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  1. Foreninventar

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    Frage familien mit pflegekinder...

    wenn ihr welche näher kennt...

    hat es da gut funktioniert? unter welchen voraussetzungen (alter und herkunft des kindes zb)?

    in unsere familie (nicht bei mir, falls ich das dazu sagen muss) ist ein pflegekind eingezogen, und ich frage mich einfach wie das so laufen wird, auf lange sicht, darum würde ich gern mal was dazu hören.

  2. gesperrt

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    AW: familien mit pflegekinder...

    bei meiner schwester läufts bis jetzt gut, sind aber alle noch nicht in der pubertät.
    eines der kinder hat halt jetzt vereinzelt ausraster à la "du bist garnicht meine echte mama".....
    klar, bleibt nicht aus.
    2 der kinder sind geschwister, kamen im alter von 3 und 4 und sind jetzt 6 jahre da, das andere kind war eigentlich nur als vorübergehender gast angedacht, nun ist es aber geblieben, da kam die mutter einfach nicht klar.
    die beiden anderen kamen schwer misshandelt und verwarlost, sind auch entwicklungsverzögert.

    ist das pflegekind bei euch da auf dauer oder besteht die aussicht dass es wieder in die leibliche familie zurück kehrt?

  3. Foreninventar

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    AW: familien mit pflegekinder...

    weiss ich nicht, ich glaube aber dass die realistische chance nicht besteht. theoretisch besteht die bei pflegekindern doch immer, oder?
    das bei uns ist erst 4 monate, das wird ja dann nie grosse erinnerungen an seine echte mutter haben.

  4. Alter Hase

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    AW: familien mit pflegekinder...

    Eine befreundete Familie (ich bin so alt wie die Pflegetochter) war es so, dass sie mit, hmm... 2 Jahren in die Pflegefamilie kam, anfangs hat sie ihren leiblichen Vater noch besucht, seid sie vllt 8 war nicht mehr. Die Familie hat dann noch ein Mädchen adoptiert. Ging bis zu Pubertät ganz gut, dann haben sich die Eltern getrennt und es kam immer wieder zu heftigen Streitereien mit der Mutter, zwischenzeitlich auch Garten Kontakt mehr. Wir haben auch keinen mehr, ich glaub aber, dass sich die wogen inzwischen geglättet haben. Mit der adoptivtochter gab es mehr Probleme...

    Wie ist das eigentlich, wenn man ein Pflegekind aufnehmen will, gibt es da ähnlich strenge regeln wie bei Adoptionen? Also bzgl alter der Eltern und Betreuungssituation etc?

  5. Senior Member

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    AW: familien mit pflegekinder...

    Kann man natürlich überhaupt nicht verallgemeinern, es gibt ja xtausend Gründe, warum Kinder in eine Pflegefamilie kommen, udn Konstellationen, wie das weitergehen kann...
    Gibt es denn noch Kontakt zur Herkunftsfamilie? Das finde ich immer einen ganz wichtigen Punkt. Für viele ältere Kinder ist es irrsinnig schwierig, so "herkunftslos" zu sein und nicht zu wissen, wo ihre Wurzeln liegen. Wenn es keinen Kontakt gibt, würde ich versuchen, so viel an Infos, Fotos etc. zu sammeln wie irgend möglich, um es dem Kind später zugänglich machen zu können, vielleicht ein Album anzulegen oder so. Das können auch Fotos sein vom Krankenhaus, in dem es geboren wurde, das Kuscheltier was es mit vier Monaten am liebsten hatte, so ganz banale Sachen. Das ist besonders wichtig, falls das Kind in ein paar Jahren mal woanders hinkommt. Wenn man einen zwölfjährigen hat, der schon durch x Stationen gegangen ist, kann man vieles oft nur noch mühsam nachvollziehen, und die Kinder hängen völlig in der Luft.
    "Der Mensch ist frei geboren und liegt doch überall in Ketten." -Holiday Inn

  6. V.I.P.

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    AW: familien mit pflegekinder...

    Es gibt sehr viele Faktoren, von denen es abhängt, wie es läuft.

    - In welchem 'Zustand' ist das Kind? Welche Erfahrungen hat es gemacht? Ist es in der Lage, gesunde Bindungen einzugehen? (auch Säuglinge können schon bindungsgestört sein, schon alleine der Bruch im Kontakt zu den leiblichen Eltern kann das begünstigen)
    - Können die Pflegeeltern akzeptieren, dass das Kind leibliche Eltern hat, die es lieben darf, egal was die ihm angetan haben?
    - Besteht Kontakt zu den leiblichen Eltern und können die in diesen Kontakten vermitteln, dass sie dem Kind 'erlauben' auch die Pflegeeltern lieb zu haben?

    Durch den Job habe ich sehr viele verschiedene Pflegekinder und ihre (Pflege-)Eltern kennen gelernt. Sie alle leben in unterschiedlichsten Situationen. Was ich festgestellt habe: Es läuft meist umso besser, je unbefangener alle Beteiligte mit der Situation umgehen. Das ist nicht leicht und oft unmöglich, aber es wäre für die Kinder am leichtesten.
    In kenne mehrere Familien, in denen die Kinder bei den einen Eltern leben, aber auch einen gesunden Kontakt zu den leiblichen Eltern haben. Das geht aber nur, wenn Pflegeeltern und leibliche Eltern eine Basis finden. Und auch wenn kein Kontakt zu der Herkunftsfamilie besteht, sollten die Pflegeeltern dem Kind das Gefühl geben, dass die leiblichen Eltern zwar ihre Fehler hatten, das Kind aber trotzdem lieb hatten und einfach nur nicht anders konnten.

    Bei anderen Familien habe ich erlebt, wie Pflegeverhältnisse spätestens in der Pubertät scheiterten, weil die Kinder den Spagat zwischen liebgewonnenen Zweiteltern und eigenen Wurzeln nicht hingenommen. Ich habe sogar einen Jungen kennen gelernt, bei dem schwerste, borderline-ähnliche Symptome abgeklungen sind, als er von der Pflegefamilie in eine Heimeinrichtumg wechselte von wo aus er an jedem Wochenende entweder Besuchskontakte zu den leiblichen Eltern oder zur Pflegefamilie hatte. Der war richtig befreit, weil er endlich 'neutral' leben durfte und beide Eltern gleich gehalten wurden.

  7. Alter Hase

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    AW: familien mit pflegekinder...

    Ich kenne drei Familien.

    Die eine ist die Mutter eines Freundes, die hat Pflegekinder sozusagen zu ihrer "Lebensaufgabe" gemacht, weil sie nach der Wende nicht mehr als Erzieherin arbeiten konnte. Also die hat mehrere, so 5 Kinder sind es sogar oft.
    Die leiblichen zwei Kinder kommen gut mit den Pflegegeschwistern klar, die Kinder wirken alle auch sehr entspannt, ein Junge hält weiterhin den Kontakt zu ihr und kommt öfters fürs Wochenende, obwohl er inzwischen mit 15 für eine Ausbildung weg gezogen ist und in einem Ausbildungsheim wohnt.

    Ein alter Freund von mir hat ein Mädel zu sich genommen, mit dem es ziemliche Probleme gab, weil die psychisch sehr auffällig war. Sie bekamen dann irgendwann ein eigenes Kind (eher ungeplant, weil sie dachten sie können nicht schwanger werden) und das Pflegekind und das leibliche Kind zusammen kamen überhaupt nicht klar. Sie musste dann irgendwann weg in ein Heim, von dort kam sie dann wieder zur Mutter, dann wieder ins Heim....
    Das schreckliche ist eigentlich, dass die Pflegeeltern das Kind gern besuchen würden, das Kind will es auch, immerhin hat es da zwei Jahre gelebt, aber sie haben kein Besuchsrecht. Die haben dagegen sogar irgendwie geklagt...alles ganz blöd. Das Kind weiß jetzt auch nicht so richtig wo es hingehört, scheint es.

    Und ich kenne noch ein Pflegekind etwa in meinem Alter. Die hatte eigentlich eine ganz glückliche Zeit, sagt sie, aber sie hat sich durch ein weiteres adoptiertes Kind des Paares immer zurückgesetzt gefühlt. Als das adoptierte Kind dann ums Leben kam, kam das wohl alles wieder hoch, heute hat sie nur noch wenig Kontakt zu den Pflegeeltern, zu den leiblichen schon lange nicht mehr.
    fight, kill, and die

  8. V.I.P.

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    AW: familien mit pflegekinder...

    Pflegeeltern haben ein Umgangsrecht als Bezugspersonen. Voraussetzung: Es muss dem Kindeswohl entsprechen. Wenn der Sozialbericht zu dem Schluss kommt, dass der Umgang der Entwicklung des Kindes schadet, wird er nicht gewährt.

  9. Fresher

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    AW: familien mit pflegekinder...

    Ich bin/war selber Pflegekind. Habe zwischen meinem 3 und 19 Lebensjahr bei meiner Pflegefamilie gelebt und für mich gab es nie Probleme. Klar, kamen in der Jugend Fragen nach Herkunft auf, aber da haben sich meine Eltern dann nicht quergestellt. Da ich aber dermaßen enttäuscht von meinen "Erzeugern" bin, gab es da nie Konflikte und weiß ganz genau, wo ich hingehöre

    Meine Pflegeeltern haben jedoch noch eine Pflegetochter aufgenommen, die ebenfalls von 2-18 Jahren dort gelebt hat. Doch sah es bei ihr etwas anders auch. Sie hat sich weniger gut mit unserer Pflegemutter verstanden, sodass in Pubertät bei Konflikten oft die leibliche Mutter idealisiert wurde. Jetzt wo sie ihre eigene Wohnung hat, ist das Verhältnis zur Pflegemutter sehr viel besser. Darüber hinaus ist ihr klar geworden, dass die Pflegefamilie die bessere Alternative zu ihrer leiblichen Mutter war.

    Für uns beide ist unsere Pflegefamilie unsere Familie. Die leibliche Verwandtschaft ist halt da, aber nicht so relevant für unserer Leben.

    Ich denke, der Erfolg hängt von ganz vielen Faktoren ab:
    - was ist der grund für das Pflegeverhältnis? Wieso kann das Kind nicht bei seiner Familie leben?
    - wie werden die pflegekinder integriert? v.a. in bezug auf die leiblichen kinder? werden unterschiede gemacht?
    - wie offen die pflegeeltern mit der herkunft der kinder umgehen?
    - häufigkeit des kontaktes zur ursprungsfamilie?
    - ....

    pubertät ist vermutlich die schwierigste phase. aber wenn das kind noch ganz jung ist, schätze ich das weniger problematisch ein, als wenn das kind seine eltern qausi noch bewusst gekannt hat.

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