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Thema: wtf momente

  1. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Meine Therapeutin meinte immer, dass gar nicht so ein großer Bedarf da ist, wie von den (potentiellen) Patient*innen suggeriert wird.
    Das find ich ne ziemlich krasse Aussage von ihr, wenn man mal bedenkt, wie oft man von Wartezeiten von 6-12 Monaten hört.

    Also das mag auf manche Gegenden zutreffen, aber so insgesamt glaube ich das nicht.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

  2. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: wtf momente

    Maritty, für mich ist das Thema weitergewandert. Natürlich möchte ich, dass alle Menschen, die eine Therapie benötigen, eine bekommen.
    Und der Rest interessiert mich halt einfach.
    Unter anderem, weil keine Woche vergeht, wo sich nicht jemand an mich richtet und mir von ihren/seinen Versuchen, sich zu ritzen erzählt (weil sie/er die Narben an meinen Armen gesehen hat) und vom Mobbing in der Grundschule und den Schwierigkeiten aufzustehen morgens. Und wo mir gegenüber gejammert wird, weil der Versuch, Therapiekostenübernahme zu beantragen, gescheitert ist oder sich die Therapeut*innensuche als schwierig erweist. Natürlich weiß ich nicht, was da noch alles hintersteckt, ich bin ja keine Therapeutin.
    Für mich fühlt sich das halt so an, als hätte ich Lungenkrebs und jemand kommt zu mir und beschwert sich darüber, dass er schon wieder ne Erkältung hat und so schlecht Luft bekommt. (Um bei dem Beispiel zu bleiben) Das fühlt sich scheiße an. Und einsam, weil es wirklich wenig Leute gibt, die das verstehen. Und für mich fühlt es sich definitiv nicht so an, als würden diese Memes auf Instagram zu einer Ent-Tabuisierung von psychischen Krankheiten führen, sondern eben ganz im Gegenteil eigentlich, zu einer Verflachung und einer Aneignung dieser Wörter für normale Erscheinungen (ähnlich, wie viele Leute die Grippe haben, wenn sie erkältet sind).
    Ich gebe natürlich trotzdem Tipps und höre zu, wenn jemand auf mich mit diesen Themen auf mich zukommt. Und dass Menschen das immer wieder tun, zeigt für mich, dass ich scheinbar ganz vertrauensvoll bin.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  3. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: wtf momente

    @poppred Ja, da bin ich durchaus bei dir. Auch sehr nahen Angehörigen, die einen gut kennen, würde ich zugestehen, die Lage einigermaßen einschätzen zu können, auch wenn sie oft genug zu nah dran sind. Aber ich sprach jetzt ausdrücklich von jeglicher Art von Ferndiagnosen wie sie hier ja auch passieren. Als ob irgendein anonymer Follower auch nur ansatzweise nachvollziehen könnte, was hinter der normalen Fassade plus dem noch dazu kommenden konzeptionellen SoMe-Image überhaupt los ist. Das finde ich schon sehr naiv bis anmaßend.

  4. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    Auch sehr nahen Angehörigen, die einen gut kennen, würde ich zugestehen, die Lage einigermaßen einschätzen zu können, auch wenn sie oft genug zu nah dran sind.
    Das würde ich echt bezweifeln.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  5. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Maritty, für mich ist das Thema weitergewandert. Natürlich möchte ich, dass alle Menschen, die eine Therapie benötigen, eine bekommen.
    Und der Rest interessiert mich halt einfach.
    Unter anderem, weil keine Woche vergeht, wo sich nicht jemand an mich richtet und mir von ihren/seinen Versuchen, sich zu ritzen erzählt (weil sie/er die Narben an meinen Armen gesehen hat) und vom Mobbing in der Grundschule und den Schwierigkeiten aufzustehen morgens. Und wo mir gegenüber gejammert wird, weil der Versuch, Therapiekostenübernahme zu beantragen, gescheitert ist oder sich die Therapeut*innensuche als schwierig erweist. Natürlich weiß ich nicht, was da noch alles hintersteckt, ich bin ja keine Therapeutin.
    Für mich fühlt sich das halt so an, als hätte ich Lungenkrebs und jemand kommt zu mir und beschwert sich darüber, dass er schon wieder ne Erkältung hat und so schlecht Luft bekommt. (Um bei dem Beispiel zu bleiben) Das fühlt sich scheiße an. Und einsam, weil es wirklich wenig Leute gibt, die das verstehen. Und für mich fühlt es sich definitiv nicht so an, als würden diese Memes auf Instagram zu einer Ent-Tabuisierung von psychischen Krankheiten führen, sondern eben ganz im Gegenteil eigentlich, zu einer Verflachung und einer Aneignung dieser Wörter für normale Erscheinungen (ähnlich, wie viele Leute die Grippe haben, wenn sie erkältet sind).
    Ich gebe natürlich trotzdem Tipps und höre zu, wenn jemand auf mich mit diesen Themen auf mich zukommt. Und dass Menschen das immer wieder tun, zeigt für mich, dass ich scheinbar ganz vertrauensvoll bin.
    Aber um mal bei deinem Beispiel zu bleiben, klar ist Lungenkrebs und Erkältung zwei ganz andere paar Stiefel, aber deswegen kann ich dem*der erkälteten doch trotzdem zugestehen, dass es doof ist und man leidet und das gerne nicht hätte? Also darauf will ich hinaus. Dürfen sich dann menshxen mit ner Erkältung nicht mehr beschweren? Oder nur nicht bei dir?
    Und wenn dir das nicht gut tut, dass du ständig drauf angesprochen/um Hilfe gefragt wirst (was ich voll verstehen kann, da hätte ich auch keine Lust zu und das würde mir große Mühe bereiten), dann musst du das aber doch kommunizieren und nicht die, die halt die Erkältung haben müssen sich zurück halten?

    Also auch der Mensch mit Erkältung darf sich doch scheiße fühlen und kraftlos und sich ärgern darüber. Und auch dieser darf zum Arzt und sich Medikamente holen und alles. Es ist doch nicht wie StabHochsprung und man ist erst richtig krank, wenn man das und das erreicht hat.
    Dass ich mich dann als lungenkranker vielleicht mal doof fühle, klar. Aber dann muss ich doch auch kommunizieren, dass ich das gerade nicht kann/will und nicht sagen, dass alle mit Erkältung nur ein bisschen krank sind und nicht so großen Arztbedarf haben wie ich.

    Zumal der Vergleich natürlich hinkt, weil eine Erkältung nach 7 Tagen weg ist, aber auch eine leichte depressive Episode, die ich jetzt mal in deinem Sinne als ein bisschen psychisch krank sein definiere, länger einschränken und fester einschränken kann.
    neu.gierig.toll.kühn

  6. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Das würde ich echt bezweifeln.
    Das kommt sehr aufs System und die einzelnen Mitglieder an. Eltern sind oftmals zu sehr Teil des Problems, Partner können aber zum Beispiel sehr hilfreich sein. Es kommt immer drauf an. Und nur weil das bei dir nicht so ist, muss es nicht zwangsläufig bei jedem so laufen.
    Don't tell Mama.

  7. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: wtf momente

    Vielleicht sollten wir die Diskussion mal wo anders hin verlegen, wir crashen hier den Thread ganz schön.
    Ich möchte aber noch sagen, vor allem dir, phäno, dass ich den Austausch sehr wertvoll finde und andere Sichtweisen ja bis auf wenige Ausnahmen (Nicht hier, mein eher im allgemeinen, also zb Rassisten oder so) eine Bereicherung darstellen, die eigene Sichtweise zu reflektieren. Und ich finde dich sehr stark, wir du hier auch mit deiner Erkrankung umgehen und darüber sprechen kannst.
    neu.gierig.toll.kühn

  8. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    @poppred Ja, da bin ich durchaus bei dir. Auch sehr nahen Angehörigen, die einen gut kennen, würde ich zugestehen, die Lage einigermaßen einschätzen zu können, auch wenn sie oft genug zu nah dran sind. Aber ich sprach jetzt ausdrücklich von jeglicher Art von Ferndiagnosen wie sie hier ja auch passieren. Als ob irgendein anonymer Follower auch nur ansatzweise nachvollziehen könnte, was hinter der normalen Fassade plus dem noch dazu kommenden konzeptionellen SoMe-Image überhaupt los ist. Das finde ich schon sehr naiv bis anmaßend.
    Ja, seh ich wie gesagt ähnlich.

    Und ja, das mit den nahen Angehörigen seh ich auch so. Meine Familie würde ich da eher ausnehmen, aber mein Mann sieht das schon und kann mir wenn nötig auch mal nen liebevollen Arschtritt verpassen (und er ist halt auch der einzige, der das darf, weil er eben das ganze Bild sieht und nicht nur das, was er sehen will).
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

  9. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: wtf momente

    Es muss ja aber vielleicht auch nicht Lungenkrebs vs Erkältung sein, sondern vielleicht vs. schwere Grippe. Oder "hat schon gestreut" vs. "spricht gut auf die Chemo an und kann hoffentlich geheilt werden".
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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  10. Junior Member Avatar von Bergkind
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen

    Bei mir sind auch immer alle geschockt, wenn sie davon erfahren, weil ich angeblich auch nicht so aussehe, aber das liegt halt daran, dass ich negative Gefühle seit meiner Kindheit erfolgreich verstecke. Mir wurde auch schonmal von nem Arzt in der Klinik gesagt, dass man mir nie ansieht, wie es mir geht.

    *unterschreib* Also ich hab nicht immer die perfekte Fassade, es variiert bei mir immer mal und bei Freunden bin ich mittlerweile meist sehr offen. Aber wenn ich die Fasse wahre, ist sie meistens so gut, dass nix großartig auffällt. Und auch Kommentare dazu, dass ich ja aber noch sehr ordentlich aussehe und meine Depression deswegen nicht so schlimm sein kann, hab ich in einer Beratungsstelle mal bekommen.

    Wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, zu dem ich enorme Probleme hatte und kurz darauf auch mit schweren Depressionen diagnostiziert wurde. Es reagiert halt nicht jeder gleich und bei mir kann sich innerlich oft extrem schwer aushaltbares abspielen, während ich nach außen hin sehr normal bis fröhlich wirke. Hat zum Teil bei mir auch mit recht üblen Erfahrungen damit, was passiert, wenn ich mich schwach zeige, zu tun. Ist also mitnichten ein Hinweis darauf, dass es dann wohl nicht so ernst sein kann, sondern im Gegenteil Teil meiner Probleme.

    Von daher geh ich auch bei top gestylten Youtube-Stars im Zweifelsfall erstmal davon aus bzw. riskiere ich so oder so im Zweifelsfall lieber, dass ich jemanden ernstnehme, der nur so dahinlabert, als andersrum zu riskieren, dass ich jemanden, der vielleicht ernste Probleme hat als Simulant hinstelle. Das nur allgemein und auf keine bestimmte Aussage von irgendwem hier bezogen.

    (bitte nichts zitieren)
    Geändert von Bergkind (12.11.2019 um 19:44 Uhr) Grund: zu persönlichen Teil entfernt
    “As far as I can make out, edgy occurs when middlebrow, middle-aged profiteers are looking to suck the energy — not to mention the spending money — out of the ‘youth culture.’ So they come up with this fake concept of seeming to be dangerous when every move they make is the result of market research and a corporate master plan.”
    — Daria

  11. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: wtf momente

    Übrigens hat die Kasse ner früheren Freundin, Borderlinerin, suizidal, die Fortführung der Therapie verweigert, weil keine Aussicht auf Besserung bestünde...

    Ihre Therapeutin hat für sie gekämpft und kostenlose Sitzungen abgehalten, aber so viel zum Thema "der Schweregrad entscheidet"...
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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  12. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Unter anderem, weil keine Woche vergeht, wo sich nicht jemand an mich richtet und mir von ihren/seinen Versuchen, sich zu ritzen erzählt (weil sie/er die Narben an meinen Armen gesehen hat) und vom Mobbing in der Grundschule und den Schwierigkeiten aufzustehen morgens. Und wo mir gegenüber gejammert wird, weil der Versuch, Therapiekostenübernahme zu beantragen, gescheitert ist oder sich die Therapeut*innensuche als schwierig erweist.
    Genau das meinte ich halt weiter vorne. Du meinst das vielleicht nicht so, aber das klingt tatsächlich, als würdest Du autoaggressives Verhalten, Mobbing und starke Antriebslosigkeit für ne Lappalie halten. Das ist echt nicht fair. Auch wenn es Dir im Vergleich zu Deinen eigenen Problemen vielleicht klein vorkommt, ist das für die Betroffenen eine starke Belastung, die häufig eben auch Therapie benötigt. Sowas wie Mobbing kann einem das ganze Leben kaputtmachen. Und ja, ich hab objektiv gesehen auch schlimmeres als Mobbing erlebt, aber eben auch Mobbing und ich weiß, wie sehr einen das zerstören kann, deshalb will ich das gar nicht objektiv betrachten, das bringt doch auch niemandem was.

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Das fühlt sich scheiße an. Und einsam, weil es wirklich wenig Leute gibt, die das verstehen.
    Das kann ich schon nachvollziehen, aber daran sind ja auch nicht diejenigen Schuld, die „weniger schlimm“ dran sind als Du.

    Ich hab das häufig, wenn andere von Problemen mit ihren Kindern erzählen. Das sind im wahrsten Sinne des Wortes Probleme, die ich gerne hätte, aber dafür können diejenigen nichts und das macht ihre Probleme nicht weniger schlimm oder gültig. Es ist natürlich unsensibel, wenn das trotz Wissen um die Situation irgendwann das einzige Thema wird, aber wenn man in Freundschaften gar nicht mehr darüber reden kann, was einen bewegt, braucht man auch eigentlich nicht befreundet bleiben.

    Ich finde da liegt der Ball tatsächlich eher bei Dir. Nur Du kannst rausfinden, wie viel davon Du verträgst um dann entsprechende Grenzen setzen. Aber anderen Menschen unterstellen, dass sie über Lappalien jammern, während nur Du echte Probleme hast, ist halt keine gute Basis für Beziehungen aller Art.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

  13. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Genau das meinte ich halt weiter vorne. Du meinst das vielleicht nicht so, aber das klingt tatsächlich, als würdest Du autoaggressives Verhalten, Mobbing und starke Antriebslosigkeit für ne Lappalie halten. Das ist echt nicht fair. Auch wenn es Dir im Vergleich zu Deinen eigenen Problemen vielleicht klein vorkommt, ist das für die Betroffenen eine starke Belastung, die häufig eben auch Therapie benötigt. Sowas wie Mobbing kann einem das ganze Leben kaputtmachen. Und ja, ich hab objektiv gesehen auch schlimmeres als Mobbing erlebt, aber eben auch Mobbing und ich weiß, wie sehr einen das zerstören kann, deshalb will ich das gar nicht objektiv betrachten, das bringt doch auch niemandem was.



    Das kann ich schon nachvollziehen, aber daran sind ja auch nicht diejenigen Schuld, die „weniger schlimm“ dran sind als Du.

    Ich hab das häufig, wenn andere von Problemen mit ihren Kindern erzählen. Das sind im wahrsten Sinne des Wortes Probleme, die ich gerne hätte, aber dafür können diejenigen nichts und das macht ihre Probleme nicht weniger schlimm oder gültig. Es ist natürlich unsensibel, wenn das trotz Wissen um die Situation irgendwann das einzige Thema wird, aber wenn man in Freundschaften gar nicht mehr darüber reden kann, was einen bewegt, braucht man auch eigentlich nicht befreundet bleiben.

    Ich finde da liegt der Ball tatsächlich eher bei Dir. Nur Du kannst rausfinden, wie viel davon Du verträgst um dann entsprechende Grenzen setzen. Aber andere Menschen unterstellen, dass sie über Lappalien jammern, während nur Du echte Probleme hast, ist halt keine gute Basis für Beziehungen aller Art.
    !
    neu.gierig.toll.kühn

  14. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: wtf momente

    Bergkind, ja, das kann ich fast 1:1 unterschreiben! Also grad auch das mit dem Teil der Probleme, das ist bei mir ganz genauso!
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

  15. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen
    Aber um mal bei deinem Beispiel zu bleiben, klar ist Lungenkrebs und Erkältung zwei ganz andere paar Stiefel, aber deswegen kann ich dem*der erkälteten doch trotzdem zugestehen, dass es doof ist und man leidet und das gerne nicht hätte? Also darauf will ich hinaus. Dürfen sich dann menshxen mit ner Erkältung nicht mehr beschweren? Oder nur nicht bei dir?
    Und wenn dir das nicht gut tut, dass du ständig drauf angesprochen/um Hilfe gefragt wirst (was ich voll verstehen kann, da hätte ich auch keine Lust zu und das würde mir große Mühe bereiten), dann musst du das aber doch kommunizieren und nicht die, die halt die Erkältung haben müssen sich zurück halten?
    Sie dürfen gerne zu mir kommen und mich um Hilfe bitten. Sie sollen sich nur nicht mit mir vergleichen.
    Und sag mal du jemanden, der dir gerade sein Herz ausschüttet, dass du das nicht hören willst...
    Ansonsten, danke Maritty!

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    Und nur weil das bei dir nicht so ist, muss es nicht zwangsläufig bei jedem so laufen.
    Sag bloß

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Es muss ja aber vielleicht auch nicht Lungenkrebs vs Erkältung sein, sondern vielleicht vs. schwere Grippe. Oder "hat schon gestreut" vs. "spricht gut auf die Chemo an und kann hoffentlich geheilt werden".
    Ja. So ein Austausch, wo auf beiden Seiten halt auch offen geredet wird, finde ich auch meistens sehr bereichernd.

    Vielleicht könnt ihr das euch nicht vorstellen, aber es fühlen sich echt verdammt viele Menschen dazu berufen, mir ihre Probleme zu erzählen. Das sind keine Freunde. Und das sind auch oft keine Probleme oder Dinge, die ich ernst nehmen kann. Ich werde in der Vorlesung angesprochen mit "Ich habe auch Borderline!", ohne die Person zu kennen (und ohne, dass sich diese Diagnose im weiteren Gespräch als irgendwie haltbar festgestellt hätte, selbst für mich als Laien. Und ohne, dass ich Borderline hätte wohlbemerkt, sagte ich ja schon).
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  16. Newbie Avatar von lalamae
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    AW: wtf momente

    Ich glaube übrigens, dass dieses Gefühl von "das ist nur bei mir so schlimm, total abnormal, alle anderen kommen viel besser klar als ich und nur ich bin so ein Psycho" auch irgendwie in der Natur der Sache liegt. Kenne ich von mir zB von den Panikattacken so, da muss ich mir immer vor Augen halten wie viele Leute das wirklich haben und dass die meisten von denen noch nicht tot oder wahnsinnig geworden sind, auch wenn sich das so anfühlt, als wäre es dir einzig logische Konsequenz.

    Analog dazu zB auch bei sexualisierten Übergriffen - als ich mal angefangen habe, darüber zu reden, habe ich echt mit den Ohren geschlackert, weil fast jede Freundin auch eine entsprechende Story auf Lager hatte. Hat nur keine drüber geredet.

  17. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von lalamae Beitrag anzeigen
    Ich glaube übrigens, dass dieses Gefühl von "das ist nur bei mir so schlimm, total abnormal, alle anderen kommen viel besser klar als ich und nur ich bin so ein Psycho" auch irgendwie in der Natur der Sache liegt.
    Ja, das glaube ich auch. Und auch, dass man damit hadert, dass einem so viel Scheiße passiert ist und warum man nicht einfach "normal" sein kann. Aber das bremst einen halt auch unglaublich, weil das eine sehr passive Haltung ist. Ja, das ist alles verdammt ungerecht und scheiße und niemand hat sowas verdient, aber man kann das halt auch nicht mehr ändern und kann nur versuchen, das beste daraus zu machen.

    Manchen Menschen passiert mehr Scheiße als anderen, klar, aber man kann doch eh immer nur an sich selbst arbeiten.

    Und ja, das aus Deinem letzten Absatz kenne ich auch. :/
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  18. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Ja. So ein Austausch, wo auf beiden Seiten halt auch offen geredet wird, finde ich auch meistens sehr bereichernd.
    Du bist ja aber genau nicht offen, sondern meinst, die selbstverletzenden Leute hätten eigentlich nur ne Erkältung.
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
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  19. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: wtf momente

    Zitat Zitat von lalamae Beitrag anzeigen
    Ich glaube übrigens, dass dieses Gefühl von "das ist nur bei mir so schlimm, total abnormal, alle anderen kommen viel besser klar als ich und nur ich bin so ein Psycho" auch irgendwie in der Natur der Sache liegt.
    Meinst du das jetzt auf mich bezogen?
    Wenn ja, könnt du/ ihr mir bitte die Posts nennen, wo ich sage, dass es mir so viel schlechter geht als allen anderen? Ich sehe das ehrlich gesagt nämlich gar nicht so. Ich rede die ganze Zeit davon, dass es verschiedene "Qualitäten" und Tiefen von psychischen Krankheiten gibt und habe das am Beispiel der Persönlichkeitsstörung festgemacht, die tiefgreifender und - ja, schlimmer - ist (meiner Meinung nach), als eine "einfache" Angststörung. (Zum ich glaube dritten Mal: ich habe beides nicht. Ich benötige im übrigen auch keinen Therapieplatz oder meine, mir würde es ansonsten so unfassbar schlechter gehen als anderen.)
    Und in den letzten Posts geht es mir darum, dass viele Menschen bestimmte Symptome immer gleich mit Diagnosen und Begriffen verbinden, die doch arg weit hergeholt sind. Das behaupt ich nicht nach zwei ausgetauschten Sätzen, sondern längeren Gesprächen. Und das nervt mich und macht mich sauer, als jemand, der tatsächlich eine gesicherte Diagnose hat. Natürlich sage ich in den Gesprächen dann auch entsprechend, dass man solche Selbstdiagnosen mit Vorsicht stellen sollte, dass es besser wäre, heraszufinden, was das eigentliche Problem ist und daran zu arbeiten etc. (Und hiermit meine ich natürlich keine Leute, die zB. schon von Therapie zu Therapie gehüpft sind und sich schon ganz gut kennen und reflektieren können und eine vage Vermutung äußern, dass sie eventuell die Diagnose x eher haben als... blah)

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Du bist ja aber genau nicht offen, sondern meinst, die selbstverletzenden Leute hätten eigentlich nur ne Erkältung.
    Also ich denke schon, dass ich sehr offen bin, da mir solche Dinge ja immer wieder erzählt werden. Und ich höre da auch genau zu und tue das auch nicht so einfach ab. Es gibt Gründe dafür, dass ich das hier so abtue, die sich im Einzelfall finden. Aber ich tue das ja nicht in jedem einzelnen Fall ab. Das stellt sich doch in zwischenmenschlichen Beziehungen ganz verschieden dar.
    Ich stelle da nur allgemeine eine Verflachung fest. Ritzen ist nicht gleich ritzen. Es gibt manche, die haben das mal kurz gemacht, aber haben ein ganz anders geartetes psychisches Problem. Manche haben das länger gemacht, haben gar kein psychisches Problem, aber denken, sich zu ritzen bedeutet, Borderline zu haben. Manche haben tatsächlich Borderline, aber haben sich noch nie geritzt. "Borderline" ist ein weiteres super Beispiel für diese Verflachung, weil extrem viele abgespeichert haben, dass Menschen, die sich ritzen/ geritzt haben, Borderline haben. Borderline meint dabei eigentlich die Borderline Persönlichkeitsstörung, von der selbstverletzendes Verhalten (auch da gibt es ja Unterschiede! Man kann auch Nadeln schlucken oder sich vor Autos werfen etc.) ein einziges Symptom von einer breiten Palette von Symptomen ist. Wenn Leute, die keinerlei Ahnung von solchen Diagnosen haben, mit solchen Begriffen um sich werfen, führt das zu einer Verflachung des Begriffes (das sieht man ja schon anhanddessen, dass im Begriff die PS wegfällt) und letztendlich auch zu einer Stigmatisierung von Menschen, die gar keine BPS haben.

    Genauso sehe ich das, wenn Teenies sagen, sie seien "depressiv" anstelle von "traurig". Depressiv meint einen krankhaften Zustand. Wenn dieses Wort permanent für den normalen Zustand der Traurigkeit benutzt wird, bewirkt das, dass es keinen Unterschied mehr gibt zwischen krankhaft depressiv und traurig. Und das meine ich mit Verflachung.
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    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Wenn ja, könnt du/ ihr mir bitte die Posts nennen, wo ich sage, dass es mir so viel schlechter geht als allen anderen? Ich sehe das ehrlich gesagt nämlich gar nicht so.
    Das ist aber jetzt nicht Dein Ernst, oder? Du hast doch genau das auf den letzten Seiten in JEDEM Beitrag betont.
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