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  1. Inaktiver User

    Geschlecht Therapeut*In

    Würdet ihr einem Bauchgefühl zum präferierten Geschlecht viel Beachtung schenken oder lieber die konkreten Personen kennenlernen? Vielleicht auch besonders an diejenigen mit Therapieerfahrung.

    Meine erste Liste mit Therapeut:innen von einer Beratungsstelle enthält erstmal fast nur Männer und ich weiß nicht, ob ich mein Unwohlsein zum Anlass nehmen und um eine aktualisiere Liste bitten oder es mit Männern wenigstens einmal probieren sollte. Die Beraterin hatte mich gefragt, ob ich es mir auch bei einem Mann vorstellen könnte und weil sich die Frage nicht so wirklich offen anfühlte, habe ich entgegen meines Bauchgefühls bejaht (auch weil ich nicht mit einer fast rein männlichen Liste gerechnet hatte). Ich vermute die Zusammenstellung der Liste hängt vor allem damit zusammen, dass es bei Männern leichter sein könnte schnell einen Therapieplatz zu bekommen und das wäre natürlich vorteilhaft.

    Wichtig ist vielleicht noch, dass ich mich schon seit Jahren vor einer Therapie drücke und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich gerade nur wieder in Vermeidungsstrazegien verrenne, auch wenn ich mehr oder weniger in der Lage wäre mein Bauchgefühl zu rationalisieren. :/

  2. Ureinwohnerin

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    AW: Geschlecht Therapeut*In

    Als Person, die in allen bisherigen Therapien ihr Bauchgefühl aus verschiedenen Gründen ignoriert hat, kann ich nur davon abraten. Du wirst ja Gründe dafür haben, warum Du lieber eine TherapeutIN hättest und die würde ich auch unbedingt ernstnehmen, auch wenn das die Suche einschränkt.

    Ich hab zwar sowohl mit Therapeuten als auch mit Therapeutinnen schlechte Erfahrungen gemacht, aber für mich käme für eine weitere Therapie auch nur eine Frau in Frage, weil ich mir bei bestimmten Themen nicht vorstellen kann, mit einem Mann darüber zu sprechen, grad auch weil dem die entsprechende Sozialisation fehlt und er manche Dinge vermutlich niemals so nachempfinden könnte wie eine Frau (bei mir gehts da größtenteils um sexuelle Gewalterfahrungen).

    Du kannst ja nochmal genauer in Dich reinschauen, warum Du Dich bei dem Gedanken an einen Mann unwohl fühlst, aber eine erfolgreiche Therapie setzt ja immer ein gewisses Vertrauensverhältnis voraus und wenn das nicht gegeben ist, weil Du Dich unwohl fühlst, bringt das ja alles nichts.
    I sigh as I observe
    The mathematics of the storm

  3. V.I.P.

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    AW: Geschlecht Therapeut*In

    Ich hatte bei meiner Therapeutensuche immer recht feste Vorstellungen, und zwar wollte ich auf jeden Fall zu einer Frau, und auch zur Altersspanne habe ich spezifische Wünsche.
    Sie sollte ein Stück älter sein als ich, aber nicht so alt, dass sie meine Mutter sein könnte. Damit habe ich dann auch die besten Erfahrungen gemacht. Ich habe zum Ende der Schulzeit eine Therapie gemacht bei einer passenden Therapeutin, dann im Studium bei einer eher älteren, und da hat es nicht so gepasst, und aktuell bei einer, die glaube ich weniger als 10 Jahre älter ist als ich, und das ist sehr stimmig, ich fühle mich ernst genommen.
    Mit Therapeuten muss man sich wirklich wohl fühlen.

  4. Newbie

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    AW: Geschlecht Therapeut*In

    Ich würde auf jeden Fall auf mein Bauchgefühl hören.
    Mag sein, dass die Gründe nicht offensichtlich sind, nicht von außen nachvollziehbar und evtl. für dich selbst nicht ganz klar sind - evtl. hilft es, da noch mal genauer in sich reinzuhören, was die Beweggründe sind, aber ich finde, mit eine/m Therapeuten/in muss man sich wirklich zu 100% wohlfühlen, sonst bringt das nix.

    Ich hab dann oft - wenn ich mich nicht wohlgefühlt habe - mit Dingen hinterm Berg gehalten und bin wieder in meine Selbstschutzmechanismen verfallen- Schweigen, Mauern, Fassade aufrecht erhalten. Mir hat dann die ganze Therapie nicht geholfen.

    Bei mir war das zwar nicht unbedingt nur geschlechtsabhängig, aber ich hatte bei männlichen Therapeuten manchmal das Gefühl, nicht richtig ernst genommen zu werden mit meinen Sorgen und würde mir im Falle des Falles auch wieder eher eine weibliche Therapeutin suchen.

  5. Ureinwohnerin

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    AW: Geschlecht Therapeut*In

    Ich hab keine Präferenz und kein Bauchgefühl diesbezüglich :bym:


    Generell bin ich dafür, auf den Bauch zu hören, aber wenn du selbst schon befürchtest, dass es ne Vermeidungsstrategie sein könnte, würde ich sagen, geh doch mal zu 1-3 probatorischen Sitzungen und teste das aus!
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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  6. Member

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    AW: Geschlecht Therapeut*In

    Ich würde gerade beim Thema Geschlecht unbedingt aufs Bauchgefühl hören, insbesondere als Frau. Therapie ist immer auch mit einem Machtverhältnis verbunden, allein schon durch die Rahmenbedingungen. Ich glaube, dass es in einer sexistischen Gesellschaft eine große Rolle spielt, welches Geschlecht die Person hat, mit der man eine therapeutische Beziehung eingeht.

    Bevor das falsch aufgefasst wird: ich will damit auf keinen Fall sagen "als Frau/nicht-binäre Person sollte man generell nicht zu einem Mann gehen". Einfach nur, dass das Geschlecht meiner Meinung nach alles andere als egal ist.

  7. Member

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    AW: Geschlecht Therapeut*In

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Generell bin ich dafür, auf den Bauch zu hören, aber wenn du selbst schon befürchtest, dass es ne Vermeidungsstrategie sein könnte, würde ich sagen, geh doch mal zu 1-3 probatorischen Sitzungen und teste das aus!
    Die Idee find ich allerdings auch gut, um das mal zu überprüfen.

  8. Stranger

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    AW: Geschlecht Therapeut*In

    Zitat Zitat von neela Beitrag anzeigen
    Ich würde gerade beim Thema Geschlecht unbedingt aufs Bauchgefühl hören, insbesondere als Frau. Therapie ist immer auch mit einem Machtverhältnis verbunden, allein schon durch die Rahmenbedingungen. Ich glaube, dass es in einer sexistischen Gesellschaft eine große Rolle spielt, welches Geschlecht die Person hat, mit der man eine therapeutische Beziehung eingeht.

    Bevor das falsch aufgefasst wird: ich will damit auf keinen Fall sagen "als Frau/nicht-binäre Person sollte man generell nicht zu einem Mann gehen". Einfach nur, dass das Geschlecht meiner Meinung nach alles andere als egal ist.
    Ja.
    Aber, bei mir wars vielleicht ein bisschen wie bei dir, habe die Therapieplatzsuche ewig hinausgezögert, und mich immer eher bei einer Frau gesehen. Dann hatte ich ein paar probatorische Sitzungen bei einem Mann und da war mir das Geschlecht dann überraschenderweise egal. Hab dann aus anderen Gründen nochmal gewechselt. Vielleicht kannst du ja bei mehreren Therapeut*innen Sitzungen ausprobieren und schauen wie sichs anfühlt. Nach dem ersten Termin bin ich aber auch sehr dafür aufs Bauchgefühl zu hören!

  9. V.I.P.

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    AW: Geschlecht Therapeut*In

    Ich war zwischendrin mal bei einem Mann und das war ok, aber manches hätte ich dem nicht erzählt.

  10. Junior Member

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    AW: Geschlecht Therapeut*In

    Ich dachte immer, als jemand, der viel sexuelle Gewalt durch Männer erfahren hat, wäre ich bei einer Frau besser aufgehoben.

    Nach zwei Therapien bei weiblichen Therapeutinnen und zwei Klinikaufenthalten, in denen ich vorrangig von Frauen behandelt wurde, bin ich vor drei Jahren bei einem männlichen Therapeuten in meinem Alter gelandet und diese Therapie ist besser als alles je zu vor.

    Ich denke, es ist wichtig, den Menschen kennenzulernen und dann auf sein Bauchgefühl zu hören.

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