich wirklich täglich selbst verprügeln.

    Vielleicht sollte ich mich in therapeutische Betreuung begeben aber ich habe Angst, dass diese krasse Konfrontation mich irgendwie nicht mehr lebensfähig macht. ich funktioniere einfach nur und manchmal tut funktionieren ja auch gut.

    Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gesammelt und kann mir sagen, wie er da raus gekommen ist? Oder kann mir jemand vielleicht etwas die Angst vor der Insolvenz nehmen?

    Danke im Voraus!

  2. Addict

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Mal ine kurze Frage zur Insolvenz:
    Das offizielle Verfahren hat begonnen? Dafür ist Rechtsanwalt da?
    Hast du Kontakt zu einer Schuldnerberatung?
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  3. Get a life!

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Vielleicht wäre ein WG-Zimmer wirklich besser für dich? Also wenn es finanziell keinen Unterschied macht. Ein schönes zu Hause ist schon mal wichtig. Sich nicht mit Menschen umgeben, die einem noch ein schlechtes Gefühl geben.

    An sich hast du einfach gerade wirklich ne miese Zeit. Ich weiß nicht wie ich es anders sagen soll. Also du reagierst wahrscheinlich ganz normal darauf wie es gerade ist. Bei dir kommt viel zusammen.
    Wichtig ist, dass du irgendwas tun kannst, wo du das Gefühl hast, dass du aktiv etwas tust und irgendwo mal wieder Licht am Ende des Tunnels ist. Tu auch Dinge, die dir gut tun.

    Vielleicht gibts ja auch ne Selbsthilfegruppe für Menschen in Insolvenz? Wo du dich austauschen kannst und die Situation besser annehmen kannst?
    I will dance
    when I walk away

  4. Stranger

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Mein Freund und ich wollen zusammenziehen, dadurch erhoffe ich mir dann etwas Ruhe.

    Die Insolvenz ist noch nicht angelaufen, der Anwalt schreibt alle Gläubiger an, um eine Lösung zu finden und wird dies nicht erreicht, geht es dann ans Gericht und dann wird der Antrag gestellt. Ich bin also noch nicht drin.

    Zu einer Schuldnerberatung habe ich keinen Kontakt, da ich dachte, das sei in meinem Fall eh zu spät und ich habe mich einfach auf den Anwalt "konzentriert".

    Ich glaube, im Endeffekt kann ich gar nichts groß machen... wohl einfach erstmal abwarten was da genau auf mich zukommt. Zu einer Selbsthilfegruppe würde ich ungerne gehen und mich damit so "aus der Deckung" begeben, weil ich zumindest das Gefühl eines normalen Lebens haben möchte. Es wissen auch nur eine handvoll Leute von dem Thema.

    Ich fürchte auch, dass im Moment einfach viel zu viel passiert ist und es schlichtweg normal ist, dass ich mich so überfordert fühle.

    Danke für Eure Antworten!

  5. Urgestein

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Wenn du in dem Insolvenzverfahren bist, wird es dir denn helfen, zusätzlich zu deiner Vollzeiarbeit noch einen Nebenjob zu machen? Hast du denn mehr Geld zur Verfügung, geht ers schneller rum, irgendwas?

    Denn die Aussicht auf doppelte Arbeit über Jahre hinweg klingt ganz schön kraß, wenn du jetzt schon so erschöpft bist...

    Insgesamt klingst du sehr stark, wie du die Probleme angehst, und dass du dich davon z.T. überfordert fühlst ist total nachvollziehbar. Gerade wenn auch noch deine Mutter gestorben ist
    Geändert von Whassup (18.12.2019 um 21:44 Uhr)

  6. Addict

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Zitat Zitat von Casherella Beitrag anzeigen

    Zu einer Schuldnerberatung habe ich keinen Kontakt, da ich dachte, das sei in meinem Fall eh zu spät und ich habe mich einfach auf den Anwalt "konzentriert".

    Zu einer Selbsthilfegruppe würde ich ungerne gehen und mich damit so "aus der Deckung" begeben, weil ich zumindest das Gefühl eines normalen Lebens haben möchte. Es wissen auch nur eine handvoll Leute von dem Thema.
    Meine Idee dahinter ist, dass du mit jemanden drüber sprichst, wie du es in Zukunft besser machen kannst. Manches waren sicher unplanbare Ereignisse, aber manches alltägliches hat vielleicht Optimierungspotential. Dieses Optimierungspotential bei dir zu finden und zu nutzen sol dir helfen, dass du nie wieder in diese Situation kommst. Je nach deiner Persönlichkeit ist eine eher professionelle Schuldnerbeatung oder ein persönliches Betroffenennetzwerk hilfreicher.
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  7. Get a life!

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Ich würd mich da auch noch genauer beraten lassen. Also was Sinn macht und was man in Zukunft anders machen kann. Du klingst irgendwie sehr danach als würdest du gerade total in der Luft hängen und hättest eben tausend Gedanken im Kopf. Da würde etwas mehr Klarheit vielleicht helfen.
    I will dance
    when I walk away

  8. Senior Member

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Und oft tut es nach der Überwindung, zu einer Beratungsstelle o. ä. zu gehen, doch sehr gut zu hören, dass man mit der Problematik, den Gefühlen usw nicht alleine ist. Die Konstellation "Lebenskrise, die zur Verschuldung führt" gibt es wirklich häufig.

  9. Enthusiast

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Beim Lesen hab ich einen Kloß im Hals und man möchte dich am liebsten in den Arm nehmen.

    Wenn ich richtig überschlage, hast du bereits sehr jung beide Eltern verloren. Die momentane Krise ist genau so ein Punkt, wo du ihre Hilfe so bitter gebrauchen könntest, das könnte finanziell, das könnte auch moralisch sein.

    Es ist auch sehr verständlich, dass du nicht weißt, wo dir der Kopf steht und vielleicht schnell ungeduldig oder übellaunig wirst, wenn Menschen sich beispielsweise über Lapalien aufregen.

    Gerade wenn du eher als fröhliche und sicher auch starke Person bekannt bist, dann würde ich nicht länger hinterm Berg halten und offen auch im Freundeskreis/unter Kollegen kommunizieren, dass es dir gerade durch die Todesfälle nicht so gut geht.

    Ob die Insolvenz wirklich sein muss, das kannst du besser überblicken. Wenn ich von Krediten lese, dann denke ich unter anderem an Banken und da könnte durchaus Bereitschaft sein sich auf eine längerfristige Abzahlung zu einigen.

  10. Stranger

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Ihr seid wirklich unfassbar lieb und hilfsbereit, danke dafür!

    Dann denke ich doch mal darüber nach, mich so einer Gruppe anzuschließen und in den Austausch zu gehen. Verkehrt ist das ja nicht und präventive Maßnahmen und Ratschläge helfen mit Sicherheit auch.

    Ich habe ja auch wirklich Interesse daran, dass sich alles klärt und alles wieder auf die Reihe kommt. Wahrscheinlich ist es auch gerade nur so schlimm, weil das Ganze noch nicht richtig läuft, also so ein blöder Zwischenzustand ist und ich noch nicht weiß, was da genau auf mich zukommt. Ob auch der Insolvenzverwalter nett ist, man mit ihm reden kann...

    In jedem Fall werde ich weiter nebenher arbeiten, solange es mir noch nicht merklich auf die Gesundheit schlägt und ich meinen Hauptjob nicht vernachlässige. Dann kann ich mehr zurück zahlen und gebe in meiner Freizeit weniger Geld aus.

    Ja, mir fehlt wirklich eine emotionale Stütze, wie man sie eben nur von Eltern bekommen kann. Natürlich rede ich mit meinem Freund und Freundinnen aber das ist natürlich nochmal was anderes, wenn es die Eltern sind und ich vermisse wirklich die Gespräche mit meiner Mutter, weil wir uns immer irgendwie gegenseitig aufgefangen haben.

    Vielleicht hilft es, wenn man sich einfach bewusst macht, dass dies eine wirklich schmerzhafte Phase ist, ich kein minderwertiger Mensch durch die Insolvenz werde und dass man es vielleicht irgendwie einfach leichter nehmen muss.
    Immerhin bin ich gesund, habe tolle Freunde und wenn auf der Arbeit nicht die Fetzen fliegen, eigentlich auch einen tollen Job und habe schon sehr viel aus eigenen Kräften erreicht.

    Wahrscheinlich wird es immer ein paar Tiefen geben, ich werde bestimmt nicht zum letzten Mal weinen aber es wird noch viele beste Tage geben, die noch vor mir liegen und vielleicht übe ich mich ein wenig mehr in Dankbarkeit.

    Danke, Ihr Lieben!

    PS: Das ist jetzt kein Thread-Schließer, ich bin für alles offen, was Ihr an Gedanken habt.

  11. Inaktiver User

    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Was ich nicht so ganz verstehe:
    Warum musst du unbedingt den zweiten Job machen, wenn er dir zu viel wird?
    Ich dachte, das ist der Sinn eines Insolvenzverfahrens, dass nach X Jahren die Schulden dann automatisch weg sind.
    Oder hab ich das falsch verstanden? Also mir ist schon klar, dass die Zeit kein Zuckerschlecken ist und man Abstriche machen muss, aber ich sehe die Notwendigkeit eines stressigen zweiten Jobs nicht.
    Wäre es für dich nicht sinnvoller, die Insolvenzzeit nicht zu verkürzen, und sich dafür nicht zu Tode zu stressen mit 2 Jobs?

  12. Urgestein

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ich nicht so ganz verstehe:
    Warum musst du unbedingt den zweiten Job machen, wenn er dir zu viel wird?
    Ich dachte, das ist der Sinn eines Insolvenzverfahrens, dass nach X Jahren die Schulden dann automatisch weg sind.
    Oder hab ich das falsch verstanden? Also mir ist schon klar, dass die Zeit kein Zuckerschlecken ist und man Abstriche machen muss, aber ich sehe die Notwendigkeit eines stressigen zweiten Jobs nicht.
    Wäre es für dich nicht sinnvoller, die Insolvenzzeit nicht zu verkürzen, und sich dafür nicht zu Tode zu stressen mit 2 Jobs?
    Das war auch mein Gedanke bzw. meine Frage weiter oben. Was genau bringt es, so viel zu arbeiten, und macht dieser Vorteil die Nachteile wett?
    Wie lange dauert so ein Verfahren regurär, um wieviel könntest du es verkürzen? Es ehrt dich ja, dass du so viel wie möglich zurückzahlen willst, aber du mußt auch noch leben können in dieser Zeit und es nützt dir ja auch nichts, wenn du dich selbst über Jahre durch zu viel Arbeit runterwirtschaftest.

  13. Stranger

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Also ein reguläres Insolvenzverfahren dauert 6 Jahre. Normalerweise schafft man es aber in 5 Jahren und mein Ziel ist es aber, es in drei Jahren zu schaffen.

    Und der Nebenjob ist in soweit „notwendig“, dass ich dann die 3 Jahre schaffe und dass ich in der Gastro arbeite und ein wenig Trinkgeld nebenher verdienen kann.

  14. Member

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Zitat Zitat von Casherella Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte ich mich in therapeutische Betreuung begeben aber ich habe Angst, dass diese krasse Konfrontation mich irgendwie nicht mehr lebensfähig macht. ich funktioniere einfach nur und manchmal tut funktionieren ja auch gut.

    Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gesammelt ...
    Ich möchte nur darauf kurz eingehen, denn dazu habe ich eine Erfahrung, zu diesem nur noch funktionieren, morgens lange unter der Dusche stehen, weil man nicht sicher ist, ob man sich dem Tag stellen möchte.

    Ich befürchte, dass Du (durch die vielen Belastungen in der letzten Zeit, die Du noch nicht bewältigt hast und die sich häufen) evt kurz vor einer Depression oder anderen Stresserkrankung stehst.

    Bitte lies mal nach, was Anzeichen/Symptome sind (z.B. hier https://nie-mehr-depressiv.de/depressionstest/) und geh ehrlich in Dich, ob Du Dich betroffen fühlst. Falls ja: Deine Sorge, wie eine Therapie aussehen würde und was sie mit Dir macht ist unbegründet.

    Du wirst nicht konfrontativ über eine Kante geschubst. Zunächst einmal wirst Du stabilisiert und ihr stellt ein Vertrauensverhältnis her. Es wird natürlich schon besprochen worum es geht. Aber eine tiefere Bearbeitung erfolgt erst nach und nach, in dem Tempo in dem Du das verkraftest.
    Geändert von Pinkmelon (22.12.2019 um 23:43 Uhr)

  15. Stranger

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Oje, meine ganze Antwort ist weg, Mist.

    Also laut dem Test habe ich alle Anzeichen einer Depression.
    Ich war mir ehrlich gesagt auch nicht sicher, ob es wirklich eine Depression ist, weil ich mir eigentlich bewusst bin, was mir fehlt und weswegen es mir nicht gut geht.

    Das, was bella.vendetta geschrieben hat, hat mir meine Misere auch nochmal von einer anderen Seite beleuchtet.
    Dass eine Verschuldung eben auch nicht selten aus einer Lebenskrise entsteht und ich habe mich in diesen finanziellen Abwärtsstrudel erst "begeben", als meine Mutter gestorben ist. Da blieben Rechnungen liegen, etc.

  16. Member

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    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Dass Du weißt, was die Anlässe für Deinen Stress sind, heißt ja nicht, dass er Dich weniger tangiert.

    Eine Depression ist, rein körperlich betrachtet, ein chemisches Ungleichgewicht, bei dem die „Stresshormone“ weniger schnell abgebaut werden, als sie entstehen. Wie bei Wellen, die sich überlagern und türmen und irgendwann fängst Du an unterzugehen und wie beim Schwimmen auch macht eine instinktive Panikreaktion (also entweder erstarren oder zappeln und um sich schlagen) es dann nicht unbedingt besser.

    Medikamente würden zunächst helfen das chemische Ungleichgewicht wieder einzurenken. Eine Verhaltenstherapie würde Dir geeignete Schwimmtechniken vermitteln, wenn es welche gibt, die Du noch nicht kennst und mit Dir üben. Und natürlich lässt der Therapeut Dich dabei nicht absaufen!!!

    Gehst Du zum Hausarzt um darüber zu sprechen?

    Ich selbst habe (es war dann aber schon soweit, dass meine Funktionsfähigkeit gerade noch als Fassade im Job aufrecht erhalten war, allein daheim schon nicht mehr, ich hatte dann erste Suizidgedanken, in dem Sinn, dass ich nicht mehr negativ fühlen wollte und mir nicht mehr Leben als möglicherweise erleichternder Ausweg erschien) sehr gute Erfahrungen mit dem sozialpsychiatrischen Dienst meiner Stadt gemacht. Ein Anruf hat genügt, ich bekam einen Termin am gleichen Tag und zwei sehr kompetente, nette Männer haben mit mir besprochen was man tun kann. Am Abend schon hatte ich einen Platz im Krisenzentrum, weil ich nachts auf gar keinen Fall allein sein wollte. In den 10 folgenden Tagen wurde alles weitere in die Wege geleitet.
    Geändert von Pinkmelon (24.12.2019 um 13:36 Uhr)

  17. Inaktiver User

    AW: Ich muss mal mit jemandem reden...

    Zitat Zitat von Casherella Beitrag anzeigen
    Also ein reguläres Insolvenzverfahren dauert 6 Jahre. Normalerweise schafft man es aber in 5 Jahren und mein Ziel ist es aber, es in drei Jahren zu schaffen.

    Und der Nebenjob ist in soweit „notwendig“, dass ich dann die 3 Jahre schaffe und dass ich in der Gastro arbeite und ein wenig Trinkgeld nebenher verdienen kann.
    Meine persönliche Meinung (auch wenn ich nicht drin stecke und keine Ahnung habe was ein Insolvenzverfahren genau ausmacht):
    Ich würde es lieber in 5 Jahren schaffen und es dafür etwas entspannter angehen lassen so dass du nach den 5 Jahren stabil und gesund bist statt komplett kaputt zu sein . Es hört sich für mich nicht so an, als ob es so weiter gehen könnte, wie es im Moment läuft, und durch das Insolvenzverfahren wirds ja auch nicht entspannter werden...

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