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Thema: Die Seuche.

  1. Member

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    Die Seuche.

    Sorry für den reiserischen Titel, aber ist doch wahr.

    Depressionen.

    Es geht jetzt nicht um mich, ich bin gesund, aber warum haben das denn SO viele, das kann doch einfach nicht wahr sein? Alle möglichen, die ich kenne, Familie, Freunde, Bekannte, stürzen da der Reihe nach rein und es nimmt kein Ende.
    Leute die ich kennenlerne, was selten vorkommt, haben das auch, und wenn ich YouTube öffne, geht jede Doku nur darüber.

    Ich finde das dermaßen besorgniserregend und gruselig.

    Das kann doch nicht normal sein? Ist das das Alter, war das ab Anfang, Mitte 30 immer so, oder ist das wirklich einfach jetzt?
    Oder seht ihr das völlig anders?

    Mich macht das fertig ehrlich gesagt

  2. Junior Member

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    AW: Die Seuche.

    Vielleicht fällt es jetzt auch vermehrt auf, weil es weniger tabuisiert ist, darüber zu reden?

    Ich lebe seit mittlerweile 20 Jahren mit einer chronischen Depression und habe ehrlich gesagt auch früher schon viel depressive Menschen gekannt.

    Und, aber das ist meine persönliche Meinung, so wie sich die Welt entwickelt, ist es auch kein Wunder, wenn immer mehr Menschen daran erkranken.

  3. Member

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    AW: Die Seuche.

    Es hat auch gefühlt jeder mal eine Grippe, oder Rückenprobleme oder oder oder.
    Da ist es ja irgendwie nicht komisch?

    Also ja, es liegt eher daran, dass es immer normaler wird, darüber zu sprechen.

  4. Junior Member

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    AW: Die Seuche.

    Ich kann nur meine Beobachtungen schildern. Bin aber glücklicherweise selbst nicht daran erkrankt.

    Den ersten bewussten Kontakt zu einer Person mit Depressionen hatte ich vor ca. 20 Jahren. Da traf es eine Schulfreund, welche gemobbt wurde und in weiterer Folge Depressionen bekam. Damals mit 13/14 konnte ich das aber für mich noch nicht einordnen. Das Thema, war aber in meinem Umfeld auch nicht präsent. Es wurde eher verschwiegen. Auch der Umgang mit der Schulfreundin war nicht offen. Sie selbst thematisiert es gar nicht.

    Für mich persönlich verschwand das Thema erstmals wieder. Als es dann medial im Zusammenfang mit dem Tod von Robert Enke sehr präsent war, kam es so wieder etwas auf. Kurze Zeit später erkrankte eine andere Freundin daran und ich nahm die Erkrankung ganz anders wahr. Allerdings hatte diese Freundin auch einen offeneren Umgang mit dem Thema als die andere Schulfreundin Jahre zuvor. Sie erzählte ua wie es sich für sie anfühlt, welche Therapien sie macht.

    Richtig mit dem Thema in Kontakt kam ich dann vor ca. 6-7 Jahren als mein damaliger Freund psychisch erkrankte und ua die Diagnose Depression im Raum stand. Ich begann mich tiefergehend mit dem Thema zu befassen. Es fiel mir dann auch immer mehr auf, wenn jemand Andeutungen zu Depressionen machte. Es wurde im privaten wie auch beruflichen Umfeld auch viel mehr darüber geredet. Daher kenne ich mittlerweile recht viele, die davon betroffen sind.

    Generell kommt mir vor, dass in den vergangenen Jahren auch viel in Richtung mental health awareness gemacht wurde. Dazu kommen immer wieder Berichte, Dokus, Awareness-days, etc. Daher ist das Thema vermutlich präsenter als vor 20 Jahren. Auch wenn ich davon ausgehe, dass sich auch meine persönlich Wahrnehmung durch die Lebenserfahrung geändert hat.

    Du schreibst davon, dass in der letzten Zeit sehr viele in deinem Umfeld davon betroffen sind. Kann das nicht auch durch die Pandemie beeinflusst sein? Die letzten 1,5 Jahre waren für sehr viele belastend. Entweder durch Doppelbelastung mit Job und Kinderbetreuung oder durch Unsicherheit über die eigene berufliche Zukunft (oder auch Gegenwart). Dazu teilweise noch Ängste bezüglich der Gesundheit durch Risikofaktoren bei sich oder engen Angehörigen. Da kam plötzlich sehr viel zusammen.
    In meinem Umfeld wurde zudem festgestellt, dass wir in der Kommunikation plötzlich viel fokusierter auf negative Dinge waren. Was einfach auch daher kam, dass niemand mehr voller Vorfreude über den nächsten Urlaub gesprochen hat oder lustige Anekdoten von einer Feier erzählt hat.

    Ich persönlich kann mir vorstellen, dass gerade jetzt eben mehrere Faktoren zusammen kommen, dass du die Krankheit Depression als so präsent wahrnimmt.

  5. Member

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von curiosity Beitrag anzeigen
    Es hat auch gefühlt jeder mal eine Grippe, oder Rückenprobleme oder oder oder.
    Da ist es ja irgendwie nicht komisch?
    Es hat aber nicht jeder mal im Laufe seines Lebens mal Krebs, oder? Und wenn dann wäre das verdammt beängstigend. Ich tu mich echt schwer damit, das mit einer Grippe zu vergleichen.

  6. V.I.P.

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    AW: Die Seuche.

    Ich finde es positiv, dass darüber gesprochen und berichtet wird.

    Das war schon immer so, nur wurde das einfach tabuisiert und auf andere Themen geschoben.
    Frauen waren halt so, oder hysterisch oder dann gab es nen Schnaps für die Hausfrau. Damit sie bessere Laune hat...
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  7. V.I.P.

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von wunda Beitrag anzeigen
    Es hat aber nicht jeder mal im Laufe seines Lebens mal Krebs, oder? Und wenn dann wäre das verdammt beängstigend. Ich tu mich echt schwer damit, das mit einer Grippe zu vergleichen.
    Es ist eine Krankheit, die in komplett unterschiedlichen Formen und Ausprägungen auftreten kann. Und ja, meines Wissens ist es Stand der Forschung, dass jeder Mensch, mindestens einmal im Leben, eine depressive Phase durchmacht. Mindestens.
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

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    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  8. Junior Member

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Ich finde es positiv, dass darüber gesprochen und berichtet wird.

    Das war schon immer so, nur wurde das einfach tabuisiert und auf andere Themen geschoben.
    Frauen waren halt so, oder hysterisch oder dann gab es nen Schnaps für die Hausfrau. Damit sie bessere Laune hat...
    Bin da voll bei dir. Ich finde es auch gut, und auch wichtig, dass vermehrt darüber gesprochen wird.

  9. Senior Member

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    AW: Die Seuche.

    Ich glaube es ist so eine Mischung aus Enttabuisierung und wirklich depressiv machenden Umständen.
    Es ist in den letzten Jahren einfach salonfähig geworden über psychische Erkrankungen zu sprechen, und sich auch darüber früher einzugestehen, dass irgendwas nicht stimmt.
    Und wenn man sich den Zustand der Welt so ansieht gibt es ja nun wirklich genug Gründe verzweifelt zu sein. Obendrauf kam jetzt noch Corona, das hat natürlich extrem dazu beigetragen, dass alles mögliche an Ablenkung weggefallen ist und man zu viel Zeit zum grübeln hatte.
    i expect to find him laughing

  10. V.I.P.

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    AW: Die Seuche.

    Und mich stört der Titel des Threads jedesmal beim Draufklicken.
    Wieso ist das jetzt so schick bei bym, möglichst falsche und reißerische Titel zu wählen?
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

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  11. Ureinwohnerin

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    AW: Die Seuche.

    Enttabuisierung? Sicher ist das ein Grund. Und das ist auch gut so.

    Aber es ist auch die Welt.
    Der Zündfunk hat die Thesen von Mark Fisher dazu mal wunderbar einfach in ein Radiostück gegossen. Mixcloud
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  12. Member

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Und mich stört der Titel des Threads jedesmal beim Draufklicken.
    Wieso ist das jetzt so schick bei bym, möglichst falsche und reißerische Titel zu wählen?
    Ich bin heute morgen einfach mit einer Nachricht aufgewacht, die ich schlimm fand und mich denken lies "jetzt ist die Nächste depressiv. Der Scheiß greift um sich wie eine Seuche". Ich bin jetzt nicht 100pro rational, ich habe Angst. Und ich lass mir das Wort nicht verbieten.

  13. Member

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Enttabuisierung? Sicher ist das ein Grund. Und das ist auch gut so.

    Aber es ist auch die Welt.
    Der Zündfunk hat die Thesen von Mark Fisher dazu mal wunderbar einfach in ein Radiostück gegossen. Mixcloud
    Danke dir, da werd ich mal reinhören..

    Ich schreib später mehr.

  14. V.I.P.

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von wunda Beitrag anzeigen
    Ich bin heute morgen einfach mit einer Nachricht aufgewacht, die ich schlimm fand und mich denken lies "jetzt ist die Nächste depressiv. Der Scheiß greift um sich wie eine Seuche". Ich bin jetzt nicht 100pro rational, ich habe Angst. Und ich lass mir das Wort nicht verbieten.
    Wer hat was von verbieten gesagt?

    Hast du Angst vor Ansteckung? Das impliziert das Wort "Seuche" ja.


    Gerade weil wir darüber mehr sprechen und uns austauschen, kann man sich schon um korrekte Formulierungen bemühen. Gerade auch gegenüber den Betroffenen.
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  15. Member

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Und mich stört der Titel des Threads jedesmal beim Draufklicken.
    Jep

  16. Senior Member

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    AW: Die Seuche.

    Ich dachte bei dem Titel ja, es ginge mal wieder um Corona.
    i expect to find him laughing

  17. Ureinwohnerin

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von wunda Beitrag anzeigen
    Es hat aber nicht jeder mal im Laufe seines Lebens mal Krebs, oder? Und wenn dann wäre das verdammt beängstigend. Ich tu mich echt schwer damit, das mit einer Grippe zu vergleichen.
    Kommt zahlenmäßig ziemlich genau hin. Beides kriegen ca 30% (also Krebs und Depressionen) der Leute.

  18. Junior Member

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Ich dachte bei dem Titel ja, es ginge mal wieder um Corona.
    Ging mir auch so

  19. Ureinwohnerin

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von wunda Beitrag anzeigen
    Danke dir, da werd ich mal reinhören..

    Ich schreib später mehr.
    Bei mir geht der mixcloud Link nicht. Deshalb nochma YouTube. Die Privatisierung der Depression - Mark Fisher, Hauntology und der kapitalistische Realismus - YouTube

    (Das Feature ist ein paar Jahre alt. Damals lebte Fisher noch. Mittlerweile ist er tot. Suizid. Depressionen. Hm.)
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  20. Addict

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    AW: Die Seuche.

    Zitat Zitat von wunda Beitrag anzeigen

    Depressionen.

    Es geht jetzt nicht um mich, ich bin gesund, aber warum haben das denn SO viele, das kann doch einfach nicht wahr sein?
    (...)
    Das kann doch nicht normal sein? Ist das das Alter, war das ab Anfang, Mitte 30 immer so, oder ist das wirklich einfach jetzt?
    Oder seht ihr das völlig anders?
    Im Altersband 20-45 halte ich gesellschaftliche Gründe für relevant für die Zunahme der Zahlen.
    Einerseits wird auf allen Kanälen dargestellt, dass jeder Mnsch sich perfekt verwirklichen kann. Anderseits erlebt der einzelne Mensch, dass er sich nicht perfekt verwirklichen kann. Man sie´ht aber übrall, dass s andere alle schaffen (vorgeblich). Diese Diskrepanz führt zu Grübeleien und bei entsprechender Disposition zur Diagnose.

    Früher war halt mehr "wat mutt, dat mutt" ohne den Gedanken an die perfekte Verwirklichung. Man war halt in seiner Rolle und gut.
    Wer nicht träumt, kann nicht (vermeintlich) scheitern.
    Und früher war mehr Alkohol. Da war dann am Montag der Kopf wieder leer.
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
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