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Thema: wtf momente

  1. V.I.P.

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Ja, das ist mir schon klar
    Ach so. Was sollen diese Aussagen dann?
    The true north

    Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung,
    mit der ich euch gegenüberstehe.

    You're not going to hotbox my office, no way!

  2. Alter Hase

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    ... Wie gesagt, so richtig weiß ich damit nicht umzugehen.
    Was bringt es dir denn, das zu klassifizieren? Also das eine als "weniger schlimm" und das andere als "schlimmer" einzuschätzen?

    Also und das als gabt ernst gemeinte Frage, weil ich es wirklich nicht verstehe, es aber durch deine Erklärungsversuche und das trotzdem drauf beharren ja einen Grund geben muss, warum du das machst. Und wenn er nicht zu persönlich ist würde ich den gerne wissen. Also um das auch zu verstehen, weil's für mich n sehr absurder Gedankengang ist und ich nicht möchte, dass irgendwer mein "Problem" beurteilt in schlimm oder nicht so schlimm. Das kann nur ich selbst.

    (um ein persönliches Beispiel zu bringen: hatte ne fehlgeburt in der 10. Woche, wenn jetzt aber ne Mutter mit ner totgeburt sagen würde, dass meine Erfahrung ja wohl Peanuts wären und die Probleme würde sie auch gerne mal haben, dann würde ich mir auch sehr komisch vorkommen. Damit will ich nicht sagen, dass beide Erfahrungen gleich sind, bei weitem nicht. Nur kann ich weder ihre Erfahrung/Empfindung noch sie meine wirklich verstehen und deswegen fände ich eine Klassifikation in "oke-fehlgeburt" und "üble-fehlgeburt" ziemlich kacke. Es sind beides Erfahrungen mit denen jeder Mensch unterschiedlich umgeht und beide sind -so nehme ich an- schlimm. Ich mag da eigentlich nicht, dass klassifiziert wird, was schlimmer ist)
    Bitte nicht zitieren, nehm ich vielleicht wieder raus.
    Geändert von Maritty (12.11.2019 um 02:34 Uhr)

  3. Junior Member

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Ja, du hast recht, das Wort "lächerlich" war nicht richtig.
    Ich hatte....
    Ich hatte so starke Panikattacken dass ich das Haus nicht mehr verlassen konnte, bin aber in meinem Leben noch nie ohnmächtig geworden, das tut mein Körper einfach nicht. Und nun? Das ist doch unsinnig, da Vergleiche anstellen zu wollen, das ist doch keine Olympiade. Ich wünsche jedem Menschen mit Leidensdruck gute medizinische Versorgung, man muss nicht die exotischsten und überkrassesten Symptome von allem haben damit man seinen Therapieplatz ein bisschen mehr wert ist.

  4. Junior Member

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen
    .
    Du hast da was zitiert, was sie nicht zitiert haben wollte.

    Und ansonsten Zustimmung, scheiße reicht schon, es muss nicht immer extraüberscheiße sein, um valide zu sein.

  5. V.I.P.

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Aber manchmal, bei manchen social media-Berichten, muss ich halt doch unwillkürlich die Augen verdrehen oder denken "Deine Probleme will ich mal haben...". Auch wenn ich das nicht richtig finde. Wie gesagt, so richtig weiß ich damit nicht umzugehen.
    Wie GuMi schon sagt: was verkraftbar ist, variiert stark von Person zu Person.

    Ich hab mich auch schon bei dem Gedanken ertappt, dass ich lieber Herzrasen als schlimmstes Symptom hätte, weil ich damit besser umgehen könnte, aber die Wahrheit ist halt, dass das eben genau deshalb keins meiner Hauptsymptome ist. Psychosomatische Symptome sind ja nunmal Warnleuchten und eine Warnleuchte, die dunkelblau statt knallrot leuchtet, bringt halt nix.

    Als ich die ersten Symptome entwickelt hab, war ich in drei verschiedenen Sportvereinen aktiv und hatte 5 Trainingseinheiten pro Woche. Auf nen erhöhten Puls bzw alles, was Richtung Hyperarousal geht, hätte ich wohl nur mit nem Schulterzucken reagiert. Meine Symptome gehen dementsprechend genau in die Gegenrichtung, also Hypoarousal, weil das eben das ist, was mir Angst macht.

    Für meine Mitpatientin in der Klinik, die eine Angststörung entwickelt hat, nachdem ihr Vater an einem Herzinfarkt gestorben ist, hat sich Herzrasen dagegen lebensbedrohlich angefühlt, eben aufgrund dieser Assoziation.

    Man kann sowas echt nicht pauschal sagen. Was für einen selbst noch gut aushaltbar ist, kann für jemand anderes das schlimmste Symptom überhaupt sein. Deshalb reagieren Menschen ja auch so unterschiedlich auf psychischen Stress und entwickeln auch ganz unterschiedliche Bewältigungsstrategien. Ich kenne zb etliche Menschen mit Angststörung, die ab und ab Beruhigungsmittel nehmen oder vor ihrer Therapie viel getrunken haben, um die Symptome zu dämpfen, das sind dann auch häufig die, die Koffein und Sport meiden, weil es Panikattacken triggert. Bei mir ist es logischerweise genau andersrum, ich könnte niemals Beruhigungsmittel nehmen oder Alkohol trinken, mach aber problemlos Sport und trinke Kaffee. Man kann da echt nicht von sich auf andere schließen.

  6. Regular Client

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    AW: wtf momente

    Ich bin als Elendstouristin in einer Upcycling-Gruppe bei Facebook, weil da immer furchtbar hässliche Dinge gezeigt werden
    Heute war endlich mal was cooles dabei, da jemand aus Pappe eine Spiel-Apotheke für seine Kinder gebaut hat, wie ein Kaufmannsladen mit Theke, Regalen, leeren Papp-Verpackungen (harmlose Sachen wie z.B. Isla Moos Lutschtabletten) usw.
    Jetzt echauffieren sich da ein paar Leute in den Kommentaren, dass man seine Kinder aber doch nicht mit „Medikamenten“ spielen lassen kann, weil die dann lernen dass man „bei jedem Scheiß Pillen schlucken muss“ und „die Steigerung sind dann Drogen“!!! WTF?!

  7. Urgestein

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    AW: wtf momente

    Einstiegsdroge Isla Moos !!
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  8. Foreninventar

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ich hab mich auch schon bei dem Gedanken ertappt, dass ich lieber Herzrasen als schlimmstes Symptom hätte, weil ich damit besser umgehen könnte, aber die Wahrheit ist halt, dass das eben genau deshalb keins meiner Hauptsymptome ist. Psychosomatische Symptome sind ja nunmal Warnleuchten und eine Warnleuchte, die dunkelblau statt knallrot leuchtet, bringt halt nix.
    danke für diesen absatz, poppy. ich hatte den gedanken ehrlich gesagt auch schon war bisher zu dämlich, den hintergrund dafür zu kapieren. doof finde ich es immer noch, aber es leuchtet mir immerhin ein.
    «Le monde est irréel, sauf quand il est chiant.»

  9. Ureinwohnerin

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Ach so. Was sollen diese Aussagen dann?
    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Nun gut, aber „nicht aufrechnen“ wollen und gleichzeitig zu sagen „meines war aber viel schlimmer als deines“ ist auch eher so semi...
    Leute, ich habe in den Posts meine unklare Haltung dazu beschrieben. Ich rechne es auf und finde es scheiße, dass ich es tue. Gleichzeitig kann ich es nicht abstellen, weil mich oft Schilderungen von Personen, die (oft selbst diagnostizierte) psychische Krankheiten haben sauer machen, weil ich dadurch das Gefühl habe, dass diese Krankheiten verwaschen und nicht ernst genommen werden, ich mich nicht gesehen fühle etc. Das sind meine Emotionen, die ich natürlich rational hinterfrage und bei denen ich natürlich weiß, dass sie ungerechtfertigt sind. Aber sauer bin ich darüber trotzdem.
    Dieser Zwiespalt ist einfach da und wird hier nicht aufgelöst werden. Meine Aussagen dienen der Selbstreflexion und dem offenen, hier angestoßenen Gespräch.

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen
    Was bringt es dir denn, das zu klassifizieren? Also das eine als "weniger schlimm" und das andere als "schlimmer" einzuschätzen?
    Es ging ja ursprünglich um den Therapie-Bedarf und dass es zu wenig Therapeut*innen gibt. Was ich auch so sehe. Aber ich denke eben auch, dass manche Menschen vielleicht mehr "Anrecht" weil mehr Bedarf auf/für eine Therapie haben als andere. Je nach dem, wie funktional sie (noch) sind. Natürlich sollte das Ziel sein, dass jeder mit jeder gearteten psychischen Krankheit einen Therapieplatz erhält.

    Zitat Zitat von lalamae Beitrag anzeigen
    Ich hatte ...
    Ich urteile auch nicht über dich, sondern über bestimmte social media Berichte, bei denen die psychische Lage sichtbar wird. Und diese grundsätzliche Betonung von "social anxiety" in der Gesellschaft als gefühlte Massenkrankheit.
    Natürlich ist es scheiße, regelmäßig Panikattacken zu haben, in jedweder Form. Das will ich niemandem absprechen. Ich meine auch gar nciht die verschiedenen Schweregrade von Panik-/Angststörungen. Ich rede über den Unterschied zwischen Panik- / Angststörungen, die grundsätzlich gut behandelbar und therapierbar und langfristig auch heilbar sind und Persönlichkeitsstörungen, die chronifiziert und nicht mehr abänderbar sind. Oder zB. multiplen Menschen. Dass man als Mensch mit einer tiefgreifenden Persönlichkeitsstörung auch noch eine Angststörung entwickelt, ist da halt irgendwie viel nebensächlicher oder die Angststörung ist EIN Symptom von vielen weiteren der bestimmten PS.

    Ich habe das Gefühl, dass da irgendwie eine komische Lücke klafft zwischen den Menschen, die so ein bisschen psychisch krank sind, was aber eben gesellschaftlich mittlerweile völlig akzeptiert wird und den Menschen, die tatsächlich irre sind. Und mit letzterem will man auch eher nichts zu tun haben, weil die sind laut und sperrig. Aber das sind die, die noch viel dringender Therapieplätze brauchen.
    (Also ich habe keine PS, ich kenne aber einige Leute mit einer.)
    „Jeder Mensch muss sich verschleißen. Wenn man noch gut ist, wenn man stirbt, ist das Verschwendung. Man muss lebendig zu Asche verbrennen, nicht erst im Tod.“ J. Beuys

  10. V.I.P.

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    AW: wtf momente

    Ich versteh, glaub ich, ganz gut, was du meinst. Ich kenne Panikattacken. Ich kenn aber auch faul und schlecht gelaunt sein. Es hat halt manchmal das gleiche Resultat: ich bleib daheim. Aber es hat ne andere Heftigkeit. Und doch ja ich hab oft das Gefühl, dass dieses ‚faul und misanthrop sein‘ irgendwie als psychische Disposition und irgendwie wieder als cool verkauft wird. Was aber bedeutet, dass es für andere verhandelbar wird, wenn ich wirklich nicht kann. Das wird dann zu einem ‚nicht wollen‘ und ‚Gib dir nen Ruck!‘.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  11. V.I.P.

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von Ally Mc Beal Beitrag anzeigen
    danke für diesen absatz, poppy. ich hatte den gedanken ehrlich gesagt auch schon war bisher zu dämlich, den hintergrund dafür zu kapieren. doof finde ich es immer noch, aber es leuchtet mir immerhin ein.
    Ja, ich geh damit auch ganz anders um, seit ich das kapiert hab.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  12. Addict

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Ich versteh, glaub ich, ganz gut, was du meinst. Ich kenne Panikattacken. Ich kenn aber auch faul und schlecht gelaunt sein. Es hat halt manchmal das gleiche Resultat: ich bleib daheim. Aber es hat ne andere Heftigkeit. Und doch ja ich hab oft das Gefühl, dass dieses ‚faul und misanthrop sein‘ irgendwie als psychische Disposition und irgendwie wieder als cool verkauft wird. Was aber bedeutet, dass es für andere verhandelbar wird, wenn ich wirklich nicht kann. Das wird dann zu einem ‚nicht wollen‘ und ‚Gib dir nen Ruck!‘.
    Aber der Grat zwischen "einfach nur faul und misanthrop" und zum Beispiel "depressiv" ist doch auch an sich schon ziemlich schmal?
    Also ich kann dir glaube ich 99,9% der Zeit nicht sagen, was davon ich bin.

  13. V.I.P.

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Es ging ja ursprünglich um den Therapie-Bedarf und dass es zu wenig Therapeut*innen gibt. Was ich auch so sehe. Aber ich denke eben auch, dass manche Menschen vielleicht mehr "Anrecht" weil mehr Bedarf auf/für eine Therapie haben als andere. Je nach dem, wie funktional sie (noch) sind. Natürlich sollte das Ziel sein, dass jeder mit jeder gearteten psychischen Krankheit einen Therapieplatz erhält.
    Aber Du hast direkt auch schon Dich und mich verglichen, ohne überhaupt zu wissen, was bei mir los ist. Ich hatte das Gefühl, dass Du automatisch davon ausgehst, dass ich "nur" ne gut behandelbare Angststörung hab. Das ist halt auch schon ziemlich unfair. Ja, Du hast sicher schlimmere Dinge erlebt als viele andere Menschen (Du hast einiges ja über die Jahre mal angedeutet), aber das heißt nicht, dass andere nicht auch sehr schlimme Dinge erlebt haben, die sie ein Leben lang beeinflussen und einschränken. Und ich hab in Kliniken durchaus auch schon Menschen mit ner Geschicht, die Deiner wahrscheinlich ähnlich ist, kennengelernt, die aber trotzdem einigermaßen "funktional" waren, weil sie den ganzen Scheiß einfach mal verdrängt haben. Man weißn einfach nie, was bei Menschen los ist, solange sie nichts davon erzählen.

    Und ja, Vorurteile hat man, die hab ich auch, aber man sollte doch immer mal genauer hinschauen. Ich hab mich neulich noch dabei ertappt, dass ich über jemanden aus dem Umkreis einer Youtuberin gedacht hab, dass die sicher auch noch nie in ihrem Leben Probleme hatte und dann hab ich erfahren, dass sie mit Anfang 20 Krebs hatte. Aber selbst wenn sie keinen Krebs gehabt hätte, wäre es unfair gewesen, das zu denken. Ich hab doch keinen Plan, was sie erlebt hat.

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Ich rede über den Unterschied zwischen Panik- / Angststörungen, die grundsätzlich gut behandelbar und therapierbar und langfristig auch heilbar sind und Persönlichkeitsstörungen, die chronifiziert und nicht mehr abänderbar sind. Oder zB. multiplen Menschen. Dass man als Mensch mit einer tiefgreifenden Persönlichkeitsstörung auch noch eine Angststörung entwickelt, ist da halt irgendwie viel nebensächlicher oder die Angststörung ist EIN Symptom von vielen weiteren der bestimmten PS.
    Häufig wird man aber dann eben auch zuerst nur wegen der Angststörung behandelt und versteht erst mit der Zeit, dass noch viel mehr dahintersteckt, eben ne Persönlichkeitsstörung oder ne PTBS oder was auch immer. Die Diagnose Angststörung oder Depression kann ähnlich beschissen sein wie die Diagnose psychosomatische Probleme (wenn eigentlich was körperliches dahintersteckt), weil dann nämlich niemand mehr genauer hinschaut und man keine Chance auf langfristige Besserung hat. Und auch Angststörungen können chronisch werden, wenn man zu spät oder nicht passend behandelt wird. Das ist nicht alles schwarz-weiß.

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    was aber eben gesellschaftlich mittlerweile völlig akzeptiert wird
    Das stimmt halt so auch nicht. Viele Menschen sind immer noch der Meinung, dass man sich nur mal ein bisschen zusammenreißen müsste, ist ja schließlich "nur" psychisch und "Anstellerei" und eigentlich könnte man schon, aber will nicht.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  14. V.I.P.

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Ich versteh, glaub ich, ganz gut, was du meinst. Ich kenne Panikattacken. Ich kenn aber auch faul und schlecht gelaunt sein. Es hat halt manchmal das gleiche Resultat: ich bleib daheim. Aber es hat ne andere Heftigkeit. Und doch ja ich hab oft das Gefühl, dass dieses ‚faul und misanthrop sein‘ irgendwie als psychische Disposition und irgendwie wieder als cool verkauft wird. Was aber bedeutet, dass es für andere verhandelbar wird, wenn ich wirklich nicht kann. Das wird dann zu einem ‚nicht wollen‘ und ‚Gib dir nen Ruck!‘.
    Das kenne ich auch gut, aber ich glaub das hat eher damit zu tun, dass viele nicht verstehen, wie sich das auswirkt. Das Problem bei Angst und Depression ist ja, dass jede/r mal aufgeregt oder schlecht drauf ist. Der Unterschied ist eben, dass Menschen, bei denen das nur grad mal ein schlechter Tag ist, sich dann tatsächlich zusammenreißen und weitermachen können und deshalb glauben, dass das immer so ist.

    (Ich finde davon ab sowieso, dass ein Nein nie verhandelbar sein sollte, auch dann nicht, wenn man einfach nur faul ist und keine Lust hat...)
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  15. Alter Hase

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Leute, ich habe in den Posts meine unklare Haltung dazu beschrieben. Ich rechne es auf und finde es scheiße, dass ich es tue. Gleichzeitig kann ich es nicht abstellen, weil mich oft Schilderungen von Personen, die (oft selbst diagnostizierte) psychische Krankheiten haben sauer machen, weil ich dadurch das Gefühl habe, dass diese Krankheiten verwaschen und nicht ernst genommen werden, ich mich nicht gesehen fühle etc. Das sind meine Emotionen, die ich natürlich rational hinterfrage und bei denen ich natürlich weiß, dass sie ungerechtfertigt sind. Aber sauer bin ich darüber trotzdem.
    Dieser Zwiespalt ist einfach da und wird hier nicht aufgelöst werden. Meine Aussagen dienen der Selbstreflexion und dem offenen, hier angestoßenen Gespräch.


    Es ging ja ursprünglich um den Therapie-Bedarf und dass es zu wenig Therapeut*innen gibt. Was ich auch so sehe. Aber ich denke eben auch, dass manche Menschen vielleicht mehr "Anrecht" weil mehr Bedarf auf/für eine Therapie haben als andere. Je nach dem, wie funktional sie (noch) sind. Natürlich sollte das Ziel sein, dass jeder mit jeder gearteten psychischen Krankheit einen Therapieplatz erhält.


    Ich urteile auch nicht über dich, sondern über bestimmte social media Berichte, bei denen die psychische Lage sichtbar wird. Und diese grundsätzliche Betonung von "social anxiety" in der Gesellschaft als gefühlte Massenkrankheit.
    Natürlich ist es scheiße, regelmäßig Panikattacken zu haben, in jedweder Form. Das will ich niemandem absprechen. Ich meine auch gar nciht die verschiedenen Schweregrade von Panik-/Angststörungen. Ich rede über den Unterschied zwischen Panik- / Angststörungen, die grundsätzlich gut behandelbar und therapierbar und langfristig auch heilbar sind und Persönlichkeitsstörungen, die chronifiziert und nicht mehr abänderbar sind. Oder zB. multiplen Menschen. Dass man als Mensch mit einer tiefgreifenden Persönlichkeitsstörung auch noch eine Angststörung entwickelt, ist da halt irgendwie viel nebensächlicher oder die Angststörung ist EIN Symptom von vielen weiteren der bestimmten PS.

    Ich habe das Gefühl, dass da irgendwie eine komische Lücke klafft zwischen den Menschen, die so ein bisschen psychisch krank sind, was aber eben gesellschaftlich mittlerweile völlig akzeptiert wird und den Menschen, die tatsächlich irre sind. Und mit letzterem will man auch eher nichts zu tun haben, weil die sind laut und sperrig. Aber das sind die, die noch viel dringender Therapieplätze brauchen.
    (Also ich habe keine PS, ich kenne aber einige Leute mit einer.)
    Also ich weiß jetzt schon ein bisschen mehr, was du meinst und trotzdem stößt mir die Klassifizierung und deine Beurteilung derer sauer auf. Es geht davon wieder um "ein bisschen psychisch krank" und dies sei voll akzeptiert (ist es noch lange nicht, habe ich das Gefühl) und schweren Krankheitsbilder Klar gibt es einen Unterschied, aber auch unterschiedliche Behandlungsansätze bzw für manche ist zb auch ein stationärer Aufenthalt von Nöten (dass es da auch nicht genug, vor allem gute, Kliniken gibt weiß ich auch). Was mich einfach an deinen Ausführungen stört, ist, dass ich das Gefühl habe, dass du deine Erkrankung als schlimm einstufst (was sie sicherlich für dich ist, das will ich gar nicht bestreiten oder in Frage stellen, sicher nicht!, bitte versteh das nicht so), du aber anhand dessen klassifizierst, was "schlimm" und "ein bisschen" ist und ich einfach immer wieder sagen möchte, dass man das von aussen nicht beurteilen kann bzw ich finde auch sich nicht das Recht raus nehmen sollte, dies zu beurteilen.
    In die GefühlsWelt von anderen können wir (glücklicherweise) nicht hinein schauen und deswegen auch nicht beurteilen, wie groß der Leidensdruck ist.
    Wie vorher schon jmd schrieb, man könnte das ganze System ja auch anders rum anschauen und den in deinen Augen "bisschen psychisch kranken" mehr Hilfe zu kommen lassen, weil da noch "was zu retten" ist. (Und dies jetzt überspitzt formuliert, ich will damit nur deutlich machen, dass es auch andere Sichtweisen und vor allem Beurteilungsweisen gibt und ich deswegen finde, dass es nicht das Recht gibt, es einzuteilen und bestenfalls jede*r Hilfe bekommen sollte)
    neu.gierig.toll.kühn

  16. V.I.P.

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen
    Was mich einfach an deinen Ausführungen stört, ist, dass ich das Gefühl habe, dass du deine Erkrankung als schlimm einstufst (was sie sicherlich für dich ist, das will ich gar nicht bestreiten oder in Frage stellen, sicher nicht!, bitte versteh das nicht so), du aber anhand dessen klassifizierst, was "schlimm" und "ein bisschen" ist und ich einfach immer wieder sagen möchte, dass man das von aussen nicht beurteilen kann bzw ich finde auch sich nicht das Recht raus nehmen sollte, dies zu beurteilen.
    Ja, genauso gehts mir halt auch.

    E gibt ja auch immer irgendwen, dems schlimmer geht als einem selbst, aber wenn man so denkt, darf man sich eigentlich nie Hilfe suchen.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  17. Senior Member

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    AW: wtf momente

    Vielleicht stößt sich Phaeno auch hauptsächlich an dieser Kokettierei mit psychischen Krankheiten, die in Social Media rumgeistert. Mich nervt das zumindest tierisch, obwohls mich nicht persönlich berührt, diese Art von Problemen ist mir persönlich nämlich Gott sei Dank fremd. Einfach auf die Schnelle und noch echt harmlos, da gibt's ja noch ganz andere Sachen: Sowas oder sowas meine ich. Neulich hatte ich auf Insta ein Foto einer jungen Frau, die breit strahlend mit Chips im Bett lag: "Ich, weil ich allen beibringen konnte, dass mich meine sozialen Ängste von Partys fernhalten ;-)". So Zeugs eben. - Vielleicht meint sie auch was ganz anderes, aber ich hatte das Gefühl, zu verstehen, was sie meint, und das kam mir dazu als erstes in den Sinn. Wenn ich dir jetzt völlig unrecht tue, Phaeno, dann geh bitte einfach dazwischen.

  18. Urgestein

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    AW: wtf momente

    Phaeno - mir erschließt sich ehrlich gesagt deine Strategie nicht. Du weißt, deine Gedanken sind falsch, sagst du würdest reflektieren, bringst aber trotzdem mehrmals deine eindeutige Wertung anderer Leute Gesundheitszustand in Schriftform.

    Wenn dir doch so bewusst ist, dass es Quatsch ist, wieso beharrst du dann darauf, dass du trotzdem eine Beurteilungshoheit darüber hast.

    Dann lass es doch einfach.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  19. V.I.P.

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    AW: wtf momente

    Wie gesagt, ein Stück weit versteh ich das ja auch. Ich hab vor ein paar Jahren auch ein paar sehr hässliche Dinge gedacht und wahrscheinlich auch gesagt, als ich die "anxiety-Beichte" einer Youtuberin gesehen hab, die heulend vor der Kamera saß, aber dabei trotzdem noch völlig perfekt aussah, das wirkte einfach insgesamt alles sehr unauthentisch und fake. Aber ich kann das nicht beurteilen. Vielleicht wars wirklich nur für Klicks und Likes, vielleicht hat sie aber auch tatsächlich richtig schlimme Probleme und indem man anderen vorwirft, fake zu sein, zieht man sich da halt auch selbst mit rein. Also eigentlich wird man ja nicht deshalb nicht ernst genommen, weil heute so viele darüber sprechen, sondern eher, weil so vielen vorgeworfen wird, fake zu sein.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  20. V.I.P.

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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von Caly Beitrag anzeigen
    Neulich hatte ich auf Insta ein Foto einer jungen Frau, die breit strahlend mit Chips im Bett lag: "Ich, weil ich allen beibringen konnte, dass mich meine sozialen Ängste von Partys fernhalten ;-)".
    Hmja, aber auch da weißt Du ja nicht, was dahintersteckt. Auch wenn sie nicht danach aussah. Zuhause ist ja meistens auch comfort zone.

    Bei mir sind auch immer alle geschockt, wenn sie davon erfahren, weil ich angeblich auch nicht so aussehe, aber das liegt halt daran, dass ich negative Gefühle seit meiner Kindheit erfolgreich verstecke. Mir wurde auch schonmal von nem Arzt in der Klinik gesagt, dass man mir nie ansieht, wie es mir geht. Selbst mein Mann, der mich so gut kennt wie niemand sonst und eigentlich sehr schnell merkt, wenn irgendwas nicht stimmt, hat wenn wir irgendwo öffentlich unterwegs waren schon mehrfach nicht mitbekommen, dass es mir gerade schlecht geht. Ich hab immer die perfekte Fassade.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

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