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  1. Junior Member

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    Das Leben nicht alleine bewältigen können

    (Mir ist kein anderer/besserer Titel eingefallen)

    Ich habe das Gefühl, mein Leben alleine nicht bewältigt zu bekommen. Ich bin seit ca. 12 Jahren an (mittlerweile chronischen) Depressionen erkrankt und habe noch weitere psychiatrische Erkrankungen, wobei mich die Depressionen am meisten einschränken.
    Ich bin vor ein paar Monaten mit Mitte 30 in Rente gegangen, weil ich keiner Arbeit mehr nachgehen kann.
    Ich habe das Gefühl, dass mein Leben auch erheblich schwerer geworden ist, seit mein Ex-Mann ausgezogen ist.
    Bei vielen Sachen habe ich das Gefühl, nicht alleine lebensfähig zu sein. Meine Eltern helfen mir (zwangsläufig) bei sehr vielen Sachen. Die Amtsärztin hat mir angeraten, ambulante Pflege in Anspruch zu nehmen.
    Ich habe unfassbar Angst davor, wie mein Leben aussieht, wenn meine Eltern irgendwann aus Altersgründen nicht mehr in der Lage sind, mir zu helfen oder sogar selber auf Hilfe angewiesen sind.
    Mich lähmt diese Situation gerade total.

    Hat jemand irgendwelche Tipps oder Ratschläge für mich?

  2. Enthusiast

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Ach Odette, das tut mir leid, dass es dir so geht.

    Weil du sagst, dass es schlimmer geworden ist, seit dein Ex-Mann ausgezogen ist: ist da einfach noch der Trennungsschmerz sehr aktuell oder fehlen dir konkrete Dinge, mit denen er dir geholfen hat?

    Die Sorge wegen deiner Eltern kann ich gut verstehen kannst du es vielleicht so sehen, dass du ja gerade schon auf dem Weg bist, dir auch unabhängig von ihnen Hilfe zu organisieren? Bzw. dir bewusst zu machen, dass es ja notfalls auch Hilfsangebote für psychisch Kranke gibt, um bei der Alltagsbewältigung zu helfen?
    “As far as I can make out, edgy occurs when middlebrow, middle-aged profiteers are looking to suck the energy — not to mention the spending money — out of the ‘youth culture.’ So they come up with this fake concept of seeming to be dangerous when every move they make is the result of market research and a corporate master plan.”
    — Daria

  3. Junior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Was meinen Mann betrifft, der Trennungsschmerz ist an sich nicht mehr aktuell.
    Er hat aber einfach viel im Haushalt gemacht und mich unterstützt, und sich auch um die Hunde gekümmert, wenn ich nicht konnte.

    Ich kann mir ein Leben ohne die Hunde nicht vorstellen und sie sorgen auch dafür, dass ich nicht total einbreche, aber es ist auch sehr schwer, mit ihnen drei oder vier mal am Tag rauszugehen. Andererseits, ohne sie würde ich wohl wochenlang die Wohnung nicht verlassen.

    Mir ist bewusst, dass es genügend Hilfsangebote gibt, aber ich habe Angst, dass ich nicht die Kraft aufbringen kann, mich darum zu kümmern.

  4. Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Das klingt gerade richtig schwierig bei dir
    Hast du denn irgend eine psychologische/psychiatrische Unterstützung? Käme ein Klinikaufenthalt in betracht? (Andere) Medikamente? (EKT?)
    A lot of bread was buttered on the side of no distinction

  5. V.I.P.

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    vielleicht könnten deine eltern dir da behilflich sein? also generell damit, dass sie dir helfen jemanden zusätzlich zu finden?

    machst du eine therapie? oder bist du regelmäßig bei einem arzt, an den du dich wenden könntest - damit da vielleicht jemand was in die wege leitet?
    was ist mit dieser ambulanten pflege?

    tut mir leid, dass es dir so schlecht geht
    welche ratschläge oder tipps könntest du denn brauchen?
    das einzig beständige im leben ist die veränderung

    die art, wie dich jemand behandelt, beurteilt & mit dir spricht, sagt aus, was für ein mensch sie/er ist. nicht was für ein mensch du bist.


  6. Junior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Zitat Zitat von Kainene Beitrag anzeigen
    Das klingt gerade richtig schwierig bei dir
    Hast du denn irgend eine psychologische/psychiatrische Unterstützung? Käme ein Klinikaufenthalt in betracht? (Andere) Medikamente? (EKT?)
    Ja, das ist es auch und zwar einfach schon viel zu lange

    Klinikaufenthalte habe ich schon hinter mir, die haben es nur schlimmer gemacht und kommen wegen der Hunde auch nicht mehr in Frage.
    Ich bin allerdings in ambulanter Psychotherapie und das ist sehr wichtig und hilft mir auch sehr.
    Ich habe mittlerweile 14 Medikamente durch und bin schon relativ lange bei meinem, was von allen am besten wirkt. Aber gefühlt reicht es halt gerade mal, um zu existieren.

  7. Junior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Zitat Zitat von felissi Beitrag anzeigen
    vielleicht könnten deine eltern dir da behilflich sein? also generell damit, dass sie dir helfen jemanden zusätzlich zu finden?

    machst du eine therapie? oder bist du regelmäßig bei einem arzt, an den du dich wenden könntest - damit da vielleicht jemand was in die wege leitet?
    was ist mit dieser ambulanten pflege?

    tut mir leid, dass es dir so schlecht geht
    welche ratschläge oder tipps könntest du denn brauchen?
    Ich glaube, meine Eltern sind in dieser Hinsicht nicht die richtigen Ansprechpartner. Sie helfen mir bei vielen Sachen, Papierkram, Scheidung etc aber sie sind auch der Ansicht, so lange sie da sind, ist ambulante Pflege unnötig.
    Es fällt mir halt auch einfach sehr schwer, dass sie mir zb beim Putzen helfen müssen.
    Letztendlich ist auch meine Wohnung viel zu groß, aber an so etwas wie Umzug ist gar nicht zu denken.
    Ich weiß leider selber nicht, was für Ratschläge mir helfen könnten.

  8. Senior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Ich vermute, du kennst alle möglichen Ratschläge schon, möchte dir aber trotzdem alles Gute wünschen.

    Eine Art Wohngemeinschaft mit für dich maßgeschneiderter Unterstützung fällt mir noch als Möglichkeit ein, falls du ein WG-Mensch bist und es da was gibt, wo die Hunde kein Hinderungsgrund sind.

  9. Addict

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können


    Ich weiß nicht, ob ich das falsch lese, dann korrigiere oder ignoriere mich gerne.
    Aber es liest sich für mich so, als würden deine Eltern dir aktuell viel helfen und auch helfen wollen und das würde dich jedoch ein bisschen daran hindern und dich darin behindern, dir selber ein Netz aus Hilfe von außen aufzubauen?
    Vor allem, weil du schreibst, dass sie ambulante Hilfe für unnötig halten, so lange sie dir noch helfen können. Und dass du weißt, dass es Hilfsangebote gibt, aber du Angst hast, dass du nicht die Kraft aufbringen kannst, dich darum zu kümmern, aber eben auch weißt, dass das auf diese Weise ja leider nicht ewig weitergehen wird.

    Vermutlich hast du sowieso schon zig Ideen durch und bist in der Theorie bestens bewandert, also klingt das vielleicht eh dumm und zu simpel gedacht, ist aber in der Ausführung schlussendlich für dich aktuell doch schwierig umsetzbar: Aber hast du vielleicht die Kapazitäten, dir jetzt schon (heißt: solange es eigentlich dank Eltern noch nicht brennt und so gesehen noch kein krasser Druck da ist) laaangsam nach und nach Hilfe von außen zu organisieren? Das schließt ja die elterliche Hilfe nicht aus, zweigleisig hilft doppelt und vielleicht müssen sie das alles auch gar nicht im Detail wissen, falls sie da nicht so begeistert von sind. Also von einer Gassigeherin bis zu einer Putzhilfe und was du sonst noch benötigen könntest. Sodass du "einfach" im Laufe der Zeit alles zusammensammelst, wann immer du dich in der Lage dazu fühlst, wieder einen Punkt abzuarbeiten?

  10. Junior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Vitulina, danke, das hilft mir sehr.

    Die Idee ist im Prinzip gut und ich denke, wenn ich Unterstützung brauche, würde ich die bei meinem Therapeuten oder meinen Ärzten finden.

    Meine Eltern helfen mir viel und das ist auch gut so. Wenn das mal nicht mehr so ist, werde ich definitiv eine Haushaltshilfe benötigen und ab und an vielleicht auch jemanden, der mal mit den Hundis rausgeht.
    Im Moment scheue ich es noch aus Kostengründen, doppelgleisig zu fahren.
    Ich befürchte, für eine Pflegestufe bin ich an manchen Tagen auch noch zu mobil.

  11. Urgestein

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Es gibt doch Wohnungen, wo man betreut wird, also jemand drauf achtet, dass du dich um alles kümmerst und die auch ggfs auch um wichtige Dinge kümmern. Das scheint hier ja ein Fall zu sein, bei dem das sinnvoll sein könnte? Kannst du dir das vorstellen?

  12. Junior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Vor so etwas habe ich total Angst

    Irgendwie bin ich noch immer nicht so im Alleinesein angekommen. Ich habe keinen Liebeskummer mehr und bin teilweise sogar froh, dass mein Mann weg ist, aber ich habe mich trotzdem noch nicht so sehr an den Alltag als Alleinstehende gewöhnt.

  13. Addict

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Ich rate dir, dich an den Sozialpsychiatrischen Dienst zu wende.. Die kennen die bestehenden Möglichkeiten. Das geht vom "ambulant betreuten Wohnen" (Sozialarbeiterin besucht dich und ihr macht Papierkram) über Ergotherapie (Hilfe in alltäglichen Situationen, Papierkram) bis hin zur Teilhabepaket.
    Hast du einen GdB?
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  14. Junior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Ja, ich habe einen GdB, wegen einer körperlichen, chronischen Erkrankung, da möchte ich aber aus verschiedenen Gründen nicht dran rütteln.

    Hast du Erfahrung mit den sozialpsychiatrischen Dienst? Irgendwie ist da die Hemmschwelle sehr hoch, auch wenn mir damals die Amtsärztin beim Gesundheitsamt dazu geraten hat

  15. Addict

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    selbst nicht, kenn aber einige, die da Unterstützung für selbstbestimmtes Leben erhalten haben.
    Manche gehen aller x Jahre mal hin für eine Beratung für 1 konkrete Lebenssituation, andere haben (zeitweilig) regelmäßig Termine mit ihrer Bezugsperson.
    Vorteil ist, dass sie einerseits sowohl mit Krankheitsbildern vertraut sind, andererseits auch die lokalen Angebote und rechtl. Grundlagen parat haben.
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  16. Junior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Danke, dann mache ich mich da mal schlau.

  17. Regular Client

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Ich hab ambulant betreutes wohnen. Das ist nicht schlimm.
    Chaos is the normal state

  18. Junior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Magst du mehr erzählen? Sonst auch per PN, wenn dir das zu privat ist.

  19. Addict

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Zitat Zitat von Odette Beitrag anzeigen
    Danke, dann mache ich mich da mal schlau.
    Viel Erfolg!

    Ein Tip:
    Formulier ein Ziel für dich und 1 Idee, was dir dabei helfen könnte. Da habt ihr im 1. Gespräch schon mal ein konkretes Thema.

    z.B.
    Z: Ich will meinen Papierkram erledigen.
    H: jemand erklärt mir das am konkreten Schreiben/Formular.

    Z: Ich will meinen Haushalt organisiert bekommen.
    H: Ich tausche mich mit jemanden aus.
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  20. Junior Member

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    AW: Das Leben nicht alleine bewältigen können

    Manchmal zweifle ich wirklich an der Menschheit

    Mein Mann weigert sich, nachehelichen Unterhalt zu zahlen, obwohl ich krank bin. Sein Anwalt hat dann heute in einem Gespräch mit meinem Anwalt angezweifelt, dass ich wirklich krank bin und nicht arbeiten kann. Er hat da total lange drauf rumgeritten, ich habe mich schon lange nicht mehr so gedemütigt gefühlt

    fun fact: Mein Mann hat mich wegen meinen psychischen Erkrankungen und weil ich nicht mehr arbeiten kann (passt nicht in sein Portfolio) verlassen.

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