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  1. Urgestein

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    Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Wie würdet ihr die charakterisieren? Ich weiß, dass ich ziemlich schnell in Süchte geraten kann. Zum Glück hat mir eine super gründliche Psychotherapie vor vielen Jahren geholfen, einige meiner Muster bei einer Essstörung zu durchschauen. Aber. Ich bin gerade einfach einfach am Thema Süchte interessiert. Meine Exfreundin erzählte von einem Nachbarskind aus ihrer Kindheit, der nie mit den üblichen Mengen an Würzmitteln (Senf, Tabasco-Sauce oder auch Sriracha-Sauce, wenn es sie damals schon gab) zufrieden war, sondern immer mindestens die dreifache Menge von allen anderen Personen zum Würzen seines Essens benutzt hat. Später war er leider lange Jahre heroinsüchtig. Für sie war die Kindheitserfahrung mit ihm mit dem übertriebenen Würzen und die spätere Heroinsucht eindeutig verbunden - sie meinte, er habe immer "mehr" als andere Leute gebraucht, um einen Kick zu bekommen.
    Ich möchte um Himmels Willen keine Werbung für Süchte machen, aber kann es sein, dass Süchtige (oder eher: zu Süchten neigende Persönlichkeiten, bevor sie ihre Sinne durch irgendeine Droge abstumpfen lassen) die Welt irgendwie intensiver wahrnehmen/ intensiver leben? Oder: Wann genau verwandelt sich eine Leidenschaft in eine Sucht? Wir finden es im Allgemeinen schön, wenn jemand eine Leidenschaft für seinen Beruf hat... wann aber wird Arbeiten zur Sucht? (Und ja, schreibt ruhig assoziativ und subjektiv, ich in nicht nur an medizinisch/ psychologisch korrekten Definitionen interessiert. )
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  2. Ureinwohnerin

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Aber empfindet man die Welt nicht eher weniger intensiv, wenn man mehr Input braucht als andere, um dasselbe Ergebnis zu erzielen? :hierbittedenkeremojieinsetzen:

    Ich hab eher so die Theorie, dass damit eine empfundene Leere gefüllt oder Gefühle oder Erinnerungen betäubt werden, mit denen man nicht umgehen kann. Das gilt ja für die meisten Bewältigungsstrategien, egal wie die aussehen.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

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  3. Addict

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von ~snow06~ Beitrag anzeigen
    kann es sein, dass Süchtige (oder eher: zu Süchten neigende Persönlichkeiten, bevor sie ihre Sinne durch irgendeine Droge abstumpfen lassen) die Welt irgendwie intensiver wahrnehmen/ intensiver leben?
    Wie kommst du darauf? Weil Menschen mit Suchtpotential vielleicht "eigentlich" sehr sensibel und verletzlich sind und diese Verletzlichkeit durch Suchtmittel "abdecken"? So als klassisches Beispiel, die innere Leere mit süßen Zuckerzeug füllen?

  4. Ureinwohnerin

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Aber empfindet man die Welt nicht eher weniger intensiv, wenn man mehr Input braucht als andere, um dasselbe Ergebnis zu erzielen? 🤔
    jetzt krieg ich wieder PN vom Admin, dass ich keine Zitate ändern darf

    Ich glaube nicht, dass man die Welt zwangsläufig weniger intensiv wahrnimmt, sondern dass es einfach verschiedene Arten gibt, wie man dem begegnet.
    Also, man hat halt ein gesteigertes Bedürfnis nach Y, aber doch vor allem, weil man X so krass empfindet.
    Also, Y könnte hier Heroin sein, und X der Vietnamkrieg.
    Oder Y ist Alkohol, und X das eigene, schmerzvolle Leben.

    Ich hab eher so die Theorie, dass damit eine empfundene Leere gefüllt oder Gefühle oder Erinnerungen betäubt werden, mit denen man nicht umgehen kann. Das gilt ja für die meisten Bewältigungsstrategien, egal wie die aussehen.
    Das schließt sich für mich gar nicht aus.

    Jetzt muss ich bei Google Scholar gucken gehen...

  5. Member

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von ~snow06~ Beitrag anzeigen
    Wie würdet ihr die charakterisieren?
    Falls du so etwas wie eine Suchtpersönlichkeit meinst, dafür konnten keine Belege gefunden werden.
    Ich denke, dass der Einfluss von psychischen Begleiterkrankungen recht unterschätzt wird. Wenn man Angst hat, eine Depression, eine Persönlichkeits"störung", ist die Wahrscheinlichkeit einfach grösser, dass man diese Gefühle mit einer Droge zu behandeln versucht. Aber allgemein gesehen spielen genetische, Verhaltens- und Lernfaktoren sowie das soziale Umfeld eine Rolle bei der Entstehung einer Abhängigkeitserkrankung.
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  6. Ureinwohnerin

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    jetzt krieg ich wieder PN vom Admin, dass ich keine Zitate ändern darf


    Ich hab kurz überlegt, ob ich es einfügen soll, aber das wird ja nicht immer überall dargestellt, manchmal ist es dann erst da und dann irgendwann wieder weg.

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass man die Welt zwangsläufig weniger intensiv wahrnimmt, sondern dass es einfach verschiedene Arten gibt, wie man dem begegnet.
    Also, man hat halt ein gesteigertes Bedürfnis nach Y, aber doch vor allem, weil man X so krass empfindet.
    Also, Y könnte hier Heroin sein, und X der Vietnamkrieg.
    Oder Y ist Alkohol, und X das eigene, schmerzvolle Leben.

    Das schließt sich für mich gar nicht aus.
    Ja, in der Hinsicht seh ich das ja auch so, das schließt sich nicht gegenseitig aus. Da wäre ja dann die Theorie "X ist zu intensiv, also braucht man mehr Y, damit es sich wieder die Waage hält".

    Aber snow schrieb ja davon, dass man immer mehr braucht als andere, um einen "Kick" zu bekommen und das würde ich halt eher als nen Indikator für weniger intensives Empfinden sehen. Ist ja bei Allergien oder so ähnlich: je empfindlicher man ist, desto weniger Input ist nötig, um viel auszulösen. Das widerspricht ja eigentlich der "ist empfindlich und braucht deshalb mehr um was zu fühlen"-Theorie. Oder hab ich die falsch verstanden?
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  7. Addict

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass man die Welt zwangsläufig weniger intensiv wahrnimmt, sondern dass es einfach verschiedene Arten gibt, wie man dem begegnet.
    Also, man hat halt ein gesteigertes Bedürfnis nach Y, aber doch vor allem, weil man X so krass empfindet.
    Das würde ich auch denken.

    Wahrscheinlich kommen aber auch noch andere Sachen zusammen. Der Leidensdruck muss doch eigentlich schon recht hoch sein, damit man sich (verbotene) Sachen irgendwo hintenrum besorgt.

    Aber vielleicht sehe ich das auch nur so, weil ich zu große Angst habe, etwas Verbotenes zu tun und allein deshalb nicht unerlaubterweise irgendwelche Substanzen besorgen möchte. Sonst hätte ich das z.B. sicher schon gemacht.
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

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  8. Urgestein

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Also, auf jeden Fall habe ich gestern Süchte in einer komischen Stimmung romantisiert... (was man natürlich nie tun würde, wenn man knietief drin steckt.)

    Mir schwebte mit diesem "mehr wollen" zum Beispiel ein Komponist vor, der sich nicht mit einem mittelmäßigen Musikstück begnügen möchte, sondern daran "wie ein Wahnsinniger" feilt, bis es perfekt ist. Auch Leute, die erst mal richtig gute und begeisterte Sportler sind (es werden ja auch Endorphine beim Laufen ausgeschüttet) und dann irgendwann nicht mehr aufhören können zu trainieren... also da ist dann auch der gesellschaftliche Unterschied zwischen den "verrufenen" Süchten wie zum Beispiel der Heroinsucht und der Arbeitssucht, die vllt in bestimmten Kreisen toleriert oder sogar gerne gesehen wird.

    Aber wie gesagt, das war einfach eine komische Stimmung, in der ich das gestern geschrieben habe...
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  9. Urgestein

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Aber empfindet man die Welt nicht eher weniger intensiv, wenn man mehr Input braucht als andere, um dasselbe Ergebnis zu erzielen? :hierbittedenkeremojieinsetzen:
    Ah, aber da denkst du von Arbeit her oder von Kindern, die mehr Zeit/ Anstrengung zum Lernen brauchen als andere, oder? Bei dem, was man als "Genuß/ leckeres Essen" empfindet, gibt es ja kein "Ergebnis", manche Leute genießen ihre Pizza einfach mit Tomaten und Käse und andere genießen sie nur, wenn auch noch Chilischoten darauf liegen.

    Zitat Zitat von poppyred
    Ich hab eher so die Theorie, dass damit eine empfundene Leere gefüllt oder Gefühle oder Erinnerungen betäubt werden, mit denen man nicht umgehen kann. Das gilt ja für die meisten Bewältigungsstrategien, egal wie die aussehen.
    Ja, langfristig gesehen auf jeden Fall. Ich bin gestern einfach von dem Moment ausgegangen, in dem man eine Tätigkeit als so toll empfindet, dass man nicht damit aufhören möchte, zum Beispiel Kartenspielen. Aber natürlich macht es gar keinen Sinn, von "Süchten" zu sprechen, wenn es um eine einmalige Aktion geht, selbst wenn eine Person dann aus lauter Begeisterung 18 h Karten am Stück spielt und nebenbei kaum isst und trinkt. Als Sucht definiert würde es wohl erst dann, wenn das exzessive Kartenspielen regelmäßig/ ständig stattfindet und die Person dann anfängt, ihr Sozialleben/ ihre Arbeit/ whatever zu vernachlässigen.
    Geändert von ~snow06~ (23.07.2020 um 23:55 Uhr)
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  10. Ureinwohnerin

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Ja, also, ein Exzess ist ja wirklich keine Sucht?
    Das klingt eher so nach übertrieben im Flow sein, fast schon manisch, was du beschreibst?

    Zitat Zitat von Sakamoto Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich kommen aber auch noch andere Sachen zusammen. Der Leidensdruck muss doch eigentlich schon recht hoch sein, damit man sich (verbotene) Sachen irgendwo hintenrum besorgt.

    Aber vielleicht sehe ich das auch nur so, weil ich zu große Angst habe, etwas Verbotenes zu tun und allein deshalb nicht unerlaubterweise irgendwelche Substanzen besorgen möchte. Sonst hätte ich das z.B. sicher schon gemacht.
    Ja, ich glaube, das ist einerseits ne Frage der Wahrnehmung und andererseits des Umfeldes.
    Ich hätte 0 Probleme an alles mögliche von THC bis Partydrogen (Speed, MDMA, LSD, wahrscheinlich auch Kokain) zu kommen, und wenn ich n bisschen rumfragen würde, kennt bestimmt auch irgendwer irgendwen, der mir theoretisch Heroin oder Crack verkaufen würde.
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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    “Gaslighting doesn’t exist. You made it up ‘cause you’re fucking crazy.”

  11. Ureinwohnerin

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen


    Ich hab kurz überlegt, ob ich es einfügen soll, aber das wird ja nicht immer überall dargestellt, manchmal ist es dann erst da und dann irgendwann wieder weg.
    Ich füge das vorsichtshalber nur in der alten Mobilversion ein, dann erscheint es auch in der responsive-Version, auch aufm Laptop...


    Ja, in der Hinsicht seh ich das ja auch so, das schließt sich nicht gegenseitig aus. Da wäre ja dann die Theorie "X ist zu intensiv, also braucht man mehr Y, damit es sich wieder die Waage hält".

    Aber snow schrieb ja davon, dass man immer mehr braucht als andere, um einen "Kick" zu bekommen und das würde ich halt eher als nen Indikator für weniger intensives Empfinden sehen. Ist ja bei Allergien oder so ähnlich: je empfindlicher man ist, desto weniger Input ist nötig, um viel auszulösen. Das widerspricht ja eigentlich der "ist empfindlich und braucht deshalb mehr um was zu fühlen"-Theorie. Oder hab ich die falsch verstanden?
    Man ist ja für verschiedene Sachen unterschiedlich empfindlich. Die Rezeptoren gewöhnen sich halt an die Botenstoffe der Drogen, so dass man da weniger empfindlich ist. Aber für die Stressoren der Umwelt bleibt man gleich empfindlich oder wird noch empfindlicher.
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  12. Member

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Also die Menschen, die ich bisher kennengelernt habe, die empfänglich für Süchte sind, würde ich schon als eher sensibel und empfindsam einstufen. Allerdings sind es gleichzeitig Menschen, die versuchen, das nicht nach außen zu zeigen, weil sie es als Schwäche sehen.

  13. Member

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von ~snow06~ Beitrag anzeigen
    Also, auf jeden Fall habe ich gestern Süchte in einer komischen Stimmung romantisiert... (was man natürlich nie tun würde, wenn man knietief drin steckt.)

    Mir schwebte mit diesem "mehr wollen" zum Beispiel ein Komponist vor, der sich nicht mit einem mittelmäßigen Musikstück begnügen möchte, sondern daran "wie ein Wahnsinniger" feilt, bis es perfekt ist. Auch Leute, die erst mal richtig gute und begeisterte Sportler sind (es werden ja auch Endorphine beim Laufen ausgeschüttet) und dann irgendwann nicht mehr aufhören können zu trainieren... also da ist dann auch der gesellschaftliche Unterschied zwischen den "verrufenen" Süchten wie zum Beispiel der Heroinsucht und der Arbeitssucht, die vllt in bestimmten Kreisen toleriert oder sogar gerne gesehen wird.

    Aber wie gesagt, das war einfach eine komische Stimmung, in der ich das gestern geschrieben habe...
    Das sind aber keine Süchte i.e.S.
    Suchtkriterien sind
    1. Eingeschränkte Verhaltensspielraum im Umgang mit dem Suchtmittel
    2. Craving
    3. Entzugserscheinungen
    4. Andere Lebensbereiche werden vernachlässigt
    5. Es wird konsumiert, obwohl man sich damit schadet
    6. Toleranzentwicklung
    drei der sechs Punkte müssen über einen Zeitraum von einem Jahr erfüllt sein.

    Ich denke, was du z.T. wünschenswert findest, ist die hohe Konzentrationsfähigkeit, Begeisterung und Arbeitsdisziplin gewissern Leute?
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  14. gesperrt

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    ich habe die Ideen dazu nicht gelesen. Ich für mich würde sagen der Hang zu Süchten besteht aus einem inneren Mangel. Ein zu wenig an wirklich Essentiellem wird damit kompensiert. Und da es das nicht ersetzt wird die Dosis davon weiter gesteigert. Es hat für mich aber auch mit "nicht-Aushalten-Können" und mit etwas anderem unterdrücken bzw. einem Weglaufen zu tun. Wie beschrieben, damit keine Missverständnisse entstehen: Ich sehe das bei mir so.

  15. Urgestein

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Ja, also, ein Exzess ist ja wirklich keine Sucht?
    Das klingt eher so nach übertrieben im Flow sein, fast schon manisch, was du beschreibst?
    Ja, voll. Danke für das Wort "Exzess", panda, ich bin zu lange aus irgendwelchen settings raus, die sich mit Psychologie richtig beschäftigen, als dass ich da noch genau genug mit der Sprache umgehen würde... sollte ich aber. Auch als jemand, der oft Texte im Rahmen seiner Arbeit übersetzt.

    Ich lese gerade "Maybe You Should Talk To Someone" von Lori Gottlieb. Und bin voll überrascht. Es gibt nur drei Beziehungsstile - ängstlich, vermeidend und sicher. Habe das dann mit Amir Levines "Attached" gegengecheckt. Voll interessant. So ab der zweiten Jahreshälfte 2012 hatte ich gar keinen Bock mehr, mich mit meinem Inneren zu beschäftigen, sondern fand die Außenwelt einfach spannender und hatte Angst, da etwas zu verpassen, wenn ich mich zu sehr auf mein Inneres konzentriert hätte. Jetzt finde ich Psychologie aber wieder total spannend und könnte mich viel damit befassen...
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  16. Addict

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Ja, ich glaube, das ist einerseits ne Frage der Wahrnehmung und andererseits des Umfeldes.
    Ich hätte 0 Probleme an alles mögliche von THC bis Partydrogen (Speed, MDMA, LSD, wahrscheinlich auch Kokain) zu kommen, und wenn ich n bisschen rumfragen würde, kennt bestimmt auch irgendwer irgendwen, der mir theoretisch Heroin oder Crack verkaufen würde.
    Bei THC hätte ich auch nie ein Problem gehabt, dran zu kommen, vor allem(!) im Jugendalter nicht. THC macht mir persönlich aber bspw. zu viel "Angst", weil ich befürchte, dadurch zu viel zu entspannen
    Also es gibt da für mich persönliche Hemmungen, die mich abhalten (und bei den anderen Sachen wäre es halt echt die Angst vorm Erwischt werden) - und wenn jemand solche Hemmungen zum Beispiel nicht hat, ist die "Gefahr", dass diese Person dann süchtig wird, vielleicht höher?
    Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
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  17. Stranger

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Ich denke eine Sucht hat auch oftmals was mit einer Flucht aus der Realität zu tun und ist in diesen Situationen auch besonders gefährlich. Ich hatte vor 5, oder 6 Jahren eine Zeit, wo ich auch in Therapie war und danach, als ich entlassen wurde, habe ich einen Monat lang fast jeden Abend Alkohol konsumiert. Irgendwann hab ich mich ertappt, wie ich nachmittags um 4 schon an das Glas Wein am Abend dachte. Das war für mich der Punkt, an dem klar war, das muss aufhören. Ab dann habe ich 4 Monate keinen Alkohol getrunken und mir ging es deutlich besser.

  18. Enthusiast

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von Sakamoto Beitrag anzeigen
    Bei THC hätte ich auch nie ein Problem gehabt, dran zu kommen, vor allem(!) im Jugendalter nicht. THC macht mir persönlich aber bspw. zu viel "Angst", weil ich befürchte, dadurch zu viel zu entspannen
    Also es gibt da für mich persönliche Hemmungen, die mich abhalten (und bei den anderen Sachen wäre es halt echt die Angst vorm Erwischt werden) - und wenn jemand solche Hemmungen zum Beispiel nicht hat, ist die "Gefahr", dass diese Person dann süchtig wird, vielleicht höher?
    Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
    Das klingt nach Angst vor Kontrollverlust. Stimmt, das ist bestimmt auch ein Faktor.

    Ich hab mal mit suchtkranken Jugendlichen gearbeitet und ich glaube nicht, dass ich da ein bestimmtes Persönlichkeitsmuster rausarbeiten könnte. Manche waren sehr ängstlich und vermeidend und andere eher das Gegenteil.
    Geändert von lalamae (25.07.2020 um 10:51 Uhr)

  19. Stranger

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von lalamae Beitrag anzeigen
    Das klingt nach Angst vor Kontrollverlust. Stimmt, das ist bestimmt auch ein Faktor.

    Ich hab mal mit suchtkranken Jugendlichen gearbeitet und ich glaube nicht, dass ich da ein bestimmtes Persönlichkeitsmuster rausarbeiten könnte. Manche waren sehr ängstlich und vermeidend und andere eher das Gegenteil.
    Ja so hab ich das auch oft bei anderen gesehen. Jeder geht anders mit Situationen und seinen eigenen Ängsten und negativen Gefühlen um.

    Eventuell einfach mal ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen.. schadet ja nicht

  20. Addict

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    AW: Eine zu Süchten neigende Persönlichkeit

    Zitat Zitat von lalamae Beitrag anzeigen
    Das klingt nach Angst vor Kontrollverlust. Stimmt, das ist bestimmt auch ein Faktor.
    Jein. Also Angst vor Kontrollverlust habe ich schon auch, aber ich habe z.B. auch schon Alkohol getrunken bis zum Kontrollverlust und fand das (in meinem konkreten Fall jetzt) im Nachhinein überhaupt nicht schlimm. Bei THC hab ich da trotzdem riesige Bedenken, halt echt wegen der angeblich eintreten Entspannung und dem "runterkommen", das man dadurch haben soll :')

    Aber klar - wer Kontrollverlust extrem fürchtet, hat halt ne zusätzliche Hürde zu überwinden.
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