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Thema: wtf momente

  1. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, ein Stück weit versteh ich das ja auch. Ich hab vor ein paar Jahren auch ein paar sehr hässliche Dinge gedacht und wahrscheinlich auch gesagt, als ich die "anxiety-Beichte" einer Youtuberin gesehen hab, die heulend vor der Kamera saß, aber dabei trotzdem noch völlig perfekt aussah, das wirkte einfach insgesamt alles sehr unauthentisch und fake. Aber ich kann das nicht beurteilen. Vielleicht wars wirklich nur für Klicks und Likes, vielleicht hat sie aber auch tatsächlich richtig schlimme Probleme und indem man anderen vorwirft, fake zu sein, zieht man sich da halt auch selbst mit rein. Also eigentlich wird man ja nicht deshalb nicht ernst genommen, weil heute so viele darüber sprechen, sondern eher, weil so vielen vorgeworfen wird, fake zu sein.
    Und vor allem: wenn mich das doch so triggert, wie jetzt bei dir phäno, dann schau dir doch so was einfach nicht mehr an.

    Wieder als persönliches Beispiel: ich Folge auf insta einigen #, die mit fehlgeburt zu tun haben und manchmal denke ich mir auch "Hui, das wäre jetzt nicht mein weg, damit um zu gehen", oftmals "überles" ich es, weil ich grad nicht in Stimmung bin, mich damit zu beschäftigen und manchmal tut es mir gut, zu lesen, dass andere ähnlich fühlen.

    Und warum kann man das nicht stehen lassen? Oder, wenn es zu sehr aufregt, einfach nicht lesen? Woher nehme ich jetzt das Recht, zu sagen, dies und das ist richtig, weil xy und das ist fake, weil z.

    Ich verstehe einfach wirklich die Beurteilung in schlimmer und weniger schlimm gar nicht, weil ich einfach nicht beurteilen kann.

    Um bei dem Beispiel der Panikattaken zu bleiben, für mich, die damit noch nie (glücklicherweise) irgendwie persönlich umgehen musste:
    Es ließ sich natürlich so, dass Panikattaken mit ohnmächtig werden usw zunächst einen klar auch körperlichen Unterschied haven zu herzrasen, aber: woher kann ich als Außenstehender beurteilen, was für die Person schlimmer ist? Und warum will ich das denn tun? Was bringt mir, der Person, dem Umfeld, meine Klassifikation? Ich befürchte nämlich einfach gar nichts. Also es ändert weder was zum guten noch zum schlechten, weder für die betroffene Person noch fürs Umfeld. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass es mir besser geht, wenn ich weiß, dass dies und das weniger schlimm ist als meine Krankheit. Was ist mein Mehrwert davon?
    neu.gierig.toll.kühn

  2. Senior Member Avatar von Caly
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Hmja, aber auch da weißt Du ja nicht, was dahintersteckt. Auch wenn sie nicht danach aussah. Zuhause ist ja meistens auch comfort zone.
    Nein, selbstverständlich nicht. Aber "hihi, meine Phobie zwinker zwinker, endlich hab ich meine Ruhe" empfinde ich tatsächlich als hartes kokettieren und als einen Tritt ins Gesicht aller Menschen, die ihre Wochenenden wirklich wegen sozialen Phobien auf dem Sofa verbringen.

  3. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von Caly Beitrag anzeigen
    Nein, selbstverständlich nicht. Aber "hihi, meine Phobie zwinker zwinker, endlich hab ich meine Ruhe" empfinde ich tatsächlich als hartes kokettieren und als einen Tritt ins Gesicht aller Menschen, die ihre Wochenenden wirklich wegen sozialen Phobien auf dem Sofa verbringen.
    Ja.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  4. Foreninventar Avatar von Ally Mc Beal
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von Caly Beitrag anzeigen
    Nein, selbstverständlich nicht. Aber "hihi, meine Phobie zwinker zwinker, endlich hab ich meine Ruhe" empfinde ich tatsächlich als hartes kokettieren und als einen Tritt ins Gesicht aller Menschen, die ihre Wochenenden wirklich wegen sozialen Phobien auf dem Sofa verbringen.
    einmal das und "weil ich allen beibringen konnte, dass..." klingt nicht gerade danach, dass es tatsächlich der fall war.
    «Le monde est irréel, sauf quand il est chiant.»

  5. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: wtf momente

    Also ich kann euch verstehen, dass ihr das doof findet, aber nochmal: warum liest man dann so was? Warum rege ich mich über was auf, was mich eigentlich nicht betrifft... Und klar, gesamtgesellschaftlich ist es kritisch zu hinterfragen, aber das ist ja bei sozial Media viel (auch die alles ist super 2 Tage nach der Geburt und im Urlaub ist immer alles schön und ich erlebe nur tolle Sachen, also die ganze Sache an sich ist natürlich zu kritisieren). Aber warum man dann wieder menshxen Absicht, die es vielleicht einfach so ausdrücken, es als lifestyle ansehen usw. Ohne die genauen Hintergründe zu kennen find ich wieder schwierig.
    Warum Lest ihr dann solche Sachen wenn sie euch so stören?
    neu.gierig.toll.kühn

  6. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: wtf momente

    Caly: Ah, ok, dann hab ich das falsch verstanden. Ja, wenn es offensichtlich nicht stimmt, dann find ich das auch richtig scheiße. Ich hab mich auch immer aufgeregt, wenn meine Ex-Mitbewohnerin dramatisch gejammert hat „poppyyyyyyyyy, ich krieg ne Paaaaaaanikattacke!“, wenn sie Stress bei der Arbeit hatte.

    Ich dachte es ginge um das lachend mit Chips auf dem Bett liegen. Das ist echt so ein bisschen ein wunder Punkt bei mir, weil ich eben schon so oft nicht ernstgenommen wurde, auch von Ärzten bei physischen Sachen, weil ich halt nicht überzeugend genug rüberbringen kann, dass es mir schlecht geht. Da wird einem dann schnell mal unterstellt, dass man simuliert.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

  7. Foreninventar Avatar von Ally Mc Beal
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    AW: wtf momente

    weil man manche dinge im feed hat und dann angezeigt bekommt.


    (konkret kann ich das natürlich nicht beantworten, da ich dieses post nicht kenne. ich hab nur verständnis dafür geäußert, dass und warum caly das aufregt)

    edit. sorry, das bezog sich auf maritty, irgendwie ist das zitat abhanden gekommen
    «Le monde est irréel, sauf quand il est chiant.»

  8. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Aber Du hast direkt auch schon Dich und mich verglichen, ohne überhaupt zu wissen, was bei mir los ist. Ich hatte das Gefühl,
    Das tut mir leid, wenn du das Gefühl hattest, das wollte ich sicher nicht.

    Mir gehts gar nicht so sehr um meine Geschichte, auch wenn die an bestimmten Punkten angetriggert wird, was ich hier ja auch angesprochen habe. Vor allem geht es mir um die mediale Verbreitung von "social anxiety". Und ja, da stimmt das, was du sagst sicher. Also es gibt bestimmt viele, die nicht diagnostiziert werden (können), weil sie gar nicht erst zu einer Therapie kommen. Oder viele, bei denen sich das über die Jahre massiv einschleicht und chronifiziert oder bestimmte Komorbiditäten bildet wie zB. Substanzenmissbrauch. Aber ehrlich gesagt glaube ich eben auch, dass es manche gibt, die mit Diagnosen um sich werfen und die aber höchstens unter einer eher normalen Ängstlichkeit leiden.

    Zitat Zitat von Sakamoto Beitrag anzeigen
    Aber der Grat zwischen "einfach nur faul und misanthrop" und zum Beispiel "depressiv" ist doch auch an sich schon ziemlich schmal?
    Also ich kann dir glaube ich 99,9% der Zeit nicht sagen, was davon ich bin.
    Also meiner Therapeutin nach nicht. Ich hab sie das mal gefragt, weil ich mit dem Begriff der Depression nicht zurecht kam. Sie meinte, dass es sich definitiv nicht so anfühlt wie ein schlechter Tag, an dem man faul und misanthropisch ist, sondern dass ihre Patient*innen das komplett anders beschreiben.
    (Vielleicht reden wir aber auch aneinander vorbei?)
    Ich habe Depression für mich dann irgendwann als einen Zustand von (tagelang) anhaltender Leere verstanden, in dem ich nicht fähig war, mit Menschen Kontakt aufzunehmen (auch nicht hallo zu sagen, wenn ich ein Geschäft betrete o.ä.) und in dem ich weder heulen konnte noch sonst irgendwas. Das war so eine beklemmende Gefangenheit. Vor meiner Therapie habe ich das aber einfach nur als ein bisschen traurig und nicht gut drauf empfunden, bis mir gesagt wurde, dass das, was ich schildere, darüber etwas hinaus geht. Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich ein Problem mit Depressionen hatte. (Würde ich auch jetzt nicht sagen, aber ich habe verstanden, dass das eher depressive Muster waren.)

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen
    Was mich einfach an deinen Ausführungen stört, ist, dass ich das Gefühl habe, dass du deine Erkrankung als schlimm einstufst (was sie sicherlich für dich ist, das will ich gar nicht bestreiten oder in Frage stellen, sicher nicht!, bitte versteh das nicht so), du aber anhand dessen klassifizierst, was "schlimm" und "ein bisschen" ist und ich einfach immer wieder sagen möchte, dass man das von aussen nicht beurteilen kann bzw ich finde auch sich nicht das Recht raus nehmen sollte, dies zu beurteilen.
    Nein, ich maße mir das nicht an, zu beurteilen, wass schlimm oder nicht schlimm ist und ich habe hier auch zu keiner Person gesagt, dass ihre Krankheit nicht so schlimm ist wie meine o.ä. Ich habe das ja auch anhand der Beispiele von einer (generalisierten) Angststörung und einer Persönlichkeitsstörung gemacht. Beides habe ich nicht. Was soll das also mit mir zu tun haben? (Ich habe hier erwähnt, dass ich eine zeit lang Panikanfälle hatte und wie die geartet waren, um aufzuzeigen, dass ich damit sehr wohl Erfahrungen habe, was mir vorher abgesprochen wurde. Ich wollte damit aber nicht sagen, dass diese schlimmer waren als bei der anderen Person.)

    Zitat Zitat von Caly Beitrag anzeigen
    Vielleicht stößt sich Phaeno auch hauptsächlich an dieser Kokettierei mit psychischen Krankheiten, die in Social Media rumgeistert. Mich nervt das zumindest tierisch, obwohls mich nicht persönlich berührt, diese Art von Problemen ist mir persönlich nämlich Gott sei Dank fremd. Einfach auf die Schnelle und noch echt harmlos, da gibt's ja noch ganz andere Sachen: Sowas oder sowas meine ich. Neulich hatte ich auf Insta ein Foto einer jungen Frau, die breit strahlend mit Chips im Bett lag: "Ich, weil ich allen beibringen konnte, dass mich meine sozialen Ängste von Partys fernhalten ;-)". So Zeugs eben. - Vielleicht meint sie auch was ganz anderes, aber ich hatte das Gefühl, zu verstehen, was sie meint, und das kam mir dazu als erstes in den Sinn. Wenn ich dir jetzt völlig unrecht tue, Phaeno, dann geh bitte einfach dazwischen.
    Ja, sowas meine ich.
    Solche Memes posten leider auch eben Leute, die tatsächlich psychische Probleme haben und darüber ab und zu berichten (aber wo ich jetzt nicht sagen könnte, dass ich ein breites Bild geschildert kriege) und wie gesagt, ich habe den Eindruck, dass sich dadurch Dinge verwischen.

    Dass Menschen eine Fassade tragen, um davon abzulenken, wie es ihnen geht, ist ja etwas sehr natürliches. Aber wenn sie eben "lustige" Memes oder abgeflachte Berichte veröffentlichen, obwohl sie viel massivere Probleme haben, dann bewirkt das ja eine Verflachung in der Darstellung dieser Probleme. Und damit habe ich ein Problem.
    Ich weiß aber auch nicht, wie man es besser machen kann im Internet, weil natürlich sollen diese Menschen nicht über ihre Grenzen gehen.
    Und ich poste zB. auf Instagram auch nur, was für schöne Bilder ich in Frankfurt mir angesehen habe udn nicht, dass ich einen Zusammenbruch auf dem Nachhauseweg hatte und den gesamten Bahnhof zusammengeschrien habe. Manchmal wünsche ich mir da Vorbilder oder Plattformen, wo so etwas berichtet wird. (Und das ist auch der Grund, warum ich solche Berichte lese und verfolge)
    Geändert von phaenomenal (12.11.2019 um 12:17 Uhr)
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  9. Senior Member Avatar von Caly
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen
    Warum Lest ihr dann solche Sachen wenn sie euch so stören?
    Ich scrolle mich abends vorm schlafen gerne ewig lang völlig sinn- und zielbefreit durch Instagram und guck mir dabei von Kochvideos über best of Jodel hin zu mehr oder weniger lustigen Memes einfach alles an. Und ich hab schon das Gefühl, dass social anxiety derzeit extrem gefeiert wird. Zum einen als Ausrede für alles, weil Menschenhass ist ja cool und muss gepflegt werden, zum anderen von Betroffenen (glaube ich), die sich dann aber als was ganz besonderes präsentieren, anstatt sich vielleicht mal um Hilfe zu bemühen (dicker Disclaimer: so WIRKEN diese Seiten und Posts teilweise auf mich. Ich kenne keinen dieser Menschen persönlich und vielleicht ist alles ganz anders, aber es wirkt sehr befremdlich auf mich). Mich persönlich triggert das nicht, da ich diese Probleme im Leben zum Glück nicht habe, aber es nervt mich, ich verstehe nicht, was das soll und ich glaube, die Gesellschaft tut sich keinen Gefallen damit, ernsthafte Störungen so ins Lustige zu ziehen - auch wenn natürlich nichts gegen ein bisschen Galgenhumor spricht. Ich verdrehe dann die Augen und denke mir meinen Teil, kann aber auch nachvollziehen, dass man als Betroffener dann anfängt aufzurechnen und Krankheiten in "schlimm" und "geht schon" zu unterscheiden, OBWOHL man weiß, dass das eigentlich bescheuert ist.

    Hmm. Versteht man in Ansätzen, was ich meine?

  10. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: wtf momente

    Ich verstehs, gerade was Sozialphobie angeht, wird damit auch auf FB viel "kokettiert" bzw. mit Misanthropie oder zeitweiligem, genervten "Menschenhass" verwechselt wird, z. B. mit Made-My-Day-Postings oder das unsägliche "Psychologische" Fakten
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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  11. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: wtf momente

    Wenn man das so sieht, könnte man das aber auch ohne weiteres auch vielen hier unterstellen.
    Was machen die Postings hier wahrer, als ein Posting auf Instagram?
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  12. Addict Avatar von Sakamoto
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Also meiner Therapeutin nach nicht. Ich hab sie das mal gefragt, weil ich mit dem Begriff der Depression nicht zurecht kam. Sie meinte, dass es sich definitiv nicht so anfühlt wie ein schlechter Tag, an dem man faul und misanthropisch ist, sondern dass ihre Patient*innen das komplett anders beschreiben.
    (bitte nicht zitieren)
    In meiner Therapie / von der Therapeutin und auch meinem damaligen Arzt wurde zum Beispiel fast alles, was ich an mir eben genau als faul und misanthrop wahrnehme, als Ausdruck einer Depression verstanden. Und mir fällt es tatsächlich immer noch schwer, zu unterscheiden, wann ich einfach nur faul bin und wann ich aufgrund einer depressiven Phase keinen Antrieb habe. Eventuell bin ich auch tatsächlich nie "einfach faul", aber meine wahrnehmung ist einfach so.

    Dazu kommt, dass ich glaube ich auch unter das falle, was man neuerdings wohl als "high functioning depression" beschreibt und ich auch irgendwo zwanghafte Verhaltensweisen habe / sehr regelorientiert bin. Ich wende oft quasi meine gesamte Energie dafür auf, zur Arbeit zu gehen und einen Alltag zu leben, wobei auch da meine Selbstwahrnehmung (faul, langsam, unmotiviert) und meine Fremdwahrnehmung (schnell, fleißig, motiviert) total auseinander gehen. Zuhause bin ich dann oft total platt und mache quasi nichts, allenfalls treffe ich mich mit Freunden / Bekannten, aber auch das zu 90% nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil "man" ja sozial sein "muss".
    Alle paar Jahre breche ich dann zusammen und bin ein bis zwei Wochen komplett am Ende. Dann erhole ich mich einigermaßen und dann geht alles wieder so weiter wie vorher

    Da ich ja aber trotzdem immer noch genau so viel Antrieb habe, eben nicht den ganzen Tag zu Hause zu sitzen, sondern zur Arbeit gehe, fällt es mir glaube ich auch schwer, mich wirklich als depressiv zu begreifen. Und ich bin natürlich auch nicht unbeeinflusst vom öffentlichen Bild solcher Zustände, das ja meist von Traurigkeit und Suizid geprägt ist.
    (Und z. B. für meine Eltern ist Depression ganz klar nit Selbstmordgedanken verbunden, weshalb ich denen nie sagen könnte, dass bei mir etwas in der Richtung vorliegt. Das würde nur für Missverständnisse sorgen)
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  13. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: wtf momente

    Ich glaub halt wie gesagt, dass viel mehr Menschen therapiebedürftig sind als man denkt. Jede/r trägt doch irgendwas mit sich rum.

    Klar, damit wird auch kokettiert, auch so Sachen wie „Bei mir muss immer alles ordentlich sein, ich bin ja schon son kleiner Zwangsneurotiker... “ Aber ich glaub trotzdem, dass bei den meisten von denen, die sich in solchen Posts wiedererkennen und sie teilen, schon ein gewisser Leidensdruck besteht, sonst würden sie sich darin ja nicht wiedererkennen. Das muss nicht immer für ne Diagnose reichen, aber solche Sachen sind ja nunmal auch nicht an oder aus, sondern liegen auf nem Spektrum, von nicht behandlungsbedürftig bis stark einschränkend/chronisch.

    Ich verstehe total, dass einen das Kokettieren ankotzt, das geht mir ganz genauso. Nur hilft es halt auch niemandem, wenn man deshalb quasi jeder Person, deren Geschichte man nicht kennt, aufgrund von einem geteilten Psycho-Meme Kokettieren unterstellt.

    Das passiert hier im Forum ja auch oft genug. Es gab hier schon so viele Threads zu Themen wie Mobbing oder gefühlt immer anders sein und wirklich jedes Mal kam von etlichen UserInnen, dass man sich doch eh nur interessant machen will und für ach so besonders hält, obwohl für die Betroffenen da sehr offensichtlich großer Leidensdruck vorhanden war. Seitdem bin ich bei sowas wirklich sehr vorsichtig geworden.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

  14. Member Avatar von sommerlinde
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Wenn man das so sieht, könnte man das aber auch ohne weiteres auch vielen hier unterstellen.
    Was machen die Postings hier wahrer, als ein Posting auf Instagram?
    Instagram ist ja explizit auf Aussenwirkung (=Sendung) angelegt, hier eher auf Austausch.
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  15. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: wtf momente

    Sakamoto, dann haben wir da wohl eine ganz ähnliche Struktur. Ich habe diese depressiven Gefühle ja eben auch nicht als depressiv wahrgenommen und entsprechend auch nicht so wirklich kommuniziert, das kam dann erst in den Therapiestunden durch.
    Das macht es natürlich auch noch schwerer, sowas einzuschätzen.

    Mich würde halt mal interessieren, was Fachleute dazu sagen. Also wie da die Wahrnehmung ist, was die Unterversorgung an Therapiemöglichkeiten angeht, wie problematisch das ist und wie der Bedarf einzuordnen ist. Meine Therapeutin meinte immer, dass gar nicht so ein großer Bedarf da ist, wie von den (potentiellen) Patient*innen suggeriert wird. Ich bin auch eher der Meinung, dass so gut wie jeder mal ne Therapie gebrauchen könnte bzw. diese garantiert nicht schadet. Aber hm.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  16. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Klar, damit wird auch kokettiert, auch so Sachen wie „Bei mir muss immer alles ordentlich sein, ich bin ja schon son kleiner Zwangsneurotiker... “ Aber ich glaub trotzdem, dass bei den meisten von denen, die sich in solchen Posts wiedererkennen und sie teilen, schon ein gewisser Leidensdruck besteht, sonst würden sie sich darin ja nicht wiedererkennen.
    Das kann ich für meine Timeline so absolut nicht bestätigen. Da ist es bei vielen chiều khách so, dass ein bestimmtes Bild kultiviert wird, und das geht über den Share-Button ja sehr schnell, einfach, weil man die misanthropen Sprüche lustig findet...
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  17. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Sakamoto, dann haben wir da wohl eine ganz ähnliche Struktur. Ich habe diese depressiven Gefühle ja eben auch nicht als depressiv wahrgenommen und entsprechend auch nicht so wirklich kommuniziert, das kam dann erst in den Therapiestunden durch.
    Das macht es natürlich auch noch schwerer, sowas einzuschätzen.

    Mich würde halt mal interessieren, was Fachleute dazu sagen. Also wie da die Wahrnehmung ist, was die Unterversorgung an Therapiemöglichkeiten angeht, wie problematisch das ist und wie der Bedarf einzuordnen ist. Meine Therapeutin meinte immer, dass gar nicht so ein großer Bedarf da ist, wie von den (potentiellen) Patient*innen suggeriert wird. Ich bin auch eher der Meinung, dass so gut wie jeder mal ne Therapie gebrauchen könnte bzw. diese garantiert nicht schadet. Aber hm.
    Aber dann einfach nochmal, bis ich vielleicht für mich verstanden hab, was daran wichtig ist: wenn du doch davon ausgehst, dass Therapie doch eh niemandem schadet, was macht es für sich persönlich dann für einen Unterschied, ob es eine über- oder Unterversorgung gibt? Also warum willst du das wissen, wie der Bedarf einzuordnen ist? Fakt ist doch, da ging ja die Diskussion los, dass es in den meisten Städten (ich nehme meine aus, zum Glück) schwierig ist, zeitnah einen Therapieplatz zu bekommen und nicht komische Hürden wie 30 min in der Woche telefonzeit, keine Mails, man muss selbst anrufen usw. Da sind. Das bedeutet für mich, ob suggeriert oder auch nicht, dass viele Menschen, die Therapie wollen (und ja, auch diese versäumen obwohl sie zugesagt haben usw) und diese nicht in dem Rahmen bekommen, wie sie wollen. Unabhängig davon, ob ich da jetzt bedarf sehe oder nicht. Was also bringt es mir, wenn ich weiß, dass genug Stunden da wären, man einfach nicht ran kommt oder aber die Hürde künstlich hoch gesetzt wird. Also der Ausgang ist doch der selbe.

    Zum Thema insta noch: ich finde halt bzw das ist meine Meinung, dass jeder menshxen erst mal einen guten Grund hat, warum sie*er etwas tut. Auch sozialPhobie auf insta kokettieren fasse ich darunter. Und ich glaube bei nicht wenigen ist es ein Ausdruck von einem leiden, das sie vielleicht nicht benennen können oder wollen/so selbst nicht klar sind/mit Vorurteilen zu kämpfen haben und dies deshalb überspitzen usw. Aber erstmal gibt es mir doch dann nicht das Recht dies deswegen als fake abzutun. Irgenf3inen Grund, und sei es "nur" um sich wichtig zu machen, gibt es wohl und der Person unterstell ich erstmal nicht die Absicht, psychisch erkrankte Menschen ins lächerliche zu ziehen.

    Wieder Beispiel aus meinem Alltag: ich arbeite mit Jugendlichen in schwierigen Situationen und im Moment ist es ein Trend, zu sagen, ich bin "depressiv" oder das macht mich "depressiv". Klar sind nicht alle davon im klinischen Sinne depressiv, aber sie drücken damit aus, dass es ihnen nicht gut geht. Man mag darüber streiten, ob es die richtige Wortwahl ist, aber vielleicht führt er ich dazu, dass sie, wenn sie Kontakt zu jmd haben, dies als nicht so wild bzw nicht so "oh der*die ist verrückt" ansehen und das dann langfristig zu einem Abbau der Vorurteile führt? Das hab ich jetzt so nicht zu Ende gedacht, war nur grad mal n Einfall. Schlussendlich geht es darum, dass Menschen sagen, dass es ihnen nicht gut geht. Und die klinische Einschätzung dessen machen immer noch Fachpersonen.

  18. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen
    Und die klinische Einschätzung dessen machen immer noch Fachpersonen.
    Und genau das ist der einzig richtige Satz bei der Thematik. Diagnosen und die passenden Behandlungen stellen Ärzte und Therapeuten. Und nicht Mitpatienten, Follower oder guilty pleasure-Konsumenten.
    Don't tell Mama.

  19. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Das kann ich für meine Timeline so absolut nicht bestätigen. Da ist es bei vielen chiều khách so, dass ein bestimmtes Bild kultiviert wird, und das geht über den Share-Button ja sehr schnell, einfach, weil man die misanthropen Sprüche lustig findet...
    Vietnamesisches Autokorrekt?

    Aber irgendwas scheinen die in den posts ja zu sehen. Man teilt ja nichts, dem man null zustimmt.

    Ich kann das nicht beurteilen, ich kenne die nicht und wie gesagt, ich weiß ja auch, dass viele Begriffe sehr inflationär benutzt werden (Migräne für Kopfschmerzen, Depression für schlechte Laune usw.), aber ich glaub bei den memes trotzdem, dass man sich da schon wiedererkennt, wenn man sowas teilt. Wie gesagt, nicht zwingend so stark, dass es für ne Diagnose reicht, aber ich bin da auch bei maritty, vielleicht hilft die Verbreitung solcher Memes ja auch dabei, es normaler werden zu lassen.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

  20. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    Diagnosen und die passenden Behandlungen stellen Ärzte und Therapeuten.
    Das Ding ist halt nur, dass es in dem Bereich auch genügend Leute gibt, die ihren Job schlecht machen, deshalb steh ich Selbstdiagnose nicht komplett kritisch gegenüber (also Selbstdiagnose nicht im Sinne von "Ich hab definitiv xy!", sondern von "Ich hab das Gefühl, dass die Diagnose nicht so richtig passt, ich lese mich deshalb mal ein bisschen quer durch die Thematik und schaue mal, was sonst noch so passen könnte!"). Das ist zum Glück in Zeiten des www deutlich einfacher geworden und ich wünsche mir so oft, ich hätte die Möglichkeit schon vor 20+ Jahren gehabt. Aber ja, bezogen auf Follower stimmt das natürlich.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

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